Ergonomie am Arbeitsplatz

Körperlicher Stress am Arbeitsplatz

Wie bewegen Sie sich am Arbeitsplatz? Und eine noch wichtigere Frage: Bewegen Sie sich überhaupt? Ein großer Stressfaktor, besonders bei Bürobeschäftigung, ist die Körperhaltung während des Arbeitens. Stress wird häufig nur mit der Arbeitsbelastung in Verbindung gebracht. Dabei können bereits leichte Fehlstellungen im Bewegungsapparat Stress in unserem Nervensystem verursachen. Durch langes Sitzen, wenig Bewegung oder Unfälle verschieben sich unsere Gelenke häufig aus ihrer natürlichen Position und verändern die Statik unseres Körpers. Daraus entstehen in vielen Fällen Blockaden im Nervensystem, flache Atmung, Energiemangel, Muskelverspannungen und Schmerzen.

Auf der anderen Seite resultieren die körperlichen Fehlstellungen häufig aus Stresssituationen.

Emotionales Unwohlsein sorgt für Anspannung in den verschiedensten Körperregionen und für eine veränderte Haltung und Atmung. Beispielsweise verkrampft sich unsere Kiefermuskulatur unter anhaltendem Stress – wir „verbeißen“ uns in die Situation. Oder wir ziehen die Schultern nach oben – ein urzeitlicher Reflex, der unseren verletzlichen Hals vor Angriffen schützen sollte. Viele weitere Beschwerden, von Kopfschmerzen über Wirbelsäulenschmerzen bis hin zu Problemen in den Extremitäten, können mit Stress in Zusammenhang stehen. Bei chronischer Anspannung manifestieren sich diese Fehlstellungen und bleiben, selbst wenn kein akuter Stressor mehr vorhanden ist.

Stress mit Ergonomie lösen

Die Lösung lautet hier Ergonomie. Als einen wichtigen Resilienz-Faktor kann man Ergonomie als Anpassung der Arbeit an den Menschen beschreiben. Anhand der entsprechenden Normen und individueller Anpassung der Umgebungsverhältnisse können Menschen so am Arbeitsplatz den Stress durch Fehlhaltungen vermindern. Hierbei sind die auf den Menschen eingestellten Hilfsmittel Stuhl, Tisch, Monitor und Tastatur genauso wichtig, wie die Umgebungsfaktoren Akustik, Klima und Beleuchtung – oder mit den 3 L beschrieben: Licht, Luft, Lärm.

Was können Unternehmen also tun, um die Ergonomie am Arbeitsplatz zu verbessern? Der erste Schritt sollte auf jeden Fall die Bewusstmachung sein, dass auch äußere Faktoren Stress beim Menschen verursachen. Nicht nur die Arbeitslast, sondern auch, wie die Tätigkeit ausgeführt wird, hat einen Einfluss auf die Mitarbeiterbindung und die Gesundheit der Arbeitnehmenden. Der zweite Schritt ist es, Veränderungen nachhaltig im Unternehmen zu integrieren. Das kann einerseits durch einen Ergonomie-Coach gelingen, andererseits hilft dabei auch ein Resilienz-Lotse SMA®. Denn Resilienz ist die Grundlage, aktiv das Wohlbefinden aufrecht zu erhalten und Stressoren zu minimieren. Also auch Stressoren aus der Körperhaltung resultierend. Wenn Sie Ihren Arbeitsplatz verbessern wollen, stärken Sie die Ergonomie und die Resilienz.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

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