Teamresilienz – Wie Teams erfolgreich und widerstandfähig sind

Teamresilienz ist die Kernkompetenz für Teams in Unternehmen, um flexibel mit Stress umzugehen und Krisen und Probleme souverän zu meistern. Mit dieser Fähigkeit arbeiten Teams nicht nur effizient und erfolgreich zusammen, sondern stärken dabei die Gesundheit der einzelnen Mitglieder. Lesen Sie hier, was Teamresilienz ist und wie Sie diese in Ihrem Team fördern können.

Was ist Teamresilienz?

Teamresilienz bezieht sich immer auf die Zusammenarbeit zwischen Menschen. Resilienz ist die Fähigkeit, mit der wir Stress aktiv herunterregulieren, um die eigenen Ressourcen jederzeit nutzen können. So bleiben wir in und nach Krisen gesund und entwickeln uns aus ihnen weiter. Dabei ist Teamresilienz mehr als die Summe der Resilienz seiner Mitglieder. Schließlich bringt es wenig, ein hyper-resilientes Mitglied im Team zu haben, während andere beim leisesten Zeichen von Problemen in Panik verfallen.

Um Teamresilienz richtig zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, was Teamarbeit ausmacht und wie Resilienz für gelingende Teamarbeit helfen kann.

Was zeichnet ein Team aus?

Gelingende Teamarbeit zeichnet sich vor allem durch eine hohe Selbstorganisation des Teams aus, die zu einer flexiblen, agilen und kreativen Lösungsfindung beiträgt. Dazu sind gemeinsame Ziele, Werte und selbst aufgestellte Spielregeln für die Zusammenarbeit notwendig. Ebenso entscheidend ist ein „Wir-Gefühl“.

Diese Elemente sind für jedes Team zentral, ob es sich nun um temporäre Projektteams, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Abteilungen, handelt, oder um dauerhafte Gruppenarbeit mit gemeinsamer Aufgabe. Die Vorteile von Teamarbeit sind unter anderem:

  • die flexible Reaktion auf Veränderungen
  • die Steigerung der Kreativität
  • der Austausch von Wissen und Informationen
  • die Zunahme von Motivation und Arbeitszufriedenheit

Für jedes Team gibt es außerdem einen Teamleiter oder eine Teamleiterin. Diese Position ist die Schnittstelle zwischen dem Team und den Führungskräften. Nur die enge Zusammenarbeit der drei Parteien schafft eine gelingende Teamarbeit, in der eine starke Teamresilienz möglich ist.

Mit einer starken Teamresilienz läuft die Arbeit reibungslos!

Wozu brauchen Teams Resilienz?

Gerade in der Kommunikation mit anderen Menschen kann es oftmals zu Spannungen, Stress und Konflikten kommen. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Gesundheit des Teams aus, sondern auch auf die Produktivität. Das betrifft dann ganze Abteilungen oder gar das gesamte Unternehmen.

Wenn Teams nun resilient auf Stress reagieren können, profitiert die Zusammenarbeit davon. Eine gute Kommunikation ist dabei ebenso Teil einer starken Teamresilienz wie gegenseitiges Vertrauen Probleme und Krisen gemeinsam zu bewältigen und sie als Chance zur Entwicklung zu nutzen. Resiliente Teams schaffen es sich nach Rückschlägen schnell wieder auf die Aufgabe zu besinnen, weiterzumachen und aus Fehlern zu lernen. Teams bleiben dann handlungsfähig unter Stress und können auch in schwierigen Zeiten agil und kompetent Lösungen abliefern. Teamresilienz ist deshalb ein großer Teil der organisationalen Resilienz, um Mitarbeitende im Unternehmen leistungsstark und gesund zu halten. Zudem ist Resilienz die Basis für das Lernen aus zukünftigen Krisen – die Prosilienz. Wenn Teams gemeinsam lernen, wie Krisen durchstanden werden, können sie sich auf Unerwartetes vorbereiten und bleiben so flexibel in allen kommenden Situationen.

Rahmenbedingungen für Teamresilienz

Teamresilienz passiert nicht einfach über Nacht. Es ist ein Prozess, in der sie nach und nach aufgebaut und gestärkt werden muss. Hierfür gibt es einige Rahmenbedingungen, damit sie überhaupt entwickelt werden kann. Dazu gehören organisatorische Rahmenbedingungen, denn gelingende Teamarbeit muss zur Unternehmensstruktur passen und geplant werden. Weiterhin ist auch Konfliktmanagement ein wesentlicher Teil für gute Teamarbeit. Und zuletzt müssen Führungskräfte und Teamleitende ihre Rolle für eine gute Zusammenarbeit kennen und ausfüllen.

Organisatorische Rahmenbedingungen

Ein wesentliches Merkmal von Teamarbeit ist, dass sich Teams weitestgehend selbst organisieren. Dazu brauchen sie die entsprechenden Rahmenbedingungen. Das bedeutet, die Aufgaben des Teams sollte selbstständig zu lösen sein, andernfalls müssen die Schnittstellen mit anderen Teams oder Abteilungen klar definiert werden. Dazu gehört es auch, dass die Unterstützung von Teams untereinander gefördert wird.

Darüber hinaus brauchen Teams einen ausreichenden Handlungsspielraum, um sich und ihre Aufgaben selbst zu organisieren. Grenzen und Zielvereinbarungen sollten klar aufgezeigt sein, doch es liegt in der Verantwortung des Teams die Aufgaben selbstständig aufzuteilen.

Das Team sollte hierfür optimal unterstützt werden. Die technische und räumliche Gestaltung für die Teamarbeit mit passender Arbeitsergonomie ist daher ebenfalls wichtig für den Aufbau einer Teamresilienz. Ohne passende Ressourcen zum Festhalten der Fortschritte oder einen Raum für Meetings ist es für Teams schwierig ein Wir-Gefühl aufzubauen. Auch sollten beispielsweise Arbeitszeiten so flexibel geregelt sein, dass Teams die Aufgaben im vereinbarten Rahmen erfüllen können. Und nicht zuletzt gehören auch Anreizsysteme zu den organisatorischen Rahmenbedingungen, um Teamarbeit zu fördern.

Konfliktmanagement

Teams setzen sich meist aus den unterschiedlichsten Menschen zusammen. Meinungsverschiedenheiten und unterschiedliche Werte können dann, mit wenig wertschätzender Sprache, öfter mal zu Konflikten werden. Egal, ob unterschwellig oder offen ausgetragen – Konflikte belasten die Betroffenen, das Team und die Zusammenarbeit. Ein gutes Konfliktmanagement ist daher sehr wichtig für eine langfristig gelingende Zusammenarbeit.

Konflikte entstehen zumeist, wenn eine Partei etwas plant oder tut, das eine andere Partei behindert, blockiert, bedroht oder verletzt. Emotionen spielen hierbei eine zentrale Rolle, da sie ein Hinweisgeber darauf sind, wann Werte nicht erfüllt, bedroht oder verletzt werden.

Für ein gutes und professionelles Konfliktmanagement sollte gelten:

  • Alle im Team haben die Pflicht Konflikte offen anzusprechen. Sie können selbst entscheiden, ob sie dies gegenüber dem Team, der Teamleitung oder der Führungskraft machen.
  • Es liegt in der Verantwortung der Teamleitung Konflikte zu erkennen, Lösungen zu entwickeln und aktiv zu werden. Vorgesetzte fungieren hier als Moderatoren, die Lösungen schriftlich für die Beteiligten zum Mitnehmen festhalten.
  • Probleme können im Team, in Einzelgesprächen oder nur mit den Betroffenen besprochen werden. Wichtig ist nur, dass sie offen angesprochen werden.
  • Es geht darum Lösungen zu finden und keine Schuldigen.

Gemeinsame Werte, Einhaltung der Regelungen und Akzeptanz der Teamleitung helfen dabei, Konflikte von vornherein zu vermeiden. Respektvoller Umgang miteinander und mit den Unterschieden im Team zusammen mit wertschätzender Kommunikation sind der Schlüssel für eine starke Teamresilienz.

Rolle der Teamleitung

Eine besondere Verantwortung kommt der Teamleitung zu. Denn sie bildet die Schnittstelle zwischen dem Team (, weil sie meist gleichzeitig Teil davon ist) und der Führungsetage. Das heißt an sie werden doppelte Anforderungen gestellt.

Aufgaben und Herausforderungen

Teamleitungen haben eine Führungsposition nach innen, denn ihre Aufgabe ist es, das Team voran zu bringen. Das heißt, sie vermitteln wesentliche Ziele, übernehmen planerische Aufgaben, moderieren bei Konflikten und geben Lösungsvorschläge, zeigen Defizite in Zusammenarbeit und Kommunikation auf und stellen sicher, dass die Regeln des Teams eingehalten werden.

Besonders, wenn die Teamleitung aus den eigenen Reihen stammt, kann es zu inneren Zwickmühlen oder Konflikten durch Hierarchieverschiebung kommen. Für gelingende Teamarbeit und eine starke gemeinsame Resilienz ist es wichtig, dass die Teamleitung als solche akzeptiert wird. Das Team muss die Leitung bei seinen Aufgaben unterstützen, denn sonst zerreibt sich die Person zwischen dem Team und den Vorgesetzten.  Die Folge sind Stress, Krankheit, ineffizientes Arbeiten und Nachteile für das ganze Unternehmen.

Außerdem gehört es zu den Aufgaben der Teamleitung als Ansprechpartner für Führungskräfte zu fungieren. Sie gibt Informationen weiter, bespricht Ziele, koordiniert Prozesse und Aufgaben und beschafft notwendige Ressourcen.

Emotionale Intelligenz für erfolgreiche Teamführung

Neben den Fähigkeiten Aufgaben klar zu benennen, zu organisieren und Konflikte zu managen, liegt es vor allem in der Verantwortung der Teamleitung für ein entspanntes und vertrauensvolles Klima im Team zu sorgen. Denn nur auf dieser Basis kann Teamresilienz entstehen und zu Produktivität und Gesundheit beitragen.

Dafür brauchen Teamleitungen emotionale Intelligenz. Diese setzt sich zusammen aus Selbstkontrolle, Gewissenhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Empathie und Bindungsvermögen.

  • Gute Selbstkontrolle: Führungskräften gelingt es negative Emotionen zu regulieren und Impulse zu kontrollieren. Sie geben Stress nicht ungefiltert weiter und wirken auch in schweren Situationen als gelassenes Vorbild.
  • Gewissenhaftigkeit: Sie übernehmen Verantwortung für Fehler und ergreifen Maßnahmen, um Probleme zu lösen. Sie laden nicht die Schuld bei sich und anderen ab.
  • Vertrauenswürdigkeit: Sie zeigen echtes Interesse an Teammitgliedern und nehmen deren Bedürfnisse und Belange ernst.
  • Empathie: Sie besitzen Einfühlungsvermögen und sind achtsam im Umgang mit Kollegen und Kolleginnen.
  • Bindungsvermögen: Sie können Beziehungen aufbauen und gut mit unterschiedlichen Charakteren umgehen. Sie integrieren Teammitglieder leicht und nutzen die verschiedenen Fähigkeiten für ein gutes Teamergebnis.

Teamresilienz trainieren

Die Widerstandkraft gegen Stress lässt sich jederzeit trainieren und weiter stärken. Das funktioniert sowohl für die individuelle Resilienz wie auch für die Teamresilienz. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze, die Widerstandskraft gegen Stress zu erhöhen.

Resilienztraining für Teamresilienz

Um den Prozess der Veränderung hin zu einer starken Teamresilienz anzuregen, hilft ein Resilienztraining. Denn es geht darum, das Team von dem Ist-Zustand, geprägt durch Stress, hin zum resilienten Soll-Zustand zu bringen.

Im Resilienz-Basics lernen Teams nicht nur die wichtigsten Faktoren für eine starke Resilienz kennen, sondern bekommen auch Methoden und Werkzeuge an die Hand, Resilienz selbstständig zu stärken. Hierbei liegt der Fokus besonders auf den Resilienz-Dieben im Team: Erwartungshaltung, Fremdvorwurf, Selbstvorwurf, Loyalität, inneres Schrumpfen und Problemtrance. Im Training soll es darum gehen, wie Teams diesen Dieben entgegenwirken können. Dazu gehören beispielsweise Achtsamkeit stärkende Methoden und Verbesserungen für eine stressfreie Kommunikation. Das Resilienztraining bietet die Basis für Teams, auch nach Krisen schnell aufzustehen, weiterzumachen, sich selbst zu verbessern und dabei gesund den Anforderungen des Lebens zu begegnen.

Ziel des Resilienztrainings für Teams ist es, die Wahrnehmung für Resilienz und auch für die anderen Teammitglieder zu entwickeln. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Selbstwirksamkeit. Um optimal Resilienz zu fördern sollte das Teams selbst entscheiden, wo die eigenen Schwachstellen liegen. Folgende Fragen können dabei helfen:

  • Was bedeutet Widerständigkeit für uns?
  • Mit welchen Schwierigkeiten haben wir besonders zu kämpfen?
  • Welche Fähigkeiten brauchen wir, um nicht nur mit Stress zu leben, sondern darunter auch besser zu werden?

Resilienz-Lotse (SMA)® für nachhaltige Teamresilienz

Mit dem Resilienztraining verhält es sich wie mit Ausdauertraining. Eine Trainingseinheit ist gut und kann Veränderung in Gang setzten. Allerdings wird nur dauerhaftes Training eine langfristige Veränderung bewirken. Das heißt für eine langanhaltende und stetige Resilienz im Team ist es wichtig, Resilienz immer weiter zu üben. Nur dann bleiben Teams stark bei Krisen und auch unter Stress effizient in ihren Arbeitsabläufen.

Der Resilienz-Lotse (SMA)® dient als Erinnerungshelfer im Team, der besonders im Alltag Resilienz durch kleine Interventionen fördert. Seine Aufgabe ist es Sinn zu stiften, Kommunikation und Austausch untereinander zu verbessern und die Resilienzfaktoren im Team zu stärken. So leisten Lotsen einen wichtigen Beitrag zur Unternehmenskultur und sorgen in Teams für mehr Gesundheit und Motivation.

Hierzu stehen dem Resilienz-Lotsen (SMA)® verschiedene Tools und Methoden zur Verfügung, Resilienz im Team sichtbar zu machen und nachhaltig zu fördern. Das erspart dem Unternehmen kosten und stärkt langfristig die Flexibilität im Umgang mit Stress.

Prosilienz® in Teams trainieren

Prosilienz® ist die proaktive Resilienz im Team. Es ist die Fähigkeit aus zukünftigen Krisen zu lernen, um sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Menschen werden stärker, wenn sie eine Krise überstehen, weil sie nämlich daraus lernen. Dieses Prinzip macht sich die Prosilienz® zu nutze. Wenn wir aus zukünftigen, imaginierten Krisen lernen, können wir den künftigen Herausforderungen der Realität besser begegnen.

Die Grundlage für das Lernen aus der Zukunft ist Resilienz im Team. Wenn Vertrauen, gute Kommunikations- und Feedbackkultur und psychologische Sicherheit im Team bestehen, kann auch die Prosilienz® trainiert werden. Gemeinsam Krisen zu durchleben und Probleme zu lösen stärkt nicht nur den Zusammenhalt im Team, sondern bereitet gleichzeitig auf den Ernstfall vor. Nur, dass Krisen aus der Zukunft keine realen Folgen nach sich ziehen und so ein sicheres Umfeld zum Trainieren darstellen.

Teamresilienz ist eine wichtige Fähigkeit, um kritische Situationen zu reflektieren, emotional gemeinsam zu verarbeiten und anschließend aus ihnen zu lernen. Diese Fähigkeit wird immer wichtiger, damit Teams auch in einer Welt mit kontinuierlich wachsenden Anforderungen und stetigen Veränderungen agil, flexibel und effektiv arbeiten können. Die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden im Umgang mit Stress – also Resilienz – ist hierfür der Schlüssel!

 

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