Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 57

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 57Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIERerhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 57 für Sie zusammengestellt.

Podcast abonnieren

Um keine Folge zu verpassen, können Sie Rethinking Resilienceauf den folgenden Plattformen abonnieren.

In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.

Folge 57: Resilient Guest: Dr. Maja Storch

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 57

In Folge 57 des Podcasts Rethinking Resilience sprechen Sebastian Mauritz und Ruben Langwara mit Dr. Maja Storch über ihr neues Buch und ein Thema, das für persönliche Entwicklung ebenso bedeutsam ist wie für Coaching und Psychotherapie: den „Glückskind-Effekt„. Im Zentrum steht die Frage, wie Veränderung im Leben tatsächlich entsteht – nicht durch direkte Kontrolle, sondern durch das bewusste Gestalten von Bedingungen. Viele Menschen erleben ihr Leben als Ergebnis ihrer Vergangenheit und fühlen sich dadurch eingeschränkt. Gleichzeitig zeigt diese Folge einen anderen Zugang: Auch wenn wir vieles nicht direkt steuern können, haben wir Einfluss darauf, unter welchen Umständen sich neue, hilfreiche Muster entwickeln. Genau hier setzt der Glückskind-Effekt an – als Einladung, das eigene Leben nicht zu erzwingen, sondern klug mitzugestalten.

Warum ist es wichtig, über Chaos und Glück zu sprechen?

Dr. Maja Storch beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Selbstorganisation und Chaostheorie. Ihre Erfahrung: Diese Themen sind zwar bekannt, werden aber oft nicht wirklich verstanden. Gleichzeitig begegnet ihr immer häufiger die Idee, dass Menschen ihre Realität einfach „manifestieren“ könnten.

Dem stellt sie eine wissenschaftlich fundierte Perspektive entgegen. Viele Prozesse im Leben sind komplex und lassen sich nicht direkt steuern. Wer versucht, alles kontrollieren zu wollen, stößt schnell an Grenzen. Genau deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie Veränderung in komplexen Systemen tatsächlich funktioniert. Ein weiterer zentraler Punkt ist der Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte. Viele Menschen erklären ihr heutiges Erleben über ihre Vergangenheit – etwa durch schwierige Kindheitserfahrungen. Diese Erklärungen können jedoch zu festen Mustern werden, aus denen man schwer wieder herauskommt. Die entscheidende Frage ist daher nicht nur, warum etwas so geworden ist, sondern: Wie kann Veränderung überhaupt möglich werden?

Was bedeutet der Glückskind-Effekt?

Der Glückskind-Effekt beschreibt, dass sich Veränderungen häufig nicht direkt herstellen lassen, sondern emergent entstehen. Das bedeutet: Neue Muster zeigen sich, wenn bestimmte Bedingungen zusammenkommen.

Maja erklärt das mit einem einfachen Bild: Beim Kochen von Spaghetti entsteht ab einem bestimmten Punkt ein neues Muster – sie beginnen sich zu rollen. Dieses Muster wurde nicht aktiv erzeugt, sondern entsteht durch die veränderte Randbedingung, in diesem Fall die Temperatur. Übertragen auf das Leben heißt das: Wir können nicht direkt bestimmen, was passiert. Aber wir können beeinflussen, unter welchen Bedingungen etwas entsteht.

Ein eindrückliches Beispiel ist ein schwer kranker Mensch, der in einer Klinik sterben möchte. Im Hospiz verändern sich die Bedingungen – Atmosphäre, Zuwendung, Essen – und plötzlich entsteht wieder Lebensfreude. Das zeigt: Veränderung entsteht oft indirekt, über den Kontext.

Wie können Sie die Randbedingungen Ihres Lebens verändern?

Der erste Schritt ist eine neue Haltung: Statt ausschließlich auf die Vergangenheit zu schauen, geht es darum, sich zu fragen, was heute gestaltbar ist.

Konkret bedeutet das:

  • sich bewusst machen, was gute Bedingungen für das eigene Leben sind
  • prüfen, was davon im eigenen Einflussbereich liegt
  • Dinge ausprobieren und beobachten, was sich verändert

Dabei geht es weniger um perfekte Planung, sondern um eine experimentelle Haltung. Man probiert aus, schaut, was funktioniert, und passt es an. Maja betont zudem die Bedeutung von Bildern. Ihre klare Empfehlung: „Nehmen Sie sich ein Bild.“

Ein Bild kann als innere Randbedingung wirken und Prozesse anstoßen, ohne dass alles rational gesteuert werden muss. Auch kleine Dinge können dabei eine Rolle spielen – etwa Umgebung, Stimmung oder alltägliche Rahmenbedingungen.

Wozu dient dieser Blick auf Veränderung und Glück?

Dieser Ansatz verändert den Umgang mit sich selbst. Er nimmt den Druck heraus, alles kontrollieren zu müssen, und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten. Wer versteht, dass Veränderung oft indirekt entsteht, kann flexibler mit Herausforderungen umgehen. Statt sich selbst zu bewerten, wenn etwas nicht sofort gelingt, entsteht Raum für Ausprobieren und Lernen.

Besonders deutlich wird: Selbst unter schwierigen Bedingungen bleibt die Möglichkeit bestehen, dass sich etwas verändert. Entwicklung ist nicht vollständig planbar – aber sie ist auch nicht ausgeschlossen. So wird der Glückskind-Effekt zu einer Einladung, das eigene Leben anders zu betrachten: Nicht als etwas, das vollständig gesteuert werden muss, sondern als etwas, das sich entwickelt – unter Bedingungen, die Sie mitgestalten können.


Transkript der Folge 57

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge


Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 57Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 57

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Experten für angewandte Resilienz in Deutschland. Er ist 6-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich angewandter individueller Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator der Resilienz Initiative (www.Resilienz-Initiative.com) und des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses mit bisher über 300 Interviews mit Resilienzexpert:innen (www.Resilienz-Kongress.de), Herausgeber des ResilienzLetters (www.ResilienzLetter.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Nach oben scrollen