Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 41 für Sie zusammengestellt.
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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.
Folge 31: Rethinking: Dankbarkeit

In der 41. Folge des Podcasts Rethinking Resilience tauchen Sebastian und Ruben tief in das Thema Dankbarkeit ein. Sie zeigen, warum Dankbarkeit nicht nur ein flüchtiges Gefühl ist, sondern eine Haltung, die unser Leben nachhaltig bereichern kann. Im Gespräch verbinden sie persönliche Erfahrungen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und geben praktische Anleitungen, wie Dankbarkeit im Alltag kultiviert werden kann.
Warum ist Dankbarkeit so wichtig?
Dankbarkeit eröffnet einen Zugang – weg vom „höher, schneller, weiter“ des „Wollenglücks“, hin zum „Seinsglück“ (nach Dr. Tobias Esch) im Hier und Jetzt. Ruben veranschaulicht dieses Spannungsfeld mit dem Bild eines Baumes: Während die Zweige nach oben zum Licht wachsen (Stolz, Entwicklung, Selbstwert), verankern die Wurzeln den Baum tief in der Erde (Demut, Stabilität, Dankbarkeit). Dankbarkeit wirkt hier als stabilisierende Kraft, die uns auch in schwierigen Zeiten trägt und Selbstakzeptanz fördert.
Dankbarkeit ist dabei mehr als nur ein „Danke“ zu sagen. Sie ist eine innere Haltung, die hilft, Fülle zu spüren – auch gerade in schweren Zeiten im Leben. Studien belegen, dass Dankbarkeit Gefühle von Neid reduziert, das prosoziale Verhalten stärkt und uns resilienter gegenüber Krisen macht.
Was ist Dankbarkeit?
Im Gespräch nehmen Sebastian und Ruben eine klare Differenzierung vor: Dankbarkeit ist kein Tauschhandel, kein „Ich gebe zurück, weil ich muss“. Vielmehr ist sie ein Ausdruck von Fülle – ein freiwilliges, freudvolles Weitergeben.
Besonders deutlich wird das, wenn Sebastian von seinen Erfahrungen mit Kindern erzählt: Ein strahlendes Gesicht beim Erhalten eines Geschenks ist Dankbarkeit genug. Das erzwungene „Sag Danke!“ hingegen überlagert die Freude mit Pflichtgefühl. Ruben ergänzt: Dankbarkeit bedeutet, anzunehmen – ohne Schuld und ohne das Gefühl, nicht würdig zu sein. Doch genau hier liegt für viele Menschen eine Hürde. Manche empfinden, sie hätten es „nicht verdient“, Gutes zu bekommen. Dankbarkeit verlangt daher auch, sich selbst als wertvoll und bedeutungsvoll zu sehen.
Dankbarkeit ist damit sowohl eine emotionale Erfahrung als auch eine soziale Brücke: Sie verbindet uns mit anderen, fördert Mitfreude statt Neid und macht Beziehungen tragfähiger.
Wie kann ich Dankbarkeit kultivieren?
Sebastian berichtet, wie er seinen Tag bewusst mit Dankbarkeit beginnt: Schon beim Aufstehen erinnert er sich daran, dass er einen weiteren Tag geschenkt bekommen hat. Danach sucht er mindestens fünf Dinge, für die er dankbar ist – sei es ein Kaffee, ein Spaziergang oder eine Begegnung. Dankbarkeit wird so zu einem Grundton seines Alltags, auch in Zeiten der Trauer.
Für Ruben ist entscheidend, dass Dankbarkeit gefühlt wird. Ein bloßes Aufschreiben („Ich bin dankbar für meine Familie“) reicht nicht. Es geht darum, die Emotion zu verkörpern, sie körperlich und innerlich zu spüren. Besonders wirksam sind dabei zwischenmenschliche Praktiken wie der Dankbarkeitsbrief.
Wozu dient Dankbarkeit?
Dankbarkeit ist weit mehr als ein Wohlfühlfaktor – sie ist ein Fundament für Resilienz. Sebastian beschreibt sie als eine „Hand, die die Trauer führt“. Dankbarkeit verwandelt Verlust in Wehmut: Trauer bleibt, wird aber von schönen Erinnerungen begleitet und trägt so zur Heilung bei.
Darüber hinaus spielt Dankbarkeit eine Schlüsselrolle beim posttraumatischen Wachstum. Sie hilft, schwierige Erfahrungen neu zu rahmen, Sinn zu finden und die eigene Stärke zu erkennen. Sie ist damit ein Bindeglied zwischen Schmerz und Sinn, zwischen Endlichkeit und Lebensfreude. Auch im Kontakt mit der eigenen Sterblichkeit eröffnet Dankbarkeit neue Perspektiven. Die buddhistische Praxis Maranasati erinnert daran, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod uns bewusster und dankbarer im Hier und Jetzt leben lässt.
Am Ende wird klar: Dankbarkeit ist nicht nur ein Gefühl, sondern ein Lebensprinzip. Sie führt zu mehr Gelassenheit, stärkt Beziehungen, mindert Neid und eröffnet Zugang zu innerer Fülle.
Transkript zur Folge 41
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Resilienz-Podcast Folge 41:
↓ ANZEIGEN ↓ [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und dieser Satz, der berührt mich immer wieder, der ist fast sowas wie eine Sinnklammer meines Lebens gekommen, weil dieses Thema Zufriedenheit zusammen mit Wohlbefinden für mich tatsächlich das ist, was ja immer relevanter wird. Also meine Zufriedenheit zu kultivieren ist ein Ziel, wo ich so sage, ja, also na klar freue ich mich über Erfolge. So ist das ja nicht. Und ich mag auch so tiefe Freude und so eine Chakrastimmung mag ich auch mal. Und mein Ziel ist eigentlich eine dauerhafte Zufriedenheit. Und da war natürlich immer die Frage, wie geht das? Mit Blick auf die drei Formen des Glücks und das auch von dir entwickelte Konzept der Glücksguides ist jetzt meine Frage an dich. Worüber sprechen wir denn? [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] So, jetzt bin wir jetzt wieder mal in die Bescheidenheit dann rein. Demut. Demut. Jetzt Demut wieder an. Genau darum, wo es heute dann geht. Es ist die Dankbarkeit. Und ich danke dir sehr, dass du so eingestiegen bist. Und das finde ich sehr wertschätzend. Demgegenüber, was meine Gedanken auch dahinter waren, diesen Satz zu formulieren. Und die Idee dahinter war genau diese Dynamik zwischen dem Wollenglück, dieses Thema höher, schneller, weiter, das Thema Wachstum und Gedeihen, mal gegenüberzustellen von dem Seinsglück und dem Thema, hey, hier ist gerade alles gut, ich muss nicht vor, ich muss nicht zurück, ich kann hier einfach sein. Und ich fand es auch damals schon spannend, als ich mich mit der Heldenreise, mache ich es aus einem Mangel heraus oder habe ich schon eben hier und jetzt eine Fülle, die ich mitnehme auf meine Reise und die ich einfach nur in dem Sinne weiter gedeihen lasse, dem noch etwas hinzufüge und so weiter. Und deswegen finde ich es auch nach jeder Heldenreise, die man gegangen ist, auch ganz, ganz wichtig, mal kurz innezuhalten, um diese dann auch entsprechend für sich zu integrieren. Und deswegen kam dieser Satz, dass das Glück dann ewig hält, wenn wir beim Streben danach schon zufrieden sind, weil Wollenglück ist Dopamin und Dopamin ist ja nicht das Glückshormon, ja, also sozusagen das bestimmt, dass wir Glück erleben, sondern dass wir Glück erwarten dahinten. Und wenn wir das dann bekommen haben, dann sucht unser Dopaminsystem wieder nach dem nächsten Kick, dann sucht es wieder nach Neuem, aber genießt es nicht für diesen Moment. Und deswegen mal kurz dieses satte Gefühl zu spüren von Hey, hier habe ich was und hier kann ich mich füllen und aufladen, stabilisieren und stärken für die nächsten Reisen, die ich dann gehen werde. Und da fand ich ein Bild sehr hilfreich, das ich neulich gelesen habe in einem Artikel von einem Business-Experten tatsächlich. Er ist ein Amerikaner, Myron Golden heißt er. Und ich fand das extrem spannend, wie er das Thema Wachstum beschreibt, auch im Business-Kontext. Und er beschreibt es anhand eines Baumes und sagt, ein Baum wächst in zwei Richtungen. Der Baum hat eine phototrophische Ebene, das bedeutet, also die Zweige und Blätter wachsen zum Licht hin und gegen die Schwerkraft, also sozusagen nach oben. Wir haben über Stolz gesprochen. Dafür ist Stolz entsprechend da, dass wir nach oben wachsen, dass wir unseren Selbstwert erhöhen, dass wir sozusagen als Mensch uns immer weiter entwickeln und das auch sichtbar gerne nach außen, aber auch für uns spürbar und so weiter und so fort. Das ist die eine Ebene. Ein Baum hat aber noch eine zweite Ebene, wo er hin wächst und zwar ist es die gravitrophische Ebene. Und das ist entsprechend für das Stabilisieren und Stärken da. Also die Wurzeln, die wachsen weg vom Licht, finde ich auch spannend im Kontext der Demut dann dabei, weg vom Licht und mit der Schwerkraft. Und das ist genau dieses Thema, das Stabilisierende, das worauf wir zurückgreifen können, wenn vielleicht dann auch mal schwierige Zeiten sind. Deswegen haben wir im Kontext von unserer Folge zu Stolz darüber gesprochen, dass Dankbarkeit ein wundervoller, nicht Antagonist, sondern ein balancierendes Element ist oder eine balancierende Emotion ist, die beispielsweise in diesem Kontext Selbstwert, unseren passiven Selbstwert, also die Selbstakzeptanz stärkt, sowie unser Auffangnetz für uns als Mensch, wenn jetzt mal die Sachen nicht gut laufen, dass wir immer noch sagen, hey, ich bin genug, ich bin gut, so wie ich bin, ich bin okay und so weiter und so fort. Und tatsächlich zeigen auch Studien, dass Dankbarkeit die Selbstakzeptanz an dieser Stelle fördert. Und deswegen finde ich das so wichtig, das für sich zu trainieren, auch mal diese Fülle zu spüren und jetzt mal auch genug zu haben. Das mache ich sogar bei der Timeline-Arbeit. Also wenn ich Menschen arbeite, habe ich Zukunftsressourcen. Das ist sowas wie ein Stolz, das ist dann aber auch eine Freude, also alles, was mich dann da hinten erwartet. Lass die Person da auch assoziativ reingehen, reinspüren, auch in der Zukunft. Aber ich lasse sie auch reinspüren, wofür kannst du jetzt schon dankbar sein, in Bezug auf den Weg, den du noch gehen wirst. Und auch aus der Sicht des zukünftigen Ichs, wo konntest du zu dem Zeitpunkt, wo du gestartet hast, schon dankbar sein für das, was du noch erleben wirst. Und das finde ich so wichtig, das zu haben, damit wir nicht aus einem Mangel starten, sondern dass wir schon wissen, auch wenn es nicht klappt, bin ich genug. Und auch wenn es nicht klappt, bin ich immer noch okay. Und deswegen Glückheit ewig, wenn du beim Streben danach schon zufrieden bist. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Mir hat ein lokaler Einzelhändler gesagt, ja das können wir mir nicht besorgen. Wenn, würde es er auch bei Amazon bestellen und würde es halt dann an mich weitergeben und dann könnte ich das auch alleine. Das fand ich echt, also ich war sehr dankbar für die Ehrlichkeit. Ich habe dann auch die anderen Sachen da gekauft und dachte so, ey, das finde ich echt eine coole Aussage. Aber ich kenne die auch alle sehr lange. Also dieses Kontakt zur Dankbarkeit ist ja, wenn man den Instagram-Kolleginnen und Kollegen so folgen soll, ja so das Allheilmittel. Und ich glaube, und das würde ich gerne heute mit dir machen, so ein bisschen Dankbarkeit mal sortieren. Also ich sehe da so drei, vier große Aspekte. Ich würde gerne anfangen mit diesem Thema, wann lernen wir denn das eigentlich? Weil ich tatsächlich, also ich bringe gerne Kindern was mit, wenn ich bei Freunden eingeladen bin, auch wenn die Eltern Geburtstag haben, kriegen die Kinder ein Geschenk. Punkt. Und das, was ich oftmals bei Kindern erlebe, ist, dass die das nehmen und dann so absorbiert sind in diesem Thema, dass die dann erstmal so, oh wie cool, und dann fokussieren die sich total drauf. So, aus meiner Sicht kluge Eltern lassen die dann auch absorbiert sein und irgendwie das Lego-Ding auspacken oder was auch immer. Und die, wie ich finde, nicht so clevere Art ist dann dieses, wie sagt man? Du hast gar nicht danke gesagt. Und das finde ich echt ein bisschen, das tut mir mal so, also da stirbt immer so ein kleiner Teil dieser reinen Kinderseele. Habe ich so das Gefühl, dass ich so denke, fuck lass den doch, der freut sich doch, das reicht doch. Also ich brauche kein Danke, ich brauche auch sonst kein Danke, mir reicht so ein strahlender Nicken. Ich mache die Sachen nicht fürs Danke, ich mache die Sachen, weil ich einfach gerne was gebe, so. Und da brauche ich auch kein Danke. Also klar, wenn es von Herzen kommt, immer gerne, aber ich mache es nicht fürs Danke, so. Und da wollte ich dich mal fragen, was ist denn das Emotionsdynamisch, was mir da so, boah, jetzt hast du gerade die Freude im Raum einfach nur platt getrampelt. Und dann ziehen die Kleinen halt ab mit ihrem Geschenk. Was ist denn das? [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Also das ist ja genau nicht diese Thematik, du solltest jetzt irgendwie was zurückgeben, wie einen Danke oder ja, aber auch diese Thematik, du gibst jemandem ein Geschenk und du bist ja extrem großzügig, Sebastian, und du hast das ja auch immer wieder, diese Thematik. Du hast bestimmt schon häufiger den Satz gehört. Ich glaube, ich habe ihn selber schon zu dir gesagt. Ich habe gar nichts für dich. Jetzt gerade. Und das ist genau diese Thematik und wo Menschen dann für sich wirklich lernen dürfen, das dann jetzt mal anzunehmen und das bringst du den Menschen um dich herum immer wieder auch schon bei. Jetzt nimmst einfach an. Und genau diese Thematik, dass dann dieser Beziehungsausgleich jetzt gerade nicht da ist. Aber eine Dankbarkeit ist nicht ein Ich gebe zurück aus einer Schuld heraus. Also im Sinne aus einem Mangel heraus, sondern auch wieder genau aus dieser Fülle heraus. Ich möchte etwas zurückgeben jetzt hier. Die Freude, die du mir dann auch damit geschenkt hast oder das Glück oder den Lustgewinn oder wie du das auch immer nennen möchtest, den möchte ich jetzt weiter verteilen. Und bei Dankbarkeit muss es nicht mal dieselbe Person sein, der ich etwas zurückgebe. Bei Dankbarkeit kann es auch einfach dieses Motto sein Pass it on. Also gib es weiter an eine andere Person und lass es da dann weiter ausstrahlen und teile diese Fülle, die dann jetzt gerade da ist. Und deswegen finde ich das so schön, wie du das gesagt hast. Du lässt die Kinder in ihrer Freude, weil dir das wahrscheinlich Geschenk genug zurück ist dann dabei. Und die müssen es auch gar nicht machen, dir irgendwas zurückschenken, sondern du weißt, das ist angekommen und das kann auch hier in dem Moment eine Dankbarkeit genug dann in dem Sinne sein. Und dann braucht es diese Floskel, dieses Wort dann dabei nicht. Natürlich ist es schön, das zu hören. Ja, auch im Arbeitskontext ist es immer wieder schön, auch wirklich ein Danke zu hören. Jemand hat sich extrem Mühe gemacht bei der Organisation eines Sommerfestes oder was auch immer in der Arbeit und ist die extra Meile gegangen. Und dann kommt nichts zurück. Nicht in Wortform, nicht in anderer Form. Und dann fühlst du dich nicht genug wertgeschätzt dann auch entsprechend dabei. Und da ist genau diese Auslegung dann dieser Person, okay, wie steht es denn jetzt gerade mit unserer Beziehungswaage? Und wenn du da dieses Geschenk gegeben hast, dann hattest du bei dem Kind anscheinend nicht das Gefühl, dass deine Waage gerade weiter unten ist als die des Kindes. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und ich denke immer so, Alter, mach dich mal locker, ey. Also hat er, er hat gestrahlt, das ist seine Form des Danke, ist die Freude. Und ich finde dann, denke ich mir auch immer so, was wollten ihr von mir? Also das ist völlig okay. Und ich hätte das schon gesagt, wenn ich das nicht als wertschätzend irgendwie erlebt hätte, so, ne. Und ich sage mal so, dieses, was ja auch manchmal kommt, wenn man Danke sagt, dann kommt dieses da nicht für. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Sagen, also Ruben, ich habe dir da aber einen Gefallen getan, ne. Und erinnerst du dich noch? Und wo ich dann so denke, naja, das heilt der Unterschied so aus reinem Herzen geben und zu sagen, hey, nimm es hin, gib es an die Welt weiter. Deine gute Laune, ne, Multiplikatoreneffekt, gib es an die Welt, alles ist gut. Und das andere ist halt eher so abhängig machen von Geschenken, so Schuldkulturen aufbauen, ich habe was gut. Das ist tatsächlich für mich eine andere Ebene. Und bei Kindern kann ich immer nur sagen, lass die. Das ist alles gut und ich glaube ein Kind, was sozusagen diese Erfahrung macht, dass es halt was bekommt vom Leben oder auch einfach so, weil es einfach das Kind ist. Das Bedingungslose, das glaube ich, ist für junge Menschen, aber auch Menschen jeden Alters natürlich sehr wertvoll. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Auch, dass Kinder das entsprechend lernen und zwar ohne, dass ich jetzt irgendwas mache, sondern einfach, weil ich bin und weil jemand anderes mich gerade gut findet und mich mag und mir eine Freude machen will, was auch immer. Und das ist, finde ich auch immer wieder spannend im Kontext des Selbstwerts, dass manche Menschen tatsächlich Probleme haben, da auch in die Dankbarkeit zu gehen. Also ich fand es einmal extrem spannend, da hatte ich eine Ordensschwester als Teilnehmerin, das ist schon Jahre her, in einem meiner Seminare und da geht es auch um die Fragen, was hast du durch deinen Handel erreicht, worauf du stolz bist, wofür bist du dankbar, wo kannst du dich entspannen und so weiter und so fort. Fragen zu angenehmen Emotionen und dann kam sie zu mir und hat gesagt, Ruben, bei einer Emotion habe ich echt ein Thema. Ja, Ordensschwester, also stolz, einer der sieben Todsünden, natürlich wird es dann der Stolz sein, auf jeden Fall, habe mich schon bereit gemacht, habe schon meine Antwort parat gelegt, wie sie es dann entsprechend machen kann und besser reinkommen kann, hat sie gesagt, die Dankbarkeit. Ich dachte mir immer im Kopf, wenn du betest, wo richtest du das dann hin und wie machst du das dann und so weiter. Und da hat sie gesagt, ich habe das Gefühl, ich habe es nicht verdient, schöne Dinge zu bekommen und Dinge zu bekommen, die für mich wertvoll sind. Und das fand ich wirklich extrem spannend, so von ihr das Selbstbild zu erfahren von, bin ich mir wohlwollend gegenüber genug, benevolent mir selber gegenüber genug, um Dinge auch wirklich annehmen zu können und das kann ganz viele Hintergründe haben, genau diese Thematiken, dass eher eine Schuld aufgebaut wurde, wenn etwas angenommen wurde oder beziehungsweise wenn etwas gegeben wurde, dass man immer was zurückgeben, geben musste oder der Person wurde was weggenommen. Was auch immer, aber das in diesem Bezug dann auch nochmal zu sehen und dass Menschen tatsächlich Schwierigkeiten haben mit Dankbarkeit aufgrund der Tatsache, dass sie denken, ich darf das nicht annehmen, weil ich es nicht wert bin, dass ich Wertvolles bekomme. Ja, und dann der Person das nach und nach beizubringen mit einem Mattering-Prinzip beispielsweise, was ja auch aus der positiven Psychologie sehr viel Beliebtheit erlangt hat, jetzt auch in dem PERMA-Modell, das M-Meaning, aber auch Mattering, dieses Erhöhen einer anderen Person dadurch, dass du ihr zeigst, hey, du bist wichtig, du bist ein wichtiger Teil, du machst einen Unterschied für mich, dass diese Person genau dieses positive Zugehörigkeitsgefühl dann bekommt und dann irgendwann eine Dankbarkeit für sich selbst dann auch entwickelt und sagt, ja, stimmt, hey, ich bin wertvoll, ich bin es wert und ich bin ein wichtiger Teil dieser Gesellschaft und andere wollen auch in meiner Nähe sein und so weiter. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Manifestiert sehr einfach positiv war, so, das heißt, so Themen wie, wie Neid müsste ich mich echt, echt anstrengen, wenn ich immer so denke, ich habe das Leben, was ich habe, das ist okay und natürlich, es heißt ja nicht, dass man sagt, hey, so das Metzgerprinzip, darf es ein bisschen mehr sein, so, sondern tatsächlich eher so, nee, das ist schon okay, also darum geht es auch gar nicht, es geht nicht um das große Auto oder um, ne, sondern das ist eher tatsächlich so ein, hey, wenn ich meine Zufriedenheit und mein Wohlbefinden habe, das ist schon gut und wenn ich da noch was Sinnvolles für die Welt irgendwie mache, dann ist das auch gut und wenn ich mich mit den Themen beschäftigen kann, auf die ich Bock habe. Dann ist das auch gut. Und dieses Leben in Fülle, dieses Gönnen können und auch dieses Zurückgeben können, dieses Gefühl, ich habe viel vom Leben bekommen und ich möchte das auch zurückgeben, da habe ich das Gefühl, dass da Dankbarkeit für mich ein ganz, ganz wesentlicher Faktor war, der mich weg von, ja auch so Abwertungstendenzen oder Neidtendenzen oder so Mangeldenken, da tatsächlich auch einfach weg von gebraucht hat. Oder von weggebracht hat, um grammatikalisch auch dankbar sein zu können. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Und Dankbarkeit erhöht auch nachweislich das sogenannte prosoziale Verhalten, also dass ich dann auch anderen eher zurückgebe. Georg Simmel ist ein deutscher Philosoph, der hat mal so schön gesagt, Dankbarkeit ist unser moralisches Gedächtnis. Es erinnert uns auch daran, zurückzugeben und es zeigen auch entsprechend Studien, dass wenn wir eine Dankbarkeit spüren einem Menschen gegenüber, dann verbringen wir auch sehr viel Zeit damit, diesem Menschen dann auch etwas zurückzugeben. David De Steno, das ist ein amerikanischer Forscher, der hat sehr viel zu dieser Thematik geforscht. Er hat auch viele seiner schönen Studien zusammengefasst in seinem Buch Emotional Success. Ich glaube, das gibt es aber immer noch nicht auf Deutsch. Es sollte es mal echt auf Deutsch geben. Das ist schon Jahre her, wo ich das gelesen habe, wo er Experimente genau zu dieser Thematik gemacht hat, aber auch zu Themen wie Belohnungsaufschub. Dieser Marshmallow-Test von Walter Mischel, ich weiß immer noch nicht, wie er richtig ausgesprochen wird, der wird immer wieder unterschiedlich ausgesprochen, wo ja der Belohnungsaufschub korreliert wurde mit allen möglichen Erfolgsfaktoren des Lebens. Ja, aber wo Menschen tatsächlich Dinge besser aufschieben können und sozusagen später eine Belohnung dann eher darauf warten, wenn sie im Hirn jetzt eine Dankbarkeit spüren. Und das finde ich auch total spannend, in ganz vielen Thematiken, auch was das Thema kognitive Impulskontrolle angeht. Auch das fördert eine Dankbarkeit, also auch diese Thematiken, jetzt das Kuchenstück oder nicht oder später und so weiter. Und das finde ich dann auch wieder im Thema Fülle total spannend, so dieses Sättigungsgefühl auch irgendwie emotional erzeugen, weil es gibt ja auch dieses Thema des Emotional Eatings und so weiter. Und dass ich jetzt schon bei mir eine Bedürfnisbefriedigung erlebe und eine Fülle spüre und deswegen, dass ich da jetzt nicht irgendwie aus einem nicht guten Zustand heraus Dinge in mich reinschaufle, das finde ich da extrem spannend. Also genau das, was du sagst, Neidgefühle gehen runter, Missgunst geht runter, weil bei Missgunst ist auch eine Verachtung drin, Verachtung tötet Empathie. Dankbarkeit wiederum baut wieder eine Brücke zu einer anderen Person, weil es das prosoziale Verhalten fördert und entsprechend bin ich eher gewillt zurückzugeben, sowohl an andere Personen, aber auch sozusagen an mein zukünftiges Ich, wenn es dann um Belohnungsaufschub geht. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und da habe ich gesagt, naja, ich dankbare mich so bis in die Küche. Und dann war das wieder mal sehr irritierend. Ich dachte so, ja, ich muss irgendwie mal ein bisschen anschlussfähiger sprechen an die Lebenswelten der Menschen. Da habe ich das so erklärt und ich wache morgens auf und mein erster Gedanke ist so, ja, einen Tag habe ich noch. Also zumindest den Start. Und da bin ich erst mal so dem Leben dankbar. Und ohne da jetzt esoterisch zu wirken, so, da merke ich meine Spiritualität, meinen Glauben, da gibt es irgendwas Größeres, wo ich sage, hey, danke. Anscheinend war das gestern noch nicht mein letzter Tag, sondern einen kriege ich noch, vielleicht auch mehr und geht los. Und dann ist das für mich, wenn ich dann so bei mir irgendwie erst ins Bad und dann in die Küche und dann, ja, weiß ich nicht, kleinen Spaziergang und dann, wie gesagt, irgendwann an den Schreibtisch oder ins Seminar, dann ist das tatsächlich so, dass ich immer so nach mindestens fünf, meistens werden es mehr Aspekten schaue, wo ich mir so sage, ja, für mich irgendwie dankbar. Also sei das irgendeine Form von, von, hey, ich habe hier was, das kann materiell, aber auch immateriell sein, wo ich mir bewusst mache, hey, was, also wie dankbar ich eigentlich sein kann, das so zu machen, wie ich es mache und was ich mir abgewöhnt habe, ist so ein Abwärtsvergleich im Sinne von, na, es gibt so viele Leute, die haben so viel schlechter als ich, sondern einfach so ohne Vergleich, dass ich so sage, hey. Total cool. Ich kann mir einfach einen leckeren Kaffee machen, ich kann mich morgens, auch wenn ich Bock habe, einfach noch einen Moment hinsetzen, irgendwie was lesen oder ich kann auch gleich irgendwie an den Schreibtisch gehen, ohne irgendwas so, also, also was, wie schön so und ja, das setzt sich eigentlich so über den Tag fort, dass ich immer mal wieder Momente habe, wo ich so richtig denke, so cool, was für ein cooles Leben, also bin ich echt dankbar für. Ist bei mir immer alles gut? Nee. War die letzten Jahre irgendwie auch komisch? Ja, definitiv. Und diejenigen, die hier regelmäßig zuhören, die haben schon mitbekommen, dass ich in den letzten drei Jahren oder in den letzten zwei Jahren jedes Jahr, das war so, in den letzten zwei Jahren jedes Jahr einen Elternteil verloren habe, vor zwei Jahren, letztes Jahr, dieses Jahr. Und das war irgendwie auch, also es ist eine komische Reihe, ich habe, das ist auch echt ein bisschen anstrengend so und gleichzeitig habe ich auch da eine Dankbarkeit kultiviert für die Zeit, die ich da hatte und ich merke, dass diese Dankbarkeit mir hilft, das ist irgendwie so, Dankbarkeit nimmt bei mir mal die Trauer an die Hand. Und sagt, komm, lass uns mal durch die Erinnerungen wandern, so und ich oszilliere zwischen denen hin und her, das mache ich auch gerade jetzt. Die Trauer ist sehr, das merke ich jetzt mehr und mehr, die Trauer ist sehr präsent, weil irgendwie gefühlt ich nach einem halben Jahr jetzt so langsam realisiere, was geschehen ist, spätestens auch jetzt Haus leer geräumt und das ist dann so der Prüfstein, dann ist dann so, jetzt ist auch wirklich Ende, zumindest mit dem, wie es mal war. Und gleichzeitig merke ich immer, wieso dann so ganz tief Dankbarkeit so reinschwappt und ich denke immer so, boah, das war cool. Und dann merke ich quasi so diesen Verarbeitungsprozess, also wie das so langsam sich, ich kann das schlecht beschreiben, also das ist so ein Gefühl von, wenn Trauer, wenn ich Trauer erlebe, dann ist das manchmal so sehr, sehr so schwarz, sehr dunkel und ich habe irgendwann mal gesagt, ich stehe manchmal vor so einem See aus Trauer. Und mittlerweile bilden sich da so ganz schöne, gefühlt so ganz schöne Formationen und ich sehe so, also das gewinnt eine richtige Schönheit, die zusammen mit der Dankbarkeit so irgendwie dem Lebensweg geformt wird. Und da habe ich das Gefühl, das ist so ein bisschen so dieses Bild vom Museum des Lebens, wo ich schon klar bin, dass das wahr, das ist mir, ich bin da komplett organisiert und auch orientiert und gleichzeitig machen ja uns unsere Erinnerungen und unsere Geschichte zu dem, der wir sind. Das heißt, das ist auch irgendwie wie so eine, ja fast wie so eine Kunstsammlung, die sich über die Jahre so bildet, also wo man nicht aktiv sammelt, sondern da sind halt schöne Dinge da, die einfach so das Bild des Lebens mehr und mehr malen und das Mosaik der eigenen Vielfalt mehr und mehr kompletieren. Und da habe ich das Gefühl, dass die Dankbarkeit in diesem Bild eine Art Ordnungsprinzip ist und auch irgendwie ein harmonisierendes Prinzip sind. Also die Dankbarkeit harmonisiert die Vielfalt in einer Art homogen heterogenen Erinnerung. Und das ist so, wie ich das so spüre und das ist einfach, also so schön und gleichzeitig so schmerzvoll und so vielfältig und einfach spannend. Und bevor wir jetzt hier so einen Philosophie-Podcast haben. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Du hast gerade so schön gesagt, dass die Dankbarkeit die Trauer an die Hand nimmt. Was ich immer wieder Menschen sage, die auch mit anderen Menschen arbeiten, die in der Trauerbegleitung sind, ist, dass Dankbarkeit das Element ist, was eine Trauer in Wehmut verwandeln kann. Wenn ich Trauer spüre und in einer dysfunktionalen Trauer drinnen bin, dann hänge ich in der Vergangenheit fest. Das bedeutet, ich trauere dem hinterher, was war und bleibe dort und schaue die ganze Zeit nur auf den Verlust beispielsweise eines Menschen. Wenn ich es schaffe, eine Dankbarkeit dort mit reinzubringen, dann kann eine Wehmut entstehen. Also wenn ich mir überlege, was hat dieser Mensch für Blessings für mich gebracht, also warum war dieser Mensch für mich ein Geschenk, was durfte ich mit diesem Menschen alles erleben und so weiter. Wenn ich da reinkomme, dann kommt so ein Funken der Freude auch rein in die Vergangenheit, ein Funken auch der Leichtigkeiten, der schönen Momente und so weiter. Und das ist die Wehmut. Die Wehmut als Mischemotion aus Freude und Trauer, wo ich heute, wenn ich an die Vergangenheit denke, eine Trauer spüre. Aber die ist wirklich im Hier und Jetzt. Einfach dieses Thema. Schade, dass diese Person nicht mehr da ist. Wenn ich aber in die Vergangenheit gucke, ist da eine Freude da? Ist da eine Schönheit entsprechend da? Leider im wissenschaftlichen Kontext gibt es das Wort Wehmut nicht so wirklich. Was dem am ehesten nahekommt, wenn man das recherchieren möchte, ist Nostalgia, also sowas wie eine Nostalgie, dieses schöne Zurückblicken in die Vergangenheit. Und das finde ich auch immer wieder spannend. In der Trauerarbeit, da fand ich eine Studie extrem schön, dass, wenn ich eine Nostalgie spüre, dass ich das Gefühl habe, dass der Raum, in dem ich gerade drin bin, so um vier Grad, glaube ich war es so in die Richtung, sich wärmer anfühlt. Und da denke ich daran, Mensch, das ist, wenn wir zum Beispiel an einen Menschen denken, wie als wäre der noch bei uns und würde uns mit seiner Körperwärme oder mit seiner Herzenswärme immer noch weiter wärmen. Und den Raum nochmal stärker, schöner für uns gestalten. Und das finde ich da, so wie du das beschreibst, sehr spannend. Und das geht da für mich auch ungefähr in diese Richtung. Und wenn du sowas wie einen Wehmut hörst, geht das in die Richtung, wie du das empfindest? Oder hast du noch ein anderes Wort dafür? Weil ich fand das so schön von der Dynamik her, und das nehme ich mir jetzt auch mit, diese Begrifflichkeit, die Dankbarkeit nimmt die Trauer an die Hand, damit sie sich in die Wehmut entwickeln kann. So ist es für mich. Das hast du nicht gesagt, aber du hast gesagt, die Dankbarkeit nimmt die Trauer an der Hand. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und man hat quasi immer so noch eine zweite Fokussierung auf einfach, es war mal schön und ja, es ist vorbei. Und die stärkenden Aspekte aus dieser Zeit, die sind irgendwie im Hier und Jetzt aktiv. Also es ist vom Fokus her, eigentlich ist es sozusagen widersprüchlich, weil ich weiß schon, dass das Vergangen ist und gleichzeitig ist es im Hier und Jetzt als Ressource voll aktiv und voll da. Und diese Integration in den Teil meiner Identität, den macht da die Dankbarkeit. Und wenn ich das gerade so sage und ich würde glaube ich gleich nochmal, also ich habe noch so zwei Fragen. Das eine ist sozusagen generell auch die Verbindung zum Tod, da würde ich vielleicht gerne auch noch was sagen, weil so der Kontakt zu meiner eigenen Endlichkeit, der hat bei mir auch nochmal viel verändert. Gleichzeitig ist aber auch so diese Frage natürlich, wie integriert Dankbarkeit sehr, sehr schwierige Zeiten im Leben, wo ich zumindest für mich eine emotionale Parallele sehe, wo ich auch in den letzten Jahren, also die brauche ich nicht nochmal, sagen wir mal so. Und ich gleichzeitig aber auch merke, dass was ich in der Zeit erlebt habe, mit all dem Schmerz, all dem was da war und auch all den nicht so angenehmen Emotionen, da hat mir eine Dankbarkeit für das Leben im Jetzt durchaus beim, also fast wie sowas wie so ein Fokussieren oder so ein Freilegen der Ressource, die in den schwierigen Zeiten war. Bei gleichzeitiger Würdigung des Leides und der schweren Zeiten, aber immer so als eine Art Fokussierung für, ich bin dankbar, weil ich gemerkt habe, was ich kann, was in mir steckt, was mich da durch diese Zeit gebracht hat. Und natürlich haben das, also bitte, das ist ja immer alles individuell und das haben ja, also eigentlich hat jeder irgendwie so seine Themen und das ist auch für jeden immer, irgendwie gab es schlimme Zeiten im Leben, ich merke es halt durch die Dankbarkeit sehr intensiv. Ergibt das Sinn? Also ich kenne halt auch die Studien zu posttraumatischem Wachstum und so, wobei ich jetzt nicht sagen würde, dass das, also ich bin auch bei Trauma immer sehr vorsichtig. Und ja, das ist immer so, oh, das traumatisiert mich und hier und ich bin traumatisiert. Das finde ich ist manchmal auch, ach, ich möchte es nicht abwerten und gleichzeitig finde ich, das geht Menschen zum Teil sehr leicht über die Lippen. Wo ich so denke, ja, ist es das oder ist es halt echt einfach nur stressig oder so dieses, das triggert mich jetzt und wie auch immer. Aber das ist vielleicht auch nochmal eine andere Folge. Dankbarkeit spielt ja auch bei posttraumatischem Wachstum eine wesentliche Rolle. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Das heißt jetzt nicht, du hast ein Trauma und dann machst du ganz viel Dankbarkeit und dann hat sich das gegessen, weil du das dann viel positiver siehst. Das heißt jetzt nicht, nur fallen auch andere Elemente darunter, wie natürlich eine Coping und auch eine soziale Unterstützung, aber dieses Thema der Sinnhaftigkeit in dem Erlebten ist ein wichtiges Element für posttraumatisches Wachstum und das wird unterstützt durch eine Dankbarkeit. Und das finde ich dann ja auch immer spannend, was zum Beispiel da auch Glauben bei Menschen auch wissenschaftlich fundiert macht, damit sie da für sich eine Sinnhaftigkeit dann da drin sehen, dass ich das abgebe an eine höhere Macht und da das in einem größeren Zusammenhang dann auch entsprechend sehe. Da hilft Dankbarkeit definitiv für die positive Neurahmung. Genau. Und jetzt hast du das Thema angesprochen, eben Kontakt zum Tod allgemein. Das ist ja auch nochmal ein sehr spannendes, sehr wichtiges Thema. Was sind deine Gedanken dazu, Tod und Dankbarkeit? [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Er sagte, ja, die Leute haben irgendwie so ein Thema, dann wissen die nicht, wie sie mich ansprechen sollen. Und dann irgendwie ein Jahr später ist so, ja, ein Rumgedruckse. Und ich glaube, da haben wir einfach kulturell ein großes Lernfeld so beim Thema Tod. Aber das ist vielleicht auch nochmal eine separate Folge. Ich habe irgendwann mal eine App gefunden. Ach, ich fand das Marketing gut. Und die hieß oder die heißt We Croak. Also We Croak. Croak ist ja so, wir geben so ein Krötengeräusch von uns. Aber das heißt auch irgendwie so, wir beißen ins Gras. Das ist ein übertragener Begriff halt aus dem Englischen. Und da ist die Logik, dass die sich angeguckt haben, wie das in Bhutan ist. Und da ist es wohl so, dass die sich als Empfehlung fünfmal täglich an die eigene Sterblichkeit erinnern. [Sprecher 3] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Sprecher 3] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Also ich habe immer so das Gefühl, dass wir den Tod sehr negieren und alles irgendwie versuchen, um das Leben zu verlängern, egal um welchen Preis. Und gleichzeitig rückt damit für mich der Tod als natürlicher Teil des Lebens so ein bisschen in den Hintergrund. Und das heißt ja gar nicht, dass man in irgendeiner Art und Weise jetzt auf irgendwelche komischen Gedanken kommt, sondern ich glaube, wenn man stabil, emotional stabil ist und sich immer mal wieder bewusst macht, hey, also irgendwann sterbe ich. Und jetzt lebe ich. Dann ist dieses Kontrastierende, dann ist dieses drüber nachdenken über den Tod immer auch noch mal eine sehr intensive Unterschiedsbildung fürs Leben. Was macht die App? Was hat die App damals gemacht? Ja, und du hattest ja die Uhr auch, die rückwärts zählt. Ich glaube, Mike Baum hatte die als erstes. Ja, ich glaube schon. Ja, und dann hat er das. Und dann fand ich das irgendwie auch so cool, weil dann eine Uhr, wo man dann so eingegeben hat, gefühlt wie viele Jahre lebe ich noch? Und dann zählte die so runter, so eine Countdown-Uhr. Boah, die habe ich dann irgendwann auch wieder abgelegt. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und die hat fünfmal am Tag, so völlig unvermittelt, hat die immer ein Zitat, remember you’re going to die. Und dann kam als Belohnung ein nettes Zitat. Es kamen auch immer unterschiedliche Zitate. Und das fand ich schon beachtlich, weil so als Zitatsammler denke ich mir dann auch so, ja okay, relativ viele. Ein Zitat hat mich sehr berührt. Das war von Toni Morrison, amerikanische Schriftstellerin, und die hat auch einen Nobelpreis für Literatur gewonnen. Und die hat so schön gesagt, ich lese es mal erstmal auf Englisch vor. At some point in life the world’s beauty becomes enough. You don’t need to photograph, paint or even remember it. It’s enough. Also es gibt so einen Punkt im Leben, da ist die Schönheit der Welt einfach, sie ist genug vorhanden. Sie ist angereichert im System. Da muss man auch nichts mehr fotografieren, malen oder sie einfach auch erinnern. Es ist einfach da, die Fülle ist einfach da. Und das fand ich so schön, einfach auch immer mal wieder jetzt in den letzten Wochen und Monaten, in bestimmten Gärten oder im Kontakt mit Kunst habe ich das, wo ich teilweise auch viel drüber nachgedacht habe, was für eine Bedeutung hat eigentlich Kunst? Also was, wofür es eigentlich ist, Kunst zu haben und dann auch so viel davon und so unterschiedliche Stile. Und da habe ich zum ersten Mal, also mir ist ja schon alles klar, aber ich habe es zum ersten Mal gefühlt, wie Kunst und der Sinn für das Schöne, der Sinn für Ästhetik auf einmal zu einer inneren Fülle führt, die wiederum bei mir auch zu sowas wie einer Dankbarkeit für das Leben führt. Und dass an Menschen anscheinend seit also Hunderten, Tausenden von Jahren so klug sind und diese inneren Prinzipien der Fülle durch so etwas wie Kunst kultivieren oder ermöglichen. Und ich so denke, Menschen sind so klug, es ist so unglaublich und natürlich geht das halt auch dann wahrscheinlich mit Dankbarkeit für das Ganze einher. Und ja, ich habe das Gefühl, ich bin dann zum Teil auch eins mit den Dingen, also so dieses Thema der Selbsttranszendenz, wo ich das auch bei Dankbarkeit immer wieder merke. Dankbarkeit verbindet diese Dinge so mit mir und assimiliert das förmlich in mein System. Und mit so einer gewissen Achtsamkeit der eigenen Psyche, des eigenen Systems gegenüber, wird das irgendwie so ein Teil von mir. Ja, ich danke dir fürs Öffnen und Nutzen dieses Raumes, weil das, was du gerade gesagt hast, stößt bei mir total in Resonanz. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Aber was sagt die Forschung, was sagt die Studienlage? [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Was wichtig ist, ist immersiv in diese Gedanken reinzugehen und den dann auch reinzuspüren, weil bei diesen gesamten Emotionstriggern, die ich mir setze, mit diesen Momenten, ist nicht der Moment wichtig, es ist das Gefühl, in das ich reingehe. Die Emotion als Embodied State, ein verkörperter Zustand, in den ich reingehe, wo ich das wirklich innerlich spüre, aktiviere und dadurch mein Körper sich in die richtige Richtung dann auch bewegt, sprich dieses Thema der Fülle spüren und so weiter und so fort. Also das ist ganz, ganz, ganz, ganz wichtig, dass diese Momente, weil der hat gesagt, ja, ich bin dankbar für meine Familie und dass es mir gut geht und so hat er es wirklich gesagt dann auch und dann weißt du ja, nee, also das ist einfach, der macht die Übung, weil er es jetzt gerade machen muss. Aber dann spürst du da ja natürlich auch nicht rein und das ist total schwer und das ist dann auch in Ordnung mal an dem einen Tag, da war jetzt nichts dabei, wo ich wirklich so richtig reinspüren kann in die Dankbarkeit, das ist vollkommen in Ordnung. Andere Menschen können das. Das ist wirklich ein körperlicher, dass da eine angenehme körperliche Resonanz dadurch entsteht und das ist entsprechend das Wichtige dabei. Deswegen es gibt unterschiedliche Dankbarkeitsinterventionen, doch die effektivsten sind diejenigen und das zeigt eine Studie von 2025, die sieben verschiedene Dankbarkeitsinterventionen verglichen hat, eine Dankbarkeitsliste und so weiter war auch dabei, aber die effektivsten sind die, wo eine zwischenmenschliche Komponente ist, wie beispielsweise dem Dankbarkeitsbrief. Ja, der Dankbarkeitsbrief wurde unter anderem auch von Martin Seligman, also dem Begründer der positiven Psychologie auch erforscht, hat dann auch gezeigt, dass dieses Gefühl der Dankbarkeit auch 30 Tage danach anhält, wenn ich diesen Brief schreibe einer Person, der ich dankbar bin und den dann auch abgebe und vorlese und so weiter und dann dieser Moment entsteht, wo eine andere Person das wahrnimmt und auch annimmt. Und ja, diese schöne Nähe dadurch dann auch entsteht, das ist etwas, was solche Dankbarkeitsinterventionen besonders macht, deswegen auch gerne mit dem Partner genau diese Momente teilen und mit Kolleginnen und Kollegen mal sich an einer Dankstelle aufladen sozusagen und dann gegenseitig sich die Dankbarkeit dann auch schenken. Ich habe neulich etwas gemacht am Geburtstag meiner Frau, die hatte Ende August Geburtstag, ich weiß es, am 21. August, sonst denken die Leute, ich weiß nicht, wann meine Frau Geburtstag hat. Gerade nochmal gerettet, ja, sehr gut. Und ich habe ihr was geschenkt, das ist ja etwas Persönliches, nur ich habe ihr auch einen Brief dazu geschrieben und die Idee davon habe ich aus dem Alten Testament tatsächlich, da wird eine Praxis vorgestellt, die nennt sich Dayenu und das ist Hebräisch für It would have been enough, also es wäre genug gewesen. Und das finde ich total spannend, in der Praxis, im Glauben geht es darum, die Dinge aufzuzählen, die Gott für das Volk gemacht hat, im Alten Testament, um sie in das geweihte Land zu bringen. Und selbst wenn er das nicht gemacht hätte, wäre es genug gewesen. Und deswegen habe ich beispielsweise zu meiner Frau dann gesagt, du hast mir Kinder, meine Kinder geschenkt, dafür bin ich dankbar, oder beziehungsweise hat mich geheiratet, dafür bin ich dankbar und auch wenn du mir keine Kinder geschenkt hättest, wäre es genug gewesen. Dann machst du damit weiter, du hast mir Kinder geschenkt und hättest du mir nicht noch ein zweites Kind geschenkt, wäre es genug gewesen und so weiter, um dieses Thema des Genug da zu haben. Also wenn ich das jetzt mit dir zum Beispiel machen dürfte und wollte, dann wären es so Themen wie, du hast mich in einem meiner tiefsten Momente an die Hand genommen und hast mir deine Unterstützung angeboten, dafür bin ich dir dankbar und hättest du mich nicht in deine Community eingeführt, wäre es genug gewesen. Du hast mich in deine Community eingeführt und hättest du nicht mir die Chance gegeben, mit dir zusammenzuarbeiten, wäre es genug gewesen. Und du hast mir die Chance gegeben, mit dir zusammenzuarbeiten und hättest du mir nicht das Vertrauen geschenkt, eine eigene Säule der Resilienz aufzubauen, wäre es genug gewesen. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Aber genau diese Thematik von das Zwischenmenschliche zu teilen, macht einen riesigen Unterschied. Und deswegen auch diese Dankbarkeitsbrief, Dankbarkeitsnachricht zu schreiben oder auch, also wie auch immer. Ja und ich fand ja dieses Dayeno, es wäre genug gewesen, auch in dem Sinne wirklich sehr spannend, weil es nochmal diese Fülle unterstreicht, die in den Geschenken drin ist, die ein anderer Mensch uns geschenkt hat. Krass. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Also das webt ein für mich ganz dichtes, einen ganz dichten Teppich und verdichtet den auf eine Art und Weise, dass genau dieses Gefühl der Fülle einfach nur wegen dieser Stapelungen, also Stapelungen klingt auch irgendwie komisch, aber das ist ja so eine verwebende Verdichtung, die unheimlich intensiv sich anfühlt. Und das kann ich eigentlich nur Ihnen raten, das mal mit jemandem zu machen und ob man den Brief dann abschickt, kann man dann immer noch entscheiden. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Ja, weil das ist immer wieder ja auch so eine Thematik, wo andere Menschen, wo manche Menschen denken, nee, diese Person kann nicht Dankbarkeit annehmen. Und auch wenn da eine Bescheidenheit und sich klein machen da ist und so weiter und so fort, ich glaube, eine Person kann Wertschätzung und Dankbarkeit sehr gut verkraften. Deswegen bin ich immer noch sauer auf meine Frau, die einmal gesagt hat, nee, schon zweimal im Restaurant gesagt hat, wenn ich mich beim Kellner bedankt habe oder bei der Kellnerin und ganz viel Wertschätzung gezeigt habe und so weiter, hat sie schon zweimal gesagt, ach, das sagt er zu jedem. Und dann sag ich, Schatz, damit machst du mein Kompliment inflationär. Ja, weil es ihr unangenehm ist, weil sie denkt, die Person kann das nicht annehmen, aber die Person hat sich total gefreut. Aber genau dieses Thema, in der Beziehung mit dem anderen Menschen, mal wirklich dem zuzutrauen, der kriegt das hin, das anzunehmen. Aber man, aber, beziehungsweise und, man darf sich immer noch entscheiden, es nicht zu tun. Das ist auch in Ordnung. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Also diese sozusagen auf einer anderen Ebene nochmal das Danke zu validieren und dann zu merken, wie es ankommt, sagen, ja. Und manchmal folgt eine Umarmung, würde jetzt nicht so weit gehen, den Kellner dann zu umarmen, das wäre ein bisschen komisch. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und von mir danke an dich, danke an Sie da draußen und möge die Resilienz mit Ihnen sein. Alles Gute. Tschüss. Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Wir sind mal wieder im Denkraum und ich kann nur sagen, hallo lieber Ruben, wir haben heute einen Gast, der sehr in die Fülle uns bringen wird, der uns beider erfüllt und der mir jetzt schon bei aller Heiterkeit und Zufriedenheit eine große Andächtigkeit schenkt. Ich freue mich sehr, dich zu sehen.
Ich freue mich auch sehr, dich zu sehen und das war eine hervorragende Vorstellung unseres Gastes und dein ganzer Körper und deine Stimme waren sehr konkurrent zum Thema. Dann verrat doch mal allen, worum es heute geht, die noch nicht unseren Titel gelesen haben voller Folge und einfach losgestartet sind.
Genau, ja, soll ja auch so sein. Ich mache vielleicht einen kurzen Bogen. Ich war nämlich heute mit 150 Führungskräften in einem großen Hochhaus in Frankfurt und wir haben mit einem schönen Blick über die Stadt, haben wir über Resilienz gesprochen und war für mich auch dieser schöne Satz von dir Teil, nämlich der da lautet Glück hält dann ewig, wenn man beim Streben schon zufrieden ist.
Und ich finde es so schön, dass du mit diesem Zitat startest. Und da muss ich nur sagen, du hast es dann geschafft, wenn du dich selbst zitieren kannst. Ruben Langwarrer.
Ja und ich finde das gerade in der heutigen Zeit auch so wichtig, weil natürlich das so ein, wie soll ich sagen, also sowas als Werbeslogan für Amazon wäre jetzt nicht so hilfreich. Mit uns sind sie zufrieden und müssen nichts kaufen, damit macht man keinen Umsatz. Und gleichzeitig, ja oder support your local dealer ohnehin.
Ja, einmal auf der Feuerflamme das Wasser drüber geschüttet. Das ist wirklich immer wieder spannend. Ätzend. Mein Umfeld das gerne hätte und dann wird es dann auch entsprechend zu Schuld. Zu Schuld hatten wir auch eine Folge. Und ja, aber darum geht es ja entsprechend auch nicht bei der Dankbarkeit.
Ja, und das was sehr interessant ist, also ich gebe den Kindern das ja manchmal so, wenn ich dann bei meinen Bekannten zu Besuch bin oder bei meinen Freunden so, dann so, naja, also das ist schon auch offiziell, ich habe das schon abgecheckt. Aber ich gebe denen das halt einfach so, ich mache da jetzt kein großes Bremborium und dann ziehen die damit halt ab und das ist gut so, ne. Und dann kommt irgendwann so diese, hast du ihm auch Danke gesagt?
Oh ja, boah, das habe ich zum ersten Mal in Berlin gehört. Da dachte ich, doch, genau dafür.
Ja genau. Und das, was heilt, was ich so, meine Hypothese ist, dass wenn das jemand sagt, hat dieser Mensch irgendwann mal erlebt, wenn man jemandem etwas schenkt, dann zahlt man ja auf so ein Wertschätzungskonto ein und man hat dann was gut, so. Und dann kommt irgendwann das Abheben, so meist schneller als man denkt.
Ja, und auch dieses Thema, ich habe es verdient, dass mir Geschenke gemacht werden. Ja, genau. Ich als Mensch habe es verdient, dass mir Gutes wieder fährt.
Das ist oder das erinnert mich so ein bisschen an dieses Thema Leben im Mangel und Leben in der Fülle und ich meine damit gar nicht im Außen, sondern das ist jetzt wieder so die Kategorie Kalendersprüche, so dieses Innere Fülle, Äußere Fülle und Leben in Fülle, das klingt immer total gut, wenn man das im Kalender so sieht. Sei dir die Fülle, der Fülle deines inneren Gartens bewusst, ja, bade im, weiß ich nicht, selbst, keine Ahnung was, in der Selbstliebe und so und ich habe viele Jahre in meinem Leben, habe ich das so gelesen, denke, ja, super, wie, wie geht das? Und natürlich, wenn man dann anfängt oder als ich dann angefangen habe, mich mit mir selber irgendwie zu beschäftigen, so über die ganzen Ausbildungen und auch sehr viele Jahre sehr intensiv Coaching genommen und natürlich halt auch Meditation und kultivieren von angenehmen Emotionen und so, habe ich das Gefühl, dass gerade das Thema Dankbarkeit bei mir diese innere Fülle, die sich auch in so einem Gönnen können.
Ja, und das zeigt auch die Studienlage, also auch die Forschung hat genau diese Effekte von Dankbarkeit erforscht, ne, auf Neidgefühle jetzt, ne, Neid in dem Sinne, als eine andere Person hat etwas, was ich gerne hätte, was ich aber entsprechend nicht habe, ne, dann gibt es ja nochmal andere Themen wie Missgunst und so weiter, wo ich auch denke, die andere Person hat das nicht verdient, ne, die Sache, die sie da hat, ne. Und Dankbarkeit reduziert nachweislich Gefühle von Neid, auch aufgrund der Tatsache, dass ich für mich eine Fülle spüre und da entsprechend dann nicht in einen Aufwärtsvergleich gehe mit der anderen Person, sondern dass ich mich levele oder dass ich einfach sage, hey, ich gehe da in die Mitfreude und ich freue mich für diese andere Person dann eher, dass sie das für sich hat. Und damit dann auch entsprechend ihre Fülle leben kann und deswegen auch gönnen können.
Was mich in diesem Zusammenhang und auch so in der Vorbereitung interessiert hat und eine Frage, die ich mir für dich notiert habe, ist, welche Dankbarkeitspraktiken, also wie mache ich denn das konkret im Alltag, also umsetzungsorientiert? Und ich habe dann mich natürlich auch gefragt, wie ich das mache und ich dankbare mich immer in den Tag. Also mir ist schon klar, dass Dankbaren jetzt noch nicht so das gebräuchliche Verb ist, aber ich wurde irgendwann mal gefragt, wie startest du in deinen Tag?
Nein, das ist nicht nur Philosophie, das ist tatsächlich auch Wissenschaft.
Ja, und ich dachte eben so, wo kommt das denn her? Aber ich habe eigentlich nur so meinen inneren Prozess beschrieben. Ja.
Und wie schön der ist, ja, und wie schön du den beschrieben hast, Sebastian. Und während ich dir zugehört hatte, hatte ich genau diese Zwickmühle von, gehe ich jetzt auf eine wissenschaftliche Erklärungsebene oder begegne ich dir als dein Freund und gehe da in Resonanz? Und ich glaube, ich wähle jetzt gerade mal die Seite des, das ist jetzt gerade Philosophie, aber da steckt ganz viel Wissenschaft auch dahinter in der Art und Weise, wie du das erlebt hast.
Ja, und Wehmut gibt es in mir eine Seite, die sagt, also Weh und Mut, die Kombination aus Matthias Wager von Kiebert würde jetzt die semantische Reaktionsdifferenzierung ansprechen. Und die semantische Reaktionsdifferenzierung wäre so bei Weh und Mut, es ist kein Schmerz dabei, sondern es ist eher eine Form von Andächtigkeit und eine Form von Resonanz mit dem Vergangenen. Also diese, das ist wie eine Art Stärkung, die auf so einer parallelen Ebene läuft, sowas wie einen Film, den man mal gesehen hat, der so neben dem normalen Lebensfilm läuft.
Richtig, vor allen Dingen, um dieses Sinn erleben zu haben, die Sinnhaftigkeit in dem Erlebten zu erkennen. Also wenn ich jetzt die Zeitlinie mir angucke von damals, wie es mir vor dem Ereignis ging, dann nach dem Ereignis und wie es mir dann jetzt ist und wie ich vielleicht, ja, was da entstanden ist dadurch, was vielleicht heute Positives, was ich mitnehmen kann. Da hilft die Dankbarkeit total, um diesen Positivbewertungsstil oder diese Positivbewertung, die positive Neurahmung des Ereignisses eher hinzubekommen.
Also erstmal Trägerwarnung. Mir wurde jetzt diverse Male schon gesagt, boah, also es ist schon echt irgendwie cool zu hören, wie du mit diesen Themen umgehst und so weiter. Und also ich denke halt auch immer, wenn ich mich so auch mit meinen Schwächen und so zeige, wir sind ja unter uns, hört ja keiner zu.
Und für alle am Ende kommen jetzt gleich nochmal Dankbarkeitsinterventionen, keine Sorge. Und dann nochmal die praktischen Implikationen und so weiter, die kommen jetzt am Ende. Ich weiß, ich habe da so eine Zweckmühle.
Und ich finde, die liebe Kollegin Susanne Schlenker, die wir auch beim Resilienzkongress auch schon interviewt haben, die macht ja auch auf Instagram viel so mit Tod und Sterben und macht dafür irgendwie eine Form von Marketing. Und ich finde einfach, wir haben in Deutschland nicht so die Kultur im Umgang mit diesen Themen. Ach, und das hat mein Papa nach dem Tod von seiner Frau auch immer gesagt.
Und dann denkst du auch so, Alter, das werden echt schlimme Tage. Achso, hast du heute schon an den Tod gedacht?
So gegenseitig so.
Genau.
Anstatt ein Hallo. Ja, genau. Du willst sterben.
Genau. Und das ist aus der buddhistischen Lehre kommend, da heißt das dann Maranasati. Und das ist so die Achtsamkeit auf den Tod und irgendwie so eine Art bhutanische Alltagskultur. Und die Idee dahinter ist, bist du im Kontakt mit deinem Tod, lebst du gegenwärtiger und lebst auch dankbarer, weil der Tod natürlich immer als ultimativer Prüfstein oder als ultimative Grenze zu dem, ich habe nichts mehr, also wir kommen mit nichts, wir gehen mit nichts. Und das, was ich habe, wird mir halt im Kontext zum Tod Gewahrer. Und dann ist natürlich die Frage, wie gehe ich damit dem Tod um?
Ja, und die hat bei mir irgendwie nach einem Jahr die Batterie aufgegeben.
Da dachte ich auch, ja okay. Scheißzeichen, so. Also für mich, ich habe das ein dreiviertel Jahr gemacht mit We Croak.
Weil dieses Thema der Ästhetik und der Schönheit, die da drinnen steckt, auch die Schönheit im Vergänglichen, die Japaner haben ja einen Begriff dazu, das Wabi-Sabi, wo sie genau diese Wertschätzung für vergängliche Dinge haben, wunderschön. Also eine wunderschöne Philosophie, die dem Leben durch die Betrachtung des Todes noch mehr Wertigkeit gibt und noch mehr Schönheit. Und da kommen wir wieder zurück zum Anfang, mehr Fülle dann auch dadurch gibt, was wir jetzt im Hier und Jetzt haben.
Ist natürlich die Frage, jetzt auch das, was wir angekündigt haben, welche Praktiken, welche Themen, also wie mache ich denn das? Und natürlich Dankbarkeitsfragen, wofür bist du dankbar? Und dann wie oft kann man immer machen?
Ja, also alles mögliche, was mit Dankbarkeit zu tun hat. Dankbarkeitsliste, Dankbarkeitstagebuch, super. Ich hatte letzte Woche erst einen Coaching-Klienten, der gesagt hat, ich mache jetzt seit einer Ewigkeit Dankbarkeitstagebuch und das wirkt nicht so sehr und so weiter und so fort.
Also ist jetzt genug, ich merke, was für ein Krass. Also das ist ja wie so eine exponentielle Kurve. Und beim ersten dachte ich so, ja, da nicht für. Und beim dritten, vierten dachte ich so, Alter, das ist ja krass. Also wow, okay.
Und genau diese Thematik, auch diese Thematik von der Kontakt mit dir, sei es meine Frau oder jetzt beispielsweise mit dir und auch mit ganz vielen anderen Menschen, wenn ich dieses Thema habe, auch wenn du das nicht gemacht hättest, wäre es genug gewesen, einfach dieses Thema Genug, Genügsamkeit da drinnen. Das finde ich so kraftvoll, dass jemand einem anderen Menschen dann auch zu sagen, mitzuteilen, ja, finde ich da nochmal extrem kraftvoll. Genau deswegen diese, weil ich, also ich musste jetzt gerade selber kämpfen mit mir, deswegen habe ich das in einem Ton gesagt, der für mich noch neutral war, weil sonst hätte ich dann auch mit dem Tret kämpfen müssen.
Also, ja, ich habe gerade so ein paar Leute aufgeschrieben, wo ich so denke, das ist für die nächsten Wochen, da will ich mir mal Zeit für nehmen, weil ich gerade auch gemerkt habe, was diese Praxis auch bei mir macht. Weil sie eine Form von, ja, sie würdigt auch in gewisser Art und Weise die verschiedenen Level an Dingen, die Menschen für einen gemacht haben. Und das finde ich extrem, wie sagt man, extrem verstärkend, extrem verdichtend.
Aber es macht einen Unterschied tatsächlich, ob man das macht oder nicht. Natürlich ist die Entscheidung ja, wer das ganze Paket möchte, sozusagen, dann ist das Abschicken auch wirklich eine spannende Sache. Aber definitiv, ich bin da bei dir, da gibt es bestimmte Hemmungen, das zu tun, nur sich mal zu trauen und dem anderen mal zu unterstellen, dass er das auch hinkriegt, anzunehmen.
Also ich höre bei dir wieder einen Aufruf, eine Zumutung zu praktizieren. Also mutet anderen die Dankbarkeit zu, mutet anderen das zu. Und du hast das vorhin gesagt, dieses mit dem, da nicht für, diesen Moment dann anhalten, in die Augen gucken und sagen, doch, und genau dafür.
Selbst wenn sie mir nicht den Fisch gebracht hätten.
Genau, und dann denkst du auch so, ach nee, den wollen wir alle nicht bedienen. Das dauert immer so lange bei der Rechnung bringen.
Ja, und auch bitte beim Vorlesen nicht in die Erwartungshaltung zu gehen, das wird jetzt das Leben der anderen Person verändern. Das, was kommt, das kommt. Den Brief vorzulesen und dann immer wieder die Person anzugucken, na, wie schön ist das? Und in diese Erwartungshaltung dann zu gehen, nein. Sondern es wirklich umzugeben, als vorzulesen, das ist das Wichtige.
Ja, ach Mensch, also das war jetzt, und da danke ich dir sehr, das war jetzt ein sehr tiefer und vielfältiger Blick auf das Thema Dankbarkeit. Ich kann dir dafür nur Danke sagen. Und das meine ich ganz ernst, es ist immer wieder eine Freude und es ist immer wieder auch eine Form von Selbstreflexionsraum, der mir total Spaß macht und der für mich auch immer nochmal neue Perspektiven bringt, auch gerade über das Studientechnische.
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).