Kreativität

Kreativität ist die Fähigkeit zu (er)schaffen. Oft verbinden wir Kreativität mit den bildenden Künsten. Besonders Menschen, die scheinbar auf Anhieb ein neues Bild malen oder ein Stück komponieren, halten wir für kreativ. Doch Kreativität ist auch eine Kompetenz, die im Beruf immer mehr gefragt wird. Wir brauchen diese Fähigkeit, um Probleme zu lösen und unseren Alltag in einer spontanen und schnelllebigen Welt zu bestreitet. Die gute Nachricht an alle nicht-künstlerisch begabten Menschen da draußen: Auch Sie haben diese Fähigkeit. 

Was ist Kreativität?

Was wir unter Kreativität verstehen, bezieht sich meist auf Dinge, die andere Menschen zum Staunen bringen. Oft haben wir auch das Gefühl, dass Talent eine wichtige Rolle spielt, um diese Fähigkeit auszuleben. Schließlich bewundern wir eher das Schaffen eines Bildhauers als einen blau gemalten Pinguin von einem Kind.

Dabei ist jeder Mensch kreativ. Das Improvisieren beim Kochen, der mit Klebeband reparierte Gegenstand oder das Abwandeln einer Regel beim Brettspiel – all das sind Formen, wie wir im Alltag kreativ sind.

In der Forschung wird deswegen im Allgemeinen zwischen alltäglicher und außergewöhnlicher Kreativität unterschieden. Der größte Unterschied zwischen diesen beiden Formen besteht darin, dass wir die alltägliche Form eher selbst und subjektiv wahrnehmen, während es für außergewöhnliche Kreativität die Anerkennung des sozialen Umfelds braucht.

Grundsätzlich bedeutet Kreativität die Fähigkeit etwas zu erschaffen, das neu oder innovativ ist und gleichzeitig als nützlich oder wertvoll angesehen wird.

Wie kommen Menschen zu Kreativität?

Die Fähigkeit kreativ zu sein ist nichts Angeborenes. Vielmehr gibt es bestimmte Voraussetzungen, die Kreativität begünstigen. Persönlichkeitseigenschaften und Begabung sind eben nur ein Teil davon. Es gibt ebenso erlernbare Aspekte, die es jedem von uns ermöglichen kreativ zu sein.

Die Grundelemente des kreativen Prozesses

Der US-Forscher Mel Rhodes stellte in den 1960ern vier Grundelemente heraus, die Kreativität ermöglichen:

Die Person: Obwohl jeder Mensch kreativ tätig werden kann, gibt es bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, die diese Fähigkeit fördern. Intellekt und Temperament spielen dabei ebenso eine Rolle wie Gewohnheiten und Verhaltensweisen.

Der Prozess: Kreativität entsteht innerhalb eines Vorganges, bei dem die Motivation, die Wahrnehmung und auch die Kommunikation mit anderen relevant sind.

Das Produkt: Am Ende des kreativen Prozesses entsteht dann ein Produkt. Das muss nichts Handfestes sein, sondern kann auch eine innovative Idee sein, die erst später zu einem materiellen Ergebnis führt.

Das Umfeld: Auch die Umgebung hat Einfluss darauf, wie kreativ sich ein Mensch ausleben kann. Hierzu zählen die äußeren Faktoren, wie Luft, Lärm, Licht, aber auch die soziale Unterstützung beispielsweise.

Mit anderen Worten bedeutet das: Eine Person kann im kreativen Umfeld innerhalb eines kreativen Prozesses zu einem Produkt bzw. einer kreativen Idee gelangen.

Kreativität ist eine wichtige Kompetenz zur Problemlösung – privat wie beruflich!

Eigenschaften kreativer Persönlichkeiten

Es gibt einige Persönlichkeitsmerkmale, die kreativen Menschen zuzuschreiben sind. Um kreativ zu sein, muss man nicht alle Merkmale ausfüllen, dennoch unterstützen diese Eigenschaften dabei, eher in einen kreativen Prozess einzutreten. Die Eigenschaften sind unter anderem:

  • Konstruktive Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen
  • Spontanität
  • Neugier
  • Selbstreflexion
  • Kritikfähigkeit
  • Ambiguitätstoleranz und Neigung zur Komplexität
  • Mut zur Veränderung
  • Fähigkeit zum Perspektivwechsel

Was verhindert Kreativität?

Neben den Eigenschaften, die Kreativität fördern, gibt es auch Kreativitätsblockaden, die es Menschen schwer machen ihr Potential zu nutzen. Das sind auf der einen Seite intrinsische Verhaltensweisen und Glaubenssätze und auf der anderen Seite Umweltfaktoren. Zu den klassischen Kreativitätsblockaden gehören:

  • Leistungsdruck, Zeitdruck und Konformitätsdruck
  • Angst vor Versagen und Angst vor zu hoher Bewertung
  • Glaubenssätze und auferlegte Denkverbote
  • Geringer Selbstwert
  • Fehlende Autonomie
  • Lösungswegfixierung und starre Vorgehensweisen/ Rituale

Voraussetzung für Kreativität: Guter Zustand!

Als Zusammenfassung aus den Punkten, was kreative Personen ausmacht und welche Umstände Kreativität behindern ergibt sich ein Leitsatz:

Was auch immer Du tust, tue es aus einem guten Zustand heraus!

Zustandsmanagement, bzw. Emotionsregulation ist elementar, um auf die Fähigkeit zur Kreativität überhaupt zurück zu greifen. Denn unter Stress, ausgelöst durch Druck, hinderliche Glaubenssätze oder innere Antreiber, verfallen wir gerne in eine Art der Problemtrance. Uns fehlt dann die Handlungsfähigkeit Probleme überhaupt anzugehen, geschweige denn auf kreative Art und Weise.

Zudem verfallen wir bei Stress in alte, gut geübte Muster, um Sicherheit zu gewährleisten und Denkkapazität zu sparen. Stress sorgt also dafür, dass wir gedanklich nicht in der Lage sind, neue Wege zu überlegen und kreativ zu werden.

Wenn wir es dagegen schaffen, den eigenen Stress herunter zu regulieren, zum Beispiel mit Übungen aus dem Resilienztraining, dann schaffen wir es den Zugang zu unserer Kreativität zu öffnen.

Wozu brauchen wir Kreativität?

Künstlerisch Tätige braucht Kreativität, um neue Kunstwerke zu erschaffen.Und warum steht auch in Stellenausschreibungen, dass Kreativität gefordert ist? Kreativität ist zu einem wichtigen Skill im Berufsleben geworden. Denn wir leben in einer Zeit, die durch zum Beispiel durch die Digitalisierung sich steht verändert und neue Anforderungen schafft.

Um mit diesen Herausforderungen fertig zu werden, brauchen Menschen in allen Lebenslagen Kreativität. Es ist eine Allround-Fähigkeit, Probleme zu lösen, effektiver zu arbeiten und Weiterentwicklung zu schaffen. Kreativität und Resilienz sind die Faktoren, erfolgreich und gesund im Arbeitsleben zu stehen.

Kreativität ist die Basis für Innovation, für Changemanagement und einen gesunden Umgang mit Krisen. Schließlich befähigt uns allein kreatives Denken neue Wege zu gehen, wenn die alten nicht mehr funktionieren.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

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