Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 56

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 56Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

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Folge 56: The Wholeness Work® mit Christina Comnick

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The Wholeness Work® und seelische Resilienz

In der 56. Folge von Rethinking Resilience sprechen Sebastian Mauritz und Ruben Langwara mit Christina Comnick über The Wholeness Work®, ihre Verbindung zur seelischen Resilienz und über die Frage, was geschieht, wenn innere Trennung sich wieder in Richtung Ganzheit bewegt. Ausgangspunkt des Gesprächs ist ein erfreulicher Anlass: Christina wurde in den Vorstand des Wholeness-Work-Verbandes gewählt. Gleichzeitig gibt es weitere gute Nachrichten rund um die Methode, denn Connirae Andreas kommt nach Deutschland, und das Thema Wholeness wird immer bekannter.

Im Mittelpunkt der Folge steht die Frage, was The Wholeness Work® eigentlich ist, was mit Selbsttranszendenz gemeint ist und warum dieses Thema für seelische Resilienz so bedeutsam ist. Christina beschreibt die Methode als einen sanften, heilsamen und zugleich tiefgreifenden Ansatz, um mit unbewussten Mustern, Blockaden, Stressreaktionen und innerer Trennung zu arbeiten. Sebastian ergänzt, dass die Methode für ihn über viele Jahre zu einer äußerst wirksamen Form der Eigenarbeit geworden ist, gerade auch in herausfordernden Lebensphasen.

Ruben bringt im Gespräch die Perspektive derjenigen ein, die das Thema noch nicht im Detail kennen. Dadurch entfaltet sich Schritt für Schritt ein Zugang zu einer Methode, die nicht über lange Erklärungen, sondern vor allem über Erfahrung verstanden werden will. Genau darin liegt auch die besondere Qualität dieser Podcast-Folge: Sie macht ein komplexes Thema auf eine greifbare und zugleich sehr menschliche Weise zugänglich.

Warum ist The Wholeness Work® für Resilienz so bedeutsam?

Für Christina liegt die besondere Bedeutung von The Wholeness Work® in ihrer Wirkung auf die seelische Resilienz. Sie beschreibt, dass sie kaum eine Methode kenne, die Resilienz so sanft, ganzheitlich und langfristig stärkt. Dabei geht es nicht nur darum, Stress zu reduzieren oder kurzfristig Entlastung zu schaffen. Es geht vielmehr darum, an unbewusste Muster heranzukommen, an Blockaden, an alte Verletzungen oder an Reaktionen, die im Alltag mitlaufen, ohne dass immer klar ist, woher sie kommen.

Genau dort setzt die Methode an. Sie richtet den Blick auf innere Trennung: auf Zustände, in denen Menschen den Zugang zu ihren Ressourcen, zu ihrer Selbstwirksamkeit oder zu ihrer inneren Verbundenheit teilweise verloren haben. Christina beschreibt, dass The Wholeness Work® helfen kann, aus diesem getrennten Zustand wieder in Richtung Verbindung und Ganzheit zu kommen. Damit ist nicht nur eine innere Entlastung gemeint, sondern auch ein tieferes Empfinden von Anbindung – an sich selbst, an den eigenen Kern und, im weiteren Sinne, auch an etwas Größeres.

Sebastian beschreibt sehr anschaulich, warum diese Arbeit so zentral ist. Er spricht davon, dass Menschen unterschiedliche Seiten in sich tragen. Da ist zum Beispiel eine starke, eloquente, kompetente Seite – und gleichzeitig kann es andere, jüngere oder verletzte Seiten geben, die in bestimmten Situationen Angst, Enge oder Hilflosigkeit erleben. Das Gehirn versucht, aus all diesen Erfahrungen ein kohärentes Bild zu machen, und trennt dabei oft Erlebnisnetzwerke voneinander. Auf diese Weise entstehen innere Zersplitterungen.

Für Sebastian liegt die Kraft von The Wholeness Work® darin, dass diese Zersplitterung weniger wird. Es geht darum, dass die Fähigkeiten und die Ressourcen eines Menschen nicht mehr nur an einzelne Zustände oder Kontexte gebunden bleiben, sondern wieder stärker als Ganzes verfügbar werden. In diesem Sinne ist Wholeness ein Weg zu mehr innerer Integration.

Auch deshalb ist die Methode für Resilienz so bedeutsam: Sie unterstützt nicht nur dabei, besser mit Stress umzugehen, sondern sie stärkt die Verbindung zu den eigenen Kompetenzen, zur inneren Stabilität und zum Gefühl, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Wo vorher Trennung, Angst oder Blockade erlebt wurden, kann wieder mehr Zugang, Ruhe und Selbstwirksamkeit entstehen.

Was ist The Wholeness Work®?

Im Gespräch wird deutlich, dass The Wholeness Work® mehr ist als eine weitere Technik zur Stressbewältigung. Christina beschreibt sie als eine Methode, um Bewusstsein zu erweitern. Bewusstsein beschreibt sie dabei – nach Connirae Andreas folgend – als eine „mühelose Fähigkeit zur Wahrnehmung“. Diese Wahrnehmung betrifft sowohl das, was im Inneren geschieht, als auch das, was darüber hinaus erfahrbar wird.

Ruben stellt im Gespräch die naheliegende Frage: Was wird eigentlich „whole“? Was wird ganz? Darauf antworten Christina und Sebastian aus unterschiedlichen Perspektiven. Christina beschreibt, dass es darum geht, getrennte Aspekte wieder zu verbinden. Gemeint sind zum Beispiel Reaktionsmuster, Blockaden oder innere Zustände, die Menschen als einschränkend erleben. Diese werden nicht bekämpft, sondern achtsam wahrgenommen und in einen Prozess eingeladen, der Entspannung und Integration möglich macht.

Sebastian ergänzt diese Beschreibung anhand eines konkreten Beispiels. Ein Mensch kann auf der einen Seite über starke, professionelle und präsente Anteile verfügen, etwa beim Sprechen vor Gruppen. Gleichzeitig können in ähnlichen Situationen aber auch alte Erfahrungen aktiviert werden – zum Beispiel von Bloßstellung, Angst oder Sprachlosigkeit. Dann stehen nicht die Inhalte im Vordergrund, sondern die Struktur der inneren Erfahrung und die Beziehung zu ihr.

Genau darin sieht Sebastian einen wesentlichen Unterschied: Nicht der Inhalt ist entscheidend, sondern die Struktur des Erlebens. Zwei Menschen können vor derselben Situation stehen – und völlig Unterschiedliches erleben. Deshalb arbeitet The Wholeness Work® nicht in erster Linie mit den äußeren Umständen, sondern mit den inneren Strukturen, in denen Erfahrungen gespeichert und abgerufen werden.

Die Methode zielt darauf, dass diese inneren Spaltungen sich entspannen können. Angst verschwindet dabei nicht zwingend vollständig als nützliche Emotion, aber sie steht nicht mehr isoliert im Raum. Sie wird in ein größeres Ganzes eingebettet. So können Mut und Angst gleichzeitig vorhanden sein, ohne dass die Angst das gesamte Erleben übernimmt.

Christina betont zudem, dass The Wholeness Work® in vielen unterschiedlichen Kontexten wirksam sein kann: im Selbstcoaching, im Coaching mit anderen, in helfenden Berufen, in psychosozialen Zusammenhängen oder überall dort, wo Menschen mit Belastungen, Nähe-Distanz-Themen oder inneren Begrenzungen zu tun haben. Die Methode ist für sie gerade deshalb so kraftvoll, weil sie persönlich und beruflich zugleich anschlussfähig ist.

Wie funktioniert The Wholeness Work®?

Die vielleicht schwierigste Frage in dieser Podcast-Folge lautet: Wie funktioniert diese Methode eigentlich? Und zugleich wird deutlich, dass sie sich nur begrenzt theoretisch erklären lässt, weil sie stark erfahrungsbasiert ist. Ruben beschreibt genau das sehr offen: Vieles an dieser Arbeit erschließt sich im eigenen Erleben sehr viel unmittelbarer als über reine Erklärung.

Christina zeichnet zunächst den Hintergrund der Methode nach. Sie verweist darauf, dass Connirae Andreas The Wholeness Work® aus verschiedenen Einflüssen heraus entwickelt hat: aus psychologischen Ansätzen, aus dem NLP, aus eigenen Krisenerfahrungen und auch aus spirituellen Perspektiven. Besonders wichtig war dabei offenbar die Frage, wie das große Thema von Ich, Selbst und Bewusstsein in eine Form gebracht werden kann, die praktisch erfahrbar und anwendbar wird.

Im eigentlichen Prozess geht es darum, ein Thema auszuwählen, das als belastend, stressvoll oder dysfunktional erlebt wird. Das kann ein konkreter Stressor sein, eine Angstreaktion, ein innerer Druck oder auch eine körperlich spürbare Belastung. Anschließend wird die Aufmerksamkeit nach innen gelenkt.

Es geht darum, zunächst wahrzunehmen:

  • Was ist gerade da? Wo ist der Ort, an dem eine Reaktion gespürt wird? Welche Form, Größe und Empfindungsqualitäten können wahrgenommen werden?
  • Von dort aus wird weiter erkundet, von wo aus diese Empfindung wahrgenommen wird. Christina beschreibt, dass dadurch verschiedene „Ichs“ oder „Instanzen“ sichtbar werden können. Diese werden nicht analysiert oder bewertet, sondern Schritt für Schritt achtsam wahrgenommen
  • Danach folgt die Einladung zur Integration und zur Entspannung. Das, was angespannt, getrennt oder blockiert war, darf sich lösen, entspannen oder schmelzen, auflösen und integrieren in die Gesamtheit der Wahrnehmung und in das Feld des Bewusstseins.

Hervorzuheben ist, dass diese Arbeit sehr strukturell und weitgehend inhaltsfrei geschieht. Es muss also nicht alles ausgesprochen oder erklärt werden. Gerade das kann in der Arbeit mit schambesetzten oder sensiblen Themen sehr entlastend sein. Für ihn ist die Methode deshalb auch eine Form der nicht-gegenständlichen Lösung: Nicht indem etwas neu aufgebaut oder inhaltlich umgedeutet werden muss, sondern indem das Problem in seiner bisherigen Form nicht mehr auftaucht.

Ruben beschreibt seine eigene Erfahrung mit dieser Art von Prozess sehr eindrücklich. Nach einer gemeinsamen Arbeit mit Christina konnte er am Ende kaum noch sagen, worum es am Anfang eigentlich gegangen war. Für ihn war das nicht irritierend, sondern ein Zeichen dafür, dass sich die affektive Ladung gelöst hatte und kein Kontakt mehr zu dem ursprünglichen Stress vorhanden war.

Auch Sebastian berichtet von seinen langjährigen Erfahrungen mit der Methode, sowohl im Selbstcoaching als auch in belastenden gesundheitlichen Phasen. Für ihn liegt eine besondere Qualität darin, dass mit zunehmender Vertrautheit die Prozesse immer schneller werden und sehr wirksam in den Alltag integriert werden können.

Wozu kann The Wholeness Work® beitragen?

Im letzten Teil des Gesprächs wird besonders deutlich, wofür The Wholeness Work® aus Sicht von Christina und Sebastian wertvoll ist. Christina ordnet die Methode in das Modell der vier Arten individueller Resilienz ein und beschreibt, wie sie auf unterschiedliche Ebenen einzahlen kann.

  • Die körperliche Resilienz kann die Methode aus ihrer Sicht gestärkt werden, in dem  Spannungen reduziert und der Zugang zu mehr Regulation unterstützt wird. Sie nennt Beispiele wie Migräne, hormonelle Balance oder körperliche Schmerzen und beschreibt The Wholeness Work® als eine Möglichkeit, sich solchen Themen praktisch und erfahrungsorientiert zu nähern.
  • Die mentalen Resilienz kann die Methode stärken durch mehr Leistungsfähigkeit, Fokus und Wirksamkeit. Gerade dort, wo Stress den Zugang zu Kompetenzen einschränkt, kann sie wieder Verbindung herstellen. Christina verweist in diesem Zusammenhang auch auf Grundbedürfnisse wie Orientierung, Bindung oder Selbstwerterhöhung und beschreibt, dass sich in der Arbeit mit Klientinnen und Klienten häufig zeigt, wie eng belastende Erfahrungen mit verletzten Grundbedürfnissen verbunden sein können.
  • Die emotionale Resilienz wird durch TWW unterstützt, um Gefühle überhaupt wahrzunehmen und sie besser zu regulieren. Dabei geht es sowohl um belastende Emotionen wie Angst, Ärger, Schuld oder Scham als auch um stärkende emotionale Qualitäten. Christina nennt in diesem Zusammenhang auch Dankbarkeit als etwas, das verfügbarer werden kann.
  • Die seelische Resilienz ist für sie besonders zentral. Hier beschreibt Christina The Wholeness Work® als eine Praxis, die Verbundenheit, Grundvertrauen und Transzendenzerfahrungen berühren kann. Es geht um das Erleben, dass der eigene Blick über das unmittelbare Problem hinaus weiter werden kann. Dass da vielleicht mehr ist als nur das Ich, der Stress oder die Krise. Für Christina kann die Methode eine Tür öffnen zu einem anderen Verhältnis gegenüber Belastung und Lebenserfahrung.

Sebastian greift diesen Gedanken auf, indem er zum Schluss das Thema Bewusstsein noch einmal aufgreift. Er beschreibt, wie sich Wahrnehmung in alle Richtungen ausdehnen kann – nach innen, nach außen, nach vorne, nach hinten – und wie dadurch ein Zustand von Präsenz, Wachheit und Verbundenheit entsteht. In diesem Zustand wird man, so formuliert er es, ein Stück weit mehr Teil der Welt, Teil des Ganzen.

So wird in dieser Podcast-Folge spürbar, dass The Wholeness Work® nicht nur als Methode zur Problembearbeitung verstanden wird, sondern auch als Weg zu mehr Verbundenheit, innerer Weisheit und Ganzheit. Genau darin liegt ihr tiefer Bezug zur Resilienz: nicht nur Belastungen zu bewältigen, sondern inmitten des Lebens mit sich selbst und mit dem Größeren Ganzen in Kontakt zu bleiben.


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Transkript der Folge 56

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:


Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


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