Resilienz Definition

Es gibt nicht die eine Resilienz Definition. Stattdessen bestehen viele Definitionen, die im Wesentlichen auf die Flexibilität im Umgang mit Stress, die Regulation und Regeneration von Stress abzielen, um Krisen gesund zu meistern.

Neben den verschiedenen Definitionen gibt es auch unterschiedliche Resilienzmodelle. Diese stellen jeweils wichtige Schutzfaktoren für die psychische und physische Gesundheit heraus. einen Vergleich der Resilienzmodelle finden Sie auf unserer Seite HIER.

Dies ist eine Übersicht über einige der bestehenden Resilienz Definitionen:

„Resilienz ist die Aufrechterhaltung, bzw. schnelle Wiederherstellung psychischer Gesundheit während oder nach Widrigkeiten (Stressor Exposition)“ – Raffael Kalisch, Der resiliente Mensch

„Unter Resilienz wird die Fähigkeit von Menschen verstanden, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen“ – Rosmarie Welter-Enderlin, Bruno Hildebrand, Resilienz. Gedeihen trotz widriger Umstände

„Das Vermögen eines dynamischen Systems, sich erfolgreich Störungen anzupassen, die seine Funktion, Lebensfähigkeit oder Entwicklung bedrohen.“
Ann Masten, Resilienz: Modelle, Fakten und Neurobiologie

„Resilienz – so heißt die seelische Kraft, die Menschen dazu befähigt Niederlagen, Unglücken und Schicksalsschlägen besser und schneller standzuhalten“ – Katharina Maerlein, Die Bambus Strategie

„Resilienz kann sich im Umgang mit Belastungen und Krisen unterschiedlich zeigen. Resiliente Menschen haben im Umgang mit Stressoren, Druck und Belastungen ein besseres Coping (Bewältigung), das sich im Krisenverlauf oder bei der Erholung von der Krise oder in Kombination von beidem zeigt“ – Jutta Heller, Resilienz für die VUCA-Welt

„Die Fähigkeit zu innerer Stärke wird in der Psychologie als Resilienz beschrieben. Resiliente Mitarbeiter können auf die Anforderungen wechselnder Situationen flexibel reagieren – eine lebenswichtige Fähigkeit, vor allem wenn der äußere und innere Belastungsdruck steigt. Im wirtschaftlichen Kontext übersteigt die Definition des Begriffs »Resilienz« die individuelle Fähigkeit und inkludiert darunter auch die organisationale Fähigkeit, sich schnell und erfolgreich an ständig verändernde Anforderungen, intern wie extern, anzupassen“ – Sylvia Kéré Wellensiek, Handbuch Resilienztraining

„Resilienz ist die Fähigkeit einer Organisation, potentielle Bedrohungen zu antizipieren, effektiv mit kritischen Ereignissen umzugehen und aus ihnen zu lernen, um gestärkt daraus hervorzugehen“ – Stephanie Duchek, Auf dem Weg zur resilienten Führungskraft

„Resilienz ist das Immunsystem unserer Psyche oder unserer Seele, welches uns beim Umgang mit Stress, Belastungen und Krisen unterstützt“ – Ella Gabriele Amann, Resilienz

„Mit Resilienz werden Prozesse oder Phänomene beschrieben, die eine positive Anpassung des Individuums trotz vorhandener Risikofaktoren widerspiegeln“ – Babette Renneberg, Phillipp Hammelstein, Gesundheitspsychologie

„Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken“ – Klaus Fröhlich-Gildhoff, Maike Rönnau-Böse, Resilienz

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am besten auf Veränderungen reagiert" - sinngemäß Charles Darwin, Über die Entstehung der Arten

„The process of adapting well in the face of adversity, trauma, tragedy, threats or even significant sources of stress“ – The American Psychological Association, The road to resilience

„psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen“ – Duden.de (2020)

Mehr Resilienz Definitionen und weitere Perspektiven zum Thema Resilienz finden Sie unter Resilienz-Kongress.de

Warum brauchen wir Resilienz?

Resilienz brauchen wir aus zwei Gründen: Zum einen ist sie die Grundlage für ein gesundes und erfolgreiches Leben in der VUCA-Welt, und zum anderen ist sie die Meta-Kompetenz für einen guten Zugriff auf all unsere Ressourcen auch in stressigen Phasen des Lebens.

Resilienz Definition in der VUCA-Welt

Der Begriff der VUCA-Welt spielt zu einem großen Teil in die Resilienz Definition bzw. Definitionen mit hinein. Schließlich gilt VUCA mittlerweile, insbesondere im Businessbereich als der Hauptgrund, warum wir Resilienz brauchen. Das Akronym steht dabei für die Faktoren:

  • volatile (unberechenbar/ flüchtig)
  • uncertain (unsicher/ ungewiss)
  • complex (komplex, vielschichtig)
  • ambiguous (mehrdeutig, unklar, widersprüchlich)

Diese vier Aspekte verursachen Stress beim Menschen und in ganzen Systemen, wie einem Unternehmen. Die Welt ist, vor allem mit Fortschritt der Digitalisierung, schnelllebig und bringt sich stetig verändernde Anforderungen mit sich.

Ella Gabriele Amann und Martin Ciesielski haben als Gegenpart zur VUCA-Welt die SSEE-Welt (ausgesprochen wie das englische „see“) entwickelt. Dieses Akronym steht für:

  • stable (stabil)
  • secure (sicher)
  • easy (einfach)
  • explicit (eindeutig)

Und Resilienz ist genau das, was zwischen diesen Welten passiert. Wir befinden uns nicht ausschließlich in der VUCA-Welt, auch wenn es gestressten Führungskräften so vorkommen mag. Beide Welten sind zu jeder Zeit, auch in Krisen, vorhanden. Resilienz ist die Fähigkeit, sich zwischen diesen Welten flexibel hin und her zu bewegen. Sie setzt sich letztendlich aus der Fähigkeit zur Anpassung, der Adaptabilität, und der Fähigkeit zur Regulation zusammen, um zwischen VUCA und SSEE zu oszillieren.

Resilienz ist nicht ausschließlich Entspannung, es ist auch die Kompetenz sinnvoll in die Anspannung zu gehen und sich zu aktivieren. Es braucht dafür eine Wertschätzung beider Pole und Sichtweisen auf die Welt.

Resilienz als Meta-Kompetenz

Der zweite Grund, warum wir Resilienz brauchen, ist, weil wir nur mit einer starken Resilienz auf unsere Fähigkeiten und Kompetenzen zugreifen können. Es ist gewissermaßen die Meta-Kompetenz, um erfolgreich zu agieren. Stress aktiviert im Gehirn das limbische System, in dem unsere Emotionen entstehen. Gleichzeitig fährt bei Stress der Präfrontale Cortex, also das Steuerungssystem für Emotionen und angemessenes Handeln, herunter. Kurz gesagt, bei Stress leiden wir für Gewöhnlich unter einer Kompetenz-Amnesie.

Mit einer starken Resilienz können wir Stress besser regulieren und so auch schneller wieder Zugriff auf unsere Fähigkeiten erlangen. Das hilft dabei in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben, Herausforderungen zu überwinden und Krisen schneller und gesünder zu bewältigen.

Wir brauchen Resilienz, weil wir dadurch in der Lage sind, unser Leben an die Herausforderungen des Alltags anzupassen, sie schnell und in Kontakt mit dein eigenen Fähigkeiten bewältigen und dabei gleichzeitig auf die eigene Gesundheit zu achten.

Was ist Resilienz?

Die vier Wellen der Resilienzforschung

Die Grundlage, weshalb wir uns generell mit Resilienz auseinandersetzen ist: Wie schaffen es manche Menschen trotz widriger Umstände, Krisen und Stress gesund und beinahe sogar gelassen zu bleiben? Diese Frage trieb insbesondere die Resilienzforschung an.

Der Begriff „Resilienz“ – abgeleitet von „resilire“ = „zurückprallen“ – stammt ursprünglich aus der Physik, genauer gesagt der Werkstoffkunde. Es beschreibt die Beschaffenheit von bestimmten Elementen, die auch nach extremen Außeneinwirkungen in ihre Ausgangsform zurückspringen. Dieses Konzept wurde dann ab den 1970er Jahren als eine psychologische Eigenschaft auf den Menschen übertragen. Die Entwicklung der Resilienzforschung in den letzten 50 Jahre lässt sich in vier Wellen einteilen.

Welle Nr. 1

Zu Beginn der Forschung stand die Suche nach Prädiktoren für Resilienz im Vordergrund, um eine Resilienz Definition zu schaffen. Die Grundstein dafür schuf Emmy Werner mit ihrer Kauai-Studie. Es ging in dieser Phase der Resilienzforschung darum, gutes Funktionieren im Zusammenhang mit Risiken bzw. Widrigkeiten zu messen, zu beschreiben und anschließend zu definieren.

Die Leitfragen dieser Welle waren:

  • Was ist Resilienz?
  • Wie kann man sie messen?
  • Was bewirkt etwas?

Welle Nr. 2

Die daraus entstandenen Ergebnisse lieferten für die kommenden Forscher die Basis sich mehr auf die Prozesse der Resilienz zu konzentrieren und sich eher die Frage nach dem Wie zu stellen. Einen besonderen Beitrag zur Forschung leistete in dieser Welle Aaron Antonovsky mit seinem Konzept der Salutogenese.

Die Leitfragen dieser Welle waren:

  • Wie kommt es zu Resilienz?
  • Welche Prozesse machen resilient?
  • Wie funktionieren protektive, protegierende oder präventive Kräfte?
  • Wie wird die positive Entwicklung im Risikokontext gefördert?

Welle Nr. 3

In dieser Welle wurden die bisherigen Resilienz Definitionen auf den Prüfstand gestellt. Gleichzeitig konzentrierte sich die Forschung nun auch auf resilienzfördernde Interventionen. Ein Beispiel hierfür ist das Zürcher Ressourcenmodell von Maja Storch und Frank Krause.

Die Leitfragen dieser Welle waren:

  • Treffen die Theorien über die Prozesse, die zu Resilienz führen, auch zu?
  • Kann man Resilienz fördern?

Welle Nr. 4

Die letzte große Welle der Resilienzforschung wird letztendlich von technologischen und wissenschaftlichen Fortschritten in Genetik, Statistik, Neurowissenschaft und Neuroimaging angestoßen. Resilienz wird in dieser Phase zu einer multidisziplinären Wissenschaft mit dynamischen und systemorientierten Ansätzen. Es geht nun darum, sich auf die Wechselbeziehung zwischen Anlagen und Erfahrungen und Menschen und Kontexten einzulassen. Dabei werden verschiedene Analyseebenen miteinander verbunden.

Die Leitfragen dieser Welle waren:

  • Wie wirken sich genetische Unterschiede auf die Resilienz aus?
  • Gibt es so etwas wie eine individuelle Sensibilität für traumatische Ereignisse?
  • Wie kann man die Entwicklung des Gehirns vor zu viel Stress und einem hohen Aufkommen an Stresshormonen schützen?
  • Kann man wichtige menschliche Anpassungssysteme so beeinflussen, dass die Resilienz gestärkt wird?
  • Was passiert gesellschaftlich und im Gemeinwesen zur Förderung der Resilienz?

Obwohl zu Beginn der Resilienzforschung noch davon ausgegangen wurde, Resilienz sei das Gegenstück zur Vulnerabilität, also eine Art der Unverletzbarkeit, so zeichnet die heutige Forschung ein anderes Bild: Es ist das Wechselspiel zwischen den sogenannten Schutzfaktoren und Risikofaktoren, das maßgeblich über die psychischen Gesundheit entscheidet.

Risiko- und Schutzfaktoren

Die bestehenden Resilienzmodelle und Resilienz Definitionen beziehen sich darauf, dass die Schutzfaktoren die Risikofaktoren überwiegen, um so Gesundheit herzustellen. Die Schutzfaktoren sind Mittel, Fähigkeiten und Eigenschaften, anders formuliert „Ressourcen“, die das mentale Immunsystem stärken und die Widerstandskraft gegen Stress erhöhen. Dem gegenüber stehen die Risikofaktoren, die das Entstehen von psychischen Erkrankungen fördern und einen resilienten Umgang mit Stress verhindern.

Sowohl die Risiko- wie auch die Schutzfaktoren lassen sich in individuell und kontextabhängig unterteilen. Dabei ist es nicht wichtig alle Schutzfaktoren, bzw. gar keine Risikofaktoren in seinem Leben zu haben. Es zählt vielmehr das Verhältnis zwischen den beiden Bereichen, um Krankheit oder Gesundheit zu fördern.

Risikofaktoren

Risikofaktoren, bzw. Stressoren sind vielfältig und individuell. Deswegen gibt es auch nicht den einen Risikofaktor, sondern immer ein individuelles Bild, was auf ein System, bzw. auf ein Individuum wirkt.

Die Risikofaktoren sind hier nach dem iga Report 31 aufgeführt, nach individuellen und kontextuellen Aspekten unterschieden und durch erfahrungsbasierte Elemente ergänzt.

Individuelle Risikofaktoren Kontextuelle Risikofaktoren
Erwartungshaltung Hohe Arbeitsintensität
Nicht „Nein“ sagen Geringer Handlungsspielraum
Perfektionismus „Effort-Reward-Imbalance“
Fehlende Regeneration Überstunden, Schichtarbeit
Angst vor Fehlern Aggressives Verhalten am Arbeitsplatz
Geringe Durchsetzungskraft Arbeitsplatzunsicherheit
Fehlende Delegation Häufige Störungen
Dysfunktionale Antreiber Geringe soziale Unterstützung
Loyalität Unklare Vorgaben
Selbstvorwurf Mangelnde Wertschätzung
Fremdvorwurf Konkurrenzkampf
Inneres Schrumpfen Schlechte Kommunikation
Problemtrance Ineffiziente Arbeitsabläufe
Emotionale Dissonanz Druck durch Vorgesetzte
Zu viel Verantwortung Unklare Ziele, Sinn-los
Dysfunktionaler Umgang mit Emotionen Feedbackkultur
Keine Hilfe annehmen Umgebungsfaktoren: Licht, Lärm, Luft
Rollenkonflikte Arbeitsplatz-Ergonomie

Schutzfaktoren

Rund um die Schutzfaktoren, bzw. Protektoren gibt es eine umfangreiche Forschung und diverse Meta-Analysen. Auch hier wird schnell deutlich, dass es nicht pauschal DEN Schutzfaktor gibt. Die systemische Interaktion ist kontextabhängig und individuell zu betrachten. Die hier genannten Schutzfaktoren basieren auf den Ergebnissen einer Meta-Analyse der BZgA mit Ergänzungen aus verschiedensten weiteren Bereichen.

Individuelle Schutzfaktoren Kontextuelle Schutzfaktoren
Positive Emotionen Team-Resilienz Faktoren:
Optimismus Zugehörigkeit
Hoffnung Sicherheit in der Beziehung
Selbstwirksamkeitserwartung Orientierung
Selbstwertgefühl Transparenz
Kontrollüberzeugungen Sich einbezogen fühlen
Kohärenzgefühl Rollen- und Aufgabenklarheit
Hardiness Wertschätzung
Religiosität und Spiritualität Gesehen- und Gehörtwerden
Coping Verbundenheit
Soziale Unterstützung Handlungsmöglichkeiten
Psychologische Sicherheit Selbstwirksamkeit
Entspannung Diversität
(kognitive) Empathie
Akzeptanz Organisationale Resilienz:
Lösungs- und Zielorientierung Geteilte Vision
Selbstwahrnehmung Umfeld verstehen
Selbstreflexion Ermutigende Führungskraft
Anpassungsfähigkeit Geteiltes Wissen
  Verfügbare Ressourcen
  Koordinierte Bereiche
  Veränderungen Antizipieren
  Anpassungsfähigkeit
  Kompensation
  Heterogenität und Dezentralität
  Redundanz
  Wechsel-Belastung/ Entlastung

Inhalte nach: Mauritz 2016, Bohne 2012, Wiebel 2009, Drath 2018, BZgA 2013, Schmidt 2016, ISO Norm 2017

Resilienzforschung ist nicht abgeschlossen

So wie es auch keine eindeutige Definition gibt, ist auch die Resilienzforschung nie wirklich abgeschlossen. Das Resilienzkonzept wird stetig erweitert.

Der Bundesverband Deutscher Resilienz-Trainer*innen (DVRT) beispielsweise hat es sich zur Aufgabe gemacht, einerseits ein besseres Verständnis der Resilienz in der Gesellschaft und Wirtschaft zu fördern und andererseits durch die Umsetzung des Resilienz-Konzepts Menschen zu einem gelassenerem und gesünderem Leben zu verhelfen. Hierfür arbeitet der Verband interdisziplinär und auf professioneller Basis.

Weitere Informationen finden Sie unter DVRT.de 

Prosilienz® - Resilienz für die Zukunft

Eine Gemeinsamkeit der Resilienz Definitionen ist, dass Resilienz das Lernen aus Krisen beinhaltet. Das bedeutet, Resilienz ist in gewisser weise reaktiv und braucht zunächst reale Konfrontation mit Stress, Problemen und Krisen.

Prosilienz® dagegen, als Form der proaktiven Resilienz, ist das Lernen aus zukünftigen Krisen. Jene, die noch nicht real passiert sind. Mal angenommen, Sie befinden sich schon auf einem relativ hohem Stressniveau und dann kommt eine unerwartete Problemsituation. Aus einem schlechten Zustand heraus, sprich gestresst, fällt es Ihnen ungeübt sicher nicht so leicht, auf Ihre Kompetenzen zuzugreifen, da Sie erst Resilienz aufbauen müssen. Wenn Sie eine Krise nun aus einem guten Zustand heraus üben, lernen Sie die Stresssituation kennen, haben dabei aber gleichzeitig Zugriff auf Ihre Ressourcen.

Im Buch "Immun gegen Probleme, Stress und Krisen" lernen Sie mit dem Krisenlabor, Ihre Prosilienz® zu trainieren, um schon vor der wirklichen Krise Resilienz aufzubauen, zu stärken und im Ernstfall sich auf sie verlassen zu können.

Resilienz in den verschiedenen Bereichen

Wie die Tabelle zeigt, finden sich Schutzfaktoren nicht allein auf individueller Ebene, sondern auch in den Bereichen als Team oder in ganzen Organisationen. Resilienz als Meta-Kompetenz umfasst ganze Systeme, in denen jeweils besondere Schutzfaktoren zur Gesundheit und Effektivität beim Arbeiten beitragen.

Individuelle Resilienz

Resilienz in der werkstofflichen Resilienz Definition der Physik bezeichnet hochelastische Materialien, die nach Verformungen ihre ursprüngliche Form wieder annehmen. Übertragen auf Menschen braucht es die Würdigung der Unterschiede Mensch und Material und einen nicht-mechanistischen Ansatz. Denn mit einer starken Resilienz können Sie mehr, als lediglich nach Krisen in die Ursprungsform zu gelangen.

Wenn Sie resilienter sind, dann…

  • reagieren Sie flexibler auf herausfordernde Situationen.
  • passen Sie sich schneller an Veränderungen an.
  • merken Sie Stress schneller und reagieren auf diesen ressourcenvoller.
  • haben Sie ein höheres Maß an Selbststeuerungsfähigkeit.
  • denken Sie mehr in Wechselwirkungen statt in linear-kausalen Zusammenhängen.
  • sind Sie schneller wieder zentriert, wenn Sie mal aus Ihrer Mitte gekommen sind.
  • durchleben Sie die kleinen und großen Krisen des Lebens mit mehr Akzeptanz und lernen aus ihnen.

Team-Resilienz

Nicht nur einzelne Individuen können resilient sein, auch ganze Teams verfügen über diese innere Widerstandskraft gegen Stress und die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen. Dabei besteht Team-Resilienz aus mehr als aus der Summe seiner Teile. Wenn ein Teammitglied extrem widerstandsfähig gegen Stress ist, ein anderes hingegen gar nicht, profitiert das Team nicht von der Resilienz eines Einzelnen.

Ein zentrales Element der Team-Resilienz ist die psychologische Sicherheit. Das bedeutet, das Team befindet sich in einer Atmosphäre, in der Feedback und Ideen frei geäußert werden können ohne negative Konsequenzen nach sich zu ziehen. Für gesunde und erfolgreiche Teams ist nicht entscheidend, wie leistungsstark Einzelne sind, sondern, dass jedes Teammitglied sich gehört und gesehen fühlt.

Hierfür sind die Kernelemente der kognitiven Empathie und einer guten Kommunikation bedeutend. Die vier Haltungen der Sieben Säulen der Resilienz spielen dabei eine tragende Rolle: Bindung, Lösungsorientierung, Akzeptanz und gesunder Optimismus. Teams, die diese vier Haltungen leben, können flexibel auf Unvorhergesehenes eingehen und Konflikte im Team durch die Sicherheit vor Folgekosten adressieren, ohne zu eskalieren.

Die Wertschätzung von Unterschieden ist ebenfalls eine grundlegende Fähigkeit resilienter Teams. Wie Virginia Satir sagte: „Wir finden zusammen auf Basis unserer Gemeinsamkeiten und wir wachsen auf Basis unserer Unterschiede“. Das heißt, resiliente Teams bestehen aus diversen Mitgliedern, die auf eine achtsame und wertschätzende Weise kommunizieren.

Organisationale Resilienz

Tatsächlich lässt sich die Resilienz Definition noch weiter ausweiten, nämlich auf ganze Systeme. Die organisationale Resilienz befasst sich mit der Widerstandskraft ganzer Unternehmen gegen Stress und Widrigkeiten. Hierbei geht es um die Interaktion von Individuen und Teams innerhalb einer festgelegten Struktur unter bestimmten Rahmenbedingungen. Das heißt, für eine resiliente Organisation sind die Faktoren der Unternehmenskultur, der Führung und der Werteorientierung wichtig.

Die Organisation legt die Basis für die Resilienz der Einzelnen. Somit ist eine effektive und ermutigende Führungskraft mit einer starken Vorbildfunktion gelebter Resilienz ebenso vorteilhaft wie die Wissenstransparenz und das Antizipieren von Veränderungen, um Gesundheit und Erfolg im Unternehmen zu fördern.

Bestandteile der Resilienz

Ein Grund, warum es keine eindeutige Resilienz Definition gibt, sind die vielen Bestandteile und Schnittstellen, die Resilienz mit den verschiedensten Bereichen des Lebens hat. Die wohl bekannteste Verbindung zu Resilienz hat das Thema Burn-out. Denn Resilienz wird als Art der Burn-out Prävention angesehen. Das ist prinzipiell nicht falsch, denn zum Burn-out kommt es, wenn dauerhafter Stress nicht reguliert werden kann und der Körper nicht in die Regeneration kommt. Das bedeutet Stress und Belastung sind ebenfalls wichtige Elemente der Resilienz Definition.

Die psychologischen und biologischen Stressreaktionen sind wichtig für ein Verständnis, wie Resilienz wirkt. Ein weiteres großes Thema im Zusammenhang mit Resilienz ist die Achtsamkeit. Achtsamkeit hat in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erfahren und wird in der Fülle der Ratgeberliteratur beinahe schon zum Allheilmittel für ein zufriedenes und erfülltes Leben erklärt. Keine Frage, dass Achtsamkeit elementar ist, um im Hier und Jetzt zu leben und Herausforderungen kraftvoll zu begegnen. Resilienz vereint das Prinzip der Achtsamkeit dabei mit ebenso wichtigen, weiterführenden Aspekten. Es geht um Wahrnehmung, Körpergefühl und innere Haltungen. Glaubenssätze, innere Antreiber und Akzeptanz von Restriktionen brauchen nicht nur eine hohe Achtsamkeit, sondern ebenso ein Verständnis von Resilienz und Gesundheit in Allgemeinen.

Wichtige Bestandteile für eine starke Resilienz sind zum Beispiel:

  • Akzeptanz gegenüber nicht Veränderbarem praktizieren
  • Bedürfnisse kennen, artikulieren und erfüllen
  • Zwickmühlenkommunikation in ambi- und multivalenten Situationen
  • Verantwortung klären und kommunizieren
  • Fokussierung und Defokussierung wahrnehmen und beeinflussen können
  • Somatische Marker kennen und reflektieren können
  • Atmung bewusst zur Emotionsregulation nutzen
  • Pausen nehmen, planen und einhalten
  • Veränderungsprozesse erkennen, die Dynamik verstehen und phasenkonform re/-agieren
  • Körperhaltung und Embodiment zur Selbstwahrnehmung einsetzen und gezielt nutzen
  • Glaubenssätze erkennen, bewusst machen und verändern können
  • Dankbarkeit praktizieren
  • Authentischen Stolz als Emotion erleben und bewusst machen
  • Sicherheit und Entspannung als Blankoressourcen spüren und z.B in der Meditation kultivieren
  • Ehrfurcht vor den kleinen und großen Wundern der Welt empfinden und kultivieren
  • Kognitive Empathie mit der Mimikresonanz®-Methode lernen und so das mentale Schutzschild gegen Stress stärken

Diese und viele weitere Elemente finden Sie unter: Resilienz ABC

Grob gesagt lassen sich die wichtigsten Bestandteile der Resilienz in drei Bereiche aufteilen:

  1. Umgang mit eigenen Ressourcen, Fähigkeiten, Wissen um eigene Stärken und Werte, Fähigkeit zur Selbstmotivation und ein starker Selbstwert.
  2. Umgang mit anderen Menschen, Kommunikation, Konflikte, Beziehungsregulation und alle Bereiche der menschlichen Interaktion, eingeschlossen die resiliente Führung.
  3. Umgang mit Kontexten, Ereignissen und Dingen – im Sinne eines systemischen in Beziehung Gehens.

Wie lässt sich Resilienz stärken?

Es gibt Menschen, die scheinbar gelassener mit Stress, Problemen und Krisen umgehen als andere. Das bedeutet jedoch nicht, dass Resilienz eine angeborene Fähigkeit ist, die uns in die Wiege gelegt wird oder nicht. Denn Resilienz lässt sich ein Leben lang trainieren und weiter ausbauen.

Im Resilienztraining lernen Sie individuell, als Team oder als Führungskraft, wie Sie Ihre Gesundheit auch in schwierigen Zeiten bewahren, Stress verstehen und regulieren und gezielte Maßnahmen gegen langanhaltenden Stress anwenden können. Im Unternehmen eignet sich der Start einer nachhaltigen Veränderung hin zu mehr Resilienz durch einen Resilienz Vortrag und anschließende Vertiefung im Training. Zudem dient der Resilienz-Lotse (SMA) ® als Erinnerungshelfer im Unternehmen, Resilienz individuell und organisational langfristig zu bewahren und zu stärken.

Hier geht es zum Resilienztraining   |   Hier geht es zum Resilienz Lotsen   |   Hier geht es zum Resilienz Vortrag

Wofür ist eine Resilienz Definition gut?

Resilienz nimmt als Konzept in der Gesellschaft eine immer größere Rolle ein. Gerade in schwierigen Zeiten ist sie als Grundlage und Voraussetzung für Gesundheit und Erfolg in Unternehmen unerlässlich. Dafür braucht es jedoch ein Verständnis davon, was Resilienz ist, und was nicht.

Hierfür ist eine Resilienz Definition sinnvoll. So lässt sich Resilienz weiterverbreiten und die Gesellschaft gesünder und stressfreier gestalten. Da Resilienz allerdings so ein umfassendes Thema ist und eine einheitliche Definition auch in der Resilienzforschung nicht vorliegt, soll hier abschließend eine Zusammenfassung für Überblick sorgen, wofür Resilienz steht:

  • Resilienz beschreibt die Entwicklung, Nutzung und den Zugang zu den Potentialen, die Menschen dazu befähigen, Niederlagen, Unglück, Stressoren und Schicksalsschläge besser und schneller zu meistern oder den Körper zu heilen.
  • Resilienz kann man als Flexibilitäts-Kompetenz beschreiben, welche Widerstandsfähigkeit und Zentrierungsfähigkeit umfasst.
  • Resilienz hat mit allen Aspekten gehirngerechten Lebens zu tun.
  • Resilienz beschreibt Coping, bzw. eine Umgangs-Kompetenz. Das heißt, nicht das Phänomen, sondern meine resiliente Reaktion auf das Phänomen macht den Unterschied.
  • Resilienz bedeutet de-fokussieren statt zu fokussieren.
  • Resilienz beinhaltet ein „sowohl als auch“-Denken.
  • Resilienz ist eine Evolutionskompetenz im Sinne von Anpassung an sich verändernde Umstände.

Wenn Sie auch noch eine weitere Resilienz Definition haben, dann freuen wir uns, wenn Sie uns diese zukommen lassen. Dann können wir diesen Artikel ergänzen und den Grad an Wissen in der Gesellschaft über Resilienz noch weiter erhöhen. Danke!

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Videos und Podcasts

26.07.2019 – Immun gegen Krisen
http://insidebrains.libsyn.com/immun-gegen-krisen-sebastian-mauritz

05.04.2020 – Tools und Wege, wie man besser durch Krisen kommt
http://insidebrains.libsyn.com/mit-welchen-tools-du-besser-durch-krisen-kommst-sebastian-mauritz

Future Four TALK 15

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Moin zusammen - der interaktive Talk. Heute mit Sebastian Mauritz und Marc Wallert

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Warum Sie öfters mal wieder Lachen sollten!

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Wozu ein Resilienztraining gut sein kann!

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