Öko-Check

Der Öko-Check ist ein Bestandteil verschiedenster Formate im Coaching, in der systemischen Arbeit und wird besonders im Neurolinguistischen Programmieren (NLP) häufig eingesetzt. Hierbei geht es darum, die Auswirkungen von Veränderungen auf sich und die Umwelt zu überprüfen und bei der Zielsetzung zu berücksichtigen. Das macht den Öko-Check zu einem Instrument, Veränderungen nachhaltig im Leben zu integrieren und potentielle Zielkonflikte zu berücksichtigen.

Was ist der Öko-Check?

Der Öko-Check, oder auch Ökologie-Check, stammt aus dem systemischen Denken und findet u.a. im NLP Anwendung als fester Bestandteil vieler Interventionen. Stellen Sie sich den Menschen als ein eigenes System vor, das sich innerhalb eines größeren Systems (für dieses System dann der Kontext) befindet, nämlich seinen Netzwerken und seiner Umwelt. Nun hat jede Veränderung Auswirkungen auf das System.

Als Beispiel kann man sich Folgendes vorstellen: Wenn man einen Faden in einem Spinnennetz bewegt, schwingt das ganze Netz mit.

Die Technik des Öko-Check wird hauptsächlich im Coaching angewandt, wo es im Kern darum geht, Veränderung zu ermöglichen und Muster zu flexibilisieren. Da jede Intervention mit so genannten „Folgekosten“ (Begriff von Dr. Gunther Schmidt) einhergeht, ist es wichtig, diese auch zu berücksichtigen. Kurz gesagt: kein Ziel kommt ohne Preis und keine Veränderung ohne Auswirkungen.

Zum Beispiel kann eine bestimmte Zielsetzung für einen Teil des Systems, z.B. eine Seite in uns, sehr gut sein. Eine andere Seite in uns dagegen nimmt Schaden, Werte werden nicht erfüllt oder es leidet eine Beziehung innerhalb des Netzwerks unter der Veränderung. Um Ziele resilient zu erreichen, müssen im Coaching immer wieder die Konsequenzen für das System miteinbezogen werden.

Wie funktioniert der Öko-Check?

Die Durchführung dieser Technik erfolgt durch Fragen. Zunächst muss ein Ziel festgelegt werden. Das geht zum Beispiel indem man Werte mit Zielen verknüpft und sie anschließend wohlgeformt formuliert. Sinn der Methode ist sicherzustellen, dass sich die gewünschte Veränderung mit der Lebenssituation verträgt und nicht zu noch mehr Irritationen, Problemen oder einer Verschlimmerung der Krise führt.

Dazu geht man imaginär das eigene System, die Kontexte und Umwelten, in denen man sich bewegt, durch und überprüft, welche Konsequenzen eine Veränderung haben würde. Fragen hierzu sind unter anderem:

  • Welchen Vorteil hast Du durch die Veränderung?
  • Was würdest Du verlieren?
  • Was würde dann nicht mehr gehen oder was müsstest Du zusätzlich tun?
  • Wem würdest du unähnlicher? (als Hinweis auf Loyalitäten)
  • Wie würden andere (Partner/in, Eltern, Kollegen, Freunde, Vorgesetzte) reagieren, was würde ihnen an Dir auffallen?
  • Wie könnte es Dir noch besser gehen?

Ziel dieser Fragen ist es, Inkongruenzen zu beseitigen und Folgekosten anzunehmen. Denn so lassen sich die Folgen einer Veränderung leichter akzeptieren und die Verhaltens- oder Verhältnisänderung wirkt sich nachhaltig positiv auf das Leben aus. Die Technik hilft auch dabei, das Ziel deutlicher zu formulieren und damit erreichbarer zu machen. Deswegen sollte der Öko-Check regelmäßig innerhalb des Veränderungsprozesses wiederholt werden.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

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