Aufmerksamkeit

Aufmerksamkeit – Fokus nach innen und außen

Aufmerksamkeit ist ein Begriff, der besonders in Verbindung mit Resilienz oft mit Achtsamkeit verwechselt wird. Also was unterscheidet Aufmerksamkeit und Achtsamkeit voneinander?

Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfilter

Wir sprechen von Aufmerksamkeit, wenn wir unsere Sinne benutzen, um uns einem Thema oder einer Sache in der Außenwelt zu widmen. Dabei können wir Aufmerksamkeit bewusst steuern, doch manchmal wird sie auch unbewusst gelenkt.

Reize spielen hierbei eine wichtige Rolle. Manche Dinge erregen unsere Aufmerksamkeit, ohne, dass wir sie bewusst lenken. Zudem ist diese Fähigkeit eng mit der Wahrnehmung verbunden. Aufmerksamkeit ist sozusagen unsere fokussierte Wahrnehmung. Denn das menschliche Gehirn ist, so erstaunlich seine Fähigkeiten auch sind, nicht in der Lage alle Reize gleichermaßen zu verarbeiten.

Erleben wird durch Aufmerksamkeitsfokussierung erzeugt!

Wir nehmen unsere Welt durch Wahrnehmungsfilter wahr. Diese Filter entstehen aus der Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte in unserem Umfeld und sie bestimmen auch, wie wir Situationen erleben.

Bewertung ist ein Teil der Aufmerksamkeit

Selbst wenn wir unsere Aufmerksamkeit schweifen lassen, ist es nicht möglich Reize neutral wahrzunehmen. In Sekundenbruchteilen bewerten wir das Wahrgenommene, meist unbewusst und intuitiv.

Zum Beispiel empfinden wir ein lautes Telefonat eines Kollegen, ein penetranter Geruch von Bahnfahrenden oder den gelangweilten Blick einer Verkäuferin als unangenehm. Dagegen fällt es uns positiv auf, wenn wir ein gutes Parfüm riechen, ein Lächeln sehen oder einen angenehmen Kleidungsstoff fühlen.

Die unmittelbare Bewertung des Wahrgenommenen ist Teil der Aufmerksamkeit. So können wir versuchen, unsere Aufmerksamkeit bewusst auf etwas Schönes zu lenken, doch das fällt in der Regel schwer. Haben Sie schon einmal versucht bei einem Gespräch extra wegzuhören? Gefühlt versteht man dann die gesagten Worte sogar noch besser.

Zudem fällt uns Aufmerksamkeitsfokussierung besonders unter dem Einfluss von Stress schwer. Bei Stress verengt sich der Fokus auf das Problem. Da Erleben durch Fokus erzeugt wird, ist dann plötzlich alles ein Problem und wird negativ bewertet.

Achtsamkeit – die Aufmerksamkeit nach innen

Um aus einem solch engem Problemfokus zu gelangen, hilft die Achtsamkeit. Achtsamkeit ist zu einem regelrechten Trendwort geworden im Zuge von steigenden Burn-out-Erkrankungen, Digitalisierung und Multitasking. Dabei ist Achtsamkeit lediglich eine Form der Aufmerksamkeit – nämlich jene, die nach innen gerichtet ist.

Achtsamkeit bedeutet die Sinne auf sich selbst zu konzentrieren. Dabei geht es nicht um esoterisches Zu-sich-Selbst-Finden, sondern um aktive Regulation von Stress. Eine effektive Übung Achtsamkeit zu trainieren ist bewusstes Atmen. Oft reicht schon eine One-Minute-Meditation, um die Aufmerksamkeit weg von negativ bewerteten Reizen zu lenken und hin zu sich selbst. Die Konzentration auf den Atem reguliert zudem auch die Herzfrequenz und wir werden merklich entspannter.

Achtsamkeit ist das gezielte Lenken der Aufmerksamkeit hin zu positiven Eindrücken. So kommen wir in einen besseren Zustand, steuern unser Erleben und regulieren Stress aktiv.


Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Im Jahr 2020 hat er den ersten Resilienz-Online-Kongress initiiert und hat sich in diesem Rahmen mit über 50 anderen Resilienz-Expert*innen ausgetauscht (www.resilienz-kongress.de).

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