Schwarzer Schwan

Der Schwarze Schwan ist eine Metapher, die besonders in der Ökonomie verwendet wird. Allerdings ist der Begriff mittlerweile so populär, dass er sich auf jegliche Lebensereignisse beziehen lässt. Im Grunde geht es hierbei um unvorhergesehene Ereignisse mit großer Auswirkung.

Die Herkunft des Schwarzen Schwans

Die Theorie des Schwarzen Schwans stammt von dem Börsenhändler und Publizisten Nassim Nicholas Taleb. Erstmals 2001 in seinem Buch „Narren des Zufalls: die verborgene Rolle des Glücks an den Finanzmärkten und im Rest des Lebens“ benannt, bezieht Taleb den Begriff zunächst nur auf Ereignisse in der Finanzgeschichte. In seinem Buch „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ (2007) führt er seine Theorie weiter aus.

Nach Taleb ist ein Schwarzer Schwan ein Ereignis, das höchst unwahrscheinlich, selten und unvorhersehbar ist. Aus diesem Grund hat sich Taleb auch für das Sinnbild eines schwarzen Schwans entschieden. Die westliche Zivilisation ging lange Zeit davon aus, das Schwäne nur weiß sein könnten, bis zum ersten Mal ein schwarzer Schwan gesichtet wurde. Allerdings gibt es eine Schwanenart, die tatsächlich schwarz ist, nämlich der Trauerschwan oder auch „Cygnus atratus“. Als weitere Metapher könnte man hier auch von einem weißen Raben sprechen.

Und ebenso verhält es sich mit Geschehnissen abseits der Biologie. Solche Ereignisse können nicht vorhergesehen werden und haben zumeist einen massiven Einfluss auf die Weltanschauung der Menschen oder weitreichende ökonomische Folgen.

Die negativen und positiven Seiten des Schwarzen Schwans

Obwohl wir tendenziell dazu neigen schwarz eher negativ zu assoziieren, ist das mit dem Schwarzen Schwan nicht pauschal gemeint. Denn ein solch unerwartetes Ereignis kann durchaus auch positive Eigenschaften mit sich bringen.

Zum Beispiel ist die Entdeckung Amerikas ein solches Ereignis. Der Legende nach entdeckte Christoph Kolumbus diesen gewaltigen Kontinent, obwohl er auf dem Weg nach Indien war. Das heißt, ein Schwarzer Schwan ist zunächst bewertungsfrei eine zufällige und überraschende Entdeckung oder Entwicklung. Ein weiteres positives Beispiel wäre der der Aufstieg des Bitcoins.

Häufig wird diese Metapher allerdings verwendet, um Bedrohliches oder negative Ereignisse zu umschreiben, beispielsweise der Anschlag des 11. Septembers.

Resilient mit Schwarzen Schwänen umgehen

Was also tun im Umgang mit dem Unbekannten? Ein Grund, warum wir Schwarze Schwäne als bedrohlich wahrnehmen, ist das Überraschungsmoment. Zum einen ist es uns nicht möglich, uns auf solche Ereignisse vorzubereiten, denn genau das macht einen Schwarzen Schwan aus. Wir haben für gewöhnlich eine zu lange Reaktionszeit auf solche Ereignisse, um angemessen und strukturiert mit den neuen Gegebenheiten umzugehen. Die Folge ist kurzzeitiges Chaos oder eine Krise.

Zum anderen verstärkt die Übergangsemotion Überraschung alle darauffolgenden Emotionen um das 3 bis 5-fache, wie Emotionsforscher belegen. Das heißt mit anderen Worten, ein Ereignis, auf das wir nicht vorbereitet sind und das wir als negativ bewerten, wirft uns gleich doppelt so hart aus der Bahn.

Ein resilienter Umgang mit solchen Ereignissen ist das Erwarten des Unerwarteten. Wir können Schwarze Schwäne nicht vorhersehen. Stattdessen geht es darum den negativen Schwarzen Schwäne mit einer hohen Resilienz und hoher Adaptabilität zu begegnen und positive Schwarze Schwäne gekonnt zu nutzen.

Ein resilienter Umgang mit einer ungewissen Zukunft ist das Trainieren der Prosilienz®. Mit dieser proaktiven Resilienz schaffen Sie die Grundlage, unerwartete und ungewisse Ereignisse schon vor dem Eintreten zu trainieren und verbessern so ihre Reaktion im Ernstfall.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

1 Kommentar zu „Schwarzer Schwan“

  1. Nicht nur eine gelungene Metapher für unerwartete Ereignisse mit positiven Ausgang sonder tatsächlich auch eine Lebensstrategie zum positiven Denken. Als Mensch, der durch seinen Beruf (Mathematik) auf mögliche negative Optionen (Spieltheorie) konditioniert ist, hilft der schwarze Schwan die Überraschungen im Leben positiv zu bewältigen! 👍👌

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