Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 45

EResilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 45ntdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 45 für Sie zusammengestellt.

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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.


Folge 45: Rethinking: Change

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 45

In der 45. Folge des Podcasts Rethinking Resilience“ nehmen Sebastian und Ruben das Thema Change (Veränderung) in den Blick – sowohl im persönlichen wie im organisationalen Kontext. Sie reflektieren, wie Veränderungen emotional erlebt werden, wie Kommunikation und Aufmerksamkeit auf Sicherheit und Neubeginn Einfluss haben, und wie man Veränderung mit Resilienz verbindet.

Warum lohnt es sich, über Veränderung neu nachzudenken?

Veränderung ist allgegenwärtig – im Leben, in Organisationen, im privaten wie im beruflichen Umfeld. Sebastian hebt hervor: „Veränderung ist so sicher wie jeder Atemzug … Stillstand ist das Unnatürliche.“ Ruben ergänzt: Veränderung ruft starke Emotionen hervor – Angst, Ablehnung, Ekel –, weil das Gehirn Neues zunächst als potenziell unsicher deutet. Eine Führungskraft in einem Change‑Prozess traf dies praktisch: Die Kommunikation des neuen Eigentümers führte nicht zu Jubel, sondern zu Betroffenheit. Warum also genau dieses Thema? Weil Veränderung tief mit Resilienz zu tun hat: Wir brauchen die Fähigkeit, nicht nur auf Stress und Belastung zu reagieren, sondern uns aktiv wandeln zu können – mit Bewusstsein für Aufmerksamkeit, Emotionen und Struktur.

Zentrale Impulse:

  • Aufmerksamkeit erzeugt Erleben – unser Gehirn nutzt Vergangenes zur Vorhersage, Neues bedeutet Vorhersagefehler.
  • Das Gehirn ist negativ voreingestellt („Klettverschluss“ für Negative, „Teflon“ für Positive) – Veränderung beginnt also mit Würdigung und Sicherheit.
  • Veränderung ist emotional und systemisch: Nicht nur das Individuum reagiert, sondern das Umfeld mit.

Verränderung ist nicht nur ein logistisches Thema, sondern ein zutiefst psychologisches und sozial‑systemisches Phänomen – und damit zentral für Resilienz.

Was passiert eigentlich in uns, wenn Veränderung ansteht?

Was konkret wurde im Podcast thematisiert? Die beiden greifen mehrere Dimensionen von Veränderung auf:

  1. Die Bedeutung von Sicherheit und Vertrautem: Emotionen wie Angst oder Ekel schützen das Alte als Sicherheitsanker.
  2. Sortierfilter des Gehirns: Menschen orientieren sich unterschiedlich – an Gleichheit oder Unterschieden. Kommunikation muss beide abholen.
  3. Kommunikation von Veränderung: Beispiel IBM – das Neue (PC) wurde über das Vertraute (Schreibmaschine) vermittelt.
  4. Ambivalenz und Oszillation: Innerlich pendeln Menschen zwischen alter Sicherheit und neuer Möglichkeit.
  5. Praktische Modelle:
    • Mentale Subtraktion: Was wäre, wenn ein positives Ereignis nie geschehen wäre? (Röse & Ebstude)
    • Die Big Five Veränderungsblockaden (nach Michael Bohne)
  6. Emotionale Dynamik: Ehrfurcht als emotionale Brücke zum Neuen – sie fördert Anpassung und Offenheit.

Veränderung ist ein emotionales, kognitives und systemisches Wechselspiel. Sie gelingt, wenn Menschen würdigend, klar und emotional intelligent begleitet werden.

Wie gelingt Veränderung auf eine resiliente und menschliche Weise?

Wie kann Veränderung resilient gestaltet werden? Diese Schritte helfen:

  1. Sicherheit schaffen:
    • Fragen: „Was läuft gut?“, „Was soll sich nicht ändern?“
    • Vertrautes betonen vor dem Neuen (Skirmorphismus)
  2. Oszillation ermöglichen:
    • Veränderungen schrittweise einführen, wie beim Goldfisch im neuen Aquarium.
    • Kleine Experimente vor großen Umbrüchen.
  3. Ambivalenz adressieren:
    • Mit Neugier statt Eindeutigkeit kommunizieren.
    • Emotionen benennen („Name it to tame it“) und Bedürfnisse verstehen.
  4. Innere Bilder nutzen:
    • Wunsch- und Horrorversionen als Wegweiser.
    • Somatische Marker (Körpergefühle) wahrnehmen.
  5. Emotionale Hebel:
    • Dankbarkeit durch mentale Subtraktion.
    • Ehrfurcht aktivieren (Natur, große Bilder, Vision).
  6. Verantwortung klären:
    • Veränderung nicht aufzwingen, sondern begleiten.
    • Absichtslosigkeit erkennen (transtheoretisches Modell).
  7. Systemische Perspektive:
    • Was bedeutet Veränderung für Umfeld, Beziehungen, Organisation?
  8. Langfristige Orientierung:
    • Entscheidung aus Perspektive des „alten Ichs“ (Was würde mein 80-jähriges Ich sagen?)

Veränderung braucht psychologische Sicherheit, emotionale Resonanz, systemische Weitsicht und eine klare Vision.

Wozu das Ganze – und was bringt Veränderung, wenn sie gelingt?

Wozu lohnt es sich, Veränderung mit diesen Ansätzen bewusst anzugehen? Die Antwort liegt in der Stärkung der Resilienz – sowohl individuell als auch organisational.

  • Mehr Resilienz: Menschen lernen, sich konstruktiv auf Neues einzulassen.
  • Bessere Entscheidungen: durch emotionales Verstehen, systemisches Denken und zukunftsorientierte Perspektiven.
  • Weniger Rückschritte: Wer sich sicher fühlt, wagt echte Schritte.
  • Stärkere Organisationen: Sinn, Vision und Zugehörigkeit entstehen durch Partizipation, nicht durch Druck.
  • Erfülltes Leben: „Wenn mein älteres Ich zurückblickt, soll es sagen: Ich habe mein bestes Leben geführt.“ (Sebastian)
  • Veränderung als Prozess: Kein einmaliges Event, sondern eine lebendige Bewegung hin zu Entwicklung, Entfaltung und innerer Klarheit.

Veränderung gelingt, wenn sie mit Haltung, Klarheit und Mitgefühl gestaltet wird – und wenn sie nicht nur Pflicht, sondern Möglichkeit ist.


Transkript

Hier finden Sie das vollständige Transkript zur Folge:


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 45Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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