Belastung und Stress

Was uns stresst und was wir tun können

Belastung setzen wir allgemein mit Last oder Druck gleich. Eine besondere Art ist dabei die psychische Belastung, die sich nicht nur auf das seelische und geistige Wohlbefinden, sondern auch auf die körperliche Gesundheit auswirkt.

Was ist mit psychischer Belastung gemeint?

Unter psychischer Belastung wird die Gesamtheit aller äußeren Einflüsse auf den Menschen gefasst, die auf die Psyche einwirken. Sie werden auch als Risikofaktoren für psychische Gesundheit bezeichnet, da sie das mentale Immunsystem schwächen und so anfälliger für Stress und (psychische) Erkrankungen machen.

Insbesondere am Arbeitsplatz finden sich oft solche belastenden Faktoren. Zum Beispiel wirken sich Lärm am Arbeitsplatz genauso auf den Geist und den Körper aus wie Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit oder häufige Unterbrechungen im Arbeitsablauf – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Auswirkungen von Belastung

Die Auswirkungen von Belastungen äußern sich in Beanspruchung. Sie zeigt sich meist durch Müdigkeit, fehlende Konzentration oder Gereiztheit. Zu viel Belastung über einen langen Zeitraum hinweg führt unweigerlich zu Krankheit. Das hängt damit zusammen, dass wir darauf mit Stress reagieren.

Stress ist unsere evolutionsbiologische Antwort auf Druck von außen. Es ist eine Art Schutzmechanismus. Doch der Haken dabei ist, dass dieser Schutz nur als Kurzzeit-Notfall-System vom Körper gedacht ist. Stress ist nicht dazu da, dass wir ihn dauerhaft und in großen Mengen in uns aufstauen.

Das muss dabei nicht immer schlecht sein. So kann ein bisschen Stress aktivierend wirken und unsere Leistung verbessern. Das nennt man dann Eustress. Fehlbelastung, also Disstress äußert sich dagegen in zu wenig Belastung, was zu einem Bore-out führen kann, oder zu großer und zu langanhaltender Belastung, das zum Burn-out führt. Diesen Stress empfinden wir, wenn die Anforderungen am Arbeitsplatz nicht zu den zur Verfügung stehenden Ressourcen passen.

Belastung minimieren und Resilienz stärken

Belastungen am Arbeitsplatz wird es immer geben. Im Grunde ist die Arbeit selbst eine Form von Belastung. Damit sich diese aber nicht schädlich auf die Gesundheit auswirkt, ist es wichtig die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz möglichst zu minimieren.

Zum einen liegt das in der Verantwortung des Arbeitgebenden. Durch Gefährdungsbeurteilungen können Unternehmen die Risikofaktoren erkennen und so gezielte Maßnahmen dagegen einleiten. So werden Risiken genau da minimiert, wo sie am meisten schaden würden. Damit halten Unternehmen ihre Mitarbeitenden gesund und produktiv.

Zum anderen kann jeder Mensch sich individuell gegen psychische Belastung schützen – mit einer starken Resilienz. Denn das ist die innere Widerstandskraft für einen guten Umgang mit Stress und seinen Auslösern. Belastungen sind weniger gefährlich für die Gesundheit, wenn wir sie gar nicht als solche wahrnehmen oder aktiv dagegen handeln. Mit einer starken Resilienz minimieren Sie die Risikofaktoren und wirken Belastung und seinen Auswirkungen entgegen.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

 

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