[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Hallo, lieber Motoki, schön, dich zu sehen. Hallo, lieber Ruben, schön, dich wiederzusehen. Und ja, ich begrüße mich auch. Hallo, Sebastian, also schön, dass ihr da seid.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Ja, ich freue mich auch sehr, Sebastian, heute auf Motoki, wieder Motoki, ein Resilient Guest. Ja, das ist, das heißt was, Motoki, wenn jemand mehrmals kommen darf. Das ist sehr, sehr gut gefallen. Wir haben tolle Rückmeldungen bekommen, auch aus unserer letzten Folge, mit den japanischen Philosophien, die du mit reingebracht hast, Kintsugi und Ikigai. Und heute nochmal ein sehr, sehr spannendes Thema in dem aktuellen Zeitalter. Ja, KI und Resilienz. Spannend.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Und bevor wir dazu kommen, Motoki, für all die, die dich noch nicht kennen, wer bist du?
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Skandal, übrigens. Nee, also erstmal vielen Dank, dass ich nochmal da sein darf. Was für eine Auszeichnung. Das gab es auch noch nie, dass ich an einem Podcast so oft zu Gast sein darf. Und dann noch mit euch, wo sich einfach Freundschaften, Seilschaften und sonst was, ich weiß noch nicht, Verwandtschaften, aber alles mögliche ergeben hat. Ja, wer weiß, was unsere Kinder noch alles vorhaben.
Aber genau, zurück zu eurem Podcast und zu unserem Thema hier. Genau, es war ja toll, einerseits zu Ikigai da zu sein, zu Kintsugi. Und jetzt wäre es ein blöder Wort, in all diesen Worten steckt ja auch KI, deswegen bin ich hier. Nee, tatsächlich, ich weiß, Ruben, du bist auch so ein Techie-Nerd, der sich jetzt in KI ganz schön eingegraben hat. Ich glaube auch für Resilienz-Akademie, wenn ich das jetzt so denke, das Akademische, das Bildungsseitige wird sich ganz schön durch KI verändern. Und ich darf tatsächlich noch andere Sachen machen, außer Ikigai und Kintsugi.
Manchmal wäre es schön, nur von denen leben zu können. Aber wir begleiten natürlich auch viele Unternehmen, Organisationen mit all diesen technischen Veränderungen. Und da habe ich mir Gedanken zugemacht und dann irgendwann auch mit Ruben, mit euch ja gesprochen. Und lass uns doch mal heute denken über so etwas wie KI, Resilienz und all diese Dinge, die da passieren. Es ist ja abenteuerlich, finde ich.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Also da würde ich sagen, wenn wir denken sollen, frage ich gleich mal GPT. Hallo GPT, du schreibst als gut aussehender Podcast-Host mit zwei klugen Kollegen. Wir sprechen über KI und Resilienz. Gib uns doch mal ein paar Talking Points. Naja, so sieht’s denken für viele mittlerweile aus. Gibt die Sache mit, da muss ich mal drüber nachdenken. Und da nehme ich mich nicht aus. Ich habe das sehr zu schätzen gelernt, die KI als Sparringspartner zu nehmen. Irgendwie denke ich immer, die KI ist männlich. Dabei ist sie gar nicht männlich. Wahrscheinlich, weil sie mir so schön mansplained. Also das ist ja immer herrlich.
Ich glaube, wäre KI weiblicher, dann wäre es mehr fragend, mehr anbietend, mehr ambivalenzfördernd im besten Sinne. Da es so mansplaining rüberkommt. Ach, ich glaube, die KI ist eigentlich irgendwo ein alter, weißer Mann, der viel weiß und schnell tippen kann. Das glaube ich auch. Und der sehr begeisterungsfähig für jeden Einzelnen ist.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Okay, zurück zum Thema. Ich glaube, deine KI, wenn ich das unterstellen darf, das ist eine unserer ersten Fragen, wenn wir Seminare machen zu KI. Früher war das, wie viel Zeit hast du schon mit der KI verbracht?
Dann war es, wie viel Zeit pro Woche. Und jetzt ist eher, was löst du denn alles mit KI? Weil natürlich das schon sehr eingezogen ist in alle Welten. Top-Use-Case ist ja Lebensberatung im Prinzip. Also unser Feld von Coaching-Therapie. Und wahrscheinlich gefällt dir die KI auch. Sebastian, ich hatte ja immer einen guten Freund. Und der hat den Schruch ertragen. Ich sage jetzt den Namen nicht.
Weißt du, warum du dich in jede Bedienung verliebst? Ja, weil die immer dir dein Bier bringt. Lieber. Sowieso. Und weil sie zu allem dann Ja sagt. Und die KI ist eigentlich genau sowas. Das ist jetzt ein bisschen, ethisch könnte man sagen, bedenklich, mein Beispiel. Aber die KI will uns ja auch gerne ganz, ganz gute Laune machen. Und sagt, Sebastian, was für eine tolle Idee, dass du als gut aussehender Podcast-Moderator dich diesem Thema widmest. Hier sind ein paar Vorschläge. Und das lieben wir. Das ist natürlich total belohnt für uns. Solche Zusprüche.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, das ist so irgendwie so gefühlt Filter-Bubble 2.0. Also ich habe das am Anfang von Facebook. Davor gab es ja so diese verschiedenste Sachen. StudiVZ war der Vorläufer. Und wir haben tatsächlich 2004 in GöKIngen meine Community aufgebaut. Die hieß göKIngen1.de. Und das waren die 1.de-Portalgruppe. So ja, wir waren dann platt, als StudiVZ kam. Und die waren dann platt, als Facebook kam. Aber das, was ich bei Facebook immer sehr auch früh gemerkt habe, ist, ich bekomme Dinge, die mich in meiner Weltsicht bestätigen. Im positiven Sinne. Ich dachte mal, das ist ja hier schön. Also, ach, was schön. Und dann siehst du immer mal ein paar Dinge, die dich aufregen.
Denkst du, ne, also das geht. Ach, und danach gleich wieder. Also optimal eigentlich abhängig haltend.
Nun soll es heute nicht über soziale Medien gehen. Aber meine Hypothese ist, dass die Grundeinstellungen, das kann man chat.gpt ja sagen, was es nicht mehr machen soll, dass die Grundeinstellungen eher auf, hey, ich bin ein guter Freund, hey, ich bestätige dich, ich beglückwünsche dich auch für dämlichste Fragen mit, das ist eine sehr relevante Frage. Und wo ich so denke, hey, ich bin kein 5-Jähriger, der von der Mutter irgendwie so ein, damit sie mich von der Backe hat, sondern da sind ja ganz kluge Spezifikationen drin.
Und wenn man so gut manipuliert wird, und damit würde ich, glaube ich, gerne einsteigen, wie manipuliert uns eigentlich die KI? Also Manipulation jetzt gar nicht so in diesen großen Sachen mit irgendwelchen false biases, also so Verzerrungen und so weiter. Aber was ist denn da so deine Erfahrung? Wie gehst du da ran? Weil das ist, glaube ich, so, auf Zigarettenpackungen sind komische Bilder und Warnhinweise. Bei chat.gpt, wenn ich das starte, nicht.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Ja genau, und das ist bewusst so gemacht. Das können wir mit Sicherheit sagen. Da gibt es natürlich immer so was, auch in der Gerüchtewelt, zum Beispiel ist ein ganzes Team von Menschen, die verantwortliche KI gestalten wollten, bei OpenAI, also der Firma, hinter chat.gpt gegangen. Als dieser große Veränderung kam, seit chat.gpt 4.0, diese Bestätigung und dieser Automatismus, willst du noch weitermachen? Also wie bei Social Media der endlose Feed, so ist ja chat.gpt, das merken wir auch eingestellt, wie andere Large Language Models, so eingestellt, uns eigentlich ständig am Ball zu halten. Und KI ist ja nie etwas, können wir heute noch sagen, das Verantwortung übernimmt.
Wir müssen für uns Verantwortung übernehmen und über das, was wir mit diesen KI-Lösungen machen. Aber KI unterstützt uns schlecht dabei, weil KI nie sagt, du, Sebastian, Ruben, Motoki, diesen Gedankengang solltest du lieber selber lösen, weil du sollst dir deine Kreativität erhalten. Dann kannst du ja zu mir kommen und ich lese das Ganze noch mal Korrektur und gebe dir ein paar Hinweise.
Aber die KI ist ja immer aussagebereit. Es sei denn, du würdest ganz komische Dinge bei bestimmten Modellen hinterfragen oder ihm einen Auftrag geben, der ethisch wirklich an der Grenze ist. Aber erst mal ist die KI mit einem Ja dabei. Super, danke, Sebastian. Tolle Frage. Und hält dich so wirklich ganz stark in diesem Confirmation Bias.
Das, was ich mache, ist gut, ist toll. Führt einen kleinen Exkurs dann auch dazu, dass manche so eine Psychosis, so eine kleine Psychose entwickeln, weil wenn die KI mich den ganzen Tag bestätigt, kann mit meinem Ego eine ganze Menge passieren. Aber das macht erst mal Spaß. Wir wissen ja auch, geh zu deiner Familie, geh zu deinen Liebsten. Ist nicht das Erste, was du hörst, toll, dass du da bist, wie wunderbar du aussiehst, also wie ich bei euch heute begrüßt wurde, was tolles, Schlaues zu sagen hast. Sondern wir werden ja auch gechallenged.
Das ist ja das Gute im Freundeskreis. Echte Freunde challengen mich hoffentlich und sagen, Motoki, meinst du ehrlich? Denk mal nach. Und das macht ein Large-Language-Modell erst mal nicht. Und dadurch entstehen möglicherweise neue Abhängigkeiten. Wir können, das wissen wir von Google, Dinge auch verlernen. Und da müssen wir immer wieder raustreten, in so einen Denkraum wie hier mit uns, mit anderen, und überlegen, will ich das eigentlich? Und da hat, glaube ich, die KI eine gefährliche Dynamik, dass wir so in einen Automatismus kommen, wie im Dauerscrolling auf Social Media und das gar nicht bemerken. Ich mache ein konkretes Beispiel vielleicht.
Als ich noch Taxifahren gelernt habe, übrigens in GöKIngen, auch in Hannover, hatte ich einen Personenbeförderungsschein. Da musste ich ja mit einem Falkplan umgehen können. Und das ist eine Wissenschaft für sich. Alle, die aus dieser Zeit noch kommen, die das jetzt hören und wissen, was ich meine. Es ist eine Kunst für sich, einen Falkplan wieder zusammenzulegen. Diesen Skill habe ich heute wahrscheinlich nicht mehr.
Den müsste ich mir wieder erarbeiten. Ist aber nicht schlimm. Ich würde trotzdem überleben in der Wildnis mit Nord, Süd, Kompass, irgendwas würde ich vielleicht überleben. Aber die Eigenschaft oder die Fähigkeit, navigieren zu können, ja auch mal ohne Navigationsgerät, ist vielleicht gar nicht so schlecht, wenn mein Handy mal alle ist zum Beispiel und ich irgendwo hin muss. Und von daher immer zu überlegen, welche Fähigkeiten gebe ich ab? Sind das eher technische Falkplan zusammenlegen?
Kein Problem, es müssen nicht mehr alle können. In einer fremden Umgebung mich orientieren zu können, ist vielleicht gut als menschliche Fähigkeit zu behalten. Und da immer zu überlegen, schaffen wir uns sowas wie mentale Krücken oder auch Helfer, die uns dann das Denken abnehmen, was für uns eigentlich so wichtig ist. Stichwort Sinnhorizont, Stichwort Reflexion und solche Dinge.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Aber wenn ich dir so zuhöre, dann ist eine Sache, die mir mal aufgefallen ist, dass ich, wenn ich mich in neuen Bereichen bewege, ich verschiedene Strukturebenen für mich erstmal sortiere. Das heißt, ich gucke mir an, wo gehört das hin in einem größeren Kontext. Von Resilienz habe ich irgendwann kennengelernt. Ich hatte mich vorher viel mit Stress und Burnout auseinandergesetzt. Das ist aber auch schon 25 Jahre her. Dann habe ich den Begriff gehört und gesagt, wo verorte ich den?
Dann holst du dir ein paar Bücher, sprichst mit ein paar Leuten und sortierst das so langsam zu. Und schaffst dir natürlich deine eigenen mentalen Landkarten, deine eigenen Sortierschemata, deine eigenen Strukturen. Und irgendwann, und deswegen mag ich die Philosophie auch mit der Logik so, irgendwann bildest du logische Kategorien, guckst, okay, auf welcher Ebene ist das, zu welcher Kategorie gehört das, wie kann ich das gut sortieren.
Also das ist so diese Nummer, Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber auch Äpfel nicht mit Zucchinis in einen Topf, sondern das sind einfach, man muss halt innerlich anders sortieren. Und eine Sache, die mich total fasziniert, ist, Strukturähnlichkeiten über verschiedene Bereiche hinweg zu erkennen, also sowas wie Metastrukturen. Und immer wieder auch zu gucken, kann ich das darauf anwenden, kann ich den Transfer machen.
Naja, und das, wo ich jetzt glaube ich auch eine sehr große Gefahr sehe, ist, wenn man nicht klug fragt, dann gibt einem GPT die passgenaue Antwort, das heißt, eigentlich, oder Hard Language Model, egal, ich nenne jetzt dafür mal GPT immer, wir haben ja auch einen Swipe-Up-Code und so, und GPT kontrolliert sozusagen alles andere hier sonst auch, deswegen muss ich da nett sein. Nein, Spaß, also die Frage ist ja auch immer da, wie gut lerne ich Denken, und wie gut habe ich mein Denken organisiert, und wenn ich dir so zuhöre und wir beim Fallplan bleiben, habe ich solche Fallpläne, oder habe ich so Fragmente von GöKIngen, wo nicht ganz GöKIngen mit dem Wall und Nordstadt, Südstadt, Weststadt, Ostviertel drauf ist, sondern habe ich vielleicht so drei Straßen aus dem Ostviertel mit reingezoomt auf den einen, weiß ich nicht, Supermarkt, der da ist. Also das ist ja eine interessante Frage, wie auch sich da die Organisation der Informationen im Gehirn von Menschen verändern wird.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das merkst du ja schon, also du siehst es ja schon in dem Sinne, du hast vorhin den Google-Effekt erwähnt, den es ja gibt, also der auch wissenschaftlich erforscht ist, dass wir nicht mehr alleine sozusagen denken und schon direkt Google zur Hand nehmen, wenn es darum geht, irgendwelche Fragen zu beantworten und dann hast du einfach im Restaurant nicht mehr diesen Moment, hey, lass uns doch mal erörtern, wie ist es denn, lass uns mal daran erinnern oder ins Transferdenken gehen.
Und davor gab es ja schon den GPS-Effekt, das hast du ja auch vorhin erwähnt und da gibt es ja diese spannende Studie mit den Londoner Taxifahrern, die ja 15.000 Straßen und Brücken und alles mögliche auswendig lernen mussten damals, um die Taxifahrerprüfung zu bestehen und da hat man gesehen, dass der Hippocampus, der auch für die räumliche Verarbeitung mit verantwortlich ist, sichtbar, also wirklich sichtbar auf so einem MRT wächst und dann hat man mal pensionierte Taxifahrer untersucht und hat gesehen, dass der auch entsprechend wieder geschrumpft ist, also das neuronale Prinzip dahinter lautet, use it or lose it und das ist ja genau die Thematik dann hier auch, also was werden wir verlieren dadurch, dass wir es auch entsprechend nicht mehr nutzen und wie wird sich das auch neuronal zeigen?
Also wenn ich jetzt das Thema Kreativität nehme, da kann ich jetzt nicht ganz genau sagen, was so die neuronale Struktur dahinter ist, aber was ich gelernt habe von einem David Eagleman, der ja ein tolles Buch geschrieben hat, Motoki bist ja auch Fan von ihm, das weiß ich ja, ist ja das Thema, das Buch Kreativität und da hat er gesagt, Kreativität ist das Biegenbrechen und Verbinden von bestehenden Strukturen in eine neue Form oder in eine neuartige Form und deswegen, ich bin total dabei, dass es genau darauf ankommt, wie, was gebe ich dann auch entsprechend ein und was ich eingebe, bestimmt dann, ob ich gerade was fördere oder verliere, weil ich kann genauso gut natürlich die KI nutzen für einen kreativen Prozess und dann als Sparringpartner nutzen, als Denkpartner nutzen, um hier kreativ dann auch entsprechend zu bleiben, aber die, genau, also es kommt immer, finde ich, auf die Qualität des Promptings an, also was gebe ich dann auch entsprechend ein, was dann auch der Output ist und eine Intention am Anfang zu haben, wozu möchte ich das denn jetzt gerade nutzen und wie möchte ich das denn nutzen.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Ja und ich kann mir vorstellen, viele Zuhörende denken sich, und ob ich überhaupt diesen Schritt zu KI mache. Ich glaube, wir alle drei wahrscheinlich, vermute ich, hier in unserem Raum, sind schon ein bisschen KI, sag ich mal, verseucht, unser Alltag und haben da schon unsere Phänomene, also wir sind schon, wir sind sowohl vielleicht jetzt heute Reflektierende, aber vielleicht schon auch die ersten Betroffenen, wenn man unsere KI-Nutzung sieht und ich finde, man kann es immer sehen an diesen neuen Autopiloten, der sich so ergibt, also wenn du mal ein Seminar oder ein Retreat machst, wo die Handys eingesammelt wurden oder weg sind, dann spürst du den ganzen Tag, wo du reflexartig eigentlich was machen wolltest, also wirklich unterbewusst. System 1, ich wollte gerade zücken, klar, ich wollte die Uhrzeit gucken oder kam irgendeine Nachricht von den Kindern oder wie auch immer und ich glaube, so werden wir wahrscheinlich alle neue Autopiloten uns züchten, kognitive Verhaltensweisen, wenn wir ein Problem lösen wollen und dann denken, KI.
Also bei mir in der Agentur sage ich schon oft, ich möchte, dass ihr die erste Strecke ohne KI macht, ich sage es wirklich an, weil ich will auch diese Texte nicht und ich will nicht diese Eingängigkeit von Angeboten haben und wir machen ja ganz viel mit Kreativität und Kreativität würde man ja schon sagen, auch aus dem künstlerischen Prozess, ist da, wo Reibung ist, wo Tragik, Tragödie ist, wo es auch mal weh tut, da sind manchmal ganz tolle Lösungsräume manchmal vielleicht oder auch wenn wir sagen, posttraumatisches Wachstum, ja, das sind alles Dinge, die erstmal gegensätzlich sind, Polaritäten, die sich gegenüberstehen.
Darin ist KI nicht gut, weil KI uns immer sehr, sehr bestätigt und ich habe mich sehr bemüht zu prompten, wo du es gerade angesprochen hast, Ruben, dass die KI wirklich, ich nenne es immer auf Englisch, counter-intuitive, ja, also Challenge, ich mache viel in Englisch mit der KI, also fordere meine Gedanken heraus, bitte bestätige auch nicht, also viele, die sich mit der KI unterhalten haben, werden wahrscheinlich merken, dass sie ganz viel Bestätigung gehört haben, wenig Neues. Ich möchte nicht ein redundantes Wort hören, also ich bin sehr, sehr hart zu meiner KI und trotzdem kriege ich so einen gewissen Brei von Wohlgefühl heraus und der hilft uns manchmal, der hilft uns zum Beispiel, wenn wir vielleicht eine sehr, sehr scharfe E-Mail vor uns haben, die wir eigentlich schreiben wollen und die neutralisieren wir so ein bisschen, weil sie hätte jetzt zu viel Ladung, ganz ehrlich, oder wir schreiben sie morgen, da kann uns die KI helfen, aber wenn wir wirklich neue Wege gehen wollen, zum Beispiel, was wir in vielen Aspekten unseres Lebens ja brauchen, dann ist die KI nicht immer der beste Partner, aber wir gewöhnen uns vielleicht daran, sie zuerst zu fragen, ja, und beim, ich habe gestern zum Beispiel mal, was unseren Bereich betrifft, Kompassförderung nochmal durchgeschaut, das ging ganz schnell mit der KI und dann habe ich nochmal die ganzen Beiblätter der EU und Deutschland reingelagert, was muss ich beachten, sowas, finde ich, ist ein toller Alltagshelfer. Bei den größeren gedanklichen Schritten müssen wir uns erstmal entscheiden, ob wir da rein wollen in die KI mit unserem Gehirn oder andersrum.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, dann würde ich mal sagen, so das so als vorweg, vorweg Ideen, lass uns doch mal den Schritt hin in die Resilienz machen. Und ich würde als erstes gerne mal diese Grundproblematik wobei bleibe ich? Bleibe ich bei der Frage oder bleibe ich bei der Antwort?
Und Gunter Schmidt hat mal so schön gesagt, er wäre sehr dumm für Antworten und sehr klug für Fragen. Und das ist natürlich aus einem System kommend, wie wir alle, wo du in der Schule, wenn ich mir das so vorstelle, irgendwie achte Klasse und du sitzt im Matheunterricht oder irgendwo anders und die Lehrerin, der Lehrer fragt dann so, na Sebastian, und hast du jetzt eine Antwort? Und man sagt dann auch, nee, also zur Antwort da bin ich nicht so klug, ich bin besser bei den Fragen.
Ich fand ihre Frage sehr gut und du würdigst dann die Frage, das hilft dir vielleicht ein, zwei Mal, weil es einen gewissen Irritationseffekt hat, aber so wie ich das Schulsystem kennengelernt habe und ich komme aus einer Lehrerinnenfamilie, meine Tante war auch Kultusministerin Schleswig-Holstein, also das heißt, ich habe da sehr tiefe Einblicke in verschiedensten Bereichen, da denke ich mir dann so, naja, also wir belohnen schon eher die Antworten. Dann war das genau dieser Sommer in Abano-Therme im Metaforum Sommercamp, wo ich bei Gunther war, in der zweiten Woche. In der dritten Woche bin ich dann zu Stephen Gilligan gegangen und Gunther hat das dann natürlich erklärt, dass dieses dumm verantworten, klug für Fragen eher eine Form von Haltung ist, nämlich die Haltung zu sagen, okay, ich schaue mal, was sich zeigt, wenn ich bestimmte Fragen halte. Mal gucken, was sozusagen an Veränderung möglich ist und was in dem Raum zwischen Frage und Antwort überhaupt noch möglich wird, weil eine Frage ja immer auch einen Prozess beendet halt, ein Stück weit.
Also habe ich ein Symptom und kriege ich eine Diagnose, bin ich erst mal beruhigt, weil die Frage beantwortet ist, was ich habe und daraus ergibt sich viel. Aber eine Antwort deckelt Dinge ja auch, beendet Prozesse. Naja, und dann saß ich bei Stephen Gilligan und dann wurde Stephen Gilligan, wir hatten so eine offene Fragerunde dann noch und es ging um Milton Erickson.
Also Milton als den Vater der modernen Hypnotherapie und ich weiß nicht, wer in dem inkarniert war. Also das war schon besonders. Naja und die Frage war dann, hatte Milton gute Antworten? Was waren so Standardantworten von Milton? Und ich dachte, oh jetzt wird es spannend. Und hat Stephen so im Moment nachgedacht und nickte dann so.
Sagste, well that is a good question. Und naja, also bei Stephen Gilligan ist es so, der kommt rein und du wachst eine Woche später auf, denkst dir so, oh ich habe viel mitgeschrieben, irgendwas war dazwischen. Also das ist einfach sehr entspannend die Zeit, sagen wir mal. Und dann sagt er ja, also die beste Antwort von Milton war die folgende. Ich saß erst mal in Englisch, weil er das dann auch mal so schön, hat dann da Milton in den Raum gebracht so, durch seine Sprache und hat dann nur gesagt, I don’t know and I’m curious to find out. Also, weiß ich nicht und ich bin sehr neugierig, bin sehr interessiert daran, das rauszufinden.
Das heißt, es geht nicht nur um das Nichtwissen. Also es gibt aus meiner Sicht sehr ungünstige Formen des Nichtwissens. Ja, das wusste ich nicht.
Unwissenheit schützt Verstrafe nicht, du Trottel oder du Trotteline. Da will ich auch keinen ausnehmen und alle nichtbinären Trottel dazwischen. Und das ist ja so das eine und das andere ist eine kluge Form des Nichtwissen, also das kompetitive Nichtwissen oder wie man auch sagen könnte Läthologie, also ein Läthologe zu sein, Lethe dieser Fluss in der Mythologie, wo man, wenn man übergesetzt hat, sozusagen das vergessen hat. Also, Läthologen haben es schwer mit der KI, weil professionelles Nichtwissen nicht gleich von der KI unterstützt wird. Das mal so als Kernthese und jetzt die Frage an dich, an euch, was heißt das für Resilienz? Und was heißt das mit den großen Fragen des Lebens?
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Also, es heißt ganz viel. Das ist jetzt ein großer Wurf. Bin ich sehr gespannt.
Ich bin jetzt gerade dabei, ich hatte so ein Bild davon, ich bin eigentlich so im ursprünglichen Versuchungsbild. Und das ist ja auch eine Anstrengung. Du weißt, ich war ja viel auch im theologischen Raum, in Stockholm und so weiter. Wir haben viel mit Kollegen haben auch Google und Facebook damals besucht, dieses digitale Ethik gedacht, sozusagen, sowohl aus dem humanistischen, als auch im theologischen, ethischen Rahmen. Mit Bett vor Strom und Kollegen sozusagen, haben da eine digitale Agenda auf den Weg gebracht. Und damals war es schon dieses Digitale als Deus, sozusagen als eine gewisse Gottheit, die alles durchdringt.
Jetzt KI mit der Allwissenheit. Und jetzt nehme ich wieder meine Kinder, die einfach über sich überlegen können, Mensch, finde ich es heraus, wie der Weg ist? Und das im mythischen Sinne sozusagen, also eher eine Kontingenz, sozusagen ein Prozess, in dem mir was passiert, ganz emergent.
Und ich komme vielleicht mal da und da und merke, das ist nicht der richtige Pfad. Aber ich finde quasi den Pfad heraus, im Flussbild oder auch im Navigationsbild. Und das ist ein Streuner, das kann ein Gärtner sein, das ist wie in den Wald gehen. Zum Glück macht mein Sohn das noch, finde ich ganz toll, dass sie einfach mal in den Wald verschwinden. Das ist ja auch einfach verloren gegangen. Und KI ist natürlich diese große Verlockung, ist quasi diese Frucht einfach zum Pflücken nah. Da ist alles drin. Da sind alle Antworten, alle Bücher, alles, das ganze Internet wurde mal gelesen. Und ich glaube, deswegen ist für mich Resilienz auch dann in dem Sinne erstmal jetzt auf das Individuum geschaut.
Eine Widerstandsfähigkeit sozusagen, ja, auch eine Flexibilität, mit mir umzugehen, mit dieser Ungewissheit, das zuzulassen und mich in so einem kontingenten Prozess zu bewegen. Also war jetzt nicht großer Freund, klar gab es direkte, indirekte Suggestionen, gab es alles, aber sowas Kontingentes. Was zeigt sich denn jetzt hier, wenn ich in diesem Raum bleibe? Und KI-Expertinnen würden jetzt wahrscheinlich sagen, dafür kann ich dir natürlich ein Language-Model schön machen, das eben alle Antworten versucht zu vermeiden und dich in so einen Prozess nimmt. Da würde ich euch auch, glaube ich, einen Master-Promt liefern können für. Und jetzt will ich nicht das abkürzen mit den, das sind dann aber fortgeschrittene Sachen.
Nee, das ist es gar nicht, sondern das ist einfach die Art und Weise des Umgangs. Und der ist wenig belohnend für viele Unternehmen, die gerade KI vorantreiben, weil die wollen natürlich Effizienz und Zugewinne. Und in unserer Welt, wo halt Tempo das Thema ist, also wie schnell ging die Sitzung, wie schnell sind wir zur Lösung gekommen und nicht wie kontingent war der Prozess, ja, wird KI wahrscheinlich dieses Narrativ bedienen und auch immer so gebaut werden, weil bisher macht keiner Gewinn mit KI, weder die Unternehmen, die es herstellen, als auch die Unternehmen, die es einsetzen.
Das sehen wir auch in Studienlagen ganz klar. Die Leute sind begeistert. Es macht sich 50-50 mit Annahme, Widerstand und Begeisterung, aber bisher haben wir noch keine Gewinne mit der ganzen KI-Geschichte. Und das heißt, das wird wahrscheinlich Narrativ sein, was KI jetzt erstmal vorantreibt. Im Umkehrschluss, aber vielleicht auch an Ruben jetzt rübergespielt dabei, wie erhält man sich dann in solche Räume, solche Kontingentenräume, die erstmal noch nicht die Antwort dir direkt vor die Nase halten?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das ist wirklich eine gute Frage und ich bin auch selber noch neugierig, es herauszufinden tatsächlich, weil für mich sind es genau diese Begegnungen in diesen Räumen, die es dann aufrechterhalten. Aber ich kann es dir noch nicht so wirklich sagen. Also es ist diese neugierige Haltung, es ist dieses, ich bin noch ein leeres Gefäß in diese Haltung zu gehen für mich, um diese Prozesse weiter aufrecht zu erhalten und einfach diesen Automatismus bei sich selber auch reflektiert zu haben von mein erster Griff ist zu Chat-GPT oder ist zu Perplexity oder was weiß ich was, sich dann ein Stopp-Zeichen dann zu setzen und das dann auch für sich mal einzubauen, um dann erstmal selber ins Denken zu kommen, weil wir schaffen uns gerade Rasenmäher- Eltern damit.
Das ist echt ne Problematik. Also Rasenmäher-Eltern im Gegensatz zu den Helikopter-Eltern, die die ganze Zeit um einen herum schwirren und da was kontrollieren, sind ja die Rasenmäher-Eltern, diejenigen, die vor dem Weg, der vor uns liegt, jeden Grashalm, jeden Stein wegräumen und so weiter, dass wir bloß überhaupt gar keine Reibungen haben und dann entsprechend unser Gehirn nicht in seine Organfunktion gehen kann, und zwar des Lernens und des Entwicklens und das ist wirklich dann echt wie ein horizontaler Transfer, der da reinbringt.
Das ist nix Vertikales, womit wir gerade die KI nutzen, also wie ein Partner an meiner Seite. Also manche machen das, manche haben die Haltung, ich finde das total gesund, ich versuche das auch für mich zu haben. Was die meisten sagen ist, die KI ist besser als ich.
Die KI kann das sowieso nochmal ganz ganz anders und die macht das für mich und so weiter. Ich habe wirklich eher das Gefühl, dass es nicht ein Mitarbeiter ist, sozusagen, wo die horizontale Ebene nach unten blickend ist, sondern wo die KI über einem ist und ich dadurch auch entsprechend meine Souveränität verliere als Mensch und da ein grundlegendes Motiv nach Norbert Bischoff nicht bediene und zwar auch genau das der Autonomie. So jetzt rede ich wieder von Problematiken, du hast mich nach einer Lösung gefragt und ich kann dir sagen, ich bin selber noch dabei, es herauszufinden und dadurch ist mir einfach dieser Kontakt mit organischen Intelligenzen einfach genau das, was da noch für mich eine Lösung ist, die da extrem gut funktioniert.
Deswegen diese Denkräume öffnen, deswegen Workshops zur kreativen Gestaltung von Dingen zu machen und ja, die KI darf mir das, was wir erarbeiten, transkribieren und ja, die KI darf mir das danach zusammenfassen und die darf mir auch eine schöne Grafik davon dann auch erstellen und alles mögliche. Ja, aber das, was entstanden ist, also das, was den Content geliefert hat, das waren unsere biologischen Neuronalnetzwerke und nicht diejenigen, die da so im Raum sind. Das war zum Beispiel, das war total schön, letzte Woche war das, da war ich in Frankfurt, ganz wundervolle Firma, da hatten wir einen Werte-Workshop und einen Entwicklungs-Workshop der Führungskultur und ich fand es total spannend, dass eine Mitarbeiterin mal dann immer wieder gesagt hat, hey komm, für so Wortfindung und so weiter, ich frage mal ganz kurz Chat-GPT und die People-Director drin, die hat reingegrätscht und hat gesagt, warte mal kurz, bevor wir jetzt gerade eine KI fragen, die eigentlich gar nichts mit dem zu tun hat, was wir hier jetzt gerade schon alles erarbeitet hat und auch überhaupt gar nicht unser Wissen hat, lass uns doch das gerade jetzt beiseite legen, weil das führt uns wieder in einen anderen Weg. Lass uns doch gerade mal jetzt hier bei dieser einen Sache bleiben, die wir jetzt hier machen.
Deswegen, ich finde das so wichtig, diese Reflektionsfähigkeit zu haben und das ist ja bei allen Wahrnehmungsfehlern, die es gibt und du hast vorhin den Bestätigungsfehler angesprochen und so weiter und eine KI könnte auch so Wahrnehmungsfehler fördern. Ist das Wichtigste, zu reflektieren, hey, da ist einer, da ist so ein Wahrnehmungsfehler und der ist gerade da. Deswegen sich diese Stopp-Zeichen zu setzen, bevor ich das nutze und zwar, wenn ich es automatisch nutzen möchte, sodass wäre jetzt für mich im Sprechdenken die beste Lösung.
Sebastian?
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Naja, wenn ich aus Resilienzsicht darauf schaue, dann ist, glaube ich, der Umgang mit Irritationen sollte das sein. Die Kunst, Irritationen zu halten, ist, glaube ich, das, was uns als Menschen den meisten zugewinnen im eigenen Lernen halt bringt und die Irritation ist für mich immer das, wenn der Vorhersagefehler sich zeigt, wenn meine Vorhersage auf das, was passieren sollte, eben nicht stimmt und anstatt dann gleich zur KI zu greifen und zu sagen, hier, die Tür geht nicht auf, gib mir fünf Wege, wie ich die sagen kann.
Mal kurz überlegen. Okay, vielleicht drücke ich mal. Ach, gucke. Also, die Fähigkeit auch, sag ich mal, der Flexibilität, flexibel zu reagieren, in Alternativen zu denken, das ist, glaube ich, ein ganz wesentlicher Punkt und nicht zu schnell KI, weil ich komme mit meinem einen Weg nicht zurecht. Ich frage zum Beispiel im Coaching manchmal, welche sieben Lösungen könnte es geben oder welche elf. Ach, und dann sagen die, ja, Mauriz, ihr habt noch nicht mal eine.
Habe ich gesagt, gut, dann machen sie mal 17. Und dann gucken die mich an und dann bleibe ich dabei und ich gebe meistens zwei vor und sage, naja, eine ist dies, eine ist das, aha, okay, ja, die sind beide absurd, ja, ich weiß, okay. Und ja, ich gebe dann bewusst absurde Nachrichten. Und dann geht es halt von daraus weiter. Also, ich glaube, dieses Thema Problemlösung, was so der Kern mentaler Resilienz ist und auch das Erkennen von Problemtypen, die Akzeptanz, auch ein Problem halten zu können, ist, glaube ich, was man immer wieder auch für sich fokussieren sollte. Zum Zweiten glaube ich, ist auch nicht das blinde Vertrauen in die KI, also Vertrauen so im Sinne von auch Bindung zur KI.
Also ich habe mich schon ertappt, dass ich sage, ja, Chetty, ja, das ist eine Verniedlichung, mein Freund Chetty, naja, also ja, das ist auch okay und ja, ich habe da vielleicht auch so ein bisschen Gefühle, wenn ich Chetty nehme, sage ich, hi Chetty, ach, ich muss mal bei dir fühle ich mich so verstanden. Kannst du mich mal in den digitalen Arm nehmen, so? Und gleichzeitig aber auch dazu sagen, hey, das Ding halluziniert manchmal, das erzählt mir irgendeinen Mist. Und was, wenn es mir Mist erzählt, um meine Weltsicht zu bestätigen? Wenn ich eine komische Weltsicht habe, dann ist das nicht günstig. Das heißt auch da, so eine gesunde Skepsis, so ein gesundes Hinterfragen und das eigene Denken wieder in den Fokus zu nehmen, ist glaube ich so ein Meta-Skill in der Resilienz, wo man sagt, okay, vertraue erst mal deinem Denken und Motoki, du hast vorhin so schön gesagt, die KI weiß eh alles, also statusmäßig höher.
Für mich ist GPT ein Werkzeug, ein sehr effizientes Werkzeug, aber ich gucke eher runter, nicht im Sinne von, dass ich es verachte, sondern, dass ich im Status schon noch meine organische Intelligenz, die ist immer noch cleverer. Und ich finde auch bessere Lösungen, auch meine Fragen im Sinne der Synergie, verbinde mir doch mal das, gib mir mal fünf Vorschläge. Und dann sage ich auch manchmal, die sind alle Schrott. Ich habe, hast du noch nicht gut genug verstanden. Und dann erkläre ich es nochmal, erkläre ich es nochmal. Irgendwann kommen dann ganz brauchbare Lösungen.
Und dann merke ich so, ah okay, danke, dass mein Denken dadurch gechallenged wurde, dass du mir Antworten gegeben hast, mit denen ich nichts anfangen konnte. Also da passiert ja viel, aber das mal so, vielleicht so als drei Resilienz-Themen, also dieses Thema Umgang mit Bindung und was für einen Status hat das? Grundbedürfnis Bindung nach Grave, zweite wäre die Irritationsbereitschaft, auch und das dritte wäre so das Thema Problemlösen, Vorhersagefehler, damit umgehen. Ich glaube, das sind so Themen, das hilft, da hilft GPT. Und gleichzeitig, die Dosis macht die Wirkung oder eben das Gift.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Ja, das fand ich jetzt auch ein schönes so Take-away-mäßig für vielleicht alle Zuhörenden, also was kann man tun? Ich bin ja mal so gern auf dieser super praktischen Seite und das werden wir auch gefragt, natürlich in Trainings und im Prinzip habt ihr es wunderbar skizziert, also die ganzen Fallen, die uns diese Tools stellen. Erstens diese menschliche Hang, Anthropomorphisierung, wir vermenschlichen einfach, das zeigt die Industrie natürlich auch, letztendlich zeigt das den Konsumentenwunsch, Alexa, Siri, all das.
Oftmals auch eine weibliche Richtung, oder Chatty ist halt auch eine Verniedlichung. Die Japaner sind da übrigens Weltmeister, also wenn du da durch eine Baustelle läufst, hast du manchmal Hello Kitty-Baustellenleuchten, die dann so leuchten. Und das findest du total niedlich, nimmt deine Aufmerksamkeit und okay, Baustelle auch, aber dass wir so Dinge verniedlichen oder sogar nicht nur vermenschlichen, sondern hier mit Tieren sozusagen in diese liebevolle Begegnung bringen.
Das ist lahmer. Ja, das ist lahmer. Ich meine, ich denke manchmal in Deutschland könnten wir das wirklich aufnehmen, es ist doch manchmal sehr trocken, wie wir so Sicherheit verstehen, Schilder, Hinweise und so weiter. Und dann ist das andere, dass natürlich dadurch, dass das alle Sprachmodelle sind, die sehr elaboriert antworten, du kriegst eigentlich selten eine rhetorisch schlechte Antwort. Ich finde schon diese Negativitätsverzerrung hat gerade bei den neuesten Modellen auch von ChatGPT zugenommen, dass immer so, es ist nicht das, aber es ist das, aber dadurch klingt es mit drei Schachtelsätzen immer elaboriert. Und das macht mir sofort ein Vertrauen sozusagen.
Also klingt eher wie Nachrichtensprecherin, als wie jemand, der es nicht weiß. Und dann, du hast Halluzinationen angesprochen, wir sagen immer Konfabulation, weil es tatsächlich nicht einfach Dinge erfindet, sondern Lücken auffüllt, wie beim Konfabulieren sozusagen. Und dadurch macht es es recht plausibel. Es sagt, nee, ich habe eigentlich nicht so richtig die Ahnung. Selbst wenn du die Fehler dann aufsetzt, dann entschuldigt er sich auch noch ganz, ganz nett und dann haben wir wieder Sympathiepunkte. Und das sind so, wie wir sagen, die Fall, diese Fallacies, in die wir reinlaufen und wie ihr sagt, immer wieder das Bewusstsein zu haben, das gibt es auf der individuellen Ebene sozusagen, diese Fallacies.
Und dann zu schauen, hätte ich jetzt vielleicht für alle, die kreativ arbeiten auch, was braucht meine Handschrift? Also wo ist meine Handschrift unerlässlich, wenn ich was kreiere? Jetzt auch im Sinne von, wir kreieren neue Resilienztrainings oder machen neue Lernformate oder rufen ihr Gitter in die Werte und dann sagt jemand, nee, stopp mal, wir kreieren hier eigentlich wertvolles IP, Intellectual Property, ein Asset für die Firma. Soll man nachher sagen, Copyright bei ChatGPT oder wollen wir nicht etwas machen, was, und da gehe ich wieder in eure Richtung, was uns vielleicht stolz macht. Wie kann uns denn etwas stolz machen, was ChatGPT erfunden hat? Ja, und es wird auch schwer, das eintragen zu lassen nachher, das Register erfunden von ChatGPT, Urheberrechtsnennung Paragraph, was ist das?
69 Urhebergesetz, ChatGPT. Wäre doch schade, wäre doch schön zu sagen, Sebastian, Ruben, ihr habt diese Werte damals gefunden, damals mit Kolleginnen und Kollegen und haben darauf die Resilienzinitiative aufgebaut. Als zu sagen, wir haben ChatGPT gefragt und es halt gemacht.
Also wo braucht es unsere Handschrift? Weil ich glaube, das macht ganz viel mit uns, das ist so richtig schön identitär. Da kommen dann Werte und Sinn auch plötzlich springen an. Und dann sind wir auch, finde ich, wieder total in der Resilienz, wenn ich jetzt aktuelle Studien anschaue und sage, McKinsey nennt das spirituelle Gesundheit, total spannend. Also Resilienz und mentale Gesundheit aufgrund von Sinn und Bedeutung. Und wenige haben so richtige Sinn- und Bedeutungsmomente gehabt im Fenster mit ChatGPT bisher.
Aber in der menschlichen Begegnung, in dem Widerspruch, in dem, wie meinst du das, diesen Wert? Genau. Und im Ringen um sowas. Ich glaube, wir können schlecht mit KI ringen, um die identitären Dinge.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Finde ich total spannend. Auch für das Thema Selbstwirksamkeit, dann in dem Sinne, was du angesprochen hast. Wie können wir stolz auf etwas sein, was wir nicht in dem Sinne aus uns heraus entwickelt haben? Jetzt ist am 14. Februar Edward Deci gestorben. Also der Begründer der Self-Determination Theory, der Selbstwirksamkeitstheorie, gemeinsam mit Richard Ryan. Und auch für uns als Motivator das zu nehmen, was können wir denn entwickeln aus uns heraus? Wo wir dann stolz sind und dann der Stolz noch mal Motivator ist, da weiterzugehen. Da bin ich total bei dir.
Sebastian, ich bin dir voll ins Wort gegrätscht. Bitte.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Alles gut. Also das, was mich aus Resilienzsicht nochmal von dir Motoki interessieren würde, ist, du hast gerade das Thema Sinn angesprochen. Du hast gerade sozusagen auch eine urmenschliche Tätigkeit, will ich es gar nicht nennen, das wäre zu wenig, sondern eher so ein prozesshaftes Leben, wo wir eigentlich ja immer vor irgendwelche Probleme gestellt wurden und die gelöst haben.
Und ich habe in meiner Masterarbeit 2019, die ich zu Resilienz geschrieben habe, habe ich mich viel auch mit diesen Themen auseinander gesetzt und habe unter anderem ein Thema gefunden, das heißt das Problem der gelösten Probleme. Und das ist eine Studie, da wurden verschiedene farbige Karten gegeneinander gehalten, also in dem Beispiel blau und rot. Und dann wurde die rote Karte immer weiter angenähert vom Farbton an das blaue, bis die irgendwann gleich waren.
Und man hat herausgefunden, dass das Gehirn Unterschiede sehen will, also dieses Thema Unterschiedsbildung, also das sucht nach Problemen zu lösen, weil halt die Organfunktion des Gehirns lernen ist, also deswegen will es auch lernen. Und ich kenne das von vielen Klienten, die irgendwie, also die Kategorie, die die an Problemen noch haben, könnte man so als First World Problems benennen. Und jetzt kann man darüber sich natürlich lustig machen und sagen, die reichen wieder oder die, keine Ahnung.
Interessanterweise ist es nicht so, dass die das differenzieren, dass die sagen, die sagen das vielleicht kognitiv, sagen, ja, ich weiß, das ist eine Kategorie von Problemen, da wären andere Menschen dankbar, wenn sie die hätten und für mich ist es ein Problem und für mich bewegt es. Also das heißt, egal wie viel Geld ich auf dem Konto habe, in einem gewissen Rahmen, habe ich immer irgendwie von meinem Gehirn so die Idee, es produziert Probleme, um sie zu lösen. So.
Naja, da stellt sich für mich eine sehr grundlegende Frage, wenn wir auf einmal alle Antworten haben, also Beispiel habe ich in diesem schönen Film Gettäcker, weiß nicht, ich habe da vielleicht auch gesehen, da gehst du morgens sozusagen dich entspannen, also eine kleine Biopause und dann misst der System oder das System der Computer gleich, wie deine Werte sind, dann wird am besten auch der Blutwert gemessen und dann bringt dir ja, dein Computer zu Hause genau das für dich jetzt optimale Essen für das, was du brauchst und es war so witzig, dass der Hauptdarsteller Jude Law, Jessica Alba, sensationell beide in diesem Film, kriegt dann da so ein Brei drauf, weil seine irgendwie Nitratwerte zu hoch sind so und dann kriegt er halt kein, kriegt er halt seinen Schinken nicht so und Jessica Alba kann halt gut mit der Frau und die guckt dann so, sagt so, ach Schätzchen, kriegst noch ein paar extra Dinger und so weiter und so beginnt das da und das, was ich mich halt gefragt habe, ist, wenn dieses Thema Problemlösen und ja, mentale Resilienz, das, womit ich mich viel beschäftige, was für mich die Grundlage von jeder Resilienzform ist, weil im Kern ist immer dieses Thema des Problems da und Karl Popper hat auch gesagt, alles Leben ist Problemlösen. Was passiert, wenn wir keine Probleme mehr zum Lösen haben und wenn wir theoretisch am besten auch noch staatlich angeordnet in der nationalen Gesundheitskampagne auch keine eigenen Entscheidungen da mehr treffen dürfen, können, weil das Problem, Frage was ist jetzt für mich gesund, von der KI schon gelöst ist und ich glaube, das dauert noch 10, 15 Jahre, wenn Elon da die ganzen KI-Dinger ins All geschossen hat, wie auch immer, dann werden wir halt aus dem Orbit, kriegen wir genau das, was für uns den Tag richtig ist und gut ist und die Supplemente, die Menge an Wasser, wann wir was zu trinken haben, da habe ich ein bisschen Angst vor.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Ja, ich freue mich jetzt, gefühlt zum Ende kommen wir jetzt schon in meine Heimat mit Zukunft finden, sozusagen, Finde Zukunft als Szenarien, was für Zukunfte und deswegen nur vorweg gesagt, so als kann es sehr dystopisch, sehr utopisch, aber manchmal auch real werden, weil viele Dystopien und auch Utopien haben sich dann doch verwirklicht. Ich sage immer, irgendwann stehst du plötzlich doch vorm Kaufhof und der ist einfach zu, das Gebäude hier und der ist dann nicht mehr. Und dann denke ich, das ist jetzt ein Brick and Mortar geworden, was wir immer als Dystopie eigentlich gedacht haben, wenn das so weitergeht.
Und deswegen vielleicht einfach nochmal, das wollen wir jetzt nicht allen Angst machen, aber es stellen sich, glaube ich, grundlegende Fragen und im Sinne der Resilienz, ich glaube, diesen Fragen jetzt nachzugehen, also im Hier und Jetzt ist ganz wichtig, dass wir diesen Raum, vielleicht ist das auch ein Anstoß, um mit weiteren drüber zu sprechen, weil mich schon, merke, Richtung Emotionsexperten auch geschaut, ich habe da so eine innere Sorgnis, aber auch eine gewisse Rührung, komischerweise, weil ich schon das Gefühl habe, da passiert was Gravierendes gerade.
Und ich finde, wir sehen durch die Digitalisierung, haben wir gut die Studien gesehen, die Reichweite der Kinder hat abgenommen. Und ich glaube, auf das Problemthema zu sprechen zu kommen, was ich ein wunderbares Bild auch finde, Sebastian, ist, dass nicht Probleme, wir erschaffen Notfallprobleme, hätte ich gesagt. Wir konfabulieren, halluzinieren Probleme, also wir versuchen einfach unsere Probleme zu erschaffen.
Aber wenn Probleme auch so etwas haben können, wie eine Tragweite, wie ein Radius, wird, glaube ich, der Radius ganz, ganz schlimm zusammenschränken. Und das sehen wir ja bei Kindern, Jugendlichen, dass der physische Radius des Erlebens bis hin zu, ich erlebe Dopamin, weil ich baue hier einen Wasserfall und der ist natürlich kein Wasserfall, das ist ein kleines Bächlein, aber in unserer Vorstellung ist das jetzt gerade Niagara. Und wenn der bricht, dann bricht irgendwie unsere ganze Vision hier. Und ich habe neulich Kinder getroffen, die haben ein Iglu gebaut. Ich war so happy, ich habe die interviewt, wie die ein Iglu hier gebaut haben auf dem Feld. Fantastisch.
Wir sehen, dass diese Erlebnisse zusammen schrumpfen und das hat Auswirkungen auf mentale Gesundheit. Und ich glaube, so wird der Problemhorizont auch zusammenschrumpfen. Und es gibt natürlich sehr, sehr gerade arbeitsbezogene, große Fragen, die sich jetzt stellen mit der KI-Perspektive. Weil wir wissen auch, dass die wertegeladene Organisationen, Bezugsorganisationen wie Kirche, Freiwillige Feuerwehr, die haben alle nur Mitglieder verloren über die letzten Jahre. Und der Arbeitsplatz ist eigentlich, also die Arbeitsstätte ist die letzte Organisation, die den höchsten Vertrauensindex hat, also den höchsten Vertrauenswert in der Gesellschaft. Wenn aber jetzt meine Arbeit quasi fast wertlos oder umsonst wird, das wäre ein anderes Narrativ, weil ein Agent das machen kann, dann entstehen ganz viele neue Fragen.
Als Beispiel, was machen wir erst mit unserer Zeit? Manche sagen, wir haben noch nie in der Menschheitsgeschichte gesehen, dass wir die Zeit für sinnvolle Sachen genutzt haben, wie den Planeten aufzuräumen und das menschliche Miteinander besser zu machen. Also wozu nutzen wir diese Zeit?
Aber es entsteht auch die große Sinnfrage, weil möglicherweise die Akte, die ich früher hatte, ich bin ja Jurist gelernt, Verwaltungsjurist, ich kriege eine Akte, darf die bearbeiten, darf die weitergeben. Was für ein Erlebnis. Jetzt habe ich nur noch ein DMS. In Zukunft habe ich eine KI, die diesen Vorgang in ein DMS macht. Was mache ich da noch, was für mich auch sinngebend ist sozusagen? Und wo ich Self-Determination Theory auch sage, hier bin ich selbstwirksam geworden, ich mache einen Haken hinter dieser Aufgabe. Und ob das die Gartenarbeit wird, das weiß ich noch nicht, aber da habe ich wirklich eine tiefe, oben erklärt es mir, Rührung, aber eben auch eine gewisse Rührung mit Traurigkeitsanteil, weil ich es nicht, da habe ich keine Antwort.
Und das lässt mich nicht, also es nimmt mir auch ein paar Minuten Schlaf manchmal, weil ich natürlich auch in diesem Feld, wir forschen, wir machen Studien auch mit den großen Corporates und ich sehe nur Belege, die dieses Denken unterstützen, ich sehe aber noch nicht den Lösungsraum. Und wahrscheinlich ist jetzt meine eigene Resilienz auch angefragt, es darin auszuhalten, diesen Problemraum möglichst lange zu suchen, was ist das wirkliche Problem, um dann überhaupt zu einer Lösung oder zu einem Schritt der Lösung zu kommen. Viel aushalten finde ich da, also ich bin da ganz angefragt gerade, muss ich gestehen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das hört sich an nach einer Sehnsucht.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Ich wünschte, ich hätte da was, aber ich habe noch keinen Lösungsraum.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Ja, weil das hat für mich auch ganz viel mit Rührung zu tun, also eine antizipierte Sehnsucht kann auch eine Rührung sein, also sozusagen ich projiziere mich schon dahin, wenn es dann in Erfüllung gegangen ist und dann gehe ich in Kontakt damit, als es noch nicht da war, aber dann auch mit der Freude, sozusagen als Mischomotion, weil es jetzt entsprechend da ist und Motoki, wenn ich dir so zuhöre, ich teile das total mit dir, ja und ich habe wirklich so eine Hoffnung und Sehnsucht auch.
Deadpool würde jetzt sagen, es ist ein educated wish, sozusagen, den ich jetzt ja sozusagen gebildeter Wunsch, würde man das eventuell so übersetzen, dass uns jetzt die KI mit all diesen Problemen, die sie uns wegnimmt und du hast es gerade gesagt, wir haben jetzt den Arbeitsort, ja, als ein Ort, wo wir ganz viel Zeit verbringen und uns finden und so weiter. Wir haben das Private als erster Ort, die Arbeit als zweiter Ort und dann gibt es ja noch die Begrifflichkeit des dritten Ortes. Ja und ich glaube, dass diese dritten Orte dann auch immer bedeutsamer werden, wie die Kirche jetzt beispielsweise oder wie Treffpunkte für Menschen, wo sie sich austauschen können und so weiter.
Ich meine jetzt nicht die Kirche als Institution, sondern als Ort, wo sich Menschen noch mal auf eine andere Art und Weise treffen können und ich habe wirklich so eine Hoffnung, dass wir durch dieses stetige Wegnehmen von Problematiken wieder an die Grundprinzipien des Menschseins dann rankommen und an unsere Grundbedürfnisse und eins der wichtigsten davon ist, entsprechend das Thema Bindung, dass wir dann nicht nur den Planeten aufräumen vielleicht, sondern auch unsere Beziehungen aufräumen, dahin gehen und dann mal gucken, hey was machen eigentlich meine Kinder und was interessiert die und wie kann ich die jetzt aufwachsen lassen und wie können wir da als Dorf agieren und um unsere Kinder auf eine positive Art und Weise hoch zu ziehen, aber auch gern mit Reibungspunkten und so weiter, auch gerne zwischenmenschlicher Natur.
Also das erinnert mich irgendwie so diese ganze Szenario an ein Zitat von Antoine de Saint-Exupery, der Autor vom kleinen Prinzen, der hat mal gesagt, Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann. Also kann man eventuell durch diese Wegnahme von ganz vielen Dingen kommen wir da vielleicht wieder zu dem, was uns wirklich ausmacht, diese Differenzierung zwischen künstlicher und humanischer Intelligenz, dass wir dadurch nochmal diese Human Identity, also wer sind wir denn als Menschen nochmal näher rankommt, das ist so eine Hoffnung, die ich habe. Das ist total utopisch und das ist sehr blauäugig an der Stelle und ich denke wenn wir das als Kollektiv machen und hinbekommen und uns da wirklich gut bilden in diesem Bereich KI auch, bei Social Media haben wir es verpasst.
Bei Social Media haben wir es total verpasst, den Kindern beizubringen, wie man es wirklich macht, wie man es richtig macht und diese Differenzierung, hey das ist eine digitale Welt, das ist eine digitale Identität, die da drin ist, die aber auf genau so eine Art und Weise dich angreifen kann und so weiter, das haben wir verpasst. Wo wir jetzt die Chance haben ist, den Kindern von Anfang an beizubringen, wie gehe ich denn jetzt richtig damit um und was ist denn die Abgrenzung von dem, was da passiert zu dem, was du bist, was dich ausmacht und so weiter. Das ist mein educated wish und da gehe ich total mit dir Motoki, was du gerade mit deinen Worten so schön gemalt hast.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Naja und dann ist es irgendwie wieder wie mit einem Stress, nur irgendwie gefühlt 100 Jahre später. KI is a good servant but a bad master und ich glaube, wenn man KI und all das, was damit möglich wird, nutzt, um für Menschen ein artgerechteres Leben zu ermöglichen und gleichzeitig diese Gemeinschaften stärkt, die das Miteinander stärkt, dann ist das glaube ich was, was dann so ein Working in Communities, Living in Communities, also wirklich eher diesen Gemeinschaftsbereich stärkt, den wir schon so bei Star Trek und so gesehen haben, auf irgendwelchen Planeten.
Ich mal dachte, ach wie schön und dann kommen die bösen Unzivilisierten, die halt mal nicht Chat-GPT haben auf dem Handy. Warum waren die Orgonen oder so böse? Die hatten halt das Chat-GPT-Update nicht so.
Aber Spaß beiseite nochmal. Ruben, du hast gerade noch das Stichwort der drei Orte gesagt. 2002 habe ich über einen guten Bekannten von mir das Thema Sedus Place 2.5 kennengelernt und Sedus als Büromöbelhersteller hat damals den zweiten und den dritten Ort verbunden, also hat Erlebnisortelemente in Büros reingedacht. Und das war auch was, was ich in meinem ersten Buch, dem Ginkgo-Prinzip, darüber auch geschrieben habe und das hat dann Google auch aufgenommen und WeWork und heutzutage ja, ist das ein älter Hut, aber im Endeffekt, das war vor 20, 25 Jahren, das hieß Büro der Sinne. Mein lieber Freund heißt Jens Bawinske, der hat da unheimlich viel zu gemacht und das war dann beduftet und da gab es so Powernapping- Bereiche und so weiter. Der war damals seiner Zeit sehr weit voraus und ich glaube sich wieder an diese Dinge zu erinnern, die alle schon da sind, die hat alle schon mal jemand gedacht und sei es über die Kirche, sei es über andere spirituelle Angebote, sei es aber auch über gemeinsam Sinngebendes und es gibt genug Sinnvolles, was man auf der Welt machen kann.
Und da finde ich, und das hast du gerade so schön gesagt Motoki, wofür finde ich immer gut? Womit ich ein Problem habe, das sage ich auch ganz offen, ist immer dieses, wir sind gegen. Das finde ich leicht, da habe ich aber immer so ein kleines Bild im Kopf, so ein kleines Küken mit so einem Schild dagegen. Das guckt auch noch grimmig, ach herrlich. Ich frage mich immer, wofür könnten wir sein? Und vielleicht sind ja diese Jahre jetzt bis 2030 die Jahre des Sinns, die Frage des wofür lohnt es sich zu leben?
Nicht für mich als Einzelnen nur, sondern für uns Menschen, für uns gemeinsam, für uns als Menschheit und zweite unpopuläre, ich finde dieses Thema klimafreundlich und Klimaschutz, finde ich auch schwierig, weil es den Fokus weglenkt. Ich würde eher sagen, es sollte menschenfreundlich und menschenschutz heißen, dann sind wir nämlich eher in dem, wofür es sich lohnt und dann verschwinden viele andere Diskussionen sehr schnell, weil die Frage immer ist, ist es gut für uns Menschen in der Zukunft, ist es gut für die Kinder, ist es gut für uns in Gemeinschaften, friedlich, sinngebend, nutzenstiftend? Wir haben zwar unter der Woche, aber gefühlt schon so meinen Spruch zum Sonntag.
[Motoki Tonn – Resilienz-Podcast]
Apropos Sonntag, da fällt mir fast was ein, das wäre dann mein Schlusssonntagswort sozusagen, weil ich finde das genau wofür, also mein Vater ist ja schon mittlerweile fast im Unruhestand, Pneumologe, beschäftigt sich aber ganz viel noch mit Medizin und hält auch noch dort, also bildet noch Menschen aus und sagt, es ist abenteuerlich, wie toll wir jetzt Sachen erkennen können, Partikular, noch nicht im Ganzen, aber ganz schnell Dinge, die gefährlich sein können für uns und um dann eine bessere Vorsorge oder bessere Behandlung zu ermöglichen. Das ist, finde ich, was super und auf der anderen Seite, wo du Sonntag angesprochen hast, ich glaube, ich merke die Sehnsucht, das was er oben angesprochen hat, ja, ich habe wieder Sehnsucht nach was schroffen, weißt du, was nicht geschliffenen.
Ich will nicht die Sonntagspredigt, ja, das gab es auch, die lustigerweise, ich habe das mal mit ChatGPT gesprochen und das soll jetzt alle amüsieren. Ich möchte die Herausforderung so schroffe, ich lehne mich dagegen, ich finde die eigentlich viel zu konservativ. Ich will so eine richtig menschliche Ansage haben, sozusagen, egal ob Predigt, Vortrag, was ungeschliffenes und da bin ich fast, das ist für mich so full circle, Sebastian, unsere erste Begegnung, wo wir Kintsugi auch für uns entdeckt haben, als gemeinsames Thema, diese Unvollkommenheit auch sozusagen und Vollkommenheit zugleich in diesem schroffen, nicht fertigen und dann bist du wieder, finde ich, bei Milton, das ist Kontingent, das ist, ich weiß nicht was, aber es wird sich was zeigen und stehe ich ja in großer Erwartung. Und das möchte ich gerne mal wieder schroff, menschlich erleben. Ich habe genug weichgespülte KI-Unterhaltung gehabt.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Das finde ich ein super Schlusswort und dann kann ich nur sagen, freuen wir uns auf die Schroffheit und ich habe tatsächlich meiner KI irgendwann mal gesagt, aber das stelle ich vielleicht wieder zurück, da war immer so eine weibliche Stimme, die hat mir das so hingerotzt. Boah, war ich angefahren. Ich denke so, nee, also so war nicht der Ton.
Vielleicht stelle ich das wieder. Das war immer so ein Gefühl, so ein Bitch-Mode so. Ja, also pass mal auf und hin und her. Ja, vielleicht ist das der Weg. Boah, war ich angenervt von der. Alter, nein, also wenn ich das haben will, dann kriege ich das woanders noch.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Musst du den Sarkasmus-Mode von Grogg anmachen, da funktioniert das auch richtig gut. Was ist das denn für eine dumme Frage, du Idiot, kriegst du dann tatsächlich zurück?
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Also ich kann nur sagen, lasst uns das Schroffe schätzen, lasst uns das Ungehobelte wirklich da drauf schauen und uns freuen und ach, das war jetzt viel Unpopuläres von mir. Ich glaube, solange es Karneval oder Fasching oder was auch immer gibt, müssen wir uns um das Schroffe erstmal keine Gedanken machen. In diesem Sinne, alles Gute euch, es war mir eine große Freude und möge die Resilienz mit euch sein.
Tschüss. Das war eine weitere Folge von Rethinking Resilience, deinem Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwarer.
Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com