[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Herzlich willkommen zu Rethinking Resilience, dein Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis. Von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwara. Was soll ich sagen?
Eine neue Runde, eine neue Runde. Mein Name ist Sebastian Mauritz, wir sind im Denkraum, bei mir Ruben Langwara. Hallo lieber Ruben, schön, dich hier zu sehen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Hallo Sebastian, ich musste gerade so lächeln, weil wir waren gestern mit den Kindern auf der Kirmes und da hat es sich genau so angehört. Eine neue Runde, eine neue Runde. Letzte Chance, Chance, Chance.
Das ist super.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, das ist irgendwie, es weckt in mir immer so alte Erinnerungen. Und tatsächlich, ich bin ja auf dem Dorf groß geworden und da war so Kirmes und Volksfest und hin und her für mich immer das absolute Highlight. Und die Kirmes war damals tatsächlich was, was einfach total viel Spaß gemacht hat.
Wo diese ganze Faszination der blinkenden Lichter und wir waren ja damals noch nicht so dopaminmüde, wie es glaube ich heute Jugendliche sind. Bei denen blinkt die ganze Zeit irgendeine App oder irgendein Computerspiel. Bei uns blinken damals nur die Lichter im Autoscooter oder auf irgendeiner Achterbahn.
Von daher, ja, so viel zu den Erinnerungen an die Kindheit. Wir haben heute, finde ich, ein sehr interessantes Thema, weil das glaube ich und auch so Stichwort Smartphones, Stichwort von Mensch zu Mensch, Stichwort was brauche ich eigentlich im Kontakt mit anderen, was brauche ich in der Führung, irgendwie immer wieder um die Ecke kommt. Und es wird oft, wie soll ich sagen, beschrieben.
Es wird oft verwendet, manchmal nicht so präzise. Und dann hast du das so vorgeschlagen, sagst du, Mensch, wollen wir darüber nicht mal sprechen? Ich kriege dazu immer viele Fragen.
Und ja, deswegen kümmern wir uns heute um Empathie. Ja, gibt’s nicht im App Store. Noch nicht.
Gibt’s auch noch nicht. Ich weiß natürlich, ob das Claude oder ChatGPT schon so richtig, richtig können oder jemals können werden. Mal schauen.
Kommt drauf an ja auch, welche Empathie. Lass uns das doch mal so ein bisschen sortieren. Und ich glaube, die Beispiele kommen dann eh auf den Weg.
Und mal so den etwas direkten Einstieg. Was ist Empathie?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das Einfühlungsvermögen in andere Menschen. So wird es allgemein definiert. Allerdings gibt es ganz unterschiedliche Formen.
Und es ist nicht nur, dass ich fühle, was du fühlst, sondern es gibt mehrere Versionen davon. Und die wurden in der Vergangenheit sehr intensiv erforscht. Einer der großen Namen da drin ist die deutsche Professorin Tanja Singer, die da sehr, sehr viel zugemacht hat.
Auch in dem Ressource Project, das sehr, sehr groß war und noch ist und gern zitiert wird. Aber auch andere Forscherinnen und Forscher. Daniel Batson hat da ganz viel zugemacht von der University of Kansas.
Und ich finde es auch total spannend, dass Empathie ja in der Allgemeinheit als sehr positiv gesehen wird. Also das ist eine Fähigkeit, die wir alle brauchen. Es wird immer wieder gesagt, wir brauchen mehr Empathie in der Welt.
Wir sind gerade in einer Gesellschaft drinnen, wo wir eher Mauern als Brücken bauen zueinander. Und wir sollen wieder in die anderen rein denken und auch rein fühlen. Fühlen dann auch dabei.
Und da bin ich total dabei. Und Empathie hat auch seine Schattenseiten. Der Ruf von Empathie, der driftet immer in unterschiedliche Richtungen.
Ich weiß noch vor zehn Jahren, da ist ein Buch erschienen von einem Yale-Professor, Paul Bloom. Der hat ein Buch geschrieben mit dem Titel „Against Empathy“. Also gegen Empathie.
Und das ist total spannend, auch wie er es im Buch beschreibt. Da fragen die Menschen, was machen sie so? Ja, ich bin Professor für Psychologie und so.
Und ich schreibe gerade ein Buch über Empathie. Ah, Empathie, das ist ja toll. Und dann sagt er, ja, ich bin dagegen.
Und gegen Empathie sein ist ja so ein bisschen wie gegen Kätzchen sein oder Hundewelpen oder Weltfrieden oder was auch immer.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Oder kleine Kinder schubsen oder so.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Das geht einfach gar nicht. Ja, genau. Das geht irgendwie einfach gar nicht.
Und dann hat er mal beschrieben, genau diese unterschiedlichen Formen und wie wichtig das ist, Empathie differenziert dann auch zu betrachten. Und hat vor allen Dingen zwei Formen der Empathie beschrieben, die auch Tania Singer erforscht hat. Und zwar ist das die affektive Empathie und die kognitive Empathie.
Affektive Empathie bedeutet, ich spüre, was du spürst. Du spürst jetzt gerade eine Emotion, die steigt sozusagen in dir hoch. Du konstruierst sie, wie auch immer du es nennen möchtest.
Und ich gehe damit so stark in Resonanz, dass ich sie auch selber fühle. Und das kann Vorteile haben, wenn es beispielsweise angenehme Emotionen sind. Dieses Thema geteilte Freude ist doppelte Freude.
Wo ich die dann annehme. Mudita, die Mitfreude, eine der unermesslichen Geisteshaltungen im Buddhismus, auch sehr gut erforscht diese Thematik. Ich sehe die Freude anderer Menschen und ich lasse mich davon mal anstecken und lasse mich davon auch mal aufbauen und erfüllen und so weiter.
Und wünsche den Menschen um mich herum, möge deine Freude anhalten, ich teile das jetzt mal mit dir und so weiter. Total schön. Also hat extrem viele Vorteile für die psychische Gesundheit.
Und auf der anderen Seite, wenn es dann in die unangenehmen Emotionen reingeht, dann merken auch unterschiedlichste Berufsgruppen, Ja, das ist irgendwann anstrengend, wenn ich mich da dauerhaft einfühle und da dauerhaft reingehe und diese Emotionen mitnehme. Deswegen ist ja auch bei PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen die Depressionsrate eher höher und nehmen dann auch von PatientInnen die Dinge manchmal mit nach Hause. Und das allgemein in sogenannten Emotion-Work-Berufe, also Berufe, die eine intensive zwischenmenschliche Interaktion erfordern, dass die Emotionen manchmal mitkommen nach Hause.
Und das hat dann auch einen Nachteil.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Michael Brune spricht in dem Zusammenhang immer so schön von einer Emokokken-Infektion und Emokokken als dys- oder parafunktionale Emotionen, die in unserem System dann in irgendeiner Art und Weise eine Wirkung haben. Das ist natürlich immer eine grundsätzliche Zwickmühle, dass natürlich die Beziehung zu einer Klientin, einem Klienten eigentlich so der Hauptwirkfaktor ist. Und natürlich habe ich da, wenn ich dir so zuhöre, genau sofort auch die Frage, wie kann ich diese Beziehung gestalten.
Weil ich so eine ähnliche Frage auch mal Gunther Schmidt gestellt habe. Gunther sitzt ja, wenn er mit Menschen arbeitet, denen sozusagen frontal gegenüber. Es gibt ja, wenn man sich sozusagen auch so Sitz-Settings anguckt, da kommen wir vielleicht auch gleich noch drauf, gibt es ja welche, die Empathie mehr fördern und Empathie weniger fördern.
Und so in der Hypnosystemik jetzt bei ihm oder in der generativen Trance-Arbeit zum Beispiel auch von Stephen Gilligan, habe ich ja die Empathie, die ich in Sinne einer Resonanz, die sich in meinem Körper zeigt, auf mein Gegenüber, habe ich die, so zumindest meine beobachtungsabgeleitete Erklärung, mehr, wenn ich direkt frontal sitze. Das kenne ich aus Coaching-Settings, wenn ich frontal sitze, dann spüre ich irgendwie mehr. Das heißt, manchmal stelle ich eine Frage und merke dann, wie bei mir die Tränen hochsteigen.
Und ich denke dann so, ach spannend, irgendwie, ich habe eigentlich gerade keinen oder ich fokussiere gerade nichts, wo ich Trauer in mir spüren könnte. Natürlich kann man immer auf irgendwas die Aufmerksamkeit richten, was sozusagen die Trauer einlädt. Und dann gucke ich mir das so an und gucke mir an, wie Gunther damit arbeitet und Stephen damit arbeitet.
Und die sitzen frontal. Und dann könnte man natürlich sagen, um Gottes Willen, setz dich mal sozusagen am besten ein bisschen schräger, so über Eck, dass du nicht so viel in Resonanz gehst. Das habe ich Gunther irgendwann mal gefragt, habe gesagt, Mensch Gunther, wenn ich dir so zugucke, dann sehe ich, dass du quasi sehr viel von der Emotionsresonanz, auch von deinen Klientinnen und Klienten entsprechend ja aufnimmst.
Und in diesen Gesprächen dann, aber auch immer quasi den Kontakt mit dem Unangenehmen mitgehst und das Gleiche dann vernetzt zu etwas Ressourcehafteren, zu etwas Anderem. Also quasi so eine Art Transformation, Einladung in einen anderen Zustand. Das heißt natürlich, wenn ich im Sinne eines, sagt man jetzt im Coaching oder in der Therapie würde man sagen Pacing, dann könnte man ja, wenn man auf Empathie guckt und ich nehme mal jemanden an, der sozusagen gerade traurig ist, weint, dann kann man ja mit dieser Person in Kontakt gehen.
Das ist dann allerdings ein sehr auch bewusster und wahrscheinlich auch gesteuerter oder sagen wir mal ein kontrollierter Prozess. Also ich gehe mit der Trauer in Kontakt und transformiere dann sozusagen diesen Moment der Trauer, nicht zu schnell, nicht sofort. Ich würdige den erst mal, sage Mensch, okay, ich sehe, du bist traurig, da schien dir mal was wichtig gewesen zu sein.
Und dann wäre ja die Empathie sowas wie, ich spüre das, ohne da komplett reinzufallen. Stephen Gilligan sagte immer so schön, be with it without becoming it. Also sei dabei, aber lass dich davon nicht absorbieren.
Und biete dann achtsam, würdigend, wertschätzend durch eine Veränderung in meinem System wieder so eine Art emotionale Einladung oder Zustandseinladung für mein Gegenüber an. Das heißt, Empathie kann man in therapeutischen Kontexten, wenn ich mir das so herleite, dafür nutzen, dass ich das vom Gegenüber aufnehme. Und das jetzt Beispiel Hypnosystemik oder generative Trance, Gunther Schmidt, Stephen Gilligan, das dann in einen anderen Zustand achtsam, langsam, einladend für das Klientensystem dann transformiere.
Sodass, wenn der Klient, die Klientin mit mir empathisch ist, auch genau das dann annimmt und vielleicht so eine Art Tanz zwischen den Zuständen, Tanz zwischen den verschiedenen Emotionen dann entsprechend stattfindet. Und das ist sozusagen gerade so ein Bild, was ich so hatte. Da dachte ich so, na ja, wenn ich ein funktionales Verständnis von Empathie habe und darum weiß, dass Empathie keine Einbahnstraße ist, sondern in der Hypnotherapie nennt man das dann Rapport, also das sozusagen gegenseitige Schwingen, die gegenseitige Resonanz, dann kann ich die Empathie auch nutzen.
Und ich glaube, dass da manchmal in psychotherapeutischen Kontexten die Interventionsidee für diesen Weg noch nicht so trainiert oder angekommen ist, sondern da macht man es halt verbal und nicht emotional auf dieser Ebene.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Und wie du das so beschreibst, hört sich das für mich so an, wie die Forschung Mitgefühl beschreibt. Also dieses Thema, ich gehe in Kontakt mit der Emotion meines Gegenübers und ich erzeuge in mir Ressourcen des prosozialen Handelns auch und dann gehe ich entsprechend dahin, dass ich sage, erst den Wunsch äußere, dass das Leid oder den Wunsch in mir erzeugen, dass das Leid des anderen sich löst. Aber auch ich nutze meine Ressourcen und helfe dabei, dass das, wenn es jetzt ein Leid ist bei meinem Gegenüber, dass es sich lösen kann.
Dazu muss ich es würdigen und dazu nutze ich auch sozusagen meine auch Co-Regulationsfähigkeiten dadurch, dass ich in mir Ressourcen aktiviere, damit ich meinem Gegenüber helfen kann. Weil Mitgefühl ist in Kontakt, also Einfühlen auf der einen Seite, aber es hat noch den Zusatz, der Wunsch, dass das Leid des Gegenübers sich löst und ein prosoziales Verhalten, was ich dahinter habe. Also ich unterstütze auch, ich helfe auch.
Und Mitgefühl ist einer der größten ressourcenreichen Zustände, die wir so erreichen können. Also da gibt es auch ganz spannende Forschung zu, Untersuchungen zu. So ein ganz berühmtes, populäres Beispiel ist der buddhistische Mönch Matthieu Ricard, der damals als der glücklichste Mensch der Welt bezeichnet wurde, weil der viel erforscht wurde und sozusagen seine, ich mach’s jetzt wirklich in Anführungsstrichen, Glücksareale so stark angegangen sind wie bei keinem.
Und Matthieu Ricard wurde entsprechend als glücklichster Mensch der Welt bezeichnet. Er selber war nicht so glücklich darüber, als solcher bezeichnet zu werden, als Buddhist, wenn es um Demut und so weiter ging. Und bei ihm hat man mal auch ausprobiert.
Also da hat man ihm gesagt, hey, jetzt stell dir mal vor, das Leid der Welt, das so da ist, und jetzt fühl dich da mal rein. Hat er keine fünf Minuten ausgehalten und gesagt, nee, will ich nicht. Geh da raus, das ist Leid, das ist Mitleid.
Also wenn ich nur da reingehe und da eintauche in das Leid. Okay, und jetzt geh mal in deine Mitgefühlsmeditation, wo er das wahrgenommen hat, das Leid in Kontakt damit gegangen ist und gleichzeitig den Wunsch geäußert hat, möge dein Leid zu Ende sein, möge dein Leid sich lösen. Und das hat genau diese Reale angeschaltet, die für gute Zustände, für Glück und was auch immer zuständig sind.
Deswegen finde ich deine Beschreibung so schön und so andockend auch an die Praxis, die wir als Coaches dann auch uns annehmen dürfen, weil wir bilden ja auch Coaches aus, wir bilden Trainerinnen und Trainer aus. Und da wird immer wieder die Frage gestellt, wie kriege ich das denn hin, dass ich entsprechend nicht in diese Empathie-Müdigkeit komme und mich nicht so sehr anstecken lasse. Und diese Form, die du gerade beschrieben hast, ist für mich eine super Form, das zu tun
Das steht für mich unter der Überschrift auch des Mitgefühls, so wie sie in der Forschung beschrieben ist.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Also ich glaube, was an der Stelle total wichtig ist, ist nicht so dieses, ich wurde darauf hingewiesen, dass meine Haltung hier manchmal sozusagen auf dem Prüfstand auch steht. Deswegen sage ich es mal freundlich, dass man nicht so ein bisschen vorschnell und gut gemeint ist, nicht immer gut gemacht. Sagen sollte so, hey, sei doch nicht so traurig.
Mama oder Papa mögen dich lieber, wenn du glücklich bist. Also so dieses Thema toxisch-positiv. Sondern ich glaube, dass auch hier noch mal wichtig ist zu betonen, dass wenn ich jemanden in einem gewissen Zustand erlebe, manchmal erst mal dabei sein und sagen, ja, und das darf gerade sein, so wichtig ist.
Weswegen ja auch unser Hütermodell im Sinne von Emotionen, gerade bei den unangenehmen Emotionen, als Hüter von unerfüllten Bedürfnissen, was ich ja auf Basis der Arbeit von Gunter Schmidt abgeleitet habe, dass ich das im ersten Schritt erst mal mache, damit das Ganze kognitiv wird. Das heißt, mit der Bewusstheit wird es sicherlich gleich noch auf den Unterschied affektive und kognitive Empathie zu sprechen kommen. Also mir wird es bewusst.
Und dass ich dann quasi erst mal das Ganze würdige. Das Bedürfnis dahinter wertschätze. Und dann, Gunter Schmidt sagt dann immer so schön, einlade zu, ein bisschen weniger schlecht vielleicht noch im ersten Schritt.
Also kleinschrittig in die Oszillation bringen. Und dann sagen, ja, und es ist manchmal schwer im Leben. Und vielleicht wird es ein kleines bisschen weniger unangenehm.
Und es darf auch schwer sein. Also das kommt dann wieder so eine Oszillationsfähigkeit rein. Und mit der Oszillationsfähigkeit kommen kleine Momente des Selbstwirksamkeitserlebens.
Und was ich bei dem Thema, wie du es beschrieben hast, gerade bei dem Thema Mitgefühl, mögest du frei von Leid sein. Da stecken ja auch sehr viele Aspekte der Resilienz drin. Da stecken ja sehr viele Schutzfaktoren drin.
Das heißt so was wie Zielorientierung, Lösungsorientierung, Vertrauen, Optimismus, auch sozusagen das Thema Hoffnung, ein guter Wunsch, dieses pro-sozial jemand anderem was wünschen. Vielleicht auch noch mit einem spirituellen oder religiösen Bezug. Vielleicht sogar auch eine Segnung aussprechen.
Nicht von sich aus, sondern durch sich hindurch. Was einen dann auch gleich transzendent mit etwas Größerem verbindet. Das führt typischerweise ja ohnehin schon in der Resilienz zu einem besseren Umgang mit Problemen, Stress und Krisen.
Und ist in so einem Moment natürlich, wenn man das in so einem Ko-Regulationsmoment macht, also sprich zusammen macht, dann nochmal kraftvoller. Und ein tolles Beispiel, finde ich, findet man bei Alles steht Kopf oder Inside Out, wo die Trauer das macht. Und die Trauer im Endeffekt als heimliche Heldin dieses schönen Filmes dann genau in dem Moment das Richtige tut.
Und was genau das Richtige ist, da möchte ich nicht spoilern, aber manchmal ist es sehr, sehr wertvoll, auch dann in der eigenen Empathie sich selbst gegenüber oder wie Prof. Dr. Stefanie Neubrandt das so schön sagt, der Empathie mit I, da sich selbst sozusagen die Empathie zu schenken. Und sie sagt ja, die Empathie ist die Voraussetzung für das Selbstmitgefühl. Das heißt, bevor ich im Außen da anfange, mit der Welt und anderen Menschen Mitgefühl zu haben, ist es immer günstiger, meines Erachtens, erst mal bei sich selber zu starten.
Das ist kein Aufruf zu Ego-Nummern. Das ist eine Form von funktionellem Egoismus. Oder, das hat Gunter auch mal so schön gesagt, von altruistischem Egoismus.
Das heißt, ich bin ganz egoistisch, damit ich danach sehr altruistisch sein kann. Oder auch, ich habe mit mir halt die längste Beziehung meines Lebens. Deswegen wäre es ja gut, erst mal in mir einen Moment des Mitgefühls herzustellen und allen meinen Seiten das zu schenken, was ich dann im Außen verteilen will.
Das glaube ich ist nämlich auch bei vielen ein Problem. Die gucken bei sich selber nicht hin. Die haben ihre eigenen Themen nicht klar und haben selber bestimmte emotionale Dynamiken nicht klar, können mit dem eigenen, nehmen wir mal ein Beispiel, an Ärger oder Trauer oder was auch immer nicht umgehen und suchen dann im Außen da den Umgang mit.
Und das ist halt nicht günstig, weil dann kriegt man immer wieder gespiegelt im Außen, was man eigentlich als Lösung nur im Innen finden kann.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Ja, es gibt, oder ein starkes Wir oder ein starkes Ich ist schwer. Da bin ich total dabei. Und deswegen finde ich es auch so wichtig, achtsam zu sein, was diese beiden Formen der Empathie angeht, der affektiven Empathie, dass ich da mal drauf schaue, wie stark gehe ich denn jetzt oder auf die Emotionen des anderen ein oder verliere ich mich da eventuell auch.
Also wo fängt der andere an, wo höre ich auf oder wo hört auch der andere auf und wo fange ich an. Also diese Ich-Grenze, wie wir es gerne schon nennen, diese kennenzulernen und was lasse ich zu, was lasse ich nicht zu und so weiter. Weil es gibt eine total spannende Persönlichkeitseigenschaft, die haben die PsychologInnen Vicki Helgeson und Heidi Fritz definiert und das war ist das Unmitigated Communion.
Also das ist als übermäßiges Gemeinschaftsverständnis gemeint. Bei dem eine Person sich selbst als Individuum vernachlässigt. In Frankreich gibt es auch einen Bezeichnungsfaktor, dieses Don des Soi, das Hergeben des Selbst und das ist hier fast schon pathologisch und par excellence.
Und da gibt es auch einen Fragebogen zu und da sind so Items drin wie, damit ich glücklich sein kann, müssen andere glücklich sein oder ich kann nicht Nein sagen, wenn andere mich um Hilfe bitten oder ich mache mir häufig Sorgen wegen der Probleme anderer. Also da verliere ich sozusagen mein Ich-Gefühl und das hängt leider sehr stark mit Burnout zusammen, mit anderen psychischen Erkrankungen. Und die Hauptproblematik besteht halt daran, dass sich Menschen mit dieser Eigenschaft häufig bei den Emotionen anderer anstecken.
Das ist genau die Problematik, die dahinter steckt. Da steckt auch eine Empathie-Müdigkeit dahinter usw. Und dafür achtsam zu sein und genau diesen gesunden Egoismus für sich auch zu entwickeln oder vielleicht auch als Schutz die kognitive Empathie nutzen, weil das ist genau die andere Seite, während affektive Empathie heißt, ich spüre, was du spürst, heißt kognitive Empathie, ich sehe, was du spürst und ich weiß, es hat nichts mit mir zu tun.
Also ich nehme es einfach sozusagen von außen wahr. Ich habe da eher eine distanzierte Anteilnahme dann da dran. Und auch im Sinne des Hütermodells, ich bin sehr interessiert daran herauszufinden, welches Bedürfnis steckt denn dahinter, hinter dem, was ich da jetzt gerade sehe.
Oh, alles klar, das zeigt mein Mitarbeiter, meine Mitarbeiterin eine Sorge, was ein bestimmtes Thema angeht, was die Zukunft des Unternehmens angeht, ob die Person die Aufgabe lösen kann oder nicht. Und ich sehe ein Sicherheitsbedürfnis und darauf gehe ich dann auch entsprechend ein. Darauf gehe ich in Resonanz.
Ich habe das Gefühl, du machst dir da Sorgen. Hör mal zu, worum geht es der Person? Okay, wie kann ich dir denn jetzt hier Sicherheiten geben und so weiter?
Das ist dann nochmal eher etwas Distanziertes, was dabei ist, wo ich genau für mich weiß, okay, da ist gerade einfach ein Mensch, der hat ein Bedürfnis verletzt. Und jetzt schaue ich mal, was ich tun kann, damit dieses Bedürfnis, was hinter dieser unangenehmen Emotion steckt, gelöst werden kann, wenn ich es in meiner Aufgabe sehe. Wir müssen natürlich das nicht bei allen Menschen da draußen tun, nur wenn mir die Beziehung wichtig ist oder wenn es mir wichtig ist, auch den Verkaufskontext zu überzeugen oder was auch immer.
Wenn ich in einer Verhandlung bin, dann lohnt es sich da auf jeden Fall darauf einzugehen. Aber wenn es mir eigentlich egal ist, dann muss ich das auch nicht tun.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Was ich daran so interessant finde, ist gerade auch die Anpassungsreaktion des Körpers, wenn du es nicht machst. Und ich habe mit meiner Bonusmutter, die sehr aktiv in der Pflege war, habe ich mal irgendwann diesen Begriff Cool-Out gehört. Da legte sie mir eine Verbandszeitschrift hin oder irgendwie so eine Pflegefachzeitschrift und sagte sie, guck mal, das ist doch auch Teil deines Themas.
Und ich habe meine Liebe zur Pflege und meine Beschäftigung mit Patientinnenkommunikation da wirklich über sie sehr intensiviert, weil die Pflege aus meiner Sicht einen ganz wesentlichen Punkt abdeckt, der für mich total unterschätzt wird. Ich habe mit Pflegekräften gearbeitet in Seminaren und dann sagten die so, naja, es gäbe viele junge Ärzte, die dann erst mal so die Dosierung der Medikamente dann immer noch mal so prüfen zur Pflegekraft, gucken, ob das so ungefähr passt. Und die sagte so, also ich war so zwei Jahre vor der Rente, die sagte, naja, ich habe manchen jungen Kollegen dann schon mal gesagt, hör auf mich, dann hast du hier weniger Stress.
Und die hat dann teilweise gesagt, ich würde das weniger dosieren und so aus ihrer Erfahrung heraus. Und die sehen das natürlich viel mehr. Die sehen ja natürlich Hunderte oder Tausende Patientinnen und Patienten, wo dann ein bestimmtes Medikament gegeben wird und wo es mal weniger.
Und die erkennen so viele Muster und sie dürfen es nicht. Also dafür sind sozusagen die Ärzte, die da mit ihren Themen kommen. Naja, und auf jeden Fall war dann der Titel in diesem Magazin Cool Out.
Und ich denke so, hä? Cool Out? Sozusagen gegen Bewegung zum Klimawandel oder so, die nächste Eiszeit kommt bestimmt.
Aber es war das Phänomen beschrieben, dass Pflegekräfte, wenn sie, und das ist immer so meine Unterstellung, wenn ich mit Pflegekräften zu tun habe, die haben ein sehr, sehr starkes Beziehungsmotiv. Die haben ein sehr, sehr starkes Miteinander. Die sind meistens auch wirklich hochresonanzfähig, ganz nah an den Menschen.
Die spüren unheimlich viel. Dann gibt es das Phänomen, dass anscheinend, so habe ich es mir dann übersetzt, dieses Resonanzsystem, nennen wir es mal, was für Empathie zuständig ist, ab einem gewissen Punkt auf einmal anfängt, sich runterzuregeln. Also die Empathiefähigkeit ist dann herabgesetzt.
Und ich lese das so, und ich weiß noch ganz genau, was ich gesagt habe. Ich habe gesagt, das ist ja krass, da schützt sich der Körper vor zu viel Emotion. Also eine sehr, sehr kluge Schutzkompetenz.
Und dann, Marita nur sagte, also meine Bonusmutter, sagte, ja, so kann man das auch sehen. Und ich wusste schon, dass du da sozusagen wieder eine schöne Beschreibung für hast, weil das natürlich ein Reframing ist und Cool-Out an sich sich nicht angenehm anfühlt, wo du früher quasi sehr empathisch überall hinspüren konntest. Das ist so ein bisschen, als wenn du nicht mehr in die Ferne gucken kannst, sondern du kriegst halt so eine Brille, wo du nur noch fünf bis zehn Meter weit gucken kannst.
Der Rest wird so ein bisschen unscharf. Das ist für die Person massiv unangenehm, weil natürlich Empathie auch im Selbstkonzept ein ganz wesentlicher Teil ihrer Rolle als Pflegekraft ist. Und das fand ich hochinteressant, dass auch da der Körper Anpassungsreaktionen hat, wenn wir das übertreiben, wenn wir zu intensiv immer überall und in alle Menschen reinspüren.
Nicht bewusst, aber sozusagen aufgrund unseres Rollenverständnisses oder im Sinne von, das macht eben eine gute, jetzt in dem Fall Pflegekraft aus. Und ich glaube, das gibt es in ganz vielen anderen Bereichen auch noch. Jetzt könnte man ja sagen, gut, jetzt lassen wir das mal.
Nehmen eine kleine, weiß ich nicht, Emotionsamputation vor und dann ist das Problem vom Tisch. Das ist aber auch nicht günstig. Mal davon ab, dass wesentliche Teile des Gehirns dann sozusagen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Braucht es da, glaube ich, so ein bisschen die Fähigkeit, auf dieser Klaviatur zu spielen und Nähe und Distanz regulieren zu können. Und da würde ich dich gerne als Experten in dem Bereich mal fragen. Ich nehme an, wenn jetzt Leute zuhören, dann sagen die, ja, ist ja super.
Ich fühle auch immer so viel. Und Empathie ist ja auch schön, wenn ich irgendwie einen Liebesfilm gucke und sie kriegt ihn, er kriegt sie, sie kriegt sie, er kriegt ihn oder sie kriegen sich, weil es irgendwie was auch immer ist, dann ist das natürlich schön. Also Empathie hat ja sehr, sehr viele positive Auswirkungen.
Wie mache ich denn das, dass es nicht dysfunktional wird?
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Also genau dieses Nähe-Distanz-Thema und dieses Ich-und-Du-Thema, was dahinter steckt, auch bei der Unmitigated Communion, also dieser uneingeschränkten Gemeinschaft oder auch Menschen fühlen sich immer wieder sehr verstanden, wenn sie über Hochsensibilität hören und lesen, wo ja auch genau so eine starke Empathiefähigkeit dahinter steckt und so ein ganz starkes Mitfühlen anderen Menschen gegenüber.
Immer wieder höre ich von Menschen, die wieder hochsensibel sind oder wahnsinnig stark Empathie spüren, anderen Menschen gegenüber und das für sie anstrengend ist, so ein Bild von einem Sog von sich selbst weg. Also wie so ein da ist irgendwas auf der anderen Seite und das ist wie so eine Kraft, die mich von mir selber wegzieht. Und das fand ich total spannend, diese Beschreibung.
Und dann habe ich mal eine Alternative angeboten. Dann diesen Menschen und dann immer wieder anderen Menschen. Danach und zwar geht es um einen körperlichen Anker des Ichs.
Du machst natürlich Wholeness Work, du hast natürlich nochmal ein ganz anderes Verständnis davon, aber ich stelle diese komplizierte Frage des, wenn du dich spürst, wo ist das dann? Dich selber, bei mir ist es beispielsweise hier, Sternumregion, bei anderen Menschen ist es im Kopf, bei anderen ist es im Herzen, bei anderen im Bauch, wie so ein Bauchgefühl. Bei anderen ist es wiederum unter den Füßen, wo sie sagen, ja da merke ich mich, da bin ich wirklich in Kontakt mit mir und dann übe ich genau diese Thematik, dass sie diesen Körperanker des Ichs wahrnehmen und dann ganz im Sinne der Achtsamkeit, wie eine Achtsamkeit trainiert wird und dazu auch gerne biete ich den Satz an, den du mir mal angeboten hast und ich glaube über Tom Andreas, dass ich hier jetzt, was für mich ein wundervoller Dreiklang der Präsenz und Achtsamkeit ist, wo in diesen Körperanker reingespürt wird und jedes Mal, wenn ich das Gefühl habe, da ist wieder dieser Sog und ich werde so von mir weggezogen, dass ich das bemerke und dann wieder zu diesem Körperanker zurückgehe, genau diese Aufmerksamkeitsschleife immer wieder schließe, weil ja genau darum geht es ja auch bei Achtsamkeit beispielsweise, wenn ich eine Art Meditation mache, meine Gedanken fliegen irgendwo weg, ich bemerke, dass sie wegfliegen und ich hole sie sanft wieder zurück und genauso ist es mit dem Ich sozusagen bei dieser Form der Achtsamkeitspraxis, ich bemerke oder beziehungsweise da ist dieser Sog, ich bemerke, dass dieser Sog da ist und ich komme dann wieder zurück zu mir und ich spüre wieder darein und gerne mit dem Satz, ich hier jetzt, habe ich schon ganz vielen Menschen angeboten, auch wirklich, so esoterisch es sich anhören mag für manche Leute, ich habe das sogar in Vertriebsleitern angeboten, in der Gruppe konnte extrem viel damit anfangen.
Super, Dankeschön, damit kann ich was anfangen. Und es ist eine Übungssache und manchmal dann auch gerne die Übungen mit nach Hause geben, wenn sie jetzt einen Film angucken oder eine Serie, wo sie schon von sich aus merken, da gehe ich total mit, da gehe ich viel zu stark mit, habe Schwitz danach, mein Herz schlägt viel zu stark. Genau das einmal dabei zu trainieren, bei sich selbst zu bleiben und diesen Ich-Anker im Körper zu spüren, das ist das Angebot, was ich den Menschen immer wieder mache.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, interessant, weil natürlich, dass ich hier jetzt auch so die kleinen Trancen des Alltags unterbricht und dann könnte man ja fast sogar auch sagen, dass wenn ich die Emotionen von jemand anderem spüre, ich mich mit diesem Menschen ein Stück weit verwechsle. Also sprich, ich sehe, wie sich jemand auf den Finger haut und ich mache Schmerz als homöostatische Emotion, wie Bud Craig sagt. Da spüre ich sofort, der Daumen braucht Homöostase.
Also er muss irgendwie in Wiederherstellungsmomente überführt werden. Wahrscheinlich erst mal mit ein bisschen Eis in den Pflaster, aber dieses Spüren ist ja ein sich Verwechseln und du hast das Thema hochsensibel angesprochen. Im Sinne der Bewertung oder des Reframings habe ich irgendwann mal gemerkt, dass eine Klientin von mir, die dann auch sagte, naja, Mauritz, ich bin, also schön Identitätsebene, ich bin ja hochsensibel.
Da habe ich nur gesagt, okay, habe ich verstanden. War das mal anders? Ja, also es gibt auch Situationen, wo es nicht ist.
Da habe ich gesagt, naja, also wenn sie es mal sind und mal nicht, dann könnte es schon nicht komplett sein, weil wenn ich irgendwie sage, ich bin das, aber manchmal halt auch nicht, dann gibt es sozusagen ja nicht die eine Seite, sondern dann gibt es mehrere Seiten. Sagt sie, ah ja, okay. Also es gibt in ihr eine hochsensible Seite.
Dieses Seitenmodell von Gunther Schmidt hilft total gut, die innere Vielfalt zu sortieren. Das ist streng genommen so eine Art, also technisch würde man jetzt sagen Dissoziationsmodell, aber ich sortiere innerlich halt eine Seite, die sehr sensibel ist oder die sehr, das war dann mein Reframing, resonanzfähig und alle, die sich manchmal als sehr sensibel oder hoch sensibel erleben, die könnten mal ausprobieren, wie es ist, wenn sie sagen, ich erlebe mich manchmal sehr resonanzfähig, weil wenn ich sensibel höre, da kommen bei mir zumindest, ich weiß nicht, wie es bei anderen ist, aber sozusagen sensibel hat immer was sehr stark verletzliches. Oh, das ist ein ganz sensibles Thema, das ist ein sensibler Punkt. Das ist ein sensibles was auch immer oder halt auch was abwertendes, sei nicht so ein Sensibelchen und so weiter.
Das heißt, allein da ist die Benennung und das wissen wir sehr gut aus der Resilienzforschung, Raphael Kalisch hat diese PASTOR Theorie da angeboten und auch Reframing wissen wir aus der Hypnotherapie schon viel, viel länger, dass die Umbenennung mit einer Umbewertung einfach andere Erlebnis Netzwerke im Gehirn aktiviert. Was macht das? Naja, das macht ein anderes Kompetenzerleben.
Wenn ich sage, oh, ich erlebe mich da sehr resonanzfähig, dann ist ja dieses Resonare mit Entschwingung gehen als etwas, was vielleicht eine Fähigkeit ist. Wofür ist Resonanz gut? Naja, also Resonanzkörper verstärkt.
Bei einer Gitarre, wenn ich da einen guten Resonanzraum habe, dann verstärkt die etwas. Das ist gut, weil es dann besser klingt. Also auch die Schlussfolgerungen, die ich aus dieser Umbewertung halt nehme, sind relativ eindeutig.
Und dann habe ich ihr noch angeboten, hab gesagt, naja, also wenn ich sie richtig verstehe, dann können sie auch die Emotionen ihres Gegenüber gut aufnehmen und gut wiedergeben. Sagt sie, ja, kann ich. Also wenn irgendwo gute Stimmung ist, komme ich in gute Stimmung.
Wenn schlechte Stimmung ist, komme ich in schlechte Stimmung. Dann habe ich gesagt, naja, also dann sind sie ja fast sowas wie so ein emotionales Chamäleon. Ach, das Bild fand sie super.
Dachte, ah, Chamäleons, die liebe ich. Ja, wenn die dann ihre Farben wechseln und so weiter und so fort. Und dann habe ich gesagt, was wäre denn, wenn sie, weil Chamäleons, das wusste ich, weiß ich nicht, ob das stimmt, also gerne sozusagen per Mail korrekturen an mich, aber wenn ein Chamäleon einmal eine gewisse Farbe, eine gewisse Struktur, eine gewisse Musterung angenommen hat, dann müsste es die ja auf irgendeiner Ebene erinnern.
Dann habe ich gesagt, dann wäre es doch spannend, wenn sie erstmal als Chamäleon quasi so eine Art emotionale Innendekoration halt machen. Also sie sind in einem Raum und sie nehmen als Chamäleon das erstmal auf. Nehmen sozusagen die Struktur und Farbe des Raumes an.
Und wenn sie dann als Innendekorateurin, als emotionale, ein anderes Muster anbieten, habe ich ihr das dann so gesagt, na ja, sie kennen das ja manchmal, dass wenn man dann so, weiß ich nicht, Stoffe aussucht, mache ich nicht, aber habe ich mal gesehen, dass dann so Stofffächer so, gesagt, ja, passt eher das oder ein bisschen kariert oder gestreift oder so. Und dann macht man halt da eine Passung und danach wird dann halt, weiß ich nicht, der Vorhang gestellt oder das Sofa oder keine Ahnung. Habe ich gesagt, dann bieten sie doch mal leicht, achtsam, mal eine andere emotionale Färbung für eine Situation oder was auch immer an und überführen das.
Weil kein Verkäufer für solche Muster würde ja sagen, hier, Herr Langwara, Sie müssen das Gestreifte nehmen, so zack, hier und ist fertig. Sondern die fragen ja, hey, wie wäre es mit was Gestreiftem? Prüfen Sie doch mal und und.
Und das fand sie sehr spannend, weil sie sagte, ja, ich kann auch ganz viele Emotionen in mir erzeugen, weil ich ganz viele sehr intensive Referenzerfahrungen habe. Und deswegen wurde aus so einem scheinbaren Problem, ich kriege immer überall alles mit, kam wieder sozusagen ein Selbstwirksamkeitserleben und auch eine Selbstwirksamkeitserwartung und sie sagte, oh, also dann nehme ich doch den Bus jetzt in die Stadt und gucke mal, wie ich da erstmal scannen kann. Ich kriege ganz viel mit, Herr Mauritz.
Und dann gucke ich mal, was ich damit mache. Ach, und das hatte für mich was ganz Stärkendes und auch fast schon so ein bisschen was Magisches. Also so ein bisschen die Frequenz des Bereiches so ein bisschen erhöhen oder dann wurde es schon fast esoterisch, da habe ich dann abgebrochen, habe gesagt, hier gibt es nichts Esoterisches.
Wir machen das rein funktional, wissenschaftlich fundiert und natürlich mit ganz viel Augenzwinkern ging sie dann raus und seitdem ist die total in der Stärke, weil sie erstmal scannt. Ah, okay, interessant. Na, so ein bisschen freundlich oder so ein bisschen andächtig oder ein bisschen dankbar oder die Trauer in Melancholie überführen oder so, finde ich sensationell.
Und die ist viel so in Gemeindegruppen unterwegs und und und sie sagte, sie hat mir da was geschenkt, was quasi fast wie so eine Art, wie nennt man das, so eine Art Veränderungskompetenz emotionaler Stimmungen, das ist, ja, sie sagte, sie sieht sich immer wie so ein kleines emotionales Duftbäumchen, aber die, die gut riechen, weil die von der Tanke sind echt, also man muss sie halt fragen, wenn man für einen Duftbaum 1,19 ausgibt und die Verpackung, die Bedruckung und alles noch mit dabei ist und mindestens die Tankstelle und noch der Produzent was verdient und die noch transportiert werden müssen, wie gut sozusagen der Duft ist, aber sie sagte, es gibt da auch welche, die ganz, so einen ganz sanften Duft und das mache ich mit Emotion, fantastisch, fiel mir gerade ein und da ich dieses Thema immer häufiger beobachte, dass Menschen da sehr in diesen emotionalen Resonanzthemen drin sind, vielleicht mal sozusagen die Chameleon-Kompetenzen und die Emotions-Flexibilisierungskompetenzen entdecken, daher habe ich die Geschichte jetzt erzählt.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Mega, finde ich ein so schönes Bild und greift halt auch wieder mit da rein, dass du sagst, ja, ich gehe in Kontakt damit und gleichzeitig mache ich auch etwas damit, ich bin nicht dem ausgeliefert, weil das ist ja genau die Problematik dann dabei, ich fühle mich ohnmächtig gegenüber der Emotion der anderen, die sind so stark, ich bin in diesem Sog drin, ich kann dagegen nichts tun und du hast beispielsweise jetzt dieser Klientin etwas mitgegeben, wo sie dann auch wiederum selbstwirksam ist und das beeinflussen kann, wie sie mit dieser Resonanzfähigkeit umgehen kann, es ist wirklich eine sehr, sehr schöne Sache.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Die kam aber auch von alleine drauf, dass sie sagte, Herr Mauritz, ich bin jetzt nicht die freundliche Tante, die überall die Clowns-Energie versprüht und immer happy, happy, bubble, irgendwie so, sondern sie sagte, ich glaube, wenn man jeden Ort und jede Begegnung nur, manchmal vielleicht auch nur in einer homöopathischen Dosis besser verlässt und sei es das besser im Sinne auch nur von, ich habe die Emotionen des Gegenübers gewürdigt und mit dem Bedürfnis, was dahinter liegt, verbunden, alleine das reicht, alleine das, sagte sie, ist für sie schon völlig in Ordnung, weil ich dann auch gesagt habe, nicht vor meinen Problemen ins nächste, sozusagen so von Raum zu Raum, wie ist die Stimmung, heben, heben, heben, sagt sie, nee, manchmal reichen Bruchteile von Prozentpunkten, damit es nur ein kleines bisschen weniger schlecht manchmal ist, vielleicht auch gleich bleibt, aber mit Würde und das fand ich nochmal ein Gamechanger, weil es ein sehr bewusster Prozess dann wird und es muss nicht immer alles happy sein, das finde ich auch so diese Diktatur des Glücks finde ich da auch nicht so günstig, so immer dieses ja, du musst halt glücklich sein und immer positiv, nein, überhaupt nicht, sondern Würde und mit Würde kommt dann meistens Heilung und mit Heilung kann sich dann auch gar nicht alles andere dann zeigen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Und auch die anderen müssen nicht immer glücklich sein, das steckt ja auch mit drin. Das lasse ich mal und das würdige ich und dann versuche ich mal und wenn es nicht klappt und wenn sie nicht wollen, ich kann auch da in der Kommunikation mit anderen Menschen das Pferd nur zur Tränke führen, saufen muss es selbst, wenn es dann um die Hilfe geht. Oder so, genau.
Und ich würde gerne nochmal eine Sache mit reinbringen, was man auch mal nicht tun sollte, wenn man zu starke Empathie hat, weil wenn man mal irgendwo lesen sollte, ah ok, Empathie hat viel mit der neuronalen, wir nennen sie jetzt mal Schmerzmatrix zu tun, also dem Netzwerk, das für die Schmerzverarbeitung dann zuständig ist, dann könnte ich ja Paracetamol einnehmen oder eine Ibu reinschmeißen und dann vermindert das meine Empathiefähigkeit und genauso ist es tatsächlich, dass es genau das macht. Also auch diejenigen, die viel das immer wieder einnehmen, das wirkt sich auf die Empathiefähigkeit aus. Wir brauchen auch die Schmerzmatrix, um dieses Einfühlungsvermögen zu anderen Menschen zu haben.
Übrigens ist das stärker aktiviert und das ist wieder dieser Similarity Bias, den wir schon in der letzten Folge hatten, wenn uns unser Gegenüber ähnlicher ist. Da gibt es ganz spannende Experimente zu, da hat man eine Hand gezeigt und dann auch entsprechend, wie da eine Nadel reingepikst wird von einer Person und hat dann die Aktivität in der Schmerzmatrix dann gemessen, also wie stark ist die Person auch sozusagen neuronal da in Resonanz gegangen mit der Person, die da mit der fremden Person gepikst wird und dann hat man mal das mit unterschiedlichen Händen mit unterschiedlichen Hautfarben gemacht. Je ähnlicher die Hautfarbe zu der war des Probanden, desto höher war die Aktivität in der Schmerzmatrix.
Also wir sind da auch in der Empathie, in der affektiven Empathie selektiv. Die haben das sogar nochmal so weit getrieben, dass die das mit religiösen Zugehörigkeiten haben. Da stand nur der Zettel daneben, das ist jetzt die Hand eines Christen, das ist die Hand eines Juden, das ist die Hand eines Moslems und das ist die Hand eines Atheisten.
Also selbst Atheisten haben sich sozusagen zugehöriger gefühlt und haben dann mehr Empathie gegenüber der anderen Atheisten geschüttelt. Und dann noch weiter, ja, Basketballfan oder Fußballfan oder Golfer oder was auch immer, ja, und wenn da eine Ähnlichkeit da ist, dann war die Aktivität dann umso höher und das muss man auch immer wieder auch mit einbeziehen. Wenn ich eine Empathie spüre und vor allen Dingen, wenn es sozusagen gerade ein Konflikt ist, beispielsweise als Führungskraft, da kann auch Empathie gefährlich sein, weil Empathie ein Scheinwerfer ist.
Ich kann nicht mich in zwei Menschen gleichzeitig einfühlen. Ich brauche eine kognitive Empathie und ich brauche diese Zwickmühlenkompetenz dann auch bei mir, dass ich das kognitiv reflektieren kann, benennen kann, in den Raum bringen kann. Auf der einen Seite und auf der anderen Seite sehe ich das so und das ist die Auswirkung von dieser Sichtweise auf das gemeinsame Ziel, was wir haben und das ist die Auswirkung von dieser Sichtweise, weil das ist echt schwierig auch für unsere Moralentscheidungen, was da Empathie macht.
Also ich habe vorhin Daniel Bateson erwähnt, der hat 1995 eine Studie durchgeführt, wo die Versuchsleiter, die Probanden von der Quality of Life Organisation erzählt haben. Das ist eine fiktive Hilfsorganisation mit dem Ziel, die Lebensqualität von todkranken Kindern zu steigern. Also schon mal sowas, okay, ja, also da steigt die Empathie von uns Menschen und dabei haben sie dann berichtet von der mutigen und klugen zehnjährigen Sherry Summers und die leidet unter einer schweren Immunkrankheit und wird voraussichtlich bald nicht mehr am Leben sein.
Alles fiktiv. Und wenn sie nicht von der Quality of Life Foundation jetzt sofort Hilfe bekommt und das Problem ist halt, dass die kleine Sherry sehr weit unten auf der Warteliste ist und wahrscheinlich nicht mehr rechtzeitig Hilfe erhalten wird und deswegen hat das Team dann auch von Daniel Bateson den Probanden erklärt oder beziehungsweise ein Interview gezeigt von der Quality of Life Foundation mit der kleinen Sherry Summers und wie sehr sie das gebrauchen könnte und wie toll sie auch anderen hilft und wie mutig sie ist und so weiter und dann sollten die danach entscheiden sollen sie in der Liste nach oben wandern nach diesem Interview und mit dem Wissen, dass dadurch andere Kinder nach unten wandern und je höher die affektive Empathie der Probanden waren desto eher haben sie die Sherry nach oben gesetzt dann auch und das ist dann auch wichtig für unsere Moralentscheidungen, die wir haben, das ist jetzt natürlich ein sehr krasses Beispiel sowas müssen wir hoffentlich nicht entscheiden in unserem Leben doch wir haben andere Entscheidungen dann auch zu treffen wenn es um die Vergabe von Projekten geht, wenn es als Führungskräfte, wenn es darum geht wen will ich für was auf dass ich da mal schaue und auch die Empathie als Variable mit reinbringe und die affektive Empathie und warum möchte ich denn jetzt dieser Person das geben und habe ich da auch wirklich aus einer distanzierten Anteilnahme dann drauf geschaut oder ist jetzt die Empathie hier doch ein Faktor der da mit rein spielt und das finde ich halt ganz wichtig wirklich auch zu erkennen, Empathie ist ein Scheinwerfer und den Menschen den wir ähnlicher sind und die uns ähnlicher sind, da sind wir empathischer gegenüber und das sollten wir mit unseren Entscheidungen immer mit einbeziehen
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
natürlich auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht auch schon wieder ein Thema auf wo dieses Thema Diversität und Vielfalt und so weiter auf einer kognitiven Ebene und natürlich auch auf einer sozusagen, wie sagt man also einer Ebene, die der Lebenswirklichkeit sehr nahe ist total Sinn ergibt also gehört dazu Punkt, so und das ist so ein bisschen das, was Virginia Satir ja immer sagt, wir finden zusammen auf Basis unserer Gemeinsamkeiten und wir wachsen auf Grundlage unserer Unterschiede. Ich glaube, dass wenn wir diese Vielfalt erleben und man weiß Vielfalt oder Andersartigkeit macht Empathie erstmal schwieriger, dann ist aus meiner Sicht so ein auch Überbetonen oder ein Übervorteilen ein scheinbar vielleicht sogar auch unfaires Übervorteilen von Andersartigkeit löst natürlich innerlich eine Zwickmühle aus weil in meiner Empathie fühle ich mich vielleicht sozusagen meiner Gruppe in Anführungsstrichen ich mache das bewusst gerade sehr neutral fühlt ihr das, wie ihr wollt aber es macht es ja sozusagen meiner Gruppe, zu der ich mich zugehörig fühle, was auch immer macht es sozusagen es im Sinne, dass die anderen werden, weil sie vielleicht eine Minderheit sind, übervorteilt habe ich ja nicht nur die Unfairness im Sinne, warum kriegen die und nicht wir sondern die Empathie im Sinne auch einer Brücke zu den anderen wird ja da verstärkt ja da den Stress wenn ich das richtig verstehe weil ich erkläre mir das jetzt gerade so, wenn ich dir zuhöre ich fühle mich in einer Gruppe zugehörig ich erlebe wie eine andere Gruppe für die ich weniger Empathie habe in einer leidvollen Situation übervorteilt wird, bei denen habe ich aber weniger Empathie als zu meinen Leuten das macht doch, dass mein Unfairness erleben nur noch stärker das heißt
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
und dann kommt eine Verachtung dazu und das vermindert wiederum noch mal mehr die Empathie
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
weil ich dann nicht nur die verachten muss, um damit umzugehen sondern wahrscheinlich auch die die Übervorteilung machen und deswegen ist, und ich fand das mit dem Scheinwerfer so schön, da fiel mir dieser Satz ein, erleben wird immer durch die Fokussierung von Aufmerksamkeit erzeugt das heißt, das Erleben, was ich damit erzeuge über diese Fokussierung dass man sagt, hey und am besten auch noch als Vorwurf ihr müsst die integrieren und ihr müsst da tolerant sein und ihr müsst dies, das, jenes das löst ja bei mir sofort Bewahrungstendenzen und auch Abstoßungstendenzen aus weil ich sozusagen so diesen inneren Konflikt überhaupt nur lösen kann das ist ja die einzige Art, wie ich damit umgehen kann, weil es mich sonst innerlich einfach zerreißt so, und ich sonst sage, ey ich kann das nicht, also das ist eine zu große Zwickmühle und das finde ich gerade spannend dass genau dieses ich fühle mich jemandem zugehörig, weil ich dem ähnlich bin genau eigentlich so im Kern auch dieser Verständnisdebatte halt liegt und die Lösung müsste ja eigentlich sein auch die Andersartigkeit wirklich ganz klar herauszustellen, zu benennen also wie Daniel Siegel sagt name it to tame it und auf die Gleichbehandlung Gleichbehandlung zu fokussieren weil eins haben wir alle zusammen wir sind gleich im Menschsein aber die Tendenz, die ich erlebe ist ja, wenn eine Gruppe in der Minderheit ist wird sie sozusagen überstellt weil man es irgendwie gefühlt wieder gut machen will was ich jetzt mal so da stehen lasse, ob das jetzt sinnvoll ist oder nicht, sei dahingestellt es hat nur die Auswirkung dass die Akzeptanz der Minderheit auf dieses emotionale Thema, so wie du es jetzt gerade erklärt hast dann eher weniger wird was auch meinem Erleben entspricht und dann wäre es glaube ich cleverer dass auf Gleichheit wir sind gleich und nicht manche sind gleicher sondern wirklich Gleichheit und damit hat man aus meiner Sicht eigentlich ja schon eine Idee für wie könnten wir unser sehr diverses Zusammenleben ja, funktionaler gestalten hat man, nur die kognitiven Impulse, oh, die werden benachteiligt, die müssen wir mehr was auch immer, ja, müssen wir vielleicht auch nur vielleicht nicht so fokussiert, nicht immer so dass man es allen nochmal reinreibt weil reinreiben ist für mich immer so, naja, wenn mir jemand etwas zum zehnten Mal erklärt, denke ich so ja, ich habe das beim ersten Mal schon verstanden und ich hatte es sogar schon verstanden bevor du es mir erklärt hast das macht es dann oftmals nicht besser aber gut, das ist ein anderes Thema das fand ich nur gerade auch so bei sozialer Resilienz und so kollektiven Empathiephänomenen so wichtig, weil ich mich manchmal schon frage sag mal, wir sind doch ja alles Menschen können wir das zu Land und Leben nicht ein bisschen funktionaler gestalten, das wäre sehr hilfreich, wir haben so viele Themen, aber nein, es ist immer sozusagen hier und das und immer so ein bisschen so der Blick von der Minderheit in die Mehrheit und einfach zu sagen, ja, ist okay, ihr seid in der Minderheit und wir behandeln euch gleich aber wir behandeln euch gleich und nicht nochmal, sozusagen, hier nochmal extra und da nochmal extra und noch mehr Fokussierung, weil das genau was du sagst, mir wird so viel gerade klar, dass das eben nicht hilfreich ist
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
ja, sondern eher die Ähnlichkeiten fokussieren genau was du sagst, das Menschsein das gemeinsame Menschsein ja, was übrigens auch beim beim Selbstmitgefühl dann der Fall ist, was auch immer wieder betont wird, auch ich bin nur ein Mensch und das ist einfach Teil der Erfahrung, Mensch zu sein dass das jetzt gerade so ist und ja, das finde ich halt auch in dem Sinn immer wieder spannend das heißt ja so schön, wann sind alle möglichen Streitereien, Konflikte gelöst und wann bauen wir Brücken und Empathie auf wenn die Aliens kommen, weil dann sind wir einfach alle Menschen und dann haben wir einfach einen gemeinsamen Gegenpart und dann liegen wir uns sozusagen in der Theorie alle in den Armen wir hatten es mal für eine Woche bei Corona dass wir alle den so in kurzer Zeit wo wir alle den gemeinsamen Gegner in Anführungsstrichen hatten und dann sozusagen für die Gemeinschaft dann eingestanden sind und ja, das ist echt spannend und da, ich finde es übrigens da auch spannend, zum Beispiel es gibt Untersuchungen und du bist ja auch ein Potterhead so wie ich, dass Harry Potter Fans und Menschen, die sich mit Harry Potter beschäftigen mehr Toleranz entwickeln und mehr Empathie dann auch entwickeln und weil halt auch genau diese Geschichte diese Gleichheit betont ja, ob du jetzt Halbblut bist oder Reinblütig bist oder Muggelgeboren bist, es gibt ja diese Unterschiede nein, also es wird immer wieder dort betont, es sind alle gleich und tatsächlich gibt es Untersuchungen dazu, dass das auch Toleranz fördert und Empathiefähigkeit fördert und Respekt zu anderen Menschen fördert aber halt auch weil die Gleichheit betont wird da drinnen.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Ja, wobei ich letztens auch darauf hingewiesen wurde, dass man Harry Potter mit meinen Beispielen, dass das auch nicht mehr okay wäre, weil ja J.K. Rowling ihre Haltung zu bestimmten politischen Themen ja sehr offen äußert und da habe ich gesagt, ja das Kontaktschuldargument, dass ich sozusagen, weil ich zum Werk ich trenne da Werk und Künstler da wurde mir auch gesagt, ja das könnte man ginge nicht, weil das so und das habe ich dann abgebrochen für mich weil ich sagte, ja das ist in Ordnung das verstehe ich, dann müssen sie sozusagen den Vortrag dann verlassen, wenn ich über meine Harry Potter Themen da spreche und das ist nicht so wo ich denke, ja wir haben halt sozusagen da auch wir müssen da eine gewisse Meinungsfreiheit auch tolerieren bis zum gewissen Grad und habe gesagt, ja wenn ich nach Hause komme, dann freue ich mich über mein Hogwarts was ich mal gebaut habe, das Kleine und das Große und Punkt, also das ist für mich so ein Thema, was ich dann auch wieder sehr schwierig finde weil natürlich Andersartigkeit da wird nicht sozusagen mit einer Haltung von Würdigung und Akzeptanz reagiert, sondern ganz häufig mit sehr extremeren Haltungen wo ich dann so denke, ja das finde ich auch nicht so angemessen wenn es extrem ist ja da muss ich überlegen was sagt denn das Gesetz dazu weil das haben wir uns dafür gegeben, aber nur weil Frau Rowling da bestimmte Haltungen hat finde ich das auch, das macht es mir ich habe immer das Bild von einem sehr leicht aktiven mentalen Immunsystem wo ich denke, ein bisschen Gelassenheit und ein bisschen Auseinandersetzung mit dem eigenen Schmerz hilft, einfach mit Andersartigkeit besser umzugehen und ich finde dann sozusagen der Mensch hat auch die Toleranz geschenkt bekommen, um einfach im Miteinander eine gewisse Pufferzone zu haben und ich kann dann sagen, ich finde es nicht gut, alles klar und ich brauche dann mal diese Nacherziehungsaufträge nicht so richtig nehme das aber zur Kenntnis, dass das sozusagen von verschiedenen Menschen sozusagen, dass die da eine deutliche Meinung haben, finde ich okay, bitte aber ich möchte meine Meinung mir selber bilden dürfen und das war mir jetzt nochmal wichtig, weil ich bin da immer sehr empathisch mit diesen Menschen sehr und ich liebe Harry Potter, das ist einfach für mich ein brillantes Werk ich bin sehr neugierig auf die Neuverfilmung sehr die Bilder, die ich davon gesehen habe ach wunderbar ich war auch ganz lange in Ginny Weasley und Hermine Granger verliebt war ich die einfach zauberhaft so beide einfach toll romantische Liebe und ich finde das einfach eine so schöne Geschichte so detailreich und ich gucke jetzt gerade so diese ganzen Easter Eggs, so diese ganzen Kleinigkeiten, wo dann in irgendeiner Zeitung was steht, was dann in Fantastische Tierwesen dann gleich der Start mit ist und ich denke so, ja man, das habe ich gesehen wie cool ist das denn, also von daher ja, das möchte ich mir nicht nehmen lassen.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Nein, um Gottes Willen und dazu letzter Satz, weil ich fand das zum Beispiel auch im Kontext der Empathie total spannend, genau diese Thematik um mir das dann auch mal anzugucken um mich dann auch für eine Meinung zu entscheiden und deswegen finde ich es halt total wichtig bei dieser Diskussion beide Seiten anzupucken, es gibt zum Beispiel einen ganz spannenden Podcast der heißt, eine Podcast-Reihe, das heißt The Witch Trials of J.K. Rowling wo es genau darum geht dass J.K. Rowling angehört wird und gleichzeitig die LGBTQ plus Community sich angehört wird und beide Seiten und ich fand das wirklich total spannend, diese Diskussion und konnte bei beiden ja, das kann ich nachvollziehen und das kann ich auch nachvollziehen und ich habe da beide angehört, habe dann auch diesen Faktor mit einbezogen, ja J.K. Rowling hat mir eine wundervolle Kindheit beschert mit ihren Geschichten und da habe ich eventuell einen Filter drauf und ja, da sind Dinge, die ich kritisch sehen darf und auf der anderen Seite auch kritisch sehen darf und die kann ich verstehen auch die andere Seite und ich kann ihre Seite verstehen und das finde ich da extrem wichtig, auch genau bei solchen Themen, dieses Thema der Empathie da mit in die Gewichtung zu nehmen was so die eigene Meinungsbildung dann auch angeht, wir haben ja auch schon das Thema epistemische Resilienz gehabt und das ist ja auch genau das also da die Empathie mit rein zu spielen und dann mal zu sagen okay, wie stark lasse ich mich denn davon beeinflussen von bestimmten Themen um dann auch eine Meinung für mich zu bilden, also es hat sehr sehr viel zu tun mit Resilienz, Empathie, ja zum einen kann sie für das soziale Miteinander ist sie extrem wichtig, für das Grundlegendste der Grundbedürfnisse, der Bindung ist sie essenziell, auf der anderen Seite kann sie auch zu einer Müdigkeit, zu Stress führen wenn sie zu stark ist, wenn sie im Gewicht ist, dass ich zu sehr bei anderen Menschen bin und ja, sie ist auch wichtig zu betrachten, wenn es um meine epistemische Resilienz geht, also Empathie, gut, dass wir
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
drüber gesprochen haben. Verstehen heißt nicht einverstanden sein ich kann ganz viel verstehen und das will ich auch verstehen, bin aber mit ganz vielem nicht einverstanden und das finde ich, schenkt mir auch eine gewisse Empathie, dass ich neugierig deine Welt kennenlernen kann, eine Brücke habe in deine Welt, mir das angucke und denke, ach spannend, wie er das sieht, ach interessant, aha, und das sehe ich anders und so können wir aufgrund der Unterschiede voneinander lernen, die Auswirkungen der Unterschiede diskutieren, die Auswirkungen und dann klären, wofür wir uns entscheiden, vielleicht das eine, vielleicht das andere oder irgendeine Form von beidem oder vielleicht auch keins von allem.
In diesem Sinne danke für diese empathische Zeit, ich habe es verstanden und ich bin damit vollumfänglich einverstanden.
[Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]
Danke Sebastian.
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast]
Tschüss. Tschüss. Das war eine weitere Folge von Rethinking Resilience, deinem Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwara.
Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com