Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 51

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 51Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 51 für Sie zusammengestellt.

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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.

Folge 51: Rethinking: Freude, Positivität, Optimismus

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 51

In der einundfünfzigsten Folge des Resilienz‑Podcasts Rethinking Resilience“ widmen sich Sebastian Mauritz und Ruben Langwara der Frage, welche Rolle Freude, Positivität und Optimismus für unsere psychische Widerstandskraft spielen. Dabei geht es nicht um oberflächliche Gute-Laune-Konzepte, sondern um die psychologische Funktion angenehmer Emotionen: Wie sie Denken, Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit erweitern – und warum sie für Lernen, Entwicklung und Integration belastender Erfahrungen zentral sind.

Die Folge beleuchtet, wie Positivität als Ressource verstanden werden kann, ohne in toxische Positivität oder emotionale Einseitigkeit zu kippen. Im Mittelpunkt steht die Idee der Oszillation: Resilienz entsteht nicht durch Dauer-Optimismus, sondern durch die Fähigkeit, zwischen Freude und Ernst, Wachstum und Erdung, Leichtigkeit und Tiefe flexibel zu pendeln. So wird Freude nicht zur Verdrängung, sondern zu einem tragfähigen Bestandteil resilienter Lebensführung.

Warum ist Positivität eine Ressource?

Positivität wird in dieser Folge nicht als oberflächliche „Alles-ist-gut“-Haltung verstanden, sondern als zentrale psychologische Ressource. Angenehme Emotionen wie Freude und Interesse erfüllen eine klare Funktion: Sie erweitern unseren Denk- und Handlungsspielraum und ermöglichen es, neue Perspektiven einzunehmen.

Auf Basis der Broaden-and-Build-Theory (Barbara Fredrickson) wird deutlich: Angenehme bzw. „positive“ Emotionen verbreitern (broaden) unsere Wahrnehmung und unser Denken und tragen dazu bei, langfristig persönliche Ressourcen aufzubauen (build) – etwa Selbstwirksamkeit, soziale Verbundenheit, Kompetenzen und emotionale Stabilität.

Positivität wirkt damit nicht als Verdrängung, sondern als Voraussetzung für Entwicklung. Sie ist besonders dann eine Ressource, wenn sie nicht starr wird, sondern Teil eines flexiblen emotionalen Pendelns bleibt.

Was bedeutet Positivität in diesem Kontext?

Positivität meint hier eine funktionale Bewertungs- und Emotionshaltung. Sie beschreibt nicht, dass alles gut ist, sondern dass Erleben so gerahmt wird, dass Sinn, Lernfähigkeit und Handhabbarkeit erhalten bleiben.

Zentrale Bedeutungsdimensionen aus der Folge:

  • Positivität als Erweiterung von Denken und Aufmerksamkeit

  • Positivität als Aufbau langfristiger emotionaler und sozialer Ressourcen

  • Unterscheidung zwischen hedonischen (Genuss, kurzfristiges Wohlgefühl) und eudaimonischen (Sinn, Werte, Verwurzelung) Aspekten

  • Positivität als Teil von Oszillation: das bewusste Pendeln zwischen angenehmen und unangenehmen Emotionen

Positivität wird damit nicht als Dauerzustand, sondern als dynamischer Prozess verstanden, der psychische Beweglichkeit fördert.

Wie lässt sich Positivität im Alltag leben?

Die Folge beschreibt mehrere konkrete Zugänge, wie Positivität als Ressource kultiviert werden kann:

  • Freude und Spiel aktivieren, um Offenheit, Kreativität und neue Perspektiven zu ermöglichen

  • Vorfreude bewusst nutzen, um Motivation und dopaminerge Systeme zu aktivieren

  • Oszillation zulassen: zwischen Freude und Ernst, Leichtigkeit und Tiefe pendeln

  • Dankbarkeit als Erdung, um Selbstakzeptanz und Stabilität zu stärken

  • Stolz und Wachstum, um aktive Selbstwirksamkeit und Identitätsentwicklung zu fördern

  • Ressourcen vor Belastung aktivieren, um schwierige Themen besser betrachten und verarbeiten zu können

Positivität wird so zu einer trainierbaren Kompetenz – nicht zu einer Persönlichkeitsfrage.

Wozu führt Freude als Ressource?

Freude wirkt im Sinne dieser Folge weit über kurzfristiges Wohlbefinden hinaus. Sie erhöht die psychische Flexibilität und reduziert starre Reaktionsmuster, indem sie Denken und Wahrnehmung erweitert. Gleichzeitig erleichtert sie den Zugang zu schwierigen Themen, weil sie als emotionaler „Filter“ wirkt, der es ermöglicht, Belastendes mit mehr innerer Sicherheit zu betrachten. Dadurch unterstützt Freude die Integration belastender Erfahrungen und schafft Voraussetzungen dafür, dass diese nicht abgespalten, sondern verarbeitet und eingeordnet werden können.

Darüber hinaus fördert Freude Lernen, Exploration und persönliche Entwicklung, indem sie Neugier, Spiel und Offenheit aktiviert. Langfristig trägt sie dazu bei, die emotionale Fallhöhe bei Rückschlägen zu senken, weil nicht nur auf Euphorie, sondern auch auf stabile innere Ressourcen zurückgegriffen werden kann. Freude wird damit nicht als Gegenpol zu Leid verstanden, sondern als Bedingung dafür, Leid konstruktiv verarbeiten zu können. Resilienz entsteht in diesem Zusammenspiel von Erweiterung im Sinne von Wachstum und Verwurzelung im Sinne von Stabilität.

Transkript der Folge 51

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:

 


Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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