Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 38
Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 38 für Sie zusammengestellt.
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Folge 38: Rethinking: Stolz

In der 38. Folge des Podcasts Rethinking Resilience nehmen Sebastian und Ruben die Emotion Stolz unter die Lupe – eine oft missverstandene, aber hochwirksame Kraftquelle in unserem emotionalen Repertoire. In einer Gesellschaft, in der Stolz häufig mit Arroganz verwechselt wird oder kulturell negativ konnotiert ist, zeigen die beiden, wie wichtig es ist, Stolz differenziert zu betrachten und aktiv zu kultivieren. Denn authentischer Stolz stärkt nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern fördert auch Motivation, Flow-Erleben und soziale Verbundenheit – zentrale Elemente einer starken Resilienz.
Warum lohnt es sich, sich mit Stolz auseinanderzusetzen?
Stolz wird in unseren Kulturkreisen oft kritisch betrachtet – geprägt von religiösen Werten, Schuld- und Schamtraditionen und einer gewissen Skepsis gegenüber Selbstbewunderung. Ruben erinnert an die Verbindung zu den „sieben Todsünden“, während Sebastian die kulturelle Zurückhaltung im deutschen Sprachraum betont. Doch Stolz, so zeigen die beiden, ist viel mehr als ein überhebliches Gefühl. Er ist eine selbstreflexive Emotion, die die eigene Entwicklung würdigt, das Selbstbild stärkt und motivierend wirkt.
Diese Differenzierung ist wichtig, weil Stolz häufig unbewusst verbannt wird – entweder durch fehlendes gesellschaftliches Feedback oder durch einen selbstkritischen Umgang mit den eigenen Leistungen. Dadurch bleibt ein emotionales Potenzial ungenutzt, das im besten Fall sogar Burnout vorbeugen kann. Wer stolz auf sich selbst sein kann, braucht weniger externe Bestätigung und spürt mehr Sinn und Wirksamkeit im eigenen Handeln.
Was ist Stolz – und wie lässt er sich wissenschaftlich einordnen?
Die Emotionspsychologie, insbesondere durch die Arbeiten von Dr. Jessica Tracy, unterscheidet zwei Formen von Stolz:
- Authentischer Stolz basiert auf kontrollierbaren Handlungen und Leistungen. Er ist verbunden mit Bescheidenheit, Selbstwirksamkeit und Entwicklung.
- Hubristischer Stolz hingegen gründet sich auf nicht beeinflussbare Eigenschaften (z. B. Intelligenz, Status) und äußert sich oft in Arroganz oder Selbstüberschätzung.
Authentischer Stolz fördert die nachhaltige Motivation, soziale Verbundenheit und Persönlichkeitsentwicklung. Er entsteht durch Übung, Anstrengung oder bewusste Werteorientierung – ob im Beruf, im Familienleben oder im sozialen Engagement.
Stolz wirkt damit wie ein emotionaler Kompass, der uns anzeigt, wenn wir uns in Übereinstimmung mit unseren Werten und Entwicklungszielen bewegen. Er ist eng verwandt mit Freude und steht in Verbindung mit Flow-Erleben – dem Zustand völliger Vertiefung und Leichtigkeit beim Tun. Gleichzeitig braucht Stolz ein Gegengewicht: Dankbarkeit. Sie balanciert die Selbstzentrierung aus und sorgt für Demut und Verbindung.
Wie lässt sich Stolz im Alltag kultivieren?
Ruben und Sebastian machen deutlich, dass Stolz nicht von allein entsteht. Es braucht Resonanz. Kinder beispielsweise entwickeln Stolz, indem sie die Freude ihrer Bezugspersonen spiegeln und verinnerlichen. Wer als Kind keine positive Resonanz erfährt, hat es oft schwer, ein gesundes Stolzempfinden zu entwickeln.
Auch im Erwachsenenalter können wir durch soziale Spiegelung Stolz kultivieren – etwa durch wertschätzendes Feedback im Beruf oder durch die bewusste Reflexion eigener Entwicklungen. Ruben spricht hier von Legacy-Guiding: ein strukturiertes Zurückblicken auf das eigene Lebenswerk, um es als Vermächtnis sichtbar zu machen. Dieser Prozess erzeugt Stolz – nicht als Narzissmus, sondern als Anerkennung dessen, was man in die Welt gebracht hat.
Für Führungskräfte, Eltern oder Coaches heißt das: Wertschätzung zeigen und die Leistung anderer sichtbar machen. Damit helfen wir Menschen, sich selbst als wirksam zu erleben und Stolz als innere Ressource aufzubauen.
Wozu dient Stolz – im Leben und für unsere Gesellschaft?
Stolz ist nicht nur eine persönliche Kraftquelle, sondern hat auch eine soziale und politische Dimension. Sebastian und Ruben zeigen, dass authentischer Stolz zur Selbstwerterhöhung beiträgt und gleichzeitig soziale Verantwortung fördert. Menschen, die auf ihr Handeln stolz sind, engagieren sich eher für übergeordnete Ziele, handeln kooperativer und fördern andere – sei es im Team, in der Familie oder im Gemeinwesen.
Gleichzeitig mahnen sie zur Achtsamkeit im Umgang mit Stolz. Denn Stolz ohne Dankbarkeit und Demut kann in Dominanz, Abwertung und Trennung umschlagen – wie es im politischen Diskurs oder bei ideologischer Überhöhung zu beobachten ist.
Resilienz entsteht also auch durch bewusste Stolz-Kultivierung: im Einklang mit den eigenen Werten, im Resonanzraum mit anderen Menschen und im Wissen um die Begrenztheit des eigenen Beitrags. Wer diese Haltung einnimmt, wird nicht nur
Transkript der Folge 38
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge 38:
↓ ANZEIGEN ↓ [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Dann gibt es da viele Mythen drüber. Es gibt auch viel Dissoziation von Emotionen. Das schöne Nichtfühlen oder maximal ich fühle mich gut oder schlecht oder weiß nicht oder muss. Wir wollen ja heute auf Stolz gucken und da natürlich an dich die Frage als Profi. Wenn du Stolz so hörst, was kommt so als erstes um die Ecke? [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Und auch Stolz findet jetzt inzwischen mehr Platz, finde ich, in der Gesellschaft. Aber da darf man nochmal ran, finde ich. Und vor allen Dingen diese eine Form von Stolz, die es gilt, zu kultivieren. Und darüber wollen wir ja auch heute dann entsprechend sprechen, über genau diese Differenzierung der Stolzarten und welche gut zu fördern ist und wo wir mal darauf achten sollten, ob wir die nicht eher leben und ob wir die auch nicht eher auch bei anderen fördern im Berufskontext, als Eltern, in der Ehe und so weiter. Und das ist das, was mir zu stolz als erstes einfällt. Und jetzt könnte ich natürlich wieder dieses Rabbit Hole runtergehen, was die Forschung angeht. Du hast jetzt bei mir auch so eine gewisse Forschheit raus, weil ich habe gestern meine Frau dabei erwischt, wie sie mein Buch zu selbst geschrieben hatte für 15 Cent bei Momox. Und das ging natürlich gar nicht, weil dafür habe ich fast 80 Euro ausgegeben. Das ist ein dicker Wälzer und da stehen so viele tolle Sachen über diese wundervolle Emotion namens Stolz drin. Und das habe ich natürlich behalten und will auch weiter behalten. Und ja, es ist eine selbstreflexive Emotion. Wir brauchen ein Ich-Konzept dafür, um das spüren zu können. Wir haben ja schon über Schuld gesprochen, diesbezüglich auch schon über Scham. Also es geht auch sehr viel um Selbstreflexion und Reflexion des eigenen Selbstbilds und vor allen Dingen der positive Blick darauf. Aber bevor ich so richtig so reingehe, dann da rein, also auch erstmal die Frage dann an dich dann zurück. Was assoziierst du denn mit Stolz? Jetzt bin ich so gesellschaftlich reingestiegen, jetzt habe ich kurz einen Einblick gegeben in das Psychologische. Aber was bedeutet denn Stolz für dich? [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Also ich habe irgendwie so ganz viele verschiedene Perspektiven da drauf. Eine Perspektive ist so aus dem Leistungssport, aus meinen Leistungssportzeiten, wo ich, wenn ich Pitcher, Catcher in der Baseballmannschaft, wenn ich auch gut geworfen habe, so ich war auch schon stolz. Also das war schon so, dass ich sagte, ja, das war geil. Da habe ich mich auch immer viel trainiert, immer viel Techniktraining gemacht. Und das war immer so dieses Innere, ja, das ist auch verdient. Also wenn man viel Zeit mit Basics verbringt, viel Zeit in die Grundlagen steckt, dann ist es auch gut. Dann darf man auch, das war immer so meine Sichtweise, dann darf man auch stolz sein. Dann muss man auch stolz sein auf sich und auf die Leistung, was man durch das Handeln erreicht hat. So. Dann bin ich ganz oft in Organisationen, wo, wenn ich über das Thema Stolz spreche, gerade auch so mit den Brücken hin zum Selbstwert, aber auch zur Selbstwirksamkeit. Und natürlich, klar, ich als Deutscher habe da ein sehr differenziertes Verhältnis zu, weil sozusagen dieses, ich immer das Gefühl habe, so stolz Deutscher zu sein, ist irgendwie, geht nicht. Dafür haben wir einfach zu viel missgemacht im letzten Jahrhundert, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Das heißt, da ist Stolz irgendwie so pauschal blockiert, ohne die Differenzierung. Aber damit wird man ja auch stolz nicht gerecht. Und dann habe ich viel in interkulturellen Teams zu tun, wo ich natürlich auch den Stolz ausdruck, also lächeln, leicht angehobenes Kinn, Schultern zurück und dieses so, was geschafft, was geleistet, dann schon auch sehe. Und dann habe ich irgendwie noch als vierte Perspektive und das ist dann eher so der pathologische Bereich, manchmal das Gefühl, wir dürfen ja, Achtung, Pauschalaussage und bitte gerne Trägerwarnung oder was auch immer. Ich habe immer so das Gefühl, das Einzige, worauf wir so richtig stolz sein dürfen, ist auf Arbeit. Also wenn wir viel arbeiten, wenn wir intensiv arbeiten, wenn wir viel leisten, dann dürfen wir stolz sein. Also wir müssen uns den Stolz hart erarbeiten. Das führt aber auch dazu, dass wenn wir uns selber kein gutes Feedback geben oder auch von anderen kein gutes Feedback kriegen, keine Wertschätzung, keine Würdigung des Geleisteten, dass das typischerweise dazu führt, dass wir einfach noch mehr arbeiten und das wiederum irgendwie mit diesem Ausbleiben von Stolz dann zu so, ja auch Burnout Phänomenen halt irgendwie führt, dass wir halt dann so merken so, ich kriege ja nicht das, was ich will. Irgendwie der Weg funktioniert nicht. Dann muss ich mich halt noch mehr anstrengen. Ja, und dabei wäre das Kultivieren von Stolz eigentlich der Weg, der, wenn wir den von innen heraus machen würden, halt gut funktionieren würde und vielleicht auch eine kleine Form der Burnout-Prophylaxe oder Prävention halt sein könnte. Vielleicht sogar auch ein bisschen helfen könnte, diese Erschöpfungsphänomene zu heilen, wenn man Menschen den Zugang zu Stolz ermöglicht. Also du merkst so, wie du in so ein Rabbit Hole im Bereich der Forschung reingehen könntest, gehe ich bei diesen Sachen immer so durch diese ganzen Felder, in denen mir das begegnet. Und ich habe irgendwie in meinem Kopf auch immer zu jeder Emotion oder zu jedem Thema, wie so eine Landkarte, die ich so, die dann so wach wird und wo ich dann so merke, ja, das ist ein breites Feld. Und deswegen mal so an dich die Frage, weil du ja auch jemand bist, als Coach der Menschen begleitet, ihre Legacy, also ihr positiv aufgeladenes Erbe, also ihre Errungenschaften zu würdigen, zu formatieren, überhaupt auch niederzuschreiben, so in die Welt zu bringen, dass sie ihren Leistungsfußabdruck auf dem Lebensweg halt hinterlassen und auch für andere sichtbar machen. Und da hängt, glaube ich, Stolz auch mit drin. Deswegen mal an dich die Frage. Ich glaube, wir könnten locker zwei, drei, vier Stunden jetzt hier mit verbringen. Lass uns doch einen Schnitt machen. Und da wäre mein Vorschlag, fang doch wirklich mit der Forschung an, weil wir ja auch immer darauf Wert legen, hier eine wissenschaftliche Fundierung zu haben. Und dann gehen wir von da aus weiter. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Wenn jetzt jemand darüber redet, wie er zu der Person geworden ist, die er oder sie heute ist, dann redet die Person über nicht kontrollierbare Dinge und identitätsbezogene Dinge. Sprich, ich würde dann sagen, ich bin heute so ein toller Trainer, weil ich einfach wahnsinnig intelligent und toll bin und wurde mir nie alles in die Wiege gelegt und alles. Und dann denkt sich ein Sebastian wieder sehr bescheiden, der Ruben heute, toll. Also das ist auch sehr mit Arroganz und Selbstverliebtheit und so weiter in der Wirkung nach außen. Der hubristische Stolz hat auch eine bestimmte Wirkung nach innen, weil wenn ich diesen hubristischen Stolz spüre und sage, es ist identitätsbezogen und eher nicht kontrollierbar, weil es mir irgendwie in die Wiege gelegt ist und das ist einfach so und ich habe einfach diesen Status, dann habe ich nicht die Motivation, mich zu entwickeln. Ich habe das Gefühl, ich bin schon ein fertiges Produkt und brauche gar nichts mehr zu tun. Also bei Menschen, die den hubristischen Stolz eher kultiviert haben, die bleiben da, wo sie sind. Also sie denken, die sind total geil und tun nichts, um sich weiterzuentwickeln und kriegen dann häufig den Realitätscheck, wenn Leute sie überholen und wenn die mal negatives Feedback bekommen, dann ist auch entsprechend die Fallhöhe umso größer. Auf der anderen Seite, der authentische Stolz, da sind die Erklärungen darüber, was meine Erfolge angeht und den Status, den ich heute habe, Erklärungen von Dingen, die kontrollierbar sind und eher handlungsbezogen sind. Also ich bin heute so ein guter Trainer, weil ich etliche Stunden Trainings gegeben habe, weil ich sehr gut strukturierte Trainings besucht habe und bei sehr guten Mentoren und Trainerinnen gelernt habe, Bücher dazu gelesen habe und so weiter und so fort. Und auch in der Wirkung hat das eher was mit Selbstsicherheit, mit Souveränität zu tun und ist auch nach innen die Message von durch Anstrengung kann ich besser werden. Also wenn ich daran arbeite, dann kann ich auch entsprechend mich weiterentwickeln und an den Punkt kommen, den ich für mich möchte. Also das ist eine stetige Anpassung an unsere ideale Identität, an den Sollzustand unseres Selbst, den haben wir irgendwie alle implizit in uns drin. Also wenn wir jetzt auch die Via-Klassifikationen, Values in Action oder Virtues in Action, die 24 Charakterstärken uns angucken aus der positiven Psychologie nach Seligman und Peterson in sechs Tugenden auch nochmal aufgeteilt, dann haben wir bestimmte Stärken, die wir da drinnen sehen. Also das Geilste, was ich an mir finde, ist meine Bescheidenheit. Ich werde auch nie müde, diesen Witz so zu sagen. Also werde ich nie müde davon. Du weißt, dein Niveau sieht ja immer nur von unten aus wie Arroganz. So sieht es aus, aber Bescheidenheit steht da wirklich drin. Aber das ist genau, dieses Thema Stärke und Tugenden für sich zu entwickeln und da irgendwie ranzugehen. Wir haben ja irgendwie eine Vorstellung, okay, das ist schon in mir drin. Ich finde, das lebe ich schon ganz gut. Ja, aber das ist eine Sache, die möchte ich nochmal eher erreichen. Und jedes Mal, wenn ich etwas tue, was mich dieser Charakterstärke jetzt beispielsweise, dieser Tugend näher bringt, dann ist es gut, ein Gefühl von Stolz in sich zu aktivieren, weil ich einen Schritt näher meinem Sollzustand entsprechen bin. Jetzt bei mir beispielsweise, einer meiner größten Entwicklungsfelder ist dieses Thema Authentizität, also mir selber auch gegenüber. Also auch wirklich integer sein und meine Meinung sagen und so weiter und nicht zu schnell die Meinung des anderen annehmen. Und ich merke in letzter Zeit, wie Stolz kommt, jedes Mal, wenn ich für mich eingestanden bin. Und wenn ich da was gesagt habe, was dagegen gesagt, dann reflektiere ich mich so im Arm und sage, ja, genau so will ich das haben. So finde ich es super und so mache ich das weiter. Und genau das sagt uns dann Stolz, hey, das war super, mach weiter so. Genau das ist der richtige Weg, um die Person zu werden, die du wirklich bist und die du entsprechend sein möchtest. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Das kann man ja auch sein, wenn das für einen sozusagen jahrelanges Training erfordert hat, überhaupt mal Netflix und chill zu trainieren, sondern eher so die Frage, also zum einen, wenn mir etwas gelingt, also so, das wäre sowas wie Effortless Pride, also anstrengungsfreier Stolz. So dieses aus einem Flow-Zustand heraus etwas gelingen, wenn es leicht geht, wenn es einem so zufliegt, darf ich, kann ich, will ich dann darauf stolz sein oder kommt dann eine andere Emotion um die Ecke? Und das andere ist wirklich so die Frage, auch wenn ich auf etwas stolz bin, wo ich einfach nicht vielleicht etwas gemacht habe, sondern etwas gelassen habe, sondern wo ich vielleicht einfach sage, ach, das lasse ich jetzt mal und ich entspanne mich jetzt oder ich steige auf das Spiel jetzt nicht darauf ein. Das erinnert mich gerade so ein bisschen an das, was du gesagt hast, so diese, sich selbst bei Authentizität und Konkurrenz erleben und auch irgendwie sagen, geil, darauf bin ich wirklich stolz. Wie cool ist das? Denn also gibt es quasi auch diesen anstrengungsfreien Stolz, weil ich glaube Stolz auch, wenn es mit dem Leistungsmotiv verbunden ist, ja dann auch schon wieder irgendwie sowas von einer gewissen Form von Anstrengung mit sich herum trägt. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Das geht natürlich auch übers Lassen, aber auch das ist irgendwie eine Handlung und auch Teil von dem, was ich vorhin gesagt habe, dass ich kongruent zu meinen Werten lebe, ja also beziehungsweise meine Werte in Aktionen bringe, Values in Action und dadurch dann auch entsprechenden Stolz spüre, weil ich eine Charakterstärke jetzt hier gerade gezeigt habe, auch wenn ich die Dinge lasse, ja beispielsweise wie eine Fairness oder eine Vorsicht oder Freundlichkeit oder was weiß ich was, das zeige ich dann damit, wenn ich dann auch Dinge lasse und als du gerade gesagt hast, gibt es auch sowas wie Effortless und kann ich auch einfach mal da liegen und so weiter, dann habe ich gedacht, ja aber dafür haben wir Stolz nicht, weil dafür ist ja sowas wie eine Zufriedenheit dann auch entsprechend da und deswegen, wenn wir jetzt beispielsweise mal Stolz angucken und was dessen Funktion ist, also uns annähern an unsere ideale Identität, ja das ist irgendwie mit Leistung und mit Anstrengung und so weiter verbunden, es darf auch eine Leichtigkeit da drinnen sein. Stolz hängt auch stark zusammen mit Flow, also wenn ich Stolz kultiviere, dann fällt es mir auch leichter, in diese Flow-Zustände zu kommen, weil der Freude auch sehr nah ist an Freude und Freude so eine Leichtigkeit in den Dingen, wie wir sie tun, ja und es ist auch irgendwie so eine selbstbezogene Freude, weil ich so mit mir selber positiv in Resonanz gehe dann auch und das macht dann auch das zukünftige Tun das irgendwie leichter, also die Anstrengung wird irgendwie weniger dann auch, aber ich mache weiter, um mich weiter zu entwickeln und wenn wir das jetzt mal so nehmen und Stolz jetzt beispielsweise mal in die vier Grundbedürfnisse nach Klaus Grawe packen, dann wäre Stolz vor allen Dingen für die Selbstwerterhöhung zuständig, aber in diesem Grundbedürfnis gibt es ja auch noch den Selbstwertschutz. Selbstwerterhöhung und Selbstwertschutz heißt es da, also es geht bei Stolz ja darum, dass ich meinen Selbstwert stetig durch Handlungen erhöhe, aktiv, dennoch braucht es ja irgendwie so ein ausgleichendes Element, weil sonst brenne ich ja aus, genauso wie du gesagt hast und sonst renne ich ja irgendwie Dingen hinterher, darf ich nicht mal Neune gerade sein lassen und darf ich nicht mal kurz innehalten auf der Couch, dann zurückblicken und dann wirklich mit so einem Zufriedenheitsgefühl auf meine Errungenschaften gucken oder halt einfach so, wenn ich was gelassen habe oder so wie ich bin und so weiter. Und das hat für mich viel mit Zufriedenheit, mit Fülle zu tun und da kommt beispielsweise der, ist kein Antagonist, es ist einfach ein balancierender Gegenpol, wie eine Schwestertugend sozusagen von Stolz, das ist die Dankbarkeit und Dankbarkeit sorgt für eine Selbstzufriedenheit, also eine Zufriedenheit in mir selbst, ein Gefühl der Fülle, wo ich sage, hey, es ist jetzt gerade okay und ich bin dankbar für die Dinge. Zum Beispiel auch, du hast vorhin dieses Thema angesprochen, stolz Deutscher zu sein, Nationalstolz und das ist ja auch irgendwie total paradox, weil, was habe ich denn dafür getan, Deutscher zu sein? Und da habe ich mich immer gefragt, beim Thema Stolz, ist das eigentlich authentischer oder ist das anmaßender Stolz? Und für mich fühlt sich das, wenn ich da so reinspüre, auch wenn ich meine Freundinnen und Freunde aus Amerika so angucke, manchmal anmaßend an. Ich finde, da sollte eine Dankbarkeit rein, dass ich dort geboren bin und dass ich bestimmte Privilegien dann genießen darf und so weiter und so fort, nur was hat denn der Stolz damit zu tun? Und das ist halt für mich dann auch wieder so ein Ausgleich, den die Dankbarkeit dann schafft, wo ich, weil beim europäischen Stolz entwickle ich mich ja nicht weiter und wenn ich Dankbarkeit reinbringe bei den Dingen, die ich so betrachte, dann entscheide ich mich bewusst dazu, das nicht weiterzuentwickeln, weil ich halt eine Zufriedenheit und eine Fülle spüre. Ergibt das Sinn? [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und wenn du das vergleichst oder wenn ich das so für mich im subjektiven Erleben und bitte, das ist jetzt nicht irgendwie empirisch oder durch was auch immer für einen Filter gesehen, sondern einfach in meinem sehr subjektiven Erleben, dann ist das irgendwie so, dass die Amerikaner von meinem Gefühl her, weil die ja auch dieses Land kultiviert haben, die haben riesen dicke Bücher über amerikanische Geschichte und dann werden da so die Häuser, die vor 200 Jahren irgendwie gebaut wurden, so als, oh, he got a really old house. Und ich denke immer so, naja, also wir haben in Göttingen ein Haus, das ist irgendwie knapp 1000 Jahre alt, aber netter Versuch. Da sind halt irgendwie die, das ist alles so ein bisschen verschoben von den Foki her. Und ich kann das total gut auch so im Sinne von diesem yes we can hast du in meiner Wahrnehmung in den USA eher so eine Macherqualität, so eine Leistung und wir fassen dann halt an und wir kultivieren das dann halt selber. Und in Deutschland haben wir auch in meiner sehr subjektiven Wahrnehmung eher auch noch so den Schatten des Dritten Reiches, wo ja, wie soll ich sagen, also so dieses sehr schwierige, dysfunktionale, überhöhende, und ich will diese ganzen Begriffe auch eigentlich hier nicht im Podcast haben, weil es einfach komische Felder aufmacht, wo natürlich das klar markiert wurde, um einen Unterschied zu bilden zum Zwecke der Selbsterhöhung, also in Richtung besser, schlechter, oben, unten, was auch immer. Und da glaube ich, ist der Nationalstolz auch generell zu differenzieren, weil zum Beispiel auch, ich habe auch viel mit Brasilianern gearbeitet, war auch oft in Brasilien, auch ein sehr stolzes Volk, aber auch, sage ich mal, mit einem geschichtlichen Blick und mit einem kulturellen Blick auch auf sich, auf die Kultur eines Landes. Und natürlich sind das immer nur Ausschnitte und natürlich ist das auch irgendwie nie die ultimative Wahrheit, aber da hatte ich auch ein anderes Erleben von deren Nationalstolz. Und na ja, unterm Strich, glaube ich, ist es wichtig, Stolz generell für sich zu kultivieren, im Sinne von Blick auf das Erreichte. Und damit würde ich dich gerne mal einladen, überzuleiten zu deinem Legacy-Guiding, wie du es so schön nennst, weil, als du mir das irgendwann mal erzählt hast, dachte ich, so ist ja eine geile Idee, wie kommt man auf sowas? Und dann habe ich da weiter drüber nachgedacht, dachte, so ist ja eigentlich genial, weil diese Frage, was bleibt, wenn du gehst, diese Frage, wie kann eigentlich das, was ich der Welt so zur Verfügung stelle, wie kann das noch ein bisschen sortierter, strukturierter und vor allen Dingen auch anschlussfähiger an meine Zielgruppen passieren? Na ja, und gleichzeitig haben wir, du, ich, viel mit Menschen zu tun, die wirklich viel hinterlassen, wo natürlich dann die Frage ist, wenn die jetzt nicht mehr da sind, was bleibt denn da? Und ich habe das bei Vera Birkenbiel sehr gut wahrgenommen. Die hatte viel im Netz und ich habe mir auch ganz viel von ihren Seiten einfach natürlich klar runterkopiert. Aber wenn ich das weitergebe oder halt darauf verweise, dann immer mit der Quelle, da ist ja auch das Thema Quellenamnesie, was da sofort mit um die Ecke kommt. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Weil für mich hat es total viel mit so einer Art konserviertem, niedergeschriebenen, verfügbar gemachten Stolz, weil natürlich das, was so an Errungenschaften weitergegeben wird, das ist ja nicht so, ich habe hier einen schlechten Text geschrieben oder ich habe hier eine total blöde Übung erstellt oder einen völlig unnützen Wissenskonglomerat zusammengehauen. Das habt ihr jetzt davon, sondern das ist ja, hey, ich habe was geleistet. Schaut es euch an. Vielleicht ist es für euch nützlich. Benutzt es gerne, tragt es weiter und so weiter und so fort. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Und ich helfe entsprechend Menschen dabei, das in eine Struktur zu packen, in ein Konzept zu packen, in Modelle zu packen, damit sie Multiplikatoren Ausbildungen daraus entwickeln können, damit sie Modelle rausgeben können, vielleicht auch ein Buch zu ihrem eigenen Konzept dann auch entsprechend schreiben. Und was für mich in diesem Prozess immer das größte Kompliment ist, ist, wenn wir auf die Ergebnisse drauf blicken und dann gesagt wird, ja, das ist meins und das ist genau der Moment des Stolzes, den ich dann sehe, weil sie zurückblicken, ihre Lebenslinie zurückgehen und mal genau das abgreifen, Mensch, was habe ich denn gelernt, was habe ich denn eingesetzt, was habe ich denn weitergedacht, anders gedacht und da wirklich für sich merken, hey, das ist der Grund, warum ich da bin, wo ich heute bin und das möchte ich jetzt weitergeben. Also ist da auch ein bisschen so eine Dankbarkeit, sollte mit dabei sein und auch eine gewisse Demut sollte da auch dabei sein. Ich will nicht nur den, um es jetzt mal so platt zu sagen, Narzissmus der Menschen ansprechen, hey, du hast was Geiles, komm, das bauen wir auf, damit du es geil vermarkten kannst und so weiter, das steckt ja natürlich dann auch dahinter, also steckt da drin, nicht dahinter, da drin und es geht aber vielmehr wirklich darum, wie du das auch immer so schön in den Seminaren sagst, du bist ein Geschenk an die Welt, du hast ein Geschenk, verteile es, gib es für die Nachwelt, auch für diese Thematik und es berührt mich immer sehr, wenn ich das höre, diesen Spruch, ich weiß gerade gar nicht, wo der herkommt, dass wir zwei Tode sterben, einmal, wenn wir zur Grabe getragen werden und dann nochmal, wenn unser Name zum letzten Mal genannt wird und mit dieser Legacy will ich einfach diesen zweiten Tod verzögern, auf eine gewisse längere Zeit und auch sozusagen für die Nachwelt die Dinge gemeinsam mit dieser Person aufbauen, die einfach, wo einfach wahnsinnig kluge Sachen drin sind und ich lerne auch so viel von den Menschen, denen ich arbeite und denke dann nochmal ganz anders und neu, weil sie einfach die Dinge so anders zusammengefügt haben. Also es funktioniert auch wirklich wie so ein sokratischer Dialog, dass wir einfach in den Dialog gehen und ich sozusagen lerne, also die anderen, die Person, die die Legacy hinterlässt, die ist sozusagen Sokrates und ich bin der Schüler, ich bin Platon, dann in diesem Szenario und ich schreibe halt die Dinge auf und strukturiere sie und so weiter, damit sie als Lehre weitergegeben werden und das will ich halt damit machen und dieser Moment des Stolzes aber, der kommt wirklich, wenn sie mal zurückgeblickt haben und sagen, das habe ich gemacht und das ist meins. Klar ist das Ego bezogen, das ist tatsächlich das Ziel davon, also dass ich wirklich für mich weiß, das war ich. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und das finde ich so spannend, ne, weil dieses mit den beiden Toten, ich glaube, dass es ein paar Leute gibt, die sagen, ja, dann ist halt so, dann war es das halt, ne, so und ich kenne viele, wo ich so denke, diesen Namen benutze ich sehr oft, die leben zum größten Teil zum Glück auch noch und es gibt ein paar, die benutze ich ganz häufig, weil es einfach eine Ehrung von ihnen ist und von dem Lebenswerk und natürlich ist immer die Frage zur Ehrung, gehören immer zwei Sachen. Es gibt den, der die Haltung des, es gibt da etwas zu ehren, natürlich braucht, weil ich kenne genug von den lieben Kolleginnen und Kollegen und gerade so in der Speaker-Szene, ach mein Gott, ja, das ist auch schön, das ist auch gut fürs Ego, wenn man irgendwelche Sachen nimmt, die ein bisschen verändert, das pustet ja das eigene Ego auf, finde ich ungünstig, ne, weil spätestens in Zeiten von ChatGPT, eine kurze Frage, weiß man, von wem es wirklich ist und die Leute, die sich auskennen, selbst bei den Hocharrivierten und den Granden der Szene, ja, dann machen sie halt aus der Wunderfrage von Steve de Shazer die „Feenfrage“. Mein Gott, also es wird schlechter und die Quelle wird nicht genannt und das finde ich einfach, da kann ich nur also mitleidig sozusagen drauf schauen, das ist aber auch okay, ne, wenn es das Ego braucht, sollen sie es nehmen, alles gut, so. Das Zweite ist tatsächlich ja die Möglichkeit überhaupt jemanden zu ehren, weil dieser Mensch etwas zu Ehrendes sozusagen ja hinterlässt, also es braucht ja etwas, was, wo man halt auch weiß, hey, das kommt von der Person und da gibt es zum Glück auch in Zeiten von ChatGPT, Google ja sowieso, immer auch die Möglichkeit, sich anzuzeigen zu lassen, was ist die Quelle, natürlich muss man die immer auch verifizieren, weil auch da Chatty ab und zu mal Sachen rausschmeißt und man so denkt so, naja, und ich sehe es immer noch auch bei den offiziellen Seiten, dass zum Beispiel das Zitat zwischen Reiz und Reaktion liegt. Ein Raum mit sehr, sehr viel Selbstbewusstsein, auch von Professoren Viktor Frankl zugeschrieben wird. Nun gibt es leider auf der Seite von Viktor Frankl Zentrum gibt es externe Seite, die sagt, nein, das ist nicht von Viktor Frankl, das hat der liebe Stephen Corvey Viktor Frankl zugeschrieben, weil er das in einem Buch, was man nicht mehr nachvollziehen kann, gesehen hat und sagt, ja, das hätte auch der Viktor sagen können. Und da gibt es dann immer so diese Zwickmühle, wie granular geht man davor, wie pedantisch, wie perfektionistisch ist man da veranlagt. Ich glaube, dieses ein Zwerg auf den Schultern von Riesen sein, diese Idee zu sagen, hey, ich bin streng genommen ein Zwerg auf den Schultern von Riesen. Das, was Johannes von Salisbury da in seinem Metalogicon geschrieben hat, einfach dieses Ehren des Riesen bei gleichzeitigem auch sich bewusst sein, hey, ich musste hier überhaupt erst mal auf den Riesen draufklettern. Und ich sehe nicht durch die Augen des Riesen, sondern ich bin halt auf seiner Schulter. Ich muss das hier balancieren. Ich habe meine eigenen Ideen. Ich habe als Zwerg auch eigene Schultern. Das ist, glaube ich, das Relevante. Und ich habe es noch mal nachgeguckt. Es ist tatsächlich nach unserer Recherche von Schakter, H. Block und McLachlan, die sprachen um dieses Thema Quellenamnesie und irgendwie so „Source Amnesia“ und „Source Forgetting“. Und das ist, glaube ich, auch was total Natürliches. Ich glaube, es ist aber auch gleichzeitig gut, einfach zu sagen, hey, das ist meins und das ist mein Konzept. Und wenn du es zitierst, dann zitierst du es einfach auch korrekt. Und dafür gibt es ja zum Glück von Ich trage mir das als Marke ein bis hin zu Ich gebe es einfach frei in die Welt mit so Zwischenstops für irgendwie eine Creative Commons Lizenzen oder was auch immer. Gibt es ja relativ viel. Gut ist, immer ein Buch darüber zu schreiben oder ein Artikel. Dann kann man sagen, hey, ich bin da ein bisschen früher. Und dann ist es auch klar. Und natürlich gibt es Parallelentwicklungen. Dann muss man aber auch ein bisschen, wie soll ich sagen, demütig dann zugeben, ah, da hatte jemand etwas ein bisschen früher. Und dann schadet es auch nichts für die Karmaleiter, wenn man das dann auch entsprechend darauf hinweist. Ja. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Und tatsächlich fördern wir über authentischen Stolz, den wir ausleben im Leben nach außen, was den sozialen Rang angeht, ja, also Prestige, einen Rang, der auf erarbeiteten oder verdienten Respekt beruht, während hubristischer Stolz eher dieses Thema Dominanz, was dann mit Aggressionen und so weiter dann auch entsprechend zusammenhängt. Also die Menschen, die wir ehren, dann mit unseren Worten, die dann auch nicht mehr sind oder die noch Gott sei Dank sind, weil wir sie ehren dürfen, da haben wir auch einen Blick auf die, die haben sich das verdient. Die haben echt die Bücher studiert, die haben hart daran gearbeitet, die haben was gemacht. Vielleicht haben die auch eine Gabe Gottes mit sich dann irgendwie gegeben, kann auch sein. Ja, wofür wir die ehren, das wäre dann eher eine Ehrfurcht wahrscheinlich, die wir dann da spüren würden. Aber diese Wahrnehmung der Menschen, die wir haben, da sagt die Forschung, das ist durch authentischen Stolz entstanden, die die Menschen gelebt haben. Noch ein weiterer Grund, das für sich im Alltag zu kultivieren, neben der Motivation, die wir dann auch haben. Und ja, deswegen finde ich das sehr spannend, was du da so gerade gesagt hast. Und ja, sag du gerne. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Ich habe aber sehr, sehr, sehr, sehr schnell gemerkt, dass das Aneignen von Fremdem, also da hat das mentale Immunsystem entwickelt Abstoßungsreaktionen. Und du kannst diese Abstoßungsreaktionen nur dann unterbinden, über Dissoziation, über Inkongruenz. Und du zahlst immer einen Preis dafür. Und für mich ist es ein Indikator für das Thema Selbstwert. Also ich habe 2015 war ich bei Michael Bohner, habe da die PEPP-Ausbildung gemacht, habe mich da sehr intensiv mit dem Thema Selbstwert auseinandergesetzt, auch mit meinem Selbstwert. Hatte das vorher schon auf der Agenda über Hypnotherapie und über Lösungsfokussierung und habe da Aufstellungen zu gemacht und so weiter. Und habe gemerkt, dass dieses Quellen-Ehren mir vorstellen, wenn ich auf einer Bühne stehe oder wenn ich vor einer Gruppe stehe, dass meine Quellen hinter mir stehen. Also ein Steven Gilligan, ein Gunther Schmidt, ein Matthias Varga von Kibéd, Insa Sparrer, ein Tom Andreas und wie sie alle heißen. Dass ich, der ich für die quasi auch eine Art Sprachrohr bin und deren Lehrer natürlich auch hinter denen stehen und deren Lehrer auch hinter denen, dann ist man in einer guten Reihe von Menschen, die einfach Wissen weitergeben, Wissen teilen aus einer Haltung des, ich möchte euch was schenken, ich möchte euch was anbieten und natürlich auch gegen Geld. Ja, na klar, so funktioniert das Spiel, weil A, müssen wir ja auch von was leben und B, haben wir ja auch sehr viel Geld für diese ganze Zeit und Seminare und so weiter investiert und auch viel drüber nachgedacht und so weiter. Aber auch die Haltung des, ich schenke es euch und ich mache es verfügbar und ich ehre dabei den Weg, wo es herkommt. Ich kann auch sehr genau sagen, was meine Gedanken dazu sind, was meine Entwicklungen dazu sind. Und so kann das gut in der Welt sein, mit klaren Quellen, mit wirklich einer sauberen Linie. Und dann fühlt sich der Stolz auch echt an. Dann fühlt sich der Stolz so an, dass ich sage, ja. Und selbst, wenn ich nur was von Fremden weitergegeben habe, was ich auch oft gemacht habe und das habe ich gut gemacht, das habe ich präzise gemacht, habe ich da reingearbeitet, dann kann ich da auch stolz drauf sein. Wenn ich aber vergesse, von wem ich es habe. Also so wie bei Ricola, wer hat’s erfunden? Liebe Schweizerinnen und Schweizer. Es tut mir sehr leid, es musste sein. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Weil ohne Demut, glaube ich, kannst du diesen großen Themen, in denen sich die Welt gerade befindet, überhaupt nicht begegnen. Und da finde ich vom Fragenden und vom Überlegenden und Anbietenden, da eher in diese Richtung zu gehen, anstatt immer zu wissen. Ich finde das immer sensationell. Ich gucke kaum mehr irgendwelche Talkshows, weil ich diese komplexitätsreduzierenden Aussagen und Pseudo-Wissen von irgendwelchen Leuten, die aus irgendeinem Bereich kommen. Mir wäre viel, viel lieber, dass die sagen, ich habe überhaupt keine Ahnung. Und da bin ich echt stolz drauf, dass ich ihnen das so sagen kann, weil ich fahre auf Sicht. Ich navigiere hier im Ungewissen. Ich habe zum Glück Leute, die mich unterstützen. Und ich kann zum Glück auch mir Leute hier einladen, wo ich mir das anhöre und danach beste Wissen und Gewissen entscheide. Und stattdessen muss mir von irgendwelchen Leuten, die vorher überhaupt nichts mit Wirtschaft zu tun hatten, was über Wirtschaft zu erklären. Oder von irgendwelchen Pseudomedizinern, wie ich sie manchmal sehe, dann irgendwie so, ja, wie es denn jetzt sein muss. Und das finde ich schwierig. Und ich glaube, da fehlt selbst sehr viel tatsächlich dieses Thema Selbstwert. Da fehlt viel Konkurrenz. Und deswegen, glaube ich, ist Stolz auch so ein eher zunehmend politisches Thema. Und ich hoffe einfach, dass die Menschen eher auf die Leistung mehr und mehr wieder gucken und auch auf die echte Leistung anstatt auf sozusagen dieses Thema so national. Weil ich glaube, wir haben alle einen Bedarf nach Stolz und dann doch lieber das Original als das, was irgendwie so ein bisschen, ja, weiß ich nicht, einfach unangenehme Nebenwirkungen hat. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Also als Individuum. Wie machst du das bei deinen Kindern eigentlich? Bitte? Wie ich das bei meinen Kindern mache? [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Und warum sage ich das? Weil wir, das hat Joachim Bauer so schön beschrieben in seinem Buch, wie wir werden, wer wir sind. Wir Menschen werden als Resonanzwesen geboren. Wir wissen erstmal dann nicht, dass es uns gibt. Und wir gehen nur in Resonanz mit unseren wichtigsten Bezugspersonen und verschmelzen auch sozusagen als Persönlichkeit mit denen. Und dann irgendwann kommt es dann dazu, dass wir unser eigenes Ich entwickeln. Aber in diesem Entstehungsprozess kommt durch diese Resonanz diese Entstehung des Ich. Sprich, ich nehme immer wieder die Emotionen des anderen aus und dadurch entsteht dann so eine Selbstwertung. Sprich jetzt hier bei Stolz. Stolz kann man eigentlich bezeichnen als die internalisierte Freude unserer nächsten Bezugsperson. Sprich, meine Tochter macht irgendwas, wo ich auch sage, super, das trifft total unsere Werte und unsere Familienwerte, das ist total klasse. Und vielleicht auch sowas wie, hey, die hat das vorher noch nicht gekonnt und jetzt kann die das auf einmal. Das ist ja der Wahnsinn und wir freuen uns darüber wie Bolle als Eltern. Und dann sieht unsere Tochter das und sagt, okay, das kenne ich irgendwoher, da gehe ich mal mit, so, hey, Freude. Und das ist etwas, was ich getan habe, was das jetzt ausgelöst hat. Und genau das ist es dann entsprechend. Es ist eine Freude in der Gruppe entstanden durch etwas, was ich getan habe. Ach super, klasse. Das mache ich mal immer wieder, das mache ich mal weiter, weil wir sind erstmal Resonanzwesen und da wollen wir erstmal, dass hier außen und die Umgebung und alles, dass die entsprechend dann darauf reagieren. Und irgendwann entwickeln wir dann dieses, hey, da gibt es was. Wenn ich das mache, dann fühle ich mich auch gut dabei. Also dann habe ich auch so ein Gefühl von, hey, das war jetzt richtig und ich habe was erreicht, wo ich sagen kann, es war gut und das war so, wie ich mich wünsche sozusagen und mache da entsprechend weiter. Deswegen haben wir auch so eine kulturelle Verantwortung bei manchen Menschen, dass wir durch diese Positivitätsresonanz einen Stolz bei anderen Menschen entwickeln können. Weil ich habe so viele Menschen im Coaching, wenn ich die frage, was haben sie durch ihr Handeln erreicht, worauf sie stolz sind, sagen die nichts. Die behaupten von sich, sie haben kein Konzept von Stolz, weil sie diese Resonanzen auch als Kind nicht bekommen haben oder sie nicht angekommen sind, weil das andere das überwogen hat. Und durch diese Resonanz auf, „hey, you matter“, dieses Thema Mattering, was da auch da drin ist, und das, was du tust, macht einen Unterschied für die Umgebung, für das, was wir hier tun oder für das, wir stehen. Und das resoniert dann bei der Person und die versteht das dann. Dann entsteht ein Stolz und dann macht sie dann auch entsprechend da weiter. Deswegen ist das so wichtig für uns als Mitmenschen, dass wir anderen Menschen zeigen, was für ein Geschenk sie sind, sodass dieser Stolz entstehen kann. Also dieses Mattering als Konstrukt ist so wichtig, um diese Sache nachzuholen, die in der Kindheit hätte entstehen sollen. Diese internalisierte Freude unserer Bezugsperson und das kann auch im Arbeitsumfeld passieren, weil auch deswegen lechzen ja auch Mitarbeitende nach der Anerkennung der Führungskraft. Das ist das einfach nochmal in einem neuen System. Und um dieses Stolzempfinden zu haben, aber genau um dieses Thema, hey, ich bin, zeig mir, dass ich hier wichtig bin und zeig mir, dass ich hier stolz sein darf. Und an alle Führungskräfte, das motiviert auch, weil das ist genau das. Ich fördere dadurch authentischen Stolz und dadurch machen die Leute auch weiter. Und das Tolle dabei ist auch, ich entwickle dadurch, dass es dann auch auf das übergeordnete Ziel des Unternehmens bezogen ist, einen sozialen Stolz und nehme da noch andere mit und handle dann auch sozialer und pushe auch andere damit. Das hat nur Vorteile. Das mit reinzubringen in eine Unternehmenskultur, um so einen kollektiven, authentischen Stolz zu fördern. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und wenn du ein guter Mensch bist, ist mir der Rest total egal. Aber wenn du ein Trottel bist, dann kriegst du von mir halt einen Spruch. Und dann ist mir völlig egal, was für eine Hautfarbe du hast. Also ich kategorisiere da eher nach so moralischen Prinzipien. Und natürlich diese Haltung finde ich so schön zu sagen, wenn ich einem Menschen begegne und dann bin ich ja eher wieder auch beim Einladen dessen und sage und mich frage sowas wie, hey, wo könnte der heute einen Unterschied machen? Wo könnte der was machen, was irgendwie die Arbeit am besten besser ist? Und dieses allein, glaube ich, das Angucken, das Zutrauen, was ja auch eine Form von Richtungsgebung halt mit sich bringt. Weil wenn ich jemanden anschaue und für den eine Nützlichkeitsunterstellung habe, also eine Kompetenzunterstellung im Sinne von, ich schreibe dir die Kompetenz zu, dass du hier heute einen Unterschied machen kannst, hin für das Bessere, für dich Bessere, für mich Bessere, für uns Bessere, für die Welt Bessere, für die Nachkommen Bessere, was auch immer Bessere heißt, einfach nur als Richtung, dann glaube ich, ist das eine Haltung, wo wir gesamtgesellschaftlich sehr viel weniger Probleme hätten, weil wir uns einfach gegenseitig nur unter Stellungen anbieten würden, nämlich unter Stellungen im Sinne von, hey, du kannst einen Unterschied machen. Und weg von gegen, das geht mir total auf die Nerven, ich immer höre, wo gegen überall gearbeitet wird und gegen das und gegen das. Wenn man Menschen was zutrauen würde, dann würde das Bekämpfen verschwinden und dann würde eher die Arbeit an gemeinsamen Zielen verschwinden, jenseits der unterscheidenden Merkmale. Und ich glaube, das ist was, was wir in den nächsten 10, 20 Jahren wirklich auch kultivieren sollten, um einfach besser miteinander klarzukommen. Ich glaube aber, solange Menschen allein in sich selber diese Haltung nicht kultivieren und in sich selbst irgendwie eine Form von Abwertungsthematiken oder Inkongruenzthematiken mit sich rumschleppen, fällt es halt schwer, einfach so aus dem Herzen oder aus der Seele Menschen zu unterscheiden oder zu unterstellen, hey, du kannst einen Unterschied machen. Weil das kann ich, glaube ich, nur, wenn ich auch mir selber das unterstelle. Und das, glaube ich, braucht wiederum einfach einen guten Zugang zum eigenen Selbst und zu der eigenen Entwicklungsrichtung. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] Und das finde ich, also für mich müssten Menschen, die als Politikerinnen und Politiker in Spitzenpositionen sind, müssten erstmal intensiv Coaching, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung absolvieren. Weil wenn ich mir diesen Kaspar Le Zirkus da angucke, wie sie da auf sich gegenseitig einhauen. Und na klar muss das polarisieren. Aber das ist aus meiner Sicht die Kultivierung von etwas, was eher auf Trennung, auf dagegen, auf Runtermachen. Und ich habe da körperliche Symptome bei, wenn ich mir das angucke. Weil das, also da ist so wenig Liebe drin. Da ist so wenig Entdeckerfreude. Da ist so wenig Neugierde. Da ist so wenig Lust am Gestalten. Da ist so wenig Einladen von Neuem. Da ist so wenig, also auch dieser Mut für Zukünftiges, diese Freude am Entwickeln. Ich erlebe das alles nicht. Das, was ich da für das breite Volk sehe, das hat für mich eher so alte römische Brot-und-Spiele-Nummern. Und da wird einem immer klar erklärt, wer gut und wer böse ist. Und ach ja, also naja. Ich finde, ich merke gerade, wie in mir eine Seite sich meldet, die jetzt sehr lange die Klappe gehalten hat. Und da würde ich, glaube ich, eher der sagen, hey, auch du machst einen Unterschied. Und du machst den am besten, wenn das Mikro aus ist und ich gleich noch einen längeren Spaziergang hier im warmen Abend vor mir nehme. Deswegen, Ruben, wenn es für dich okay ist, ich kann nur sagen, du machst für mich einen großen Unterschied. Seitdem du bei uns bist und auch hier so in meinem Leben sehr präsent bist, kann ich nur sagen, das macht für mich einen Riesenunterschied. Auch in der Art, wie ich denke, in der Qualität meines Denkens und auch in der Qualität dessen, was wir hier zusammen in die Welt bringen. Und ich würde es gerne genau da lassen. Danke, dass du für mich so einen Unterschied machst. [Ruben Langwara – Resilienz Akademie] Vielen Dank für das Geschenk, dass du bist an die Welt und für mich und auch für meine Familie und an alle, die zuhören. Danke, dass sie so ein Geschenk sind. Und ich unterstelle ihnen mal, dass sie, wenn sie das hören an diesem Tag, dieses Geschenk auch verteilen werden, geben werden an andere Menschen. Und das wird einen Unterschied machen. Und vielleicht merken sie dann, ja, stimmt, den habe ich gemacht. Und vielleicht kommt dann so ein Gefühl von Stolz dann auch irgendwie an. Es lohnt sich, es zu kultivieren. Das haben wir heute gelernt. [Sebastian Mauritz – Resilienz Akademie] In diesem Sinne, möge die Resilienz mit Ihnen sein und von Herzen alles Beste für Sie. Tschüss. Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Ein neuer Tag, ein neuer Denkraum. Ich freue mich sehr. Hallo, lieber Ruben. Wir sind hier wieder bei Rethinking Resilience und heute beschäftigen wir uns mit dem Thema Stolz. Schön, dich zu sehen.
Freut mich auch, dich zu sehen, wie immer.
Herrlich. Wir hangeln uns ja so mit unseren Themen sowohl durch die Welt der Resilienz im Allgemeinen, dann aber auch immer im Besonderen mit netten Menschen. Und was sich für uns auch immer, ja wie soll ich sagen, eigentlich als so ganz interessant herausgestellt hat, ist so der Blick in verschiedene Emotionskonzepte, weil die Emotionen ja das sind, was wir irgendwie den ganzen Tag so mit uns rumtragen.
Viele Vorurteile gegenüber Stolz, vor allen Dingen in unseren Breitengraden. Das finde ich wirklich sehr spannend. In meinem Buch damals habe ich auch das Kapitel über Stolz, Stolz und sein Vorurteil genannt. Da habe ich mal kurz Jane Austen gechannelt dafür. Da war ich auch sehr stolz drauf, weil es natürlich in unserer christlichen Gesellschaft Stolz, Hochmut einer der sieben Todsünden, wenn nicht eines der schlimmsten auch. Wir in Deutschland sind nicht gerade eine Stolzkultur, wir sind eher eine Schuld- und Schamkultur, gefühlt häufig, aufgrund unserer Geschichte.
Ja, das ist eine super Frage, weil ich auch, also ich habe mehr als eine Zwickmühle. Ich habe da irgendwie eine komplette Multimühle. Und Gunter Schmidt sagt ja immer so schön, Multimühle ist Champions League.
Das ist ein hervorragender Vorschlag, weil die Forschung hilft jetzt total gut, auch die Dinge zu sortieren, die du gerade genannt hast, weil du hast ganz viele kluge Differenzierungen jetzt gerade gemacht. Und auch gerne mit dir würde ich mal darüber reden, das auch einzusortieren in die unterschiedlichen Kategorisierungen von Stolz. Und da gibt es in der Forschung vor allen Dingen einen Namen einer kanadischen Forscherin, das ist Dr. Jessica Tracy.
Und sie ist die Forscherin im Bereich selbstreflexive Emotionen und auch vor allen Dingen Stolz ist sie. Der Name hat auch ein wundervolles Buch dazu geschrieben, Take Pride, das gibt es leider noch nicht in Deutschen. Und sie differenziert dort Stolz in zwei Arten. Wir haben zum einen den hubristischen, anmaßenden Stolz, von hybris, gottesnah, anmaßend. Und wir haben auf der anderen Seite den authentischen Stolz. Den hubristischen Stolz kann man sich so vorstellen.
Da habe ich mal eine Frage. Und zwar hast du ja gerade und da habe ich somatisch sehr darauf reagiert, auf dieses Thema Anstrengung, Leistung durch Arbeit etwas zu erreichen. Und ich habe mich gerade gefragt, gibt es eigentlich auch einen anstrengungsfreien Stolz, weil nicht, dass ich auf dem Sofa liege und sage, wow, ich bin stolz, hier auf dem Sofa zu liegen.
Definitiv und danke, dass du das sagst, weil man braucht hier noch das balancierende Element von dem Stolz, von dem auch jetzt beispielsweise die Emotionspsychologie dann spricht wie eine Jessica Tracy, weil da geht es wirklich davon aus, dass ich etwas durchs Tun dann mache.
Ergibt total Sinn und ich habe ja auch längere Zeit in den USA gelebt und auch da studiert und ich war immer irgendwie eine Mischung aus fasziniert, neidisch und irritiert von dem amerikanischen Stolz, also proud to be an American.
Was ja auch von ihr ist, als Wort. Also ich kenne das, ich sehe das auch oder ist das so?
Ja, sie hat es tatsächlich von, das hat liebe Rebecca, da müsst ihr ja noch mal nachgucken. Ich habe es von ihr das erste Mal gehört und sie, meine ich, hat es von Daniel Schacter gehört, aber ich werde das gleich noch mal nachgucken, dann können wir das nachliefern. Was ist denn deine Grundidee und was hat denn das eigentlich mit Stolz zu tun?
Ja, beim Legacy-Guiding geht es wirklich darum, das Geschenk, das ich entwickelt habe an die Welt, dass ich das dann auch nach draußen gebe auf eine strukturierte Art und Weise als ein Konzept. Also Legacy bedeutet ja Vermächtnis und wir alle bauen in unserer Karriere gewisse Erfahrungen auf, ein Wissen auf. Du hast bei unendlich vielen Leuten gelernt, hast die Dinge dann ausprobiert, hast die dann weiterentwickelt, hast die irgendwie angepasst, bist bis in den kreativen Prozess des Biegen, Brechens und Verbindens gegangen, dieser Thematiken und hast dadurch eine eigene Legacy entwickelt, ein eigenes Vermächtnis.
Das finde ich interessant und ich würde, glaube ich, das mit den beiden Toten noch um diese beiden Leben, die wir haben, ergänzen, habe ich nämlich jetzt gerade wieder auch auf Instagram so schön gehört. Das ist mal gut, ich finde diese Kalendersprüche, ich finde die mal sehr beeindruckend, zum Paar habe ich dann auch standardmäßig drauf, aber das war wirklich so ein Ding, wo, ach das, ich glaube sogar irgendeine Influencerin so, das ist ja in Ordnung, ne, dann GPT gibt mir mal irgendwie 20 Kalendersprüche, die ich für meine Postings irgendwie nehmen kann, bin ich sehr dankbar für, ne, gibt es auch immer ein Like und ein Follow und was auch immer und das geht, wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn wir das realisieren.
Ja, und du hast gerade auch wirklich nochmal eine ganz spannende Sache hier mit reingebracht, was das Thema Status angeht, den du dann erreichst, den es dann auch zu Ehren dann gilt. Und das jetzt auch nochmal bezogen auf die Emotionsforschung oder die Stolzforschung. Tatsächlich hat Jessica Tracy erst 2023 eine Studie herausgebracht, die heißt Pride the Emotional Foundation in Social Rank Attainment, also den Behalten eines sozialen Rangs und was jetzt authentischer Stolz und hubristischer Stolz damit zu tun hat.
Ja, was soll ich sagen? Also ich habe auch immer das Gefühl und ich kann das verstehen, bitte. Es gab Zeiten in meinem Leben, wo ich dann auch ab und zu mal eine Quelle nicht genannt habe und so weiter, weil ich halt dachte, es macht mich größer.
Soll ich nochmal meinen „Wiener Dialekt“ dazugeben?
Na besser nicht. Dann ist das was, was eher zur eigenen Konkurrenz beiträgt und zur eigenen Echtheit beiträgt. Und auch die Demut diesen ganzen Themen einfach klar macht.
Und genau in diesem Punkt, wenn du sagst, das brauchen wir, dann ist ja natürlich die Frage, wie fördern wir Stolz? Wie kriegen wir das hin, authentisch stolze Menschen zu entwickeln? Und da finde ich wichtig, herauszufinden, wie entsteht denn Stolz, was unsere Entwicklungsgeschichte als Mensch angeht?
Ja, genau. Das ist ein bisschen eine intime Frage, aber wir sind ja eh unter uns hier insofern.
Und wie ich das da mache, ist, also meine Tochter wird im November drei und unser Sohn wird fünf im Oktober. Und der Noah ist mittendrin. Maja entwickelt es gerade.
Das, was ich daran so schön finde, ist, wenn du sagst Förderung eines kollektiven Stolzes, dann bin ich wieder auch in so einer politischen Dimension, dass ich sage, lass uns doch mal so ein bisschen über die Hautfarbe, über die von mir aus auch sexuelle oder Pronomen oder was auch immer Präferenz, drüber hinwegschauen. Ich habe da so eine, weiß ich nicht, nicht eine Ignoranz, aber ich habe da irgendwie so den Tick, dass ich immer so denke, na ja, zeig mir mal deine Seele. Zeig mir mal, bist ein guter Mensch.
Total. Bin ich total bei dir. Und ich glaube, und das ist nur emotionsdynamisch eine Vermutung, die ich habe, dass für so eine Haltung dann auch Dankbarkeit eine wichtige Rolle spielt. Also diese gebende Haltung und diese demütige Haltung, die dahinter ist.
Wir sind auch wieder bei Selbsttranszendenz. Also das eigene Ego irgendwie da so ein bisschen runternehmen. Und auch wieder ein weiterer Punkt, also ich könnte jetzt hier eine kollektive Politikschelte abdriften.
Danke dir. Und ich bin gerade zwei Zentimeter dadurch gewachsen und mein Kopf hat sich 20 Grad nach oben geneigt. Das kann ich nur zurückgeben.
Gunther Schmidt fragt bei diesem Geschenk an die Welt immer noch, weil ich habe es von ihm. Wenn Sie ein Geschenk an die Welt wären, wie atmen Sie? Wie bewegen Sie sich? Welche Melodie klingt vielleicht in Ihnen? Und jetzt, wenn Sie diesen Podcast, der gleich zu Ende ist, zu Ende hören, woran merkt man vielleicht, dass Sie gerade das Geschenk an die Welt, das wir Ihnen unterstellen, bitte? Wenn es da wäre, woran könnte man es jetzt von außen merken?
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).