Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIERerhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 46 für Sie zusammengestellt.
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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.
Folge 46: Rethinking: Epistemische Resilienz

In der 46. Folge des Resilienz-Podcasts „Rethinking Resilience“ nehmen Sebastian und Ruben eine zentrale Frage in den Blick: Wie sehr hängt unsere Wahrnehmung davon ab, in welchem Zustand wir gerade sind? Beide kommen aus intensiven Trainingswochen und nutzen diese persönlichen Beispiele, um zu zeigen, wie eng körperlicher Zustand, innere Regulation und die Qualität unserer Wahrnehmung miteinander verwoben sind. Aus dieser Perspektive entfaltet sich das Thema epistemische Resilienz – die Fähigkeit, Informationen verlässlich einzuordnen, zu prüfen und bei Bedarf zu korrigieren.
Warum ist epistemische Resilienz wichtig?
Sebastian beschreibt, wie im Resilienz-Verlaufsmodell Regeneration den Boden für klare Wahrnehmung legt. Beide betonen: Unter Belastung greifen wir eher zu einfachen, schnellen Bewertungen. Ein Beispiel aus Rubens Forschung macht die Relevanz deutlich: Richter lehnen kurz vor dem Mittagessen deutlich mehr Bewährungsanträge ab – der Zustand bestimmt die Entscheidung. In Zeiten von Informationsflut, Meinungsblasen und technischen Messungen wird epistemische Resilienz damit zu einer Kernkompetenz, um Verzerrungen zu erkennen und sich nicht vom eigenen Zustand in die Irre führen zu lassen.
Was ist epistemische Resilienz?
Ruben beschreibt epistemische Resilienz als die Fähigkeit, unter Unsicherheit verlässliche Überzeugungen zu bilden und zu prüfen. Dafür braucht es epistemisches Vertrauen: Informationen müssen relevant und glaubwürdig sein.
Sebastian ergänzt die körperliche Dimension, die auch im Modell der„vier Arten individueller Resilienz“der Resilienz Akademie eingebunden ist. Interozeption – das innere Stimmigkeitserleben – ist nur dann verlässlich, wenn der Körper reguliert ist. Erfahrungen wie Sebastians frühere Quecksilberbelastung zeigen, wie stark Körperzustände Bewertungen verzerren können. Beide machen deutlich: Wahrnehmung ist immer auch „Wahrgebung“ – ein Begriff von Dr. Gunther Schmidt. Das Gehirn konstruiert Realität anhand innerer Muster. Und es ist hochgradig selbstreferenziell – wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind.
Wie lässt sich epistemische Resilienz stärken?
Zentral ist für beide ein guter Zustand. Ruben beleuchtet den Automations-Bias kritisch, wenn Menschen eher einem Schlaf-Score vertrauen als dem eigenen Körper. Biofeedback nutzt er nur, um Wirkung sichtbar zu machen – nicht, um dauerhaft externe Messung über das Körpergefühl zu stellen.
Sebastian zeigt, wie Sprache Wahrnehmung bahnt: Die Ankündigung „Jetzt tut es gleich weh“ verstärkt Schmerz – eine andere Formulierung kann das Erleben sofort verändern. Kognitiv betont Sebastian Actively open-minded thinking: die Bereitschaft, offen zu denken und anzuerkennen, dass man sich irren kann. Ruben ergänzt intellektuelle Demut und verweist auf Ehrfurcht als Emotion, die Perspektiven öffnet. Für die praktische Überprüfung nennt Ruben die SIFT-Methode: innehalten, Quelle prüfen, bessere Berichte suchen, Ursprung klären. Beide thematisieren zudem die Notwendigkeit, Ergebnisse zu kalibrieren: 100-prozentige Gewissheit ist eher ein Warnsignal als ein Qualitätsmerkmal.
Wozu dient epistemische Resilienz?
Epistemische Resilienz als Fähigkeit, in einer komplexen Welt handlungsfähig zu bleiben, ist besonders wichtig bei Entscheidungen. Sie schützt davor, sich durch Wiederholung, Meinungsblasen oder den eigenen Zustand manipulieren zu lassen. Sie ermöglicht Dialog, auch wenn Meinungen auseinandergehen. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, Bewertungen nicht als endgültig zu betrachten, sondern als Momentaufnahmen, die sich mit dem eigenen Zustand verändern können. So entsteht ein bewussteres, selbstwirksames Navigieren durch Unsicherheit. Besonders in Zeiten hoher Informationsflut wird deutlich, wie wertvoll es ist, innere wie äußere Quellen aktiv zu prüfen, statt sich vorschnell auf scheinbare Gewissheiten zu verlassen. Epistemische Resilienz schafft damit eine Haltung, die Verstehen fördert, ohne vorschnell zu vereinfachen.
Ruben fasst zusammen, dass epistemische Resilienz hilft, innere Stabilität mit Flexibilität zu verbinden. Und Sebastian schließt mit Gunter Schmidt: Ambivalenz als Königsweg – sicher sein und gleichzeitig wissen, dass man es nicht weiß.
Transkript Folge 46
Hier finden Sie das vollständige Transkript zur Folge:
↓ ANZEIGEN ↓ Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und vielleicht zum Start. Wie geht es dir und wie viel Resilienz ist gerade in deinen Zeiten vorhanden? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Es ist ja schon spät, das dürfen wir hier zugeben, am Abend, wo wir hier aufgehen, aufgeben. Aufnehmen oder aufgeben. Sehr gut, sehr gut gebahnt schon vorher. Und trotzdem ist gerade alles richtig gut. Deswegen merke ich gerade richtig, Mensch, auch das kriege ich hin. Aber auch dann denke ich mir auch immer wieder herum, aber ab morgen darfst du auch mal das machen, was du lernst. Von diesem Thema Resilienzphasen auch mal ein bisschen Regeneration reinbringen ins System und so. Ja, das mache ich dann auch. Und dann habe ich mitbekommen, darf man sagen, wie viel du mal geschafft hast hintereinander? Sag es. Du hast 17 gesagt, ne? Das ist krass. Also, da denke ich mir auch so, okay, ob ich das mal machen möchte, was auch immer das für eine Phase war, Sebastian. Auf keinen Fall. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Da sieht mein Mail-Account auch entsprechend aus, weil ich dann abends auch nichts mehr mache, außer halt meinen Spaziergang, ein bisschen meditieren und ja, regenerieren. Das war tatsächlich so, dass ich für einen guten Freund eine Fünf-Tages-Ausbildung so spontan übernommen habe. Und aus so einem, ja, recht vollgepackten Kalender. Und eigentlich hatte ich diese Pause dazwischen, aber dann auch wieder nicht. Und es gibt ja immer so zyklische Phasen im TrainerInnenleben. So zum Herbst gibt es manchmal so englische Wochen. Das wurde fast ein englischer Monat. Und da dachte ich mir dann auch nur so, ja, nee, also gut genug war dann mein Motto. Aber was für den einen gut genug ist, kann für den anderen ja auch super sein. Insofern, es kamen zumindest keine Beschwerden. Und von daher, die Gruppe war glücklich, dass das Training stattgefunden hat. Und dann hat man als Trainer natürlich auch ein paar Bonnie, die man auch ausnutzen kann. Ja, also was soll ich sagen? Dieses Thema Regeneration ist ja so eins, was auf ganz vielen Ebenen der Fall ist. Wir haben ja bei uns so ein Verlaufsmodell, was die Resilienz angeht. Und wenn Sie zu Hause gerade oder wo auch immer Sie uns hören, mal so mitgehen. Wenn man Resilienz so im Kontext von Stressproblemen und Krisen sieht und dann sagt, naja, es geht irgendwie um mentale Gesundheit im weitesten Sinne, dann ist das natürlich auch eine Frage, wenn du sagst, okay, Regeneration ist für dich wichtig, dann ist Regeneration ja kein Selbstzweck, sondern eine Art den Puffer wieder auffüllen, verarbeiten, wieder neue Impulse zu Papier bringen und ja, vielleicht dann lernen von sich selber. Und diese Schritte, die wir bei uns im Training immer wieder sehen, also dass man anfängt irgendwie davor so mit so leisen Signalen, also dieser Antizipation, dieser Moment, wo man so denkt, na, wann geht’s denn los? Und dann wird’s irgendwie mehr und dann hält man so durch. Irgendwann kommt man wirklich nur ins Abarbeiten. Und dann der Schritt in die Regeneration. Das ist, wenn ich das in Gruppen frage, meistens der Teil, der am wenigsten gesehen wird, also der auch am wenigsten, ja, wie sagt man, genommen wird. Dann kommt ja nach der Regeneration kommt ja sowas wie so ein Lernen von sich selber. So, könnte auch sagen, Rekonfiguration, also gucken, was hat gut funktioniert, was hat nicht so gut funktioniert und wie kann ich das fürs nächste Mal nutzen? Man geht vielleicht zur Supervision und so weiter und so fort. Und das Thema, was wir heute haben im Sinne der epistemischen Resilienz, ist ja in sofern auch da ein sehr Wesentliches, weil ich glaube, dass viele der Effekte, über die wir heute sprechen werden, ganz wesentlich sich verstärken, wenn wir in einem stark belasteten Zustand sind. Also unsere Wahrnehmung, die Art, wie wir die Welt in uns konstruieren, hängt ja zu einem großen Teil auch von unserem körperlichen Zustand ab. Genau. Und darum soll es heute gehen. Und da du, also ich hatte heute Regeneration, hatte zwei längere Autofahrten und dann einen guten Termin für meine Gesundheit von dreieinhalb Stunden. Deswegen, das war sehr regenerierend. Ich habe da fast nur geschlafen. Wenn du das so hörst, epistemische Resilienz, magst du das mal für dich so ein bisschen sortieren und wir anderen lauschen? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Also alles Mögliche, was mit Wissen zu tun hat. Ich habe damals epistemisches oder das Wort epistemisch kennengelernt aus der Bindungsforschung, das epistemische Vertrauen nach Peter Piner, Peter Phonegy. Und da geht es darum, dass die Informationen, die jemand liefert, auch irgendwie Hand und Fuß haben. Also dass sie auch für mich relevant sind und auch vertrauenswürdig dann in dem Sinne sind und wirklich inhaltsvoll dann sind. Und das ist für uns als Trainerinnen und Trainer und Coaches extrem wichtig, weil wir sind ja auch Wissensvermittler. Wir sind Menschen, die anderen Menschen etwas erklären. Auch hier in diesem Podcast behaupten wir, dass wir wissenschaftsbezogen sind und das erfordert aus der Seite der Zuhörenden auch ein epistemisches Vertrauen, dass die Dinge, die wir sagen, auch wirklich Hand und Fuß haben auf eine Art und Weise. Und was bei der epistemischen Resilienz wichtig ist, ist, dass ich die Fähigkeit unter Unsicherheit verlässliche Überzeugungen zu bilden, zu prüfen und bei Bedarf dann auch entsprechend zu korrigieren. Also dass ich dann auch sage, stimmt das denn eigentlich? Und die Dinge auch zu hinterfragen, weil genau was du gerade gesagt hast, wenn wir unter Stress stehen, wenn das Gehirn nicht mehr so gut auf seine kognitiven Kapazitäten zugreifen kann und das Gehirn gerade Energie sparen soll, greifen wir dann auch entsprechend auf das zurück, was einfach dann ist und was jetzt gerade einfach gut wahrnehmbar ist und dann einfach eine Grafik, die dann schön dargestellt ist und die glaube ich jetzt mal da an der Stelle. Aber bei diesem Thema Wahrheitsfindung dann auch für uns, da ist genau das wichtig und dass wir in einem guten Zustand sind, dass wir dann auch entsprechend die Dinge aufnehmen, die den größten Wahrheitsgehalt dann auch entsprechend haben. Und das finde ich total spannend bei dieser Informationsüberflutung, die wir heutzutage haben, da das richtig für sich zu sortieren und gerade in unsicheren Zeiten dann die richtigen Informationen dann auch für sich zu haben. Ja, so richtig meine ich die mit dem größten faktischen Wahrheitsgehalt dann auch. Und welche Rolle der gute Zustand das spielt. Du sagst immer, was auch immer du tust, tust aus einem guten Zustand heraus und es braucht auch einen guten Zustand, also einen Zustand in seiner Mitte mit einem sehr aktiven präfrontalen Kortex, wo ich gut auf meine kognitiven Ressourcen zugreifen kann, beim Lernen und bei der Aufnahme von Wissen und bei der Betrachtung von Informationen oder beziehungsweise von Medien, die gerade Informationen vermitteln möchten. So verstehe ich epistemische Resilienz und vor allen Dingen in der heutigen Zeit extrem wichtig. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also diese Frage mit, wie ist denn dazu dein Bauchgefühl, ist ja eine ganz wesentliche. Und jetzt haben wir ja sofort die erste Zwickmühle, weil es viele Faktoren gibt, die das Bauchgefühl verändern können. Also sowas wie Hunger oder wie irgendeine Emotion, zum Beispiel Ärger, wirken ja verändernd auf die Rückmeldungen aus unserem Körper. Das sind dann Verzerrungen oder wie auch immer. Ich selber kenne das aus einer Schwermetallvergiftung, wo ich jahrelang einfach so latent depressiv durch die Welt gelaufen bin. Ich habe gut da einen Pendant geschaffen zu und habe mich auch deswegen sehr intensiv mit Resilienz beschäftigt, weil ich einfach so einen permanenten Stressor an Bord hatte, wo ich das aber auch lange nicht verstanden habe. Also das war so Quecksilber als Zell- und Nervengift und halt in meinem Körper ein bisschen kumulierter als bei anderen. Die Hintergründe sind da gar nicht so wichtig, aber die Effekte sind in der Tat so gewesen, dass wenn das Ganze hochging von der Konzentration, meine Weltsicht immer so negativ war, wo ich dachte, wo kommt das denn her? Und das Interessante ist ja, wenn man dann von Menschen so hört, so ja, das musst du doch gar nicht so negativ sehen und das ist doch alles gar nicht so. Das klang so, ja, kognitiv habe ich das verstanden. Und so das Stimmigkeitserleben, was ich im Körper hatte, war einfach nicht da. Und das ist halt so das Thema zum Beispiel für Quecksilber. Ein guter Freund von mir, der hat ein ähnliches Thema und der hat das über sozusagen dann anderen, wie sagt man, andere neuronale Verschaltungen in sich, auch dann eine Fehlschaltung, wo er jetzt über bestimmte Medikamente gerade diese Effekte der Fehlschaltung, dieses Grundarousal und einhergehend echt die ganze Zeit nicht so richtig lebensbejahende Gedanken jetzt runtergedämpft hat, sagt, ich bin ein anderer Mensch. Und deswegen finde ich gerade den Fokus auf den Körper zu haben, gerade auch wenn ich in die interne Evidenz, also in mein inneres Stimmigkeitserleben zu irgendwelchen Bewertungen von Informationen gehe, finde ich so wichtig. Also man könnte sagen, ein Teil der epistemischen Resilienz ist die körperliche Resilienz. Weil natürlich auch, wenn mein Zustand zu gut ist, also zu positiv, ich aus, weiß ich nicht, einer Euphorie heraus Dinge bewerte, ist das auch wieder nicht gut, weil es immer quasi verschoben ist, das Bewertungskriterium. Und ich glaube, dass, wenn wir heute mal über die verschiedenen Filter und Faktoren sprechen, die zu Verzerrungen führen, man sich schon fragen kann, okay, in welchem Zustand bewerte ich zum Beispiel lebensrelevante Fragen zum Beispiel Wahllebenspartner, Lebenspartnerin, zum Beispiel Autokauf, Hauskauf, also wirklich große Dinge mit Auswirkungen, die halt durchaus auch ein paar Jahre in die Zukunft gehen. Und deswegen, ja, lasst uns da gerne reinsteigen in die verschiedenen Filtermechanismen oder auch in die verschiedenen Manipulationsmechanismen. Das ist unser Ziel ja heute auch, uns ein bisschen, also in all der Manipulation, der wir ausgesetzt sind, ein bisschen wacher zu machen, ohne die Aluhüte jetzt aufzuziehen und so weiter. Ja, und Politik lassen wir auch raus, weil, naja, das ist halt einfach ein Geschäft, was ein Geschäft ist. Und das muss man, wenn man das ein bisschen versteht, dann ist das alles gut. Aber lass uns am Vertrauen, am Vertrauen des Wissens, lass uns daran arbeiten und wie man da, wie soll ich sagen, selbstwirksam mit umgehen kann. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Was sagt denn mein Schlafqualitäts-Score von meinem Aura-Ring? Und das finde ich total spannend, dass wir auch da, was diesen Informationsfluss angeht, dann immer mehr auf die Technik dann schauen. Das ist ja dieser Automations-Bias, den wir dann haben, wenn es von irgendeiner Maschine kommt. Dann muss es ja irgendwie wahr sein, weil er ja auch irgendwelche objektiven Daten misst, aber dann im eigenen Körper, der eigenen Körpersignale, diesen analogen Weg dann zu folgen, machen viele dann auch nicht. Ich arbeite ja selber im Seminar, wenn ich mit Atemtechniken arbeite, mit Biofeedback. Aber ich mache das nur, um von diesen Atemtechniken zu überzeugen, dass ich ein Proof of Concept habe, dass ich dann zeige, schaut mal, die Atmung wirkt sich direkt auf die Physiologie aus, das Herz zeigt das direkt. Sage ich dann aber und ab heute, messt immer eure Herzratenvariabilität, damit ihr immer genau wisst, wie es gerade um eure Resilienzfähigkeit steht. Nee, das mache ich nicht, weil ich will ja auch, dass wir ein Vertrauen auf die Körpersignale entwickeln. Und bin ich gerade gut regeneriert? Bin ich gerade in einem guten Zustand? Und ich muss es mir nicht gerade von einer App dann in dem Moment sagen müssen. Deswegen, das finde ich gerade total spannend und wichtig, was du sagst. Als wir ja auf dem Resilienz-Symposium waren, war ja auch ein Schlafforscher, der zu Insomnia geforscht hat und der auch gesagt hat, dass diese ganze Beschäftigung und diese Obsession mit Schlaftracking und so weiter sich ja auch schlecht auf die Schlafqualität dann auch auswirkt, weil ich so sehr auf die Maschine vertraue, nicht so auf mich selber vertraue. Und wenn du fragst Leute, die gut schlafen können, wie machst du das, dass du gut schlafen kannst? Dann sagen die, ich mache die Augen zu und schlafe ein. Also einfach, ich gehe einfach in den Körper rein. So, das ist Nummer eins. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Naja. Und Obsession ist eine Leidenschaft. Ja, genau. Leidenschaft, die Leidenschaft, so. Also dieses Thema Schlaf ist ja auch so eins meiner Lieblingsthemen. Wir hatten ja jetzt gerade auch im aktuellen Resilienzletter auch dieses Thema, warum wache ich nachts so halb drei, drei auf und so weiter. Für mich ist da immer dieses Thema ein permanent beobachtetes System, ist nicht so fähig, wieder in die Selbstregulation zu kommen. Und das gilt für uns Menschen halt am meisten. Wenn ich mal meinen Schlaf beobachte, dann mache ich das mal und ich verändere nicht gleich fünf Parameter, sondern ich verändere ein Parameter, gucke ein paar Tage, wie sich das auswirkt. Aber eher im Sinne eines Ich lasse es gelingen, anstatt dass ich aktiv gucke abends, wie gut schlafe ich ein und schlafe ich jetzt wirklich ein? Und je mehr ich da im Kopf bin, je mehr ich da kognitiv mich darauf fokussiere und am besten hypnotherapeutisch unkorrekt so Oh, jetzt bin ich immer noch wach. Warum schlafe ich nicht ein? Warum? Warum bin ich noch wach? Wann schlafe ich denn? Wann bin ich wach, wach, wach? Und dann bist du halt auch wach und deswegen immer auch die Frage, wenn man sagt Erleben wird immer durch die Fokussierung von Aufmerksamkeit erzeugt. Wie erzeuge ich eigentlich meine Aufmerksamkeit? Und einen Filter hast du gerade schon gesagt. Also dieses Thema Beobachtung, Aufmerksamkeit, Fokussierung. Das kennt jeder Mensch von sich selber. Gerade wenn man beim Arzt sitzt und die Ärzte sagen Achtung, jetzt tut es gleich ein bisschen weh. Da hat man gesehen, dass allein diese Aussage im Gehirn Schmerznetzwerke bahnt und der subjektiv empfundene Schmerz stärker ist. Die Ärzte, die einen dann ablenken, sagen Hey, gucken Sie mal hin, wir finden das Bild rein. Da wird der subjektiv empfundene Schmerz als geringer eingeschätzt. Und wenn man dann fragt, wie unangenehm ist es, so eine Nadel in den Arm zu kriegen, zum Beispiel beim Blutabnehmen, dann werden diese beiden Menschen unterschiedliche Aussagen treffen. Und da ist natürlich dann die Frage, wer von beiden hat recht? Und es sind irgendwie beide. Es ist halt nur die Frage, wie bewerten Sie diesen Prozess und welche Faktoren tragen zur Bewertung halt bei? Ich habe meiner, das nur noch so als kleine Nebengeschichte. Ich habe irgendwann mal, als ich bei der Zahnreinigung war, der lieben Heike, ich habe da sogar mal ein Zertifikat ausgestellt, Zahnfee, weil ich dachte, herrlich, ich fahre da immer eine Stunde hin. Also es gibt in Göttingen auch gute Zahnärzte, aber ich kenne den lieben Stefan, kenne ich von damals noch, also aus dem Studium. Top Typ, fantastische Frau und Heike ist, was das angeht, sensationell. Und die meckert auch nicht, wenn ich mal irgendwie vorher ein Salami-Brot gegessen habe. Dann sagt sie, hier putzt ja noch mal die Zähne so und dann kann ich da auch besser sauber machen. Naja, auf jeden Fall ist sie dann so, dass sie gesagt hat, Achtung, jetzt schmeckt es, wenn alles fertig ist und das noch mal so drauf, irgendwie so eine, was auch immer sie da drauf macht, sagt sie, jetzt schmeckt es noch mal ein bisschen, also nicht so gut, aber ich sage Stopp. Sag bitte noch mal. Und jetzt entdeckst du, wie Gesundheit, wie Zahngesundheit schmeckt. Guckt sie mich an, sagt sie, das klingt gut. Und ich sage, ja, mach mal. Dann sagte sie, und jetzt entdeckst du, wie Zahngesundheit schmeckt. Und machte das so drauf. Und ich dachte nur so, krass, das wirkt selbst, wenn man es weiß. Ja, und da kann ich nur sagen, dieses Erleben, das Subjektive hängt von so vielen Faktoren ab, dass es rührend ist, überhaupt zu sagen, etwas ist so. Sondern wir sollten viel mehr einfach immer sagen, ich sehe es so und dann neugierig sein, wie es andere sehen. Und natürlich auch die inneren Wahrheitsfindungsprozesse auch immer mit einem gehörigen Maß an Skepsis, nicht Gewissheit nehmend, sondern Optionen vermehrend. Halt entsprechend in Frage stellen, weil man natürlich sich halt fragen kann, was ist überhaupt dann wahr? Man braucht ja irgendwie so ein Arbeitsmodell von der Welt, um überhaupt durch die Welt gehen zu können. Aber auch da gibt es ja verschiedene Prozesse. Und da würde ich jetzt gerne noch mit dir weiter einsteigen. Was ist da an Verzerrungen oder Biases noch so gibt? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ah, das Wissen muss irgendwie richtig sein. Und es klingt irgendwie plausibler, wenn das so ist. Und genau diese Sätze auch, diese magischen von eine Harvard-Studie hat gezeigt oder eine britische Studie hat gezeigt oder. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Zum Beispiel bei dieser Thematik, die du vorhin genannt hast, ein Bauchgefühl und so weiter. Es gibt eine israelische Studie zum Thema. Ich habe zum Thema, wie wirken sich unterschiedliche Tageszeiten darauf aus, wie ein Richter entscheidet, ob einen Antrag auf Bewährung angenommen wird oder abgelehnt wird. So, also es werden Anträge auf Bewährung beim Gericht eingereicht und dann hat man festgestellt, dass je nach Tageszeit die Annahme entweder steigt oder sinkt. Was glaubst du, wann die Annahme, sprich von Approved, das machen wir so, ja, kriegst, kriegst die Bewährung. Wann wurde die am wenigsten angenommen? Was glaubst du, welche Tageszeit? [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Die Gefühle entstehen, wie unser Zustand und vor allen Dingen auch dieses Thema Affekt, weil gerade von innen, von von unten nach oben eine Zusammenfassung des des inneren Zustands gerade ankommt. Ja, und in diesem Kontext dann ein anderer Filter auf unsere auf unsere Wahrnehmung bringt oder Wahrgebung bringt und dadurch entsprechend eventuell so was entsteht, wie bei dem habe ich ein schlechtes Bauchgefühl. Bei dem sage ich lieber mal Nein. Und wie das wie fatal das in der Juristerei dann auch entsprechend und in der Rechtsprechung ist und so weiter. Also genau diese diese diese Filter auch zu reflektieren. Und das ist genau die Thematik oder eine eine gute Art und Weise, um diese aufzulösen. Beispielsweise ein anderer Wahrnehmungsfehler, der fundamentale Attributionsfehler. Also wenn du von eine Eigenschaft auf eine auf eine Allgemeinheit schließt oder von einer Verhaltensweise auf die allgemeine Person schließt. Ich kann den auflösen oder eher auflösen, wenn mir der bewusst wird, wenn mir bewusst wird, es gibt so was. Es gibt diese Wahrnehmungsfehler und diese dann auch entsprechend zu reflektieren. Also diese Selbstreflektion in der Wahrnehmung ist schon eine sehr, sehr gute Art und Weise, um diese Wahrnehmungs Verzerrungen zu reduzieren. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also je mehr ich mich mit diesen Themen auseinandersetze, desto in Anführungsstrichen demütiger werde ich ja auch. Also dieses Thema vom Konstruktivismus, dass ich mir die Welt erzeuge. Allein da würde ich mir manchmal in Talkshows wünschen, dass man bei den Menschen, die da sitzen, einfach so ein kleines, so ein kleines, muss ja kein Halsband sein, aber ums Handgelenk oder ums Fußgelenk. Und immer, wenn sie sagen, das ist so, kleinen Stromschlag. Und immer, wenn sie gleich gerade wieder beim Lügen erwischt werden, was ja leider auch permanent der Fall ist, dann auch gleich ein Stromschlag. Dass man genau dieses Verhalten mal aus diesen Talkshows rauskriegt. Weil eigentlich gucke ich gerne Talkshows. Es ist für mich aber unerträglich, und das ist ja auch so ein anderer Effekt, wenn falsche Dinge einfach immer wieder wiederholt werden. Und diese Wahrheitsillusion, also für das Gehirn werden ja leider Dinge, die es ganz oft hört, irgendwann wahr. Und wenn einem das bewusst ist oder da mir das bewusst ist bei vielen Dingen, denke ich immer wieder so, nein, es ist schon wieder falsch. Und da merke ich, wie mein mentales Immunsystem in so eine Reaktion kommt, wo ich einfach eine Zwickmühle habe. Und also so leid es mir tut, manche Menschen, die ich in Talkshows sehe, die kriegen sofort den Stempel, wo ich so denke, ja, bei dem musst du aufpassen. Der hat schon so viel Schrott erzählt. Also auch nachweislich. Also wo eine einfache Internetrecherche eigentlich schon reicht, wo du denkst, nee, das ist einfach, nein, das ist einfach falsch. Und dann hast du halt dieses Vertrauen. Und für mich ist das tatsächlich eine epistemische Resilienz, mit der Ambivalenz umzugehen. Also zu sagen, ja, das könnte der Fall sein. Und ich bin völlig anderer Meinung. Und es könnte der Fall sein, weil ich glaube, dass auch jede Form von extremer Meinung, also extrem ja, extrem nein. Und eins von beiden wird halt dann als Verschwörungstheorie diskreditiert, was ich auch nicht so günstig finde, weil im Endeffekt im Diskurs, in der Ambivalenz, da entsteht ja Begegnung und nicht, ich gehe auf die eine Seite der Mauer, du auf die andere und dann weiß man, wo die Achse des Bösen verläuft. Eine Seite ist schlecht, eine Seite ist gut. Das halte ich ja nicht für sinnvoll. Sondern diskursfähig zu bleiben heißt, die Bandbreite erleben zu können und sehr klar auf diese ganzen Mechanismen auch einzugehen und nicht in die Gefahr zu kommen, das selber auch zu wiederholen. Weil da muss man die Demut aus meiner Sicht dann auch leben im Sinne der Resilienz, um dann auch zu einer guten gemeinschaftlichen Meinung zu kommen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Das ist auch immer eine ganz gute Sache. Ich will jetzt nicht mein eigenes Zitat versauen. Ja, weil dem kann man jetzt wirklich… [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ich glaube, ich habe es schon einmal in einer Folge erwähnt. Ja, wenn wir zum Beispiel dieses Thema visuelle Wahrnehmung nehmen, der visuelle Kortex hinten am Kopf oder hinten sozusagen im Gehirn. Wenn mir die Augen schließen, zu wie viel Prozent ist der an? Viele denken ja nicht so viel. Wir haben ja die Augen zu. Dann wird ja nicht so. Da wird ja da drin nicht so viel gemacht. Aber es sind tatsächlich 90 Prozent. Wenn wir die Augen aufmachen, sind es 94 Prozent. Der Unterschied zwischen Augen zu und Augen auf sind 4 Prozent. Also das Gehirn spricht so viel mehr mit sich selbst, als dass es mit der Außenwelt spricht. Ja, es ist extrem, extrem selbstreferenziell, was da drin passiert. Also wir nehmen oder wir sehen nicht die Welt, wie sie ist. Wir sehen die Welt, wie wir sind sozusagen oder was da in dem Gehirn passiert. Ich finde es auch bei dem Thema Wahrnehmung von anderen Menschen total spannend. Also wenn ich dich angucke, Sebastian, gehen meine Sebastian-Areale an in meinem Gehirn, also meine Fremdareale, aber gleichzeitig auch meine Rubenareale, ja, also meine Selbstareale. Ich kann nicht über dich nachdenken, ohne über mich selber nachzudenken. Also sind alle möglichen Feedbacks, die ich dir gebe, auch irgendwie eine Art von selbstbiografischer Darstellung, die ich dann gebe. Also es hat sehr, sehr, sehr viel auch mit mir zu tun. Und das muss man auch immer wieder, finde ich, da in Bezug nehmen, wie viel das mit mir zu tun hat, was ich da gerade sehe und dann wahrgebe und so weiter, auch aus einer Sicht des Hirns. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Verstehbarkeit hat ja auch, wie du vorhin schon gesagt hast, ganz viel mit dem präfrontale Cortex zu tun. Das heißt, ich baue mir Logiken im Gehirn und die epistemische Resilienz, so wie ich sie verstehe, ist noch mal wie so eine Art Prüfschleife für meine Verstehbarkeit. Also das Gehirn verzerrt ja gerne, das Gehirn tilgt, das Gehirn bildet auch so was wie komplexe Äquivalenzen. Also weil morgen Regen ist, wird ja deutlich, ich habe heute nicht aufgegessen. So also Dinge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Irgendwelche Synchronizitäten mal ganz davon abgesehen, also Dinge, die dann halt so gleichzeitig passieren und dann so zu Aberglauben führen, sagen, oh, man trifft halt eine Entscheidung und dann kommt ein Blitz, sagen, oh, der Himmel hat gesprochen, so. Diese Verstehbarkeit, die man mit der Frage, warum und dann „, weil…“. Das fand ich auch spannend, ist ja auch mehrfach bewiesen, dass zum Beispiel bei der Bahn ist ja lange immer so, ja, wir haben so und so viel Verspätung. Und irgendwann fing die Bahn dann an zu sagen, der Grund dafür sind, und dann hast du so vier, fünf zur Auswahl Personen im Gleis oder Bauarbeiten, ein vorausfahrender Zug, wo ich denke, ach, das finde ich mal super. Ja, wo man denkt, nein, mach keinen Quatsch. Die sind tatsächlich aufs Konzept gekommen, dass mehr als ein Zug auf einer Strecke unterwegs sein, also so fand ich, finde ich, also es fasziniert mich. Naja, also so und dann noch so zwei, drei andere. Und tatsächlich ist es so, dass wenn du es verstehst, dieses der Grund dafür sind: „…, weil…“ gibt eine Form von Beruhigung, also grundlegender Beruhigung, weil ich für Verstehbarkeit sorge. Das muss man wissen, weil immer wenn einem Menschen ein Weil anbieten, da werde ich, kriege ich große Ohren und höre genau hin. So, wenn man jetzt einsteigt in die epistemische Resilienz, dann ist natürlich das Thema Denken wichtig, also ein aktives, ein offenes, also auch erst mal so ein unvoreingenommen geht nicht, aber halt ein reflektierendes, möglichst wenig gebahntes Wissen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also gut genug ist keine Messgröße, die irgendwo hinterlegt ist, sondern für das, was wir gerade machen, ist das gerade gut genug? Kann ich offen denken? Habe ich sozusagen auch von meiner Haltung her eine Offenheit, die mein Denken entsprechend bestimmt? Und natürlich auch die Frage, kann ich mich auch irren? Also gehe ich in eine Diskussion rein mit der Prämisse auch so, dass ich sage, ja, und ich könnte auch falsch liegen. Und ich habe ganz gute Argumente dafür und mal gucken, was wird so. Das, glaube ich, ist ein ganz wesentlicher Punkt. Und das ist so dieser erste Baustein. Wenn du das so hörst, hast du irgendwie auch eine Übung oder hast du irgendeinen Impuls dazu? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Das zweite Element würde ich dann direkt schon darauf eingehen. Den zweiten Baustein, das Thema der Haltung, so eine intellektuelle Demut, die ich da habe. Bisschen vorläufig sehen, eine Bereitschaft, die Dinge wirklich zu revisieren. Respekt vor anderen Sichtweisen, haben und ja, das Thema Demut finde ich da ganz, ganz wichtig. Und jetzt will ich da auch entsprechend auf das Thema der emotionalen Resilienz dann auch hier wieder kommen und welche Emotionen da eine Rolle spielen, weil ich habe eine Studie gelesen zur Kategorisierung angenehmer Emotionen. Und dann gibt es bei den angenehmen Emotionen so eine Wollen-Kategorie. Ja, also dass ich dann ist da so ein Stolz und und Freude. Ja, da geht es eher um Genuss und Wachstum. Und dann bei den selbst transzendenten Emotionen. Darüber haben wir auch schon mal gesprochen. Ja, also da, wo das Ego kleiner wird und ich über mein eigenes Ich hinauswachse. Da gibt es noch mal eine Unterscheidung, in welche, wo es eher um das Thema Zugehörigkeit geht, also einen Zugehörigkeitszustand und einen epistemischen Zustand stand da drin. Ein Epistemic State und eine Emotion, eine selbst Transzendente führt zu diesem Epistemic State, also im Sinne von, dass ich mein Wissen neu strukturieren darf. Und das ist Ehrfurcht, das ist das Staunen, das ist Oh, ja, also dieses Thema auf etwas blicken im Sinne von Wow, unglaublich. Und weil es so unglaublich ist, darf ich jetzt meine, mein Modell der Welt anpassen an dieses Neue. Deswegen wird auch Ehrfurcht als die Wissenschafts Emotionen schlechthin bezeichnet, also im Sinne von ein Kopernikus, als er in den Himmel geblickt hat, muss erkannt haben. Wir können nicht der Mittelpunkt des Universums sein. Das muss viel größer sein und so weiter. Und ein Einstein in Galileo und wie sie nicht alle heißen. Dieser Blick in den Himmel, der uns denken lässt. Da ist was Weiteres, da ist was Größeres. Und das will ich irgendwie verstehen. Ja, und dieses Wunder in der Natur sehen und da reinblicken und dahinter blicken. Also es geht auch wirklich um dieses Thema Perspektiv Erweiterung, Horizont Erweiterung bei Ehrfurcht und wer das für sich trainiert. Ehrfurcht ganz bewusst, beispielsweise durch Übungen wie den All Walk, also den Erfurchts Spaziergang in die Natur gehen und mit einer offenen Haltung, mit einem offenen Geist durch die Natur gehen und dort die Wunder dieser Welt sehen und mal dahinter blicken. Versuchen das zu verstehen, die eigene Perspektive zu erweitern. Das ist wirklich eine ganz, ganz spannende Sache. Und deswegen ist auch Ehrfurcht die Emotion, die uns am stärksten öffnet für neue Dinge und auch Kreativität fördert. Also das sogenannte Divergente Denken, also das Denken in, da gibt es mehrere Wege nach rum, also mehrere Wege zur Lösung. Und dann kann ich umdenken und da denken und dahin denken und dahin denken. Und das finde ich hier bei, wenn ich diese Bausteine betrachte, auch total spannend. Es geht um eine intellektuelle Demut und diese erreiche ich tatsächlich vor allen Dingen durch. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] So die Problematik aus meiner Sicht erwächst dann, wenn ich mich zu sehr mit der Thematik oder mit meiner Meinung identifiziere, weil dann ist jedes gegen meine Meinung sofort ein Angriff gegen mich. Also es geht sofort an meinen Selbstwert. So weswegen auch der Grund ist, das ist dann, sage ich mal, die sanfte Variante, aber nicht weniger unaufwendig. Leute, die in Talkshows gehen, sollten vorher mal ein Selbstwerttraining machen. Ja, weil ganz ehrlich, also ist auch, na ja, ich sitze, ich weiß noch, ich sitze irgendwann bei Lanz und dann haben wir diese ganzen Materialien für uns ausgebreitet. Ach, und ich hätte große Freude dabei, ein paar Leuten, mal so einen kleinen. Also ach, na ja, egal. Ich hätte viel zu tun. Die Zwickmühle, die ja immer dabei ist, und das hat Dr. Dr. Damir Del Monte mal so schön gesagt, dass zum Beispiel Wissenschaft niemals mit der Gewissheit operieren kann, wie sie es auch in den letzten Jahren gemacht hat, sondern er sagte mal so schön, na ja, Wissenschaft ist eigentlich fest auf dem Boden der Tatsachen stehen und beständig unter sich zu graben und sich immer wieder in Frage zu stellen und weg von den Wahrheiten hin zu Wahrscheinlichkeiten. Und ich kann auch Milton Erickson nur hier wieder wiederholen. Der hat ja so als eine seiner Standardantworten so dieses Ich weiß es nicht und ich bin neugierig, es herauszufinden. Natürlich haben wir Hypothesen. Bitte. Ja, aber die Demut, die Demut, habe ich es gesagt, Demut. Ruben, was ist wichtig? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Da habe ich anscheinend in dem Moment Mist erzählt. Also ich hätte ja auch vor dem Politiker den meisten Respekt, der sagen würde Ja, da habe ich gelogen. So, das war falsch. Und da war ich völlig daneben. Es tut mir echt leid. Das kommt dann immer so pseudomäßig, ja, so über Passivkonstruktionen. Und ja, man war sich da nicht sicher, wo ich hinlege. Wer ist der Mann? Sag doch mal ich. Und das finde ich halt auch so schwierig, weil im Sinne des Vertrauens wäre das aus meiner Sicht viel, viel besser. Naja, okay. Dritter Baustein. Was ist der dritte Baustein? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Nö, das war alles falsch. Ich zeige es euch nochmal, wie es richtig ist. Habe ich extrem Respekt vor, extrem Respekt vor. Deswegen auch für sich so Checks zu machen. Sind die Dinge denn auch richtig? Als ich damals in meiner Zeit als Leiter der Forschungsabteilung Recherchen gemacht habe, fand ich es auch immer wieder spannend, in Büchern zu lesen. Das sind Quellen. Dann gucke ich in die Quellen und dann steht das da gar nicht drin. Ja, was da, was da in dem Sinne behauptet wurde. Deswegen diese einfach mal wirklich auch reinzugucken und mal mit einer gesunden Skepsis, ganz wichtig. Es gibt zum Beispiel so eine vier Schritte Kurzcheck, die SIFT-Methode, das ist ein Akronym wieder. Stop ist das erste, ein kleines Innerhalten. Hey, stopp mal. Okay, jetzt hier Zeit für Reflektion. Investigate the source, Quelle überprüfen. Also wirklich mal in die Quelle dann auch entsprechend reingucken. Zum Beispiel genau diese Thematik, was ihr so schön gemacht habt. Du und Becci, also Rebecca van der Linde. Zwischen Reiz und Reaktion. Das Zitat, was immer wieder Viktor Frankl zugeschrieben wurde. Also wirklich mal die Quellen erforschen dann davon. Wo kommt es denn wirklich her? Und das macht ihr ja wirklich mit ganz vielen Zitaten. Es hat ja auch mit Wertschätzung zu tun, einer Quelle. Ja, aber auch, wo kommt es her? Wer hat es gesagt? Was wurde da überhaupt dann auch untersucht? Du, es war echt. Also ich hatte mal so ein bisschen so ein Spleen bei mir, so was Verrücktes bei mir, wo mein Erzfeind faktastisch war. Ja, kennst du die Seite Faktastisch? Ja, die dann irgendwelche Verhaftungen dann dahin gebracht haben. Und dann stand das da und dann wurde das halt schön aufbereitet. Und dann haben halt auch alle gesagt Ja, also genau diese Thematik Unordentliche Menschen sind intelligenter. Ja, steht dann da. Und dann guckst du dann dahin, guckst du dann auch in dem Sinne in die Studie rein und dann steht da nur, dass sozusagen ein unordentlicher Schreibtisch mit divergentes Denken zusammenhängt. Also auch mit diesem kreativen Denken und so weiter. Da ging es viel mehr um das Thema Kreativität, als dass es um jetzt Intelligenz und IQ und so weiter geht. Und ein Hobby von mir war’s. Ich sage jetzt nicht, wo ich war und recherchiert habe, aber es war auf jeden Fall sehr gemütlich. Und auf meinem Handy schnelle Recherche die Quelle mir angeguckt, wo das stehen könnte, weil da stand ja einfach nur Studie hat gesagt. Und dann habe ich mal als Kommentar darunter gepostet, was da wirklich drin steht. Ja, und ja, habe mich bei manchen beliebt gemacht, bei anderen nicht, weil es denen egal war. Und das ist aber schade, dass es den Leuten egal war. Also hier zweites „investigate the source“, also mal die Quelle und überprüfen dann „find better coverage“ – also andere Berichte sich mal angucken. Was könnte es noch geben? Was könnte noch irgendwo stehen? Und dann, ja, das ist da auch noch mal sozusagen. Das habe ich jetzt eigentlich schon in dem Sinne benannt, dass das letzte ist „T-Trace the origin“, also die Ursprungsquelle, dann auch entsprechend herausfinden. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Aber ich glaube, auch da ist wieder die Haltung wichtig, dass man so sagt, okay, also nur, weil ich keine Gegenquelle finde, gibt mir das ja nicht die Gewissheit, dass es keine gibt. Und ich glaube, das ist auch und das schwingt natürlich jetzt auch über in den KI-Bereich, weil natürlich die KI auch sehr, ja, auch sehr viele Biases und viele Probleme oder viele andere Thematiken halt mit sich bringt, die ja in gewisser Art und Weise dann vielleicht die Gegenquellen halt nur dann bringt, wenn ich auch danach frage. Also das ist halt auch so ein Thema oder irgendwelche Halluzinationen dann Quellen bringen, wo du denkst, nee, das ist ja gerade Schwachsinn. Wie kommst du denn hier drauf? Also man muss es sich wirklich schon angucken. Und das geht ja gut in den nächsten, nächsten Baustein über, nämlich die Frage, wie ist, wie gehe ich mit Widerspruch um? Und ist das irgendwie eher negativ oder stehe ich auf dem Bestätigungsfehler? So, wenn ich auf dem Bestätigungsfehler sozusagen dem aufgesessen bin, dann geht es ja meistens darum, ich höre nur das, was meine Sichtweise bestätigt. Das ist ja dieses Bubble-Phänomen, was man auch bei Facebook zum ersten Mal gesehen hat, dass die Leute engagierter bleiben in einem sozialen Netzwerk, wenn sie in einer bestimmten, in einem bestimmten Verhältnis die Dinge, die ihrer Weltsicht entsprechen zu denen, die ihr Widersprechen bekommen. Also ab und zu mal Widerspruch ist gut, aber nur Widerspruch führt eher zum Abbruch, wo man sagt Ja, hier bin ich nicht zu Hause, hier werde ich nicht verstanden. Also diese dieses Bubble-Phänomen gehört dazu. Gleichzeitig hat das natürlich aber auch immer mit der Frage zu tun Okay, wie kann ich eigentlich diesen Bestätigungsfehler auch ausschalten? Und da gibt es ja zum Beispiel bei der KI so auch so Kritiker-Modus oder so ein Modus, wo ich sage Hier, bitte, ich will nicht, wenn ich frage Hey, wie finde ich in Hamburg irgendwie ein nettes Restaurant? Sagen Oh, das ist eine super wichtige Frage und wow, das ist ja Nee, das ist einfach nur Ich missbrauche dich einfach gerade für Ich will einfach nur in Hamburg ein Restaurant finden. Das ist so was, wo ich glaube, wir auch mit der KI noch viel lernen können. Aber natürlich auch mit der organischen Intelligenz von unserem Umfeld. Also zu sagen Ja, ich kann nicht hören. Und was wäre, wenn es da eine andere Meinung gäbe? Weil natürlich die andere Meinung schnell mal auf Beziehungsebene gehört wird und man da auch schon gleich wieder merkt Wie ist der Selbstwert? Ist der Selbstwert intakt? Kann ich auch mal widersprechen? Ist der Selbstwert nicht intakt? Dann wird das mal gleich auf Beziehungsebene gehört. Dann Ja, wie kommt es denn jetzt darauf? Und dann gibt es so diese klassischen Abwehrmechanismen und man zementiert eigentlich beim Gegenüber noch weiter das, was man nicht haben möchte. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ja, und immer mit Quellen hinterlegt und bloß nicht halluzinieren, weil was entsprechende auch Untersuchungen gezeigt haben, ist, dass bis zu 40 Prozent der Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und so weiter und so fort sind erfunden, sind halluziniert und werden dennoch als Fakten präsentiert. Und das ist echt fatal. Und deswegen vielleicht sich auch was, wenn man selber eine Wissensdatenbank aufbaut, sich einem Verfahren zu bedienen. Das nennt sich kurz RAG, also R-A-G, Retrieval Augmented Generation. Das ist eine Wissensdatenbank, wo du das Sprachmodell darauf trainierst oder das so arbeitet, dass es nur auf die Quellen zugreift, die du dort hinterlegt hast. Also ich kann da jetzt zum Beispiel jetzt alle Bücher von Sebastian Mauritz dahinter legen und dann antwortet mir die KI nur auf Grundlage der Dinge, die Sebastian Mauritz in seinen Büchern geschrieben hat. Ja, und das ist dann auch in dem Sinne ein höheres Vertrauen. Da ist die Halluzinationskompetenz von den Sprachmodellen dann nicht so wirklich der Fall. Also da wirklich ein achtsamer Umgang mit den Sprachmodellen, weil wirklich nicht alles drinsteht. Und auch entsprechend bei der Recherche. Zum Beispiel gibt es Apps wie Konsensus.app. Das ist wirklich wunderbar für eine wissenschaftliche Recherche. Und das ist genau das, was die Programmierer dieser App als Idee hatten, weil zum Beispiel es ist auch bei Google ein Bias drin. Wenn ich wenn ich Google, dann wird das ganz oben angezeigt, wo die meisten Apps bezahlt wurden oder was die höchste Relevanz hat, also was am höchsten geklickt wird und so weiter. Da gibt es einfach ein Bias, also auch eine Verzerrung, die von Google ausgeht. Also allein wenn man googelt, dass da eine Verzerrung angeht, was die Wissensdarstellung angeht und Konsensus hat es sich zur Aufgabe gemacht, wenn eine Frage reingestellt wird bei Konsensus, zum Beispiel ist Omega-3 gesund so, dann antwortet dir das auf Basis des Konsensus oder des Konsensus der Wissenschaft. Also was sagen die allermeisten Studien zu dieser Frage und gibt dir dann eine entsprechende Antwort und hinterlegt dir die entsprechende Studie und dann kannst du in der Studie auch noch mal nachschauen, ob das dann auch wirklich da steht. Und das finde ich in der Arbeit extrem wichtig und extrem gut, das zu machen. Und die Arbeit mit KI macht es uns heutzutage auch einfacher, in die Studien zu gehen, weil damals zum Beispiel wurde ich immer wieder gefragt, gibt es Studien dazu, gibt es Studien dazu? Da war es meine Aufgabe, das zu recherchieren. Und heute kann man das total gut ersetzen mit Applikationen wie Konsensus und das finde ich echt gut. Also hier mal ein praktischer Tipp sozusagen im Umgang mit KI und wissenschaftlicher Recherche. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] 100 Prozent macht mich skeptisch. Das ist auch, wenn Bewertungen zu gut sind, auch, weiß ich nicht, kommt immer ein bisschen darauf an, aber so und so viele Fünf-Sterne-Bewertungen, dann guckst du an, wie die die Fünf-Sterne-Bewertungen machen und dann kriegst du halt, wenn du Fünf-Sterne machst, kriegst du noch was obendrauf, wo ich so denke, ja, da würde ich auch Fünf-Sterne machen. Also schon clever, aber auch da sozusagen einfach so eine gute Form von kritischem Ergebnis und draufzuschauen und sagen, ja, also auch 20 Prozent könnten auch daneben liegen, helfen, in der Ambivalenz trotzdem eine Sicherheit zu haben. Und dieses Thema Struktur und ja auch Nicht-Struktur gut zu verbinden. Und ich glaube, da müssen wir viel mehr hinkommen, dass wir in Wahrscheinlichkeiten denken und von Auswirkungen von diesen Wahrscheinlichkeiten dann unsere Entscheidungen abhängig machen. Ja, und so viel mal zur epistemischen Resilienz, diese Bausteine, dazu auch extra demnächst noch mal einen Artikel, wo wir die wichtigsten Sachen zusammenfassen. Und ich finde das, wie gesagt, ganz wichtig, nicht nur für die Talkshows. Lieber Markus Lanz, wenn Sie mich einladen, ich komme gerne. Und zum Glück gibt es diese Dinge, die ich angesprochen habe, für Hunde ja schon. Das fände ich sehr witzig mal, weil es ist so leicht, also währenddessen so ein Fact-Checking. Ach, das ist, wenn der Erste schreit, weil sein Halsband am Fuß, am Arm oder warum nicht auch am Hals dann britzelt, dann weißt du, die Gesprächskultur verändert sich und die Demut, die Demut, die kommt rein. Natürlich, also bitte, man könnte das auch mit einem Kitzeln machen oder so einem Tropfen, weiß ich nicht, Sambal Olek oder so auf die Zungenspitze. Alles natürlich immer mit der Zustimmung aller Beteiligten. Spannendes Thema. Ich danke dir sehr, mein Lieber. Und ich habe viel zu denken jetzt. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Und es ist immer schön, auch mit einer offenen Frage für mich zu enden in diesem Denkraum. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Tschüss. Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Hallo lieber Ruben, schön dich hier heute wieder begrüßen zu können.
Hallo Sebastian, finde ich wie immer auch.
Ja, wir haben ja viel über so konkrete Themen gesprochen und wir zoomen heute ein bisschen raus und wir fragen uns so also die kleinen Fragen des Lebens, wie wirklich ist die Wirklichkeit und wie sehr hängt die Wirklichkeit davon ab, in welchem Zustand wir gerade sind, wie wir gerade vorher vielleicht gebahnt wurden und wie wir dann wahrnehmen oder vielleicht wahrgeben, wie Gunter Schmidt mal so schön vorgeschlagen hat. Darum soll es heute gehen.
Gerade sehr viel Resilienz, weil mein Körper wird gerade sehr beansprucht. Ich hatte jetzt heute den neunten Tag Training in Folge. Bin auch durch ganz Deutschland gereist und bin aber mega gut drauf, bin in einem sehr guten Zustand.
Naja, also ich kann das auflösen. Normal plane ich immer auch schon Tage drumherum. Klar, wenn ich jetzt Trainer in ein Training gebe, dann habe ich vier Tage am Stück.
Gerne. Also das Wort epistemisch klingt ja schon mal wie ein schönes Fremdwort, wo man dann auch wieder schlau wirken darf, dann nach außen. Er kommt aus dem griechischen episteme oder leitet sich dort ab und bedeutet übersetzt so viel wie Wissen.
Ja, und das Interessante aus meiner Sicht dabei ist ja, dass das, was wir auch in den Coaching-Ausbildungen immer wieder sagen, dass im Wesentlichen die Grundlage des Ganzen immer auch die körperliche Resilienz ist, im Sinne von ein guter, regulierter Zustand, der uns in die Lage versetzt, auf die Rückmeldung, die wir aus unserem System bekommen, also die Interzeption, das, was uns unser System zurückmeldet, dem halt auch eine Form von Wahrheit zu schenken oder unseren Körper als Messgröße oder Evidenzkriterium zu nehmen.
Und dazu zwei Dinge, weil du hast, und da muss ich jetzt gerade total drüber nachdenken, als du dann auch gesagt hast, der Körper und der Körper als Informationsquelle und wie wir heutzutage dann auch damit umgehen. Ja, also wenn du jemanden fragst heutzutage, wie hast du geschlafen? Dann ist manchmal die Antwort, lass mich erst mal meine Aura-App gucken.
Genau, also vor allem die Leute, die jetzt gerade schon wieder die Macke kriegen, weil wir hier mit Anglismen um uns werfen. Bias könnte man auch als Verzerrung beschreiben. Und Proof of Concept ist ein Beweis.
Einer ist, wenn ein Typ in einem Podcast beispielsweise viele Anglicismen benutzt, weil auch genau diese Thematik, hey, das klingt dann irgendwie nach einem Fachwort Proof of Concept. Und es klingt so, als könnte das irgendeine Harvard-Studie, ja, dass das da irgendwo herkommt. Und das schafft direkt dann auch Vertrauen rein.
Ach, bei Harvard denke ich immer an diesen Typen, der da immer Harvard, Harvard, Harvard, der auch in Harvard da. Ach Gott, ja, ja, dunkle Zeiten.
Ja, ja, genau diese Thematik. Und da aber auch gerne mal kritisch zu hinterfragen und kritisch zu überprüfen. Auch ich sage diesen Satz häufiger hier in diesem Podcast und sage, da gibt es eine Untersuchung.
Ich glaube, wenn der Zustand nicht gut war. Und ich glaube, also gefühlt, ich würde das vor dem Essen, hätte ich schlechte Laune, irgendwie und würde sagen, boah, Magen ist leer, nee, komm, ich will jetzt hier. Nee, komm, will ich mich nicht mit beschäftigen, weg, weg. Das wäre so meins, so.
Und genau das war es. Kurz vorm Mittagessen wurden ganz hohe Prozentzahl an Anträgen abgelehnt. Ja, das ist zum Beispiel hier auch ein Beispiel aus dem Buch von Lisa Feldman Barrett.
Und je mehr ich dir zuhöre, desto brillanter finde ich den Satz von Gunther im Sinne der „Wahrgebung“, weil natürlich die Wahrgebung auch von mir in Bezug auf Verhaltensweisen oder Dinge, die ich nicht weiß, natürlich nochmal eine ganz andere ist, wenn ich in einem anderen Zustand bin. Das heißt, ich gebe ja Wahrheit und Wahrnehmung heißt ja übersetzt. Es gibt sowas wie die Wahrheit und das ist natürlich aus systemischer Sicht oder auch aus, ja, weiß ich nicht.
Wie Hans-Georg Gadamer so schön gesagt hat, der deutsche Philosoph, ein Gespräch setzt voraus, dass der andere recht haben könnte. Zitate auch immer eine super Art und Weise, sich hinter großen Namen zu verstecken, dass dieses Thema Eminenz basiert. Genau, ja, also große Persönlichkeiten, am besten irgendwelche antiken Philosophen zitieren und so weiter.
Hast du schon.
Macht nix. Ich will einfach mal ein bisschen unter die Haube. Ja, einfach mal ein bisschen über die Haube. Sehr gut. Was der Ruben alles macht, ja, damit Leute ihm auch irgendwie Glauben schenken. Ja, das braucht es ja manchmal. Ja, also viele Studien erwähnen Anglizismen, Zitate. Ja, das ist immer wieder eine ganz gute Sache. Und ich finde es auch aus Hirnsicht total spannend, dieses Thema der „Wahrgebung“.
Wenn wir jetzt in die epistemische Resilienz einsteigen, dann gibt es ja im Wesentlichen, ja, man kann sagen, fünf Bereiche, die als Bausteine in irgendeiner Art und Weise da ein Teil des Ganzen sind. Und eine für mich wesentliche, wie soll ich sagen, übergeordnete Thematik ist das Thema Verstehbarkeit. Also eine Verstehbarkeit als auch ersten Faktor von Antonovsky als Kohärenzfaktor, ja, beschriebenem Stimmigkeitserleben.
So, jetzt sag aber auch den Anglizismus dazu, bitte.
Okay, dann sage ich A.O.T., auch wichtig, Akronyme, ganz wichtig. Oder das Actively open-minded thinking. Du willst ja nur mein Th hören.So ein bisschen dieses Talk-Dirty-To-Me oder Talk-Ditto-To-Me oder so. Naja, also im Wesentlichen ist das eine Thematik, wenn ich ein offenes Denken habe, und das ist in meinen Ausbildungen immer so die Frage:“ Zu wie viel Prozent bist du gerade hier? Und ist das gerade gut genug?“
Dieses aktive Gegenargumente suchen, also könnte ich auch hier falsch liegen? Lieg ich hier denn auch wirklich richtig oder liegt mein Gegenüber richtig? Das ist, denke ich, eine Sache, die eigene Position. Stress testen und das wirklich ganz, ganz genau dann auch entsprechend untersuchen. Ja, das ist eine wichtige Sache.
Und was ich dabei so interessant finde, es braucht auch wieder eine Ambivalenz, weil natürlich muss ich, um mich in der Welt zu bewegen, Muster haben. Also ich brauche auch, wenn ich in eine Diskussion gehe, brauche ich Strukturen. Ich brauche eine Meinung.
Demut.
Genau. Die Demut ist tatsächlich das, was auch im Sinne von natürlich einer Anschlussfähigkeit und dem Raum, dass etwas Neues entsteht. Auch dieses Thema: Ich könnte mich irren – und meistens hat man ja recht – und ab und zu irrt man sich. Nur man vergisst halt diese Momente des Irrens, wenn man von vornherein schon die Demut sozusagen ausschließt. Also so eine Bescheidenheit, eine Offenheit auch mal zu sagen, das fehlt mir auch in, dass wir sind, machen heute eine lange Liste, was mir in Talkshows fehlt. Ja, also einfach mal zu sagen Ja, sorry, das war einfach. Da habe ich mich geirrt.
Das ist das Thema Prüftechniken. Ja, also methodische Prüftechniken für sich zu haben. Ob die Informationen, die ich da habe, dann auch wirklich Hand und Fuß haben.Übrigens bei diesem Thema. Ich habe mich geirrt. Ja, da sagt ja auch Damir immer wieder das schöne Beispiel von Joseph Ledoux, dem Amygdala-Forscher schlechthin, der Jahrzehnte an einer Themen, an einem Thema geforscht hat und dann zugegeben hat.
Ja, und das Spannende hierbei ist ja auch immer wieder dieses Worauf wird dann verwiesen? So, ja, und viele verweisen dann auf sich selber, auf einen eigenen Blog oder so, was ich halt auch super finde, was natürlich auch klar. Also die Frage ist, wie gebe ich dann die Quelle an?
Ja, ich finde das Thema bei KI und da auch wirklich einige Hinweise dann auch nochmal im Umgang mit KI, wo ich jetzt auch wieder epistemisch vertrauen. Ich bin ja jetzt IHK zertifizierter KI Manager. Herzlichen Glückwunsch. Und da die Thematik genau auch zu hinterlegen. Wie soll die KI mir denn antworten? Also ich kann bei ChatGPT beispielsweise auch einen System Prompt einstellen, also den Prompt, also den Befehl, wie die KI mir antworten soll.
Ja und es führt uns zum letzten Baustein, nämlich dem Thema, wie gut, ja man könnte sagen kalibriert ist so ein Ergebnis. Also mit wie viel Prozent Wahrscheinlichkeit stimmt das? Und in der Kalibrierung also auch wieder dieses gut genug, so also 65, 70, 80 Prozent finde ich immer schon gut.
Ich auch. Und für mich auch zusammenfassend, finde ich es total spannend, für mich jetzt mal auch zu reflektieren, was gibt es für Methoden, um die innere Stabilität und die innere Meinungsfestigkeit zu stärken, wenn ich halt wirklich so weiß, das ist die Wahrheit und jemand anders will mich von etwas anderem überzeugen, aber gleichzeitig eine Flexibilität zu haben und eine Überprüfungskompetenz zu haben. Das finde ich sehr schön und sehr spannend und das bringt mich jetzt wirklich zum Nachdenken.
Oder wie Gunter Schmidt sagen würde, wie kann man gut wahrgeben, beziehungsweise Ambivalenz als Königsweg im Leben. Und ich bin mir total sicher und weiß es nicht zur gleichen Zeit. Deswegen alles Gute und bis gleich.
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).