Stress ist Tabu?! Warum wir mehr über Stress sprechen sollten

Stress als Tabu-Thema…

Stress ist am Arbeitsplatz häufig immer noch ein Tabu-Thema. Obwohl Burn-out und die Auswirkungen von langanhaltendem Stress immer mehr auch in den Medienfokus rücken, werden psychische Erkrankungen an vielen Arbeitsplätzen immer noch unter den Teppich gekehrt. Insbesondere Frauen tun sich schwer, über ihren Stress zu reden. Dabei ist genau das wichtig, um ihn zu reduzieren. Lesen Sie hier, warum wir alle mehr über Stress reden sollten.

Dauerstress ist schädlich!

Eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov, im Auftrag von Linkedin, stellte heraus, dass zu den häufigsten Folgen von Stress Anspannung (57%), Unruhe (44%) und Schlafstörungen (40%) zählen.

Dagegen scheinen Stress und Arbeit für viele Menschen miteinander verbunden. Stress wirkt in der heutigen Gesellschaft beinahe schon als Statussymbol dafür, produktiv und erfolgreich zu sein. Und ja, Stress kann auch aktivierend wirken. Die biologischen Stressreaktionen sorgen dafür, dass wir für eine kurze Zeit leistungsfähiger sind und uns besser konzentrieren können.

Was man dabei schnell vergisst ist, dass es sich bei Stress um ein Kurzzeit-Notfall-System handelt. Wenn der Körper nun dauerhaft unter Strom steht, schädigt das. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, geschwächtes Immunsystem, Konzentrationsstörungen oder Magengeschwüre sind nur einige der Auswirkungen von Langzeit-Stress auf unseren Körper. Burn-out und psychische Krankheiten wie Depressionen werden ebenfalls durch Dauerstress bedingt.

Wieso ist Stress auf der Arbeit ein Tabu?

Der Studie von Yougov zufolge sprechen nur 34 Prozent offen über Stress am Arbeitsplatz mit ihren Kollegen oder Freunden. Mit dem Arbeitgebenden dagegen nur 25 Prozent. Wie kommt es, dass wir Stress tabuisieren, obwohl gerade die Arbeit so einen großen Einfluss auf die geistige und körperliche Gesundheit hat?

Der passende Ansprechpartner fehlt

Die Studie der Coca-Cola light Initiative „Hör auf dein Herz“ zeigte im Jahr 2015 auf, dass 41 Prozent befragten der Männer und 37 Prozent der Frauen nicht wissen, an wen sie sich wenden sollten. Oft ist es ein fehlendes Angebot seitens des Arbeitgebers oder gar empfundenes Desinteresse der Führungsebene, das von einem offenen Umgang mit Stress abhielte.

Daher suchen die meisten Stressgeplagten ein offenes Ohr bei Bekannten und Freunden. Auch das hilft, führt jedoch zu keiner Veränderung am Arbeitsplatz.

Angst vor Offenheit

Ein weiterer Faktor ist der fehlende Mut, über den eigenen Stress zu sprechen. Es besteht die Angst, als schwach zu gelten. Schließlich haben andere Menschen ja auch Stress und kommen damit klar. Diese Einstellung führt dazu, dass Stress auch weiterhin ein Tabu-Thema bleibt. Stress ist weder ein Zeichen für besonders gute Arbeit noch für Stärke. Stattdessen bedroht Langzeit-Stress ernsthaft die Gesundheit, und das müssen insbesondere Arbeitgebende berücksichtigen.

In der Yougov Studie gaben sogar 17 Prozent der Befragten an, dass Kollegen, die über ihr mentales Wohlbefinden gesprochen haben, benachteiligt wurden. Die Angst vor der Offenheit verhindert einen Umgang mit Stress, der psychische Krankheiten verhindern könnte. 

Wie das Reden über Stress hilft

Stress und seine Folgen sollten auf keinen Fall Tabu bleiben. Auf der einen Seite sorgt das Stillschweigen über Stress dafür, dass sich Arbeitsbedingungen nicht verbessern, oder gar verschlimmern. Denn Arbeitgeber müssen wissen, welche Belastung ihre Mitarbeitenden tragen, um die Situation zu verändern.

Sprechen Sie mit einander

Auf der anderen Seite entlastet ein offener Umgang mit Stress, da Arbeitnehmende nicht zusätzlich ihren mentalen Zustand vertuschen müssen. Es nimmt die Angst sich mitzuteilen und schafft so eine Basis, etwas gegen den Stress zu tun.

Resilienz stärken durch Offenheit

Menschen mit einer hohen Resilienz können ihren Stress regulieren und somit das eigene Wohlbefinden stärken. Es gibt manche Menschen, die resilienter sind, als andere. Aber das Gute an dieser Kernkompetenz für Gesundheit ist, dass jeder sie trainieren kann.

Ein erster Schritt dahin ist, sich den Stress einzugestehen. Die „Hör auf dein Herz“-Studie zeigte, dass 17 Prozent der Männer und 10 Prozent der Frauen nie über Stress sprechen. Grund dafür ist wahrscheinlich, weil sie keine Schwäche zeigen wollen. Allerdings hat es ernsthafte Folgen, Stress auf die leichte Schulter zu nehmen.

Wenn Sie sich erschöpft und angespannt fühlen, Sie auch im Urlaub nur an die Arbeit denken und keinen erholsamen Schlaf finden, dann sollten Sie etwas gegen ihren Dauerstress tun. Und ihn anzusprechen ist der nächste Schritt auf dem Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden.

Was können Unternehmen tun?

Die Aufgabe der Unternehmen ist es, passende Anlaufstellen zu schaffen, damit Menschen über ihren Stress sprechen können. Besonders für Unternehmen ist es wichtig, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu fördern. Denn so steigt die Leistungsfähigkeit und Motivation, und es senken sich die Krankheitsausfälle. Gesunde und zufriedene Mitarbeitende bringen dem Unternehmen deutlich mehr, als dauergestresste.

Resilienz-Lotsen (SMA) ® ausbilden

Der Resilienz-Lotse (SMA) ® hilft als Anlaufstelle im Unternehmen

Ein Resilienz-Lotse (SMA) ® im Unternehmen ist eine solche passende Anlaufstelle für Menschen mit Stress. Er dient als Erinnerungshelfer für Resilienz und steigert damit die individuelle Widerstandskraft der Mitarbeitenden. Stress wird so nicht tabuisiert, sondern offen und kompetent behandelt.

Stress im Unternehmen ernst nehmen

Führungskräfte müssen die Belastung der Mitarbeitenden ernst nehmen und ihnen einen Raum für Offenheit geben. Die Yougov-Umfrage zeigte, dass nur 21 Prozent der Arbeitnehmenden Angebote für Stressbewältigung am Arbeitsplatz nutzen können.

Es liegt im Interesse und in der Verantwortung der Arbeitgebenden, über Stress zu informieren und Präventionsmaßnahmen anzubieten. Hierfür ist beispielsweise eine psychische Gefährdungsbeurteilung sinnvoll. Damit können Unternehmen gezielt auf die Stressoren am Arbeitsplatz eingehen.

Schließlich soll Stress kein Tabu sein, sondern aktiv reduziert werden.    

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