Wohlbefinden

Wohlbefinden – wenn wir es nicht haben, vermissen wir es, wenn wir es haben, vergeht es – zum Glück. Viele Menschen fragen sich, wie unser Wohlbefinden entsteht und warum es wieder vergeht. In einem sind sich aber fast alle Menschen einig: Wohlbefinden ist ein erstrebenswertes menschliches Gut – wie auch Glück.

Was ist Wohlbefinden?

Nun fragen Sie sich vielleicht: „Warum aber kann es mir nicht immer nur gut gehen?“ Ohne Licht kein Dunkel, ohne oben kein unten und ohne innen kein außen, wäre die philosophische Antwort. Fakt ist, dass der Erlebniszustand Wohlbefinden, wie auch Glück, ohne das zeitweilige Vorhandensein eines anderen negativen Zustandes nicht existieren kann. Goethe formulierte das wie folgt: „Alles auf der Welt lässt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.“ Was aber ist dieses Wohlbefinden? Wie kann man Glück definieren? Im Versuch einer umfassenden Definition wird es in der Psychologie als Einheit von psychischem, physischem und sozialen Wohlbefinden beschrieben. Alle drei Komponenten müssen erfüllt sein, dann erst tritt das Wohlbefinden ein. Wohlbefinden kann in vier Dimensionen aufgeteilt werden:

  1. Freiheit von subjektiver Belastung.
  2. Freude als positive, kurzfristige Komponente.
  3. Zufriedenheit als kognitiver Urteilsprozess.
  4. Glück als emotionale Seite in der Kombination aus generellem Lebensglück oder kurzfristigem Glücksgefühl.

Wohlbefinden, Glück und Zufriedenheit

Kommen wir zum Glück – einem der aktuellsten Themen überhaupt. Was bei den Amerikanern als „pursuit of happiness“ als eine Art Grundrecht festgeschrieben ist, rückt auch immer mehr hierzulande in den Fokus. Es ist ok glücklich zu sein, man muss sich dafür nicht mehr entschuldigen. Für das Wohlbefinden ist Glück die wichtigste Komponente. Hergeleitet vom mittelhochdeutschen „gelücke“, was soviel bedeutet wie Geschick, günstiger Ausgang, guter Lebensunterhalt hat es im Deutschen drei Bedeutungsfacetten, die sich aber alle drei auf ein positives erstrebenswertes Ergebnis beziehen. „Fortuna“ (lat.) oder „luck“ (engl.) stehen für den Glücksfall, ein unerwartetes positives Ereignis.

Wer dieses Glück hat, ist aber nicht unbedingt glücklich. Die zweite Stufe ist Glück wie in „happiness“ (engl.) welches Momente des Glücks beschreibt und meist emotional hergeleitet wird. Diese spürt man, man ist glücklich – teilweise auch nur für eine kurze Zeit. Die dritte Bedeutungsebene von Glück ist ein langanhaltendes Gefühl der Zufriedenheit – das ganze Leben wird hierbei eher kognitiv bewertet. Für den glücklichen Menschen heißt das, dass er ein positives Selbstbild mit hoher Selbstachtung und befriedigendem Identitätsgefühl hat.

Bleibt noch das Thema Zufriedenheit, welches im Englischen mit den Begriffen „satisfaction“ und „contentment“ beschrieben wird. Es stellt einen Prozess dar, in welchem zuerst verglichen und dann bewertet wird. Kognitiv wird dieser Ist- und Soll-Zustand gegeneinander abgeglichen, dann kommt bei positivem Ergebnis das Gefühl des Mit-sich-zufrieden-sein. Im Gegensatz zum Empfinden von Glück ist der Vergleich von Ist- und Sollzustand bei Zufriedenheit sehr wichtig. Glück ist aber der Zufriedenheit übergeordnet, denn Zufriedenheit ist maßgeblich am Glücksgefühl beteiligt.

Wohlbefinden am Arbeitsplatz

Wohlbefinden spielt nicht nur im Privatleben eine der wichtigsten Rollen für unseren generellen Zustand. Auch am Arbeitsplatz hat Wohlbefinden einen hohen Stellenwert. Zumindest sollte er das haben, denn es ist einer der wichtigsten Faktoren, für Motivation, Erfolg und psychische Gesundheit. Wie schon im Bereich „Positive Psychologie“ beschrieben, sind die Einflussfaktoren für Wohlbefinden am Arbeitsplatz einfach zu fassen, wenn auch nicht so einfach umzusetzen. Die eigene Tätigkeit sollte gerne ausgeführt werden und ein großes Maß an Selbstbestimmheit beinhalten. Die Stimmung während des Arbeitens ist wichtig, das Anregungspotential sollte für den Einzelnen optimal sein und das Erregungsniveau, also das Stresspotential, sollte sich im mittleren Bereich bewegen.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

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