Semantische Reaktion – Wie Worte wirken

Die semantische Reaktion beschreibt das Phänomen, das Sprache sehr konkrete Auswirkungen auf unseren Körper hat. Hatten Sie schon einmal das Gefühl, dass bestimmte Worte etwas bei Ihnen ausgelöst haben? Das liegt daran, dass unsere Sprache eng mit dem Körper verbunden ist. Und diese Verbindung äußert sich in der sogenannten semantischen Reaktion.

Was ist die semantische Reaktion?

Worte wirken!

Der Begriff wurde von Alfred Korzybski geprägt. Er war Mathematiker, Ingenieur, analytischer Philosoph und Sprachwissenschaftler. Aus seinen Überlegungen und Forschungen zu neuro- und evolutionsbiologischen Erkenntnissen entwickelte ein therapeutisches Modell namens „Neurolinguistisches Training“. Dieses gilt als Vorläufer des heutigen Neurolinguistischen Programmierens (NLP). 

Innerhalb seines Modells erklärt Korybski, dass eine Wechselwirkung zwischen Sprache, Gehirn und Körper besteht. Mit Worten (aber auch Zeichen und Symbolen) beschreiben wir nicht Dinge in der realen Welt, sondern unsere eigene Repräsentation davon in unserem inneren Raum. Sprache und Ausdruck repräsentieren nur die eigene Wahrnehmung der Dinge in der Welt. Dadurch, dass wir den Dingen Bedeutung zuschreiben, lösen sie eine Reaktion aus – die semantische Reaktion.

Anders gesagt, Sprache löst bei uns gewisse Reize dadurch aus, dass wir ihr Bedeutung beimessen. Die Reize rufen eine Reaktion hervor, die sich nicht nur kognitiv, sondern auch körperlich zeigen kann. Denn Worte wirken sich auch auf unseren Zustand aus.

Die Verbindung von Sprache, Geist und Körper

Korzybski stellt außerdem in seinem Modell auf, dass Sprache einen großen Einfluss auf den psychologischen Zustand hat. Damit ist gemeint, dass bestimmte Reize als semantische Reaktion unser Wohlbefinden beeinflussen können. Ihr mentales Abbild eines Themas erzeugt dann beispielsweise Ärger, Angst oder Trauer, obwohl Sie sich eigentlich ganz sachlich mit Ihrem Gesprächspartner unterhalten.

Diese Reaktion hat wiederum Auswirkungen auf Ihren Körper – für gewöhnlich: Stress. Besonders Angst und Ärger, als die zwei Stressreaktionen, machen sich im Körper besonders bemerkbar. Durch schnelleren Herzschlag, Muskelanspannung oder kalte Hände unter anderem. Es zeigt sich, dass unser Körper die Bühne für den inneren Raum und die Sprache ist. Denn gewissermaßen reflektieren wir mit dem Körper, wie wir über die Dinge der Welt denken und auch sprechen.

Semantische Reaktion und Resilienz

Wie können wir nun verhindern, dass Sprache Stress auslöst? Hier kommt die Resilienz ins Spiel, genauer gesagt, die resiliente Kommunikation. Denn durch unsere Wortwahl erzeugen wir nicht nur Bilder in unserem Kopf, sondern auch in denen unserer Gesprächspartner. Positive belegte Worte schaffen so einen positiven Zustand, der sich positiv auf das Handeln und Denken von uns und anderen auswirkt.

Hier sind zwei Tipps für eine resiliente Kommunikation:

  1. „Und“ statt „aber“: Stellen Sie sich vor, Sie werden um einen Gefallen gebeten, können nur gerade nicht. „Ja, aber ich habe gerade keine Zeit“ hört sich anders an als „Ja, und ich mache es, wenn ich Zeit habe“, oder? Ein Und wird positiver bewertet, als ein Aber, denn es schließt nichts aus.
  2. Vermeiden von Kriegsmetaphern: Sie werden bombardiert mit Aufgaben, die Arbeit wird zum Kampf und die Zahlen sehen katastrophal aus? Kein Wunder, dass Sie sich gestresst fühlen. Wie wir etwas beschreiben bestimmt, wie wir etwas denken. Vermeiden Sie Kriegsmetaphern zum Beschreiben von Zuständen und sie werden einen Unterschied merken. 

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