Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 50

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 50Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 50 für Sie zusammengestellt.

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Folge 50: Rethinking: Rührung

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 50

In der fünfzigsten Folge des Resilienz‑Podcasts Rethinking Resilience“ widmen sich Sebastian Mauritz und Ruben Langwara der selbsttranszendenten Emotion „Rührung – einer Emotion, die in der Forschung als Kama Muta beschrieben wird, „von Liebe berührt sein.“ Gemeinsam erkunden sie, was Rührung im menschlichen Erleben bedeutet, wie sie sich körperlich und psychologisch ausdrückt und welche Bedeutung sie für die persönliche und zwischenmenschliche Resilienz hat.

Ausgehend von persönlichen Beispielen, wissenschaftlichen Einblicken und alltäglichen Beobachtungen zeigen Sebastian und Ruben auf, wie Rührung uns mit dem verbindet, was wirklich wichtig ist – und wie sie als emotionale Ressource sowohl unsere Werte klärt als auch unsere Beziehungen vertieft. Die Folge ist eine Einladung, Rührungsmomente nicht nur zu erleben, sondern bewusst als Wegweiser für ein sinnerfülltes Leben zu nutzen.

Warum ist Rührung ein zentraler Bestandteil emotionaler Resilienz?

Rührung ist weit mehr als ein flüchtiges Gefühl – sie ist eine selbsttranszendente Emotion, die tief in unserer sozialen Natur verwurzelt ist. Ruben erklärt, dass Rührung in der Forschung als Kama Muta beschrieben wird, ein Zustand, in dem wir „von Liebe berührt“ sind. Diese Emotion tritt auf, wenn wir Verbundenheit, Annahme oder erfüllte Sehnsucht erleben – Situationen, in denen wir nicht nur berührt werden, sondern uns auch bewusst öffnen.

Sebastian beschreibt eigene Rührungsmomente, etwa beim Zuschauen von beeindruckenden Darbietungen oder beim Durchblättern prägender Bücher. Für ihn zeigt sich: Rührung lässt uns spüren, was wirklich essentiell ist – sie richtet unsere Aufmerksamkeit neu aus und legt unsere Wertehierarchie offen. Wenn wir uns von Rührung treffen lassen, erkennen wir, was uns wirklich bewegt und worauf es im Leben ankommt. Diese neu fokussierte Aufmerksamkeit auf Sinn und Verbundenheit ist ein zentraler Aspekt emotionaler Resilienz. Rührung zeigt nicht nur an, „was mir wichtig ist“, sie kann auch dazu beitragen, tiefere Bindungen zu anderen Menschen zu spüren und dadurch unser soziales Netz zu stärken – ein wichtiger Schutzfaktor in herausfordernden Lebensphasen.

Was ist Rührung und wie zeigt sie sich?

Rührung ist keine reine Hoch‑Erregungs‑Emotion wie reine Freude, sondern eine komplexe Mischung aus verschiedenen Affekten. Ruben schildert, dass sie physiologisch häufig mit Gänsehaut (Piloerektion) und Tränen einhergeht. Diese körperlichen Reaktionen sind keine Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Tiefe – sie zeigen an, dass uns etwas wirklich wichtig ist.

Im emotionalen Ausdruck kann Rührung ein Zusammenspiel von Freude, Trauer und Verbundenheit sein: Wir erleben im Moment einer erfüllten Sehnsucht gleichzeitig das Bewusstsein darüber, dass uns dieser Zustand zuvor gefehlt hat. Diese besondere Mischung erklärt, warum Rührung so intensiv wirkt und oft völlig unerwartet auf uns zukommt – etwa beim Wiedersehen mit geliebten Menschen, beim Erleben von Mitgefühl oder beim Moment des Verstanden‑Werden.

Die Forschung betont, dass Rührung entsteht, wenn unsere Werte, insbesondere Bindung und Zugehörigkeit, angesprochen werden. Die subjektive Erfahrung ist daher nicht nur „schön“, sondern erkenntnisreich: Sie zeigt, was in unserem inneren Wertesystem ganz oben steht. Dieses Erkennen und Fühlen im Hier und Jetzt lässt Werte lebendig werden und kann uns Klarheit über unsere Prioritäten geben.

Wie können wir Rührung bewusst in unser Leben integrieren – privat und beruflich?

Sebastian und Ruben geben vielfältige Hinweise darauf, wie wir Rührung nicht nur erleben, sondern bewusst als Ressource nutzen können:

  1. Emotionen bewusst wahrnehmen und zulassen. Rührung entsteht nicht, wenn wir emotional stur bleiben, sondern wenn wir uns öffnen. Ruben betont, dass gerade im Coaching‑ und Trainingskontext das Zulassen von Tränen ein Hinweis auf einen echten Transformationspunkt ist – insbesondere, wenn Menschen ihre Masken ablegen und spüren, was ihnen wirklich wichtig ist.
  2. Rührung als Reflexionsindikator nutzen: Wenn uns etwas im Herzen berührt, gibt uns das einen Hinweis auf unsere Wertepriorität. Sebastian fasst dies in seinen Alltagssätzen so zusammen: „Folge der Freude und lass dich berühren!“ Diese Einladung bedeutet: Wenn etwas Rührung auslöst, dann lohnt es sich zu fragen: Warum gerade das? Welche meiner Werte werden angesprochen.
  3. In Beziehungen bewusst Verbundenheit schaffen: Rührung ist eng verbunden mit Beziehung und Verbundenheit. Ruben beschreibt sie als evolutionär wichtig für Bindungen – etwa zwischen Eltern und Kind. Im Alltag können wir bewusst Situationen schaffen, die Nähe und Wärme entstehen lassen: im Gespräch, im Teilen von Erfahrungen, im Mitgefühl.
  4. Achtsamkeit gegenüber manipulativen Emotionen: Rührung kann auch gezielt eingesetzt werden – zum Beispiel in Filmen, Werbung oder politischen Botschaften. Beide weisen darauf hin, wie wichtig es ist, bewusst zu unterscheiden: Wann rührt mich etwas, weil es authentisch meine Werte anspricht? Und wann wird gezielt emotional beeinflusst, ohne echten Sinn für mich zu erzeugen?
  5. Rührung im beruflichen Kontext nutzen: In Trainings oder Teams kann Rührung dabei helfen, Gemeinschaft zu schaffen und Integration zu fördern – etwa durch Abschlussrituale, gemeinsames Teilen von Erfahrungen oder gezielte emotionale Prozesse, die über reine Wissensvermittlung hinausgehen. Rührung jenseits von Manipulation kann helfen, echte Verbundenheit zu schaffen und damit nachhaltige Resilienzförderung in Gruppen und Organisationen zu ermöglichen.

 

Wozu lohnt es sich, Rührung zuzulassen – für uns selbst, in Beziehung und in der Gesellschaft?

Rührung ist weit mehr als ein flüchtiger Gefühlsmoment – sie ist ein Hinweis auf Sinn, tiefe Verbundenheit und menschliche Resonanz. Indem wir Rührung zulassen, erkennen wir nicht nur klarer, was uns selbst wichtig ist, sondern können auch echte Verbundenheit erleben, die stereotype Einsamkeit und emotionale Distanz überwindet. Ruben beschreibt, dass Einsamkeit oft nicht aus dem Fehlen von Kontakten entsteht, sondern aus dem Mangel an qualitativen emotionalen Resonanzen. Rührungsmomente öffnen die Ich‑Grenzen, lassen uns Verbindung spüren und tragen dazu bei, dass wir uns nicht mehr allein im „Glaskasten des Lebens“ fühlen.

Auch im gesellschaftlichen Kontext hat Rührung eine integrative Kraft: Sie kann Menschen wieder näher zusammenbringen – nicht durch oberflächliche Gefühle, sondern durch geteilte Menschlichkeit und Wertverbindung. Wenn wir in alltäglichen Momenten – sei es beim Lächeln an der Kasse, beim ehrlichen Gespräch oder beim bewussten Wahrnehmen der Welt um uns herum – Rührung zulassen, stärken wir unsere Fähigkeit zu Empathie, Zusammenhalt und Resilienz.

Rührung ist somit für uns im Resilienz Training, Coaching  und im persönlichen Leben ein wesentlicher Wegweiser. Sie zeigt uns, wofür es sich zu leben lohnt, was uns mit anderen verbindet und wie wir in einer komplexen Welt zu unserem inneren Kompass zurückfinden können.

Transkript der Folge 50

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:

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Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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