Schwarzer Elefant

Mit einem Schwarzen Elefanten ist nicht etwa ein echtes Tier gemeint. Es handelt sich dabei um eine Metapher, die ein offensichtliches und dennoch ignoriertes Ereignis darstellt. Wenn das Thema zu lange ignoriert wir, erwächst daraus ein schwerwiegendes Problem oder gar eine Krise mit weitreichenden Folgen.

Der Schwarze Elefant - Resilienz-AkademieWas ist ein Schwarzer Elefant?

2016 führte Dr. John A. Sweeny, in einem Workshop des Think Tanks „Future for Advanced Research and Studies“ den Begriff des Schwarzen Elefanten ein. Der Begriff setzt sich aus zwei Metaphern zusammen. Zum einen aus der englischen Redensart „Elephant in the Room“, für ein offensichtliches Thema, das niemand anspricht. Und zum anderen aus dem Schwarzen Schwan, ein seltenes, unvorhersehbares und unwahrscheinliches Ereignis.

Bei dem Schwarzen Elefanten geht es darum, dass etwas wahrscheinlich und für jeden offensichtlich ist, jedoch niemand sich damit befassen möchte. So kommt es, dass aus schwarzen Elefanten Krisen erwachsen. Obwohl der Schwarze Elefant eigentlich das Gegenteil des Schwarzen Schwans ist, machen die Menschen im Nachhinein gerne aus einem Elefanten einen Schwan. Niemand möchte zugeben, dass die Krise sich schon angekündigt hat und man sie hätte verhindern können. Also wird das Ereignis als völlige Überraschung dargestellt.

Der resiliente Umgang mit Schwarzen Elefanten

Sowohl der Schwarze Elefant aus auch der Schwarze Schwan haben weitreichenden Einfluss, sei es auf die Wirtschaft, Gesellschaft oder das individuelle Weltbild eines jeden Einzelnen. Denn es handelt sich bei beiden Metaphern um ein Ereignis, das in eine Krise führen kann, wenn wir nicht flexibel genug mit den drohenden Problemen umgehen.

Ein resilienter Umgang mit Schwarzen Elefanten zeichnet sich insbesondere durch eine hohe Reflexion aus. Zum Beispiel war der Untergang von Blackberry ein solches Thema. Der Anstieg und die Weiterentwicklung der Konkurrenz war offensichtlich, und dennoch hat das Unternehmen den Elefanten im Raum ignoriert.

Wir müssen reflektiert die Geschehnisse um uns herum einordnen und frühzeitig reagieren, damit der Schwarze Elefant gar nicht erst zu einem tonnenschweren Problem werden kann. Es braucht insbesondere in Organisationen oder gar Regierungen die Verantwortungsübernahme bei aufkommenden Problemen. So war weder die Flüchtlingskrise 2016 noch die Corona-Pandemie ein Schwarzer Schwan, der völlig überraschend alles überrollte. Es waren Schwarze Elefanten, die zu lange im Raum standen und ignoriert wurden.

Wir brauchen eine hohe Anpassungsfähigkeit und den Willen auch unangenehme Themen zu sehen, bevor es zur Krise kommt.


Sebastian MauritzSebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich mit über 50 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen austauscht (www.Resilienz-Kongress.de).

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