Gestaltungselemente am Arbeitsplatz

Ob ein Unternehmen etwas hölzern daherkommt, mit vielen Furnieroptiken ausgestattet oder eher cool, mit Glas- und Leder-Kontrasten, sendet bereits vielschichtige Botschaften an den Besucher. Schauen Sie sich um, wenn Sie den Einrichtungsstil Ihrer Firma in einen Bilderrahmen stellen würden, welchen Untertitel würden Sie wählen?

„Auf Distanz“, „Farbe gesucht!“, „Traditionen erhalten…“, „Wir brauchten das Geld für was anderes“, „Jeder brachte was mit“, „Alles vom Feinsten“, „Nicht schön, aber praktisch“, „Wir machen saubere Arbeit“, „Technik ist alles“,„ Modell Tristesse“, „kreatives Chaos“, „Wo wir sind, ist vorn!“

Solche oder ähnliche Botschaften senden Büros jeden Tag an ihre Bewohner und Besucher. Häufig entspricht es dem Arbeitsstil, den dieses Unternehmen pflegt. Es fühlt sich an, wie ein thematisches Wasserzeichen, was unter der Einrichtung liegt. Wie wäre es, wenn Ihre Kunden nach einem Unternehmensrundgang denken würden: „Hier würde ich auch gern arbeiten“ und Ihre Mitarbeiter und Kollegen: „Ich komme morgen gerne wieder“. Erzeugen Sie Neid!

Arbeitsumgebung resilient gestaltenVier Schritte zur Wohlfühl-Einrichtung

Die Einrichtung eines Wohlfühl-Büros folgt einem bestimmten Regelwerk:

Schritt 1: Zunächst wird die Funktionalität festgelegt, was soll in dem Raum geschehen? Welche Möbelarten, welche Eigenschaften, welche Technik brauchen Sie dafür?

Schritt 2: Welche Färbung, welche Ausstrahlung soll das Interieur vermitteln?

Schritt 3: Um die Ecke gedacht, welche zusätzlichen Möbel toppen die Raumidee und gehen über die üblichen praktischen Maßstäbe hinaus?

Schritt 4: Welche Wohlfühlelemente und Accessoires runden das Raumthema ab? Machen Sie eine Bestandsaufnahme, welche Objekte stehen Ihnen zur Verfügung?

Für diese Auswahl betrachten Sie diese Möbel ausschließlich von Ihrem funktionellen Wert aus. Darunter fallen alle Stühle, Tische, Schränke, Trennwände, Container, Regale, Tresen etc. Den Zweck erfüllen sie alle, ansonsten wären sie bereits auf dem Markt verdrängt worden. Zum Wohlfühlen brauchen Sie aber zusätzlich die passende ergonomische Ausstattung. Es lohnt sich ein genauer Blick! Meist erfüllen die Möbel alle gesetzlichen Auflagen, jedoch bedarf es bei Sonderbeanspruchung (Security-Drehstühle werden beispielsweise 24 Stunden am Tag genutzt) einer entsprechenden Auslegung und Qualität. Beurteilen Sie den Nutzen auch aus Sicht der Mobilität: Wie schnell können Sie den Raum „ummöblieren“? Welche Elemente sollten einen fixen Platz haben (beispielsweise Projektionsflächen), welche sollten eher mobil sein, zum Beispiel Flipcharts, Pinnwände?

Zusammengefasst sollte die Grundmöblierung eines Wohlfühl-Büroraumes immer funktional und ergonomisch ausgeglichen und möglichst mobil sein.

Es gibt Büromöbel mit gutem oder schlechtem Design. Für die Stimmungsbildung des Arbeitsplatzes ist dies ganz entscheidend. Form, Farbe, verwendete Materialien und Oberflächen. Ein ansprechendes Design unterstützt das gewünschte Ambiente. Generell sollten Designmöbel immer, zum Typ Ihres Unternehmens passen und Ihnen gefallen.

Mehr als nur Möbel

Neuerdings tauchen auf dem Markt zunehmend Möbel auf, die verschiedene Funktionen miteinander kombinieren, sogenannte Hybridmöbel. Das hat folgenden Grund: Die meisten Hersteller können kaum noch Neuheiten in der Entwicklung der Produkttiefe nachweisen, funktional und technisch präziser ist kaum noch möglich.

Auch die Vielzahl der Möbelprogramme macht den Markt eher unübersichtlich. Teils aus der Not heraus, teils aus Sicht neuer Konzeptideen punkten Hybridmöbel durch den Mehrfachnutzen. So gibt es z. B. Schreibtische mit LED-Effektlicht, Schränke mit Lautsprechereinheiten, Bilder als schallschluckende Elemente, Drehstühle mit Liege-Funktion, mobile Pflanzenwände, Wartesessel als Schaukel und multisensuale Raumtrennungs-Elemente, die leuchten, duften und klingen können. Diese Art von Möbeln kann erheblich zur Abrundung der Wohlfühl-Atmosphäre beitragen, sollte aber konzeptionell überprüft werden.

Kunstelemente für mehr Flair

In der Bürowelt ist die Kunst ist wieder im Kommen. Allerdings auf einem ehrlicheren Niveau. Während es vor einigen Jahren einfach nur chic war, seine Wände als Ausstellungsfläche herzugeben, um einen guten Eindruck bei den Kunden zu hinterlassen – werden heute Kunstobjekte viel ehrlicher und homogener in den Firmen eingesetzt. Ob Bild oder Plastik, die Kunst sollte einen Bezug zum Unternehmen oder den Raumbewohnern haben.

Klasse sind natürlich selbst hergestellte Objekte, die mit Mitarbeitern und Künstlern gemeinsam entstehen. Es kann sehr viel Spaß machen, mit den Firmenprodukten einmal künstlerisch zu arbeiten. Kunst ist ein Element, das den Betrachter einfängt, sie regt die eigene Kreativität an, verleitet zu anderen Gedankengängen. Sie hat etwas Spirituelles, daher sollte sie nicht als Dekoration missbraucht werden.

Ein bisschen Spaß muss – bzw. darf – sein

Uns allen ist eins gemein: Wir spielen gerne, egal ob mit acht oder 88 Jahren. Im Büro ist es ein Kann, kein Muss. Hierzu brauchen Sie meist ein wenig mehr Platz und den Segen vom Chef. Alles was die Firmenkultur erlaubt, kann und sollte auch integriert werden, denn jetzt geht es um Spaß bei der Arbeit: Sitzsäcke zum Lümmeln, Hängematten, Billardtische, Basketball-Körbe, Planschbecken auf der Terrasse für Fußbäder in heißen Tagen, Box-Säcke zum Aggressionsabbau, Zimmerbrunnen, Rutschen, Mini-Aquarien, Gadgets und Accessoires, die zum Thema passen. Sie sollten lediglich die Sicherheitsbestimmungen erfüllen. Dann steht einer Arbeitsumgebung, die Gesundheit, Kreativität und Produktivität fördert, nichts mehr im Weg.


Sebastian MauritzSebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich mit über 50 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen austauscht (www.Resilienz-Kongress.de).

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