Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 48 für Sie zusammengestellt.
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Folge 48: Rethinking: Emotionale Aufrichtigkeit
In Folge 48 von „Rethinking Resilience“ sprechen Sebastian und Ruben über emotionale Aufrichtigkeit – ein Thema, das im Alltag oft unterschätzt wird, aber entscheidend für mentale Gesundheit und zwischenmenschliche Beziehungen ist. Besonders im beruflichen Kontext – etwa bei Polizei, Pflege oder im Kundenservice – geraten Menschen immer wieder in innere Zwickmühlen: Sie fühlen Ärger, dürfen ihn aber nicht zeigen. Die beiden Resilienzexperten beleuchten in dieser Folge, was emotionale Kongruenz bedeutet, warum sie so wichtig ist und wie sie gelingen kann – ohne sich selbst oder andere dabei zu verlieren.
Warum ist emotionale Aufrichtigkeit wichtig?
Emotionale Aufrichtigkeit bedeutet, das, was innerlich empfunden wird, stimmig und klar auszudrücken. Doch viele Menschen geraten in Spannungsfelder, wenn es darum geht, Ärger zu zeigen – besonders in Situationen, in denen emotionale Zurückhaltung erwartet wird. Ruben beschreibt, wie schwer es ihm fällt, in hierarchischen Kontexten Klarheit auszudrücken, weil er befürchtet, Beziehungen zu gefährden.
Sebastian bringt das Thema auf eine tiefere Ebene: Wer in der Kindheit gelernt hat, dass das Zeigen von Ärger zum Liebesentzug führt, wird ihn als Erwachsener eher unterdrücken. Gleichzeitig sei der Ausdruck von Ärger wichtig, weil er auf Werteverletzungen hinweist. Wird Ärger nicht gezeigt, kann das langfristig zu Verachtung führen – eine emotionale Haltung, die Beziehungen massiv schädigt.
Beide betonen: Es geht nicht darum, Ärger unkontrolliert auszuleben, sondern ihn als Signal für wichtige Bedürfnisse und Werte zu erkennen. In Beziehungen schafft der klare Ausdruck von Emotionen Nähe, wenn er auf Verhalten bezogen bleibt und nicht pauschalisierend wird. Emotional kongruentes Verhalten fördert nicht nur die eigene psychische Gesundheit, sondern auch das Verständnis im Miteinander.
Was bedeutet emotionale Kongruenz und was geschieht, wenn sie fehlt?
Emotionale Kongruenz heißt, im Einklang mit den eigenen Gefühlen zu handeln – weder übermäßig expressiv noch unterdrückend. Ruben verweist auf das Phänomen der emotionalen Dissonanz, etwa in sogenannten Emotionsberufen wie der Polizei oder Pflege: Dort erleben Menschen häufig intensive Emotionen, müssen sie jedoch aus beruflichen Gründen zurückhalten und mit einem Lächeln maskieren.
Dies führe langfristig zu Erschöpfung, Zynismus und Empathieverlust – bis hin zu Burnout. Ruben nennt emotionale Dissonanz „ein ständiges Sich-Verbiegen“, was auch durch Studien gestützt wird. Die Lösung liegt in der emotionalen Ausdrucksflexibilität – also der Fähigkeit, Emotionen kontextgerecht zu regulieren und auszudrücken.
Sebastian ergänzt: Emotionale Gesundheit zeigt sich in der Fähigkeit zur Oszillation – also dem Wechsel zwischen unterschiedlichen Gefühlen. Wird diese Schwingungsfähigkeit starr, spricht man von emotionaler Rigidität. Menschen, die ständig „friedhöflich“ wirken – also übertrieben höflich und friedlich – unterdrücken oft einen wichtigen Teil ihrer selbst
Wie gelingt emotionale Aufrichtigkeit?
Ein zentrales Werkzeug ist laut Ruben und Sebastian die Fähigkeit zur wertebasierten Kommunikation: Wer im Ärger ausdrückt, welches Bedürfnis gerade verletzt wurde (z. B. Respekt, Achtsamkeit oder Klarheit), ermöglicht dem Gegenüber, angemessen zu reagieren. Statt sich in der Rolle des Opfers zu verfestigen, entsteht so ein konstruktiver Umgang mit Konflikten.
Beide heben hervor, wie wichtig es ist, Emotionen nicht zu pathologisieren oder zu dramatisieren, sondern sie als Hinweisschild auf nicht erfüllte Grundbedürfnisse zu verstehen. Die Erfahrung beider zeigt, dass häufig in Resilienztrainings Menschen den Raum nutzen, um ihre Emotionen zunächst funktional auszusprechen, um dann im nächsten Schritt zu reflektieren: Welches Grundbedürfnis – z. B. Orientierung, Bindung, Selbstwert oder Lustgewinn – ist verletzt?
Darüber hinaus braucht es Räume der Resonanz: Orte, an denen Emotionen ohne Bewertung geäußert werden dürfen. Das können Inter- oder Supervisionen sein, aber auch Gespräche mit nahestehenden Menschen. Ruben beschreibt solche Räume als Schutz vor emotionaler Vereinsamung, die nachweislich krank machen kann.
Wozu lohnt sich emotionale Aufrichtigkeit – für mich und andere?
Emotionale Aufrichtigkeit ist ein Weg zur inneren Heimat. Ruben erzählt von einer Schildkröte, die nach tausenden Kilometern Migration zu ihrem Geburtsort zurückkehrt – ein Bild für die Rückbindung an das eigene Selbst. Emotionen sind Teil unserer menschlichen Natur. Wenn wir sie erkennen und stimmig ausdrücken, stärken wir unsere Selbstverbindung und fördern tiefe zwischenmenschliche Beziehungen.
Sebastian beschreibt das mit der Metapher einer meditativen Schildkröte in seinem Bücherregal: weich im Inneren, geschützt nach außen – ein Symbol für Resilienz. Die Fähigkeit, sich selbst kongruent zu erleben und auszudrücken, wirkt wie ein innerer Kompass – gerade in Zeiten voller Spannungsfelder und Widersprüche. Beide machen Mut: Emotionen sind keine Schwäche, sondern eine Kraftquelle – vorausgesetzt, sie werden erkannt, gewürdigt und in wertschätzender Weise geteilt.
Transkript der Folge 48
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:
↓ ANZEIGEN ↓ [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Da ging es um das Thema Ärger auch in einem professionellen Kontext bei der Polizei. Und da war eine Führungskräftetrainerin der Polizei, die sagte, naja, also neben den vielen anderen Emotionen, die ihre Kolleginnen und Kollegen so verspüren auf den diversen Einsätzen, die es so gibt, ist die Zwickmühle, dass sie den Ärger verstehen können, ist, dass sie vielleicht selber Ärger haben, den aber nicht in der Art und Weise zeigen dürfen. Das heißt, ja, Zwick und Multimühlen, wohin man schaut. Und dann dachte ich mir nur so, naja, in Bezug auf emotionale Gesundheit und Kongruenz, Dissonanz, also wenn es widersprüchlich ist, die Zwickmühlen, die bei Emotionen manchmal auftreten, aber auch die Art und Weise, wie stark wir sie zeigen, wie stark wir uns erlauben, sie auszuleben. Da würde ich gerne heute mit dir darüber sprechen. Und ja, wenn du all das so hörst, gerne mal so der Blick in dein Persönliches. Wie sieht es denn mit deiner persönlichen? Also du merkst die leichten Fragen gleich zum Start. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Aber das ist mir auch schon sehr auf die Füße getreten in meinem Leben. Und deswegen lerne ich immer mehr, diese Klarheit dann auszudrücken und diese Klarheit zu schenken. So wie Mike Baum es in seinem Lied so schön sagt, schwere Gespräche, leichte Beziehung. Also diese Klarheit zu schenken, damit diese Beziehung leichter wird. Es ist dennoch schwer. Also es fällt mir wirklich bei bestimmten Personen einfach sehr viel schwerer, diese Klarheit zu schenken. Das ist bei neuen Kooperationen der Fall. Das ist in Kooperationen der Fall, wo ich mich in einem tieferen Status sehe, also da tatsächlich bei einem Hierarchiegefilde. Und das sind die Zwickmühlen, die dann auftreten. Weil genau das beim Ärger. Mensch, ich könnte ja dem anderen auf die Füße treten und das könnte negative Konsequenzen haben. Diese Zwickmühle, die dann da manchmal da ist. Aber für sich zu lernen, die von Anfang an auszudrücken, dann diese Klarheit dann zu schenken, damit es nicht dazu kommt, dass da irgendwie die Beziehung auseinander geht. Ja, das ist das Entscheidende dann bei mir. Deswegen bin ich da auch sehr beim Ärger, vor allen Dingen bei den offensiven Emotionen. Carol Izzard hat es als Feindseligkeitstriade bezeichnet. Ärgeregel und Verachtung. In meiner Emotionsaufstellung eher weiter weg von mir, sozusagen, wenn ich das jetzt sozial aufstellen würde, was so meine Beziehung dazu angeht. Aber gut und wichtig. Wie ist es denn bei dir? Weil du sagst ja immer wieder, also du machst ja immer so positives Marketing für Ärger. Und wie ist es denn bei deinem Konkurrenz zu dieser Emotion, aber natürlich auch zu den anderen Emotionen? [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Und das ist ja auch so ein Klassiker, das lernst du halt in der Kindheit. Wenn du deinen eigenen Willen hast, dann wirst du halt im schlimmsten Fall mit Liebesentzug sanktioniert, um dir halt abzutrainieren. Also bitte sei meiner Meinung und nicht die Wertschätzung und Würdigung und auch Freude über die Grenzziehungskompetenz des anderen oder der anderen dann zu haben. Und ich glaube, das hängt einfach auch ein Stück weit mit der Sozialisation zusammen. Was für mich in Bezug auf Ärger extrem lebensverändernd war, war irgendwann die Erkenntnis, dass ich, wenn ich mich ärgere, dass mir dann meistens was wichtig ist. Also die Frage im Sinne von, ich ärgere mich, was ist mir wichtig? Und dann die Dürfniskommunikation oder Wertkommunikation im Sinne von, mir ist hier was wichtig, ich brauche damit ich hier folgendes und dann am besten das werterfüllende Verhalten. Oder dann auch zu sagen, Mensch, also mir ist echt hier gerade ein bisschen, weiß ich nicht, Wertschätzung oder Achtsamkeit oder Professionalität oder so wichtig, gibt halt dem Ganzen den Rahmen. Und da sind wir in der Resilienz ja schon schnell wieder beim Positivbewertungsstil, was Raffael Kalisch ja auch schön beforscht hat und was auch so eine der beiden großen Schulen der Resilienzforschung ja auch ist. Und ich glaube, dass das generelle Umdeuten von Ärger in Werte, in Wertverletzungen und damit halt die Fokussierung auf die Wiedererfüllung des Wertes durch sich selbst, in mir drin oder auch im Kontakt mit anderen, dass das ein wichtiger Punkt ist. Und in meiner Geschichte, ich habe das gefühlt, weiß ich nicht, so vor zwölf, fünfzehn Jahren erst gelernt. Also klar, ärgern konnte ich mich immer schon, meistens dann aber das eher in mir drin gehalten so. Und das, was ich aber merke über diese Zeit jetzt, ist, dass ich, wenn ich das merke, sage, du, habe ich eine Zweckmühle. Und dann stabilisiere ich erst mal die Beziehung. Dann würde ich sagen, Mensch Ruben, also ich schätze dich für und dein Verhalten verletzt einfach bei mir folgenden Wert. Dann bin ich zwar schon immer noch so ein bisschen in so einer Täter-Opfer-Thematik, weil ich finde auch, man muss da nicht immer alles zu sehr weich spülen. Ich könnte ja dann sagen, oh, wenn du dich so verhältst, erlebe ich meinen Wert als geringgradig irritierter. Nee, das geht meistens dann nicht. Da kann man schon mal sagen, pass auf, das Verhalten, da merke ich, das passt nicht zu meinem Wert. So, sorry, geht nicht für mich. Und dann kann man trotzdem klar sein und verbunden. Weil ich glaube, du hast ja eben von deinen Verträglichkeitswerten gesprochen. Ich glaube, wir ärgern uns oft nicht. Zum einen, weil wir Angst vor der eigenen Kraft haben. Also du hast ja Kontakt mit Kräften und Mächten in dir. Ich habe immer so das Bild vom inneren Krieger, der dann die flammenden Schwerter zieht. So, die Macht ist stark in ihm. Das ist so auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite ist halt die Frage, wie viel lasse ich davon nach draußen? Und dieses Außer-sich-Sein, also wenn die Vulkankompetenz voll angeschaltet ist, dann kann man nicht sagen, ach, ist mir ein bisschen zu heiß, mach mal ein bisschen lockerer. Nee, dann brennt die Hütte. So im wahrsten Sinne des Wortes. Und ich glaube, das ist einfach immer noch ein Struggle, den ich habe. Und wo ich dann aber relativ schnell einfach sage, finde ich nicht gut. Also ich habe gute Möglichkeiten, das drin zu behalten, das zu kommunizieren, dass mein Gegenüber schon merkt, nee, ist jetzt nicht okay. Und ich fokussiere intern immer relativ schnell auf das, was halt so das Thema Werte angeht und frage mich, wie kann ich den Wert noch leben? Wie kann ich noch damit umgehen? Und klar, ich bin total harmonieorientiert. Also ich habe auch keinen Bock darauf, mich zu streiten, habe auch keinen Bock auf irgendwelche Spiele oder ach, das finde ich alles auch sehr mühselig, muss ich ganz ehrlich sagen. Und gleichzeitig sind halt die Emotionen Ärger und aber auch alles, was in der Werterfüllung ist, Freude, extrem wichtig, um mir halt meinen Weg zu zeigen. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Und sagen, betonen auch immer wieder, ja, Diskussionen, sozusagen harte Diskussionen sind ganz normal in der Beziehung sind auch wichtig, über die Dinge zu sprechen, viel schwieriger wird, wenn jemand einen Ausdruck zeigt und da wird überhaupt nicht drauf eingegangen. Also das Thema Mauern oder wenn sich das dann entsprechend dann auch generalisiert, diese Thematik. Also was ich immer wieder beobachte ist, du ärgerst dich über eine Person, sagst was dazu. Ärgerst dich wieder, sagst was, bietest deine Werte an und so weiter und so fort. Die Person macht es aber immer wieder, dass sie die Werte verletzt und dann irgendwann generalisiere ich das und dann ist es die Verachtung. Dann ist es auf die Person gerichtet und nicht mehr auf das Verhalten. Ja, weil genau die Rückmeldung, die du ja gibst damit, das Beispiel, was du genannt hast, ist, Ruben, dieses Verhalten verletzt meine Werte. Und deswegen ist es noch auf Verhalten bezogen. Und wenn sich das dann immer wieder generalisiert, dann ist das extrem schwer für die Beziehung, weil Verachtung ist halt ein weiterer Punkt, der für die Beziehung extrem schädigend ist und wo ich in eine Abgrenzung gehe und so weiter. Deswegen der Ausdruck von Ärger und diesen Ärger dann auch anzunehmen und es zu sehen als hey, da ist gerade jemandem was wichtig, ja auch beim Beschwerdemanagement. Ja, das finde ich immer wieder so spannend zu beobachten und ich sage jetzt wirklich spannend, weil ich es scheiße finde. So für mich. Ich rufe irgendwo an und beschwere mich über, dadurch, dass mein Vertrag jetzt bei einem Telefonanbieter beispielsweise nicht so gut funktioniert, ja und dass ich da bestimmte Elemente nicht kündigen kann. Und dann habe ich an der anderen Strippe eine Person, wo ich sehe, alles klar, die liest gerade den Skript ab und die sagt mir irgendwas jetzt gerade und ich sage immer weiter und weiter und ich bin freundlich aber bestimmt und drücke funktional aus meiner Sicht natürlich meinen Ärger aus und dann staut es sich hoch und dann sagt die Person an der anderen Strippe den magischen Satz, ich verstehe sie. Und dann höre ich mich sagen, beweisen sie es. Also von wegen, spiegeln sie mir zurück, was sie verstanden haben. Haben sie wirklich verstanden, was mir hier wirklich wichtig ist? Weil wenn das der Fall ist, dann geht der Ärger auch runter. Ja, also ich kann natürlich meine eigenen Werte damit reflektieren, aber ich kann natürlich auch dem anderen zu verstehen geben, hey, wir sind hier auf einer Wellenlänge, was diese Thematik an oder bzw. ich habe ein Verständnis davon, was ihnen hier wirklich wichtig ist, deswegen lassen sie uns doch mal gemeinsam gucken, wie wir diesen Wert erfüllen können, wie wir dieses Ziel hier erreichen können. Und da bringt der Satz, ich verstehe sie nicht. Ich verstehe sie nichts, so ist die Betonung richtig. Da muss ich schon den Beweis haben, dass ich den Wert dahinter erkannt habe. [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Dann hast du aber natürlich sofort die Zwickmühle, dann bist du sofort in so einer Täter-Opfer-Beziehung, weil du als Täter ja jemanden hast klein werden lassen und Opfer werden lassen so oder zum Opfer gemacht hast. Und dann wird Ärger ja manchmal auch als quasi fast schon auch Gewalt erlebt oder Gewalt sozusagen definiert oder beschrieben, wo ich dann auch mal gesagt habe, nee, also ich wollte nur mal sagen, was mir hier wichtig ist. Und ich darf doch hier meine Wahrheit sprechen. Und ich glaube, dass der größte Gefallen, den man Menschen tun kann, ist einen gesunden Ärger, einen funktionalen Ärger, eine, ich nenne das manchmal auch so Grenzziehungskompetenz und Klarheitskompetenz und ja auch von mir aus Vulkankompetenz. Also mal mit der inneren Kraft und Stärke in Kontakt zu kommen und das zu würdigen und sagen, hey, dir ist hier gerade was wichtig. Was ist dir denn wichtig? Weil das fokussiert sofort ja auch wieder in sich rein und zwar auf das, was an Werten gerade momentan als verletzt erlebt wird. So. Ich glaube, dass Werte tatsächlich mit diesem Blick auf Emotionen eine ganz wesentliche Rolle spielen, weil die natürlich auch bei anderen Emotionen relevant sind. Dieses Thema Kongruenz im Ausdruck und da würde ich heute gerne mit dir drauf gucken, ist die emotionale Gesundheit. Also was macht denn das eigentlich mit der Gesundheit, wenn ich meinen Ärger nicht kongruent ausdrücke und nicht sagen kann, du pass auf, da habe ich eine Zwickmühle. Ich kann euch verstehen. Also jetzt denk mal wieder an die Polizei. Die hat ja ganz oft bei irgendwelchen Situationen so dieses, wo ich so denke, ja, ich kann euch verstehen. Und auf einem höheren Level, auf einer höheren Ebene haben wir als diejenigen, die das Gewaltmonopol im Staat haben, hier einen Auftrag. Und brauche ich eine Form von Aufgeben der individuellen Perspektive und der individuellen Werte hin zu kollektiven Werten für die, die dann in dem Moment stehen und mit allen Zwickmühlen. Und ich würde mich sehr freuen, wenn wir heute für diese Zwickmühle, die wir so haben und all die Spannungsfelder, die wir gerade aushalten müssen, gerade auch in Bezug auf das Thema, auch alles, was politisch ist, alles, was in der Welt im Prinzip passiert. Da kann man ja sehr wütend die ganze Zeit sein. Und ich weiß noch, vor ein paar Jahren ging dann dieser Spruch mütend rum. Also müde und wütend ergibt dann mütend, weil man einfach von Ärger zu Ärger zu Ärger kommt und schon gar nicht mehr weiß, wann man mal in die Freude switcht oder wann man da mal wieder irgendwie den Zustand wechselt, sondern eigentlich so ein permanentes sich ärgern. Und diese emotionale Gesundheit, was die mit Konkurrenz zu tun hat, da würde ich jetzt gerne heute mal mit diesem kleinen Deep Dive machen, weil ich glaube, dass das für viele Leute einfach sehr, sehr wertvoll sein kann. Definitiv. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Und ich würde da gerne mal ein bisschen auch größer einsteigen bei dieser Thematik, weil ich finde es echt spannend, wenn wir beispielsweise in die positive Psychologie reinblicken. Da gibt es den sogenannten Flourishing-Quotienten von Dr. Barbara Fredrickson und sie sagt, dass eine wirklich optimale, gesunde Lebensführung, also ein Flourishing, ein Aufblühen eines Menschen dann entsteht, wenn es ein Verhältnis im emotionalen Alltag oder im emotionalen Alltagserleben von drei angenehmen zu einer unangenehmen Emotion ist. Es ist nicht 3 zu 0, es ist 3 zu 1. Die eine Emotion, die darf da sein. Ja, und die soll auch da sein. Weil wenn wir das nicht machen, wenn wir diese unangenehmen Emotionen nicht zulassen, dann verkalken wir emotional. Das bedeutet, wir werden irgendwie emotional rigide und dann sagen wir uns sowas wie, ja, ich muss glücklich sein, ich muss die ganze Zeit gut drauf sein. Ja, weil ich meine, alleine die Unterscheidung in die Kategorien positive und negative Emotionen sagt, das eine ist positiv, da soll ich hingehen. Ja, und das eine ist negativ, Gotteswillen, mach das mal auf die Seite. Deswegen für uns die Unterscheidung eher in angenehm-unangenehm oder funktional-dysfunktional. Also es scheint manchmal so, als ob wir in einer Glücksdiktatur leben. Das ist ein Titel eines Buches von Edgar Cabanas und Eva Illus. Das Glücksdiktat und wie es unser Leben beherrscht, das fand ich wirklich sehr spannend in diesem Bezug. Genau diese Sprüche, die dann sind, good vibes only, fake it till you make it, das Leben ist zu kurz, um traurig zu sein, ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag, lieber heute lächeln als morgen weinen, schau immer nach vorne, nie zurück und so weiter. Das ist alles gut gemeint. Und da steckt ganz viel Gutes auch dahinter. Nur wenn wir in unserer Betrachtung der Welt nur sozusagen das Positive sehen wollen und das Leben hat nun mal seine Schattenseiten und zu lernen, damit klarzukommen, darum geht es. Ja, und da eine Flexibilität dann auch für sich zu haben. Und genau in solchen Berufen wie die Polizei beispielsweise, die zu den sogenannten Emotionsberufen gehören oder Emotion Work Berufe, Berufe, die eine intensive zwischenmenschliche Interaktion erfordern. Da werden die Menschen, die dort arbeiten, häufig sozusagen von dem sozialen Gefüge dazu gezwungen oder die fühlen sich davon gezwungen, bestimmte unangenehme Emotionen zu unterdrücken, wegzudrücken und mit einem Lächeln zu maskieren. [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Also wenn Menschen ihre, jetzt mal meine Übersetzung, ihre Oszillationsfähigkeit verlieren, ihre Schwingungsfähigkeit, also sowohl das eine als auch das andere und versuchen sich, sagen wir mal, vielleicht auch durch irgendwelche Einwirkungen von außen, also irgendwelche, seien es jetzt Medikamente oder seien es irgendwelche anderen Dinge, zum Beispiel auch die Pille. Also mich mit einer Hormonexpertin mal unterhalten und die sagte, naja, die Pille, wenn man die nimmt, dann nimmt die den Frauen einen Großteil ihrer Schwingungsfähigkeit. Sie sagte, ja, es gibt ganz viele Paare tatsächlich, die zusammenkommen, wo sie die Pille nimmt. Und in dem Moment, wo sie dann die Pille absetzt, trennen die sich. Weil sie sagte, naja, die Pille gaukelt ja dem Körper was vor, wo die Art, wonach der Körper sucht oder wonach das System sucht, ein anderes ist, als wenn ich die Pille eben nicht nehme. Und da habe ich dann nur gesagt, okay. Und sie sagte, ja, wenn du dir mal die hormonellen Zyklen anguckst, unter Einnahme von Pillen ist das stark verändert, weil dem Körper wird ja was vorgemacht sozusagen. Und sie sagte so, ja, das ist ganz häufig so oder das auch sozusagen dann so extreme, so dieses extreme Attention Seeking, so diese ganz extreme Aufmerksamkeit oder extreme Sicherheit, das in diesen Situationen stattfindet oder eben auch, sage ich mal, durch irgendwelche Schwermetallbelastungen in irgendwelche anderen Richtungen halt gebracht wird. Also sprich, so eine Art Grundentzündlichkeit im Körper da ist. Dann versuchst du ja aus der Grundentzündlichkeit immer über, weiß ich nicht, Dopamin oder was auch immer rauszukommen und daraus zu oszillieren. Das finde ich hochgradig spannend. Und ich hatte mal einen Klienten, der jetzt, ach, Taladafil oder Tadalafil oder so. Also na ja, wenn man morgens halt merkt, dass das, was sich morgens zeigt, nicht mehr so da ist, wie es da sein sollte, dann hilft das. Und da waren auch extreme Schwankungen in Bezug auf, sage ich mal, Freiheitsliebe und so weiter und auch Aggression auf der einen Seite und auf der anderen Seite in Richtung so sehr anhänglich, sehr kuschelig, also einfach sehr dysfunktional, inkongruent, in die Extreme gehend. Und das finde ich so interessant, dass da die emotionale Gesundheit ja auch massiv darunter leidet, weil es irgendwie immer so das Hächeln von Extrem zu Extrem ist. Ich meine, komplett dissoziiert so durch den Alltag neutral zu gehen, ist auch nicht günstig so. Aber eine gute Form von Schwingungsfähigkeit, das ist auch was, wo es aus meiner Sicht lohnt, eigentlich jeden Tag in die Richtung zu arbeiten und einfach zu gucken, Mensch, wie schwinge ich denn heute, ohne dass ich das jetzt so massiv auf die eine oder andere Art und Weise zu pushen versuche. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Weil es so wichtig ist, sie zu erkennen, weil sie nun mal auch da sind, weil wir sie nun mal auch im Alltag erleben und dann geht es wirklich nur darum, wie kriege ich es hin, damit dann auch entsprechend umzugehen. Weil wir Menschen sind vielfältig. F-E-E-L. Also das finde ich auch, sollte sich jeder im Unternehmen, was Diversity Management und sowas angeht, auch mal angucken, dieses Thema, wie sehr dürfen denn ein breites Spektrum von Emotionen ausgedrückt werden? Wie hoch ist die Emodiversity, also die emotionale Diversität, die Vielfältigkeit? Und wie sehr haben wir auch Emotionen, die da auf der Ersatzbank sind oder ganz weit weg sind, die hier nicht erlaubt sind? Und es ist so wichtig, diese Vielfältigkeit zu leben, weil das hat nach außen, also im zwischenmenschlichen Kontext, negative Auswirkungen, wenn wir andauernd unsere Emotionen unterdrücken und auch innerlich, psychisch wie körperlich. Beispielsweise, wenn wir Emotionen andauernd unterdrücken, stört das das Miteinander. Also Personen, die ihre Gefühle zurückhalten, werden oft als schwieriger, angespannter und weniger umgänglich wahrgenommen, die die Emotionen offener ausdrücken, eher als zugänglicher, lebhafter und so weiter und so fort. Das ist eine Studie von 2016. Das wird dann besonders deutlich, wenn man dahin guckt, was eigentlich mit Menschen, die sich in ein neues Umfeld reinbringen. Weil da ist ja auch immer die Frage, wie zeige ich jetzt mich, was zeige ich denn von mir und so weiter und so fort. Und die, die offener ihre Gefühle ausdrücken und die nicht so sehr zurückhalten, die bekommen mehr sozialen Rückhalt und die knüpfen auch schneller Freundschaften und werden besser aufgenommen dann in dieser neuen Umgebung. Und das ist einfach extrem wichtig, also sich nicht diese emotionale Maske da aufzusetzen. Natürlich Oversharing, da sind wir natürlich auch wieder bei einer Thematik. Also jetzt muss man drauf gucken, in welchen homöopathischen Dosen zeige ich denn mein Inneres, weil das könnte auch nochmal das Zwischenmensch hier echt stören. [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Ist das zu viel? Und so weiter. Wobei der Freund, ich nicht, sich irgendwann mal entschieden hat, zu sagen, also entweder so oder gar nicht. Weil wenn ich so bin, wenn sich das für mich kongruent anfühlt, dann will ich so sein. Und wenn das der Kontext ist, meine Hypothese ist immer, trust your system, trust the process, also vertraue deinem System. Und wenn es in die Verbindung, sei es jetzt zu anderen Menschen, seien die jetzt Freunde, Lebenspartner, Klientinnen, Klienten, Trainingsteilnehmende und so weiter sind, dann vertraue ich der Verbindung, die ich zu diesen Menschen habe. Und ich vertraue vor allem meinem klugen Unbewussten, dass das mir genau das zur Verfügung stellt in dem Moment, was halt richtig ist. Oversharing ist für mich so ein Thema, was, wie soll ich sagen, in der Reflexion für mich was ist, wo ich so denke, wofür mache ich das? Wenn es ein Teilen ist im Sinne von, ich möchte, dass du das weißt, dann ist das für mich in Ordnung. Wenn ich damit eine Reaktion oder irgendwas hin manipulieren will, ist das für mich nicht in Ordnung. Und da habe ich vor Jahren schon auch im Coaching daran gearbeitet, weil ich so für mich gemerkt habe, dass das manchmal irgendwie von mir der Versuch einer Lösung ist, einfach eine bestimmte Reaktion zu bekommen oder irgendwas zu machen. Und da habe ich mich sehr ernst hinterfragt für meinen Kumpel da, weil ich das dann auch mit ihm geteilt habe. Und das fand ich ganz spannend, dass sozusagen solange sich das kongruent anfühlt, also karma-neutral, aus einer Wertschätzung des Gegenüber heraus, einfach sowas wie Hey, sieh meine Emotionen hier, ist das in Ordnung. Und gleichzeitig glaube ich, dass das immer auch individuell von den Menschen ist und immer auch für den Menschen unterschiedlich aussieht. Es gibt da Menschen, die haben die ganze Zeit Drama, weil das irgendwie so der Standardmodus ist. Und dann gibt es Menschen, die sind halt so in so einem normalen Oszillationsthema. Und ich glaube, was Kongruenz bedeutet, ist für mich dieses Thema, passt es zu mir, zu meinem Wesen, zur Situation? Also immer diese Passung auf das, was gerade ist. Und mich interessiert, und das so als kleiner Schwenker, sind ja gerade abgebogen vom Thema Emotion-Work-Berufe, weil da ja sowohl Polizei ist ein Riesenthema. Ich erlebe es von einer guten Bekannten von mir immer wieder. Die ist bei der Lufthansa Flugbegleiterin. Und der Mann ist da eigentlich immer nur am Zuhause in den Arm nehmen, ist alles gut und so weiter. Bis hin zur Pflege, wo ich halt auch schon viele Seminare gegeben habe, die ja auch permanent in Zwick und Multimühlen sind. Und da würde mich mal so, ja im Prinzip, was sagt die Forschung? Was sagst du als Experte für emotionale Resilienz? Was kann man da machen? [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Emotionale Dissonanz bedeutet, Emotionen runterdrücken und mit einem Lächeln maskieren. Es ist ein ständiges Sich-Verbiegen. Und eine Kollegin Ute Klein hat mal gesagt, Burnout entsteht aus der Summe des Sich-Verbiegens. Fand ich einen sehr schönen Satz. Und sehr erkennbar auch beim Thema emotionale Dissonanz. Also genau diese Thematik von, ich bin die ganze Zeit jemand anders, weil mir das von außen so gesagt wird. Dieses Thema fake it till you make it, also sich glücklich lächeln, funktioniert, wenn es freiwillig ist. Es funktioniert nicht, wenn es dauerhaft ist und wenn ich das Gefühl habe, andere wollen das von mir und das muss ich jetzt machen. Weil was da die Studienlage entsprechend zeigt, ist, dass genau das, diese emotionale Dissonanz zu emotionaler Schöpfung führt, ist total anstrengend, sich die Dissonanz zu verbieten. Führt zu Zynismus, den Menschen gegenüber, denen ich eigentlich helfen möchte oder die ich eigentlich unterstützen möchte als Flugbegleiterin, als Polizistin und so weiter und so fort. Das führt wiederum zu Verachtung, den Menschen gegenüber. Verachtung schaltet im Hirn die Areale aus, die für Empathie zuständig sind. Also ich habe eine verminderte Empathiefähigkeit. Auch blöd, weil das ist richtig für die Performance innerhalb meiner Rolle als Servicekraft oder jemand, der der Zivilgesellschaft dann dient. Das Schlimme ist, das Ende dieser Kette, dieser Negativkette ist dann Burnout und emotionale Dissonanz. Studien zufolge beeinflusst Burnout stärker als ein hohes Arbeitspensum und viel Zeitdruck. Holländische Untersuchungen, die dazu gemacht wurden, die auch mehrmals repliziert wurden. Krankenschwester waren dabei, Polizistinnen waren dabei, Flugbegleiterinnen und so weiter und so fort. Das war alles dabei. Und die Antwort darauf, wie können wir das denn jetzt lösen, diese emotionale Dissonanz, ist die emotionale Ausdrucksflexibilität. Also genau diese Fähigkeit zu schauen, was passt jetzt in den Kontext hinein, in dem ich drin bin. Zu der Beziehung, die ich habe mit der Person und den Gesprächszielen, die ich habe mit der Person. Und wie passe ich jetzt meinen emotionalen Ausdruck so an, dass es hier gerade dienlich ist und dass ich auch entsprechend die Bedürfnisse hinter der Emotion, die gerade bei mir da ist, dann auch entsprechend erfüllen kann. Also beim Thema Ärger, wie kann ich der Person so viel Klarheit schenken, dass wir trotzdem danach noch zusammenarbeiten können? Und gleichzeitig ist der Person aber klar gemacht habe, so funktioniert das nicht, wenn wir weiterhin gut zusammenarbeiten wollen. Und das ist tatsächlich die hohe Kunst. Und da ist auch Emotionswissen extrem entscheidend, also für sich auch benennen zu können, was ist denn das jetzt gerade bei mir? Ist es eine Angst, ist es eine Trauer, ist es eine Scham, ist es ein Ärger und so weiter? Dann dahinter zu erkennen, welches Bedürfnis steckt denn dahinter? Also was will die Emotion jetzt gerade von mir? Welches sozusagen Bewegungsprogramm oder Verhaltensprogramm wird denn da jetzt gerade in mir abgespielt, wo es hingehen sollte? Und dann entsprechend für sich zu gucken, okay, was ist denn jetzt eine gute Art und Weise, um damit umzugehen? Bei Ärger zum Beispiel die Wertekommunikation, die du da angeboten hast. Und was auch extrem wichtig ist, ja, und das zum Beispiel auch im Polizeikontext fand ich eine extrem spannende Studie, als ich letzte Woche bei den Fügungskräftetrainern der Polizei war für den Vortrag, habe ich diese Studie auch entsprechend rausgesucht. Die ist relativ aktuell, also die ist erst fünf Jahre alt, die heißt Robocop, the Depersonalization of Police Officers and their Emotions. Also es geht hier wirklich darum, dass Polizistinnen und Polizisten mal berichten, wie ist denn deren Erleben als Mensch in ihrer Rolle innerhalb der Polizei. Und deswegen Robocop, weil Polizistinnen und Polizisten immer wieder zugesprochen wird, hey, die haben hier zu funktionieren und die sollen keine Emotionen haben und so weiter. Und die Polizistinnen und Polizisten, die das für sich, die werden auch schneller krank und die leiden schneller an Burnout und so weiter, so was ist die Lösung und die wurde auch da drin vorgestellt. Es braucht Orte, Räume, wo Menschen sich über ihre wahren Emotionen austauschen können, wo denen dann auch zugehört wird. Das können Intervisionen sein innerhalb der Polizei, das können Supervisionen sein von einer externen professionellen Person, wo die mal darüber sprechen. Ein Führungskräftetrainer hat ein schönes Bild genannt, das ist manchmal bei den Polizisten so wie Katzen, die sich lecken und dann sozusagen einen Haarball sammeln, sozusagen im Polizeialltag. Und bei denen im Training dürfen die den dann endlich auskotzen. Und dann dürfen die ihn mal rauslassen und dann betrachtet werden und so weiter. Fand ich ein sehr interessantes Bild an der Stelle, weil genau so ist das, dass du dieses, du brauchst dieses, hey, schaut mal, was mir alles passiert ist. Und das ist ja genau diese Thematik des Beils, den man dann betrachtet. Oder ausspucken kann man auch sagen, sorry für das Bild jetzt an der Stelle. Deswegen ein Raum, wo mir jemand zuhört, wo mir Mitgefühl geschenkt wird. Es gibt auch Untersuchungen, das ist jetzt hier aus der Onkologie, in der Ärzte-Patienten-Kommunikation. 40 Sekunden Mitgefühl reicht aus, um das emotionale Stresslevel signifikant zu reduzieren. Also mal diese Räume zu haben. Und es wird jetzt immer wieder auch über dritte Orte gesprochen in der Gesellschaft, also Orte, wo man einfach hingehen kann außerhalb des privaten Umfelds, außerhalb der Arbeit. Diese zwei Orte, aber dann noch einen dritten Ort, wo du dich einfach mit anderen Menschen dann auch austauschen kannst. Begegnungsstätten, wo ich mich verstanden fühle. Und sobald ich mich verstanden fühle in meiner Emotion, ja auch dieses Thema, das zu benennen, name it to tame it, nach Daniel Siegel, hat da schon eine extrem wichtige Funktion, dass sich mein emotionaler Stresslevel reguliert und sich meine Maske sozusagen entspannt, weil ich mich endlich mal offen zeigen darf. Auch das erlebe ich, ist vielleicht bei dir ähnlich, Sebastian, in meinen Resilienz-Trainings immer wieder auch. Also manchmal ist wirklich eine halbe Stunde oder Stunde, manchmal auch länger, verbringen wir damit, dass die Menschen aus den Unternehmen sich dort funktional auskotzen dürfen. Die haben einen Raum, wo sie sich verstanden fühlen, wo ihnen zugehört wird. Oh nein, nein, das macht schon eine Menge. Und dann auch zu sehen, dieses Common Humanity, also diese gemeinsame Menschsein zu spüren. Hey, mir geht es so ähnlich wie dir, aber jetzt haben wir es endlich mal ausgesprochen und jetzt ist das endlich mal im Raum und es darf dann auch entsprechend geteilt werden. Was auch manchmal natürlich passiert vor diesem oder ja nach diesem name it to tame it, also nach dem name it ist nicht immer erst mal tame it, sondern manchmal ist da auch so eine Art, Kristin Neff hat es so schön geschrieben, also die Begründerin der Selbstmitgefühls als Backdraft Rauchgas Explosion, also dieses Thema, ich öffne mal die Tür zu der Emotion und dann explodiert die erst mal, weil die so lange nicht betrachtet wurde. Und die Emotionen werden stärker, wenn die lange nicht betrachtet werden. Motoki Ton hat so ein schönes Bild, die Emotionen gehen in den Keller und pumpen, gehen trainieren und kommen stärker wieder hoch, wenn wir sie runterdrücken. Ja, und genau so ist es. Genauso fühlt es sich dann auch an, dieses andauernde, ständige Unterdrücken und Vernachlässigen, die verschaffen sich schon Gehör. Also deswegen die zwei Möglichkeiten, diese Ausdrucksflexibilität, dann auch trainieren, diese Emotionen für sich dann kennenlernen, zu sagen, was will die mir denn sagen und wie passt das jetzt hier in dem Kontext, dass ich sie ausdrücke. Ja, manchmal ist es auch dann ein 1 zu 1 Kontext, der dann besser ist, wenn es dann gerade nicht in der Gruppe passt, aber Hauptsache es kommt irgendwie raus. Und das andere ist, sich Räume zu holen, wo ich mal mich jemandem zumuten darf, der mir dann auch wirklich zuhört. Und alle werden merken, das sind die Menschen, mit denen ich am liebsten dann zusammenarbeiten möchte. Da spielt wirklich Empathie, Mitgefühl eine riesengroße Rolle, weil so entsteht übrigens auch Intimität. Intimität ist das Wechselspiel aus einer Selbstoffenbarung einer Person und ein feinfühliges darauf eingehen einer anderen Person. Und wenn wir das hinkriegen, das wäre wirklich wunderbar, dann leben wir viel eher in einer Welt, wo wir Emotionen offen ausdrücken dürfen, weil wir sie einfacher erkennen als Hinweisschild auf ein unerfülltes Bedürfnis. [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Und natürlich müssen solche Sachen mit einer würdigenden und wertschätzenden Haltung, muss mit denen begegnet werden. Idealerweise lässt man sich davon dann nicht im Prinzip anstecken, also im Sinne von da in eine einseitige Parteinahme gehen, sondern wenn ich sowas mache, höre ich immer und das ist quasi auch wieder eine Form von Positivbewertung, höre ich immer verletzte Bedürfnisse. So das heißt, ich sage erstmal so, tun sie es mal raus, immer raus damit und bis nichts mehr drin ist, wunderbar und dann erkläre ich kurz die vier Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe und sage dann, naja, also das kann sie ja nur so antriggern, weil es etwas gibt, was für sie wichtig ist, was in dem Moment nicht erfüllt ist. So, da dem so ist, lassen wir uns doch mal hingucken, was daran triggert sie so, was daran lässt sie so reagieren. Da bin ich sprachlich auch ganz bewusst so, dass ich sage, was triggert sie da so, das ist ja eine aktiv, also etwas Aktives, also etwas im Außen macht was mit mir, da muss man einfach auch klar haben, dass das in dem Moment zum Opferleben beiträgt. Wenn ich sage, Ruben, was macht denn die Welt wieder mit dir, dann reduziere ich tendenziell damit bei dir Selbstwirksamkeit, weil ich die Welt als Täterin, Täter und dich halt als armes Opfer halt beschreibe. Für einen Pacing, also für ein dir in deinem Erleben zu begegnen, ist das super, weil dann kann ich sagen, Mensch, was macht die Welt mit dir, ich könnte auch sagen, wie reagierst du wieder auf, und das hat Gunter Schmidt mal so schön angeboten, die Stresseinladungen, die du so bekommst und wie würdest du gerne noch reagieren. So, wenn es erst mal draußen ist, wenn es erst mal verschriftlicht wurde, und ich lasse das in der Regel auch handschriftlich aufschreiben, weil da weiß man auch, schreibt man es handschriftlich auf, macht es einen Riesenunterschied, ich externalisiere das Ganze, meistens sage ich fünf Worte oder weniger, einfach um es auf den Punkt zu bringen, also da finden schon Verarbeitungsprozesse statt, dann sage ich, okay, wenn das für sie so unangenehm ist, welche ihrer ernstzunehmenden, wichtigen Grundbedürfnisse, die in ihrer Gesamtheit für ihre mentale Gesundheit sorgen, wenn sie konfliktfrei erfüllt sind und zueinander passen, welche sind da noch nicht ganz erfüllt? So, noch nicht ganz erfüllt, noch gleich so ein bisschen das wachstumsorientierte, die wachstumsorientierte Haltung oder das Growth Mindset von Carole Drake rein, und dann wird meistens klar, da brauche ich Orientierung und Kontrolle, da brauche ich Bindung, das macht mir keinen Spaß, da hätte ich gerne ein bisschen Lust gewinnen, das ist für mich als Mensch nicht okay, das werde ich in meinem Selbstwert nicht gesehen, ach super, und die krassen Stresshoren, die krassen Dinge, die die Leute wirklich in die intensiven Emotionen bringen, die sind meistens entweder mit einem Grundbedürfnis, was richtig weggegrätscht wird, zu erklären, oder mit drei oder vieren, die alle weggegrätscht werden. Und dann ist es doch berechtigt, dann erzeuge ich damit Verstehbarkeit, das heißt, es ist völlig okay, sich so zu fühlen, das zu erleben, ist völlig in Ordnung. Damit habe ich in der inneren Bewertung natürlich auch schon wieder gleich diese Dissonanz aufgehoben, so nach dem Motto, ja was bin ich denn jetzt so, den anderen macht das doch auch, also diese Vergleichsnummer fällt weg, und dann kann ich umfokussieren, sagen, hey, wenn ich das so klar habe, was könnte ich denn tun für meine Grundbedürfnisse, aber halt in einem anderen Kontext. Und schon wird, wenn ich das wieder erlebe, über den Fokus auf die Grundbedürfnisse, sofort eine Umbewertung vorgenommen innerlich, das heißt, ich habe auch wieder den positiven Bewertungsstil da drin, das wird dadurch noch nicht angenehm, es wird aber ein Erinnerungshelfer für meine Grundbedürfnisse. Das heißt auch hier, ganz im Sinne von was Milton Erickson immer das Utilisationsprinzip genannt hat, also die Nutzbarmachung von Symptomen, von Unangenehmen, von Reizen für die Erinnerung an etwas Ressourcehaftes, Positives, wie auch immer, die wird dann entsprechend, ja wie soll ich sagen, genommen, um in so einer Situation, wenn ich richtig im Stress bin, sagen, ah, ich merke, ich brauche hier was. Wenn es nicht in der Situation klappt, dann auf jeden Fall danach, im, wie du so schön sagst, Intervisionskontext, oder einfach abends, nach dem ganzen Mist, zusammen irgendwo sitzend, sagen, boah, das ging heute wieder, also mein Selbstwert hat heute wieder echt gelitten und ich bin stolz, dass ich das heute irgendwie über die Bühne gekriegt habe und ich bin dankbar, dass wir das hier zusammen gemacht haben. Also dann eher in die Stärkung zu gehen. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Und ja, das braucht es dafür, diese Resonanzräume, aber auch definitiv mit mir selbst. Also dieses innere Heimatfinden, das erinnert mich total an ein Erlebnis, das ich hatte mit Schildkröten. Und zwar war ich in Ghana, in Boudre, damals so nach dem Abi, das war ja meine Selbstfindungsphase, wo ich sagte, erstmal ins Ausland reisen und irgendwie nach Afrika, weil das ist ja, da lerne ich mich bestimmt kennen, Robert Redford gechannellt, bei Jenseits aus Afrika und so weiter. Und war ich in Boudre mit meinem guten Kumpel Jakob, habe ich dort kennengelernt und dann durften wir erleben, wie Schildkrötenbabys schlüpfen. Das ist wirklich der absolute Hammer. Ja, dann sind die da so geschlüpft aus ihren Eiern, ganz geschützt haben wir darauf geachtet, sind ja irgendwelche Möwen oder so, dürfen da ja nicht rein, also waren immer mit ganz vielen Zwickmühlen verbunden, weil du willst ja auch helfen, weil die gehen dann da raus und dann flapsen die da so mit ihren Flossen da und dann auf Schnurstracks in Richtung Meer. Und dann ist das total spannend zu sehen, werden die von den Wellen erfasst oder werden die nicht von den Wellen erfasst. Und dann wurden sie von den Wellen erfasst und dann schwimmen sie los und migrieren tausend Kilometer weit raus. So und jetzt fand ich es spannend, dann habe ich später nochmal recherchiert, was machen denn Schildkröten denn so? Weil ich habe auch vor Ort gehört, die kommen wieder zurück. Das ist ja krass, weil die haben etwas, das nennt sich Magnetic Imprinting. Die prägen sich das elektromagnetische Feld der Insel ein, wo die geboren wurden. Und wenn es Weibchen sind jetzt beispielsweise, dann migrieren sie dann auch wirklich überall und dann schwimmen tausend Kilometer und für die Geburt ihrer eigenen Kinder und für den Tod kehren sie wieder zu dieser Heimatinsel zurück. Und wie erkennen sie es? Indem sie dieses elektromagnetische Feld wieder erkennen. Und die Schildkröten erinnern mich immer daran, die innere Heimat zu finden. Das wiederzuerkennen, was so das Rohmaterial unseres Selbst ist, also das, was uns wirklich ausmacht als Menschen und Emotionen gehören nun mal dazu. Also lasst uns mal hier dieses elektromagnetische Feld, was das angeht, dann auch immer wieder erkennen, um diese innere Heimat dann auch wiederzufinden und zurückzukehren zu dem, was uns wirklich menschlich macht. Und deswegen auch diese Verletzlichkeit zeigen zu dürfen und anderen Menschen die Verletzlichkeit zugestehen und dann angemessen darauf einzugehen. [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] Und die hat mir jemand im Sommer geschenkt von meinen lieben Freunden zum Geburtstag und sagte nur, sagen dieses sich Ausruhen, dieses im Innen weich und verletzlich und im Außen gut gestärkt. Also dieses, diesen Widerspruch und manchmal sich zurückziehen, wenn es ein bisschen komisch wird, dann wieder in die Welt kommen und trotzdem sich gut in der Welt bewegen zu können. Meine gut, Schildkröten zeichnen sich jetzt nicht in seinem Landleben dadurch aus, dass sie auf jeden Baum raufkommen. Und gleichzeitig ist das schon auch wieder so ein Wunderwerk. Und die sagten dann so, naja, also so viel wie du dich mit Resilienz beschäftigt hast, das ist doch fast schon sozusagen so ein guter Schutz. Und da habe ich gesagt, ja. Und tatsächlich diese meditative Haltung, die diese Schildkröte hat, die spielt eine wesentliche Rolle. Und die steht bei mir im Bücherregal, erinnert mich daran. Und ja, ab und zu schaue ich da mal hin und dann denke ich mir so, ja, das ist gut. Und das Ganze mal wieder machen, sitzen, atmen, bei mir sein. [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz Podcast] Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Hallo lieber Ruben, schön dich hier heute zu sehen. Ach, das finde ich auch lieber Sebastian.
Das kann ich ganz ehrlich und kongruent mit lachenden Augen im Herzen und in meinem Gesicht sagen. Fantastisch.
Ja, das ist eine super Überleitung. Oder? Ja, wir gehen heute ja in den Bereich der emotionalen Konkurrenz. Was das heißt? Ich sage es mal vielleicht aus einer Erfahrung, die ich jetzt am Wochenende im Training hatte. War der erste Teil des Resilienz-TrainerInnen-Trainings und da ging es um das Thema Ärger.
In meiner persönlichen Gefühlswelt aus, was da die Kongruenz angeht und alles andere. Ja, okay, super. Ärger ist natürlich eine Emotion, die Menschen, die hohe Verträglichkeitswerte haben, auch so wie ich, fällt schwer.
Ja, da habe ich natürlich eine Zwickmühle, weil also die Frage, die ich Menschen gerne stelle, ist, von wem hast du gerade bei Ärger, von wem hast du Ärger gelernt? Und ich glaube, dass der gesunde Ausdruck von Ärger, also im Sinne von Klarheit schenken, über die eigene Bedürfnislage extrem wichtig ist. Und gleichzeitig gibt es in mir immer eine Seite, die ist jünger, die hat immer Angst vor Beziehungsabbruch.
Und Ärger ist ja in der Beziehungspflege überhaupt nicht schlimm. Also das weiß man ja auch in dem Sinne, dass es positiv ist. Da ist das Forscherpaar Julian John Gottman aus Seattle, die Namen sind im Bereich Beziehungsforschung, was macht glückliche Beziehungen aus, mit ihrem Love Lab in Seattle.
Aber auch da wird ja eigentlich deutlich, dass das kongruent sein muss. Also diese Kongruenz an sich ist für mich ein ganz zentrales Thema, weil natürlich auch Emotionen oder die Nutzung von Emotionen manchmal auch so als Druckmittel genommen wird oder einfach eine Form von dysfunktionalem Einsatz. Also es gibt Menschen, die, wenn du mal die Grenze setzt, dann sofort mit Tränen in den Augen, sofort in die Trauer, in die sozusagen da sofort mit einer Seite in sich Kontakt haben, die genau das mal als Lösung gefunden hat.
Und für mich, um da direkt schlau zu wirken, würde ich gerne Aristoteles zitieren, der da sagte, jeder kann wütend werden, das ist einfach, aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer. Das gilt es genau zu trainieren, wenn es darum geht, das aufzudrücken. Und jetzt gucken wir mal darauf, was passiert eigentlich bei uns auf einer psychischen, aber auch auf einer körperlichen Ebene, weil du ja gerade gesagt hast, wenn wir diesen Ärger andauernd unterdrücken.
Es gibt so ein schönes Zitat von Milton Erickson. Das habe ich in einem Training bei Stephen Gillingen mal gehört. Und er sagte People go into therapy when they get rigid.
Und wie Friedemann Schulz es so schön sagte, wenn wir sagen, immer schön friedlich und höflich bleiben dann und in dieser einen Emotion bleiben, zu friedlich und zu höflich, das ist friedhöflich. Also wir lassen etwas in uns sterben, dann auch, was rausgehört, was natürlich zu uns gehört, wenn wir diese Rigidität allzu sehr zulassen und wenn wir diese Schwingungsfähigkeit, wie du sagst, nicht mehr so haben. Und deswegen braucht es auch, und deswegen mache ich auch so viel positives Marketing für, und ich mache es jetzt in Anführungsstrichen, negative Emotionen.
Ja, wobei, also ja, also ich frage da für einen Freund. Also mir fällt es dem Freund fällt es manchmal echt schwer, bei so sehr starken Emotionalitäten bei sich zu behalten, weil irgendwie der, ich nicht, aber der zum Teil massiv gerührt ist, eigentlich so die ganze Zeit und die ganze Zeit in so einem, ja mehr an Freude und Sehnsucht und was auch immer halt so ist, ich nicht, aber der Freund hat halt auch sozusagen immer diese Zwickmühle. Was ist zu viel?
Du hast eine Sache schon genannt. Dieses Thema der Kongruenz zur Situation, zu mir als Mensch und diesen Ausdruck dann auch dahingehend anzupassen. Also die Antwort auf diese sogenannte emotionale Dissonanz.
Ja und du beschreibst da eine schöne Sache. Im Resilienztraining habe ich so ein Format, wo ich davon spreche, dass erstmal so ein funktionales Auskotzen auch, also Entschuldigung für den Begriff, aber mein Gott, so Rückwärtsessen oder wie auch immer, egal, auf jeden Fall gibt es da so von mir so diese Erkenntnis, diesen Satz kotzende kann man nicht füttern. Also das ist halt so ein Thema, wo ich so denke, ja manchmal müssen einfach Sachen raus und da muss man auch wieder unterscheiden, weil die grundsätzliche Frage ist ja nicht, spreche ich drüber oder nicht, sondern mit welcher Haltung spreche ich darüber.
So können wir das Thema Einsamkeit auch wirklich gut eindämmen tatsächlich. Also genau diese Thematiken des einander Zuhörens, aufeinander Eingehen und so weiter, weil Menschen, die in einer emotionalen Dissonanz immer wieder sind, die haben wirklich das Gefühl, hey, ich werde nicht verstanden, mir wird nicht zugehört und dann führt es auch zu Einsamkeit und Einsamkeit hat auch nochmal eine ganz andere Studienlage, wie sich das auf den Körper, die Psyche und alles mögliche auswirkt. Also die Sterbewahrscheinlichkeit steigt um 50 Prozent nochmal mehr als bei Rauchen, Bluthochdruck, Luftverschmutzung und so weiter. Da gibt es riesengroß angelegte Studien und es kommt ja bei Einsamkeit nicht auf die Quantität der Beziehung an, sondern auf die Qualität und genau diese Resonanzräume, die geschaffen werden.
Also witzig, dass du das sagst, weil bei mir hier im Bücherregal steht tatsächlich eine Schildkröte und das ist so eine kleine Schildkröte. Das ist so, die sitzt dann so und meditiert. Also man kann das jetzt im Video sehen auf YouTube.
Reflektieren, das Innere, die innere Einkehr, die dann da der Fall ist. Ja, schön. Sehr schön.
Ja, und in diesem Sinne, mein Lieber, fröhliche Reflexionszeit. Wir hören uns bald wieder. Und in diesem Sinne, viel Entspannung, viel Flexibilität, fröhliches Oszillieren und bis ganz bald.
Leben Sie Ihre Feel-falt. Tschüss!
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).
