Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 51 für Sie zusammengestellt.
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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.
Folge 51: Rethinking: Freude, Positivität, Optimismus

In der 51. Folge ihres Podcasts „Rethinking Resilience“ tauchen Sebastian und Ruben tief in die Welt der Freude ein – nicht als oberflächliches Dauerlächeln, sondern als differenziertes Erleben mit Tiefe, Bedeutung und Funktion. Sie erkunden, wie Freude als positive Emotion unser Denken erweitert, Ressourcen aktiviert und selbst im Umgang mit Leid eine zentrale Rolle spielt. Dabei schöpfen sie unter anderem aus Barbara Fredricksons Broaden-and-Build-Theory und betrachten Freude im Spannungsfeld zwischen Optimismus, toxischer Positivität und funktionaler Oszillation.
Warum lohnt es sich, über Freude nachzudenken?
Zu Beginn des Jahres richten viele Menschen ihren Blick auf die Zukunft – mit Hoffnungen, Erwartungen und nicht selten dem Wunsch nach mehr Freude im Leben. Genau hier setzen Sebastian und Ruben an: Freude, so betonen sie, ist nicht nur ein angenehmes Gefühl, sondern ein kraftvoller Zukunftsmotor. Wenn wir uns auf etwas freuen, wird Dopamin freigesetzt, unser Gehirn aktiviert – wir bewegen uns in Richtung unserer Ziele.
Doch Achtung: Freude darf nicht zur Pflicht oder zur Verdrängung unangenehmer Emotionen werden. Ruben spricht von einer „Toleranz gegenüber dem Scheitern“, die wir kultivieren sollten. Eine einseitige Parteinahme für das Positive kann zu toxischer Positivität führen – und damit zur Abwertung menschlicher Erfahrung.
Freude ist also kein Dauerzustand, sondern Teil eines lebendigen Wechselspiels: Oszillation zwischen Licht und Schatten, Lachen und Weinen, Euphorie und Stille. Wer Freude versteht, kann sie gezielt einsetzen – nicht um Leid zu vermeiden, sondern um damit besser umzugehen.
Was ist Freude – und was ist sie nicht?
Barbara Fredricksons Broaden-and-Build-Theory liefert den theoretischen Rahmen dieser Podcast-Folge. Freude (joy) ist laut Fredrickson eine der positiven Emotionen, die unsere kognitiven und sozialen Ressourcen erweitern („broaden“) und langfristig innere Stärke aufbauen („build“). Freude entfacht den Wunsch zu spielen – ein zentrales Element im Coaching, wie Sebastian anhand seiner Arbeit mit LEGO® Serious Play eindrucksvoll zeigt.
Doch Freude ist mehr als das: Sie ist eingebettet in ein ganzes Spektrum positiver Emotionen – von Interesse über Stolz bis hin zu selbsttranszendenten Gefühlen wie Ehrfurcht. Ruben erklärt, dass angenehme Emotionen nicht nur hedonistisch sind, sondern auch zu Erdung, Verbindung und Sinn beitragen können. Das vielzitierte „Ich bin glücklich, aber unzufrieden“ illustriert für Sebastian eher ein kognitiv behauptetes Glück als ein tief erlebtes Wohlbefinden.
Positivität wird in dieser Folge nicht als Dauergrinsen propagiert, sondern als funktionaler Bewertungsstil. Sie ermöglicht, auch das Unangenehme wertzuschätzen – nicht als Makel, sondern als Hüterin von Sicherheit, Wachstum oder Veränderung.
Wie lässt sich Freude praktisch im Alltag kultivieren?
Ruben und Sebastian zeigen zahlreiche Wege auf, wie Freude im Alltag erfahrbar und nutzbar wird. Ein Schlüssel ist Bewusstheit: Sebastian erzählt, wie er sich morgens ganz bewusst auf neue Wege begibt und dabei architektonische Details entdeckt – ein einfaches Ritual mit freudvollem Effekt. Auch das Trampolinspringen am Morgen wird zur Quelle von Leichtigkeit.
Ein weiterer Zugang zur Freude liegt im spielerischen Umgang mit Herausforderungen. LEGO® Serious Play erlaubt es, belastende Themen auf kreative Weise zu externalisieren, zu betrachten und zu transformieren. Freude wirkt hier wie ein emotionales Filterglas – vergleichbar mit dem Helioskop, das Ruben aus der psychedelischen Therapie beschreibt: Ein Werkzeug, um sicher auf Schmerz und Traumata zu blicken.
Zudem setzen beide auf das aktive Planen freudvoller Momente. Ruben freut sich auf Weiterbildungen, Familienzeit und datenight-Gutscheine seines Vaters. Sebastian nutzt Apps, um Highlights im Jahr sichtbar zu machen – und betont die Bedeutung von Pausen, Ritualen und Selbstfürsorge. Freude wird so zu einem stabilen Bestandteil des Lebens – bewusst gewählt und als Ressource gepflegt.
Wozu ist Freude in der Resilienz wichtig?
Freude ist mehr als ein Gefühl – sie ist ein Instrument, ein Weg und eine Haltung. In der Resilienzarbeit eröffnet sie neue Handlungsspielräume, wirkt schützend und ressourcenaktivierend. Sebastian und Ruben sprechen von einer gesunden Balance: Laut Fredrickson sollte das Verhältnis angenehmer zu unangenehmen Emotionen bei etwa 3:1 liegen – nicht um Negatives auszublenden, sondern um handlungsfähig zu bleiben.
Diese Perspektive auf Freude erlaubt es, mit größerer Leichtigkeit auch in herausfordernden Lebensphasen präsent zu sein. Wer Freude kultiviert, schafft emotionale Sicherheitsnetze – im Business, in Beziehungen oder beim Umgang mit sich selbst. Die Baum-Metapher, die Ruben einführt, beschreibt dies anschaulich: Wir wachsen nach oben zum Licht, aber auch nach unten, zur Verwurzelung. Stolz und Dankbarkeit sind zwei Seiten derselben Resilienz-Medaille.
Freude macht uns nicht oberflächlich – sie macht uns menschlich. Sie hilft uns, auch schwere Themen zu tragen, zu verarbeiten und mit Sinn aufzuladen. Das bedeutet Resilienz: trotzdem weitergehen können – mit einem Lächeln, das nicht alles überdeckt, sondern vieles verbindet.
Transkript der Folge 51
Hier finden Sie das vollständige Transkript zur Folge:
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ich habe gerade schon ein Wort davon gesagt und das ist die Freude. Ich freue mich und das war auch ehrlich so. Und ich hoffe, man hat es auch für diejenigen, die sich das als Videopodcast angucken bei YouTube und so weiter, das eventuell auch gesehen bei mir, dass die Freude dann auch wirklich da ist. Und darüber wollen wir heute sprechen, da es ja eine Emotion ist, die sehr viel Zukunftsmotivationen bahnt. Und so am Anfang des Jahres denkt man immer wieder gerne an die Zukunft, dass was kommt. Das ist auch eine gute Frage, sich zu stellen für das neue Jahr. Was sind denn Dinge, auf die ich mich freue, damit das Dopaminer, damit die Dopaminergen hier im Areal schon mal sagen, das wird super und da lasse ich mich hintreiben bzw. ich mache was dafür, dass ich dorthin komme. Die Freude. Wunderbar. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Wie schaue ich eigentlich auch generell in die Zukunft? Und dann gibt es in mir sofort den Balancebeauftragten, der dann sagt, aber nicht rein einseitig Parteinahme für die Freude in Richtung toxische Positivität und you have to turn that frown upside down und damit eine Entwertung sogenannter negativer Emotionen, die wir ja eher als unangenehme Emotionen beschreiben, sondern einfach auch so eine gute Form von Oszillation. Da würde ich gerne mit dir heute auch draufschauen, weil ich glaube, viele so Jogger-Sichtweisen so, ja, du musst nur wollen, siehst doch mal positiv und so weiter. Die entwerten immer auch alle anderen Zustände, die jetzt nicht direkt so angenehm sind wie Freude, sondern ja, Trauer, Leid erleben, Schmerz, Angst, um nur noch mal so ein paar weitere Emotionen zu nennen. Und das soll nicht explizit um die alle gehen, sondern es geht eigentlich, glaube ich, eher um ich freue mich auf Dinge und und das, was nach dem und kommt. Da freue ich mich sehr mit dir. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Da kannst du gleich auch noch mal ein bisschen gerne in die Tiefe gehen. Das Zitat dazu heißt Joy sparks the urge to play. Also diese Freude, die so diesen Wunsch, dieses Bedürfnis, diesen Drang zum Spielen mit sich bringt, die wird aus ihr geboren sozusagen und oder entzündet. Und ich merke das immer, wenn ich zum Beispiel Lego Series Play Workshops gebe oder wir in den Resilienz TrainerInnengruppen mit Lego Series Play spielen und wir spielen da natürlich total seriös und ernst, aber wir spielen, wie viel Freude und gleichzeitig Tiefe und dann auch so Emotionen wie Rührung und Stolz, wie das da auf einmal so Felder öffnet. Auch wenn ich sowas sage wie bau mal ein Problem von dir, bau mal ein Stressor. Und natürlich ist das irgendwie so ein bisschen so eine Mixed Message, dass ich sage, bau doch mal mit Lego jetzt ein Problem, weil wir spielen dann ein Problem oder wir spielen dann ein Stressor. Aber dieser Homo Ludens, der sich da so zeigt, dieser spielende Mensch, der mit Freude dann sich Dingen nähert, das öffnet ja ganz viel. Und das Zitat geht dann auch weiter bei ihr. Joy sparks the urge to play and interest sparks the urge to explore. Das heißt, Freude und Interesse, irgendwie machen die was mit uns, die öffnen uns für die Welt. Und die, ja, glaube ich, sind auch ein Großteil unseres Erfolges, den wir über die Evolutionsgeschichte hatten, weil wir so uns der Welt zuneigen, was Neues entdecken. Und ich bin heute Morgen ganz bewusst mal einen anderen Weg gegangen und habe so viel Neues entdeckt, habe mich so gefreut, weil ich gucke dann natürlich auch, wo ich hintrete, aber ich gucke mir gerne jetzt gerade so alles, was so ab dem ersten, zweiten, dritten Stock an Verzierungen, an Häusern ist. Ich gucke mir die Deko an. Man soll ja nicht gucken, irgendwer soll nicht in die Fenster reingucken. Aber es ist schon interessant, sich dann so vorzustellen, was haben die da für Leuchtmittel und so. Also das klingt vielleicht ein bisschen komisch, aber es ist total interessant, was man an Neuem entdeckt. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Build, also alles mögliche, was eine soziale Beziehung angeht, meine Fähigkeiten, die ich so auf die Straße bringe, Resilienz, ist da auch mitbenannt. Und das führt dann wiederum zu einer wahren Aufwärtsspirale des Wohlbefindens, wo dann wieder andere angenehme Emotionen gesparkt werden. Und als du vorhin gesagt hast, ich habe das reingebracht in die Resilienz Akademie, dachte ich mir, ach wirklich? Weil ich dachte, das kam jetzt eher von deinem Interview mit Judith Mangelsdorf, kann ich mir das gut vorstellen. Da wurde es wiederholt. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Weil, das weiß ich noch, das war mal ein Gespräch über Trauer, Trauerprozesse. Da stand eine Pinnwand, das weiß ich noch. Genau. Ja, ja, genau. Da habe ich so intuitiv nur gesagt, naja, also gerade wenn es mir richtig dreckig geht, brauche ich auch manchmal blöde Witze. Das war das erste Mal, wo man so sagt, so pietätlos. Also es ist jetzt nicht so, dass ich irgendwie da in der Kirche dann da die Schoten erzähle, aber es ist irgendwie, also ich habe so eine Tendenz zur Oszillation oder eine Tendenz zum Pendeln. Und ich merke immer, wenn ich in einem Bereich zu intensiv bin, dann gibt es mir so eine Tendenz, so ins Gegenteil zu gehen. Wer das aus meiner Sicht professionell elegantesten macht, ist Gunter Schmidt, der ja auch quasi durch dieses Thema Ambivalenz, ist ja auch eine Form von Oszillation, also der König der Oszillation ist für mich Gunter. Weil Gunter von der einen Situation sehr tief in die Würdigung, Wertschätzung, Verlangsamung gehen kann und dann im nächsten Schritt irgendeinen Spruch macht. Und ich nur denke, wo kommt der denn her? Und so dieses Problemlösungshäkeln, hat er mal gesagt, oder Problemlösungsschunkeln oder immer wieder diese Kontrastierung, von der auch ja Professor Gerhard Roth viel gesprochen hat, dieses, das eine und das andere, dieses Pendeln, was zu einer Vernetzung führt, halt so mitbringt. Und da haben wir beide drüber gesprochen und da sagtest du, ja, Barbara Fredrickson, Broaden and Build Theory und so weiter, wichtig ist nur, dass immer ein bisschen mehr Positives da ist als Negatives, auch wegen dieses Negativity Bias, weil Negatives für unser Gehirn einfach intensiver ist. Und das war die Kurzfassung. Ich glaube, das ist schon neun Jahre oder so her, aber die wichtigen Gespräche behält man. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Nur das Angst, Überraschung, Ärger, Ekel, Verachtung, Trauer, Freude. Überraschung kannst du da nehmen, ja, okay, ist irgendwie neutral, weil es kommt ja darauf an, was dann nachkommt. Aber da hast du da irgendwie die Freude, die da so alleine steht. Und woran liegt denn das? Und die Psychologie immer mehr mit den unangenehmen Emotionen beschäftigt. Und das ist halt das Schöne an der Broaden-and-Build-Theory, dass sie auch mal beschreibt, hey, wozu sind dann angenehme Emotionen eigentlich da? Also, die sind dafür da, dass wir entsprechende Ressourcen aufbauen, dass wir wachsen, dass wir aufblühen als Mensch, während unangenehme Emotionen uns eher schützen. Ich finde das allerdings schön, dass genau diese Dimensionen der angenehmen Emotionen nochmal weiter aufgebrochen wurde, beziehungsweise differenziert wurde in den Folgejahren. Dann gibt es eine Studie von 2023, wo auch nochmal schön dargestellt wird, unterschiedliche Formen, Dimensionen angenehmer Emotionen. Und was wir so kennen an diesen angenehmen Emotionen, die auch innerhalb der Broaden-and-Build-Theory drin sind, sind diese hedonistischen Zustände, also dieses Thema, was sehr selbstbezogen ist auf Genuss, auf Selbstverbesserung. Aber es gibt da noch mehr. Also dieses Thema der selbsttranszendenten Emotionen beispielsweise, die sind voll auf dieses Thema Gemeinschaftssinn, darüber haben wir schon viel gesprochen, und werden auch nochmal differenziert in den sozialen Zustand und einen epistemischen Zustand. Das wäre beispielsweise Ehrfurcht, Staunen, wo wir neu denken über etwas. Und das finde ich halt auch wichtig, vor allen Dingen, wenn wir über die Balance sprechen, dass es nicht immer nur bei diesen angenehmen Emotionen um Wachstum geht, höher, schneller, weiter, sondern dass es gerade auch Emotionen geben soll oder gibt, die zu einer Erdung führen, die zu einer Verbundenheit führen, die zu einer Zufriedenheit führen. Weil es gibt, habe ich schon so oft diesen Satz gehört, ja, ich bin glücklich, aber unzufrieden. Ja, und das finde ich, irgendwo verstehe ich das, ja, die Begründung dahinter war, ja, wenn ich zufrieden bin, dann würde ich ja nur auf der Couch rumsitzen und meine Chips essen, aber ich will ja auch irgendwie wachsen als Mensch. Verstehe ich. Und es ist auch wichtig, mal diese Ruhephasen zu genießen, mal kurz zufrieden zu sein und aus einer Fülle heraus dann für die Zukunft dann auch entsprechend zu agieren. Deine Mimik zeigt mir gerade, du hast auch eine Meinung zu diesem Satz, die würde ich gerne mal hören. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] So, dann ist das für mich so eine Art Papageeglück, so eine Art Pseudoglück. Das macht genauso satt wie Zuckerwatte und Popcorn, nämlich eher nicht, weil es leere Kalorien sind. Und ich glaube dieses, ich bin glücklich, also Glück muss vergehen. Also Glück ist immer etwas, was aus meiner Sicht rumgehen muss, damit es den Namen Glück behält. Ich würde eher sagen, ich bin zufrieden und für mein Glück, zum Beispiel für mein Wollenglück, und da sind wir ja dann wieder bei den drei Unterscheidungsformen des Glücks nach Professor Dr. Tobias Esch, für mein Wollenglück setze ich mir folgende Ziele. Das wäre für mich eher dieses Umgedrehte und ich glaube dieses, ich bin glücklich oder ich bin schon glücklich oder so diese, ja, Gefälligmacher in der Sprache, die werden von Menschen tendenziell eher dafür benutzt, um in gewisser Art und Weise irgendwie sich auch so eine kognitive Validierung zu geben. Also ich muss es mir nur immer wieder sagen, dass ich glücklich bin. Und das ist eigentlich schon auch der Tod jeder Beziehung, wenn du dann immer sagst, wir sind schon glücklich. Und dann warte ich nur aufs Aber und denke so, ja genau. Aber was macht er nicht? Was macht sie nicht? Ah ja, okay, seid ihr wirklich glücklich? Nö. Wenn du sagst, nö, in meiner Beziehung bin ich zufrieden oder erlebe da sehr viel Wohlbefinden, Sicherheit, Struktur, Entspannung, das ist was, was tragfähig ist. Und diese Momente des Glücks, die vergehen so. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Weil das ist auch bei diesem Thema der Balance so wichtig, dass wir bei all der Positivität und all dem Optimismus, den wir haben, auch so eine Toleranz in uns haben, was ist, wenn es nicht klappt. Und es ist auch okay, wenn das nicht funktioniert und ich bin danach kein gebrochener Mensch, weil nach einem Höhenflug, wenn ich da keine emotionalen Sicherheitsnetze einbaue, dann ist die Fallhöhe ganz schön groß und das tut echt weh. Und da gibt es etliche Beispiele in der Welt, was sehr, sehr schön als Beispiel war. EmTrace Emotions-Coaching Ansatz von der Eilert Akademie ist das Beispiel der brasilianischen Nationalmannschaft oder der brasilianischen Kultur, als es darum ging. WM 2014, für uns Deutsche ein absoluter Ressourcenmoment. Und vor allen Dingen dieses Spiel im Juli 2014, Halbfinale Brasilien-Deutschland, ich sage noch 7 zu 1. Und aus psychologischer Sicht, wenn man sich das anguckt, war es halt spannend, dass die Brasilianer sich schon als Weltmeister gesehen haben, gefühlt. Es war auch ja der Hintergrund, noch kein europäisches Team hat eine Weltmeisterschaft auf dem südamerikanischen Kontinent gewonnen. Wir sind sowieso die beste Mannschaft und wir sind hier daheim und die Deutschen haben keine Chance und so weiter. Ja, also überhaupt nur yeah, yeah, yeah und nichts von wegen, hey, was ist, wenn wir überrascht werden mit einem Gegentor. Und diese Überraschung hast du in den Gesichtern und im Körper und überall gesehen. Als ein Thomas Müller von der Ecke aus sein erstes Tor geschossen hat, danach ging nichts mehr bei den Brasilianern. Und dann kamen Tor 2, 3 und dann stand es nach 25 Minuten, glaube ich, war es schon irgendwie 5-0 und kompletter Schock dabei. Und daran siehst du dann auch entsprechend, was eine Euphorie als übersteuerte Freude mit uns macht, wenn wir nicht die Toleranz haben, auch zu sagen, hey, was ist, wenn es schief geht, was ist, wenn es nicht klappt. Das heißt nicht, dass wir das, was ist, wenn es nicht klappt, fokussieren. Es ist einfach nur diese Thematik, lass dich nicht überraschen, also auch im Sinne einer Stressinokulation. Also, was ist so für mich innerlich, wie können wir unsere Ressourcen beibehalten, wenn es in eine andere Richtung geht. Weil das erlebst du auch immer wieder bei Menschen, die ein Business rein starten oder in eine Beziehung rein starten. Dieses Thema, ich gehe da jetzt mit aller Euphorie rein und dann funktioniert irgendwas nicht. Und dann ist das Tal der Tränen, in das sie reinfallen, sehr, sehr tief. Und dafür brauchst du entsprechend diese erbenden Ressourcen auch vor allen Dingen. Dieses Thema Dankbarkeit, was ist da, was ich schon habe. Auch dieses Thema, aber klar, Stolz, auch ein Selbstbezug, aber da nochmal eher in Bezug auf Identitätsebene, in Bezug auf welcher Mensch möchte ich denn sein. Und das ist das der einzige Weg, um dieser Mensch zu werden, der ich sein möchte. Aber erbende Elemente mit reinzubauen, vor allen Dingen durch beispielsweise Dankbarkeitshinter und Sinn erleben und so weiter. Wäre da aus der Erfahrung entscheidend. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also mal so, wenn irgendwie ein Plan funktioniert oder so, oder so bestimmte Momente. Ich merke aber immer den Moment, wo es dysfunktional wird. Und das ist sehr, muss ich sagen, sehr interessant, weil genau dieser Moment, wenn es dann so kippt, also wenn dann quasi das Feuer am hellsten brennt und man eigentlich nur panisch guckt, habe ich noch einen Eimer Benzin irgendwo rumstehen. Eimer nicht, also Kanister, nicht, dass sofort die rückfragen können, wie lagert ihr denn euer Eimer? Ich habe da letztens irgendwie so ein Video gesehen auf YouTube, wo dann irgendwer hinten in den, auf Instagram war es glaube ich, also auch wieder schön sozusagen Ablenkungsverhalten. Da hatte irgendjemand hinten in seinen Truck, hat hinten das mit Planer ausgelegt und hinten reingetankt und ist dann einfach losgefahren. Und dann sind die hinterhergelaufen, hat der Gas gegeben und schwappte das einmal so raus. Und ich dachte nur so, also wenn das echt ist. Also mich würde es nicht wundern, es jeden Tag, wie sagte ein Bekannter letztens, so ja, jeden Tag steht ein Dummer auf, sei immer vorsichtig und guck, wenn du über die Straße gehst. Aber das fand ich schon sehr krass. Also sowas, wir lagern natürlich, wenn wir was lagern. Treppen ist ja jetzt wieder in Ordnung. Also das darf man wieder nach Berlin so. Also wenn man sowas lagert, dann natürlich gut, feuerfest so, worauf hinaus will es, wenn das Feuer gerade lodert. Und du merkst, es wird weniger. Der Drang, dann nochmal nachzukippen, ist natürlich da. Und dann bist du irgendwann ja an so einem überreizten Punkt, dass quasi dieses, das Abfallen der Freude, dieses Nachlassen. Ich glaube, da braucht es eine Form von Haltung oder eine Form von, von, ich habe mich mal gefragt, auch in Vorbereitung heute, wie das heißt. Ist das dann ein, also wenn ich sage, ich freue mich, ist das dann ein Entfreuen oder ein, also so ein Abklingen der Freude, dass man eigentlich auch das ja schon antizipieren sollte, wenn man sich so freut und sich eigentlich schon auch auf das Abklingen der Freude freuen sollte. Weil das ja heißt, es macht Raum für dieses nächste Ansteigen der Freude. Also nach der Welle ist vor der Welle. Und sag ich mal, das Surfen funktioniert immer nur dann, wenn man auch immer mal die Welle wechselt. So, weil jede Welle hat irgendwann ein Ende. Und deswegen eher von Welle zu Welle sich zu bewegen und zu sagen, ja, die reite ich jetzt so lange, wie ich kann. Aber auch, wenn ich eine Welle sehr lange geritten habe, dann muss ich sozusagen auch wieder ein bisschen raus paddeln, damit die nächste Welle wieder auch dann gut kommt und gut reitbar wird, sozusagen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Und Eudaimonia gegenüber Hedonismus ist sehr viel langfristiger. Und das dann entsprechend zu erkennen. Deswegen finde ich es einfach in der Differenzierung angenehmer Emotionen wichtig zu erkennen, dass es die auch gibt. Ich arbeite jetzt auch gerne. Und das findet sehr viel Anklang, was mich überrascht hat tatsächlich. Ich finde es immer schön, wenn ich ein Modell so anbiete und dann, oh ja, Mensch, so habe ich das noch gar nicht gedacht. Und zwar, wenn es entsprechend um diese Balance geht, beispielsweise von Leidenschaft und Wachstum und Fülle gleichzeitig erleben, hatte ich einfach dieses Bild vom Baum, weil der Baum in zwei Richtungen wächst. Der wächst nach oben, der hat eine phototrophische Ebene, also da geht es halt darum zum Licht hin. Und das ist das, was die meisten von uns denken, auch bei der broadenden Bildtheorie, das Erweitern und Aufbauen. Es geht um Wachstum, höher, schneller, weiter. Aber ein Baum wächst nun mal auch nach unten und hat eine Wurzelebene, eine graphitrophische Ebene, wo es entsprechend weg vom Licht und mit der Schwerkraft dann auch entsprechend wächst, also eine Verwurzelung dann drinnen hat, was mir Stabilität geben soll. Und deswegen beim Aufbau eines Selbstwerts, darüber haben wir schon geredet, brauche ich entsprechend sowohl einen passiven Selbstwert, dieses Thema Selbstzufriedenheit, Selbstakzeptanz, was ich beispielsweise mit Dankbarkeit stabilisiere und auf der anderen Seite dieses Thema aktive Selbstwert, Aufbau von Stolz und immer wieder Annäherung an die Person, die ich sein möchte. Und das finde ich, dass wir das bei dem Thema Optimismus, beim Thema Positivität lernen dürfen, da wie einen Baum zu agieren. Ich finde es auch schön, sowas habe ich jetzt auch in unterschiedlichen Beispielen eingeführt, so eine Baumatmung, also dieses Thema bei der Einatmung, ich lasse mich wachsen und bei der Ausatmung atme ich unten in den Boden rein und lasse ganz tief verwurzeln, also Stolz ein, wachse und dann Dankbarkeit aus und dann durch den ganzen Körper verwurzeln auf den Boden. Vom Bild her, das hat einfach eine ganz schöne Metaphorik und Symbolik in der Art und Weise, wie ich Wohlbefinden sehe. Also dieses Thema, ich bin verwurzelt und gleichzeitig bin ich ein heliotropes Wesen, sprich mich treibt es zum Licht hin und ich möchte wachsen und ich schaue in die Sonne, wie Judith Mangelsdorff es in ihrem Vortrag so schön gesagt hat und will da auch entsprechend hinwachsen und dafür braucht es diese Balance. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Wo ich dann auch denke, also erst mal Regel Nummer eins, kein Coaching ohne Auftrag. Regel Nummer zwei, entwerte nicht das Leid von Menschen und Regel Nummer drei, einseitige Parteinahme blockiert Oszillation und das Leben ist nun mal Oszillation. Das wäre ein bisschen so, wenn ich sage, ja Mensch, also beim Ausatmen irgendwie, dann atme doch mal nur ein. Und ja, das ist genauso sinnvoll. Also da glaube ich, dass wir uns keinen Gefallen tun, dieser toxischen Positivität. Und ich glaube auch, dass es da natürlich eine tiefe Sehnsucht gibt, wenn jemand sagt, ja, ich hätte gern nur Positives. Ja, wenn nicht. Und gleichzeitig die Frage, willst du das wirklich nicht? Weil natürlich die Wachstumspotenziale, die in Unangenehmem liegen, auch extrem groß sind. Natürlich ist sozusagen das Wachsen über was Unangenehmes der, naja, nicht so angenehme Weg im Leben. Das ist aber nun mal der, der, wenn man die richtige Haltung dazu hat, eigentlich der menschlichste ist. Weil wir lernen über Freude, wir lernen aber auch über Leid. Und je würdiger ich mit dem Leid umgehe, desto besser lerne ich generell. Und du hast das mal so schön gesagt mit Verweis auf Alfred Adler und die Individualpsychologie, desto mehr werden wir der, der wir sind oder die, die wir sind, im Verarbeiten dessen, was wir im Leben lernen und was uns das Leben an Freude, auch an Leid erleben präsentiert. Und ja, ich habe bei manchen Leuten das Gefühl, das Leid erleben, wo ich so denke, boah, also hast du auch irgendwie eine extra Portion Leid erleben bestellt. Und da habe ich sehr großes Mitgefühl mehr. Und dann kenne ich Menschen, wo ich so denke, also wie kann man mit all dem, aus meiner subjektiven Bewertung heraus, was du erlebt hast, immer noch so gut drauf sein. Also wirklich fieseste Krankheiten, übelste Sachen, seien es jetzt Amputationen oder was auch immer. Und die Leute sind mit einer Stärke und Kraft da, mit einer Positivität, die sie versprühen, wo sie jedes Recht auf der Welt hätten, in der totalen Depression zu versinken. Und da würde ich gerne mit dir jetzt noch mal hinschauen, auf diese, sozusagen auf diesen Wunsch nach Positivität. Toxisch ist ja nun auch wieder eine Bewertung. Hatten wir ja auch in einer der letzten Folgen. Ich würde eher sagen, eine dysfunktionale Positivität oder eine starre Positivität im Sinne von, Gegenteil wäre so was flexibel Oszillierendes. Also wo ich halt Freude und vielleicht auch Rührung und Freude und ein bisschen Trauer und Freude und ein bisschen Ärger, also wo ich mich lustig immer mit der Freude auch so mit reingewürzt, so durchs Leben oszilliere. Wie siehst du das? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Und was sie sagt, bei einer optimalen Lebensführung sollte es 1 zu 3, was jetzt unangenehm zu angenehm angeht, also eine unangenehme, drei angenehme Emotionen zum alltäglichen Erleben sein. Was jetzt die Zahlen angeht, sei dahingestellt, ob das jetzt genau die Zahlen sind. Die Hauptsache ist, dass es eine dem anderen überwiegt und dass die unangenehmen Emotionen nicht wegradiert werden. Also dass da eine 1 steht oder wenigstens etwas. Weil genau dann entsteht diese emotionale Rigidität, Verkalkung. Wir beharren nur auf das eine und dann ist die Fallhöhe umso größer, wenn es dann doch in die andere Richtung kippt. Deswegen ist der Fokus auf das Positive super. Aber ich sollte auch ein Auge immer auf das haben, was du ja mir diese Emotion jetzt sagen. Und was da auch wichtig ist, um damit umzugehen, ist ein positiver Blick auf unangenehme Emotionen. Also was wir hier machen, wenn wir eine Podcast-Folge über Ärger aufnehmen, über Verachtung aufnehmen und so weiter, ist positives Marketing für negative Emotionen. Weil es einfach durch den Positiv-Bewertungsstil gut ist und gesund ist, mit einer leicht rosa-roten Brille auf diese unangenehmen Dinge zu schauen, um deren Funktionalität dann ja auch in dem Sinne zu würdigen. Also bedeutet das ja eigentlich, dass Positivität dazu führt, dass wir mit Negativität besser umgehen können. Also wir suchen das Positive oder das Funktionale im Unangenehmen, im Negativen, damit wir sagen können, hey, das hat irgendwie eine positive Absicht, das hat irgendwie auch eine Sinnhaftigkeit. Und jetzt suche ich mal nach der Handhabbarkeit, also wie kann ich damit umgehen, damit ich das auch für mich nutzen kann. Also deswegen ist die Positivität allgemein im Umgang mit Dingen eine super Sache, weil wir da nach Lösungen, Möglichkeiten suchen, um damit gut umzugehen. So, das ist so meine Haltung dazu. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Also die Unterscheidung funktional-dysfunktional ist für mich zum Beispiel, wenn etwas funktional ist, dann kann es einen Sinn erfüllen oder dann sehe ich darin eine Sinnhaftigkeit. Das ist immer so meine Standardfrage, wenn ich frage, also sind auf der Straße unterwegs, im Straßenverkehr irgendwie zu Fuß und dann sehen sie, ein Elternteil schreit sein Kind an. Volles Programm. Positiv oder nicht. Ja, es kommt drauf an. Wenn die irgendwie gerade ausgestiegen sind und das Kind, keine Ahnung, nicht aus dem Auto will oder schon aus dem Auto ausgestiegen ist, wie auch immer, und die Eltern eigentlich einen anderen Plan hatten und dann schreit einer von den Eltern das Kind an, ja, da würde ich sagen, ja, ich kenne die Vorgeschichte nicht, aber naja, also es könnte als gewaltvoll erlebt werden. Wenn ich aber gleichzeitig sehe, dass das Kind auf die Straße irgendwie gelaufen ist aus Unachtsamkeit und da kommt ein Auto und das Kind kriegt das nicht mit, dann würde ich sagen, ja bitte, schreien sie ihr Kind den ganzen Tag an. Also es sollte irgendwann schon noch von der Straße runterkommen, aber dann brauchst du ja das Laute. Und im Sinne des Positiv-Bewertungsstiles habe ich ja damals auch schon in dem Interview mit Raphael, Raphael Kalisch, als derjenige, der diesen Positiv-Bewertungsstil ja auch entsprechend beforscht hat, gut und vorgeschlagen und so weiter, habe ich ja damals auch schon vorgeschlagen, das eher als funktional sinnhaften, auswirkungsorientiert positiven Stil zu bewerten. Natürlich ist P-A-S, Positive Appraisal Style, natürlich der einfachere Weg. Gleichzeitig glaube ich, dass das rein Positive, die leicht rosa-rote Brille, ein super Anfang ist. Wenn ich aber die Auswirkungen und eher einen systemischeren Blick darauf werfe, dann muss ich mich fragen, was ist denn an der Bewertung funktional? Und dann sind wir ja auch wieder bei dem Hütermodell, was ich irgendwann mal vorgeschlagen habe auf Basis der Arbeit von Gunther Schmidt, Hypnosystemische Haltung. Gunther sagt irgendwann mal, Angst ist die Hüterin der Sicherheit. Und daraus hin habe ich dann quasi ja die Emotionen in die Hüter des Lebens übersetzt. Und natürlich auch mit deiner Hilfe, natürlich auch mit Hilfe von anderen, genau dieses Thema der Bewertung, der Positiv-Bewertung in eine funktionalere Art sichtweise gerade bei unangenehmen Themen zu haben. Das heißt, demnach ist Angst unangenehm Hüterin der Sicherheit. Sinnhaft. Ich kann es verstehen. Ich kann damit umgehen. Ich habe eine Handlungsidee, was ich daraus mache. Und so glaube ich, ist manchmal dieses Thema toxische Positivität ein Ausblenden der Funktionalität des Negativen. Und auch Negatives hat für uns immer eine Funktion. Und wenn es uns nur zeigt, nee, das ist es nicht. Ja, und verändere was. Mach, verändere was bei dir, verändere was im Außen. Die meisten Menschen verändern ja eher was im Außen als im Innen. Und da glaube ich, ist sozusagen dieses toxische Positivität in Anführungsstrichen immer eine Frage von sehr eindimensionalem Denken. Und man möchte eigentlich nicht genauer hingucken und sagt, ja, kann es nicht einfach schön sein? Mach doch einfach Glitzer drauf. Ja, so einfach ist es leider nicht. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Das Ausblenden nur um krampfhaft das Positive spüren zu wollen und nur da drin sein zu wollen, ist schwierig. Ja, stelle dich da im Schatten, sonst wird er dir als Schicksal begegnen, wie C. G. Jung das so schön gesagt hat. Und auf der anderen Seite dann nochmal die Sinnhaftigkeit, was Ressourcenaktivierung und emotionale Ressourcenaktivierung im Coaching angeht, sicherer ins Leid gehe, wenn ich die für mich vorher aktiviert habe. Also auch denn deswegen dieser Separator und manchmal diese irritierende Frage, Mensch, wofür sind Sie denn dankbar? Ich habe nichts zum Dankbarhaben. Jetzt ist aber mal wirklich angenommen, weil dann können wir diesen Prozess hier besser gestalten. Das können Sie auch von irgendwo her nehmen, aber einfach dieses Anreichern mit Ressourcen, damit es besser funktioniert, mit den unangenehmen Themen umzugehen. Ich fand das übrigens total spannend. Also das ist jetzt keine Sache, die wir tun oder anbieten und so weiter. Aber ich lese mich gerade oder in den letzten Jahren habe ich mich sehr viel reingelesen in dieses Thema. Psychoaktive Substanzen im Therapiekontext und Coaching-Kontext und so, aber jetzt vor allen Dingen im therapeutischen Kontext, weil ich das einfach sehr spannend finde, weil es kaum Therapieformen gibt, die wirkungsvoller sind heutzutage. Und Gregor Hassler hat in seinem Buch Higher Self, wo es um Psychedelika in der Psychotherapie geht, einen ganz spannenden Effekt beschrieben. Und das fand ich sehr, sehr schön, auch wenn wir auf dieses Thema positiv bewertungsstil schauen oder allgemein dieses Anreichern von emotionalen Ressourcen. Und zwar hat er den Helioskop-Effekt beschrieben, den es gibt bei Psychodelika-Therapien. Nehmen wir jetzt beispielsweise mal Psilocybin, was entsprechend aus Pilzen oder Trüffeln dann rausgenommen wird. Kann aber auch MDMA beispielsweise. Das sind Substanzen, die wahnsinnig gerne und gut auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen genutzt werden, um einfach mit einem positiveren Blick das Trauma betrachten zu gönnen. Dann in so eine Exposition zu gehen, darüber zu reden und um es dann entsprechend zu verarbeiten. Und Helioskop-Effekt heißt es deswegen. Ein Helioskop, das ist so ein astronomisches Instrument zur sicheren Beobachtung der Sonne. Weil wenn wir so in die Sonne gucken, dann können wir uns ja die Augen verbrennen. Und so fühlt es sich manchmal an, auf diese ganz schweren Themen im Leben zu gucken. Und ein Helioskop ist entsprechend ein Gerät, das mehrere Filter drauf hat, damit ich sicher auf die Sonne gucken kann. Und das ist genau, was entsteht bei diesen psychoaktiven Substanzen, dass ich Filter drauf bekomme, die mir dabei helfen, dieses Schmerzvolle besser zu betrachten. Und auch wenn ich nicht mit Traumata arbeite in meinen Coaching-Prozessen, ist genau das, was ich beobachte, wenn ich vorher angenehme Emotionen aktiviert habe. Wenn ich die Ressourcenaktivierung fokussiere, dass es meinen Klientinnen und Klienten sehr viel leichter fällt, auf die Dinge zu gucken, die schmerzvoll sind, damit sie verarbeitet werden können, damit sie integriert werden können. Und das finde ich einfach als Bild da so schön. Es ist ein Filter, der mir dabei hilft, in die Sonne zu schauen. Also da, wo auch Wachstum dann ist. Also sozusagen bei den ganzen Herausforderungen, Schmerz und so weiter, hinter den Schmerz schauen. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Das ist so eine externe Kamera, keine Ahnung von welcher Firma, braucht keinen Code, keinen Swipe-Up-Code oder so. Und habe dann nur gesagt, tun Sie mir einen Gefallen, Sie brauchen darüber nicht zu sprechen. Ich möchte aber gerne mit Ihnen schon mal so ein bisschen, bevor wir uns dann jetzt in zwei Wochen in Präsenz sehen, möchte ich mit Ihnen gerne schon mal so ein bisschen vorsortieren. Und ich habe das Gefühl, es ist jetzt schon dran, dass wir schon mal so ein bisschen inhaltlich werden, weil ich Ihnen gerne auch ein paar Beobachtungsaufgaben bis dahin geben möchte. Habe ich gesagt, naja, ich schicke Ihnen mal ein kleines beutlichen Lego. Irritation. War das? Ja, natürlich hast du damit eine Dissoziation. Du hast auch eine Triangulationsmöglichkeit, dass du sagst, ich beziehe mich auf das Thema, was mir passiert ist. Also bist damit nicht mehr absorbiert, sondern du schaffst sozusagen auch im Dialog jetzt zum Beispiel mit dir als Coach, wäre ich der Klient, würde ich einen dritten Punkt halt haben, wenn sagen, du als mein Coach lässt mir über das Thema da sprechen und dann hättest du so dieses Dreieck, in dem du arbeitest. Und ich habe tatsächlich erst was bauen lassen und ich sage, wenn Sie irgendwas bauen würden, wo Sie richtig Spaß dran haben im Leben, was wären das? So, wo leuchten Ihre Augen? Und bauen Sie mal so. Und dann hat die Person was gebaut und zeigte mir das so strahlende Augen, ja, wirklich sagt, ja, das ist mein Wintergarten hier. Da hat der jetzt so ein paar Sachen angebaut und hin und her, der hat einen riesigen Winter, der hat mir Fotos gezeigt. Also unglaublich. Ich hätte es Gewächshaus genannt, aber er sagt, dein Wintergarten. Ja, mein Gott, jeder in der Beschreibung, wie er es braucht. So und sagt, ah, das ist super. Man muss es sich immer nur einreden. Ja, genau. Hat da ein neues Bewässerungssystem, weil seine Frau irgendwie keinen Bock hat, da permanent die Sachen zu gießen und so. Und er ist halt oft unterwegs und dann sagt er, ja, mir liegt ja nichts anderes übrig. Und wenn du alleine nur das gesehen hättest, so diese Freude, diese Kraft, so super. Der hat gerade ein paar komische Sachen erlebt, so eine private, zwei berufliche Sachen. Ja, schwierig. Zum Glück einen guten Anwalt. Und das kam alles so sehr geballt. Und ich wusste, es sind drei Dinge. Und dann haben wir das gebaut. Dann habe ich gesagt, super. Und ich würde mit Ihnen gerne jetzt das Pendant bauen, die drei Themen, über die wir sprechen. Und dann habe ich mit ihm die ganze Zeit geredet, habe gesagt, Mensch, und wenn Sie jetzt mal so ein bisschen mit in Kontakt gehen und so. Also schön auch gefiltert und titriert. Und dann hat er die Sachen gebaut. Und ich hatte ihm gesagt, er soll die bitte auf irgendwie was möglichst was rundem bauen, damit man so ein bisschen drehen kann und sich von allen Seiten und schon mal so eine kleine Aufstellung. Wie nah hängen die miteinander zusammen? Gibt es da irgendwie was und so weiter? Naja, Ende vom Lied war, wir haben nicht eine Stunde nur gemacht, sondern wir hatten irgendwie fast drei Stunden, die wir da dran gesessen haben. Und das Interessante war, dass er sagte, kann ich die Sachen gleich schon ein bisschen umbauen? Möchte mit den Themen mal ein bisschen spielen. Und sagte, ja, wenn ich, Sie haben ja vorhin gesagt, so Ressourcen, so Ressourcesteine. Ich weiß noch nicht, wofür die stehen, aber das würde mir helfen. Und dann fing aus so einer, ich habe ja die Impulse gar nicht reingegeben, sondern ich habe das halt so ein bisschen gerahmt, habe gesagt, Mensch, gucken das jetzt mal so ein bisschen als diagnostisches Verfahren so. Muss ja auch ein bisschen schlau klingen. Wir bauen schon mal vor, so ein bisschen. Und das war so krass, was da schon passiert ist. Und wie diese, dieses Spielen, diese Freude beim Spielen. Und natürlich, man hat ja mit Lego gespielt. Irgendwie im Alter zwischen vier und, keine Ahnung, zehn, 15 Jahren. Habe ich ihn nicht gefragt, aber werde ich ihn fragen, wenn er kommt. Und dann hat er das gebaut. Und er stickte mir einen Tag später dann noch sozusagen ein Foto. Sagt, ja, ich habe noch mal ein bisschen umgebaut und noch mal ein bisschen was dazugestellt. Und ich habe jetzt auch das alte Lego aus dem Keller geholt. Und da stand da so das schöne Piratenschiff, so der Klassiker im Hintergrund. Da hat er das alles so aufgebaut. Irgendwie, da habe ich geschrieben, aber es ist schon noch Playmobil dabei. Sagt, ja, aber das habe ich immer zusammengespielt. Ich bin da sehr Crossover. Und dann dachte ich nur so, wie cool ist es eigentlich, wenn man Menschen den Zugang zu Themen, zu wirklich intensiven Themen geht, wo ich natürlich immer auch eine Angst vor der Exposition habe. Die Angst sagt, hey, deckeln, geh damit nicht in Kontakt, das wird zu heftig. Und ich nutze die Freude als Filter, als Verdünnungsmechanismus, als Brücke, als etwas, was mir hilft, das ein bisschen runter zu titrieren oder so ein bisschen zu verdünnen. Und das finde ich gerade sensationell. Und ich habe auch gerade noch mal verstanden, warum diese Session für ihn so gut war. Und das hat er in seinem Wintergarten, hat er das gemacht, an einem Tisch. Der hat da so einen Tisch irgendwie und schrieb dann nur so, ja, das kann jetzt noch ein paar Tage wachsen. Weißt du, und dann sind da gleich so geile Metaphern mit drin und mir als Coach leuchten die Augen. Und ich denke so, ja, setzt euch mit den Themen auf eine funktionale Art und Weise auseinander und nicht nur dieses drüber quatschen mit, weiß ich nicht, wem auch immer. Das ist ja schon nicht schlecht, aber manchmal ist es einfach auch mehr vom Gleichen, sondern mit Freude. Und das verdünnt das Ganze und würdigt gleichzeitig den Wachstumsprozess. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] Ich habe tolle Seminare geplant. Ich freue mich sehr auf den Resilienz-Facilitator mit der Ella Amann. Große Empfehlung, Ella Amann. Haben wir auch schon im Podcast gehabt. Da freue ich mich extremst drauf. Dann habe ich noch weitere Themen zum Thema Atmung und so weiter, was ich sehr, sehr spannend finde. Ich steige gerade immer mehr, das ist so meine Abendschule, die ich gerade mache, an das Thema noch weiter KI-Automationen und so weiter ein, um es mir als Trainer leichter zu machen. Vielleicht auch in der Zukunft unserem Trainerpool Dinge leichter zu machen. Und das sind so, das Lernen einfach, was mir extrem viel Freude macht. Da habe ich noch ein paar Kunden, auf die ich mich extrem freue, dieses Jahr schon mit gemeinsam geile Dinge zu entwickeln. Und die Zeit mit der Familie. Meine Frau und ich haben uns vorgenommen, dieses Jahr mehr Dates miteinander zu machen. Da muss ich ganz kurz meinen Vater loben. Ich komme hier heute hin, hier in unser Büro, wo wir uns lange nicht mehr gesehen haben. Da liegt auf meinem Schreibtisch ein Umschlag und so süß. Dann hat er meiner Frau mir einfach zwei Scheine hingelegt, damit ihr euch mal eine schöne Zeit miteinander macht. Zeit für euch und so. Das fand ich total süß. Er hat gesagt, dieses Geld ist zweckgebunden. Also, dass wir einfach eine schöne Zeit miteinander haben. Da freue ich mich einfach sehr drauf. Wie ist es bei dir? Was glaubst du, wird deine Augen dieses Jahr zum Leuchten bringen? Und wo leuchten deine Augen jetzt schon, wenn du dahin blickst? [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Ich arbeite ja gerne und so weiter. Und ich habe gerne mal so ein paar Highlights. Ein Ausbildungshighlight von mir dieses Jahr wird sein die Healversity Epigenetik-Coach-Ausbildung, die ich jetzt im Februar starte. Die läuft ein halbes Jahr. Da freue ich mich sehr drauf. Also auch so, wie ich das sehr mag, ein selbstbestimmtes, selbstgesteuertes Lernen so in meiner Zeit. Da bin ich auch Julia Andersch, Oliver Martin und Gunther Schmidt so dankbar, dass die das immer noch und stetig jedes Jahr mehr entsprechend machen, fördern. Da habe ich auch schon zwei Wochen Seminar gebucht. Eine Woche gebe ich ein Seminar mit der lieben Ina. Und ich freue mich über das Jahr auch immer auf die Phasen der Ruhe. Wo ich sage, da habe ich mal ein paar Tage nix. Da habe ich mal ein paar Tage auch keinen Termin. Ach und dann ist das so ein selbstgesteuertes, das so im Großen. Ach und jeden Tag freue ich mich eigentlich morgens auf meinen Spaziergang. Mache momentan meine zehn Minuten jeden Morgen auf dem Trampolin. Und das ist so schwer, auf dem Trampolin schlechte Laune zu haben. Sensationell. Das ist immer so oing, oing, oing. Und wenn man sogar seinen Schrittzähler dann schon irgendwie in die Tasche steckt. Es behebt sehr gut das Problem der 10.000 Schritte am Tag, weil meistens hat man dann schon so zwei, drei Tausend. Und das ist so, ja, so diese Freudemomente am Tag, die zu planen, die übers Jahr zu planen und das einfach schon zu haben. Da merke ich, das macht Lust aufs Leben und natürlich Begegnung mit netten Menschen. Ja, das ist das, was Freude macht. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Herzlich willkommen zu Rethinking Resilience, dein Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis. Von und mit Sebastian Mauritz und Ruben Langwarer. Mal wieder im Denkraum.Ein neues Jahr, ein neues Glück. Ach, und ein neuer alter Bekannter hier im Denkraum. Freund, Kollege, ja, Weggefährte und ganz vieles mehr.
Hallo, lieber Sebastian. Ich war ganz gespannt, was jetzt noch kommt.
Ich auch.
Aber das reicht mir. Das reicht mir schon, diese drei Bezeichnungen an der Stelle. Und das viele mehr dürfen sich die Leute denken und ich mir auch. Und ich freue mich, hier zu sein im neuen Jahr. Auf neue, schöne Denkräume mit dir, die wir gemeinsam gestalten. Das machen wir heute.
Und wenn ich Freude höre, dann höre ich immer auch Optimismus. Dann höre ich immer aber auch das Thema so Positivität. Also wie gucke ich eigentlich auf die Welt?
Ich mich auch. So, ja, du hast es schon gesagt, du wolltest mit Freude weitermachen. Los, Sebastian, auf geht’s.
Ja, sehr gut. Ja, was soll ich sagen? Ich habe mal ein wirklich schönes Zitat gehört von Barbara Frederiksen und die hat in ihrer Arbeit zur Broaden and Build Theory, die du irgendwann mal auch bei uns ja reingebracht hast als Konzept in die Resilienz.
Und sie ist bei Joy und Interest geblieben, bei den Zitaten.
Also sie geht dann noch weiter, aber das waren jetzt erstmal so die beiden, die für mich dabei relevant und wichtig waren.
Ja, weil ich finde das schön, weil du könntest es ja viel weiterführen, weil für mich hört sich das so an, als würde sie einfach die Funktionalität dieser angenehmen Emotionen beschreiben, also die Funktion dahinter. Könnte jetzt auch sagen, Love sparks the urge to connect oder to bond, dann in dem Sinne oder Pride sparks the urge to develop, irgendwie sowas in die Richtung. Also das sieht man hier ja dann schön und dann auch im Zusammenhang mit ihrer Broaden and Build Theory, dass angenehme Emotionen, für sie positive Emotionen, positive Emotions, wie jetzt hier in ihrem Beispiel Freude, unseren Denk- und Handlungsspielraum erweitern, deswegen Broaden, was uns dann wiederum befähigt, langfristige, persönliche, emotionale, soziale Ressourcen aufzubauen.
Da wurde es wiederholt, okay. Du hast damals, da haben wir auch schon relativ früh drüber gesprochen, da warst du noch in der anderen Akademie, wo du gearbeitet hast. Und da haben wir mal über die Notwendigkeit auch von angenehmen Emotionen in schwierigen Zeiten gesprochen.
Sehr schön. Nee, klasse. Ja, weil das war genau so eine Sache, auch damals in der Zeit, wo ich noch ganz viel das Thema Basis-Emotions-Theorie beigebracht habe, war immer wieder die Rückfrage, Mensch, warum gibt es denn so viele unangenehme Emotionen und nicht so viele angenehme Emotionen?
Ich habe da sofort eine Zweckmühle, weil das, also ich glaube den ersten Teil nicht. Ich glaube nicht, dass jemand sagt, ich bin glücklich, aber unzufrieden, weil ich glaube, dass das eine eine kognitive Antwort ist. Dieses, eigentlich müsste ich glücklich sein bei all dem, was ich habe, aber ich spüre in mir eine Form von Unzufriedenheit.
Sondern dieses Grundrauschen, du hast das so schön als Erdung beschrieben, das ist glaube ich eher das, was einen gut durchs Leben führt und nicht diese kleinen Feuerwerke, die es leider ja immer noch zu Silvester gibt, aber das ist ein anderes Thema.
Ja, haben wir auch hier wieder die Unterscheidung zwischen dem hedonistischen und dem eudaimonischen Glück dann hier auch. Dieses Sinnglück, Werteglück, was einfach langfristig erhält, was als Grundrauschen im Leben sein kann, wo wir auch immer wieder zurück uns führen können, wenn es darum geht, wenn wir Niederlagen erlebt haben oder irgendwelche Krisen stecken und so weiter, dass wir, wie Viktor Frankl es gesagt hat, trotzdem Ja zum Leben sagen und dann weitergehen, weil wir dieses Sinn erleben, dann auch entsprechend haben.
Ich finde auch bei Freude hast du manchmal, und das gibt es ja auch viel bei unterschiedlichen Menschen, so dieses sehr übersteigerte und übersteuerte. Also dieses sehr, wie sagt man so, sehr hyper. Also dieses, ja und dann so ganz positiv und ganz Chakka und ganz, ach ja, also ich genieße das ja auch.
Ist ja total wichtig, auch bei allem Wollen und Geil und Toll auch die Wahl zu erkennen, wenn sie sich mir gegenüber präsentiert, dass es einfach nicht mehr das Richtige, wo ich gerade drin bin. Und dann die neue Welle zu finden, die dann eher zu dem gehört, wer ich wirklich bin. Und das ist halt, da ist einfach Sinn übergeordnet.
Ja, wenn ich dir so zuhöre, dann ist natürlich sofort die Frage, Fokus auch auf Freude. Ich habe vorhin schon den Negativitätsbias, also die Negativitätsverzerrung angesprochen, wird ja manchmal damit verwechselt, dass man sagt sowas wie Good Vibes Only. Sei doch einfach mal dankbar jetzt dafür die Sachen oder auch sowas wie, ach da musst du nur positiv denken.
Naja, also da gibt es ja auch, weil wir vorhin über Barbara Fredrickson gesprochen haben, ihren Flourishing-Quotienten, der genau das ausdrückt, was ist denn eine gesunde Ballon für die Positivität, damit ich als Mensch florieren kann. Weil viele, die dann ungesund durchs Leben laufen, also psychisch nicht so ganz im Wohlbefinden sind, haben ein Verhältnis von unangenehmen zu angenehmen Emotionen von 2 zu 1. Also zwei unangenehme Emotionen über eine angenehme Emotion beispielsweise.
Ja und ich glaube, also wenn ich dir so zuhöre, dann ist mir gerade klar geworden, dass ich glaube, das Thema Positivität in der Art, wie ich Dinge bewerte, einmal funktional und einmal dysfunktional sein kann. Also funktional, sage ich gleich was zu, dysfunktional wäre für mich, ich sage ja, das ist sozusagen die positive Seite davon ist, dass ich die negative Seite ablehne oder mir nicht angucke oder nicht defokussiert im Prinzip auf beides schaue. Wenn ich aber sage, naja, ich gucke auf einen Aspekt eher positiv, dann hast du eben das so schön gesagt, dann schaue ich nach dem Sinn.
Ja, stimmt. Und wir können, und das wissen wir aus dem Coaching und auch, wenn wir tiefer gehen in der Psychotherapie, sieht man das, dass wir auf Dinge, unangenehme Dinge besser drauf gucken können, wenn wir angereichert sind mit positiven Emotionen, mit angenehmen Emotionen, mit Ressourcen und so weiter. Also das ist immer dieses Wechselspiel, das da stattfindet.
Aber ja, das, was weh tut, finde ich total schön, weil das mich jetzt gerade auch ein Coaching aus letzter Woche erinnert, wo ich über LEGO Series Play gesagt habe, ich kann mir vorstellen, dass das, was sie erlebt haben, für sie sehr belastend war. Sie müssen nichts sagen, mir reicht nicken, Kopf schütteln. Und dann hatte ich einfach so ein kleines Tütchen, so ein Windows Exploration Bag geschickt und habe gesagt, naja, also sie haben ja eine Kamera, die man bewegen kann, so ein bisschen.
Eine Kompetenzunterstellung dessen auch oder eine positive Absicht unterstellen, die dahinter liegt, um so nochmal einen neuen Blick zu bekommen, um Möglichkeiten herauszufinden und Lösungen nachzugehen. Welche Momente der Freude planst du dir für dieses Jahr? Da sind mehrere.
Ja, es gibt ja diesen Fresh-Start-Effekt. Das habe ich vor ein paar Jahren mal angefangen. Ich brause manchmal App-Stores oder Ideen oder was auch immer. Und da habe ich so eine App gefunden, die so einen Countdown im Prinzip runterzählt, noch so und so viele Tage bis zum Urlaub und so weiter und so fort. Das habe ich dann für zwei Sachen gemacht. Das war dann aber so sehr fokussierend. Man denkt immer nur an den Urlaub. Der Verkaufsreigen war so ein bisschen so, ja, scheiß Alltag, nur auf einen Positiven. Und das bin ich ja nicht.
Also nicht irgendwie die ganzen Seminare verplant und dann passt es nicht und keine Ahnung. Dann natürlich auch der Facilitator, den ich mit dir zusammen ja auch. Und insgesamt sind wir deutlich über 20 Personen bei der lieben Ella, die bei uns in der Akademie den RZT-Facilitator anbietet. Also Resilienz für Teams, für Organisationen und für Führung. Darauf freue ich mich sehr. Der läuft ja bis zum Sommer. Und dann freue ich mich wieder auf Abano-Therme. Drei Wochen im Sommer. Das Metaforum Sommercamp.
Ja und dann so ein paar Kongresse. Ich bin wieder bei der MEG beim Kongress und habe im Herbst ein paar coole Seminare. Und dann habe ich so über das Jahr so meine Highlights, auf die ich freue.
Ich doch direkt in die Mitfreude. Es tut mir gut, dir zuzuhören. Danke dafür. Das hat meine Ressourcen auch sehr aufgetankt.
Ja, dann wünsche ich dir einen freudvollen Rest des Tages und eine schöne Woche. Und ja, möge die Resilienz und ganz viel Freude mit dir sein. Und bis bald.

Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).