Duft und Geruch

Duft ist unser emotionalstes Mittel ist, um Stimmungen direkt zu erzeugen. Das liegt daran, dass unser Geruchssinn einen direkten Draht zu dem Teil des Gehirns hat, das unsere Emotionen erzeugt – die Amygdala. Wie sind Düfte einsetzbar? Zunächst gilt auch hier: erst der Zweck, dann die Umsetzung. Was wir vermeiden wollen sind Duftwolken aus Lavendel, die nur, weil es der Lieblingsduft der Kollegin am Empfang ist, Kopfschmerzen bereiten.

Duft effektvoll einsetzen

Technisch gesehen gibt es heute für jede Raumanforderung eine Lösung für das Beduften. Ob eine Decken- oder Wandinstallation, ob in die Klimaanlage integriert oder unsichtbar ins Mobiliar eingebaut. Jede Raumgröße ist beduftbar, Ausreden sind daher sinnlos. Viel interessanter als die Technik sind natürlich die Einsatzgebiete. Generell kann hierbei in vier Bereiche eingeteilt werden:

Ambiente, menschliche Stimmungen, Effektbeduftungen und Geruchsmaskierungen.

Gerüche und Duft für besseres ArbeitenAmbiente

Um die richtigen Düfte für eine Ambiente-Unterstützung auswählen zu können, braucht man einige Eckdaten wie: Aus welchen Farben setzt sich die optische Atmosphäre zusammen? Was für eine Raumnutzung ist geplant? Sind konkurrierende Duftquellen im Raum? Oftmals werden in diesem Bereich „Duft-Kompositionen“ eingesetzt. Also kein einheitlich wiedererkennbarer Duft wie Sandelholz, Vanille, Lemongras, sondern eine Mischung aus mehreren Ingredienzien, die selbst ein gewisses Farbspektrum beinhalten. Es gibt zum Beispiel frische Duftkompositionen mit Gelb-, Orange-, Grünzuordnungen, die vielleicht für den Empfang geeignet sind oder eine warme, holzig-braune Note für das Chefzimmer.

Emotionen

Um Emotionen zu beeinflussen, müssen die Düfte psychografisch wirksam sein. Diese Thematik kennen wir aus der Aromatherapie. Sie beschäftigt sich mit der Wirkungsweise von Düften auf den menschlichen Körper. Meist werden für die Büroarbeit stimmungsaufhellende, motivierende, konzentrationsfördernde, frische Düfte verlangt. Jetzt fragen Sie sich, ob das wirklich funktioniert? Ja, sogar sehr gut. Nur sollte man gerade deshalb verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen und Duftstoffe nur positiv einsetzen wollen.

Effektbeduftung

Hinter Effektbeduftung steckt die Idee: „What you see is what you smell.“. Das Gehirn freut sich, wenn es das, was es sieht, auch riecht, sprich: Auge und Ohr eine Allianz eingehen. Für die unterschiedlichsten Themen ist das ein nützlicher Hinweis. Zum Beispiel bietet der Herbst Apfelthemen, um die Weihnachtszeit sind Zimt- und Vanilleduft für die Stimmung unterstützend. Ein entsprechender Duft weckt Wohlfühlgefühle.

Duftmaskierungen

Die Duftmaskierungen sind seltener geworden. Puderte man sich in der Epoche des Barocks noch Schweiß und Körperausdünstungen weg, profitieren wir seit der Aufklärung vom Hygienegedanken. Die Devise: Erst waschen, dann pudern! Also erst den Geruch beseitigen und dann beduften. Zwar können Zitrusdüfte auch die Raumluft filtern und Rauchgerüche minimieren, aber inzwischen geht das Überduften von Gerüchen eher zurück.

Arbeiten mit Düften

Generell gilt für die Arbeit mit Düften: Bestmögliche, getestete Qualitäten einsetzen und erfahrene Spezialisten fragen. Selbst ausprobieren darf die Bürogemeinschaft natürlich auch, aber nicht mit Stövchen und offener Flamme, das sehen die Sicherheitsexperten nicht so gern.

Die Königsdisziplin ist der hauseigene Unternehmensduft. Der „Corporate Scent“ kann inzwischen wie ein Design-Element entweder für bestimmte Bereiche oder für das ganze Unternehmen eingesetzt werden. Am besten mit gutem Wiedererkennungswert und positiver Stimmungskomponente. Dann haben Kunden wie Kollegen immer dufte Laune.


Sebastian MauritzSebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich mit über 50 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen austauscht (www.Resilienz-Kongress.de).

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