Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 37 für Sie zusammengestellt.
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Folge 37: Resilient Guest: Christina Comnick: Rethinking Sinn

In der 37. Folge des Resilienz-Podcasts war Christina Comnick zu Gast, um einen Einblick in das Thema „Sinn“ und das aktuelle Buch „Sinn: Über Leben in Krisen. Dein Workbook für seelische Resilienz“ zu geben. Im Gespräch erkunden Sebastian, Ruben und Christina, was Sinn im Alltag und in herausfordernden Zeiten wirklich bedeutet und wie der „Schutzfaktor Sinn“ die seelische Resilienz nährt – fühlbar, reflektiert und verbunden. Lesen Sie weiter, um die Kernideen der Folge zu erfahren.
Warum ist Sinn ein Schutzfaktor der seelischen Resilienz?
Sinn – das wird im Gespräch deutlich – ist kein Luxusgedanke, sondern eine lebensnotwendige und allumfassende Ressource. Christina beschreibt Sinn auch als „Puls der Seele“ – kein theoretisches Konstrukt, sondern etwas Pulsierendes; eine Lebendigkeit, nach der sich unsere Seele sehnt. Gerade während oder nach Krisen wird uns die Bedeutung von Sinn besonders deutlich: Etwas Starres, Leeres füllt sich durch Sinn (wieder) mit Leben. Wer Sinn erfährt, kann Krisen bewältigen, ohne sich im Warum zu verlieren. Das Gespräch zeigt auf praktische Weise: Sinn hilft, den Fokus zu verlagern – weg vom Grübeln, hin zur energiegeladenen Verbindung mit dem Leben.
Was bedeutet „Sinn erleben“ konkret?
Christina bezieht sich in der Beschreibung auf die Ausführungen von Prof. Dr. Tatjana Schnell. Laut der Forschung (Schnell: Psychologie des Lebenssinns, 2020) tragen vier zentrale Kernaspekte dazu bei, dass ein Mensch das eigene Leben als sinnvoll betrachtet:
- Kohärenz –ein inneres Gefühl von Stimmigkeit in Bezug auf die Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.
- Bedeutsamkeit – das Erfahren von Resonanz auf das eigene Handelns
- Orientierung – als Kompass in unsicheren Zeiten.
- Zugehörigkeit – gedacht auch als Verbindung zu etwas Größerem.
Wie gelingt ein bewusster Zugang zu Sinn im Alltag?

… durch die Spurensuche vom „Warum“ zum „Wofür“. Das Gespräch zeigt einen entscheidenden Unterschied: Sinnfragen (z.b. im Rahmen von Coaching, Beratung oder Therapie) beginnen oft im Warum (vergangenheitsbezogen), und werden dann besonders zielführend, wenn sie sich zu einem „Wofür“ entwickeln. Das Wofür richtet den Blick nach vorne und sucht nach einem größeren Zusammenhang. Sinnfragen werden so zu einer echten Ressource, nicht zur Falle im Grübelkreis.
Im Buch „Sinn: Über Leben in Krisen. Dein Workbook für seelische Resilienz“ – erschienen im Juli 2025 von Christina Comnick und Sebastian Mauritz, wird genau dieser Weg beschrieben und ein Leitfaden an die Hand gegeben, um Sinnfragen (und Sinnkrisen) zu begegnen und neue Sinnquellen zu entdecken. Sinn wird im Buch erkundet und gestärkt durch die folgenden Bereiche:
1.Erspüren: Wie nehmen Sie eigentlich Sinn in Ihrem Leben wahr?
Achten Sie auf kleine Momente – ein Plätzchen Ruhe, eine schöne Begegnung, ein Konzert am Abend. Beobachten Sie Ihre Emotionen und körperlichen Signale, wie Wärme im Bauchbereich, leichte Gänsehaut, Herzschlag, ein Gefühl von Leichtigkeit oder ein Funkeln in den Augen.
2. Erkennen: Was bedeutet Sinn für mich? Welche Vorteile bringt Sinnerleben?
Fragen Sie sich: Wofür stehe ich morgen (dennoch) auf? Wenn ich einen sinnvollen Moment erlebe: Welcher Wert oder welches Bedürfnis zeigt sich dahinter?
3. Erleben: Was können Sie heute konkret tun, um Ihr Sinnerleben morgen zu stärken?
Sinn wirkt sich dann positiv auf unsere Gesundheit aus, wenn wir ins Tun kommen und nicht „nur“ darüber reden. Was bedeutet das für Sie? Formulieren Sie einen kleinen Sinnauftrag im Alltag: Mehr Zeit mit einer Beziehungsperson, eine kreative Pause, ein neues Projekt Projekt. Christina betont: „Sinn wird mehr, wenn er geteilt wird“ – bleiben Sie mit ihren Sinnfragen nicht allein. Sinn wächst vor allem durch Austausch und Gemeinschaft.
Wozu führt Sinn in der seelischen Resilienz?
Sinn ist ein Schutzfaktor, der sich positiv zum einen auf die körperliche Resilienz auswirkt. Denn Sinnerleben fördert nachweislich die Gesundheit, beispielsweise können Entzündungswerte reduziert oder dem Sterblichkeitsrisiko vorgebeugt werden. Sinn führt außerdem zur Stärkung der mentalen Resilienz, da Sinnerleben die Motivation fördert. Wenn wir Sinn in einer Aufgabe erkennen können, sind wir auch eher dazu bereit funktional mit ihr umzugehen und sie zu erledigen. Zudem zeigt sich Sinnerleben in Verbindung zur emotionalen Resilienz durch Emotionen, die aktiviert werden, wie Rührung, Liebe, Freude oder Dankbarkeit. Vor allem verorten wir Sinnerleben aber in der seelischen Resilienz – der „Fähigkeit in schweren Krisen loszulassen und zu vertrauen“ (nach Comnick/ Mauritz 2022). Denn es sind gerade unsere Sinnquellen, wie die Verbindung zur Familie, eine Berufung oder auch Spiritualität, die uns häufig in schweren Krisen bewusst werden und in existenziellen Fragen ganz besondere Bedeutung erfahren.
Transkript Folge 37
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:
↓ ANZEIGEN ↓ [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Ich freue mich da wirklich sehr. Das war eine tolle Kooperation, ist eine tolle Kooperation. Und wir wollen heute der Frage auf den Grund gehen, was ist eigentlich dieses Thema Sinn in Bezug auf Anwendung in der Praxis, im Leben, in der Arbeit als Coach, BeraterInnen, TrainerInnen. Sinn, Ina, wenn du das so hörst, du als Autorin, du als Expertin, was sind so deine ersten Assoziationen, wenn du jetzt auch nach all diesen Jahren oder Jahrzehnten mit Sinn im Kontakt bist und dieses Wort hörst? [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Also ich glaube tatsächlich zutiefst daran, dass Sinn sehr allumfassend ist. Und Sinn zieht sich ja durch alle unsere verschiedenen Lebensbereiche, durch all unsere unterschiedlichen Kontexte, in denen wir unterwegs sind, ob es jetzt der Privatkontext ist oder im beruflichen Arbeitsfeld. Ja, also quasi in allen Facetten auch der Gesellschaft zu finden. Und deswegen ist es einfach ein ganz zentrales Thema, was sich lohnt, mehr anzugucken und auch aus der Brille der angewandten Resilienz, in der wir ja unterwegs sind. Also immer mit der Frage, das Thema ist wahnsinnig groß und es gibt einfach ganz viel Expertise in dem Bereich. Wir haben uns das so ein bisschen damals zur Aufgabe gemacht, zu sagen, lass uns diesen Schutzfaktor Sinn im Kontext von Resilienz mal genauer angucken und was das eigentlich für unsere Klientinnen und Klienten bedeutet, die wir zum Beispiel im Coaching begleiten oder eben auch für unsere Kolleginnen und Kollegen, die im Trainerbusiness und im Coachingbusiness tätig sind. Also wenn wir zum Beispiel im Coaching sitzen als Coaches, dann kommt der Mensch vielleicht zu uns mit einem Problemerleben, ja, mit einem Thema. Das kann sein, dass er sagt, ja, ich habe jetzt ein hohes Stressniveau oder irgendwie ein Konflikt am Arbeitsplatz und so weiter. Und meiner Erfahrung ist, dass dann dahinter liegend eigentlich oft eine große Sehnsucht nach Bedeutung und nach Sinn liegt. Das heißt, dieses Thema kann uns überall begegnen, ob ich jetzt zum Beispiel junge Menschen begleite bei Stress und Krisen, Studierende, vielleicht die alleinerziehende Mutter oder bis hin zur Führungskraft im Unternehmen, ja, und dahinter, hinter der Tür quasi dieses Thema Sinn sehr deutlich wird. Und dann ist auch in den Gesprächen durch die letzten Jahre bei mir auf jeden Fall natürlich im Kontakt in der Begleitung von Menschen, aber eben auch im Austausch mit Kollegen deutlich geworden: Was können wir denn dann konkret tun? Also wenn wir das erleben, sozusagen diese Sinnfragen, vielleicht sogar bis hin zu Sinnkrisen, Klammer auf: Da sehe ich es extrem wichtig an, da eine Sensibilität zu haben und entsprechend, wenn es wirklich auch korreliert mit psychischen Belastungen, an psychologische Hilfe und Unterstützung weiterzuleiten. Aber zurück aus unserer Coachrolle: Was können wir tun, um diesen Sinnfragen dann in dem ersten Moment erstmal gut zu begegnen? Und genau aus dem Grund, Sebastian, haben wir uns dann intensiver damit beschäftigt, mit dem Schutzfaktor Sinn und dann dieses Arbeitsbuch geschrieben. Tatsächlich explizit ein Workbook. Warum? Weil wir der Meinung sind, dass es eben ja total sinnvoll ist, was zu haben, was so wie so ein Leitfaden ein bisschen durchführt. Also um diesen großen Begriff des Sinns ein bisschen komplexitätsreduzierend vielleicht auch praktischer an die Hand zu geben. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Dann hast du, Sebastian, das noch mal spannend eingerahmt. Aber da habe ich wirklich gemerkt, da habe ich echt so eine Lücke bei mir, was mein Wissen angeht über das Thema Sinn und wirklich diese Komplexität, die da dahinter liegt. Weil ich habe jetzt einfach gedacht, ja, also das Gehirn ist ein sinngebendes Organ, also sozusagen will eine Bedeutungsebene da schaffen, also will irgendwas Bedeutung geben. Aber wenn ich das so richtig verstehe und wenn ich euch auch so zuhöre, dann ist Sinn so viel mehr als das und auch so viel größer. Und auch wenn ich da so reinspüre und wenn ich jetzt euch so sage, ja, meinen Sinn spüre ich da und da und jetzt sagen müsste, ja, Roman, was ist denn dieser Sinn? Also wie würdest du das bezeichnen? Dann hätte ich jetzt Probleme damit, also in dem Sinne Schwierigkeiten damit, das wirklich in Worte zu fassen. Also deswegen für mich ist Sinn häufig synonym mit Bedeutung, etwas irgendwie Bedeutung geben, auch rückblickend bei Themen einen Sinn zu geben, damit ich es für mich einordnen kann im Sinne der Orientierung und Kontrolle von Krisen, die ich gemeistert habe, auch im Sinne des posttraumatischen Wachstums, ja, wo Sinn ja auch häufig erwähnt wird. Aber für mich ist Sinn auch ein Gefühl, das ich habe, wo ich in Kontakt komme. Und deswegen freue ich mich, hier dich jetzt auch zu haben, Ina, die mir das einfach erklärt, ja, und nochmal differenziert, so ist es jetzt, bin ich jetzt sinngebend oder empfangend oder was gibt es denn da alles? Ja, also bitte erleuchte mich mit Erklärungen, mit mehr Differenzierung, weil ich da einfach noch Lücken habe. [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Genau aus diesem schönen Grund, den du eben angesprochen hast: Dieses Erspüren von Sinn. Prof. Dr. Alfried Längle, einer der bekanntesten Schüler, Viktor Frankl, beschrieb auch so schön mal, Sinn wird erspürt und erfühlt. Ja, also es geht wirklich darum, glaube ich, tatsächlich zu unserer heutigen Zeit umso mehr, ja, wo wir sehr auch durch KI und Digitalisierung und kognitiv ja immer in der, im Gefühl der Leistungsoptimierung auch sind, bei dem Thema Sinn so diese Einladung zu haben, ich gehe mal wieder ins Spüren. Und auch wenn mein Kopf vielleicht noch nicht hinterherkommt, meine Seele, mein Herz ist vielleicht schon verbunden damit, was Sinn vielleicht bedeuten könnte. Und das ist eine schöne Brücke, was du gesagt hast, auch zu den Emotionen. Also Prof. Dr. Tatjana Schnell, führende Sinnforscherin aus Innsbruck, sagt zum Beispiel, Sinn ist kein Gefühl, aber wird von Gefühlen unterstützt. Ja, dass immer, wenn wir sozusagen in Kontakt sind mit unseren Sinnquellen sind oder so was, man sich eben fragen kann, welche Emotionen zeigen sich denn hierbei zum Beispiel? Du hast das schöne Beispiel der Rührung auch angesprochen. Wenn ich zum Beispiel bei mir auch, ich liebe es sozusagen Klavier zu spielen, ja, und dann komme ich plötzlich in so eine Art Flowerleben oder in eine Freude, vielleicht auch tatsächlich auch mal so was wie Trauer oder so. Also Sinn ist auch nicht gleich nur glücklich sein, sondern in Kontakt mit dem Sinn zu sein, bedeutet, glaube ich, sehr allumfassend in Verbindung zu den Emotionen, die uns das Leben auch schenkt, irgendwie ein Stück weit. Zum Beispiel im Workbook haben wir das dann entsprechend auch aufgebaut, dass wir anfangen mit einem „Erspüren“ von Sinn. Es geht erst mal mit der feinen Wahrnehmung los, überhaupt ein Gefühl wieder dazu zu bekommen, ohne dass man es eben einordnen kann, sich so ein bisschen auf Spurensuche wieder zu begeben. Schön ist auch, finde ich, die Begriffsherkunft von Sinn: Aus dem lateinischen „sentire“ abgeleitet mit „fühlen, wahrnehmen“ oder „Gang, Reise, Weg“. Also gefühlt irgendwie schon so eine Einladung vom Begriff her: Geh mal auf Spurensuche. Und so ist dieses Workbook auch entstanden, dass wir erst mal ins Spüren gehen und danach aber, glaube ich, auch sehr wichtig, nicht zu unterschätzen, auch die Verstehbarkeit herstellen. Wir kommen im Mittelteil des Buchs dann auch zum Thema „Erkennen“, zur Selbstreflexion, weil wir wissen das auch ja, außer aus unserer Arbeit, dieses Thema, das Grundbedürfnis auch nach Verstehbarkeit oder nach Orientierung, also Dinge auch einordnen zu können, irgendwie gerade für Menschen, die sich in Krisen befinden. Ja, und dann zu sehen, was, wofür ist es denn auch sinnvoll, sich mit Sinnen auseinanderzusetzen? Ja, und das ist das Tolle, dass die Forschung eben da viel auch bestätigt, so an den emotionalen Grundannahmen oder theologischen, psychologischen Grundannahmen. Das zeigt sich heute dann auch gut auch in der Forschung. Ja, das sind tatsächlich zum Beispiel die Entzündungswerte reduziert oder dem Sterblichkeitsrisiko vorbeugen kann.Wenn wir uns mehr wieder verbinden mit unseren Sinnquellen. Und ein Gedanke noch ganz kurz, also ich kann dir gleich auch nochmal gerne so ein bisschen so eine Einordnung geben aus der Forschung, was Sinn, als Sinn erleben irgendwie vielleicht auch ja kategorisiert werden kann. Du hast es eben so schön gesagt, dieses Sinnempfangende oder Sinngebende. Und ich glaube, das ist ganz zentral. Der Begriff Sinn macht vielen tatsächlich eher oft Angst oder löst vielleicht auch Respekt aus und kann auch zur Überforderung führen. Ja, das habe ich viel auch erlebt in der Arbeit und auch persönlich natürlich. Und das eigentlich so ein bisschen herunterzubrechen und zu sagen, es geht eigentlich vielleicht eher um eine Art Ressourcenbewusstsein wieder aufzubauen für das, was da ist. Und sich dann mal zu fragen, also nicht, gibt es einen Sinn im Leben? Ich glaube, das, vielleicht kann man auch sagen, ja, so, das ist ja so, aber es geht ja um meine persönliche Lebenswelt. Was bedeutet das dann konkret? Und dann im nächsten Schritt, na ja, okay, vielleicht geht es viel mehr darum, erlebe ich mich als Sinngebende? Erlebe ich mich als Sinnempfangende? So wie es Viktor Frankl auch sagt, wir müssen nicht immer im Kopf nur sein und nach Sinn streben, sondern das Leben ist es, was uns Aufgaben auch gibt. Und wir sind eigentlich in der Aufgabe darin, zu beantworten. Ja, also so ein bisschen unsere Haltung zu öffnen, unsere Offenheit wieder dem Sinn gegenüber zu schulen. Ja, oder bin ich vielleicht auch sogar eine Sinnsuchende und das gerade in Krisen? Und das ist eben das Spannende in unserem Kontext ja – Kontext Krisen oder Stresserleben – dass das gerade in Krisenzeiten häufig ganz groß werden kann. Die „Warum-Frage“: Warum passiert das jetzt eigentlich? Also ganz klassisch sozusagen vielleicht auch eine Anklage oder eine Klage dem Leben gegenüber und dann auch zu einem starken „Wofür“ zu kommen: Wofür war es vielleicht sinnvoll? Du hast es eben gerade so schön gesagt. Manchmal, nicht immer, aber manchmal kann es sein, dass man ja rückwirkend vielleicht auch sagen kann, ich erkenne jetzt später vielleicht eine Art Bedeutung in dem, was passiert ist, auch wenn ich in dem Moment überhaupt keinen Sinn darin erkennen kann. Gerade wenn wir über großen Schmerz oder so auch in einer Krise sprechen. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also dieser Satz, du bist die Summe der Lösungen, die du bisher im Leben gefunden hast, nimmt ja, wenn es eine Lösung ist, ist ja eine Lösung immer für etwas, also für auch im besten Fall nur das Überleben oder für eine sehr, sagen wir mal, dysfunktionale Bilanz, wenn ich, weiß ich nicht, in einer Beziehung bleibe, die mir auf der einen Seite nicht gut tut, ich aber die Einsamkeit, den Schmerz in der Beziehung sozusagen potenziell mehr Gefahr zumesse. Das heißt, der Sinn ist immer kontext- und situationsspezifisch auf einer Ebene. Und ich glaube, das Zweite, was auch immer noch wichtig ist, ist die Frage, ist es sinnvoll für mich oder hat es einen größeren Sinnrahmen? Und ich habe das irgendwann mal in kleinen und großen Sinnen für mich unterschieden, im Sinne von der kleine Sinn ist halt nur für mich. Ich merke aber, je mehr ich mich mit meinem Ego auseinandergesetzt habe und je mehr ich an Selbsttranszendenz, an Auflösen des Egos, an dem Loslassen von so egobildenden Aspekten mich dem gewidmet habe, fällt es mir leichter, einen größeren Sinn in meinen Handeln zu implementieren. Also mehr für die Gemeinschaft, mehr für auch abstrakte Dinge wie Frieden in der Welt oder einen besseren Umgang mit Emotionen, mehr Resilienz, mehr Gesundheit, solche Dinge. Und das hat viel verändert, das hat viel geschifftet. Und den Sinn habe ich in meiner Arbeit vorher nicht gesehen. Und ich würde auch, glaube ich, sagen, der war vorher auch so nicht da. Und ich glaube, eine Grundportion Sinn ist immer da und die verändert sich eben. So, ich weiß nicht, ob das jetzt zu abstrakt war, aber das waren so Fragen, die ich mir tatsächlich gestellt habe. Weil wenn Sinn da ist, dann musst du nicht erst sagen, oh, Sie haben keinen Sinn. Jetzt müssen wir erst mal Sinn finden von ganz von Anfang an und wir müssen das erst mal aufbauen. Sondern man kann halt sagen, naja, der Sinn ist da, lassen Sie es doch mal gucken, wofür das vielleicht gut war, welcher Sinn daran gelegen hätte können oder gelegen hat. Das ist ja eine andere Form von Vorgehensweise. [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Natürlich immer dieser schmale Grad aus: Wann kippt es vielleicht wirklich dann auch in eine Sinnkrise oder in eine erlebte Sinnleere? Aber auch das ist ja von der Forschung her so gedacht. Naja, man kann es glaube ich nie pauschalisieren, aber es kann eben auch wirklich eine Chance, ein Wendepunkt sein, weil der Mensch eben hier in dieser Phase ist, sein bisheriges Leben vielleicht zu hinterfragen, seine berufliche Rolle und es dann quasi zu einer Art Neuausrichtung auch kommt. Und deswegen ist da ja die schöne Brücke auch zur Resilienz. Und was du eben auch schon so gesagt hast und das finde ich auch spannend, das Thema Selbsttranszendenz. Deswegen beziehen wir es hier eben auch zur Seele. Also dieses, ja klar, das Empfangen von Sinn ist hochspannend bei Menschen zum Beispiel auch mit Nahtoderfahrungen oder mit Erfahrungen, wo man merkt, jetzt habe ich gerade Kontakt gehabt vielleicht zu etwas viel Größerem, also ein viel größer umfassender Sinn. Ja, auch in den Religionen sozusagen auch entsprechend in den Biografien zum Teil zu finden, dass die Leute sagen: Ich habe jetzt eine viel tiefere Erkenntnis gesammelt. Beschreiben kann ich das nicht. Aber eine ganz tiefe innere Ruhe vielleicht, ein Frieden, der sich einstellt, wenn ich merke, es gibt da noch mehr. Es ist vielleicht ein größerer Sinn, noch unabhängig von dem, was ich hier und das ist auch nicht zu unterstätzen. Das ist wichtig, unsere berufliche Identität zum Beispiel und so weiter. Also deswegen finde ich die Unterscheidung sehr schön, Sebastian. Größerer und kleinerer Sinn. Also dieses da einfach auch sowohl als auch zu sehen. Es ist eine Reise. Ich glaube, deswegen kann man nicht sagen: Hey, jetzt lass uns mal deine Sinnquellen suchen und so ein bisschen mit Zeitdruck am besten noch in drei Stunden. Deswegen ist es (das Buch) wirklich als Einladung ja auch generell gedacht, sich mit diesem Thema so einen Anstoß zu geben, sich damit auseinanderzusetzen. Und ich glaube, das ist einfach auch eine Lebensaufgabe, vielleicht sogar über unser irdisches Leben hinausgehend. Wir wissen es nicht. Aber ja, deswegen auch mein Respekt vor diesem Thema. Das hatten wir ja schon häufiger, auch beim letzten Mal zur seelischen Resilienz, weil es einfach ein hochphilosophisches und grundlegendes Thema ist, womit sich schon viele Dichter und Denker beschäftigt haben. Es gibt, glaube ich, das ist so allumfassend, das Thema Sinn. Und gleichzeitig eben dieser Anstoß zu sagen, es kann aber auch eben wirklich in kleinen, kleinen Schritten wieder das Bewusstsein dafür geschult werden und trainiert werden, was meine persönlichen Sinnquellen sind. Eine Anknüpfung daran vielleicht noch, weil das eben schon bei euch so ein bisschen anklang, dieses Thema, na ja, also ihr habt schon unterschiedlich da auch was zu gesagt. Auch Ruben, du hast das Thema Orientierung auch als Grundbedürfnis irgendwie angesprochen. In der Forschung, also ich beziehe mich hier immer gerne auf eben, ne, Tatjana Schnell, sie hat ein Buch geschrieben „Psychologie des Lebenssinns“, mit vielen Studien auch hinterlegt. Und dort beschreibt sie vier zentrale Kernaspekte, die dazu beitragen, dass Menschen das Empfinden von Sinn im Leben haben. So, und das ist nämlich einmal ganz spannend, weil das schon so anklang mit der, was du sagtest, Sebastian, jetzt irgendwie ein Gefühl von mehr Sinn im Leben, auch in der beruflichen Ausrichtung vielleicht. Das Thema Kohärenz ist hier zum Beispiel ganz zentral. „Kohärenz“, Empfinden von Stimmigkeit, ne, im Bezug auf die Vergangenheit, die Gegenwart und auch die Zukunft. Also wofür tue ich etwas? Und in Bezug auf die verschiedenen Lebensbereiche in meinem Leben. Wenn ich dann das Gefühl habe, jetzt ist es irgendwie stimmig. Ja, jetzt fühlt es sich stimmig an. Das ist ein ganz zentraler Punkt sozusagen als einen Aspekt. Dann gibt es noch das Thema „Bedeutsamkeit“. Ja, also habe ich das Empfinden, dass das, was ich tue, auch bedeutsam ist? Erfahre ich vielleicht auch Resonanz auf das, was ich tue? Ist auch ganz spannend jetzt auch beispielsweise bei selbstständigen Tätigkeiten, wenn Menschen vielleicht nochmal eine andere berufliche Orientierung dann wählen. Ich habe einen guten Freund, der lange im Finanzsektor tätig war und dann irgendwie nochmal irgendwann umgeschult hat und gesagt hat, nee, ich werde jetzt Lehrer. Also weil er einfach 20, 30 Jahre da in diesem anderen Sektor tätig war und dann eben wirklich in eine schwere Sinnkrise kam. Und dann ist letzten Endes dann wieder auch mal nochmal zur Neuausrichtung auch eine neue berufliche Orientierung kam. Und da jetzt ein ganz starkes Empfinden von Bedeutsamkeit auch da ist. Und Resonanzerleben. Das erleben wir auch im sozialen Engagement zum Beispiel. Wenn Leute vielleicht weniger in einem familien- oder beruflichen Kontext sagen können, ja, da empfinde ich Sinn, finden sie es vielleicht in einem sozialen Engagement und da eine ganz große Bedeutsamkeit auch hinter. Die „Hilfe für andere Menschen“. Dann ist der dritte Kernaspekt das Thema Orientierung. Also was du eben schon angesprochen hast. Also für uns natürlich auch im Resilienzkontext ein ganz wichtiger Resilienzfaktor. Also habe ich das Empfinden von auch in unübersichtlichen Situationen ein Stück Überblick zu behalten, ein Stück Orientierung zu haben. Wofür tue ich das Ganze? Und dann gibt es noch den Faktor „Zugehörigkeit“. Den hat Tatjana schnell noch zugefügt. Und sie meint damit auch, so wie ich sie verstanden habe, das Gefühl einen Platz auf dieser Welt zu haben. Und hier diesen größeren Zusammenhang, dieses Empfinden von ich habe einen Platz auf dieser Welt. Also im Kontakt natürlich mit Menschen, mit Lebewesen, auch mit der Natur und aber vielleicht auch im Glauben mit einer höheren Wirklichkeit. Das allumfassende Gefühl von Zugehörigkeit. Und grob gesagt kann man sagen, okay, diese vier Faktoren, auch spannend für uns im Gesprächen mit Klientinnen oder Klienten oder in Kontexten für sich persönlich auch, kann man mal so ein bisschen durchgehen und sagen, okay, Kohärenz, das Empfinden von Stimmigkeit, Bedeutsamkeit, Orientierung und Zugehörigkeit. Wie ist das bei mir? Und wenn die alle erfüllt sind, kann man davon ausgehen, dass dann der Mensch sagt, ich habe ein Gefühl von Sinn in meinem Leben. Andersherum bedeutet es auch, wenn die eher verletzt sind oder so quasi da eine große Lücke ist, vielleicht das Empfinden, ich habe das Gefühl, keinen Platz auf dieser Welt zu haben. Oder mir fehlt es gerade an Stimmigkeitsempfinden oder Orientierung, dann kann auch das Risiko sozusagen für Sinnfragen oder vielleicht auch einer Sinnkrise dann auch stärker sein. Also das mal so ein bisschen zur Einordnung. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Es kann sein, dass es vielleicht auch in Bezug auf das Familienleben ist. Ich habe einen Klienten mal gehabt, der hat sich richtig geschämt. Das war so ein Gefühl von Scham mit im Raum. Dieses Gefühl von mir geht es eigentlich so gut. Ich habe eine tolle Familie. Ich habe einen wunderbaren Beruf. Ich habe ein Haus. Ich habe ein Auto. Warum habe ich dennoch das Gefühl, mein Leben macht keinen Sinn? Und das ist ganz spannend. Und das eben nicht wegzuschieben, sondern zu sagen, lass uns doch da mal hinschauen. Allein das Aussprechen dessen ist ja sozusagen dieser Effekt ja auch schon, dass es dann auch schon zur Entlastung führen kann. Einen neutralen Raum zu haben, überhaupt sowas mal auszusprechen und zu sagen, du brauchst dich da gar nicht für schämen. Im Gegenteil, lass uns da mal hingucken. Und so. Also ich glaube, die Fragen dazu sind sehr, sehr, sehr vielfältig. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Das ist ja im Coaching generell auch so ein Thema, dass man sozusagen aus dem Sprechen mehr ins Tun auch kommt und ganz kleine Schritte auch mit einbaut. Das heißt, es gilt auch nach Tatjana Schnell darum oder generell auch bei den Experten in der Literatur findet man das: Es reicht nicht über Sinn nur zu sprechen, sondern wir müssen ins Tun kommen. Was ich sagte, so ein bisschen auch dieses Musizieren zum Beispiel reicht nicht, wenn ich nur sage „Musik ist eine Sinnquelle für mich“. Das ist gut und schön, das Bewusstsein. Aber dann geht es auch darum beispielsweise, dass ich mich ans Klavier setze oder dass ich in ein Chor gehe mit allen Sinnen, die ich habe, sozusagen wortwörtlich, das wieder wahrnehme, das spüre, was du anfangs gesagt hast. Und dann ist das Schöne, dass es sich dann auch eben entsprechend positiv auf die Gesundheit auswirken kann, dass wir dann eben diesen Effekt auch erleben. Also das Gefühl von, es ist dann nicht nur rein abstrakt mehr, sondern vielleicht sagt der Mensch dann wirklich ja. Also natürlich auch in Bezug auf das Stresserleben habe ich das schon erlebt, dass der Mensch wirklich deutlich sagt, ich habe ein ganz anderes, eine Stressregulation auch gefunden, weil auch eine Sinnkrise die Resilienz blockiert oder den produktiven Umgang mit Stressoren, laut Tatjana Schnell. Also, dass in einer Sinnkrise da wirklich auch was blockiert wird. Das heißt, deswegen ist das Thema ja auch so wichtig, dem Ganzen auch einen Namen zu geben. Zu sagen: Kann es sein, dass in deinen ganzen Fragen, die wir gerade besprechen, eine tiefe Sehnsucht oder Suche nach Sinn steckt? Und dem Ganzen so ein Label auch mal zu geben und dieses Thema in den Raum zu stellen, weil oft ist es so weit weg oder so abstrakt so groß. Und wenn der Mensch sich dann damit wieder mehr auseinandersetzt, dann kann es sein, dass das ein wirklich ganz wichtiger Schlüssel ist hin zu mehr Resilienz und einem produktiven, also einem funktionalen Umgang sozusagen auch mehr wieder mit Stress. Und Lebensbedeutungen oder sozusagen Sinnquellen sind hochindividuell, genau wie wir es auch bei der Resilienz haben, mit den Resilienzfaktoren. Aber klar, zum Beispiel so etwas wie auch ein Hobby kann das sein, ganz konkret wieder was zu suchen, was mir eben Freude bereitet oder eben der engere Kontakt, Gespräche zu suchen, wirklich einen Austausch über diese Themen oder einfach so ein bisschen auch, da das Thema ja auch Intuition, die Verbindung zu dem Schutzfaktor: Der Intuition mal wieder zu folgen und zu gucken, wohin werde ich eigentlich geführt, wenn ich auf dieser Suche, auf dieser Spurensuche nach Sinn wieder mehr bin? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Wie sieht das da aus? Weil ich habe die ganze Zeit so ein Bild im Kopf, wenn ich euch beiden zuhöre, also auch wenn man die zeitliche Schiene hier mit reinbringt, also sowas wie ein, also wenn wir Sinnfindung als Prozess betrachten, da ist was, das ist eigentlich schon immer da, aber ich gehe auf die Suche dann danach. Also es ist schon, wenn wir das jetzt sehen, wenn wir es in der Heldenreise betrachten, es ist eigentlich schon in der gewohnten Welt da, aber wir haben das Gefühl, es gerade vergessen zu haben oder verloren zu haben und so weiter und dann gehen wir raus und gehen auf die Suche dann entsprechend danach. Also für mich ist dieses Thema Sinnfindung wie so eine innere Heimat wieder zu finden und zu erkennen. Da auch mal, das erinnert mich jetzt total an etwas aus der Biologie. Sebastian und ich, wir waren jetzt auf Kreta und da waren wir auch im Aquarium auf Kreta, das war richtig schön und wo mein Sohn richtig drauf stand, war eigentlich nichts, also war kein richtiges Tier, sondern es war eine Animation mit Schildkröten, wo die schlüpfen und dann von der Welle erfasst werden und was spannend ist bei Schildkröten, bei Meeresschildkröten ist, dass die, also die schwimmen dann raus und die migrieren ja im gesamten Ozean, die schwimmen ja tausende Kilometer weit, aber bevor die das machen, machen die etwas, das nennt sich Magnetic Imprinting, also die merken sich das elektromagnetische Feld der Insel, wo die herkommen und dann schwimmen die tausende Kilometer weit und gucken sich die Sachen an und entdecken sich selber und so weiter und so fort und wenn es Weibchen sind, um selber wieder Eier zu legen, kommen sie wieder an diesen einen Strand zurück, wo sie geboren war, also wo sozusagen ihre Existenz entstanden ist und das ist für mich immer wieder so eine Metapher für die innere Heimat zu finden, einfach diese Rückkehr zu etwas, was immer da war und deswegen, das kriege ich gerade noch nicht so ganz zusammen bei der Seele, was dieses Thema Zeit angeht und so weiter und so fort, für mich ist das, wenn ich nach der Sinsuche gehe, dann gehe ich eigentlich auf die Suche nach etwas, was schon immer da war oder nicht oder was ich kurz vergessen habe oder wie sieht das aus, wie, wie, Sebastian lächelt schon so, ja und möchte dazu anscheinend was sagen und mir da helfen, um diesen Knoten irgendwie zu lösen. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Das ist etwas, was mir wie ein, ja, ein Leuchtfeuer im Leben immer die Richtung gibt, egal wie stürmisch gerade die Wellen sind, durch die ich so surfe. Das heißt, einmal ist es eine andere zeitliche Qualität und sie ist dann wiederum natürlich mit der Frage behaftet, wo kommt denn das her? Und natürlich sind das irgendwelche biochemischen Prozesse, die in unserer Biologie drin sind und es ist aus meiner Sicht, aus unserer Sicht, ist es noch mal ein bisschen mehr, weil, und jetzt kommen wir zu diesem völlig wahnsinnigen und total crazy Konstrukt der Seele, die ja in der Psychotherapie so wunderbar getilgt wird, weil man sie nicht messen kann und auch nicht beforschen und was auch immer, wo ich aber, also ich glaube, Seele ist so ein Thema, also zeig mir jemanden, der dagegen argumentiert und dann weißt du, warum man von seelenlos spricht, also seelenlos als Begriff ist ja was, wo man so sagt, so ja, da ist keine Seele drin, da fehlt einfach aus meiner Sicht was. Und zu deiner Frage zurückzukommen, wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Menschen, in meiner Welt auch noch Tiere oder auch Pflanzen oder wenn man den Rahmen noch ein bisschen größer macht, auch Dinge, wenn die irgendeine Form von Seele haben, bleiben wir erst mal nur bei Menschen. Und wir dann auch noch davon ausgehen und das ist so eine Sicht aus dem Hinduismus, die ich sehr spannend finde, mal so zu denken, wo es so die Singularität gibt, da genannt Brahman oder Parabrahman so, wir würden sagen die Quelle oder Gott oder wie auch immer. Und da die Singularität, weil es eine Singularität ist, ja sich nicht selbst erkennen kann, muss die Singularität in so einem Prozess der Abspaltung eigener Anteile, die dann wiederum als Seelen mit verschiedenen Lern-, Erfahrungs-, was auch immer Aufgaben oder Wünschen oder was auch immer, dann in, jetzt bleiben wir mal bei Menschen, reinkommt, dann hast du quasi immer ein Stück weit Gott in dir, in Form der Seele. Dann gibt es noch weitere Unterscheidungen in Atma und Jiwa, das lassen wir jetzt sozusagen erst mal undifferenziert, aber du hast irgendwie eine Form von Seele in dir, die ein Teil von Gott ist. Ich finde die Idee schon mal sehr, sehr schön, dass ich sage, ja Gott ist auch ein Teil von mir, also es gibt irgendwas Göttliches in mir, was und da kommt sozusagen auch dieser Hintergrund mit den Wiedergeburten und dem Konzept von Karma mit rein, was etwas lernen möchte. Also Karma ist in meinem Verständnis erst mal so eine Form von, es gibt da bestimmte Dinge, die passieren, gibt es veränderliches und unveränderliches Karma und das unveränderliche Karma sind halt einfach Erfahrungen, die ich mache, weil größerer Sinnrahmen auch der Transzendente, Gott was lernen will. Und wenn ich dann die verschiedenen Zyklen meines Lebens erlebt habe oder halt die Inkarnationszyklen und all das gelernt habe, was ich lernen sollte, lernen wollte, lernen musste, dann bin ich wieder bei Gott, dann kehre ich wieder zu Gott zurück und Gott lernt sozusagen aus meinen Lernerfahrungen, weil sich so Gott durch jeden Menschen selbst erkennt. Das ist jetzt die verkürzte Variante. Ich habe mich damit jetzt seit ein paar Jahren beschäftigt. Das ist etwas, was mir als weitere Perspektive in meinem spirituell-religiösen Spektrum sehr hilft, manchmal Dingen Sinn zu geben. Achtung, ohne Entwertung des Leids, weil natürlich sind das brutal leidvolle Prozesse manchmal. Und natürlich soll das nicht heißen so, dir ist das und das Schlimmes passiert. Na ja, wollte halt Gott lernen, hast du Pech gehabt. Also wirklich überhaupt nicht. Und um auf deine Frage jetzt zu antworten, ist das sozusagen was, was sich durchs Leben zieht? Da glaube ich in einem meiner Verständnisse von Sinn, dass Sinn immer auch ein Indikator ist, bin ich auf meinem Lebensweg, bin ich da kohärent zu dem, was meine Seele an Erfahrungen machen möchte. Gut, wie schlecht, angenehm, wie unangenehm und immer darauf ausgelegt, was will meine Seele sozusagen lernen. Und natürlich ist mir klar, dass dagegen so die Hypothese des komplett freien Willens und du musst es nur wollen, das Selbstbestimmten und so weiter. Na klar, ich kann alles machen. Die Frage ist immer nur, wie reagiert mein System, wie reagiert meine Seele darauf, wenn ich kognitiv oder durch äußere Umstände von meinem Seelenweg abkomme. Und die Idee des Seelenweges als, sagen wir mal, vorgezeichnete Linie, jetzt ohne spezielle, ich muss da und dahin fahren oder was auch immer, aber sozusagen der Weg, dass es den schon geben soll und ich ihn einfach gehen kann, wie auch immer das aussieht, das hilft mir in meinem Umgang mit dem Leben und auch mit meinem Umgang mit der Welt, wie sie momentan ist, wie sie die letzten Jahre war, wie sie die letzten 50 Jahre für mich war. Ich bin 50 geworden jetzt vor ein paar Wochen. Das hilft mir total und das gibt mir so ein Gefühl der Kompaktheit, dass es soll so sein. Und ich bin oft meinem Weg auch mal nicht gefolgt und das habe ich gemerkt. Das ist total spannend und das gibt mir so eine innere Ruhe, dass ich sage, so ja, da ist eine Elastizität drin, da ist ein Puffer drin und irgendwie es gibt eine Seite in mir oder es gibt etwas in mir, das wie ein Kompass wirkt und das ist halt meine Seele und die zeigt sich über Sinn. So ein bisschen größerer Bogen, um auf deine Frage zu antworten, aber da waren auch ein paar Sachen drin, die ich ohnehin beim Thema Sinn immer noch wichtig finde und die halt auch noch ein bisschen über Sinn hinausgehen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Das heißt, wenn ich wieder anfange in meinem Leben auf Sinnsuche zu gehen, dann merke ich, dass dieses Schöne, die Lebendigkeit der Seele wieder anfängt zu pulsieren. Ohne Sinn fehlt uns oft dieses Stück Lebendigkeit. Ich habe es damals zum Beispiel auch in meiner Arbeit erfahren, wenn du einmal die Erfahrung machst oder ich hab es auch im privaten Bereich erlebt, in Augen zu blicken, wo gefühlt die Seele fehlt. Ja, wenn sozusagen da echt eine riesen, also wenn dieses Stück Lebendigkeit fehlt und diese Leere einzieht und du dann wirklich das vielleicht auch spürst von Mensch zu Mensch. Und dann die Frage, wie kann der Mensch sozusagen wieder zur Lebendigkeit finden? Und da finde ich eben das Thema Sinn so wunderbar, weil natürlich: Es fehlt an Sinn in diesem Moment. Und wenn der Mensch da wieder in Kontakt kommt mit dem, was Sinn geben könnte, ob es jetzt der Kontakt zur kleinen Schwester ist. Ich habe damals im Radikalisierungsbereich gearbeitet. Da war das zum Beispiel so ein hochsensibles wichtiges Thema. Was berührt denn die Seele wieder? Was gibt deinem Leben Sinn? Wie können wir sozusagen da wieder in die Berührung kommen, unabhängig von dem Kognitiven? Weil natürlich, und das dürfen wir auch nicht unterschätzen, glaube ich, ist es wichtig, auch darüber zu sprechen: Die Instrumentalisierung von Menschen, wenn der Sinn fehlt oder wenn die Menschen auf der Suche sind. Das ist gefundenes Fressen. Das ist toll für Leute, die sozusagen, ich sage überspitzt jetzt mal beim Radikalisierungsbereich auch unterwegs sind. Also wenn ich sehe, der Mensch ist auf der Suche nach Sinn, das Grundbedürfnis ja auch nach Orientierung haben. Ich suche nach Antworten, nach einem Richtig oder Falsch, nach einem Sinn in meinem Leben. Dann kommt es oft darauf an, wer reicht dir in dem Moment die Hand? Ja, wer ist dann da? Und so wegweisend ist es. Also deswegen ist es einfach auch sehr essentiell und deswegen danke auch die Brücke zur Seele. Ich glaube, das ist deswegen für uns auch da so stark verortet, das Thema, weil Sinn und Seele, Seele und Sinn lassen sich nicht voneinander trennen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Es kann auch bis hin zu suizidalen Gedanken kommen und wirklich auch, deswegen ist es so ernst auch zu nehmen. Ja, wenn ein Mensch auf der Sinnsuche ist oder in einer, in einem Erleben vielleicht von Sinnlehre, sagen wir es vielleicht eher auch so, deswegen dann den Menschen einfach auch da zu begleiten. Und du hast eben so schön auch die Frage ja gestellt, wenn das Warum den Raum bekommt, was glaube ich eben entsprechend ja auch wichtig ist, dann aber wirklich auch zu einem Wofür zu kommen. Und das haben wir auch im Buch mit eingebunden. Das heißt nicht, dass es nur ein Wofür geben muss. Es gibt wahrscheinlich für uns alle unterschiedlichste Wofürs. Ja, aber das doch auch wieder ins Leben mit reinzuholen. Also dieses Was könnte vielleicht für mich ein Wofür sein, ein Grund, warum ich morgen dennoch aufstehe. Das kann was ganz Kleines sein. Kurzer Ausweg nochmal zum Thema Ikigai. Ihr hattet den wunderbaren Motoki Tonn auch bei euch, der sich mit Ikigai beschäftigt, der japanischen Sinnphilosophie sozusagen. Und da geht es ja auch so darum, die kleinen Kostbarkeiten im Leben wieder zu sehen. Also Ikigai bedeutet so in der Übersetzung das, was mein Leben oder was das Leben lebenswert macht. Das heißt, es kann schon die Tasse Tee am Morgen sein, ein warmes Getränk, was unserer Seele quasi gut tut, wo ich sage, das ist für Japaner zum Beispiel eine wichtige Sinnquelle, Rituale im Leben. Es kann aber, also das können auch ein Wofür sein. Es kann aber auch etwas Größeres sein. Vielleicht ist es der Wunsch nach Familie oder einer beruflichen Erfüllung. Vielleicht ist es auch etwas, was über das Leben hier hinausgeht. Da sind wir bei dem Stichwort Generativität, also etwas hier zu hinterlassen, mit bleibendem Wert, was vielleicht über mein Leben hier hinausgeht, wie zum Beispiel eine Vision, wie ein soziales Engagement, wo ich nicht unbedingt einen Endpunkt habe und ein Ergebnis, sondern weil ich sage, das ist mein Wofür. Ich stehe morgens auf, um anderen Menschen zum Beispiel in der Krise zu helfen oder was es auch immer ist. Das heißt, genau darum geht es, wenn du fragst, was ist denn das auch in der Begleitung von Menschen, was man dann machen kann. Und wie gesagt, es gibt ja auch ganz konkretes Sinncoaching. Das finde ich wichtig zu betonen. Also Ausbildungen wirklich konkret auch dazu. Wenn wir jetzt hier sprechen, wenn ich vielleicht mit Kollegen spreche, die nicht so eine sinnzentrierte Ausbildung haben, aber trotzdem diesem Thema immer wieder begegnen. Was kann ich dann machen? Und das ist eben das Thema, dann wirklich auf das Wofür auch zu fokussieren. Ich glaube, das ist sehr, sehr wichtig, dem Warum einen Raum zu geben und dann wirklich auf das Wofür zu gucken und natürlich mit Zielarbeit, aber deswegen ist bei uns das Thema Visionsarbeit auch mit drin, dass man da quasi diesen Blick defokussiert und groß macht und dann sich so ein bisschen daran annähert, was könnte mein persönliches Wofür auch sein. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also im Guten wie im Nicht-so-Guten. Du hast auf einmal einen anderen Freundeskreis und nur weil du dann deinen Sinn lebst, heißt das ja nicht, dass dein ganzes Umfeld sagt, ach Mensch, ja, das gestalten wir möglichst irritationsfrei für dich, diesen Übergang. Sondern da passiert ja viel im Außen. Und da habe ich dich irgendwann mal gefragt, sag mal, also wenn du eine kleine niederschwellige Hin-zu-mehr-Sinn-Richtungs-Korrektur-Idee hättest, welche wäre das? Und da hast du auf diese kleinen Momente, von denen hast du dann gesprochen. Und das wäre für mich nochmal jetzt auch so eine Bitte an dich, wenn einmal die Zuhörenden jetzt so ein Bedürfnis hätten, sagen, ja, also Sinn, Sentiere, Erspüren. Ja, aber wie? Also ja, mit dem Körper und ja, so ein Fokus auf somatische Marker und wie reagiert mein System in der oder der Situation. Aber wonach muss ich eine Ausschau halten, wenn ich den Sinn in Klammern wiederfinden will oder sehen will oder bemerken will oder mich dran erinnern will? Wie mache ich denn das? [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Und da, finde ich, schlägt sich so eine schöne Brücke zu – ich glaube, das hattet ihr auch hier schon im Podcast, diese Frage: Was bringt deine Augen zum Leuchten? Also da mal wieder hinzugucken, selber vielleicht zu schauen, wann fangen meine Augen an zu funkeln oder zu leuchten aus einem ganz tieferen, tiefen inneren Empfinden heraus? Und das kann ein ganz, ganz stiller Moment auch sein, wenn ich vielleicht auf einer Bank sitze am Morgen mit meiner Hündin und die Sonne langsam kommt oder wie auch immer. Dass ich dann so ein Aufatmen empfinde: Hier kommt meine Seele zur Ruhe. Vielleicht ist das Leuchten in den Augen eben auch in Kontakt mit, wenn ich mit Freundinnen beim Konzert bin oder eben, wenn ich ein schönes Essen zubereite. Die Japanerinnen und Japaner sind auch da… also in der Zubereitung von Sushi zum Beispiel, dass es eine große Kunst ist und dass da ganz viel Zeit und ganz viel Liebe auch reinfließt im Detail. Ja, also und dann Zeit und Raum vielleicht wieder zu schaffen für solche Dinge, wenn ich merke, oh cool, hier habe ich das Gefühl, hier kann ich atmen. Oder hier fangen meine Augen an zu leuchten. Da dem Ganzen auch dann wieder Raum im Leben zu geben. Das ist natürlich auch die Brücke zum Thema Achtsamkeit zum Beispiel oder so. Ja, dieses wirkliche Spüren und dann da auch so eine Art Verlangsamung reinzubringen und zu sagen, ich gehe diesem Sinn in diesem Moment mal ganz kurz nach. Oder wie bei uns jetzt hier dieses Thema, dass das für mich extrem sinnerfüllend ist, mit lieben Kollegen über solche Themen zu sprechen. Ja, und das nicht quasi danach einfach so Termin abgehakt, sondern einfach so auch das Sehen und das Bewusstsein dafür schärfe. Wow, wie schön, wie dankbar ich auch dafür sein kann. Das war gerade ein sinnfüllender Moment. Und dazu noch mal so ein Gedanke, weil das Funkeln in den Augen – ist mir irgendwann mal aufgefallen – naja, man selber sieht das halt oft gar nicht, weil wir stehen ja nicht die ganze Zeit vorm Spiegel und denken dann: „Ach guck mal, hier ist es wieder, das Funkeln““, sondern den anderen Menschen auch darauf aufmerksam zu machen. Wenn ich mit Menschen im Kontakt bin und das sehe, dass er anfängt, über irgendwas zu sprechen und ich merke, boah, und das dann zu spiegeln, zu sagen, spannend, lass mal kurz auf Pause drücken. Ich habe da gerade so ein Funkeln entdeckt.Was ist denn dahinter? Was ist das vielleicht für ein wichtiger Wert, der sich dahinter zeigt? Warum schenkst du genau diesen Moment vielleicht Bedeutung? Ich glaube, es gibt viele Dinge, aber das ist, glaube ich, das, wo ich sagen würde, vielleicht das Wichtigste, dem ganzen Raum zu geben. Wie ist es bei euch? [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Mir ist da eine Sache eingefallen. Ich habe vor Jahren, das war 2011 oder 12, war ich in Brasilien und habe da für das Metaforum Brasilien Business Coaches ausgebildet. Und habe dann eine ganz liebe Kollegin da kennengelernt, auch eine Brasilianerin, die auch fließend Deutsch sprach und so weiter und die mit ihrem Mann damals schon auch ein Trainingsinstitut hatte. Und dann wollten wir, ich weiß gar nicht mehr, was es war, und ich war damals in diesem Modus, cool, also interessiert mich, finde ich spannend und so weiter. Ja, dann war ich wieder in Deutschland, dann haben wir ein Online-Treffen gemacht, damals auf Skype. Und dann haben wir so darüber gesprochen und haben über das Projekt gesprochen und ich merkte irgendwie so, ja, das ist okay. Und sie sagte mir dann, was ich alles, was sie so an Workload bei mir sieht. Und ich habe mich halt damals gerade so die eine Firma abgewickelt und die neuen Firmen sozusagen aufgebaut. Und dann sagt sie irgendwann so, du, wenn du von den Sachen sprichst, wenn ich von den Sachen spreche, da sehe ich bei dir gar kein Leuchten in den Augen.Meinst du, dass es eine gute Idee ist, wenn wir das zusammen angehen? Und da habe ich mich nur sagen hören, da hast du recht. Nö. Und ich fand das so, dachte so, boah, krass. Also danke für die für die klare Frage. So, und dann habe ich darüber nachgedacht und dachte so, naja, was merke ich denn? Und ich merke immer mal wieder Momente, wo ich so merke, so anstrengend. Und das merken wir, wenn wir keine guten Coping-Mechanismen haben, das wegzudrücken. Und ich merke bei viel, viel weniger Sachen dieses, ey, geil. Und dann gibt es bei mir immer ein inneres Mega. Und das innere Mega, das kennen irgendwie alle, die bei mir schon mal ein Seminar gemacht haben. Da leuchten dann auch die Augen, wenn ich sage, ey, das ist ja mega. Und dann merke ich sofort eine ganz andere Energieentwicklung. Und ich glaube, dass fast eine der wichtigsten Aufgaben im Sinne von Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion als wichtige Schutzfaktoren auch der Resilienz ist, den Kontakt zum Sinnerleben zu bemerken, zu erspüren im ersten Bereich. Und vielleicht dann sogar über die Jahre mehr in die sinnselektive Auswahl zu gehen in Bezug auf die Themen, denen ich mich widme und denen ich mich nicht widme. Und was ich mittlerweile auch ganz gut kann, ist Dinge, die mir keinen Spaß machen, da wie auf so eine große Leinwand dahinter den Sinn zu produzieren, den ich dem Leben beimesse und den ich im Leben erreichen will. Und einfach im Vordergrund die anderen Dinge als notwendige Stationen hin zu dem Sinn zu sehen, sodass wie in so einem Halo-Effekt der Sinn quasi die erstrahlen lässt oder denen zumindest ein bisschen Kraft gibt, damit ich die mache. [Christina Comnick – Resilienz-Podcast] Das heißt, es geht nicht nur darum, dass Sinn dann bedeutet, jetzt bin ich glücklicher, sondern ich kann dem Ganzen eben eine Bedeutung zu schreiben. Und das ist dann auch so, auch wenn eine Aufgabe mir keinen Spaß macht, aber ich weiß, wofür ich das tue, sozusagen den Sinn in der Aufgabe erkenne, dann bin ich ja auch eher bereit, das zu erledigen und zu machen. Und das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig. Deswegen danke da auch noch mal so quasi auch Sinn als haben wir ja auch zur Brücke zur mentalen Resilienz, deswegen noch mal als Motivator, um funktionaler sozusagen auch mit Stresseinladungen im Alltag umzugehen und so weiter. Das heißt, wenn ich Dinge verstehen kann, nach dem Kohärenzempfinden, wenn ich das Gefühl habe, ich habe auch eine Art von Machbarkeit, eine Handhabbarkeit und dann die Sinnhaftigkeit, erledige ich auch sozusagen eher die Aufgaben. Und noch ein anderer Gedanke eben gerade noch davor, dieses Thema, dass Sinn einfach auch wirklich in der Begegnung, finde ich, wächst. Das ist das Schöne, also weil ihr mich gefragt habt, was so man machen kann. Ich glaube, das hatte ich ja eben schon angedeutet, aber nur diesen Satz noch dazu, dass ich glaube, das ist so wichtig, nicht alleine zu bleiben mit dem Thema, sondern mit anderen in den Austausch darüber zu gehen, gerade in Krisen, gerade dann nicht alleine zu bleiben, sondern darüber zu sprechen, egal mit wem, auch privat im Freundeskreis und in der Familie oder eben mit Kolleginnen und Kollegen, vielleicht auch in der Begleitung von einem Coach oder Therapeuten, also sich diesem Thema wirklich anzunehmen. Und was wir ja eben zum Beispiel auch erleben durch die Resilienzinitiative oder so, dass dann man auch, also ich persönlich zum Beispiel auch erlebe, dass Sinn dann auch wächst, wenn ich es teile, also wenn ich merke, das ist halt so das, wo meine Seele erblüht, wo es mir gut geht. Das ist das Thema, was mich beschäftigt, auch wenn es nicht immer einfach ist, aber mir den Weg sozusagen weist. Wenn ich das dann auch noch mit anderen teile, dann wird es größer. Und das ist das Schöne dabei. Also es wird nicht weniger, sondern eigentlich nur noch mal größer. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und mach vielleicht so was auch wie eine Masterclass, wo du mal zwei Jahre mit Leuten verbringst, die du auch schon länger kennst. Und bau dir doch einfach ein Team auf. Lade Leute ein. Teile das einfach so. Und damit habe ich die zwei, die Sinndimensionen, die schon da waren, um noch zwei weitere ergänzt. Und so rückblickend war das wirklich genial. Also sie hat das nicht mit Sinn beschrieben, sondern sie hat einfach über das Zuhören so mir diese Impulse gegeben. Ich habe das ausprobiert. Und das war also wirklich grundlegend ist es jetzt anders. Also ich habe das Gefühl, ich möchte den Kontakt zum Sinn jetzt genießen. Ich auch. Und das machen wir privat. Und ich danke euch total, weil das ist so. Also ich lebe gerade in einer leeren Fülle. Also ein total ruhiger, stiller Geist, der einfach sehr erfüllt ist. Und das ist so eine Form von fast schon Samadhi. Also dieser totalen Gedankenstille. Und wer auch immer gerade zuhört, wir lassen der Gedankenstille jetzt mal die Podcaststille folgen. Liebe Christina, lieber Ruben, herzlichen Dank. Und ja, stille, andächtige, berührte Grüße aus dem Denkraum. Bis ganz bald. Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Wir sind mal wieder zu dritt. Wir haben eine resilient Guest, die liebe Christina Comnick. Ruben ist da, ich bin da und ich freue mich heute auf die gemeinsame Zeit.
Ich freue mich immer auf Ina. Schön, dass du da bist. Schön, dich hier zu haben. Ich freue mich auf tiefen Austausch zu deinem Kernthema.
Herzlichen Dank für die Einladung. Ich freue mich.
Jetzt freuen wir uns alle. Ich habe ja eben damit gestartet, ein paar unqualifizierte Flachwitze zu erzählen, habe mich darüber interessanterweise mehr amüsiert als ihr beiden, weil für mich ergibt das einfach Sinn, mal was Sinnloses zu tun. Und es war einfach schön im Kontakt mit der Plattheit des Lebens. Und wir schrauben jetzt sozusagen das Niveau ein bisschen höher. Das Thema heute lautet Sinn, Sinn erleben. Ina und ich haben dazu ein Buch geschrieben, Sinn über Leben in Krisen, jetzt gerade erschienen bei Vandenhoeck und Ruprecht.
Ja, also Punkt eins, irgendwie schön, diese Identifikation als Autorin sich zu nennen. Also spannend.
Ach, Buch, Autorin. Da sitzt man gleich noch ein bisschen gerader.
Aber tatsächlich kann ich es nur unterstreichen, diese wunderbare Zusammenarbeit mit dem Verlag, also eine große Dankbarkeit. Und es ist auf jeden Fall total schön, jetzt auch so zu erleben, dass dieses Sinnbuch so den eigenen Weg findet zu den Menschen. Ich bin ganz gespannt auch auf die Resonanz und die Rückmeldungen. Und wenn du mich so fragst, naja, was ich damit assoziiere, ist ja eigentlich die Frage, wer hat da keine Verbindung zu? Weil Sinn ist eigentlich so allumfassend. Also man kann ja eigentlich gar nicht sich nicht dem Sinn verbunden fühlen, außer natürlich, wenn das Bewusstsein dafür vielleicht eher fehlt.
Wie ist es mit dir, Ruben, wenn du Sinn hörst, privat und oder auch beruflich in deinen verschiedenen Rollen? Was kommt dann bei dir um die Ecke?
Ein Gefühl aus Sicht der emotionalen Resilienz dann auch. Also ich werde auch häufig gefragt, kann Sinn auch irgendwie eine Emotion sein? Und das finde ich eine ganz, ganz spannende Frage dann auch an der Stelle, weil wenn ich jetzt euch dann auch fragen würde, ist das ein Gefühl für euch? Also könnt ihr das fühlen, Sinn? Also fühlt ihr das, wenn ihr in Kontakt mit eurem Sinn seid? Kommt da eine Verkörperung dabei, eine Emotion als verkörperte Zustände? Und bei mir auf jeden Fall. Also es hat ganz viel auch mit Gänsehaut bei mir beispielsweise dann auch zu tun, die ich bekomme, wenn ich in Kontakt mit meinem Sinn bin und ja mit so einer Wärme im Bauch, dann ist auch gerne im Herzbereich und so weiter. Und das finde ich dann total spannend in den Parallelen unserer Arten der Resilienz, dass ich darin auch so meinen Sinn denken kann. Nur zum Beispiel als der Marc Wallert in der Folge die Frage gestellt hat, sind wir, machen wir unseren Sinn selbst oder wird uns auch der Sinn gegeben? Da habe ich was zu erzählt, ja. Ich war eher so auf der sinngebenden Seite.
Ich finde aber, das ist genau schön, was du ansprichst, weil wir unterscheiden ja auch zum Beispiel zwischen der mentalen Resilienz: Alles das, was wir irgendwie gut kognitiv auch greifen und einordnen können, ja, und sozusagen auch zur alltäglichen Problemlösung und zur Stressreduktion nutzen. Und bei der seelischen Resilienz fokussieren wir ja gerade gerne auf das, was wir nicht vielleicht so ganz kognitiv verstehen, sondern eher spüren und erfahren können. Und das Sinnthema ist eine wahnsinnig schöne Brücke zur körperlichen Resilienz, zur mentalen Resilienz und auch bei dir zur emotionalen Resilienz. Aber der Schwerpunkt bei uns liegt in der seelischen Resilienz, dass wir es da vorrangig verorten.
Was ich dabei spannend finde, ist auch nochmal so mit Blick auf Ericsson und die Potenzialhypothese, wäre so eine Sicht oder eine Frage, die ich mir immer gestellt habe, ist, habe ich Sinn auch ohne, dass ich ihn aktiv gesucht habe oder erzeugt, gefunden, wie auch immer habe? Also ist der Sinn da und sehe ich ihn nur manchmal nicht? Und ist Sinn eine Konstante oder eine Variable? Also Konstante meint, der Sinn bleibt immer gleich oder auch die Sinngebung verändert sich aufgrund von der Perspektive oder aufgrund des Ausschnitts, den ich vielleicht wähle. Und ich bin für mich da momentan zu der Antwort gekommen. Ich glaube, Sinn ist immer da, weil das Gehirn als eine Art, wie soll ich sagen, Vorhersagegenerator, das ist ja so eine Sicht, immer eine Form von Sinn versucht.
Auch immer so diesen Anknüpfungspunkt zu haben, wenn jemand das ausspricht. Manchmal hat man ja auch gar keine Worte so richtig dafür, dass man vielleicht auf Sinnsuche ist sozusagen oder da irgendwie eine Frage stellt dem Leben gegenüber. Das ist diese schöne Chance natürlich auch in der Begleitung von Menschen, im Coaching zum Beispiel, in der Beratung, vielleicht im therapeutischen Kontext. Ich finde, das soll jetzt nicht so krass klingen, aber so dieses Gefühl, wenn ich mit einem Menschen arbeite und er stellt dann Sinnfragen, dann sage ich eher super, ohne dass ich es vielleicht dann wirklich auch laut ausspreche und kommuniziere. Aber in mir sozusagen in der Coachrolle denke ich mir, das ist toll, das ist gut so. Das ist gut so, Sinnfragen zu stellen, weil es heißt ja genau, wie du auch eben sagtest, ein Mensch setzt sich dann auch mit der inneren Welt auseinander, mit Werten auseinander. Vielleicht gesellschaftliche Werte, vielleicht aber auch die persönlichen Werte. Und das wird hinterfragt.
Du hast vorhin gesagt, weil du jetzt gerade nochmal das Wort Sinnfragen erwähnt hast in der Arbeit mit deinen Klientinnen und Klienten, findest du es ganz toll, wenn Sinnfragen gestellt werden. Wie sieht denn so eine Sinnfrage aus, die da gestellt wird? Wie ist denn die Struktur einer Sinnfrage? Ist das das Warum? Ist das das Wozu? Was wird denn da hinterfragt?
Ja, also spannende Frage von dir. Ich glaube tatsächlich, dass das, also meiner Erfahrung nach hauptsächlich das Warum ist. Es ist viel vergangenheitsorientiert. Es ist so dieses: Warum mache ich das eigentlich? Warum habe ich das jetzt? Warum ist das und das passiert? Also dieses Verlagern auch irgendwie. Und das ist wichtig, das auch aufzufangen. Also die Würdigung und Wertschätzung sozusagen auch dahinter, des Empfindens und vielleicht auch des Klagens. Warum ist mir das jetzt passiert, diese Krise? Oder vielleicht auch so ein bisschen, wir Menschen sind ja Meister darin, uns selbst zu geißeln und schlecht mit uns zu reden. Also diese Selbstvorwürfe sind da, finde ich, sehr stark drin. Oder ja, es geht bis hin zu den ganz existenziellen Fragen. Also dieses: Was mache ich eigentlich hier? Warum bin ich eigentlich auf dieser Welt? Wofür sozusagen? Woher kommt meine Seele? Wohin geht sie? Gibt es eine Art Aufgabe für mich? Und all diese, ich glaube, sind hochindividuell.
Und wenn Sie Antworten gefunden haben, was passiert dann mit den Leuten? Also dann in der Unterschiedsbildung? Was erkennst du denn da? Also es können auch die kleinen Fragen sein, aber auch gerne die nach dem großen Sinn. Dein Coaching neigt sich dem Ende zu. Die sind in ihrem Ressourcenzustand. Wie sieht das denn aus beim Thema Sinn? Was erkennst du da bei den Leuten?
Ich glaube tatsächlich, dieses Bewusstsein dafür zu mehr zu haben. Es ist ja nicht so, dass wenn Coaching beendet wird, dass man dann sagen kann, ach super, jetzt sind drei von zehn Sinnquellen erfüllt, wie so ein Katalog. Sondern es geht eher eben wirklich da die Öffnung vielleicht wieder ein bisschen zu haben und den Mensch in seiner Lebenswelt auch abzuholen und zu sagen, weißt du, es ist halt wirklich auch ein Prozess. Ich glaube, es macht sich viel im Wertebewusstsein deutlich. Also was sozusagen habe ich für Werte und wie spiegeln die sich auch in meinem Alltag auch wieder? Spannend ist auch, dass man wirklich dazu ja auch einen Anstoß geben kann zur Selbstwirksamkeit.
Und ist dann die Person auch eher im Zukunftsfokus? Weil du hast ja gesagt, wenn sie mit einer Sinnfrage kommt, ist der Fokus gerne auf der Vergangenheit. Wenn der Sinn da ist, ist dann wieder der Fokus mehr auf der Zukunft oder ist es irgendwie so eine Gleichzeitigkeit, also im Sinne von wieder Fokus auf die Vergangenheit und so weiter?
Naja, also es sind ja alles immer irgendwie Modelle, die man sich so baut oder die man sucht und dann findet oder auch nicht, also was mich genau bei dieser Frage wieder begeistert, ist erstmal die Unbeantwortbarkeit in der Rahmen der klassischen Psychologie, wo dann gesagt wird, Seele ist gleich Psyche, ist gleich mental oder wie auch immer, also auf den Topf rein damit, zugemacht, umgerührt, fertig und dieses Thema der psychischen Resilienz, das zu unterscheiden in mental und seelisch, war ja ein Impuls von mir vor vielen Jahren, weil ich immer so dachte, naja, also wenn ich mir so klassische Schutzfaktoren der mentalen Resilienz anschaue, sowas wie Lösungsorientierung und Zielfokussierung und gesunder Optimismus und Akzeptanz und was auch immer, so Selbstwirksamkeit, you name it, dann ist das was, wo ich so sage, ja, das fühlt sich für mich kurzfristiger, handlungsorientierter und so weiter an. Also Sinn, Sinn erleben ist auch eine Prozessqualität, aber es ist ja nicht so, dass ich sage, so, jetzt bearbeite ich diese eine Aufgabe hier mal eben, die E-Mail schreibe ich jetzt mal, schreibe ich sie mal sinnorientiert oder mit Sinn und dann aber auch ist erstmal gut, sondern Sinn ist einfach, wenn ich das höre, dann ist das sozusagen etwas, was wie so eine Art, ja, goldener Anstrich für meinen Lebensweg ist.
Super, also was ich jetzt für mich mitnehme, wenn ich es für mich in meinem Verständnis in einem Satz zusammenfasse, dann könnte man Sinn auch verstehen als Weg der Seele auf eine gewisse Art und Weise.
Ja, wenn du das jetzt so sagst, dann gibt es gleich eine Seite in mir, die sagt der Herr Langwara wieder fasst so gefühlstündliche Ausführungen von mir in so einem Satz zusammen und ja, das was er gesagt hat.
Super, für mich, weil das ist klasse, also das hilft mir. Vielen Dank, da an der Stelle und jetzt gucke ich auch mal zu Ina, da an der Stelle und für mich passt jetzt dieser Bogen da an der Stelle nur, wenn du da noch was hinzufügen möchtest, dann super gerne.
Gerne, ich habe tatsächlich für mich auch mal so eine Beschreibung gefunden, die mich auch schon seit einigen Jahren begleitet, weil ich, also anknüpfend an das, was Sebastian gesagt hat, zum Thema Spiritualität und Auseinandersetzung sozusagen, mit dem Begriff der Seele auch. Ich habe damals in einer sehr schweren Krise das Buch in die Hand gegeben bekommen: „Die persönliche Berufung“ von einem Jesuiten Herbert Alphonso und das ist darauf ausgelegt, er beschreibt den Begriff des Sinns in Bezug auf Jesus Christus, so auf diese persönliche Ebene und den Glauben und den Sinn als diesen inneren Berufungsweg oder wie Sebastian auch eben das Wort des Seelenwegs auch beschrieben hat. Das finde ich ganz spannend, weil seither für mich, ihr habt gerade gesagt, der Weg der Seele, für mich war es eher so der Puls der Seele. Also „Sinn ist der Puls der Seele“.
Also ja, ich finde das gerade wunderschön, auch diese Bezeichnung als Puls der Seele. Ich hatte jetzt gerade so ein Bild vor Augen, Menschen, die so eine Sinnlosigkeit, eine innere Leere erleben. Das ist wie so eine Flatline auf einem EKG und dann kommen so kleine Sinnquellen und dann bupp, dann buppt das wieder auf und dann wird die Person wieder lebendig. Ähnlich auch wie beim Broken Heart Syndrom, wo entsprechend ja auch eine Person verloren wird und das war eine riesige Sinnquelle für mich jetzt eventuell. Und dann macht das Herz dann auch nicht mehr mit, wenn man das dann auch psychophysiologisch betrachtet und dann lerne ich jemand Neues kennen oder erkenne den Wert oder den Sinn, den mir die andere Person gegeben hat, den ich verloren habe, in der anderen Person wieder und dann macht das Herz auch wieder mit. Also auch eine wunderschöne Bezeichnung dieses Thema gibt dem ganzen Leben.
Ja und gibt auch so ein bisschen die Notwendigkeit des Themas, sich eben wieder mehr zu widmen. Also ich glaube auch, weil es kann, es muss nicht, aber es kann eben auch eine Sinnkrise kann mit Depressionen korrelieren, mit psychischen Belastungen, vielleicht auch mit selbstverletzendem Verhalten. Ja, also unterschiedliche Themen sozusagen, die dann auch da noch mit verbunden sind. Also und für viele Menschen, ich habe lange in Berlin gelebt, da sind sozusagen, ich glaube Großstädte sind so ein Sammelsurium auch manchmal von Menschen, die auf der Suche nach Sinn sind. Aber denen ist das oft gar nicht bewusst, dass es vielleicht eine Sinnkrise ist. Ja und das korreliert mit vielen verschiedenen Facetten und natürlich auch Viktor Frankl, der sich damals da ja intensiv auch mit beschäftigt hat.
Du hast mal so einen schönen Satz gesagt, viele schöne Sätze gesagt, aber ein Satz war dann so, also weiß ich noch, hat mich sehr entspannt, weil natürlich, gerade als wir am Anfang uns dem Thema genähert haben und du dich da sehr tief und intensiv reingearbeitet hast, bin ich irgendwann mal so gefragt, naja, also das ist ja gefühlt so ein riesiges Thema. Und so den Lebenssinn und das ist natürlich auch, wenn du in die Bahnungen, also in die Primings, die, wenn du das Thema hörst, guckst und auch, was das für Auswirkungen hat. Also das ist ja manchmal auch so das in Anführungsstrichen Problem der gelösten Probleme. Wenn ich meinen Sinn habe, oh Gott, dann muss ich ja mein Leben auch so leben, wie ich leben will. Naja, das ist eine Twigmühle. Aber wenn ich mich in meinen zweitbesten Lösungen gut eingerichtet habe und dann auf einmal finde ich den Lebenssinn, das kann schon dramatisch Dinge verändern, siehe Banker und Lehrer.
Ich finde genau, was du gerade angesprochen hast mit den kleinen Dingen. Deswegen hatte ich eben dieses Stichwort Ikigai auch mit reingebracht, weil ich das fand ich ganz wunderschön, die Auseinandersetzung damit mit diesem Thema. Es geht zurück auf Meiko Kamiya, die quasi parallel zu Viktor Frankl damals in Japan lebte und auch so sich diesem Thema Sinn auch gewidmet hat. Also ganz spannend, dass man eigentlich da auch sieht, die Auseinandersetzung mit Sinn, dieses allumfassende und beim Ikigai-Thema, so habe ich es auch verstanden, dass es da nämlich genau darum geht, diese kleinen Momente, diese kleinen Schritte quasi wieder zu gehen, nicht den großen Sinn nachzustreben, nicht nur sozusagen, sondern wirklich auf die kleine Kostbarkeiten im Alltag zu gucken.
Ja, da will man einmal so einen Moment genießen, da wird man gleich schon. Nein, du hast ja recht. Nach Meinungen gefragt (lacht).
Ja, genau (lacht).
Also man könnte fast glauben, man ist in so einem Podcast. Du musst ja auch noch reden und kann nicht einfach nur vor sich hin strahlen. Nein, danke für den Impuls.
Ihr habt mich gerade so angeguckt, ich konnte es nicht deuten.
Ja, das ist eigentlich ein Kompliment an die Tiefe und den Geistreichtum deiner Inhalte.
Ja, und es war halt eine schöne Trance-Induktion. Da will man mal so eine Trance genießen und dann gleich so schnipp, jetzt sprich. Genau, sprich Kollege und tanz. Genau, und sag was Kluges. Also ich bin da ganz bei dir und ich glaube, dass man selbst dieses, wann erkenne ich diese Momente, dass man das trainieren kann. Wann sind die da, dieses zeitliche Merken und dann halt auch die Frage natürlich, wie merke ich das.
Ja, finde ich auch noch mal einen wichtigen Aspekt. Also das Thema Sinn auch als Motivator und als Motivationshilfe. Du hast es vorhin auch so schön gesagt. Das heißt nicht, dass wenn ich den Sinn erkenne oder nehmen wir es jetzt mal an einem Beispiel eine berufliche Orientierung, dass das der einfachere Weg ist oder auch die Spiritualität. Wenn ich diesen Weg dann gehe und sehe, das ist für mich total sinnerfüllend in einem alleumfassenden Sinne, dann heißt es nicht, dass es der leichte Weg ist, sondern oft gerade auch sehr steinig. Aber erfüllend.
Ja, und da helfen natürlich auch wieder die vier Sinndimensionen. Und da bin ich meiner damaligen Coach Claudia total dankbar, die irgendwie da war. Also ich habe mich im Bereich Bedeutsamkeit von Resilienz wahrgegeben. Dann haben wir über so die Themen Stimmigkeit. Ja, war total stimmig. Aber das, was tatsächlich gefehlt hat, war die Orientierung so ein bisschen. Weil ich so dachte, ja, machst du mal alles. Und die Eingrenzung in die angewandte individuelle Resilienz und darin wieder die Orientierung in die vier Arten der Resilienz war für mich damals so ein, also irgendwie war es mir schon klar, sonst hätten wir damals auch nicht den Kontakt so gehabt und hätten die Kooperation nicht begonnen. Und das, was, glaube ich, den größten Unterschied gemacht hat, war zu sagen Zugehörigkeit. Sie sagte, also du bildest viele Trainerinnen und Trainer aus, hast aber mit denen langfristig nicht so den Kontakt. Mach doch jährlich so ein Kongress oder so. Intern. Mach mehr Supervisionen. Ich hatte, glaube ich, eine oder zwei Supervisionen da nur. Dann bleibst du mit den Leuten in Kontakt.
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
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Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).