Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 38

Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 38

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 32Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 38 für Sie zusammengestellt.

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Folge 38: Rethinking: Stolz

Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 38

In der 38. Folge des Podcasts Rethinking Resilience nehmen Sebastian und Ruben die Emotion Stolz unter die Lupe – eine oft missverstandene, aber hochwirksame Kraftquelle in unserem emotionalen Repertoire. In einer Gesellschaft, in der Stolz häufig mit Arroganz verwechselt wird oder kulturell negativ konnotiert ist, zeigen die beiden, wie wichtig es ist, Stolz differenziert zu betrachten und aktiv zu kultivieren. Denn authentischer Stolz stärkt nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern fördert auch Motivation, Flow-Erleben und soziale Verbundenheit – zentrale Elemente einer starken Resilienz.

Warum lohnt es sich, sich mit Stolz auseinanderzusetzen?

Stolz wird in unseren Kulturkreisen oft kritisch betrachtet – geprägt von religiösen Werten, Schuld- und Schamtraditionen und einer gewissen Skepsis gegenüber Selbstbewunderung. Ruben erinnert an die Verbindung zu den „sieben Todsünden“, während Sebastian die kulturelle Zurückhaltung im deutschen Sprachraum betont. Doch Stolz, so zeigen die beiden, ist viel mehr als ein überhebliches Gefühl. Er ist eine selbstreflexive Emotion, die die eigene Entwicklung würdigt, das Selbstbild stärkt und motivierend wirkt.

Diese Differenzierung ist wichtig, weil Stolz häufig unbewusst verbannt wird – entweder durch fehlendes gesellschaftliches Feedback oder durch einen selbstkritischen Umgang mit den eigenen Leistungen. Dadurch bleibt ein emotionales Potenzial ungenutzt, das im besten Fall sogar Burnout vorbeugen kann. Wer stolz auf sich selbst sein kann, braucht weniger externe Bestätigung und spürt mehr Sinn und Wirksamkeit im eigenen Handeln.

Was ist Stolz – und wie lässt er sich wissenschaftlich einordnen?

Die Emotionspsychologie, insbesondere durch die Arbeiten von Dr. Jessica Tracy, unterscheidet zwei Formen von Stolz:

  1. Authentischer Stolz basiert auf kontrollierbaren Handlungen und Leistungen. Er ist verbunden mit Bescheidenheit, Selbstwirksamkeit und Entwicklung.
  2. Hubristischer Stolz hingegen gründet sich auf nicht beeinflussbare Eigenschaften (z. B. Intelligenz, Status) und äußert sich oft in Arroganz oder Selbstüberschätzung.

Authentischer Stolz fördert die nachhaltige Motivation, soziale Verbundenheit und Persönlichkeitsentwicklung. Er entsteht durch Übung, Anstrengung oder bewusste Werteorientierung – ob im Beruf, im Familienleben oder im sozialen Engagement.

Stolz wirkt damit wie ein emotionaler Kompass, der uns anzeigt, wenn wir uns in Übereinstimmung mit unseren Werten und Entwicklungszielen bewegen. Er ist eng verwandt mit Freude und steht in Verbindung mit Flow-Erleben – dem Zustand völliger Vertiefung und Leichtigkeit beim Tun. Gleichzeitig braucht Stolz ein Gegengewicht: Dankbarkeit. Sie balanciert die Selbstzentrierung aus und sorgt für Demut und Verbindung.

Wie lässt sich Stolz im Alltag kultivieren?

Ruben und Sebastian machen deutlich, dass Stolz nicht von allein entsteht. Es braucht Resonanz. Kinder beispielsweise entwickeln Stolz, indem sie die Freude ihrer Bezugspersonen spiegeln und verinnerlichen. Wer als Kind keine positive Resonanz erfährt, hat es oft schwer, ein gesundes Stolzempfinden zu entwickeln.

Auch im Erwachsenenalter können wir durch soziale Spiegelung Stolz kultivieren – etwa durch wertschätzendes Feedback im Beruf oder durch die bewusste Reflexion eigener Entwicklungen. Ruben spricht hier von Legacy-Guiding: ein strukturiertes Zurückblicken auf das eigene Lebenswerk, um es als Vermächtnis sichtbar zu machen. Dieser Prozess erzeugt Stolz – nicht als Narzissmus, sondern als Anerkennung dessen, was man in die Welt gebracht hat.

Für Führungskräfte, Eltern oder Coaches heißt das: Wertschätzung zeigen und die Leistung anderer sichtbar machen. Damit helfen wir Menschen, sich selbst als wirksam zu erleben und Stolz als innere Ressource aufzubauen.

Wozu dient Stolz – im Leben und für unsere Gesellschaft?

Stolz ist nicht nur eine persönliche Kraftquelle, sondern hat auch eine soziale und politische Dimension. Sebastian und Ruben zeigen, dass authentischer Stolz zur Selbstwerterhöhung beiträgt und gleichzeitig soziale Verantwortung fördert. Menschen, die auf ihr Handeln stolz sind, engagieren sich eher für übergeordnete Ziele, handeln kooperativer und fördern andere – sei es im Team, in der Familie oder im Gemeinwesen.

Gleichzeitig mahnen sie zur Achtsamkeit im Umgang mit Stolz. Denn Stolz ohne Dankbarkeit und Demut kann in Dominanz, Abwertung und Trennung umschlagen – wie es im politischen Diskurs oder bei ideologischer Überhöhung zu beobachten ist.

Resilienz entsteht also auch durch bewusste Stolz-Kultivierung: im Einklang mit den eigenen Werten, im Resonanzraum mit anderen Menschen und im Wissen um die Begrenztheit des eigenen Beitrags. Wer diese Haltung einnimmt, wird nicht nur

Transkript der Folge 38

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge 38:

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Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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