Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 47

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 32Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 47 für Sie zusammengestellt.

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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.

Folge 47: Rethinking: Zielarten

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 47

Ziele begleiten uns durch den Alltag – Jahresziele, Gewohnheitsziele, Lebensziele. In dieser Podcast-Folge sprechen Sebastian und Ruben über die Ambivalenz von Zielen: Sie können Freude auslösen, aber auch Druck, Scham oder Resignation. Sebastian bringt seine Erfahrung aus dem Leistungssport ein: Ziele setzen, Ziele verfehlen, trotzdem Wert im Prozess finden. Ruben beschreibt die Mischung aus Motivation und Schmerz, die Ziele oft auslösen – besonders wenn sie nicht zu den eigenen Bedürfnissen passen. Gemeinsam erkunden die beiden, wie Ziele resilient formuliert und gelebt werden können: emotional stimmig, identitätsnah und alltagstauglich.

Warum beeinflussen Ziele unsere Resilienz?

Ziele geben Richtung und Bewegung. Freude auf die Zielerreichung aktiviert Motivation – erkennbar daran, ob „die Augen lachen“. Doch viele Ziele erzeugen Druck, besonders wenn sie fremdgesetzt sind oder als reine Weg-von-Ziele formuliert werden („Ich will nicht mehr rauchen“). Dann fehlt die Attraktivität, die Energie freisetzt.

Gleichzeitig berühren Ziele oft die Identität. Scham entsteht, wenn das eigene Selbstbild nicht zum Ziel zu passen scheint. Umgekehrt lösen bedeutungsvolle, wertebezogene Ziele – wie Rubens infinite Ausrichtung oder die lebensbejahende Atempraxis eines schwerkranken Patienten – Rührung aus. Rührung ist für Ruben ein Zeichen für Sinn: Sie zeigt, dass ein Ziel tief relevant ist. Ziele wirken also auf unsere emotionale Selbstregulation, unser Selbstbild und unser Sinnempfinden – und damit direkt auf Resilienz.
Was macht ein gutes Ziel aus – und was erschwert die Zielarbeit?

Sebastian und Ruben stellen mehrere Zielmodelle vor:

  • SMART-Ziele sind spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Sie sind nützlich für Projekte, aber oft druckvoll bei persönlichen Themen wie zum Beispiel beim Abnehmen.
  • SPEZI fokussiert Sinn, Präzision, Eigenkontrolle, zeitliche Planbarkeit und Ökologie – sie sind hilfreich, wenn Ziele zum eigenen Leben passen müssen.
  • Wohlgeformte Ziele (NLP) betonen positive Formulierung, Kontext, sinnliche Konkretheit und Evidenzkriterien: Woran merke ich, dass es gut ist?

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen finiten (zeitlich begrenzt, z. B. Gewicht) und infiniten Zielen (ohne zeitliche Begrenzung, z.B. höhere Ausrichtung). Infinite Ziele geben Orientierung, ohne ein festes Ende zu verlangen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei Emotionen, weil sie anzeigen, wie stimmig ein Ziel tatsächlich ist. Freude zeigt, dass ein Ziel anziehend wirkt und Energie freisetzt. Stolz unterstützt den Weg dorthin, denn er motiviert auch dann weiterzugehen, wenn es anstrengend wird. Ärger macht aufmerksam auf Werte, die geschützt werden wollen, und kann ein kraftvoller Antrieb sein, aktiv etwas zu verändern. Scham weist darauf hin, dass das Ziel mit dem eigenen Selbstbild kollidiert und innere Klärung braucht. Resignation wiederum zeigt, dass jemand sich nicht mehr wirksam erlebt und den Weg gar nicht erst beginnt. Emotionen sind damit Orientierungspunkte, die deutlich machen, ob ein Ziel fördert, behindert oder neu formuliert werden sollte.

Wie können Sie Ziele im Alltag resilient verfolgen?

Sebastian und Ruben zeigen, dass Ziele sich dann gut umsetzen lassen, wenn sie nicht nur gedacht, sondern auch körperlich und emotional spürbar sind. Achten Sie deshalb darauf, wie Ihr Körper reagiert, wenn Sie an Ihr Ziel denken: Leichtigkeit und leuchtende Augen sind Signale, dass das Ziel wirklich zu Ihnen passt. Bleibt diese Resonanz aus, fehlt häufig die innere Motivation.

Hilfreich ist außerdem, Evidenzkriterien festzulegen – also zu klären, woran Sie im Alltag merken, dass Sie auf dem richtigen Weg sind. Das können innere Qualitäten wie Schlaf, Energie oder Präsenz sein, nicht nur messbare Zahlen. So wird Zielerreichung konkreter und zugleich weniger druckvoll. Ein weiterer Ansatz sind kleine, regelmäßige Schritte. Sebastian beschreibt, wie Routinen – etwa eine tägliche Atemübung – mit der Zeit sogar Teil der eigenen Identität werden. Wiederholung schafft Stabilität und macht Veränderung leichter.

Auch Wenn–Dann- bzw. Wenn–Damit-Pläne unterstützen die Umsetzung. Sie verbinden eine konkrete Handlung mit dem dahinterliegenden Sinn und helfen so, im entscheidenden Moment handlungsfähig zu bleiben. Damit Sie sich nicht verzetteln, empfehlen die beiden das sogenannte Goal Shielding: ein Ziel bewusst in den Mittelpunkt stellen und andere Vorhaben vorübergehend parken. Selbst kleine körperliche Signale wie verschränkte Arme können dabei helfen, sich innerlich abzugrenzen und fokussiert zu bleiben.

Für große Sehnsuchtsziele rät Sebastian schließlich zu zweitbesten Lösungen: Alternativen, die schon heute Werterfüllung ermöglichen. So bleibt die Ausrichtung bestehen, ohne dass alles am großen Ziel hängen muss – ein wesentlicher Faktor für Resilienz im Alltag.

Wozu lohnt sich ein resilienter Umgang mit Zielen?

Ziele sollen Richtung geben, nicht knebeln.

Ein resilientes Zielsystem:

  • passt zu Ihren Werten und Ihrem Alltag,
  • erlaubt Wachstum und Selbstwirksamkeit,
  • stärkt Sinn – spürbar durch Freude, Stolz oder Rührung,
  • entlastet, weil es nicht um perfektes Erreichen geht.

Sebastian bezieht sich zum Ende auf die Wertschöpfung von Dr. Gunther Schmidt: Die „Metazufriedenheit“: zufrieden damit zu sein, nicht immer ganz zufrieden zu sein. Damit werden Ziele zu Begleitern, nicht zu Gegnern – zu etwas, das Sie bewegt, Schritt für Schritt.

Transkript der Folge 47

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:

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Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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