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    Agilität und organisationale Resilienz – für zukunftsorientierte Unternehmen

    Agilität ist für Unternehmen jetzt, und wird vor allem in Zukunft, immer wichtiger. Denn es ist ein Merkmal des Managements das Unternehmen flexibel und anpassungsfähig zu halten. So bleiben Organisationen auch in der VUCA-Welt konkurrenzfähig und krisensicher. Unterstützend wirkt dabei die organisationale Resilienz.

    Was zeichnet Agilität aus?

    Agilität im Unternehmen zeichnet sich vor allem durch die Selbstorganisation der Mitarbeitenden aus. Das erfordert sowohl im Management, als auch bei den Mitarbeitenden selbst ein genaues Verständnis von Agilität. Die elementarsten Aspekte sind die Rolle der Führung, einvernehmliche agile Werte und eine darauf angepasste Unternehmenskultur.

    Delegieren statt kontrollieren

    Die Selbstorganisation des Unternehmens ist das Ziel von agiler Organisation. Das bedeutet für die Führung, Kontrolle abzugeben und einen Vertrauensvorschuss den einzelnen Teams gegenüber zu gewähren. Aufgabe des Managements ist es nicht mehr, die Mitarbeitenden zu kontrollieren, sondern sie in ihrer Selbstwirksamkeit zu unterstützen. Besonders das mittlere Management zeigt dabei manchmal Probleme.

    Die Teams teilen sich ihre Arbeit selbstständig ein. Und auch innerhalb des Teams stimmen sich die Mitglieder auf inhaltliche und auch motivations- Aspekte ab. Ein Beispiel einer solchen Organisationsform ist die Holokratie. Hier organisiert sich das Unternehmen in Kreisen. Hierarchien sind zwar nicht vollkommen abgeschafft, dennoch übernimmt die Führungsebene „nur“ eine unterstützende, bzw. anleitende Aufgabe.

    Vorteil hiervon ist eine höhere Transparenz und Mitbestimmung für Mitarbeitende. Allen ist klar was getan wird und welchen eigenen Beitrag sie darin leisten.

    Gemeinsame agile Werte leben

    Agile – Einerseits ein Begriff, andererseits die Möglichkeit ein Unternehmen mit neuem Leben zu füllen.

    Agilität wird besonders über die geteilten Werte erreicht. Diese sind zum Beispiel Commitment, Einfachheit, Fokus, Kommunikation und Offenheit. Auch Mut und Respekt sind weitere Werte, die eine agile Organisation prägen. Diese Werte sind dabei nicht irgendwelche Gedankenkonstrukte, sondern werden von jedem Team gelebt. So bleibt ein Unternehmen dauerhaft agil und flexibel.

    Beispielsweise bedeutet Commitment hier, dass jedes Teammitglied Verantwortung für seine Aufgabe übernimmt und selbstständig an der Zielerreichung arbeitet. Zudem braucht es die Offenheit bei Hindernissen um Hilfe zu bitten oder Korrekturvorschläge einzubringen. Für manche Mitarbeitende führt das zu Überforderung.

    Die oben genannten Werte hängen miteinander zusammen. Mitarbeitende brauchen Mut, um offen zu kommunizieren, falls sich eine Aufgabe als nicht einfach gestaltet oder es Dysfunktionalitäten gibt. Wenn jeder Teil des Unternehmens die Werte lebt und danach handelt, gewährleistet das ein effektives und zielorientiertes Arbeiten.

    Eine agile Unternehmenskultur schaffen

    Eine agile Unternehmenskultur ist deshalb so wichtig, weil sonst die agilen Ansätze nur halbherzig oder inkonsequent durchgeführt werden. Die innere Haltung aller Beteiligten übernimmt daher eine wichtige Rolle.
    Eine agile Unternehmenskultur pflegt Transparenz und offene Diskussionen. Zurückhaltung, auch im guten Sinne, wirkt bei der agilen Organisation eher kontraproduktiv. Es geht ja gerade darum, dass jeder sich einbringt und so die wesentlichen Punkte und Konflikte auf den Tisch kommen. Dafür sind regelmäßige Retrospektiven beispielsweise sehr wertvoll. In solchen Meetings wird die Zusammenarbeit des Teams reflektiert und daran gearbeitet.

    Das Umdenken von der klassischen Organisationsstruktur hin zur Agilität stellt für die Unternehmenskultur eine Herausforderung dar. Führungskräfte orientieren sich in agilen Organisationsformen am „Empowerment“ der Mitarbeitenden und diese müssen lernen Eigenverantwortung zu übernehmen und offene Kommunikation zu pflegen.

    Buchtipp: Das agile Mindset – Svenja Hofert

    Für viele Unternehmen ist Agilität erstrebenswert. Es ist die Möglichkeit, allen rasanten Veränderungen zum Trotz erfolgreich zu bleiben. Neue Arbeitsmethoden und eine schönere Atmosphäre zu schaffen reicht allerdings nicht. Die Veränderung hin zur agilen Organisation muss auch in den Köpfen stattfinden. Diese nachhaltige Veränderung ist das agile Mindset.

    Es ist die innere Haltung, mit der umfassende Veränderungen effektiv, langfristig und produktiv durchgesetzt werden. Das agile Mindset sorgt dafür, dass die Beteiligten nicht nur mitkommen, sondern auch daran wachsen.

    Im Buch „Das agile Mindset. Mitarbeiter entwickeln, Zukunft der Arbeit gestalten“ zeigt die Autorin, was Mindset bedeutet. Sie bedient sich dabei aktueller Ansätze aus der Entwicklungspsychologie. Außerdem bekommt der Leser konkrete Einblicke in die Umsetzung durch Checklisten, Fallbeispiele und Experteninterviews. Dieses Buch ist für alle Führungskräfte, die Mitarbeiter entwickeln und ihr Unternehmen für die Zukunft stark machen wollen.

    Umsetzung in die Praxis – Was braucht ein agiles Unternehmen?

    Agilität in die Praxis umzusetzen funktioniert einfach mit verschiedenen Werkzeugen und Formaten. Es gibt viele agile Ansätze und Methoden. Im Folgenden zeigen wir, wie Sie Agilität in Ihr Unternehmen bringen können.

    Agile Arbeitsmethoden

    Ziel der agilen Arbeitsmethoden ist, Arbeitsprozesse zu beschleunigen, indem lange Bürokratie- und Planungsphasen entfallen. Das heißt, Produkte werden beispielsweise schon während der Entwicklung getestet und verbessert. Hierzu führt das Team viele Feedbackschleifen durch und stellt auch Zwischenprodukte auf den Prüfstand. Beispiele solcher Methoden sind Scrum, Design-Thinking oder Lean-Startup.

    Effektivität ist hierbei wichtiger als Perfektionismus. So kommt Schwung in den Prozess. Das Team stellt schon frühe Entwürfe zur Diskussion und alle dürfen sich beteiligen. Das verhindert gravierende Denkfehler, trägt zur Verbesserung des Produkts und zum Austausch untereinander bei.

    Zudem sind Visualisierungstechniken bei der Agilität nicht wegzudenken. Sie sind kein nettes Plus fürs Team, sondern zentral für die Organisation und Überprüfung der Zusammenarbeit und des Ergebnisses.

    Verschiedene Meeting-Formate

    Meetings nehmen eine wichtige Rolle in der agilen Organisation ein. Ein übliches Format sind die Daily-Standup-Meetings. Das Meeting dient dazu in maximal 15 Minuten alle auf den aktuellen Stand zu bringen, meistens stehen die Beteiligten dabei. Im Scrum heißen sie „Daily Scrum“. Diese täglichen Treffen sind elementar für die Selbstorganisation des Teams. Die Mitglieder sprechen so nicht nur über ihren Fortschritt, sondern auch über aktuelle Hürden.

    Durch diesen permanenten Austausch beschleunigen sich Prozesse, Probleme werden rascher gefunden und beseitigt. Zudem können Mitarbeitende sich nicht hinter ihrem Schreibtisch verstecken. Jeder weiß was der andere getan hat, oder auch nicht. Für manche ergibt sich daraus ein Nachteil dieser Organisationsstruktur.

    Wie sich diese Meetings dann praktisch in den Alltag einfügen, ist jedem Unternehmen selbst überlassen. Hier ist viel Freiraum zum Ausprobieren gegeben. Über die täglichen Meetings hinaus gibt es auch andere Formen, wie die Retrospektive.

    Kommunikation als A und O

    Meetings nehmen immens viel Zeit im Unternehmen ein. Sie neu zu denken und zu gestalten, steigert die Resilienz der Teilnehmer.

    Voraussetzung für gelingende Meetings und generell das Umsetzen von Agilität im Unternehmen ist die intensive Kommunikation. Die täglichen Meetings bilden die Basis dafür. Innerhalb dieser Meetings sollte dann vollkommene Transparenz herrschen. So weiß jedes Teammitglied, was gerade auf der Agenda steht und welches gemeinsame Ziel verfolgt wird.

    Dieses offene Kommunizieren von Aufgaben und Hindernissen sorgt für Klarheit bei den Beteiligten. Agile Organisationen fördern Zusammenarbeit, Selbstständigkeit und motivieren die arbeitenden Kräfte. Das Ziel ist es, dass jeder Mitarbeitende die gemeinsame Vision teilt und sein Zutun dazu erkennt und erfüllt.

    Respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe soll in der agilen Organisation gelebt werden.

    Organisationale Resilienz als Stütze

    Resilienz ist die Zukunftskompetenz, Stress zu bewältigen, sich vor und in Krisen zu schützen und Veränderungen stark und flexibel zu begegnen. Diese Kompetenz gilt für Einzelne, oder im Fall der organisationalen Resilienz, für ganze Unternehmen. Agilität und Resilienz bilden zusammen eine Einheit, die dem Unternehmen Sicherheit und Stabilität geben. Noch dazu fördert beides die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden.

    Team-Resilienz

    Wie stärke ich also diese Kompetenz in meinem Team? Es gibt verschiedene Möglichkeiten Resilienz im Team zu stärken und aufrecht zu erhalten. Resilienztraining für Mitarbeitende wie für Führungskräfte hat diesen Effekt. Zudem lässt sich die Haltungsänderung hin zu einer agilen Unternehmenskultur so einfacher bewerkstelligen.

    Resilienz im Team ist in agilen Unternehmen besonders gefragt, da die Zusammenarbeit als Einheit elementar für die Produktivität ist. Gerade bei den verschiedenen Persönlichkeiten und anderem Fachwissen entstehen hin und wieder Spannungen. Bei solchen Mini-Krisen unterstützt die Resilienz, oder verhindert Reibungen mit Folgen sogar.

    Resilienz-Lotse (SMA) ®

    Um Resilienz im Team, und auch im gesamten Unternehmen dauerhaft zu stärken und präsent zu halten, empfehlen wir die Ausbildung von Resilienz-Lotsen (SMA) ® . Im Scrum gibt es beispielsweise den Scrum-Master, der Probleme innerhalb des Teams klärt und moderiert. Diese Aufgabe kann unter anderem der Resilienz-Lotse (SMA) ® übernehmen.

    Dabei geht es darum, einen Erinnerungshelfer an die Resilienz aus dem eigenen Unternehmen zu haben. Also kein Fremder von außen, der nicht weiß wie es bei „uns hier“ läuft. Agilität beruht auf Offenheit, Kommunikation und Eigenverantwortung. Überforderung, Konflikte und Stress sind Teil des Transitionsprozesses. Um das Schiff auch in unruhigen Zeiten auf Kurs zu halten bedarf es daher Resilienz.

    Agilität als Zukunftskompetenz?!

    Sicher ist der „Umstieg“ einer klassischen Organisationsstruktur hin zum agilen Unternehmen nicht immer einfach. Veränderung bedeutet Stress, doch ist dieser überwunden oder mittels Resilienz reguliert, bietet diese Veränderungen viele Vorteile.

    Erstens beschleunigt Agilität Projekte. Keine lange, entschleunigende Bürokratie, von Leuten die nicht direkt am Projekt arbeiten. Das Team entscheidet und organisiert sich selbst. Außerdem sorgen ständige Feedbackschleifen dafür, Fehler schnell zu erkennen und noch im Prozess zu beheben. Das steigert die Qualität des Produkts, die Effizienz und schont Ressourcen. Zweitens sorgen agile Projekte für einen Wettbewerbsvorteil. Oft arbeiten die Teams direkt mit den Kunden zusammen oder zumindest nah dran. Details und Funktionswünsche werden direkter geklärt: ein weiteres Zeitersparnis.

    Und zuletzt stärken agile Unternehmensformen das Mitarbeiterwohl. Selbstwirksamkeitserleben ist ein wichtiger Schutzfaktor und wirkt psychischer Belastung entgegen. Mitarbeitende wissen wofür sie arbeiten und tragen Mitbestimmung. Das sorgt langfristig für eine motivierte und gesunde Arbeiterschaft.

    Zusammenfassend lässt sich sagen: Agilität ist für Unternehmen zentral, die mit der Zeit gehen und auch auf einem unsicheren Markt beständig bleiben wollen.