Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 61

Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.

HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 61 für Sie zusammengestellt.

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Folge 61: Rethinking: Organisationale Resilienz mit Ella Amann

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Organisationale Resilienz ist ein Thema, das sich heute kaum noch aus einem Arbeitskontext, einer Weiterbildung oder einem Seminar wegdenken lässt. In der Podcast-Folge 61 sprechen Sebastian Mauritz, Ruben Langwara mit Resilienz Expertin Ella Amann darüber, was die organisationale Resilienz ausmacht, warum sie weit über individuelle Resilienz hinausgeht und welche Rolle Emotionen, Orientierung und Gestaltungskraft dabei spielen.

Dabei wird deutlich, dass organisationale Resilienz nicht nur die Fähigkeit beschreibt, Krisen zu bewältigen. Sie umfasst vielmehr das Zusammenspiel verschiedener Ebenen – vom einzelnen Menschen über Beziehungen und Teams bis hin zur gesamten Organisation. Gleichzeitig geht es darum, in einer zunehmend komplexen und sich schnell verändernden Welt handlungsfähig zu bleiben.

Warum ist organisationale Resilienz wichtig?

Organisationen bewegen sich heute in einem Umfeld, das von Unsicherheit, Veränderung und Komplexität geprägt ist. Internationale Abhängigkeiten, Lieferketten, Absatzmärkte, Cybersicherheit, Krisenmanagement und regulatorische Rahmenbedingungen wirken unmittelbar auf Organisationen ein. Dabei sind nicht nur große Konzerne betroffen, sondern ebenso Einzelunternehmerinnen und Einzelunternehmer sowie kleinere Unternehmen.

Ella Amann beschreibt, dass sich die Perspektive auf Resilienz in den vergangenen Jahren verändert hat. Lange Zeit lag der Fokus vor allem auf der individuellen Resilienz. Heute wird immer deutlicher, dass Resilienz auch auf organisationaler und gesellschaftlicher Ebene betrachtet werden muss. Gleichzeitig zeigt sich, dass Veränderungen nicht nur strukturelle Auswirkungen haben. Sie lösen auch Emotionen aus. Ruben macht deutlich, dass es in Organisationen kollektive Emotionen gibt. Angst, Stolz, Ablehnung oder Freude entstehen nicht nur bei einzelnen Personen, sondern können ganze Teams und Organisationen prägen.

Besonders in Veränderungsprozessen spielen diese emotionalen Dynamiken eine wichtige Rolle. Werden sie nicht beachtet, können Unsicherheit, Stress und sogar Verachtung gegenüber der Organisation entstehen. Werden sie dagegen wahrgenommen und konstruktiv genutzt, können sie Motivation, Zusammenhalt und Entwicklung fördern.

Organisationale Resilienz wird dadurch zu einer wichtigen Voraussetzung, um auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Was ist mit organisationaler Resilienz gemeint?

Organisationale Resilienz umfasst für Ella verschiedene Ebenen, die miteinander verbunden sind. Sie spricht von einem Vierklang aus:

  • Ich
  • Du
  • Team
  • Organisation

Diese Ebenen beeinflussen sich gegenseitig und können nicht isoliert betrachtet werden. Organisationale Resilienz bedeutet dabei nicht nur, auf Krisen vorbereitet zu sein. Sie umfasst auch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen, Schnittstellen zu gestalten, Informationen auszutauschen und Veränderungen zu bewältigen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Netzwerke und Frühwarnsysteme
  • Kommunikation und Rückkopplungsprozesse
  • Diversifizierung und Anpassungsfähigkeit
  • Notfall- und Krisenmanagement
  • Umgang mit regulatorischen Veränderungen
  • Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten

Gleichzeitig betonen Ruben und Ella die Bedeutung von Emotionen. Organisationen verfügen aus ihrer Sicht nicht nur über Strukturen und Prozesse, sondern auch über emotionale Dynamiken. Ruben beschreibt dies als kollektive Emotionen innerhalb einer Organisation. Ella ergänzt die Perspektive um die Idee eines organisationalen Nervensystems. Wenn Menschen Unsicherheit erleben oder Arbeitsplatzsicherheit bedroht erscheint, entstehen Stressreaktionen. Diese wirken sich auf Teams, Zusammenarbeit und Leistungsfähigkeit aus. Deshalb reicht es nicht aus, lediglich Prozesse zu optimieren. Organisationale Resilienz bedeutet auch, die emotionale Seite von Organisationen zu verstehen und ernst zu nehmen.

Wie lässt sich organisationale Resilienz in der Praxis umsetzen?

Ella beschreibt eine systemische Herangehensweise an organisationale Resilienz. Dabei gibt es keine Standardlösung, die auf jede Organisation gleichermaßen passt. Häufig beginnt der Prozess mit einer Bestandsaufnahme. Gemeinsam wird betrachtet:

  • Was funktioniert bereits gut?
  • Wo besteht Entwicklungsbedarf?
  • Welche Herausforderungen sind aktuell vorhanden?
  • Welche Veränderungen stehen bevor?

Dabei wird zwischen Strukturthemen und Kompetenzthemen unterschieden. Nicht jede Herausforderung lässt sich durch Trainings oder Führungskräfteprogramme lösen. Oft geht es zunächst darum, das System als Ganzes zu verstehen. Anschließend werden beispielsweise folgende Aspekte betrachtet:

  • Aktuelle Stressmuster in der Organisation
  • Emotionale Ressourcen
  • Kulturelle Dynamiken
  • Strategische Herausforderungen
  • Entwicklungsziele

Darauf aufbauend entstehen Maßnahmen, die zur jeweiligen Organisation passen. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge liegt auf dem Umgang mit Emotionen. Ruben beschreibt dazu sein Konzept des „emotionalen Panoramas“. Dabei wird untersucht, welche Emotionen in einer Organisation präsent sind und wie sie miteinander in Beziehung stehen. Ein Beispiel aus seiner Praxis zeigt, wie Führungskräfte eine stärkere Dankbarkeitskultur etablieren wollten. Statt lediglich Dankbarkeit einzufordern, wurde die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, wie Führungskräfte selbst Wertschätzung und Dankbarkeit im Alltag sichtbar machen können. Schon kleine Veränderungen in Meetings und Gesprächen können dabei einen Unterschied machen.

Auch die Gestaltung von Räumen spielt eine Rolle. Ruben spricht von Resonanzräumen, in denen Menschen miteinander in Austausch kommen können. Orte, an denen Emotionen Raum bekommen und Menschen Resonanz erleben können. Ergänzend beschreibt er den Gedanken der Resilienzarchitektur. Räume können so gestaltet werden, dass sie Reflexion, Austausch und Orientierung fördern. Fragen an Wänden, bewusste Gestaltungselemente oder kleine Rituale können dazu beitragen, Resilienz im Alltag erlebbar zu machen.

Für Ella besteht ein wesentlicher Teil der Arbeit außerdem darin, Menschen Orientierung zu geben. Gerade in Situationen, in denen Organisationen als schwerfällig oder wenig beeinflussbar erlebt werden, hilft eine strukturierte Betrachtung der Zusammenhänge. Dabei geht es nicht nur um die Frage, was problematisch ist, sondern auch darum:

  • Wo liegt die eigene Gestaltungskraft?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es?
  • Was kann unmittelbar beeinflusst werden?
  • Welche Aspekte müssen akzeptiert werden?

Diese Form der Orientierung schafft Entlastung und unterstützt Menschen dabei, wieder handlungsfähig zu werden.

Wozu ist organisationale Resilienz hilfreich?

Organisationale Resilienz hilft dabei, Komplexität handhabbar zu machen und Orientierung in unsicheren Zeiten zu schaffen.

Sie unterstützt Organisationen dabei,

  • Veränderungen besser zu bewältigen,
  • Emotionen konstruktiv zu nutzen,
  • Zusammenarbeit zu stärken,
  • Lern- und Entwicklungsprozesse zu fördern,
  • Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Gleichzeitig wird deutlich, dass organisationale Resilienz immer auch gesellschaftliche Auswirkungen hat. Ella betont, dass Menschen die Erfahrungen und Kompetenzen, die sie in Organisationen entwickeln, in andere Lebensbereiche und zukünftige Systeme mitnehmen. Resilienzförderung endet daher nicht an den Grenzen einer Organisation. Sie wirkt weiter – in Teams, Familien, Netzwerken und gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Zum Abschluss formuliert Sebastian eine Haltung, die den Geist der gesamten Folge widerspiegelt: die Frage, wie man jeden Ort ein kleines Stück besser hinterlassen kann, als man ihn vorgefunden hat. Oft braucht es dafür keine großen Maßnahmen. Manchmal reichen kleine Gesten, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für den eigenen Wirkungsbereich zu übernehmen.

Organisationale Resilienz entsteht: im Zusammenspiel von Strukturen, Beziehungen, Emotionen und der Bereitschaft, Gestaltungskraft zu übernehmen.

Transkript der Folge 61

Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:


Alle Folgen finden Sie hier: 

www.rethinking-resilience.com

Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch  www.larsdeutsch.net

Design: Katharina Krekeler  www.hejro.de


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

 


Resilienz Akademie | Resilienz-Podcast „Rethinking Resilience“ – Folge 2

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

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