Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIERerhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 57 für Sie zusammengestellt.
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Folge 57: Resilient Guest: Dr. Maja Storch

In Folge 57 des Podcasts „Rethinking Resilience„ sprechen Sebastian Mauritz und Ruben Langwara mit Dr. Maja Storch über ihr neues Buch und ein Thema, das für persönliche Entwicklung ebenso bedeutsam ist wie für Coaching und Psychotherapie: den „Glückskind-Effekt„. Im Zentrum steht die Frage, wie Veränderung im Leben tatsächlich entsteht – nicht durch direkte Kontrolle, sondern durch das bewusste Gestalten von Bedingungen. Viele Menschen erleben ihr Leben als Ergebnis ihrer Vergangenheit und fühlen sich dadurch eingeschränkt. Gleichzeitig zeigt diese Folge einen anderen Zugang: Auch wenn wir vieles nicht direkt steuern können, haben wir Einfluss darauf, unter welchen Umständen sich neue, hilfreiche Muster entwickeln. Genau hier setzt der Glückskind-Effekt an – als Einladung, das eigene Leben nicht zu erzwingen, sondern klug mitzugestalten.
Warum ist es wichtig, über Chaos und Glück zu sprechen?
Dr. Maja Storch beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Selbstorganisation und Chaostheorie. Ihre Erfahrung: Diese Themen sind zwar bekannt, werden aber oft nicht wirklich verstanden. Gleichzeitig begegnet ihr immer häufiger die Idee, dass Menschen ihre Realität einfach „manifestieren“ könnten.
Dem stellt sie eine wissenschaftlich fundierte Perspektive entgegen. Viele Prozesse im Leben sind komplex und lassen sich nicht direkt steuern. Wer versucht, alles kontrollieren zu wollen, stößt schnell an Grenzen. Genau deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie Veränderung in komplexen Systemen tatsächlich funktioniert. Ein weiterer zentraler Punkt ist der Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte. Viele Menschen erklären ihr heutiges Erleben über ihre Vergangenheit – etwa durch schwierige Kindheitserfahrungen. Diese Erklärungen können jedoch zu festen Mustern werden, aus denen man schwer wieder herauskommt. Die entscheidende Frage ist daher nicht nur, warum etwas so geworden ist, sondern: Wie kann Veränderung überhaupt möglich werden?
Was bedeutet der Glückskind-Effekt?
Der Glückskind-Effekt beschreibt, dass sich Veränderungen häufig nicht direkt herstellen lassen, sondern emergent entstehen. Das bedeutet: Neue Muster zeigen sich, wenn bestimmte Bedingungen zusammenkommen.
Maja erklärt das mit einem einfachen Bild: Beim Kochen von Spaghetti entsteht ab einem bestimmten Punkt ein neues Muster – sie beginnen sich zu rollen. Dieses Muster wurde nicht aktiv erzeugt, sondern entsteht durch die veränderte Randbedingung, in diesem Fall die Temperatur. Übertragen auf das Leben heißt das: Wir können nicht direkt bestimmen, was passiert. Aber wir können beeinflussen, unter welchen Bedingungen etwas entsteht.
Ein eindrückliches Beispiel ist ein schwer kranker Mensch, der in einer Klinik sterben möchte. Im Hospiz verändern sich die Bedingungen – Atmosphäre, Zuwendung, Essen – und plötzlich entsteht wieder Lebensfreude. Das zeigt: Veränderung entsteht oft indirekt, über den Kontext.
Wie können Sie die Randbedingungen Ihres Lebens verändern?
Der erste Schritt ist eine neue Haltung: Statt ausschließlich auf die Vergangenheit zu schauen, geht es darum, sich zu fragen, was heute gestaltbar ist.
Konkret bedeutet das:
- sich bewusst machen, was gute Bedingungen für das eigene Leben sind
- prüfen, was davon im eigenen Einflussbereich liegt
- Dinge ausprobieren und beobachten, was sich verändert
Dabei geht es weniger um perfekte Planung, sondern um eine experimentelle Haltung. Man probiert aus, schaut, was funktioniert, und passt es an. Maja betont zudem die Bedeutung von Bildern. Ihre klare Empfehlung: „Nehmen Sie sich ein Bild.“
Ein Bild kann als innere Randbedingung wirken und Prozesse anstoßen, ohne dass alles rational gesteuert werden muss. Auch kleine Dinge können dabei eine Rolle spielen – etwa Umgebung, Stimmung oder alltägliche Rahmenbedingungen.
Wozu dient dieser Blick auf Veränderung und Glück?
Dieser Ansatz verändert den Umgang mit sich selbst. Er nimmt den Druck heraus, alles kontrollieren zu müssen, und eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten. Wer versteht, dass Veränderung oft indirekt entsteht, kann flexibler mit Herausforderungen umgehen. Statt sich selbst zu bewerten, wenn etwas nicht sofort gelingt, entsteht Raum für Ausprobieren und Lernen.
Besonders deutlich wird: Selbst unter schwierigen Bedingungen bleibt die Möglichkeit bestehen, dass sich etwas verändert. Entwicklung ist nicht vollständig planbar – aber sie ist auch nicht ausgeschlossen. So wird der Glückskind-Effekt zu einer Einladung, das eigene Leben anders zu betrachten: Nicht als etwas, das vollständig gesteuert werden muss, sondern als etwas, das sich entwickelt – unter Bedingungen, die Sie mitgestalten können.
Transkript der Folge 57
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Und dann hat an der Rezeption die Dame uns gesagt, wir haben für Sie die Honeymoon Street Reservur. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Wie Chaos dir helfen kann, die Realität zu gestalten. Und das, was meine größte Freude war, weil ich dich ja seit Jahren kenne und deine Arbeit sehr, sehr schätze, dass das Würmli eine Art Brüderchen bekommen hat. Das Orks. Also die Kunstfiguren, die du erschaffst, die haben immer irgendwie lustige Namen. Du hast ja auch vom Bingo und dem Grimfel gesprochen, bei positiven und negativen Effekten. Dann dem Würmli, jetzt haben wir das Orks. Und ich habe auch hintendrin noch das Brotz entdeckt. Also es ist wieder die Freude. Und wenn ich mal so in die Historie zurückgucke, wann ich mit dir die ersten Kontakte hatte, war vor 15, 16 Jahren, als ich mich mit dem Thema der PSI-Theorie beschäftigt habe und irgendjemand nur sagte, wenn du die verstehen möchtest, dann beschäftige dich mit der Arbeit von Maja Storch. Und da dachte ich so, okay. Und dann habe ich mir das Zürcher. Also ich glaube, dass du immer ein I noch mehr geschenkt bekommst. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Und das war damals so ein Circle von 30 Personen nur, die sich mit den Themen befasst haben. Das war in keinster Weise hip oder in oder so. Und das waren, wenn ich es jetzt mal ein bisschen krass ausdrücke, lauter so Nerds. Die sind da gekommen und haben irgendwelche Sachen erzählt. Und ich bin da immer drin gesessen, habe vielleicht ein Fünftel verstanden und habe da aber immer gedacht, das ist so faszinierend, Wahnsinn. Und dann kam ja Maturana und Autopoiesis und wie hängt das zusammen.Und da habe ich also 20 Jahre meines Lebens sicher mich extrem in diese Literatur eingelesen. Und dieser Circle von diesen Leuten, die das gemacht haben, die paar Nerds, die waren untereinander sehr hilfreich. Also da ist auch zum Beispiel der Nobelpreisträger Hermann Haken, der am Laserstrahl entscheidenden Beitrag geliefert hat. So Kaliber waren da. Und die sind aber so nett. Dann bin ich abends gesessen beim Bier und habe gesagt, du Hermann, erzähl mir doch mal, was ist das mit dieser Versklavung und der Synergetik und so. Und dann hat er mir das auf die Serbiette gemalt. Es war super. Und 20 Jahre Beschäftigung mit dem Thema. Und dann habe ich gemerkt, es gibt in der Psychologie kaum jemanden, der dieses Thema begriffen hat. Also es reden sehr viele von Selbstorganisation und so. Aber dass man das verstanden hat, was damit alles zusammenhängt, treffe ich ganz selten. Das ist kein Wunder, weil das ist brutal schwierige Materie. So, das ist Weg Nummer eins. Weg Nummer zwei, mein Bruder Johannes, der ist eigentlich von Beruf aus Zahntechniker und hat mit, glaube ich, 60 oder 57 oder so angefangen, haben Psychologie studiert. Weil da hat sich was geändert in den Zulassungskriterien. Er ist Zahntechniker Meister. Und da war der Meister auf einmal in den Hochschulzugang. War früher nicht der Fall. Dann konnte er studieren, hat er Psychologie studiert. Hat natürlich über CRM wurde reingesogen, klar, weil ich rede ja dauernd darüber und er hat das alles mitgekriegt. Und dann hat er eine Bachelorarbeit geschrieben, dann eine Masterarbeit. Und auf welches Thema stürzt sich dieser Mensch? Auf Selbstorganisationstheorie und Chaostheorie. Da habe ich gesagt, Johannes, das ist das schwierigste, überhaupt schwierigste Thema, was es gibt in meinen Augen, theoretisch in der Psychologie. Überleg dir doch das gut. Nein, das ist total spannend. Da haben wir halt auch noch diesen Professor für Persönlichkeitspsychologie von der LMU München, den Professor Markus Meier. Und das ist auch so ein völliger Freak. Also diese Selbstorganisation sind Quattenleute, das sind alles Freaks, das ist so eine sympathische Community. Und bei dem hat er studiert und der war also fasziniert. Und er hat dann eine Masterarbeit geschrieben, der Johannes, über dieses Thema. Hat eine Eins bekommen. Dann haben wir gesagt, Mensch, da steckt jetzt so viel Arbeit drin. Von ihm x Jahre Lebenszeit, von mir sowieso ewige Lebenszeit. Da müssten wir doch mal gucken, ob wir das machen, was du immer gesagt hast. Wenn jemand schwierige Theorien verstehen will, lies, guck bei den Stories. Da hat man eine Chance, das zu verstehen. Weil dazu gehören ja zwei Sachen. Du musst es selber begriffen haben und du musst es so inhaliert haben, dass du es veräugsten kannst, wenn man das sagt. Was? Du musst es, und das kann niemand veräugsten, der das nicht absolut inhaliert hat und in der DNA hat. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Fast schon auch Lust auf Schmerz. Erst mal ein bisschen Resilienz, um da auch wirklich in die Tiefe zu kommen. Wenn du jetzt eine virtuelle Serviette hättest und du würdest sozusagen erst mal nur uns beiden, es hören ja auch immer ein paar Leute zu, das kann man ja nicht vermeiden, aber wenn du uns das erklären würdest, wie würdest du das erklären? [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Und hinterher geht er hin und sagt, du Günther, kannst du mir das nochmal erklären? Der macht es. Total lieb. Dann versteht man es dann auch. Man darf ohne weiteres so lange nachfragen, wie man es richtig begriffen hat. Der wird nicht ungeduldig, der ist nicht arrogant. Schiebeck, wunderbar. Die alle sind so nett. Ich habe noch nie so einen arroganten Idioten erlebt. Die sind alle superlieb. Wie würde ich es euch erklären? Die interessante Situation in der Psychologie ist, dass es momentan so eine Mode gibt, dieses Manifestieren. Ich erlebe das auch in der Psychologie. Ich erlebe es auch in der Beratung und im Coaching. Die Leute kommen und sagen, ich manifestiere mir. Ich bin ja Wissenschaftlerin auch. Die ganzen Leute da, die sind ja alles wissenschaftlich tätige Menschen. Das erträgt man überhaupt nicht. Das ist esoterisch. Das ist ja Aberglaube. Ich bin ja katholisch auch. Ich glaube auch, dass alles Mögliche toll ist. Das ist ja gar nicht der Punkt. Aber man sagt, das ist jetzt Wissenschaft. Das kann man beweisen. Ja, das ist kompliziert. Mein Bruder und ich haben gesagt, du kannst im Prinzip diese ganzen Geschichten, wie die Welt sich tatsächlich verändert, wenn du eine andere Erwartung hast, das kann man auch ganz auf dem Boden der völlig normalen, zugänglichen Wissenschaft erklären. Das war eigentlich der Ausgangspunkt. Ich brauche dazu überhaupt nicht irgendwie Esoterik-Kram, sondern ich nehme die Selbstorganisationstheorie. Ich nehme die Emergenz, die selbstorganisierende Entstehung von Mustern. Ich brauche das Konzept der Randbedingungen, mit der ich bestimmte Musterentstehungen, Wahrscheinlichkeiten erhöhen oder senken kann. Und dann habe ich bereits so eine Musterentstehung, die das Leben anders werden lässt. Und was man im Prinzip wissen muss in der Psychologie, also das eine ist ja, was müssen psychotherapeutisch oder coachingmäßig tätige Personen wissen, oder das andere ist, was müssen selbst anwendende Menschen wissen. Das ist eigentlich die Grundvorstellung, dass ich sage, viel von dem, was mir passiert, kann ich letztendlich nicht direkt steuern, weil es chaotische Prozesse sind. Da habe ich keinen direkten Zugriff drauf. Und ich kann aber sehr wohl Randbedingungen verändern. Also ich kann was tun. Ich muss nicht rumsitzen und sagen, das ist ja fürchterlich, ich bin ausgeliefert. Sondern ich kann was tun, indem ich das Konzept der Randbedingungen verstanden habe und schlau meine Randbedingungen optimiere.Und damit Wahrscheinlichkeiten steigere, dass dann tatsächlich die Umwelt sich mir gegenüber anders verhält, dass es anders funktioniert, dass ich darauf aufmerksamer werde und dass ich dann tatsächlich nach einer gewissen Zeit ein anderes Leben habe. Wäre das jetzt mal sowas am Tresen? [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Weil das ist ja auch ein Thema, was sehr bekannt ist und wo viele Menschen betrachten. [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Das sollte man sowieso alles auf dem Kasten haben. Aber das ist ja irgendwie geschenkt. Also eigentlich erwarte ich ja, dass gute Studierende einen wachen Puff haben und selber was entdecken wollen. Also meine idealen Studierenden. Und dann würde ich sagen, stürzt sich auf die Selbstorganisationstheorie, weil das hat noch niemand verstanden. Das auch zu übersetzen in therapeutisches Handeln ist ein Riesenthema. Es abzugleichen mit dem, was kennen wir schon an Techniken. Lässt sich das da integrieren? Wie passt es dazu? Das sind Riesenthemen. Und Selbstorganisationstheorie bekannt zu machen, das ist so ähnlich verdienstvoll wie vor 15 Jahren das Embodiment-Posting. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Also entweder bist du deprimierend und zweifelst an deiner geistigen Kapazität und sagst, das schaffe ich nie. Und wenn du aber so einsteigst, dass du mal so einen kleinen Überblick hast mit so einem süßen Orgelsen und mal die Basics verstanden hast, dann kannst du eine Etappe schwieriger werden. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ach, dann muss ich mich mit den ganzen Sachen so tief gar nicht mehr beschäftigen, weil ich den Grundkern, den es aussagt, da drinnen verstanden habe und darauf dann entsprechend aufhören kann. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also das finde ich sehr spannend und das ging mir auch so bei deinem Buch und ihr habt ja auch zum Beispiel den Begriff der Subjektivität reingebracht, wo ich nur dachte, ach spannend, der ist mir auch vor ein paar Monaten in einem Vortrag gehört. Auch bei euch im IZM war das, glaube ich, habt ihr das gehabt. Ja, das war Zillert und Reikusmeier. Und dachte so, ach spannend, also da sind so viele Dinge, wenn man an den nicht klassischen Themen interessiert ist und seinen eigenen Horizont, also gerade bei mir halt klientendienlich oder auch kundendienlich jetzt im Bereich Resilienztrainer erweitert, dann ist sowas natürlich total goldwert, weil es auch sehr niederschwellig einfach eingeführt wird. Es wird grafisch erklärt, es gibt ein Kontinuum, auf der einen Seite Subjektivität, auf der anderen Seite Objektivität und in der Mitte ist halt die Subjektivität als Kunstwort und das ist so eine schöne Form von nicht entweder oder, sondern fluider Oszillationsfähigkeit. Und was mich daran interessiert ist, wie habt ihr aus dieser Menge an Themen eine für euch sinnvolle Reduktion getroffen? Weil das Thema, als ich das verstanden habe, dachte ich so, oh, Selbstorganisation, also viel Spaß, wie war denn da euer Prozess? Also das finde ich total spannend. Wo habt ihr dann gesagt, das muss rein, weil oder wir nutzen das, damit wir und das lassen wir ganz bewusst raus oder erwähnen das nur so in Nebensätzen. Wie war da euer Prozess? [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Das sind auch Aufrufe an alle Leute, die sich überlegen, was mache ich im Rentenalter? Leute, man kann jederzeit alle möglichen Dinge machen, organisch werden oder provovieren über Chaos-Theorie. Es ist alles möglich. Wenn man den Vorträgen zuhört, wobei wir sind ja da abgesunden, wir haben schon lange die Vorträge, aber das hat auch der Markus Meier selber gesagt. Darum kann man das auch sagen. Er sagt selber im Vortrag, dass er Wissenschaftler und nicht Praktiker ist. Was jetzt von dem, was er forscht, für die Praxis relevant ist, das kann er gar nicht beurteilen. Da waren auch viele psychotherapeutisch und beraterisch tätige Menschen zugeschaltet und viele von denen haben gesagt, ja genau, so ein Phänomen erlebe ich nämlich dann und dann. Dann hat er gesagt, er ist total dankbar, wenn er Rückmeldungen kriegt aus der Praxis, weil er halt natürlich diese Erfahrung gar nicht hat. Und wenn man die praktische Erfahrung hat und viel, viel, viel mit lebenden Menschen arbeitet und dann kann man sehr gut beurteilen, was von alledem ist jetzt wichtig für die Praxis und was ist eine Differenzierung, die wir momentan nicht brauchen. Das war auch dasselbe Erlebnis wie mit Gerhard Roth, wo ich mit ihm ein Buch zusammengeschrieben habe. Er unterscheidet drei limbische Ebenen, ich habe ja nur einen Wurm, Gerhard Roth sagt, da muss man aber drei, obere, mittlere, untere, und dann habe ich immer gesagt, Gerhard, das braucht man vielleicht als Neurobiologe, aber für die Psychologie brauchst du das jetzt erstmal nicht. Du musst nur wissen, es gibt die zwei und das nennen wir pauschal, das Würmchen, und wenn sie das mal begriffen haben, die Leute, und damit arbeiten, ist extrem viel Gewinn schon gewonnen. Wenn dann jemand noch mehr Intetive will, kann er sich die drei angucken, aber unmittelbar relevant für die therapeutische Tätigkeit sind die jetzt zunächst mal nicht so. Also dieses Priorisieren, das kann nur jemand, der massiv Erfahrung in der Praxis hat. Das kann man theoretisch nicht, und die sind dann oft lost in diesen ganzen Differenzierungen, was es alles noch gibt, und ja, die haben quasi den Filter mit. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Also das ist das andere, ich soll da noch ein Buch draus machen, das ist ja nochmal eine Challenge, und dann habe ich gesagt, schreib doch mal einfach ein erstes Kapitel, fang mal mit der Systemtheorie zum Beispiel an, und dann lese ich es mal durch und lese mich mal ein und gucke, was passiert, also wenn du auf Emergenz ein Buch über Emergenz schreibst, dann musst du natürlich auch das Buch sich emergieren lassen, und dann hat er das geschrieben mir, und dann habe ich gemerkt, dass ich bei bestimmten Abschnitten immer zurück geschrieben, wieso denn das jetzt, und ja, aber vorhin hat es doch geheißen so, und habe einfach versucht, diesen Text zu verstehen, und dann eventuell ein bisschen dazwischen, und auf einmal habe ich gemerkt, man kann aus diesem ja, aber wie bitte, und so, und er hat mir dann immer Erklärungen geschickt, und dann habe ich gesagt, aha, so ist das, na gut, dann ja, und dann habe ich gesagt, dann können wir doch eine Figur draus machen. Also das nicht ich, das war aber im Prinzip die Arbeit abnehmen, sozusagen, sondern das immer in dem Moment, wo ein normaler Mensch sagt, jetzt wird es mir aber zu viel, ja, weil das ist ja extrem harter Stoff, diese Sache, und da ist es ganz oft, dass man denkt, oh nein, ich komme zwei Jahre Pause durch, ich habe Knoten hinten, Synapsen, und dann kommt es auch noch etwas, und sagt, hey, wie doch mal, und was ist, und so, ja, aber ihr habt doch, und da haben wir dieses Oryx eingeführt, und warum heißt es Oryx, weil wir ja Herderinger-Fans sind, mein Bruder, und absolute Computerspiel-Freaks, schon immer gewesen, wir haben schon Pong mit Atari gespielt, wir haben, weißt du, Pac-Man, all diese Dinge, das war in meiner Jugend, ja, in der Spielothek, da hast du noch mit dem Mike, da waren sie, und haben Pac-Man gespielt, wow, also wir lieben Cartoons, wir lieben Fantasy, wir lieben Herderinger, und dann so kam dieser Name Oryx, weil eigentlich sind die, Oryx ist ja ein Plural, und das sind ja böse, und das ist halt ein Oryx mit X, und das ist ein kleines, armes, und dann haben wir ja unseren super tollen Zeichner, den Claude Bohrer, der Genius aus Basel, der ja wie unser siamesischer Zwilling alle unsere Bücher illustriert, und der hockt in unseren Büchern drin und weiß genau, was wir wollen, und dann haben wir ihm gesagt, er soll mal Oryx zeichnen, ja, so kam das dann. Diese Illustrationen, das darf man überhaupt nicht unterschätzen, wie wahnsinnig wichtig das sind, dass du jemanden hast, der gute Illustrationen zu Sachen macht. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Was du gemacht hast, ist eine Randbedingung geschaffen, nämlich die Temperatur erhöht vom Herd, dass das Wasser so heiß wird, dass diese Rollen entstehen können. Aber daran habe ich nicht zu den Spaghetti gesagt, ich manifestiere jetzt, ihr rollt euch, ihr rollt euch, sondern du hast eine Randbedingung geändert, nämlich die Temperatur vom Wasser, und dann entstehen, das ist Emergenz. Da passieren Sachen, du hast Zugriff auf die Randbedingungen, aber nicht direkten Zugriff auf die Spaghetti. Und kannst aber durch die Randbedingungen mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit es schaffen, dass die Röllchen entstehen. Ich kann dir auch noch ein menschliches Beispiel erzählen, aber ich finde ein Spaghetti-Beispiel schon wieder, zum Beispiel auf Darmstieg, da sehen die Leute, aha, auf tatsächlich Musterbildung. Ich habe nicht mit dem Spaghetti geredet, sondern ich habe die Randbedingungen geändert. Das finde ich jetzt didaktisch eigentlich sehr gut. Was wir gerade erleben, mein Bruder Johannes und ich, das ist ein Freund von uns, der mit einer Kruse in der Klinik liegt und nicht mehr lang zu leben hat. In der Klinik ging es ihm so schlecht, dass er gesagt hat, er möchte sterben. Weil es ging ihm elend und hat abgenommen, wirklich ein Bild des Jammers. Er hat sich sogar überlegt, ob er so einen asylstierten Suizid macht. Weil er wollte nicht mehr. Aber völlig verständlich und nachvollziehbar. Dann hat die Klinik gesagt, am besten würde er in ein Hospiz gehen, weil sie nichts mehr für ihn tun können. Dann ist er ins Hospiz, ihr Entgegen übrigens. Also ein Empfehlenswerb, wer ins Hospiz will, kommt nach Süddeutschland. Dann kommt dieser Mensch mit absolutem Todeswunsch ins Hospiz und nach zwei Tagen ruft die Frau an und sagt, sie steht gerade beim Vietnamesen, er hat Appetit, er hat sich Chinesisch gewünscht, morgen gibt es Pizza und übermorgen möchte er Rinderfilet. Hier war der Espresso so fein. Er fühlt sich hier wie ein König, es sei so toll hier, die Leute wären so nett, das Zimmer wäre so schön und das Essen wäre so gut. Inzwischen, das ist jetzt sechs Wochen her, hat er sieben Kilo zugenommen und will überhaupt nicht mehr sterben. Er guckt jetzt, wie lange das noch geht, genießt er das Leben. Da hat ja niemand Zugriff genommen auf ihn jetzt direkt. Wenn man jetzt sagen würde, nimm doch Hoffnung und schau doch mal. Nein, das Hospiz hat andere Randbedingungen geschaffen als diese elende Klinik. Wobei man jetzt der armen Klinik keinen Vorwurf machen kann, die sind kein Hospiz, die haben ganz andere Personalschnüssel und so weiter. Er ist von einer Umgebung, also von einem natürlichen Bündel von Randbedingungen, die Leute unterschätzen nie, was ein guter Espresso an Lebensgeistern zu beten vermag. Er ist in eine andere Umgebung gekommen und hat sieben Kilo zugenommen. Wir fragen uns, womöglich wird er irgendwie sogar eines Tages gesund, wahrscheinlich nicht, aber sieben Kilo für jemanden, der eigentlich austherapiert ist, zunehmen, das ist schon eine Leistung. Ich kann ganz einzig und allein dieses Hospiz mit allem, was sie an Ambiente bieten, sich auf sie voranschreiten. Sensationell finde ich das. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Ich glaube, wenn man so über Gesundheit nachdenkt, dann heißt es ja nicht, liebe Frau Doktor, lieber Herr Doktor, machen Sie mich mal gesund, sondern eher könnten Sie mir Ideen anbieten, wie ich den Kontext meines Lebens so gestalten kann, dass ich Gesundheit, Zufriedenheit, Wohlbefinden, Regulation und in eurem Fall eben auch das Thema Glückserleben, Zufriedenheitserleben mehr zeigen kann. Also das ist quasi emergiert. Und das finde ich von der Grundidee so spannend, weil man dann so auch aus diesem Tun rauskommt und auch aus der Abwertung des nicht erfolgreichen Tuns. Also wenn ich was tue und es hat einen Effekt, dann erlebe ich mich ja als selbstwirksam. Wenn ich etwas nicht tue und es zeigt sich keinen Effekt, bin ich ja oft in so einer Schuld oder wie auch immer. Aber die Emergenz, so wie ich dich jetzt gerade auch verstehe, hat ja die Schönheit, dass ich in der Komplexität der Faktoren mich frage, wie kann ich eigentlich bestimmte Aspekte in mein Leben eher einladen, sodass diese Dinge sich zeigen. Ich muss dafür natürlich was tun. Also wenn ich Glück einlade und ich mache die Tür nicht auf, wenn es klingelt oder ich habe die Klingel leise gestellt, ist es natürlich doof, weil ich dann nicht an die Tür gehe. Und wer ich im Lotto gewinnen will, ist auch hilfreich, Lotto zu spielen. Aber das ist natürlich eine ganz andere Form des Erfahrens von Selbstwirksamkeit, des Gestaltens von Prozessen. Und du hast vorhin das Thema Psychotherapie oder auch Coaching angesprochen. Dann die Frage, wie emergieren denn eigentlich bei Ihnen Lösungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Themen, für die Probleme, die Sie zu mir gebracht haben? Was muss ich da machen? Was kann der Klient machen? Was kann ich als Coach machen? Was kann der Kontext sozusagen der Praxis da machen? Was kann die Uhrzeit machen? Was kann der Espresso machen? Ich habe eine Siebträgermaschine, ich oute mich. Und der Espresso, ich habe jetzt von der unbezahlten Werbung Murnauer Kaffeerösterei einen so unglaublich coolen Espresso, also Espressobohnen, sensationell. Eine Crema, da werde ich wahrscheinlich sogar in Italien gefeiert für. Also weiß ich nicht, aber unglaublich. Und wenn ich so etwas erlebe, dann merke ich, wie in mir tiefe Freude, Stolz, La Dolce Vita, alles in mir emergiert und tanzt. Und es ist sozusagen, man kann ja sagen, ja, dann musst du halt gut einen Espresso trinken und dann geht es dir gut. Nee, das ist es nicht. Es ist nicht linearkausal. Es sind die Wechselwirkungen, die bestimmte Dinge wahrscheinlicher machen. [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Mal kurz zu dem Thema der Glückskind-Effekt. Es geht bei euch im Buch um Glück. Es geht darum, wie ich mein Leben gestalten kann, wie ich mich mehr als Glückskind erlebe, wie sozusagen das Glückskind in mir sich mehr zeigt, mehr da ist und die sozusagen, wenn man jetzt Glück und Pech als Kontinuum sieht, ich weniger im Pechvogelmodus bin. Wenn du mal so da ein, zwei Ideen uns anbieten könntest, wie so die Quintessenz wäre von dem, was könnte ich denn machen, was wäre so das Einfachste als kleines Rezept, also ein erster kleiner Schritt? [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Und das ist dann so eine Art, so wie zementiert, also im Buch benutzen wir dafür den Begriff des Attraktors, wo ja der Herr Bohrer das wunderbare Bild gemacht hat mit dem Org, was sich mit dem Schaufelpacker in so eine selbergemachte Grube reingräbt. Also ich erlebe das so oft, dass man sagt, ja, ich hatte halt eben diesen abwesenden Vater und die Leute kommen dann, weil sie irgendwie Ärger haben in der Beziehung oder so und jetzt klammere ich mich halt immer oder so. Und dann irgendwann denkt man, also irgendetwas hat ja jeder. Also wenn ich das von der Meta-Meta-Meta-Ebene, mein Gott, irgendwas hatte jeder. Oder es wurde der Hund überfahren. Oder ich bin traumatisiert. Ja, ja, es ist schlimm, aber das kann es doch nicht gewesen sein. Jetzt muss ich doch sagen, wie komme ich aus dieser Grube wieder raus, aus diesem Attrakt. Das ist doch das eigentlich Interessante. Und doch nicht, dass man da weiter in der Grube hockt und mit dem Schaufelpacker immer weiter buddelt. Irgendwann fährt man in die Grube. Wenn man Glück hat, ist man noch in einem schönen Hospiz vorher. Und dann hat man halt ein Leben mit dieser kalten Mutter gelebt. Also das muss doch mal irgendwie ein Ende haben. Und dann muss ich doch irgendwie mal sagen, ich will da raus, finde ich. Und das ist übrigens auch etwas, was C.G. Jung immer sehr wichtig fand, dass er immer gesagt hat, final, wenn Aspekt, hat er das gern, worauf soll es denn hinauslaufen? Also eine gute Analyse soll nicht darin münden, dass man ewig wieder wie Woody Allen ja immer das als Parodie macht, mit dem Schrink telefoniert, immer noch keinen Sex hatte, weil man immer mit 50 immer noch nicht weiß, wie man eine Frau anpackert und so. Sondern dass man sagt, wohin soll es den führen, wo holen wir den hin? Und ja, das ist zunächst mal das Wichtige. Also dass man sagt, okay, ich habe jetzt diese Vergangenheit, da ist A, B, C, D, mal suboptimal, nennen wir es doch mal suboptimal. Das ist ja nicht so schlimm wie das, was man sagt, fürchterlich und narzisstisch und psychopathisch und toxisch. Oh, mein Lieblingswort, aber ja, toxisch. Sondern dass man sagt, okay, das ist halt das und das, hatte ich als Erschwernis, meinetwegen, und jetzt überlege ich mir, was ich damit mache. Also das ist schon eine Einstellungsänderung. Und dann halt mal in Ruhe anfangen zu überlegen, also wenn man das Konzept der Randbedingungen begriffen hat, dass man sagt, okay, direkt instruieren kann ich wenig, aber ich kann überlegen, wie kann ich die Randbedingungen so verändern, dass es mir besser geht. Und dieses Randbedingungen verändern, das hat dann wieder ganz viel mit Planung, mit Analyse, auch mit Besprechen, mit dem Schränken so zu tun, wo man in aller Ruhe hinsitzen kann und sagen kann, was sind denn eigentlich die Randbedingungen für mich für ein gelungenes Wochenende oder für ein schönes Ostern oder einen erfolgreichen Urlaub oder so, und was davon kann ich, was ist denn unter meiner Kontrolle, in meiner Macht, dass ich das umsetzen kann, wo kann ich mal ausprobieren, ob das was bringt. Und dann, wie du vorhin auch gesagt hast, wenn ich mal anfange, so zu überlegen, in so einer gechillten Haltung, ich fange mal an, mit den Randbedingungen zu spielen und beobachte das einfach mal mit so einer Teilnahms-, relativ teilnahmslosen Freundlichkeit, einfach was passiert, dann gibt es ja in dem Sinn gar keinen Erfolg und keinen Misserfolg, sondern ich experimentiere. Und das ist auch schon wieder eine ganz andere Haltung. Ich probiere es mal aus und wenn man merkt, es ist gut, dann macht man es wieder. Diese zwei finde ich jetzt als Grundeinsicht eigentlich mal sehr plausibel. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Oder ihr sprecht ja auch von, wie Chaos dir helfen kann, die Realität zu gestalten. Das sind ja hochchaotische Prozesse, die allein im Gehirn sind. Und da ist es ja auch so, wie emergieren da eher die Muster, Gunter sagt ja immer so schön, die Muster des Gelingens. Also wie emergieren die? Wie werden die wahrscheinlicher? Und was ich mich noch gefragt habe, ist das Thema Serendipität, was Prof. Dr. Christian Busch beforscht hat und der dazu auch, er nennt das das kluge Glück, geschrieben hat. Das ist aus meiner Sicht daran sehr anschlussfähig, weil er sagt, dass zum Beispiel die Wahrnehmungsfilter, wie ich auf die Welt schaue, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich mehr Chancen, mehr Möglichkeiten, mehr im Prinzip Glück habe. Und die entstehen natürlich aus meinen Glaubenssätzen und die kann ich natürlich verändern, stärken, emotional aufladen. Und dazu habe ich für mich einfach ein ganz praktisches Beispiel. Einer meiner Glaubenssätze ist, das Geld liegt auf der Straße. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und dann fanden die das zum Teil echt komisch, dass ich mich da so für Cent-Stücke gebückt habe und die aufgehoben habe, weil ich so dachte, naja, wer den Cent nicht ehrt, ist des Scheines nicht wert. Und drei Tage später sehe ich ein Bündel Scheine. Das waren so ganz viele Einer, aber auch ein Fünfer und ein Zehner. Das waren so insgesamt ein paar in die 40 Dollar. Einfach als so ein Bündel mit so einer Klammer. Einfach nicht nachverfolgbar. Ich war in so einem großen Freizeitpark und dann guckte mein Vater, mein Gastvater mich nur so an und sagte, und was machst du damit jetzt? Ich so, naja, also normal gebe ich sowas ab, aber ich habe mir irgendwann mal gesagt, also wenn jemand nur Scheine verliert, dann behalte ich die. Wenn da ein Ausweis oder eine Kreditkarte dabei wäre, gar kein Thema, gebe ich komplett ab. Habe ich auch schon mehrere Portemonnaies gefunden, immer das Geld reingelassen, zur Stadt Göttingen gebracht. Und meistens, also nicht immer, aber meistens rufen die dann an, sagen, Mensch, wurde abgegeben, darf ich Ihnen was überweisen? Darf ich Ihnen was vorbeibringen? Und das ist gut und das ist für mich nicht nur karma-neutral, sondern auch nicht richtig lukrativ, aber immer wieder so Proof of Concept. Wenn man einen guten Glaubenssatz hat, dann funktioniert das auch. Den habe ich mir jetzt bewusst gesetzt oder halt so irgendwann mal drauf gekommen. Aber es gibt natürlich Glaubenssätze, die sind nicht so hilfreich. Und wenn du jetzt von der sozusagen tiefen Psychologie sprichst, ist das ja eher das, was so allgemeingesellschaftlich, weil meine Kindheit so war, ist es heute so. Und dann habe ich ja quasi ein Zielbild, was als Attraktor gilt für sozusagen, Hans Hein sagt immer, die Einflugschneise für Scheiße. Das würde ich jetzt hier nicht sagen, aber das ist sozusagen ungünstiger Attraktor im System. [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Und dann auch in dem Sinne, in der humanistischen Psychologie, wie du sie auch lebst und lernst, dieses Thema, alle Ressourcen, die jemand braucht, sind schon drinnen. Und eigentlich ist dieser Ork ein wunderschöner Elf. Elb meine ich natürlich. Entschuldigung, alle Herr der Ringe Fans jetzt. Aber ja, das nochmal als Thema dazwischen durch. Deswegen finde ich das wirklich sehr genial gewählt, dieses Bild des Orks. [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Schiepek hat das auch mehr, das ist mehr als fruchtbar. Wenn man da irgendwie so ein Extrakt draus macht, das sind so wichtige Sachen, die der Schiepek da erfindet. Und sein SNS, seine diagnostische, sein Tool, was er da entwickelt hat, das ist so wahnsinnig brauchbar und hilfreich. Und man muss das nur ein bisschen verdolmetschen noch. Und da haben dann aber der Johannes und ich beide gesagt, es ist einfach, diese Arbeit, das Bild ist eine Randbedingung. Also es gibt selten so eine Sache, die so nah mit Selbstorganisation einhergeht wie das ZRM und die in so einer großen Geschwindigkeit solche Selbstorganisierungen und Prozesse anregt. Die jüngste Analyse macht das auch, die arbeitet auch mit dem Prinzip, aber das kann halt an 100 Stunden gehen, wobei man eine ganz andere Tiefe erreicht und so weiter. Ich bin ja nicht ruhig, aber viele Leute im Alltag, auch das ist ja gar nicht so tief, so massiv, sondern die brauchen so einen kleinen Trigger und dann läuft der Prüferbett als normaler Alltag ganz schnell. Und nimm dir ein Bild, würde ich sagen, Sebastian. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und ich danke dir einfach total. Es war mir eine solche Freude. Und mit dir als Kontextfaktor emergieren für mich in solchen Podcasts, in unseren Gesprächen, aber auch in Vorträgen bei mir immer ganz viel Leichtigkeit, Lebensfreude und Lust auf Neues. Lust auf Erweiterung, auf Vereinfachung. Und dafür danke ich dir sehr. Es war mir ein ganz großes Vergnügen. Und ich wünsche dir von Herzen alles Gute. [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Maja Storch – Resilienz-Podcast] Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Herzlich willkommen zu Rethinking Resilience, dein Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis. Von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwara. Herzlich willkommen in unserem Denkraum. Wir haben heute einen besonderen Gast. Ich habe viele Jahre jetzt immer mal wieder nachgefragt. Es hat mit dem vollen Terminkalender von dir, liebe Maja, nicht so sehr gut gepasst. Und jetzt passte es. Welche große Freude. Hallo, liebe Maja Storch, bei uns hier im Denkraum. Hallo.
Hallo, lieber Sebastian. Hallo, Ruben.
Der ist auch mit dabei. Ruben, sag mal hallo.
Ich sage auch hallo und ich freue mich wahnsinnig auf dieses Kennenlernen und auf das Tiefergehen in dieses spannende Thema, was wir uns heute mitgebracht haben. Sebastian, was ist es denn?
Maja, du hast ein neues Buch geschrieben mit deinem werten Mann zusammen.
Nicht mit meinem Mann, das ist mein Bruder.
Das ist der Bruder. Johannes ist der Bruder.
Ja, das passiert aber ganz vielen, dass die denken, wir sind ein zweites Störchen. Genau. Und mein Bruder und ich haben mal ein Buch gemacht zusammen und haben im Hotel eingecheckt.
Mit dem ganzen Programm mit Rosen und mit Schokolade getroffen.
Mit so einem Cocktail, mit so einem Schirmchen drin und einer Ananas, weißt du. Und dann hat mein Bruder gesagt, wir haben früher auch schon immer in der selben Wanne gebadet. Wir waren vier Kinder und das haben wir immer schon durchgezogen.
Könnt ihr auch das Blubberbad nutzen. Man muss die Vibrationsfunktion beim Bett ja nicht anstellen, wenn man schlafen will. Also von daher, super. Okay, schön. Also bei mir wurde es gerade ein bisschen wärmer. Also du hast mit deinem Bruder zusammen dieses Buch geschrieben. Ich habe es gelesen. Ich fand es sehr spannend, weil der Titel mich auch sehr angesprochen hat. Es heißt Der Glückskind-Effekt.
Ganz viele sagen den Züricher.
Ich sagte immer Zürcher, ohne I. Ressourcenmodell hast du dich sozusagen ja beschäftigt und auch, muss man sagen, ja weltweit sozusagen Bekanntheit erlangt. Und als ich das Glückskind auf dem Tisch hatte, dachte ich so, ach spannend. Und mich würde interessieren, wie du auf das Thema gekommen bist und vor allen Dingen, wie das Buch so entstanden ist. Weil der Glückskind-Effekt gibt auch Pechvögel auf der Welt. Mich bist du auch von deiner ganzen Ausstrahlung eher Team Glückskind. Insofern, wie ist es dazu gekommen?
Ja, das ist natürlich eine wunderbare Frage, weil das ist ja alles ganz frisch und wir sind ja noch jetzt voll im Endorphinrausch, mein Bruder und ich, über unser süßes Orx. Gekommen zu so einem Buch sind wir auf mehreren Wegen. Also fangen wir mal an mit Weg Nummer eins. Weg Nummer eins ist, dass ich seit sicher 20 Jahren mich mit dem Thema Selbstorganisationstheorie, Chaostheorie, Quantenkram und so befasse. Und zwar bin ich da immer Mitglied gewesen bei der Herbstakademie. Da habe ich damals auch den Wolfgang Tschacher kennengelernt, mit dem ich dann das Embodimentbuch geschrieben habe.
Ich finde deine Neologismen schon wieder so schön. Dieses Verorgsen. Was mich daran jetzt natürlich sofort interessiert, du hast eben das Erklären auf der Serviette beschrieben. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn, wie du ja auch sagst, hochkomplexe Theorien und ich habe auch von Schiebeck ein paar Sachen gelesen, von Hermann Haken und so weiter. Das muss man wollen. Man braucht eine gewisse Form von Resilienz.
Ich fange gleich an damit. Wir hätten ein Bier getrunken, oder ich hätte wahrscheinlich eher ein Wodka getrunken, weil ich Bier nicht so gut vertrage, aber es ist ein bisschen leicht enthemmt auch. Das gehört dazu. Der Schiebeck ist ein total lieber Typ. Der Schiebeck hält einen Vortrag, den versteht niemand. Dann gehst du hin und sagst, Günther, wie ist jetzt nochmal das und warum das? Dann sitzt er mit dir zwei Stunden hin und erklärt dir das. Mit einer engen Geduld. Ich kann nur alle auffordern, die jemals mit Schiebeck zu tun haben oder so, hört euch an, was er erzählt, macht euch Notizen, was ihr noch wissen wollt.
Ja, also ich würde dann auch Prost sagen. Und auf den Tisch klöpfen und hört, hört sagen. Ja, da geben sich natürlich diverse Folgefragen daraus. Ich habe bei Ruben gerade, er sagt dann immer so zauberhaft, ich habe eine Sprechintention bei dir gesehen. Ruben, ich sah eine Sprechintention bei dir. Sag mal.
Ja, ich finde das extrem spannend, dieses Thema jetzt auch nochmal der Selbstwirksamkeit und so weiter hier reinzubringen. Und woran mich das gerade sehr erinnert, dieses Thema Randbedingungen und Erwartungen und je nachdem, worauf ich mich fokussiere, an die Broaden and Build Theory von Barbara Fredrickson mit den angenehmen Emotionen, dass sie auch entsprechend bestimmte Gedanken erweitern und ich dann da Dinge aufbauen kann und so weiter und so fort. Inwiefern passt denn das rein?
Ja, also wenn du jetzt Student von mir wärst, würde ich sagen, schreibe doch da mal ein Seminar darüber. Das ist sicher sehr fruchtbar. Dass du die Broaden and Build Theory nimmst und sagst, wie passt das mit Selbstorganisationstheorien, Emergenz zusammen. Und das ist ein klassisches, super Thema für eine Seminararbeit.
Super, klasse. Also nächster Bachelorstudent, Bachelorstudentin und so weiter kann eine super Arbeit darüber schreiben. Du sagst es ja vorhin, das ist der schwierigste Bereich, den man sich angucken kann, das Thema Selbstorganisationstheorie, aber vielleicht so kleinere Theorien damit einzubauen.
Ja, die ist ja gut verständlich. Und Selbstorganisationstheorie, also wenn du jetzt mein Student wärst, würde ich sagen, weißt du, wenn du, Ruben, würde ich sagen, wenn du wirklich Studierende werden willst, Wenn ich was werden möchte? Und wenn du sagst, was soll mein Thema werden? Wofür will ich beantworten? Was ist das Neue? Wenn ich gut kann, sage ich, man nimmt diese ganzen alten Theorien, die Kommunikationstheorien, die es seit den 70er Jahren gibt.
Also alle Studierenden, die das jetzt hören, stürzt euch drauf. Aber zum Einstieg dein Buch lesen, um es dann einfach verständlich schon mal drin zu haben und dann nochmal quer Literaturrecherche entsprechend machen, um da nochmal auf eine andere Weise tiefer einzusteigen.
Also ohne Witz jetzt. Du brauchst erstmal, wenn du da einsteigst mit so einem Expertenbuch, da klappst du das nach 10 Minuten durch und betrinkst dich. Da kannst du ja auch ein Pfund Pralinen fressen.
So, Teil bei dir. Manfred Spitze hat mal so schön gesagt, ich messe den Wert eines Buches danach, wie viele Bücher ich danach nicht mehr lesen muss, weil ich die Grundprinzipien verstanden habe, die dort drinnen schön kompakt zusammengefasst wurden. Und anscheinend schaffst du genau das.
Beziehungsweise, ich habe die PSI-Theorie erst nachdem ich das Zürcher Ressourcenmodell und deine Bücher gelesen habe, also maßgeblich die Kraft aus dem Selbst, da habe ich dann verstanden, ach, das meint er, also kluge, sinnvolle Reduktion war für mich da die Brücke hin zur Komplexität. Weil wenn ich kein Regal habe, wo ich die Sachen reinsortieren kann und ich brauche immer so eine Art Working Knowledge, also ich muss es nicht in der Tiefe verstehen, aber ich brauche so ein Practical Knowledge, so ein Working Knowledge, also ich muss so ein Konzept davon haben, wie so ein Geschmack oder so ein Geruch, den ich mal gerochen habe. Und dann kann ich es zuordnen, dann kann ich differenzieren und dann kann ich auch da in die Tiefe gehen.
Sebastian, das ist wirklich die Kunst.
Ich weiß, deswegen frage ich.
Wir haben jetzt gerade vor drei Tagen ein Online-Symposium. Ich kann euch hinterher den Link noch schicken. Ich glaube, die stellen auch die Presse ins Netz. Immer von Markus Meier und Schiebeck und all den lieben Leuten. Das sind mein Bruder Johannes und ich waren natürlich auch drin, weil der Johannes inzwischen provoviert bei Markus Meier. Der ist jetzt 65 dann demnächst.
Ja, das ist dann das, was ich bei Kurt Lewin immer so schätze, die theoriegeleitete Praxis und die praxisgeleitete Theorie, und sozusagen dieses Beiteuge gesehen durch Theorie und Praxis, was dann ein Bild entstehen lässt, wo du genau siehst, okay, ja, es gibt da Studientheorien, wissenschaftliche Arbeiten, Zweige etc. und ganz viel Tiefe, und zur gleichen Zeit ist das praktikabel in der Arbeit mit Menschen, nützlich, anwendbar etc., ohne jetzt da so ein Studienstückwerk zu machen und zu sagen, ja, da gibt es eine Studie und da gibt es eine Studie, und dann hat man eher so ein fragmentiertes Stottern des Arbeiten, anstatt ein sich flüssiges in einem Framework bewegen, was eher, also ich finde das auch mit dem Orgs wieder so genial, also einfach dann auf Identitätsebene bringend, auch das Würmli, ich habe das mal sehr gefeiert in einem Vortrag, da hast du über eine Darmspiegelung erzählt, und dann sagtest du nur den Satz, das ist aktive Wurmwirkung, und dann kam das Bild von dem gewirkten Würmli, und ich hatte so viele Bilder, das ist Jahre her, ich weiß noch, wie ich gebrüllt habe vor Lachen, aber der Impact, den Unterschied, den das für mich seitdem macht, ist so fundamental, dass ich denke, das ist die wahre Brillanz, Dinge einfach zu machen, aber eben nicht simpel, mit einer nachhaltigen Auswirkung auf den Nutzen im Alltag.
Ich halte ja wöchentlich Wurmvorträge, und dieser gewirkte Wurm, der bleibt immer. Und das reicht doch, wenn Menschen anfangen zu spüren, weil sie den Wurm mögen, und ein paar Ideen mitgelegt haben, was man gegen Wurmwirkung unternehmen kann, mehr brauchst du gar nicht, um dein Leben entscheidend zu verbessern.
Die Wurmwirkung. Du hast auch Nonchalance von der Darmspiegelung erzählt, und ich dachte so, das sind so Momente der Verliebtheit in Haltungen gegenüber hochkomplexen psychologischen Konzepten, und klug schwätzen können sie alle, aber das auf eine Art und Weise zu verpacken und somatisch zugänglich zu machen, mit Humor, mit Relevanz und auch mit Anschlussfähigkeit, da dachte ich so, jo, super. Also von daher, Chapeau.
Und wenn ich was zum Org noch sagen darf? Das Org ist so entstanden, der Johannes hat seine Masterarbeit geschrieben bei Markus Mayer, und dann hat er mir die geschickt, und dann habe ich mir überlegt, ob wir daraus ein Buch machen können, weil ich finde das Thema wahnsinnig wichtig, können wir übrigens noch darauf kommen, warum ich das für Psychotherapie und für Beratung so wesentlich habe. Dann haben wir also die Masterarbeit geschickt, und dann habe ich angefangen, die zu lesen, und dann geht es darum, wie kriege ich das in der guten Gliederung.
Ja, definitiv. Du hast jetzt mehrfach das Wort Emergenz genannt, und wenn du das, ohne das Wort Emergenz zu benennen, als Prozess beschreiben solltest, woran würde ich merken, dass gerade etwas emergiert, bzw. was hat denn das eigentlich auch mit dem Kern eures Buches zu tun, dem Glück? Also, wie gelingt es, dass sozusagen ein Leben emergiert, oder Dinge emergieren, wo ich so das Gefühl habe, hey, das ist das Leben, was ich mir manifestiere, oder was ich möchte, das ist ja, also das wäre so die Frage, wie geht Emergenz?
Ja, ja, also Beispiel, auf Darmspiegelungsniveau, aber jetzt ohne Darmspiegelung. Ich würde sagen, du hast doch sicher schon mal Spaghetti gekocht. Und dann würde ich sagen, und ist dir schon mal aufgefallen, dass es einen Moment gibt, wo die Spaghetti so Rollen bilden. Vorher steht irgendwie komisch drin, und dann gibt es einen bestimmten Punkt, und da bilden die so Röllchen. Da emergiert ein Muster. Da bist du gar nicht dran beteiligt.
Weißt du, was ich daran so spannend finde? Es ist ja, wenn ich darüber nachdenke, ich liebe dieses Wort Gelingen, weil Gelingen ist ja so ein Wort, du kannst ja nicht irgendwie machen, dass es gelingt, sondern Gelingen emergiert ja irgendwie. Es ist nicht richtig passiv, es ist auch nicht richtig aktiv, sondern ich habe den Begriff letztens gehört, Mediopassiv oder Medioaktiv.
Semiaktiv.
Das heißt, was ich wiederum so interessant finde, ist, dass man Kontexte schaffen kann, in denen sich bestimmte Phänomene mehr zeigen. Das ist genau meine Haltung auch zu dem, was zum Beispiel die Schulmedizin oder Ärzte in meiner Denke machen. Sie schaffen für Symptome, für Phänomene, für Fehlregulationen Kontexte, in denen sich gesündere oder regulierendere Prozesse mehr mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zeigen und emergieren.
Ja, plus dass du halt eine Vorliebe hast für Kaffee. Andere haben vielleicht mit Tee oder Grüntee oder Matcha.
Habe ich auch, habe ich auch, liebe ich auch. Ich bin da sehr flexibel. Ja, spannend.
Also als Psychotherapeutin und Jungjahnerin, das heißt ich bin ja Psychoanalytikerin, die ja von der Ausbildung her auch gelernt hat, mit Vergangenheit umzugehen und so, oder auch über Vergangenheit zu sprechen. Und je mehr Jahre ich das gemacht habe, oder je älter man auch wird und je mehr Patientengeschichten man gehört hat oder eben in Coachings, in Trainings, mir ist schon irgendwann aufgefallen, dass eigentlich ganz viele Menschen, denen es nicht so gut geht, die laufen mit so einem Narrativ rum, dass sie sagen, na ja, ich hatte halt auch diese kalte Mutter oder diesen abwesenden Vater oder ich wurde gemobbt, wegen irgendwas zu dick, zu dünn, zu dunkel, zu hell, zu irgendeinem Grund.
Zumal es ja auch diese Linearkausalität durchtrennt im Sinne von, weil das so war, ist das heute so.
Das ist viel vorbedenken. Das ist vorbereiten.
Und das Interessante dabei ist ja, dass die Linearkausalität uns hilft, Orientierung und Kontrolle in der Welt zu schaffen und diese Grundkonzeption der Selbstwirksamkeit mitbringt. Also wenn ich das mache, dann passiert das. Das ist ja sozusagen die Basis der Selbstwirksamkeit, nur das Komplexere.
Und es ist auch wirklich so, wenn man mit Sebastian über die Straße läuft. Das ist jedes Mal so.
Echt? Ich finde immer Geld. Da sind vorher 500 Leute dran vorbeigelaufen und ich hebe es auf.
Und ich sehe es auch nicht, aber Sebastian sieht es.
Ja, und das weiß ich noch, das habe ich schon ewig. Ich habe das mal bei meiner Gastfamilie in den USA gemacht. Und dann sagten die nur so, in den USA schmeißt man eigentlich Cents weg, weil die sind ja nichts wert.
Ja, ja, auf jeden Fall. Das bringt gar nichts. Also im Schwarzwald würde man sagen, das bringt doch nichts.
Finde ich eleganter.
Du hast auch Kraftausdrücke gerne. Also ich finde, Einflugschneise für Scheiße finde ich richtig gut. Das reicht sich ja noch.
Genau. Und das ist auch so, wo man so denkt, ich konnte damit auch somatisch sofort was anfangen. Die wollen wir nicht mehr. Das brauchen wir nicht. Ja, super.
Ich habe noch eine Sache, als ich dir vorhin auch beim Orks und beim Orksen zugehört habe. Und du hast ja auch vorhin gesagt, du bist Herr der Ringe Fan oder ihr, du und Johannes, ihr seid Herr der Ringe Fans. Eine ganz kurze Frage, Maja. Weißt du eigentlich, wie Orks entstehen?
Die werden künftig gezüchtet.
Und weißt du, was die mal waren? Die waren mal Elben. Die waren mal diese Lichtgestalten. Und dann sind sie in dieses Dunkle gekommen und wurden gefoltert und von dunklen Mächten zu Orks dann in dem Sinne gemacht. Meine Güte! Ja, und genau diese Thematik, diese Randbedingungen und diese gemeine Vergangenheit war eigentlich tief in ihnen drin. Sind sie Elben. Sind sie wunderschöne, ewig lebende, magische Wesen. Aber irgendwie die Randbedingungen haben es dazu gemacht.
Natürlich, ich kann mich nur erinnern, dass die in so einem dunklen Keller, wo lauter Orks gezüchtet werden, und da ist das Elben. Mensch, ich vertiefe mich da und es kommt ein Orks 2. Ja, sehr gut. Ich würde es aufgreifen. Ja, super, Orks 2.
Ich freue mich jetzt schon, die Rückkehr der Elben. Ja, sehr gut.
Das passt aber. Jeder kann das. Was ich an der Hospizgesicht so schön finde, sogar angesichts des Todes, ich kann bis zuletzt, habe ich die Mahl oder kann ich, können Muster entstehen, die schön sind oder angenehm sind. Bis zuletzt, das hört nie auf, diese Chance, die man hat.
Weil im Grunde ist alles drin und im Grunde sind wir Lichtgestalten.
Okay, eine Frage noch von mir. Mal angenommen, ich wollte mit der Weisheit eures Buches die Lichtgestalt in mir jeden Tag ein bisschen mehr emergieren lassen. Ja. Was wäre eine Kontextbedingung oder eine vielleicht Praxis, die ich täglich machen könnte, die da ein bisschen an der Wahrscheinlichkeit dreht, zu mehr Lichtgestalten?
Sebastian, wenn du mich sowas fragst, dann kann ich halt immer nur eben antworten.
Ja, deswegen, das hatten wir ja heute noch nicht. Ich baue dir die Brücke sozusagen.
Was soll ich sonst anderes sagen, wie nimmt ihr ein Bild? Weißt du, das ist die Antwort von mir, die ich habe. Ich habe auch jetzt vor zwei Tagen noch mit dem Hannes wieder drüber telefoniert, weil wir jetzt auch echt überlegt haben, dass wir mit dem Schiepek mal zusammen so ein Buch schreiben, so ähnlich wie wir es mit dem Kuh gemacht haben.
Lieber Maja, nimm dir ein Bild, finde ich fantastisch. Du hast mir heute ein Bild geschickt von dir mit einem zauberhaften Hut. Auch das Bild nehme ich für genau dieses Thema.
Dankeschön. Es war ganz toll mit euch beiden.
Danke.
Vielen Dank auch von mir, Maja. Ich war heute super gerne dein Student und auch in Zukunft weiterhin.
Gleich müssen wir nach Arbeit.
Jawohl, Frau Dr. Straub. Sehr gut.
Da find ich, könntest du so ruhig mal …
Das ist schon angemessen.
In diesem Sinne, möge in deinem, in eurem und in ihrem Leben ganz viel Freude, Glück und Zufriedenheit emergieren, sich zeigen. Und das Buch macht es ein bisschen wahrscheinlicher. Herzlichen Dank.
Dankeschön. Tschüss. Ciao.
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Experten für angewandte Resilienz in Deutschland. Er ist 6-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich angewandter individueller Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator der Resilienz Initiative (www.Resilienz-Initiative.com) und des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses mit bisher über 300 Interviews mit Resilienzexpert:innen (www.Resilienz-Kongress.de), Herausgeber des ResilienzLetters (www.ResilienzLetter.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).