[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Herzlich willkommen zu Rethinking Resilience, dein Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis, von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwara. Herzlich willkommen im Denkraum bei mir, der liebe Ruben. Und sag mal, Ruben, was machst denn du da?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Was mache ich denn hier? Also ich klopfe mir auf die Schulter, weil ich richtig stolz auf mich bin. Ja, Eigenlob stinkt genau. Eigenlob stinkt, ist natürlich dann der Fall.
Nein, es ist natürlich eine wundervolle Regulationstechnik, der sogenannte Butterflyhuck oder Schmetterlingsumarmung, die wir uns heute angucken wollen in dieser Folge. Und du machst weiter, finde ich super. Ja, wollen jetzt nochmal tief durchatmen, sehr gut.
Und ja, bin ganz gespannt, das mit dir gemeinsam dann auch nochmal zu entdecken. Und viele Zuhörerinnen und Zuhörer kennen das, viele, die mit uns zusammen in Kontakt sind, Trainings besucht haben, Coachings bei uns genommen haben, haben es bestimmt schon mal mitbekommen, diese Technik. Ich finde, es sollte aber jeder wissen und jeder anderen Menschen beibringen, diese so niederschwellige und schöne, einfache Technik im Alltag zu nutzen.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, und damit herzlich willkommen bei Rethinking Resilience. Du bist oben, ich bin Sebastian und wir widmen uns heute einem Tool, was ich vor vielen, vielen Jahren mal kennengelernt habe und seitdem ich immer wieder in Trainings sehe, auch mehrfach noch auf andere Art und Weise vermittelt bekommen habe und auch seit Jahren einfach bei mir in der Resilienz-Trainerin, Resilienz-Trainer-Ausbildung lehre, Resilienz-Coaching und auch in Führungskräftetrainings und, und, und, und, und.
Und das finde ich insofern interessant, als dass eine Methode ist, die sehr einfach, sehr effektiv, sehr effizient und sehr nachhaltig ist. Und gleich an dieser Stelle, all das, was wir anbieten, also jetzt keine Psychotherapie, ist zur Selbstregulation sehr hilfreich. Für manche Menschen ist es sehr nützlich und manchmal, da kommen wir vielleicht nachher auch noch drauf, habe ich bemerkt, dass der Butterfly-Hug, die Schmetterlingsumarmung, also man sollte, wenn man irgendwas Tierisches oder Natur umarmen will, eher Bäume umarmen oder so.
Schmetterlinge haben mit ihrer Umarmkompetenz, denen fehlen die Arme und auch die Flügel sind sehr fragil. Aber es heißt halt so, weil das sozusagen, wie so ein Schmetterling ist. Manche profitieren da gar nicht von, da kommen wir garantiert nachher auch noch drauf.
Die haben dann irgendwelche, weiß ich nicht, kriege ich dann komische Rückmeldungen und sagen, ja, nee, das ist es nicht. Aber da gibt es andere Techniken. Da möchte ich heute mit dir rein, lieber Ruben.
Da wollen wir heute euch Ihnen einfach ein paar Ideen anbieten. Und mal so an dich die Frage, wo hast du den kennengelernt und was für ein Kontext war das?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Es war vor zehn Jahren in der Eilert Akademie, als ich Wingwave gelernt habe bei Dirk Eilert. Dirk Eilert war ja damals auch Wingwave Lehrtrainer seit 2001. Wingwave ist eine Coachingmethode, Schnellcoachingmethode, Kurzzeitcoachingmethode, entwickelt aus Hamburg beim Besser-Siegmund-Institut, wo ich übrigens, als ich neulich in Hamburg war, mal davor stand, wo ich dachte, wow, also was für ein Gebäude, weil ich war da selber noch nie drinnen
War das ein Balkon? Ja, also was ist das denn? Also wirklich mitten in der Innenstadt dachte ich, hammermäßig, richtig, richtig cool.
Kann man machen, ne?
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Mönckebergstraße, Wingwave ist halt, ja, ist halt schon, wo wir sind, in Ordnung.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Ist eine Adresse. Ja, ist auf jeden Fall.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ich fand es super. Und der Blick darüber ist halt auch toll. Es gibt, glaube ich, sogar noch ein Foto von mir, irgendwo in meinem Facebook-Feed, wie ich da mit einer Tasse auf dem Balkon stehe.
Es hat schon was sehr Erhabenes. Und ich habe die Ausbildung ja auch gemacht. Ich habe sie zum Teil auch als erstes Mal, habe ich Wingwave bei Dirk gemacht, und zwar in Schwerte im Institut von Margarete Stöcker.
Da habe ich ihn kennengelernt, da haben wir dann auch jonglieren gelernt. Und ich weiß noch, es gab zum Abschluss einen Beutel, da war auch ein Duschgel drin.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Ja, genau, ja. Das war super. Der Primavera-Duft, ja, ja.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Genau. Also alles sehr umfangreich. Damals Dirk noch mit Wingwave, genau.
Und da hast du es kennengelernt.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Da habe ich es kennengelernt, genau, weil es ist ja eine Coaching-Methode, die auch EMDR-Elemente hat. Eye Movement Desensitization and Reprocessing. Und dieser Butterfly-Hug oder Schmetterlingsumarmung oder Schmetterlingstechnik ist ein Teil von EMDR, wurde damals im Rahmen von EMDR entwickelt.
EMDR ist einer der erfolgreichsten Traumatherapie-Methoden, um posttraumatische Belastungsstörungen zu regulieren oder allgemein auch starke Stress-Imprinting, starke Emotionen des Alltags zu regulieren. Damals ja entwickelt von Francine Shapiro, die leider 2019 gestorben ist. Und ja, dieses Thema der bilateralen Stimulation war so das Ding von EMDR. Damals 1997 war in Acapulco in Mexiko ein starker Hurricane, Pauline, und der hat dafür gesorgt, dass viele Menschen, viele andere Menschen, geliebte Menschen verloren haben, das Zuhause verloren haben und so weiter. Also viele traumatisierte Menschen dort gewesen sind. Es waren nicht genügend Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten da, um auch die ganzen Kinder beispielsweise, die dort waren, oder Jugendlichen, aber auch Erwachsenen zu therapieren. Und dann kam eine Technik heraus.
Also anscheinend hat Lucina Artigas, die die entwickelt hat, beobachtet bei den Kindern, wie die sich ohnehin so selber umarmen und sich irgendwie auch streicheln und klopfen. Und aus dieser Beobachtung heraus soll sie anscheinend das entwickelt haben, hey, was ist denn, wenn die das auch im Sinne von EMDR nutzen, diese Klopftechnik, um sich selber zu regulieren. Nur das Klopfen ist nicht das Entscheidende.
Da gehören mehrere Elemente dann auch zu, genauso wie bei EMDR, das ist ja Eye Movement Desensitization Reprocessing, wo mit Augenbewegungen viel gearbeitet wird, wo der Therapeut oder die Therapeutin vor den Augen des Klienten oder des Patienten winkt und dann macht er Links- und Rechtsaugenbewegungen. Auch das ist nicht das Entscheidende. Das hat auch Francine Shapiro am Ende gesagt, kurz zu ihrem Tod, und stand auch noch so auf ihrer Webseite.
Machen die Augen den Unterschied? Nein, machen sie nicht. Was den Unterschied macht bei genau diesen Techniken und auch bei dem Butterfly Hug, genau das will ich mit dir heute erörtern und angucken.
Und mal ganz kurz die Frage, bevor wir so in die Technik reingehen, in welchen Kontexten nutzt du das, gerne auch für dich, aber wo bietest du das Menschen an, diese Technik? Weil es ist ja eigentlich aus der Therapie, aber wir nutzen es ja im Coaching. Deswegen, in welchen Kontexten bietest du das denn Menschen an?
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ich würde jetzt mal sagen, Indikation, also der Anlass für das Thema ist ja immer eine Form von Affekt, von Stress, von unangenehmem Gefühl im Körper, undifferenziert auch noch, nicht irgendwie als Emotion benannt oder irgendwie ein hohes Arousal, also ein hoher Level einfach an Energie, an Aufregung, an vielleicht auch so ein bisschen, wie sagt man, einfach, ich bin halt ein bisschen drüber gerade so. Und manchmal nutze ich das auch, wenn dann in Meetings irgendwelche Situationen sind, wo man merkt, dass ich dann sozusagen dann hier abwechselnd rechts und links einfach meine Hände, für die, die es noch hören, ich habe meine Arme verschränkt und einfach mit den Händen so im Ellenbogenbereich, was auch dieses Rechts-Links, also diese zwei verschiedenen Foki, mich hin und her pendeln lässt.
Und ich mache das zur Beruhigung und ich mache das auf Fokussierung, zur Konzentration. Ich nutze das auch, um bei mir zu bleiben, umgangssprachlich und um mich zu reassoziieren, dann auf schlau sozusagen. Und in Trainings rahme ich das immer so, dass ich sage, möchten Sie eine sehr nützliche Technik, kleine Technik, einfach umzusetzen, wenig bis keine Nebenwirkungen oder unerwünschten Wirkungen, um sich einfach ein bisschen runter zu bringen.
Und die meisten Klientinnen und Klienten, die ich so habe, die sind viel in Emotion-Work berufen, die sind viel, wenn sie aber auch im Führungsbereich arbeiten, so im mittleren Management oder so Ebene N-1, N-2, also zweite und dritte Führungsebene, dann haben die natürlich einfach ein hohes Stresspegel gerade. Naja, was heißt gerade? Schon seit längerer Zeit.
Und die Frage ist ja mal, was mache ich dagegen? Und jetzt kann ich abends mit irgendwie einer Tafel Nussschokolade und einer halben Flasche Wein mich der Entspannung entgegenschnucken oder entgegensaufen. Damit zahle ich aber einen sehr hohen Preis.
Und wer Alkohol trinken will, der soll das gerne machen. Es gibt schöne Studien, dass eigentlich der Schaden schon mit dem ersten Glas beginnt. Aber da gehen wir jetzt nicht darauf ein.
Das würde ja die Stimmung auch ein bisschen sozusagen verändern. Ich kann nur sagen, ich trinke seit elf Jahren keinen Schluck Alkohol mehr. Ich habe davon sehr profitiert für mich.
Und die Studien geben meiner Entscheidung auch recht. Also das in Italien zu sagen, ich muss ein bisschen aufpassen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das würde gleich einen Grappa gebracht. Ja, genau.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Erstmal schön einen Aperol Spritz in der Hand. Schimpft der über Alkohol? Also im Wesentlichen geht es um das Thema, ich habe einen stressigen Tag.
Ich habe irgendwelche inneren Konflikte. Ich habe irgendetwas, was meinen Zustand auf eine für mich nicht erwünschte Art und Weise verändert. Und zwar mehr Energie, als ich gerne möchte.
Und da nutze ich das als eine Technik. Und das ist so eine sogenannte Bottom-up-Technik. Das heißt, ich verändere was am Körper.
Es gibt ja drei Arten, Emotionen zu regulieren. Und die Bottom-up-Technik, also wenn ich was am Körper verändere, verändert sich auch was im System. Und ich kann genauso gut, das mache ich zu Hause auch, da gehe ich, ich habe hier so ein kleines Minitrampolin.
Ich habe da irgendwann mal die Dinger angeguckt und hatte dann eins von Bellicon gefunden und dachte nur so, boah, wie teuer kann so ein Trampolin sein? Und dann hatte ich den Fehler gemacht, mir so ein preiswertes zu kaufen für 80 Euro. Und der alte Spruch, kauf sie billig, kauf sie doppelt, war auch da, weil das hat einfach, also es war sehr laut und so.
Und dann habe ich dann doch irgendwann, in einem Sale gab es das für die Hälfte und das war immer noch echt teuer. Und dann habe ich es dann zugeschlagen. Ich kann auch aufs Trampolin gehen für Emotionsregulation.
Ich kann natürlich auch atmen. Ich kann natürlich auch einfach mal eine Runde bei uns in Göttingen um Stadtweil gehen. Oder, oder, oder, wenn ich den Körper nutzen will.
Und ich habe immer so das Gefühl, der Butterflyhug ist auch gerade so abends vor der Meditation etwas, was total leicht geht, was ganz intuitiv geht. Und, das hast du gerade auch schon so angedeutet, was natürlich auch für Kinder super ist, weil, wie du gesagt hast, die Kinder jetzt in diesem Fall da, bei dem Hurricane, die können sich oftmals noch nicht so regulieren, wenn man dann einem Kind sagt, ja, wenn du Stress spürst, dann mach doch irgendwie und dann kommt irgendeine komplizierte Technik. Damit gewinnt man nicht so viel, wie mit diesem doch relativ einfachen, wie dem Butterflyhug.
Und es braucht immer eine gute Rahmung. Es braucht so die Haltung der Neugier, des Experiments, des Lass-es-uns-mal-aus-probieren-und-lass-es-mal-gucken- vorher-nachher, was wird anders. Und ja, das ist so, wie ich damit umgehe.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Wunderbar. Also, ich nutze sie, und das hast du auch gerade gesagt, ich würde es mal zusammenfassen, bei einem hohen Stresslevel, einen hohen Arousal, eine Person kann jetzt gerade nicht so gut damit umgehen. Ja, und es kann alle möglichen unangenehmen Emotionen sein, die da auch dann mit einher spielen.
Es kann ein starker Ärger sein, der gerade da ist. Es kann eine starke Angst sein, die da ist. Oder auch eine Trauer, die sich regulieren darf, die gerade hochrutscht.
Aber in den meisten Fällen ist der psychophysiologische Erregungszustand gerade hoch. Und zwar so, dass ich damit gerade nicht so gut umgehen kann. Also mein Window of Tolerance ist gerade schon, so wie Daniel Siegel das so schön gesagt hat, da bin ich gerade nicht mehr so wirklich drin.
Also ich habe das Gefühl, ich kann damit nicht gut umgehen. So, und genau da greift diese Technik. Und ich würde gerne mal ganz kurz einen neuronalen Hintergrund erklären, weil ich finde den extrem wichtig, um zu verstehen, warum wir diese Technik dort nutzen.
Und ich habe gerade Daniel Siegel erwähnt. Ich würde jetzt ein Modell von ihm noch mal hier mit einbauen. Und das ist ein ganz vereinfachtes Modell, um emotionalen Stress zu erklären.
Ja, also das Gehirn ist viel komplexer als das und es ist nützlich. Und deswegen will ich es jetzt hier gerade nutzen. Die, die sich dieses Video gerade angucken, ich mache jetzt gerade meine Hand zu einer Faust und mache den Daumen in meine Handinnenflächen rein.
Ich mache jetzt das Hand Model of the Brain von Dr. Daniel Siegel, das ist ein amerikanischer Psychiater. Und meine Faust soll jetzt mein Gehirn repräsentieren. Und hier, da, wo jetzt gerade mein Unterarm ist, das ist das verlängerte Rückenmark, hier oben ist sozusagen die Großhirnrinde.
30 Prozent davon, das ist direkt hinter unserer Stirn. Das sprechen wir ganz häufig an. Diesen Teil unseres Gehirns, dieses Areal, das ist der sogenannte präfrontale Kortex.
Seine Hauptaufgabe besteht unter anderem darin, anderen Hirnarealen zu sagen, komm mal runter, beruhig dich mal. Ja, ist alles fein, kriegen wir schon hin, kriegen wir irgendwie geregelt. Also der koordiniert da ganz viel.
Ganz vereinfacht gesagt. Dann hier habe ich schon den Daumen reingemacht in meine Faust, das ist so mittendrin im Gehirn. Sagen wir ganz vereinfacht, das ist das limbische System, das Emotionsnetzwerk.
Es gibt verschiedene limbische Ebenen. Das geht nochmal tiefer, darauf gehen wir jetzt nicht ein. Aber vor allen Dingen da, wo beispielsweise Stress reguliert wird und entsprechend auch erzeugt wird, wo unser Alarmnetzwerk drinnen ist.
Wichtigste Akteur, die Amygdala, das wäre jetzt hier mein Daumennagel. Was es hier wichtig ist zu wissen, ist, dass diese beiden Netzwerke, das sogenannte Stressnetzwerk und das exekutive Netzwerk, was entsprechend Emotionen reguliert, die kämpfen ständig um Ressourcen. Und Sebastian und du und vielleicht auch die Hörerinnen und Hörer da draußen und ich auf jeden Fall, habe schon mal im Streit Dinge gesagt, die ich später beruhigt habe.
Und das ist genau, nein noch nie, im Affekt irgendwas, nein auf keinen Fall. Und das kannst du jetzt damit erklären und auch Blackouts und so weiter. Da sagt die Amygdala, komm gib ihm.
Und der präfrontale Cortex sagt, nein, beruhig dich lieber, du wirst dich später beruhigen. Die Amygdala sagt, doch er hat es richtig verdient. Und der präfrontale Cortex sagt, nein, mach es lieber nicht, das kriegen wir schon alles hin, beruhig dich mal.
Jetzt haben wir ein Problem. Die Amygdala, die kann 24-7 laufen. Die hat keine sogenannte Gain Control, keinen Überhitzungsschutz.
Das bedeutet, die kann die ganze Zeit laufen und die ist wahnsinnig stark. Das war ja auch evolutionär total sinnvoll, dass die Amygdala so stark war, weil die entsprechend dann auch für unser Überleben gesorgt hat, weil wir entweder angreifen oder fliehen oder was auch immer. Der präfrontale Cortex hat einen Überhitzungsschutz.
Der wird irgendwann müde. Das merken wir spätestens abends nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn wir erstens reizbarer sind und zweitens eher dazu befangen werden zu überessen. Und das letzte Kuchenstück zu essen und so weiter.
Weil jetzt gerade der präfrontale Cortex auch das Belohnungsnetzwerk nicht beruhigen kann. Was bei der Emotionsregulation entscheidend ist, ist, dass während die Amygdala an ist, ich den präfrontalen Cortex wieder anbekomme, damit er die Amygdala Aktivität beruhigen kann. Ich gebe diesem Bereich hier hinter meiner Stirn wieder Energie, damit hier eine funktionale Konnektivität entstehen kann zwischen Stressnetzwerk und dem exekutiven Netzwerk.
Das heißt nicht, dass die Amygdala weg ist, aber ich kann sie gerade funktional beruhigen. Und diese bilaterale Stimulation oder dieses Tapping ist eine Art und Weise, um da wieder Energie reinzubekommen. Und das zeigt auch die aktuellste Hypothese zum Wirkmechanismus hinter dem Butterfly Hug und allen möglichen Techniken rund um EMDR. Und das ist die Arbeitsgedächtnishypothese. Das Gehirn kann nur begrenzte Mengen an Informationen gleichzeitig im Arbeitsgedächtnis halten. Und wenn man eine belastende Erinnerung abruft und dann gleichzeitig in so eine bilaterale Aufgabe reingeht, dann konkurrieren diese beiden Prozesse. Und dieser Stressor kann punktgenau reguliert werden.
Und das finde ich so entscheidend hier dabei und das zeigt sich dann auch in der Praxis, dass dann, wenn es mir gelingt diesen Stressor bei mir zu erkennen und deswegen frage ich auch immer wieder, wenn ich die Butterfly-Technik anleite, denken sie jetzt mal an eine Situation in der Zukunft oder aus der Vergangenheit, wo sie heute noch Stress spüren oder heute schon Stress spüren, wenn sie daran denken.
Auf einer Skala von minus 10 bis 0, wo minus 10 das größte Unbehagen ist, also wahnsinnig stark und 0 neutral, sollte jetzt hier in diesem Kontext nicht stärker als eine minus 5 sein. Also bitte kein Lebensthema, nicht das krasseste Thema jetzt gerade hochholen, sondern vielleicht eine minus 5 jetzt gerade. Und wenn sie da so dran denken und dann ist die entscheidende Frage, wo spüre ich eine unangenehme Resonanz im Körper?
Wo kommt eine Resonanz bei mir an? Also ich frage da nach somatischen Markern im Körper. Warum ist das wichtig?
Weil wir wollen jetzt hier gerade das Stressnetzwerk anschalten. Das machen wir mit Absicht jetzt hier, damit wir es punktgenau regulieren können. Und bei mir zum Beispiel ist Stress ganz häufig im Halsbereich oder Angst spüre ich ganz viel in den Waden.
Und es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Und dann ist es wichtig, das mal zu beobachten, ohne zu bewerten. Ah ok, da zeigt sich jetzt was in meinem Körper.
Emotionen als embodied states, als verkörperte Zustände, die sich irgendwie in meinem Körper repräsentieren und sich dadurch dann auch entsprechend hervorrufen lassen. Das fokussiere ich, also habe ich jetzt hier gerade die Amygdala an. Super, das ist Element Nummer 1.
Element Nummer 2 ist, jetzt muss ich den präfrontalen Kortex anschalten. Und das bedeutet, während ich reinspüre in diesen Stress in meinem Körper und diesen beobachte, überkreuze ich meine Arme vor meinem Körper, lege meine Arme auf meine Schultern. Ich kann die hier eher auf den Brustbereich legen oder auf die Schultern.
Das ist jetzt eher erstmal gleich, was sich vielleicht gerade auch gemütlicher anfühlt und besser anfühlt. Butterfly Hug heißt es ja auch, weil es ist wie eine Selbstumarmung. Ich bin bei mir, ich umarme mich selber, ich kümmere mich jetzt gerade um meine Emotionen.
Auch embodimenttechnisch kann dieses Element da drin sein. Und dann, während ich in diesen Stress so reinspüre, klopfe ich links und rechts und dadurch muss ich mich konzentrieren. Und es ist ganz wichtig, deswegen kann ich es wirklich nicht oft genug beurteilen, es ist mir ganz wichtig, dass ich die Emotionen nicht wegklopfe.
Das ist keine Ablenkungstechnik, wie dieses Thema 4 Dinge, die ich sehe, 3 Dinge, die ich höre und so weiter und so fort. Es soll jetzt keine Ablenkung sein. Das Element der Gleichzeitigkeit ist hier wirklich entscheidend.
Ich spüre rein und gleichzeitig mache ich das und während ich das mache, beobachte ich einfach nur, was innerlich passiert, ohne zu werten. Und für diejenigen, die sagen, das ist nichts für mich und soll da jetzt irgendwas passieren, dann ist meine Antwort darauf, gehe damit weiter. Gehe damit weiter bedeutet, beobachte weiterhin, was innerlich passiert.
Und selbst wenn da so etwas kommt, was für eine Scheiße, sorry jetzt für mein profanes, für meine malediktologie jetzt hier, aber das denken manchmal Leute, ach was ist das, jetzt mache ich hier so einen Kack, jetzt sitze ich hier mit meinem Coach oder mit dem Trainer, ich habe dafür bezahlt, dass ich jetzt hier sitze. Alles in Ordnung, gehe damit weiter. Das gehört meistens zum Prozess dazu.
Und dann beobachte ich einfach, was innerlich passiert und was dabei in den meisten Fällen passiert. Wenn es gut angeleitet und gut begleitet ist und wenn da Menschen sind, die den Raum dann auch halten, dass das jetzt gerade sein darf, dann passiert das, dass der präfrontale Kortex sich sozusagen wieder an die Amygdala anschmiegt, an die Hand nimmt und sagt, hey komm lass uns jetzt wieder zusammenarbeiten. Und dann die Emotion reguliert wird.
Und was die Menschen dann meistens sagen ist, ich kann mich noch daran erinnern, dass das blöd war, aber ich spüre das nicht mehr. Ich habe da keinen Kontakt mehr zu. Der emotionale oder affektive Mantel der Erinnerung oder der Zukunftsvorstellung hat sich gerade abgelegt.
Die Emotion wurde zur Information. Ich kriege keinen affektiven Kontakt mehr zu. Und das ist genau das, was wir erreichen wollen.
Und das ist immer wieder total spannend, auch weil du vorhin gesagt hast, es ist auch eine nachhaltige Technik, weil das ist ja genau, was wir erreichen wollen. Wo die Leute meistens skeptisch sind ist, ja, aber wenn ich jetzt tatsächlich wieder in dieser Situation bin, dann werde ich doch bestimmt wieder die gleichen Emotionen spüren. Und dann sage ich, naja, versuch da nochmal reinzukommen.
Gib dir mal jetzt richtig Mühe, da reinzukommen. Kriegen sie nicht hin. Und dann kommt auch eher das Vertrauen, dass in der Zukunft das nicht mehr so greift.
Weil was da passiert ist, ja, ich habe das Arousal, dem psychophysiologischen Erregungszustand, innerhalb dieses Kontextes verändert. So macht das Gehirn in Zukunft andere Vorhersagen und erzeugt andere Emotionen. Dann kann es sein, dass die Auftrittsangst, dass die Schmetterlinge im Bauch nicht durcheinander fliegen, so wie Lisa Feldman Barrett es so schön gesagt hat, in Formation fliegen.
Ja, dass dieses Arousal, das jetzt gerade da ist, handelbar ist, ein anderes ist und vielleicht auch eine andere Valenz dahinter ist, dass ich das vielleicht jetzt eher als Antrieb nutze und als Grit nutze und als ich gehe jetzt hier voran auf die Bühne und habe da auch Freude dran. Das ist wahrscheinlicher, wenn ich auf diese Art und Weise diese Erinnerung neu modelliert habe und zwar auf diese Neuronaler. So funktioniert der Butterfly.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Also vielen Dank für diese zwölf Minuten kondensierend auf den Punkt. Ja, finde ich super, weil das kann man im Prinzip so in jeder Coaching- und Führungskräfteausbildung oder auch Mental-Health-Schulung, Resilienz-Schulung kann man das genau so einspielen und erklären. Und was ich dabei so spannend finde, weil du hast nochmal diesen Satz mit dem Wegklopfen gebracht oder auch gesagt.
Und mir ist nochmal wichtig, auf diese Haltung, die dahinter ist, zu gehen. Und ich glaube, die Haltung macht, weil sie auch zu einer gewissen Bewertung führt und wir ja auch aus der Resilienzforschung wissen, dass die Bewertung von solchen Phänomenen einfach einen Riesenunterschied macht und auch einen konservierenden Unterschied macht, wenn ich bestimmte Überzeugungen habe, dass sowas veränderbar ist oder nicht, dass sowas negativ ist oder nur unangenehm, mich aber auf was Unerfülltes hinweist und so weiter. Das heißt, dieses Wegklopfen, das kommt immer als erstes. Dann wird, ich weiß nicht, ob das auch Kollegen von sich geben oder was, aber dann wird so, ach, sollen wir das jetzt wegklopfen?
Nein, wir helfen ihrem System einfach, diesen Irrtum und dieses noch ein bisschen nicht für sie optimal Regulierte in einen regulationsfähigen Bereich zu bringen, was wir in das Window of Tolerance angesprochen haben. Man hat so im Verständnis von Stress, in den Stresstheorien spricht man von so einem Fenster, wo, wenn der Stressor oder der Reiz oder das Arousal oder wie auch immer in diesem Toleranzfenster ist, dann können wir damit gut umgehen. Das kennen sie auch.
Also weiß ich nicht, der Nachbar bohrt, während sie irgendwie gerade da was machen wollen. Dann sind so drei Bohrer und sie denken so, okay, hängt halt Bilder auf. Dann ist dann irgendwann auch Ende und gut.
Und dann irgendwann kommt und man denkt so, ne, so nicht. Und genau diesen Moment, den löst man dann ja klassischerweise. Geht rüber, sagt so, hey, ich habe da eine Zwickmühle, ich verstehe, dass Sie Holzarbeiten mit der Motorsäge bei sich gerne im Wohnzimmer machen.
Das ist völlig in Ordnung und gleichzeitig brauche ich ein bisschen Ruhe und ist übrigens halb zwölf Uhr nachts und so weiter und so fort. Das heißt, es gibt ja schon andere Wege, auch damit umzugehen. Nur es gibt ja auch immer Situationen, wo unser System mal was gelernt hat, wo, das hat Gunther mal so schön gesagt, manchmal irrt sich einfach das System.
Manchmal gibt es einfach eine Verwechslung. Da verbindet es einen Reiz mit einer Reaktion oder macht halt zu einem Moment, wo ich nicht so regulationsfähig bin wie sonst, eine Erfahrung. Und diese Erfahrung wird dann so, Gott, was habe ich denn da gesagt?
Wie war ich denn da drauf? Und dann wird natürlich das als negativ bewertet. Man hat dann Stress über den Stress, den man hatte und für das Gehirn ist das immer die Einladung so, hey, das ist wichtig, achte da drauf.
Am besten noch so ein bisschen Charme mit dazu, was das noch schön konserviert oder, oder, oder. Und genau für solche Situationen ist ja dieser Butterfly Hug, dieses auch bifokale Wirkprinzip, was dahinter steckt, ist ja etwas, was mir hilft, den Irrtum meines Gehirns auf, wie soll ich sagen, in dem Fall mechanischer Art und Weise zu lösen und zu integrieren und meinem Gehirn einfach helfen, diesen Irrtum in Zukunft nicht mehr zu produzieren. Und ich finde das eine viel würdigendere Art und Weise, weil das natürlich, wenn man jetzt, das war gestern ein Vortrag gehalten und dann sagte auch jemand, ja, Angst ist das Problem und hin und her.
Dann habe ich gleich, ach, bin ja immer gut da drin, erst mal anzuhören, was sagen die anderen und dann einfach auch dagegen zu argumentieren, habe ich gesagt, also wenn für Sie Angst das Problem ist, ich zitiere mal Gunther Schmidt, der hat einen schönen Vortrag, der heißt, wer Angst hat, hat Zukunft, wenn Sie keine Angst haben, haben Sie keine Zukunft. Warum? Weil Angst in meiner Denke, in unserer Denke die Hüterin der Sicherheit ist.
Sollte ich jetzt, mal stumpf gesagt, Angst, wenn ich sie habe, immer wegklopfen, ja, das kann ich machen, aber es ist halt gegen die Biologie, gegen die Psychologie, gegen die Evolution und es ist einfach nicht nützlich. Aber wenn ich, mal angenommen, ich wäre komplett angstfrei, ich würde es im Straßenverkehr nicht weit bringen, weil Angst immer wieder sagt, hey, pass mal auf, du brauchst da Sicherheit. Und heißt das, am besten schließe ich mich zu Hause ein und mache nichts mehr, damit mir nichts passiert?
Nee, auch nicht. Ich brauche halt die Regulation bei der Angst und ich glaube, dass was dieser Kern mit dem Wegklopfen, wenn man das übersetzt mit regulationsfähig machen, ins Toleranzfenster bringen, dem Gehirn bei Irrtümern helfen, dem Nervensystem einfach, sage ich mal, unregulierte Zustände, die Möglichkeit geben dem Nervensystem, die wieder zu regulieren und nicht mehr so intensiv zu reagieren. Ich glaube, das ist die Haltung, mit der man das machen sollte.
Und warum verwende ich jetzt hierauf so viel Zeit? Weil ich dieses Wegmachen total verstehen kann auf einer Ebene. Das letztens bei einer Kollegin gehört, die sagte dann, boah, ich hatte echt ein paar fiese Jahre jetzt, kannst du mir die nicht einfach wegmachen?
Und ich verstehe die total. Nur dann habe ich gesagt, ja, wie soll ich das machen? Ja, so wie in der Traumatherapie, alles in eine Metallkiste zuschweißen und in einen ganz tiefen See versenken.
Dann habe ich gesagt, naja, das geht hypnotherapeutisch, das kann man machen, das kannst du auch selber imaginieren, nur die Frage ist, was fehlt dir denn dann? Weil das steht ja auch für die Stärke, die du in der Zeit gespürt hast, weil hättest du die nicht gespürt, wärst du heute nicht hier. Ja, da ist so viel Leid, da ist so viel Trauer und so verstehe ich alles.
Und das braucht eine Würdigung. Und wollen wir nicht Schritt für Schritt das integrieren oder auch zu Dünger werden lassen? Du hast vorhin schon mal diktologisch angefangen, deswegen sage ich es mal.
Ja, Scheiße passiert. Und man muss manchmal auch dem eigenen System die Chance geben, am besten immer in einer wohlmeinenden, würdigenden Begleitung, das, was einem passiert ist, zu Dünger werden zu lassen. Die Stärke darin zu erkennen, die Qualitäten darin zu erkennen und das geht über Würdigung und Wertschätzung, die geht aber typischerweise erst dann wirklich auch funktional, wenn der Stresspegel unten ist.
Und ich glaube, dass das einfach so der Kern ist. Also das, was du mit dem Thema auch Butterfly Hug ja so wunderbar beschrieben hast am Anfang, das ist eine Technik, wo ich ganz akut was machen kann und gleichzeitig auch jeden Tag ein bisschen und im Coaching, in der Therapie, dann ein bisschen näher mit einer guten Strategie, mit einem professionellen Rahmen, mit einem guten Containment, also einem Bereich, wo das gehalten werden kann.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Definitiv. Also danke, dass du da nochmal Zeit mit verbracht hast, weil genau wie du es sagst, also ich würde sagen, Regulationstechniken wie die Butterfly-Technik bringen Emotionen in einen Modus, damit sie funktional gerade sein kann. Weil beispielsweise mache ich das im Training, den Butterfly Hug, immer wieder gerne im Zusammenhang mit Ärger.
Und davor hatte ich Ärger als Hüter der Werte, dann die Frage, okay, wenn du einen Ärger spürst, was ist dir wichtig, welche deiner wichtigen Werte ist verletzt und so weiter. Und dann kommt immer wieder dieses, ja, aber manchmal bin ich doch gar nicht im Zustand, dass ich das überhaupt sagen kann, was ist mir jetzt hier gerade wichtig und welcher meiner wichtigen Werte ist denn jetzt hier gerade verletzt. Manchmal kriege ich das gar nicht hin, manchmal bin ich so wütend, dass es gar nicht geht.
Ganz genau. Da ist das Arousal viel zu hoch, da passiert genau das. Lit up, also sozusagen, es geht mir die Hutschnur.
Und ich bin gerade maximal im Affekt. Ich bin die Emotion. Aber wie sagt Stephen Gilligan, dass er gesagt hat, be with it without becoming it.
Richtig? Ja, super. Und genau das ist es dann auch hier.
Ich lege meine Aufmerksamkeit auf die Emotion und bin dabei, ohne dass ich sie jetzt gerade bin, beobachte die körperliche Repräsentation davon in meinem Körper, während ich gleichzeitig klopfe. Und so bringe ich das Arousal runter. Und das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ich funktionaler mit der Emotion umgehe.
Der Ärger ist nicht weg, nur ich kann den anders nutzen. Ich kann jetzt hier genau gerade das nutzen, wofür Ärger da ist. Nutze deine Fähigkeit zu handeln.
Stehe für deine Werte ein. Weil, wenn ich ihn wegklopfen würde und unterdrücken würde, Motoki Tonn sagt immer so schön, wenn du eine Emotion wegdrückst, dann ist das wie, wenn sie in den Keller geht, hart pumpt, gerade trainiert und viel stärker wieder hochkommt. Und genau so ist es dann auch.
Und das kommt übrigens manchmal auch bei einem Butterflyhuck hoch. Das ist ein kleiner Disclaimer. Wenn Emotionen lange vergraben waren, dann kann es sein, dass sie dann auch entsprechend stark hochkommen.
Deswegen ist es hilfreich, das mit jemandem Professionellen gemeinsam zu machen oder einfach Menschen wirklich, die den Raum halten können. Weil da passiert etwas, das habe ich zum ersten Mal gelesen damals in dem Selbstmitgefühl Buch von Kristin Neff und zwar Backdraft. Rauchgasexplosion klingt total krass.
Ich glaube, ich habe es schon einmal erklärt, aber nochmal hier in diesem Kontext. Wenn irgendwo in einem Gebäude ein Brand ist, dann ist irgendwann der Sauerstoff weg, wenn die Fenster zu sind und alles. Und dann ist irgendwo ein Schwellbrand, beispielsweise in der Mitte des Raumes.
Und was passiert, wenn dann jemand das Fenster öffnet? Sauerstoff kommt rein. Puff, genau.
Und das ist auch genau psychologisch der Fall, wenn etwas lange, lange vergraben ist, dann nur so ein kleiner Schwellbrand ist oder einfach so ein kleines Flämmchen der Emotion noch da ist. Und dann wird auf einmal die Tür dazu geöffnet, weil ich das jetzt gerade fokussiere, dann kann es wahnsinnig stark hochkommen, aber es reguliert sich dann auch wieder. Und deswegen ist es so wichtig, das erstmal in einem professionellen Kontext zu üben, finde ich, und dann danach mit so kleinen Dingen des Alltags, um immer wieder die Selbstwirksamkeit zu spüren.
Ich habe da extrem gute Erfahrungen mitgemacht, auch für meine Klientinnen und Klienten. Und dann haben wir genauso, wenn dann, Pläne gemacht, bevor ich in den Unterricht mit meinen anstrengenden Kindern gehe. Das ist dann auch wirklich leider so benannt oder halt so, weil das subjektive Empfinden ist, klar kann man da eine Neurahmung dann machen, aber so fühlt es sich einfach dann in dem Moment gerade an.
Dann mache ich das, um mich in einen guten Zustand zu bringen, damit ich gut und präsent sein kann für die Kinder. Oder vor meinem nächsten Gespräch mit Person XY oder bevor ich einen Auftritt habe und so weiter. Und das reguliert wunderbar und bringt das Gehirn in einen Modus, damit es für das Ziel funktionalere Vorhersagen treffen kann und in einem anderen Zustand ist.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja und was ich da auch so spannend finde, die Diskussion oder das Gespräch hatten wir mit Michael Bohne mal, der ja in Deutschland, auch im deutschsprachigen Bereich, für das Thema Klopfen mit seiner Methode PEP da sehr bekannt ist. Und das ja ein ähnliches Wirkprinzip ist, nur das nicht sozusagen der Butterfly Hug klopft, sondern 16 Punkte am Körper. Und er sagte, das ist oftmals auch eine Art Reassoziationstechnik.
Das heißt, wenn ich einen starken Grad an Dissoziation spüre, also Dissoziation fängt manchmal sprachlich schon an, wenn ich über mich in der dritten Person spreche. Da gibt es schöne Studien zu, zum Beispiel 2016 eine Studie, die halt zeigt, dass ich eine Emotionsregulation dadurch machen kann, dass ich über mich in der dritten Person spreche. Also ich kann sagen, ich habe Stress und wenn Sie das zu Hause mitmachen wollen, dann sagen wir mal, ich habe ein Problem, ich habe Stress.
Und dann merke ich sofort hier im oberen Brustbereich die somatischen Marker, die da anspringen, so ein bisschen zusammenziehend und so weiter. Ich habe jetzt gerade keinen Stress, aber allein das Sprechen aktiviert ja da schon irgendwelche Erfahrungsmuster. Und wenn ich jetzt sage, der Sebastian hat Stress, der Sebastian hat Stress, der Sebastian, der hier gerade vorm Rechner sitzt, der hat Stress, der hat ein Problem, der hat ein Riesenproblem.
Da spüre ich nichts, gar nichts. Das ist so, als würde ich über wen anders sprechen, obwohl ich mich meine. Oder man hat manchmal Stress.
So ist auch eine sprachliche Dissoziation. Und das Problem ist dabei, das macht das Gehirn hochkompetent, das muss man niemandem beibringen. Nur, es kommt immer mit einem Preis.
Ich kann Emotionen regulieren, ich kann Themen von mir erstmal wegschieben. Nur die Frage ist, ändert das was an Thema? Das heißt, wenn Menschen an sich eher oder sehr dissoziativ unterwegs sind, soll heißen, die eher immer auf Abstand bei bestimmten Themen gehen.
Da kann es natürlich sein, dass über die Dissoziation ich keinen guten Zugang zu meiner Emotionalität habe generell. Gerade im Stress erleben, das Stress erleben aber irgendwie unbewusst trotzdem natürlich da ist. Und wenn ich dann den Butterfly Hug benutze oder andere Klopftechniken, andere Techniken, um mich wieder im Körper zu reassoziieren, wieder zu mir zurück zu kommen.
Dann ist das was, was erstmal die Betriebstemperatur deutlich erhöht und man das einfach merkt. Und das ist einfach auch nochmal so ein kleiner Hinweis. Es ist kein Problem ab und zu mal zu sagen, wenn man das so hört, also ich habe da so meine Zweckmühlen und so weiter und es ist völlig in Ordnung.
Das macht das Gehirn, das muss man jemandem beibringen. Und gleichzeitig einfach eine gewisse Achtsamkeit, wenn ich viel dissoziiert habe und ich einfach von mir weggeschoben. Ich kann ja nicht nur dissoziiert sein, sondern ich bin dann meistens mit einer eher einer Abstandsposition assoziiert.
Ich bin so ein bisschen, weiß nicht wie das deine Klienten beschreiben. Meine Klienten sagen manchmal so, manchmal schaue ich mir irgendwie meinen Alltag den ganzen Tag so von außen an. Und dann sehe ich mich da so arbeiten und ich sehe mich da so im Stress und ich sehe mich da so in der Sinnlosigkeit und ich sehe mich.
Und dann sage ich immer, okay, wenn Sie sich sehen, wer sieht denn da wen? Ja, ich sehe mich. Aha.
Man muss mir das vorstellen, ja, das ist manchmal wie in so einem Kino. Und dann fallen mir natürlich so aus der Hypnotherapie so die alten Kinotechniken ein, wie man zum Beispiel mit Phobien dann arbeitet, dass du dich selber im Kino in einem Film siehst und dann vielleicht aus der Kabine, wo der Film läuft, siehst du dich im Publikum sitzen, wie du gerade dich da in einer Angstsituation siehst. Das sind alles dissoziative Techniken, bewusst dissoziative.
Und da kann der Butterfly Huger immer sehr stark wieder uns mit uns selbst in Kontakt bringen, was sehr wertvoll ist, weil wir den Körper auch als Bühne der Gefühle nicht nur sehen, sondern auch spüren wollen. Gefühle wollen gefühlt werden und what you can feel, you can heal, was man fühlt oder spürt, das kann heilen. Und gleichzeitig ist das immer so ein Wechselspiel, deswegen fand ich deinen Disclaimer oben gerade sehr gut da nochmal anzubringen.
Und was hilft? Weiter tappen. Einfach weiter damit auf die Atmung achten, bewegen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Geh damit weiter, das ist der Satz. Und ich beobachte einfach, ohne zu bewerten. Das finde ich immer wieder total spannend.
Ich hatte einmal, damals als ich noch viel Wingwave gemacht habe in der Sitzung, das fand ich total spannend, das war auch heiße Sommermonate, hatte ein T-Shirt an, habe dann vor meinem Klienten gewunken und das war halt einer der junger Kerl, sehr auf Perfektionismus aus und so weiter und auch so ganz durchtrainiert und alles. Und ich wink so vor dem und dann frage ich nach so einer Wing-Session, was ist jetzt? Und dann sagt er, dein Armfett wackelt und ich hasse fette Menschen.
Und dann kannst du jetzt ja natürlich in so einem Coaching-Kontext denken, Alter, was bist du denn für ein Arschloch? Was sagst du mir jetzt gerade? Und ich könnte jetzt das irgendwie auf meinen Selbstwert beziehen und so weiter.
Aber das gehörte zum Prozess. Es ist einfach Teil des Prozesses. Dann habe ich weiter gewunken und so ein bisschen geklatscht, damit es ein bisschen weiter wackelt, um genau diese Exposition dann auch zu haben.
Und dann irgendwann konnte er es runterschlucken und dann war es in Ordnung. Und das finde ich halt ganz wichtig, dass auch sowas mal Teil des Prozesses dann auch sein kann und auch bei sich selber, dass ich gerade genau das, was ich gerade mache, total blöd finde und sinnlos finde und eine Erwartungshaltung habe, hier sollte jetzt eigentlich gerade was passieren. Und dann ist die Antwort, geh damit weiter, weil auch das gehört zum Prozess dazu.
Trotzdem braucht es natürlich eine gute Rahmung. Ich finde den wissenschaftlichen Hintergrund dahinter immer wieder wichtig. Und eine Sache ist mir auch noch wichtig, weil was vor allen Dingen im Business-Kontext ganz viele Leute sagen, ich kann mich doch jetzt nicht irgendwo hinstellen und dann den jetzt hier machen vor anderen Leuten.
Eine Antwort ist, warum nicht? Weil wenn wir es kultivieren und wenn es jeder macht und vielleicht andere mit Neugierde da drauf gehen und sagen, hey, was machst du da? Ich mache gerade eine Regulationstechnik und du hast mal so schön gesagt, das fand ich mal total geil, als es darum ging, sich auch als professioneller Mensch coachen zu lassen.
Und dann meintest du, das war das Schlimmste, was die Menschen über mich sagen können, dass ich meine Themen kenne und daran arbeite. Das fand ich grandios. Das fand ich eine grandiose Antwort.
Und genau so ist es dann auch. Du kennst deine Themen und arbeitest daran. So what?
Und wenn es sich kultiviert, ist es super. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich das sehe im Alltag, ob am Flughafen oder in manchen Schulen. Ich hatte neulich einen Termin und da hat die Führungskraft in der Mittagspause eine echt blöde Nachricht bekommen.
Und dann nach der Mittagspause steht er da und macht den. Und ich denke mir, du coole Sau, dass du das jetzt hier vor uns im Raum machst und genau diese Regulationstechnik anwendest und es einfach normalisierst. Das ist das eine.
Das andere ist, es macht tatsächlich einen Unterschied laut der Forschung, was die Deltawellenaktivität im Gehirn angeht, was ja auch für eine Regulation sorgt, wo ich klopfe. Und die Regel ist, je näher es am sensorischen Kortex ist, desto höher ist diese regulierende Aktivität. Also an den Wangen ist es verneuntzigfach, am Nacken neunzehnfach, Schultern ist eine große Range, fünf bis achtunddreißigfach und an Handinnenflächen ist es fünffach und an den Knien hat es schon gar nicht mehr diese Effekte, wenn man es auf Deltawellen dann auch entsprechend bezieht.
Dennoch kann es einfach für diesen kognitiven Effekt was bringen, wenn ich es dann auch an den Knien mache oder alleine, wenn ich an den Füßen links, rechts tappe. Jedoch je näher es am sensorischen Kortex ist, es klopfen, scheint es eine höhere neuronale Aktivität zu geben, was die Deltawellen angeht. Ich fände es toll, wenn wir es normalisieren würden, unsere Regulationstechniken zu zeigen.
Und auch wenn jetzt eine Lehrerin oder ein Lehrer hier draußen ist und sagt, hey, das mache ich mal, wenn ein Kind gerade viel Angst hat. In einem akuten Stressmoment das neu beizubringen, ist manchmal schwierig. Das kann helfen, aber es ist halt manchmal schwierig, weil die Annahme gerade schwierig ist.
Ich bin gerade maximal im Stress, warum sollte ich denn sowas tun? Deswegen sowas mal vorher in einem stillen Moment beizubringen, super. Und dann es auch mit dem Kind gemeinsam zu machen und allgemein das gemeinsam mit Menschen zu machen, also mitklopfen, damit auch so eine Ko-Regulation dann in dem Sinne auch stattfindet, finde ich extrem wichtig und extrem hilfreich, wenn ich es als Professional auch anwende, da draußen oder anderen nahe bringe oder andere Menschen dazu einlade, den Butterfly Hug zu machen.
Also was es braucht, sorry Sebastian, danach kommen die zusammenfassenden Worte.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ich kann nur sagen, ganz wichtig auch hier, kein Coaching ohne Auftrag und auch keine Hilfe ohne Auftrag. Und ich mache das vor Coaching-Terminen immer, dass ich sage, es kann sein, dass wir mit irgendwas Emotionalem in Kontakt kommen, das ist kein Problem, da würde ich Ihnen dann einfach das anbieten, probieren Sie es mal aus, merken Sie was, nö, merkt nichts, super, das heißt, Ihr System ist gerade optimal reguliert, natürlich merken Sie dann nichts. Das heißt, die kennen dann schon mal die Bewegung, die wissen schon, was kommt und ich setze gleich sozusagen den Erlaubnisrahmen, es darf sich auch was zeigen, weil what you can feel, you can heal und wenn sich es zeigt, können wir es regulieren, können damit umgehen.
Und ich bin vor Jahren mal geflogen, das war ein längerer Flug, da hatte ich eine Zeit lang in Dubai gearbeitet, so im Bereich Patientenkommunikation und Resilienz und so weiter. Und da saß neben mir eine Frau, die war so Ende 30, und die war extrem nervös und ich dachte schon so, boah, jetzt habe ich hier, weil ich gehe dann da auch mit in Resonanz und so. Und dann merkte ich schon, dass die so am Scannen war und die hatte einen hohen Stresslevel und dann sah ich dauernd, wie die sich die Hände gerieben hat und dann dachte ich so, okay, was machst du?
Da habe ich natürlich nicht gesagt, na, haben sie Flugangst und dann diesen ganzen kognitiven Bullshit. Statistisch gesehen sind Flugzeuge und es ist ja auch keine Angst vorm Fliegen, es ist ja eine Angst vorm Abstürzen und Zerschellen und so, das ist ja ungünstig so. Und dann habe ich so rübergeguckt und dachte so, okay, was machst du?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Die, die gerade wirklich Flugangst haben, die klopfen jetzt gerade, glaube ich. Bitte klopfen jetzt gerade.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Nächste Folge machen wir zur Flugangst. Na ja, auf jeden Fall. Habe ich dann so zur Ruhe geguckt und habe gesagt, boah, ist Ihnen auch so?
Boah, ich habe ja so eine Angst. Also mir ist so unwohl, gerade so unwohl. Ja, mir auch, mir auch, mir auch.
Sie sagen, boah, immer dieses Fliegen oder dieses Fliegen. Ja, ja, ja, das Fliegen, das Fliegen, das Fliegen. Und ich sage, boah, und jetzt gleich, ach, und ich merke schon, wenn wir erstmal in der Luft sind, dann ist bei mir immer gut.
Ja, ja, das ist nur der Start und Landung ist bei mir, ach, Katastrophe. Ich sage, oh, bei Ihnen auch, ich bin so glücklich, dass es geht nicht nur mir so. Sagen, ich bin nicht allein.
Pace hin. Ich liebe Fliegen, ist mir total wumpe. Ich kann da, das ist echt easy.
Aber begegnet den Menschen in ihrer Welt. Na ja, und dann habe ich gesagt, also mein Therapeut, dann muss man mit Coach, habe ich in der Situation gelernt, ja gleich das volle Programm voll nackig machen, habe ich gesagt, mein Therapeut hat mir eine coole Technik beigebracht, die hilft mir meistens und die mache ich jetzt. Also nur, wenn das jetzt komisch aussehen sollte, dass Sie sich nicht irgendwie wundern.
Aber dieses, diese Aufregung, dieses, sehen Sie, und ich mache das so, dass ich es so merke und dann achte ich, ach, dass ich so in die, so. Und die guckt mich so an und sagt, kann ich das auch machen? Dann habe ich gesagt, probieren Sie es aus, so.
Ach, und dieses, bei mir ist das hier so ein Brustbrauch. Ja, bei mir auch, ach, sehen Sie, ach. Und hin und her.
Dann kam die Stewardess, guckte so, guckte mich so an und ich habe so gezwinkert. Und sie so, geht es Ihnen gut? Ja, ja, ja, geht.
Ich sage, wenn wir in der Luft sind, dann ist alles gut. Ja, wenn wir in der Luft sind, dann ist alles gut, so. Und dann haben wir beiden hier so die ganze Zeit da so besessen.
Ich war die ganze Zeit auf sie konzentriert. Und hin und her. Dann habe ich gesagt, Mensch, wie ist denn mit Ihrer Atmung und so?
Wo ist die Atmung? Bei mir ist die Atmung ja im Bauchbereich. Und, ach, so.
Sind wir gestartet, so, und sind gerade so in der Luft. Und ich so gucke, und wie geht es Ihnen? Ja, nee, ist gut.
Und das war jetzt echt, also das hätte Sie jetzt nicht erwartet. Und so, normal braucht es mindestens eine Kotztüte. Also, reiner Eigennutz, ne.
Ich habe keinen Bock, dass die da reverse eating praktiziert, so. Naja, und dann habe ich so rumgeguckt. Und neben mir in der Reihe, drei Leute, alle so.
Und da saß eine ältere Frau, die macht so, das funktioniert gut. Ich, mit dem Start, mein Mann und mein Sohn auf. Das ist super.
Vorne dreht sich einer um, sagt so, super, das funktioniert. Da hatten die alle mit, das habe ich gleich mitgekriegt. Aber ich war anscheinend so laut in der Ansprache von der Frau, dass das das Bedürfnis da von mehreren Leuten umherum gleich aufgenommen hat.
Und dann sagt die nur so, ach, ich bin nicht so da. Ach, das ist, ach, jetzt in der Luft. Ach, ich bin auch so, ach.
Ich schlafe jetzt erst mal so. Da hat die sich abgelegt. Dann habe ich da meine Filme geguckt.
Und dann kam irgendwann so ein Landeanflug auf Dubai. Und ich guckte da so meinen Film. Und dann hat die mich an mein Problem erinnert.
So, das machen ja Klienten auch immer total klug. Sagen so, hey, Sie haben doch letztes Mal von dem Problem erzählt. Da habe ich gesagt, oh ja, sehen Sie jetzt.
Hätte ich Sie nicht gehabt, dann hätte ich glatt meine Angst vergessen. Also ich bin Ihnen so dankbar, dass Sie die Hüterin meiner Sicherheit, dass ich hier in Sicherheit bin. Und ich sage, naja, habe ich Ihnen vorhin nicht gesagt, Angst ist die Hüterin der Sicherheit.
Dann haben wir einfach so gequatscht. Habe gesagt, ah, sehen Sie, und wenn Sie jetzt hier runter, dann merken Sie die Sicherheit. Und Sie können ja die Sicherheitshüterin der Sicherheit nicht in sich haben, sondern im Gang.
Die muss Sie ja auch nicht anschneiden. Die sorgt halt dafür, dass sie sicher ist. Und dann machte die noch so ein bisschen so und sagte, ja, das geht auch.
Dann haben wir gelandet. Und dann sagt sie, krass, jetzt sind wir ja schon auf dem Boden. Da will man sich mal so richtig ängstigen, so richtig Flugangst haben und dann vergisst man es.
Das ist ja auch spannend, oder? Und dann sagt sie, ja, total. Darf ich denn das auch alleine machen?
Da habe ich gesagt, erlaube ich Ihnen ausnahmsweise, die in der Mitte gucken, wieder so nippen. Super. Also da muss ich wirklich sagen, da hilft mir Hypnotherapie und auch Hypnosystemik im Sinne von Pacing, also Menschen was anbieten.
Ich hätte ja auch gesagt, jetzt hören Sie auf, nicht hier rumkotzen, nicht kotzen. Und wenn Sie Angst haben und dann hier so, das trägt eher zum Problem bei. Aber einfach sagen, oh, ich, mir geht es hier, ich brauche was und meinen Therapeut, dann ist das plausibel.
Und dann sind Leute eher noch sozusagen Zuneigung, empfinden Zuneigung und sagen, ach Mensch, wenn dem das hilft, dann unterstütze ich ihn dabei mal. Hat mich sehr, also das war so eine Lebenslektion, eine von vielen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Mega. Ich denke, die ganze typische Maui. Das ist so eine typische Maui-Situation, klasse.
Und ich mache das dann auch in einer Lautstärke, das hat, glaube ich, das halbe Flugzeug mitgekriegt. Und geholfen, dem halben Flugzeug geholfen. Die Rechnung kam dann raus an Dubai.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Wir sind mit Emirates geflogen, die Flugbegleiterin war sehr, sehr freundlich, war dann da irgendwie, müsste da mal sagen, dürfen wir es nachgehen. Und dann stand die da und sagte nur so, that was a therapeutic intervention, right? Ich so, ja.
Und sagte, great, thanks. It really relaxed. We tried it as well.
Und dann hab ich gesagt, you tried it as well. Und dann guckt die eine, oh, is this a guy? Is this a guy?
Und dachte so, ja, es ist so einfach. Deswegen, lasst uns mentale Gesundheit normalisieren. Weil das ist Menschlichsein.
Und die, die, das ist ja in Amerika auch so, wenn du keinen Therapeuten hast in den USA, bist du auffällig. Wenn du einen Therapeuten hast, wissen die, hey, der setzt sich mit seinen Themen auseinander. Von daher, let’s normalize mental health.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Und um zusammenzufassen von der Butterfly-Technik, was muss ich tun, um das jetzt umzusetzen, machen wir einen kleinen Wenn-Dann-Plan. Wenn sie oder du das nächste Mal, also nicht du, Sebastian, sondern die, die sich als du angesprochen fühlen wollen, wenn du das nächste Mal Stress hast und merkst, da geht, mein Herz schlägt vielleicht schneller oder wie auch immer sich bei dir Stress repräsentiert, dann schwimm mal rein, wo zeigt sich das in meinem Körper. Dann beobachte das mal.
Und während du das beobachtest, ohne zu werten, überkreuzt du deine Arme, legst sie auf die Brust und tappst links und rechts und beobachtest einfach, was innerlich passiert. Und selbst wenn Gedanken kommen, wie sollte jetzt irgendwas passieren oder was mache ich denn da und so weiter, geh damit weiter. Und du wirst merken, es wird sich regulieren.
Dein Gehirn ist in einem anderen State und kann sehr wahrscheinlich besser mit dieser Situation umgehen als zuvor. Viel Spaß beim Ausprobieren. Auch da wieder gerne Rückmeldungen.
Wo setzt ihr den Butterfly-Hack im Alltag ein? Wie erklärt ihr den vielleicht auch nochmal kindgerechter für diejenigen, die mit Kindern arbeiten? Ich bin ganz gespannt, was da so bei Spotify in den Kommentaren steht und freue mich auf die nächste Folge mit dir, Sebastian.
Ich muss mich jetzt gar nicht regulieren. Ich bin tiefenentspannt und danke für diese tolle Folge mit dir. Und tschüss an alle da draußen.
Sebastian, du hast wie immer das letzte Wort. Ciao.
Tschüss. Tschüss. Das war eine weitere Folge von Rethinking Resilience, deinem Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwara.
Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com