Entdecken Sie den Denkraum von Sebastian Mauritz und Ruben Langwara, um Ihre eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken und Ihr Verständnis von Resilienz zu erweitern! Tauchen Sie ein in eine inspirierende Lernumgebung, die Ihnen dabei hilft, Ihre Resilienzfähigkeiten zu entwickeln und zu festigen. Profitieren Sie von den Erfahrungen und dem Wissen der Experten und bereiten Sie sich optimal auf die Herausforderungen des Lebens vor.
HIER erhalten Sie nähere Informationen und einen Überblick über alle Folgen! In dem folgenden Artikel haben wir die Folge 62 für Sie zusammengestellt.
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In den „Shownotes“ zur jeweiligen Ausgabe finden Sie eine kurze Inhaltsangabe, Links und weiterführende Informationen. Viel Freude beim Eintreten in den gemeinsamen Denkraum und Erforschen Ihrer Resilienz.
Folge 62: Rethinking: Resiliente Beziehungen

In Folge 62 von „Rethinking Resilience“ öffnen Sebastian und Ruben den Denkraum für ein Thema, das uns alle betrifft: resiliente Beziehungen. Dabei geht es nicht nur um Paarbeziehungen, sondern ebenso um Freundschaften, Arbeitsbeziehungen, Teams und das alltägliche Miteinander.Sebastian und Ruben sprechen darüber, wie Beziehungen elastischer, klarer und tragfähiger werden können. Im Zentrum stehen Bindung, Klarheit, Emotionen, Werte, Unterschiede, Nähe und Distanz. Resiliente Beziehungen entstehen dort, wo Menschen sich verbunden fühlen und gleichzeitig eigenständig bleiben dürfen.
Warum sind resiliente Beziehungen wichtig?
Resiliente Beziehungen sind wichtig, weil Menschen Bindung und Zugehörigkeit brauchen. Gleichzeitig brauchen Beziehungen Klarheit, Orientierung und Grenzen. Sebastian beschreibt, dass Bindung manchmal dazu führen kann, dass Menschen weniger klar werden – besonders innerhalb vertrauter Gruppen oder Teams. Ruben ergänzt: Auch eine Beziehung zu beenden, kann eine resiliente Entscheidung sein. Nicht jede Beziehung bleibt tragfähig. Entscheidend ist, achtsam wahrzunehmen, wie man miteinander umgeht, welche Emotionen Raum bekommen und ob beide Seiten sich wahrhaftig ausdrücken können.
Beziehungen werden besonders dann geprüft, wenn Stress, Konflikte oder Krisen auftauchen. Genau dort zeigt sich ihre Resilienz.
Was macht resiliente Beziehungen aus?
Sebastian betont die Bedeutung von Grundresonanz: gemeinsame Werte, Haltungen, Ideen oder eine gemeinsame Mission. Gleichzeitig verweist Ruben darauf, dass Ähnlichkeit besonders auf Werte- und Haltungsebene wichtig ist. Unterschiede in Arbeitsstilen, Stärken oder Perspektiven können hingegen sehr wertvoll sein. Resiliente Beziehungen können Nähe und Distanz. Sie ermöglichen Verbindung, ohne Abhängigkeit zu erzeugen. Ruben formuliert es so:
„Ich kann ohne dich und mit dir ist es schöner.“
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Konflikten. Ruben nennt die vier destruktiven Beziehungsmuster nach Gottman: Kritik, Verachtung, Rechtfertigung und Mauern. Sie schwächen Beziehungen, wenn sie dauerhaft Teil der Kommunikation werden. Stärkend wirken dagegen Resonanz, Wertschätzung, echtes Interesse, Humor, gemeinsame positive Momente, Berührung im passenden Kontext und das Feiern von Erfolgen.
Wie können Beziehungen resilienter werden?
Sebastian und Ruben zeigen mehrere Wege auf:
- Resilientere Beziehungen entstehen, wenn Unterschiede bewusst wahrgenommen und benannt werden. Sebastian nennt dafür das Prinzip „Name it to tame it“: Wer Muster erkennt, kann gelassener mit ihnen umgehen.
- Wichtig ist außerdem, offene Konflikte nicht liegen zu lassen. Sebastian spricht von offenen „Loops“, die geklärt werden sollten, bevor sie die Beziehung belasten. Ruben verbindet das mit der Idee, dass Unerledigtes im Gedächtnis bleibt und deshalb direkt geklärt werden sollte.
- Wertschätzende Kommunikation wird damit zur zentralen Intervention. Dazu gehört: Störungen früh wahrnehmen, ansprechen, Verantwortung übernehmen und nicht in Ja-aber-Schleifen ausweichen.
- Auch positive gemeinsame Erfahrungen stärken Beziehungen. Ruben spricht von Momenten der Mitfreude, Positivitätsresonanz und gemeinsamen schönen Erlebnissen – in Paarbeziehungen ebenso wie in Arbeitsbeziehungen.
Wozu führt eine resiliente Beziehung?
Resiliente Beziehungen führen zu mehr Stabilität, Vertrauen und Beweglichkeit im Miteinander. Sie machen es möglich, gemeinsam durch Stress, Probleme und Krisen zu gehen, ohne dass Verbindung sofort bricht. Sebastian beschreibt als Quintessenz die Fähigkeit zur Oszillation: zwischen Nähe und Distanz, Gemeinsamkeit und Unterschied, Verbindung und Eigenständigkeit. Eine resiliente Beziehung ist nicht starr. Sie schwingt. Am Ende geht es darum, Beziehungen so zu gestalten, dass Menschen verbunden bleiben und zugleich sie selbst sein dürfen. Oder in Sebastians Bild gesprochen: zwei Menschen rollen in ihrer eigenen Geschwindigkeit durchs Leben – mal näher, mal weiter entfernt, aber verbunden im Herzen.
Transkript der Folge 62
Hier finden Sie das vollständige Transkript der Folge:
[Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und alles, was Beziehungen besser oder auch schlechter macht. Was besser heißt, was schlechter heißt, das werden wir so ein bisschen raus argumentieren. Und ich hatte gestern tatsächlich gerade einen Workshop, wo eine klare Innen- und Außenunterscheidung im Team gemacht wurde. Wir haben über das wichtigste Grundbedürfnis gesprochen. Bindung beziehungsweise Zugehörigkeit nach Glasgrave. Und dann sagte eine, naja, also im Team, da ist mir dieses Thema Bindung total wichtig. Da fällt es mir sehr schwer, jemandem mal, das war dann meine Übersetzung, Klarheit zu schenken. Aber außerhalb des Teams, ach, da haue ich den Kollegen manchmal schon sehr viel Klarheit so entgegen. Und das fand ich ganz interessant, dass anscheinend resiliente oder resilientere Beziehungen mit dem Thema Bindung manchmal an Klarheit beziehungsweise Orientierung und Kontrolle verlieren. Und um sowas und um andere Dinge soll es heute geben. Und ja, ich freue mich sehr, Ruben. Wenn du das Thema hörst, was erscheint, emergiert in deinem klugen Kopf? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Das ist dann auch immer wieder das Spannende. Das ist das, was ich zu Hause auch merke, dass ich manchmal den Experten ein bisschen verliere. Und dann, wie sagt Tom Andreas, so schön das ganz alltägliche Arschloch dann auch bin, nur es zu merken und dafür achtsam zu sein und dann auch die richtigen Worte und die richtigen Taten danach zu finden, um es wieder gut zu machen. Das ist ganz, ganz wichtig. Und natürlich, was in Beziehungen, resilienten Beziehungen extrem wichtig ist, ist das Thema Emotionen. Und anderen Menschen, deren Emotionen Raum geben, die eigenen Emotionen wahrhaftig und funktional ausdrücken, damit man gegenüber die Chance bekommt, mich besser zu verstehen. Deswegen wird das sehr wahrscheinlich auch heute dann wieder Thema sein. Nicht sehr wahrscheinlich, weil wir lenken ja dieses Gespräch und ja, es wird ein Thema sein. Ja, resilientere Beziehungen. Auch für dich mal ganz kurz die Frage zurück, Sebastian, inhaltlich. Was bedeutet es für dich? Was öffnet sich da bei dir? [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Das finde ich dann, ach weiß ich nicht, also das hat für mich fast so ein bisschen Strukturvertriebscharakter. Das bräuchte ich jetzt nicht, sondern ich bin halt gerne mit den Menschen zusammen, wo ich eine Grundresonanz spüre. Das heißt, dieser Satz von Virginia Satir, wir finden zusammen auf Basis unserer Gemeinsamkeiten und wir wachsen auf Grundlage unserer Unterschiede, diese Gemeinsamkeiten. Das ist schon was, wo ich so das Gefühl habe, ja, wenn man so von einer gemeinsamen Idee, Mission, von gemeinsamen Werten, von gemeinsamen Haltungen getragen wird, dann ist das einfach eine bessere Verbindung, als wenn das so ganz was anderes ist. Also ich glaube, es braucht viel Gleichheit, wenn ich so an die Beziehung denke, die ich so führe und habe und zu den Menschen, die ich sehr schätze. Und ich habe so auch in Vorbereitung für heute immer wieder, so bin ich bei diesem Thema Ego gelandet. Weil ich glaube, das Ego macht Beziehungen immer etwas, naja, schwieriger, herausfordernder, anstrengender. Und naja, ich habe halt mal so einen Satz gehört, der dann gleich so in so einen Leistungsmotiv und ja, und dann zeige ich dir mal, dass ich besser bin als du und ich denke so, okay, also interessant, wie du das denkst. Ich wollte eigentlich mit dir nur was teilen, was mir gerade Freude schenkt. Aber wenn du da gleich das Wettkampfsmotiv reinbringen möchtest, alles klar. Ich glaube, so ein gutes Miteinander in der Wertschätzung der Einzigartigkeit jedes Einzelnen, ich glaube, das ist für mich so das Zentrale. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Und manche waren halt ähnlicher zu der Person, die es dann auch vorher ausgefüllt hat und die anderen unähnlicher. Und je ähnlicher die Person war, desto sympathischer wurde sie auch eingeschätzt. Also diese Thematik, Gegensätze ziehen sich an, ja, kann sein, wenn da was Interessantes dahinter ist und okay, da sind interessante Unterschiede dann auch dabei, das kann ein Attraktor sein, das kann attraktiv sein, nur tatsächlich über Ähnlichkeit geht auch viel und ja, Gegensätze ziehen sich an, aber was sich auch zeigt ist, dass Ähnlichkeiten oder Gleichheit auch zusammenbleibt. Also vor allen Dingen da auf der Wertebasis, also auf unterschiedlichen psychologischen Ebenen, also wie beispielsweise die Werte, ich muss, mein Gegenüber muss nicht gleich, oder mein Partner, meine Partnerin muss nicht gleich zu mir sein, was die Persönlichkeitsstruktur ist, aber so eine Grundbasis an Werteneinstellungen und so weiter, das ist extrem wichtig, um erstens zusammenzukommen, aber dann auch zusammenzubleiben, weil, und das merkt man ja auch in der Arbeitsbeziehung irgendwann, das finde ich immer wieder total spannend, wenn ich an den Werten arbeite und das rahme ich auch immer wieder so. Nicht, weil es eine selbst erfüllende Prophezeiung ist, sondern weil es nun mal in der Dynamik der Sache ist, dass wenn ich Werte mit einem Unternehmen definiere, sage ich, okay, jetzt kennen sie ihre Werte und sie werden jetzt eventuell merken, dass es häufiger mal zu Reibungen jetzt danach kommt, weil sie kennen ihre Werte und deswegen werden sie auch häufiger in ihrer Kommunikation für die Werte einstehen und es kann dann auch sein, dass sie merken, dass bestimmte Passungen nicht mehr da sind und das dann auch entsprechend ausleben in ihrem Unternehmen. Das bedeutet, die Führungskräfte oder Geschäftsführer oder Gründerinnen und Gründer, also die in der Führungsposition sind, dann merken, die Person passt ja nicht so wirklich und ich habe in Unternehmen, die ich drin bin, haben die Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, ich denke jetzt an eine Gründerin vor allen Dingen, hat sich angeeignet zu sagen, wir stellen ein aufgrund der Werte und wir trennen uns auch auf Grundlage der Werte von den Mitarbeitenden, was ich sehr, sehr spannend finde und sehr konsequent da auch irgendwo finde und das ist ein wichtiges Element, was wir nicht nur in Paarbeziehungen, also in Liebesbeziehungen haben, sondern auch in Arbeitsbeziehungen, wie wichtig das ist, eine Passung zu haben auf bestimmten Ebenen und da eine Ähnlichkeit dann zu haben, weil es sonst zu zu großen Reibungen kommt, die irgendwann ins Destruktive dann auch reingehen und ins Dysfunktionale dann reingehen. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Mein wirklich über Jahre hinweg sehr enger Freund und dann damals auch Geschäftspartner Florian und ich, wir waren doch relativ unterschiedlich so und wir haben ja gerade über dieses schöne Buch Rocketfuel gesprochen und danach dachte ich so, ja, das hatte ich da. Und wir waren auch viele, viele Jahre wirklich erfolgreich auch mit unseren Aktivitäten. Wir hatten ja eine Agentur und wir hatten einen Verlag und wir haben auch viel so psychologische Konzepte gemacht und so weiter und Kommunikationskonzepte und Trainings und so weiter. Wir hatten total unterschiedliche Metaprogramme. Also Florian hatte sehr, sehr detailorientiert das Ganze, was für seinen Arbeitsbereich Finance total gut war. Ich hatte ja so das große Big Picture und sehr proaktiv, was für meinen Arbeitsbereich, also Geschäftsentwicklung, Innovationsbereich und so weiter sehr gut war. Das heißt, ja, ich kann auch immer Detail, wenn ich erstmal den Überblick habe. Aber ich glaube auch Beziehungen zeichnen sich dadurch aus, dass man die Unterschiede vom Gegenüber kennt und auf eine Art und Weise sieht und vielleicht dann gemeinsam auch nutzt und einsetzt, dass es für beide nützlich ist. Weil das, was ich wiederum in resilienten Arbeitsbeziehungen manchmal sehe, ist, dass das Muster nicht erkannt wird. Also sprich Polarität. Wir bleiben bei Überblick und Detail. Und wenn jemand der Überblicksorientierung, wenn man den fragt, wo ist der Bahnhof, in der Regel zeigen die eine Richtung, sagen die Richtung zwei Kilometer circa. Können dann fünf sein, können auch 500 Meter sein, aber so circa. Und wenn man jemanden, der detailorientiert fragt, der wird ganz genau dir circa drei bis fünf Wege mit Differenzierung zu Grünflächenanteil, Ampelanzahl, wo kann man gut laufen, was ist der schnellste Weg, was der schönste Weg und so weiter. Das heißt, diese Differenzierungen sind erstmal ja kein Problem. Wenn ich die Differenzierung kenne, wenn ich weiß, in meiner inneren Bewertung, ach guck mal spannend, der verhält sich halt oder der denkt das halt anders, dann bin ich wieder beim Bewertungsstil, den wir aus der Resilienz auch so schön kennen. Und dann erzeugt das in mir kein Stresserleben. Wohingegen, wenn ich was kriege, was ich nicht erwarte und ich habe eh nicht viel Zeit und denke, Alter, bitte, ich will nur zum Bahnhof. Und dann kann man immer heutzutage sagen, ja, dann mach doch dein Google Maps auf. Aber manchmal, weiß ich nicht, fremde Stadt, kein WLAN oder was auch immer, ist vielleicht das dann nötig, die Kenntnis, dieses Name it to tame it, die Bewusstmachung ist auch hier wieder aus meiner Sicht, gerade bei den Unterschieden, die ja potenziell stressauslösend sein können, aus meiner Sicht total wichtig. Und da interessiert mich, das geht ja so in das Thema der Verzerrungen rein, der Biases. Was sagt die Wissenschaft dazu? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Ich glaube, so das Thema Haltung und so, man merkt es halt in dem Moment nicht, aber rückblickend wird einem dann vieles klar. Und Haltung ist für mich auch das Thema. Also ich habe auch mal zwei Leute rausgeschmissen, die einfach eine komische Haltung hatten, weil ich auch dachte so, nee, das geht gar nicht. Also ich habe original mal den Satz gehört von jemandem, wir hatten halt so auch Vertriebsmitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und eine von denen hat halt immer dann so, ja, mittags gekocht und die hat dann irgendwie mit dem Thermomix was gemacht und, und. Und die hatte ja dann auch mal Geld gegeben für das Material oder für die Zutaten und so weiter. Und die war halt in der Probezeit und wir hatten halt ein halbes Jahr Probezeit und wirklich ganz häufig und gemacht getan. So Probezeit zu Ende, hab ich ihr gratuliert und dann fiel mir halt auf, gab eine Woche nichts mehr zu essen. Kann ja immer mal sein, war ja auch nicht, aber sie hat es halt immer proaktiv mitgebracht. So wir hatten halt so eine Mittagsrunde und so und immer stand was auf dem Tisch. Ja, da habe ich gefragt, Mensch, ich sage jetzt den Namen nicht, weil es gibt sie noch hier in Göttingen. Und da sagt sie, ja, ich brauche mich jetzt nicht mehr anzustrengen, jetzt habe ich ja meine Festanstellung. Und dann ging auch die Leistung einfach in den Keller und ich dachte so, hä? Ich war so fassungslos, weil es hätte ich nie gedacht. Ich hätte eher mehr mich noch angestrengt, weil ich ja jetzt in der Festanstellung war. Und dann war sie erst mal krank. Und da war ich echt ein bisschen, ich war richtig, richtig verletzt. Dachte so, das kann doch nicht sein, also geht gar nicht. Aber ja, das ist eine Haltung, eine gute Haltung ist schon echt sexy irgendwie und angenehm und man muss sich dann keine Gedanken machen. Aber halt keine gute Haltung ist dann auch, ja, da bin ich ganz bei dir. Also die Unterscheidung, gut, dass du sie nochmal gemacht hast, weil Arbeitsstile, mir fiel es halt gestern auf, mir fiel es halt letzte Woche auf, das wollte ich nochmal ergänzen. Total. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Ja, und dann ist die Freude danach umso größer. Überraschung als Zwischenstation und macht die Emotionen, die danach kommt, oder verstärkt die Emotionen, die danach kommt, ums Drei- bis Fünffache. Und genauso ist es bei den Enttäuschungen des Lebens. Und ich betone das extra so, wir hatten vorher ein bestimmtes Bild einer Person. Wir dachten, sie sind so, wir dachten, die Einstellung ist so. Und dann kommt die große Überraschung, die Täuschung fliegt auf und wir sind enttäuscht. Und ja, eigentlich ist die Person dann so und dann macht das die Fallhöhe dann auch entsprechend umso stärker. Aber ist dann auch einfacher, sich zu trennen. Natürlich nicht immer, weil man dann noch der alten Version, die man dachte, der Person hinterher trauert und das dann auch erstmal für sich aufarbeiten muss. Also wirklich, ich dachte, wer ist denn das und so weiter. Und ich finde das so spannend mit dem halben Jahr übrigens, Sebastian. Auch mit der halben Jahr Probezeit. Weil das erinnert mich an, weil du auch vorhin Forschung angesprochen hast, an eine Studie im Bereich Liebe. Das ist jetzt nicht für den Arbeitskontext, aber wenn wir verliebt sind und vielleicht hat man ja auch am Anfang so eine Honeymoon-Phase auch bei der Arbeit. Diese Flitterwochenphase, wo es so schön und toll und alles ist super und so weiter. Und bei Liebe, bei Liebesbeziehungen ist es tatsächlich so, dass im ersten halben Jahr sich die Hirnareale abschalten, die für Sozialkritik zuständig sind. Also ich sehe mein Gegenüber durch eine rosa-rote Brille und sehe nur das Tolle. Und so weiter und so fort. Vielleicht zeigt die Person dann auch nur das Tolle, aber ich sehe auch nur das Tolle. Auch wenn Freunde mir sagen, sag mal, du der, die oder der Neue, den du da hast, ist dir mal aufgefallen und so weiter. Nein, nein, auf kein Nein. Du bist ganz toller und so weiter. Nein, das sehen wir nicht, weil genau dieser neuronale Effekt dann auch entsprechend da ist. Nach diesen sechs Monaten scheinen wir dann den wahren Menschen zu sehen mit all seinen Facetten. Und das zeigt dann genau die Resilienz der Beziehung übrigens auch, wenn dann die Person sich zeigt mit all ihren Facetten und darin auch Fehler. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Aber das war wirklich so, das hat das halbe Jahr vorher so entwertet, weil ich so dachte, du hast doch immer gesagt, du machst das gerne und du kümmerst dich. Und das war halt für mich so das Gefühl, also schon auch so ein bisschen familiäres Gefühl, wo ich so dachte, ja, die macht das halt hier für die Arbeitsfamilie. Und eine von uns konnte halt kein Gluten, hat immer auch noch eine Extraversion ohne Gluten gemacht und so weiter. Also sehr achtsam und Brot gebacken und hin und her. Wo ich dann auch immer schon gesagt habe, du brauchst das nicht zu machen. Nein, nein, ich möchte das, mache das gerne und das ist ja für uns. Und wir haben ja alle Gute und die Kinder waren auch beide zauberhaft wirklich. Also toll, haben da auch ganz viel möglich gemacht. Aber dieser Satz, der saß echt tief und das hatte ich mit jemandem nochmal, der auch mein Vertrauen da irgendwie komplett irgendwie missbraucht hat. Und wo ich dann auch denke, warum? Also wo ich dann halt auch im Nachhinein dachte, naja, hätte ich dem jetzt noch eine Chance geben sollen? Und was wäre der resilientere Weg? Ich habe mich da mit meinem Geschäftspartner Florian kurz angeguckt und er nickte. Und ich habe gesagt, gut, Ende, danke, jetzt. Und das war dann, also das finde ich halt interessant, weil wenn ich sage Beziehung, dann ist ja immer die Frage, wie beziehen wir uns aufeinander? Das ist ja auch so eine schöne, eine schöne Fluidisierung, die Tom Andreas mal angeboten hat. Und die Art, wie ich mich auf Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, beziehe, ist halt immer eine sehr transparente und klare. Manchmal sage ich zu lange nichts, aber im Sinne von Fairness steht für mich schon ganz weit vorne und auch Sicherheit in der Beziehung und so. Und das war wirklich so, wo ich dachte, nee, also hier brauche ich die andere Polarität von Nähe. Hier brauche ich jetzt maximale Entfernung. Und ich glaube, dass resiliente Beziehungen immer beides können. Resiliente Beziehungen können gut näher, können gut miteinander, können gut so in der Mitte hin und her oszillieren. Man muss auch nicht mit jedem befreundet sein. Und trotzdem kann man eng und vertrauensvoll zueinander, miteinander arbeiten. Und Grenzziehungskompetenzen und Beendigungskompetenzen, die sind, glaube ich, auch wichtig. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Und das ist ja auch Teil der psychologischen Sicherheit, dass ich mich zeigen darf und die Sicherheit habe in der Beziehung zu einem anderen Menschen und dass da aber auch gut mit umgegangen wird von der anderen Seite. Also ich darf Nähe zeigen, ich darf nah sein, auch auf eine gewisse Art und Weise emotional, aber auch die Distanz dann wahren. Und die gesündesten Beziehungen sind ja die, wo ich sagen kann, ich kann ohne dich, aber mit dir ist es schöner. Oder ohne das Aber, ich kann ohne dich und mit dir ist es schöner. Das ist das Allerstabilste, weil genau das, die Stabilität bzw. die Resilienz einer Beziehung, zeigt sich auch da im Kontext Probleme, Stress und Krisen. Ja. Ja, wenn entsprechend Probleme auftauchen, wenn Stress auftauchen, wenn Beziehungskrisen dann auch entsprechend austauchen. Und da gibt es total spannende Studien auch zu, je nachdem wie unser Attributionsstil, unsere Einstellung zu Beziehungen ist. Und da hat man mal eine Studie durchgeführt zum Thema, welche Metapher habe ich eigentlich zu Beziehungen. Sage ich, wir sind Seelenverwandte, wir sind füreinander bestimmt. Oder sage ich auf der anderen Seite sowas wie, eine Beziehung ist eine Reise, eine Beziehung ist ein Auf und Ab, ist eine Achterbahn mit Höhen und Tiefen. Und man hat mal in einer Studie genau diese beiden Gruppen unterteilt, nachdem man in Frageburgen genau diese unterschiedlichen Attributionsstile erfasst hat. Und dann hat man die Personen mit einem Partner in ein Konfliktgespräch gebracht. Also hier unterhaltet euch mal die nächsten 15 Minuten über ein Thema, worüber ihr euch nicht einig seid. Und das nicht einig sein, das ist genau das, wo die Reibung dann auch entsprechend entsteht. Und übrigens dazu muss ich sagen, vorher sollten sie auch noch einen Fragebogen ausfüllen zum Thema Beziehungsstabilität. Also wie hoch ist die Beziehungsstabilität? Die haben entsprechend vor und nach diesem Konfliktgespräch gemessen. So und dann haben sie Unterschiede erkannt. Bei der Gruppe, wo die Beziehung als wir sind Seelenverwandte dargestellt wurde, da ist die Beziehungsstabilität gesunken. Bei denen, die gesagt haben, die Beziehung ist ein Auf und Ab, da ist die Beziehungsstabilität gleich geblieben. Also auch meine Einstellung zu einer Beziehung macht da extrem viele aus. Und auch was ich gelernt habe in meiner Vergangenheit, was eigentlich eine sichere Beziehung und eine sichere Bindung bedeutet. Und da darf man sich auch mal drinnen streiten. Die Beziehungsforscher schlechthin, Julie und John Gottman, die John Gottman seit den 70er Jahren, Julie Gottman, seine Frau, ist dann später dazugekommen, genau untersuchen, was macht Beziehungen stabil? Was macht eine Paarstabilität aus? Die haben auch festgestellt, hey, Streiten oder Diskutieren oder Konflikte sind überhaupt nicht schlimm. Die sind total wichtig für eine Beziehung. Es kommt nur darauf an, wie wir es tun. Beispielsweise ein Ärger in der Beziehung, wenn wir für unsere Werte einstehen, wenn wir unserem Gegenüber mal anbieten, hey, das war gerade nicht in Ordnung und so wünsche ich mir das anders, weil das bezieht sich auf den und den Wert, der mir in unserer Beziehung wichtig ist, vollkommen in Ordnung. Aber es gibt unterschiedliche destruktive Muster, die sie dann in den 90er Jahren auch festgestellt haben. Und zwar vier apokalyptische Reiter einer Beziehung. Finde ich einen krassen Begriff, oder? So vier apokalyptische Reiter, weiß ich nicht, ob du das gewählt hättest, Sebastian. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Total schön, Handwerk, stehe ich eh drauf und selbst gemacht, super. Naja, dann habe ich überlegt und das war damals eine gute Freundin von mir. Also ich hatte auch mal einen Crush irgendwie. Kommt das jetzt raus gerade? [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und ich glaube, sie wird auch die Einzige sein, die das so sagen kann. Ich war damals schon echt verliebt in sie. Ich glaube, das weiß sie auch. Egal, naja, und dann hat sie mich halt zu ihrer Hochzeit eingeladen und ich hatte halt ein Jahr lang Zeit, mich darauf vorzubereiten, so auf dieses Thema, auf die Rede. Hat gesagt, kannst du eine Rede halten und war für mich hoch emotional. Das ist jetzt auch schon zehn Jahre her, aber elf. Naja, auf jeden Fall, jetzt wird es, naja, egal. Manchmal muss man Dinge aussprechen. Ach, egal. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Naja, auf jeden Fall habe ich mir dann so überlegt und hin und her. Und eine Metapher war, weil ich, ach, ich habe ja auch in meiner Jugend so Hochzeitsfotografie gemacht. Ich konnte ganz gut Fotos machen und habe dann auch immer mal wieder so auf Hochzeiten Fotos gemacht. Und womit man sich halt so das Studium verdient. Und da habe ich immer wieder so Bilder gehört, so Metaphern. So, ja, du bist sozusagen die eine Hälfte der Kugel und ich bin die andere Hälfte. Und zusammen haben wir jetzt endlich und rollen so das Leben. Und für mich war dieses Bild einfach so dumm, weil ich so dachte, naja, was machst du denn, wenn einer von beiden weg ist? Also entweder liegst du platt auf der einen Seite und wenn du dir dann nicht schnell Beine wachsen lässt, so Schildkröten-mäßig, geht es nicht weiter. Oder noch schlimmer, du liegst auf dem Rücken und kommst gar nicht vor. Also es war für mich ein Bild, was eine Katastrophe war. Und weil ich dann so dachte, naja, wenn jetzt die Größe der Kugel auch mit der eigenen Entwicklung oder mit dem eigenen inneren Wachstum, dem Weiterentwickeln und so weiter einhergeht, naja, einer wächst, der die andere nicht, dann gibt es auch ein Mismatch. Habe ich auch oft genug gehabt, dass Leute in irgendwelchen Ausbildungen waren, gerade in längeren Ausbildungen, die ich zum Teil auch begleitet habe. Na ja, und wenn jemand von beiden sich sehr intensiv mit sich auseinandersetzt, das verändert die Beziehung ja auch. War davon ab, dass du über die Wochenenden, die deine Partnerin, dein Partner weg ist, bei irgendwelchen Fort- und Weiterbildungsevents, danach immer relativ viele Techniken lernst, die sie oder er gelernt hat. Wo du denkst, ah, okay, die Formulierung ist neu, interessant. Na ja, und dann dachte ich so, nee, wenn müssen es zwei Kugeln sein? Und die zweite Frage war ja, also wie lebt man möglichst lange glücklich und ist möglichst lange beziehungsfähig und gesund? Also so die kleinen Fragen. Na ja, und ich hatte halt eine Rede vorbereitet und es war wunderschön an so einem See gelegen, bisschen außerhalb und hin und her. Und ach, die waren alle schon gut besoffen und die hatten auch eine Band da. Und erinnere ich mich noch sehr lebhaft. Ich habe da den Abend auch viel getanzt. Und dann war noch so, ja, eine Rede haben wir noch. Sebastian, muss das jetzt sein? Und ich denke so, alter, nein, ich schreibe nicht ein Ja an der Rede, wenn ich die jetzt nicht halte. Also das läuft halt nicht. Und ich hatte halt das Geschenk auch darauf abgestimmt. Na ja, dann war ich halt dran und alle so in so einer totalen Feier. Und was ist halt die Quintessenz bei einer Hochzeit? Bei einer Hochzeit ist der Fokus auf zusammen, auf Verbindung. Na ja, meine zentrale These war, mit wem führst du die längste Beziehung deines Lebens? Ach, und auf eine Hochzeit. Sie haben sich alle total verträumt angeguckt und rübergeschmachtet. Und da habe ich gesagt, ja, zeig doch mal auf die längste Beziehung eures Lebens und hoffentlich die, die am glücklichsten ist, die am innigsten ist, die am vertrautesten ist. Alle zeigten auf irgendwen und so. Ich habe gesagt, ja, wenn ihr jetzt auf jemand anderen zeigt, ja genau, dann zeigt doch mal bitte jetzt auf euch selber. Weil ihr, du mit dir, ach, so eine kleine Trance eingeleitet. Gesagt, ja, und du mit dir. Und wie gehst du mit dir um? Und alle maximal gerührt. Und dann war so meine Punchline am Ende. Und wie lebt man möglichst lange gut zusammen? Na ja, mit der Metapher der zwei Kugeln. Dann hatte ich extra so einen Tisch und da war das Herz drauf. Und da war in der einen Herzhälfte war eine Kugel und in der anderen eine andere. Dahinter hatte ich eine kleine Lampe. Das war alles ein bisschen abgedunkelt. Dann habe ich das so hochgezogen. Dann habe ich so der letzte Satz mehr oder weniger war. Und wenn ihr zusammen jeder Einzelnen in seiner Geschwindigkeit in ungefähr die gleiche Richtung, mal ein bisschen weiter entfernt, mal ein bisschen näher, unterschiedliches Tempo, unterschiedliche Größe durchs Leben rollt, dann kann man das Ganze zusammen sehen und jeder kann seinen Weg für sich selber gehen. Verbunden im Herzen. Tränen, Ach, Umarmung, Krügelung und und. Und nach so, weiß ich nicht, einer halben Stunde kam dann der Bandleader an und sagte, also gute Rede, aber ganz ehrlich, wir haben jetzt drei Lieder gebraucht, bis sie wieder tanzen. Alter Schwede, hast du die Stimmung verändert? Die Mutter der Braut saß da an ihren Mann gekuschelt irgendwie so und und alle total so bei sich. Also kompletter Stimmungswandel und deswegen so von Thema Metaphern. Beim Thema Metaphern habe ich einen sehr großen Respekt vor. Aber da war das für mich für diese Beziehung, muss ich ganz ehrlich sagen, Beziehen, ziehen hat ja schon sozusagen irgendwas mit Kräften aufeinander ausüben zu tun. Ich würde es jetzt nicht Begleitung nennen oder miteinander gehen oder wie auch immer. Aber es ist schon irgendwie diese Bilder, in denen du lebst, die geben dir entweder Freiheit und ermöglichen Dinge oder sie engen dich ein, sie begrenzen und so weiter. Und ich glaube, je nachdem, was für ein Typ man ist, ist das eine günstiger oder das andere. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Es kommt ja häufiger mal vor, dass nach Hochzeiten sich Paare trennen, weil sie merken, das habe ich nicht wie die da vorne das haben oder wie der Sebastian gesagt haben, wie es eigentlich sein soll. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Also die konnten mit einer Wahrscheinlichkeit von, ich glaube 94 Prozent war es, vorher sagen, ob die Paare in den nächsten sieben Jahren noch zusammen sind. Je nachdem, wie die ihnen bestimmtes Diskussions- und Konfliktverhalten gezeigt haben in diesem 15-minütigen Gespräch. Also echt sehr krass. Und diese vier apokalyptischen Reiter lauten Kritik. Also das ist den Partner als Person wirklich direkt anzugreifen. Also das geht auch bis zu Beleidigungen und wirklich einen Angriff an die Person. Also sowas wie du blöde Sau und du bist ja auch der, der und so weiter. Also die auf Identitätsebene angreifen, nicht die Verhaltensebene zurückkoppeln. Hey, als du das gemacht hast, hat das auf mich so gewirkt und mein Wunsch für die Zukunft, dass ich so eine W-W-W-Regel dann anwende, sondern wirklich direkt auf die Person. Das ist Nummer eins. Dann das Zweite ist eine Emotion, die wir schon besprochen haben. Das ist die Verachtung. Eine sarkastische Herablassung, beispielsweise. Ach du und die Person und so weiter. Das ist ein Niederschauen auf mein Gegenüber, was auch eine Mauer aufbaut. Also Verachtung ist wirklich jemandem auch etwas Herablassendes. Und der ist weniger als ich und der müsste erst mal sozusagen auch auf mein Niveau kommen, damit wir überhaupt eine Beziehung führen könnten da an der Stelle. Und es zeigt sich auch nonverbal mit einem beispielsweise einseitigen Hochziehen der Oberlippe oder einem Einpressen einseitig des Mundwinkels. Wenn es längere Zeit ist, das einseitige Einpressen, es geht eher in Richtung Skepsis oder manche denken auch so nach. Aber wenn es so eine Konstellation ist von ich gucke die Person an, der die Verachtung jetzt gewidmet ist, dann gucke ich weg und dann mache ich den hier. Dann ist es eher in Richtung Verachtung und entschrächten das einseitige Hochziehen der Oberlippe. Das sind so nonverbale Signale dann in diesem Bereich. Dann Defensiveness, Abwehrhaltung oder so Rechtfertigung, sich defensiv verschließen. Das sind auch häufig gerne diese Ja-Aber-Schleifen, wo ich kaum eine Verantwortung übernehme und auch deswegen nicht so wirklich auf das Feedback des anderen dann eingehe. Also du hast die Zahnpasta-Tube nicht zugemacht. Ja, aber du hast den Müll nicht rausgebracht. Ja, aber du hast mit meiner Sekretärin geschlafen oder was weiß ich was. Das eskaliert dann manchmal auch dann hoch. Aber diese Ja-Aber-Schleifen dann auch entsprechend und dieses ständige von sich abwehrende und nicht zu sagen, Schatz, du hast recht, es war nicht in Ordnung und es tut mir leid. Lass uns doch mal schauen, wie wir das in Zukunft anders hinbekommen. Wenn ein Schuldbewusstsein oder beziehungsweise ein Verantwortungsbewusstsein oder das Bewusstsein dafür, was war mein Anteil daran, dass es jetzt zu diesem Konflikt gekommen ist, wenn das dann entsprechend da ist. Und das letzte ist Mauern. Mauern ist, oder Stonewalling heißt es dann im Englischen, das ist gar keine Resonanz zeigen auf die Selbstoffenbarung meines Gegenübers. Das ist so ein emotionales Abschotten. Das muss auch nicht im Konflikt sein. Das kann auch sich wirklich im Alltag zeigen. Du kriegst jetzt gerade von, keine Ahnung, wenn du jetzt die Süddeutsche Zeitung liest, kriegst du jetzt von deiner App eine Nachricht. Und was jetzt gerade so in der Welt los ist. Und da mache ich mir jetzt gerade Sorgen drüber. Und das sagst du deinem Schatz. Und es kommt gar nichts. Es kommt nichts. Du hast gerade eine Selbstoffenbarung, wie es dir geht, was deine Bedürfnisse sind, was auch immer. Es kommt nichts von deinem Gegenüber. Das ist auch Mauern da an der Stelle. Es muss nicht immer in einem Konflikt sein. Es sind auch diese Alltagssituationen, wo sich das zeigt. Und deswegen dann auch auf der anderen Seite, was sind denn Positivsignale? Wenn ich entsprechend diese Resonanz zeige. Eine Feinfühligkeit nach der Bindungsforscherin Mary Ainsworth ist definiert als ein erstens Wahrnehmen von emotionalen Signalen meines Gegenübers. Und dann auch entsprechend das für sich korrekt interpretieren. Da zu schauen, was könnte das denn jetzt sein? Und dann ein promptes und angemessenes darauf eingehen. Du sagst mir jetzt etwas. Irgendeine Störung, die da ist. Vielleicht zeigst du sie einfach auch nur non-verbal auf eine gewisse Art und Weise. Und ich benenne es oder ich gehe dann entsprechend prompt darauf ein und sage sowas wie, hey, Mensch, ich habe jetzt gerade das und das bei dir wahrgenommen. Erzähl doch mal. Zeig doch mal. Lass uns mal darüber reden. Das ist genau der Umkehrschluss davon. Und in dem sogenannten SPEF der Gottmans, das ist ein Akronym, ist deren Codierungssystem oder Beobachtungssystem, um entsprechend die emotionale Kommunikation zwischen Paaren zu analysieren. Das steht für Specific Effect Coding System. Da wird entsprechend genau sowas drauf geachtet. Und tatsächlich wird aber auch auf negative Emotionen in Anführungsstrichen geachtet, wie Ärger. Auch das kriegt sozusagen einen Minuspunkt, aber nur einen. Und auch Trauer kriegt einen Minuspunkt. Aber dann kommt es halt auch wieder darauf an, was zeigt denn mein Gegenüber. Zum Beispiel Verachtung gibt minus vier Punkte. Und Ekel minus drei Punkte. Genauso wie eine Rechtfertigung und so weiter und so fort. Was wiederum Pluspunkte gibt, sind positive Affekte, so wie ein Lachen der Augen das gezeigt wird, im Miteinander. Deswegen ist es so wichtig, in Beziehungen positive Momente miteinander zu teilen. Auch in Arbeitsbeziehungen mal einen Offside zu machen. Irgendwo anders hinzugehen, mal was Schönes zu machen. Schöne Momente miteinander zu teilen. Erfolge miteinander zu teilen. Erfolge zu feiern für die Positivbeziehung. Humor miteinander zu leben. Humor ist ganz wichtig, wenn es beim Gegenüber ankommt. Wenn ich einen Witz mache und es verletzt mein Gegenüber, dann ist das nicht Humor. Dann geht es eher in eine andere Richtung. Und auch tatsächlich Berührungen. Natürlich muss das in einem professionellen Kontext wichtig sein. Aber es gibt Studien dazu, dass auch Teams besser performen, beispielsweise Sportteams oder Hochleistungsteams, wenn sie sich häufiger umarmen, berühren, einklatschen und so weiter und so fort. Und Validation zeigen, Wertschätzung zeigen, das Gegenüber ein echtes Interesse zeigen, die Aufmerksamkeit zeigen. Das sind alles Dinge, die in der emotionalen Kommunikation ganz viele Pluspunkte geben. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und das Gehirn, habe ich immer so das Gefühl, wirkt ja eh sehr optimierend auf die ganzen Sachen ein. Dann kommen irgendwelche, ja, Kausalitäten. Naja, sie hat halt gerade oder er hat halt gerade oder was auch immer. Sodass, so diese klaren Signale, also das auch lesen zu können und dann auch zur Sprache zu bringen und dann halt zu sagen, du so und so. Und dann kommt ein Ja oder Nein. Das ist, glaube ich, was, was einfach wichtig ist. Und ich finde das immer interessant, wenn ich so bei Freunden, Bekannten auf Geburtstagen eingeladen bin. Und dann gucke ich mir immer so die Spiele an. Und auch wie oft, wenn einer von beiden dann irgendwie was sagt oder macht, kommt so ein Lächeln oder sozusagen das Leuchten der Augen oder wie oft kommt so ein Er schon wieder. Und dann wird das zum Teil halt als Spiel gemacht. Dann sagt er bewusst was Blödes, dann ärgert sie sich noch mehr und dann hat das mal so Fremdpeinlichkeitsargumente und Themen und so weiter. Ich habe das vor Jahren mal erlebt. Da hat der Herr des Hauses uns dann da irgendwelche komischen Sachen gezeigt und seine Frau dann dazu gerufen. Und ich dachte dann so, boah, voll prolet, geht gar nicht. Also so ganz cringe irgendwie da Dinge gemacht. Und sie hat, und das ist mir danach dann klar geworden, im Prinzip die ganze Zeit nur Mundwinkel, Mundwinkel, Mundwinkel, Mundwinkel. Weil ich hatte, das ist schon ewig her, und dann habe ich sie noch gefragt, du hast was zwischen den Zähnen. Ich konnte es nicht zuordnen. Und die saß da und ich dachte, die hat da irgendwas. Und ich guckte dann noch so rum, weil mir fiel das halt auf. Ich dachte, jetzt muss sie mal ans Haarstocher gehen oder so. Sagte sie, nee, alles okay, ich finde das hier nur gerade maximal komisch. Dann habe ich gesagt, dann bist du nicht die Einzige. Und dann hat sie gelacht und sagte, naja, dann merke ich schon, okay, ich bin nicht das Problem. Und das war auch so, ja, es ist halt manchmal so. Aber das dann zu sehen, ist, glaube ich, immer auch hilfreich, weil man es zumindest dann zur Sprache bringen kann und dann halt auch einfach die Dinge klären kann. Und ich glaube, gerade in Beziehungen, und resiliente Beziehungen heißt ja nicht nur Paarbeziehungen, heißt ja auch intimes. Ich finde so eine Skepsis, wo man mal so sagt, nee, da habe ich jetzt gerade nicht bei dir, das dann vielleicht auch selber zu formulieren, finde ich völlig in Ordnung, finde ich auch gesund. Und das hat ja auch irgendwie was von einem mentalen Immunsystem, wo man erst mal sagt, nee, da gehe ich jetzt gerade nicht mit. Und im nächsten Schritt dann zu sagen, wie denkst du das? Sag mal, ich verstehe das gerade noch nicht. Also wenn ich das so verstehe, wie ich es gerade verstehe, dann muss man mal grundlegend reden, aber sag mal. Und dann finden ja auch so normative Prozesse intim statt. Also im Sinne von, was ist denn okay zu sagen, was ist nicht okay zu sagen. Welche Meinung hat denn mein Gegenüber? Und muss ich bei der Meinung jetzt unbedingt einschreiten? Dann sage ich, ja, okay, wir haben halt Meinungsfreiheit, das ist in Ordnung, ich sehe es halt anders. Und lass uns das Thema in Zukunft ausklammern, weil dann haben wir ein Thema weniger, über das wir irgendwie schlechte Stimmung erzeugen oder so. Also man muss ja nicht jede Meinung, die man hat, auch allen irgendwie kundtun. Und gleichzeitig hilft es ja auf einer nonverbalen Ebene auch immer wieder, Beziehungen zu stabilisieren. Also wenn man am Wochenende oder von anderen Leuten mal so ungefragten Feedback kriegt, wie letztes Wochenende passiert, und dann dachte ich so, bring’s doch auf den Punkt. Also ich kann total gut damit leben, wenn jemand mich fragt, magst du den Feedback? Und dann hätte ich gefragt, wozu dazu? Und dann hätte ich gewusst, ich habe über alles schon nachgedacht, brauche ich nicht, danke. Und so war das halt auch so beziehungsmäßig was, wo ich dann irgendwie auch nicht so freundlich reagiert habe wie sonst. Und prompt kam am nächsten Tag dann sozusagen ein Friedensangebot vom Gegenüber in Form von was Süßem. Und ich dachte so, ach spannend. Also da war meine Grenzziehung doch deutlich genug. Und ich habe gesagt, also was glaubst du? Glaubst du, dass ich darüber noch nie drüber nachgedacht habe? Und im Zweifel habe ich öfter länger und kompetenter als du drüber nachgedacht. Also danke. Und das finde ich auch wieder so spannend. Und wir haben uns dann auch umarmt und dann war es auch gut so. Und gleichzeitig muss man dafür ein Bewusstsein haben, weil mir wäre auch richtig gewesen, das vorm Ende des Seminars nochmal zu klären, damit nichts offen bleibt, damit keine Noobs offen bleiben, damit niemand wegfährt. Fand ich jetzt nicht so cool von Sebastian. Und irgendwie, das fand ich jetzt eine komische Nummer. Das wäre nochmal so auch eine meiner Regeln für resilientere Beziehungen. Lass Noobs, lass Ungeklärtes, lass Dinge, die potenziell die Beziehung verändern oder für die Beziehung gefährlich sein können, lass die nicht offen. Sprich die an, mach die klar. Sag du, pass auf, für mich ist das Thema noch nicht klar. Wollen wir darüber nochmal sprechen. Und einfach da in die Beziehungsklärung auch zu gehen. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Auch ein sehr, sehr treuer Hörer und sehr, sehr toller Feedbackgeber. Und ja, da bin ich wirklich bei dir. Und eine Sache wollte ich noch sagen, weil das auch zum Kontext der Resilienz in Beziehungen finde ich extrem wichtig ist. Ja, neben dem Thema, okay, was ist, wenn ein Konflikt stattfindet, Probleme, Stress, Krisen und so weiter. Da ins Gespräch zu kommen, die Resonanz zu gehen, da eine Klärung zu gehen. Wir haben schon über das Thema Zwickmühlenkommunikation und so weiter in anderen Folgen gesprochen. Frühzeitig wahrzunehmen, ansprechen und so weiter. Ja, Loops schließen, definitiv. Und dann auch noch eine Sache, wo sich auch resiliente Beziehungen zeigen ist. Bei Liebesbeziehungen, aber auch bei Arbeitsbeziehungen, wenn ich Angebote von anderen bekomme. Sprich, wenn ich in einer Liebesbeziehung bin, zeigt sich, wie stark die Bindung zu der anderen Person ist. Dann, wenn ich Angebote von anderen Leuten bekomme. Also zum Beispiel, wenn es um Flirten geht. Und Flirten macht man ja auch auf dem Arbeitsmarkt dann manchmal. Dann kriegt man da Angebote und da Angebote und da Angebote. Und da heißt es auch, je höher die Arbeitszufriedenheit und desto höher dann auch entsprechend die Mitarbeiterbindung. Und da spielt ein Hormon eine ganz, ganz wichtige Rolle. Und das ist Oxytocin. Oxytocin ist das treue Hormon schlechthin. Und das hat man in mehreren Studien entsprechend zeigen können. Ja, das ist total spannend, dass man in Amerika in manchen Studien dann nasal Oxytocin reingeflüsst bekommt, um den Oxytocin-Level zu erhöhen. Ich habe tatsächlich gesucht, wo gibt es das? Wo kann man das holen? Mein Vater ist ja Arzt. Ich habe gefragt, kannst du mir das versorgen? Total spannend. Ich frage für einen Freund da an der Stelle und so. Nur in der Schweiz anscheinend möglich, bei uns in der Nähe. Naja, auf jeden Fall haben die in diesen Studien Folgendes getan. Haben einer Probandengruppe Oxytocin gegeben, der andere nicht. Und dann die Attraktivität der eigenen Frau einschätzen lassen. Beziehungsweise von anderen Frauen. Und da ist auch die eigene Frau drin. Je höher der Oxytocin-Level, desto attraktiver wurde die andere Frau. Die andere hat die eigene Frau eingeschätzt. Und dann noch ein anderer Versuch. Da hat man Probanden einen Fragebogen gegeben. Der hatte nichts mit der Studie zu tun. Das war halt irgendein Dummy-Fragebogen. Und dann sollte der ausgewertet werden mit einer attraktiven Versuchsleiterin. Und je höher der Oxytocin-Level des Probanden war, desto höher war die interpersonelle Distanz zur attraktiven Versuchsleiterin. Also wirklich so. Nee, komme nicht in die Nähe, ich habe schon jemanden. Das ist ganz, ganz wichtig. Also in unterschiedlichsten Kontexten den Oxytocin-Spiegel zu erhöhen. Und das kriegt man halt entsprechend genau durch diese Momente und diese Positiv-Signale hin. Julian und John Gottman haben auch ein schönes Buch geschrieben. Das heißt Eight Dates. Und da geht es auch wirklich darum, für sich Rendezvous zu haben als Paar, um den Oxytocin-Level zu erhöhen, um die Beziehungsstabilität, das Beziehungsglück zu erhöhen. Dadurch, dass ich schöne Momente miteinander teile. Also die Mudita-Mitfreude oder Positivitätsresonanz, wie sie es Barbara Fredrickson nennt, ist extrem wichtig für jegliche Formen der Beziehungen. Und auch in Arbeitsbeziehungen, dass das immer wieder auch mit fokussiert wird. Die Mitarbeiterbindung ist höher, wenn ich dann auch entsprechend diese Resonanzen schaffe. Das heißt nicht, dass ich Abhängigkeitsbeziehungen schaffe. Dann ist es keine sichere Bindung, wie wir am Anfang gesagt haben. Es braucht diesen Ausgleich zwischen Nähe und Distanz und nicht eine Abhängigkeit. In den besten Arbeitsbeziehungen ist es auch so, ich kann ohne meinen Arbeitgeber. Und bei meinem Arbeitgeber ist es schöner. Und ich kann ohne meinen Mitarbeiter. Und mit meinem Mitarbeiter ist es schöner zu arbeiten. Das ist die Stabilität. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Und durch das Unterscheidende Auge, das ist dieses Modell der beiden Augen, der Systemik, was ich bei Matthias Wager von Kiebett kennengelernt habe. Dieses Unterscheidende Auge oder das funktional trennende Auge ist etwas, wo ich sage, ja, und wir haben Unterschiede. Und wir sind sozusagen jeder für uns, jeder ein Individuum. Jeder lebt sein eigenes Leben. Jeder muss auch erst mal an sich selber denken. Das ist völlig normal. Und in Beziehung. Und ich glaube, für mich die Quintessenz von Beziehungen und auch resilienteren Beziehungen ist nicht immer genau die richtige Beziehung zu führen oder die eigenen Muster, die man eh schon gut kann, sehr intensiv zu leben und zu betonen, sondern das, was für mich eine resilientere Beziehung auch im Sinne von Oszillationsfähigkeit ausmacht, ist zu erkennen, wo habe ich einen Schwerpunkt, wo bin ich drin sehr gut, wo habe ich, also wenn ich wähle, wo habe ich meine absolute Präferenz und dann mich mit den Lernfeldern in der Polarität auseinanderzusetzen. Also wenn ich schlecht Nein sagen kann zu anderen, aber zu mir total gut, also diese Antreiber mache es einem recht, dann wirklich zu lernen, hey, ich sage auch mal zu anderen, muss ja nicht gleich Nein sagen, sondern Ja und später. Oder man sagt, wenn du mich gleich Nein zu dir sagen hörst, so ist dieses Nein zu dir ein Ja zu mir. Und wenn du mich genauso magst, wie ich mich mag, dann freust du dich über das Ja, was ich mir gleich selber gebe. Also einfach ein bisschen Kontext. Und so kommt man, glaube ich, sehr gut in die Oszillation. Und ich glaube auch hier, gerade bei Nähe, Distanz, bei unterschieden Gemeinsamkeiten, lautet die Quintessenz, lerne zu schwingen, lerne zu oszillieren, dann werden die Beziehungen auch resilienter. [Ruben Langwara – Resilienz-Podcast]] Das war ein wundervolles Schlusswort von dir. Danke, lieber Sebastian. [Sebastian Mauritz – Resilienz-Podcast] Hier geht´s zum Resilienz-Podcast: www.rethinking-resilience.com
Wir sind wieder im Denkraum. Bei mir der liebe Ruben. Hallo lieber Ruben. Ich freue mich total lieb bei dir.
Ach, jetzt habe ich dich schon reingeschnitten. Jetzt hast du mich schon wieder reingeschnitten, meine Güte. Konfliktpotenzial, Konfliktpotenzial.
Also, wir müssen dringend an unserer resilienten Beziehung arbeiten. Ich glaube auch. Wollen wir dazu gleich spontan eine Folge aufnehmen? Ja, ne? Machen wir. Super.
Finde ich eine sehr gute Idee. Wie gut, dass du immer so gute Ideen hast, lieber Sebastian.
Liebe Zuhörende, heute geht es um resiliente Beziehungen. Oder, da wir auch gerne als Freunde des Komperativs am besser arbeiten, resilientere Beziehungen. Das heißt alles, was Elastizität so in das menschliche Miteinander bringt.
Also persönlich muss ich da an die Beziehungen in meinem Leben denken und mal schauen, welche resilient waren, welche dann irgendwann nicht mehr so resilient waren und dann auch entsprechend beendet werden mussten. Auch das ist dann wichtig. Auch das ist eine resiliente Entscheidung dann. Und das Geheimnis, wie kann man denn eine Beziehung resilienter gestalten? Da habe ich viel in meinem Leben lernen dürfen, viel auch aus der Forschung. Aber das sollte dann auch in die Anwendung kommen.
Also seitdem du das vorgeschlagen hast, habe ich so meine Beziehungen und das ist ja einmal so die partnerschaftlichen Beziehungen, aber auch so Freundschaften reflektiert. Und ich glaube, dass, sag ich mal, zu den richtig, richtig guten Freunden und ich habe so einen besten Kumpel von damals, so aus der Jugendzeit, das ist glaube ich was, was eine große Veranlagung hat. Ich kenne auch Leute, die freunden sich dann für sie nützliche Menschen an, machen das sehr strategisch und machen irgendwie auch gefühlt gar keinen Hehl draus.
Und da bin ich total bei dir und das Thema Ähnlichkeiten will ich direkt mal aufgreifen. Und auch den Similarity Bias, den wir ja auch haben, also diese Wahrnehmungsverzerrung, dass Menschen, die uns ähnlicher sind, wir auch als Sympathischer betrachten, da gab es auch echt spannende Studien in diesem Bereich von Don Byrne in den 1960er Jahren zum Bogus Stranger Paradigm. Also dieses Paradigma des vorgetäuschten Fremden, da hat er seinen Probanden Fragebögen ausgeteilt und dann sollten die zu bestimmten Einstellungen, die sie haben, einfach Fragen ausfüllen, hat er dann eingesammelt und dann hat er später den gleichen Probanden von anderen Leuten, vermeidlich anderen Leuten, auch deren Fragebögen und Ergebnisse zurückgeschickt mit deren Einstellungen.
Wobei für mich, wenn du das so sagst, finde ich das ganz interessant, weil Unterschiede lassen sich ja nicht vermeiden. Also es gibt ja immer irgendwie Unterschiede und das ist auch gut so, dass Menschen unterschiedlich sind. Und ich glaube, wenn ich mir das Thema so Arbeitsstile zum Beispiel anschaue oder auch sogenannte Metaprogramme, also Metaprogramm Überblick, Detail, wenn man das mal als Beispiel nimmt.
Also was ich dazu noch sagen möchte, ist, ich glaube, wir haben gerade auch über unterschiedliche Ebenen gesprochen. Weil was ich meine, was das Thema Ähnlichkeit, wo, in welchem Bereich Ähnlichkeit extrem wichtig ist, ist das Mindset, also die Einstellungen, dass wir eine gemeinsame Mission, Vision auch haben, eine Grundhaltung und so weiter. Ich bin total bei dir, wie wichtig die Diversität von Stärken beispielsweise ist oder Skillset und Toolset ist, um etwas voranzubringen.
Genau.
Ich hatte das Gefühl, du wolltest noch was sagen.
Ja, also das mit den Werten war für mich total klar, weil ich mit bestimmten Menschen, also man lernt ja aus so bestimmten nicht so günstigen Erfahrungen, lernt man ja so die eigenen Schatten kennen. Und wenn man dann zurückschaut, denkt man so, ah, okay, ich scheine da bei meinen narzisstischen Nöten noch irgendwie so einen blitten Fleck zu haben. Das ist dann auch wieder für was gut.
Und gerade sagst du ja jetzt hier auch die Überraschung in den Beziehungen. Ja, das kann in eine positive und eine negative Richtung dann auch gehen, wenn es um die Resilienz einer Beziehung dann auch entsprechend geht. Weil die schönsten Geschenke, die wir von unserem Partner bekommen haben, sind die, die wir nicht erwartet hätten.
Ja, und ich habe mit sowas überhaupt gar kein Thema. Ich hätte ja auch sagen können, du hast gerade viel zu tun und passt nicht. Das war meine Werbephase und die Werbephase ist jetzt halt zu Ende und fertig.
Total. Und das ist auch in der Bindungsforschung ein Zeichen einer sicheren Bindung. Wenn ich genau dieses Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz gut hinkriege und dann auch entsprechend in kein Abhängigkeitsverhältnis und so weiter gehe, sondern dass ich beispielsweise ja auch natürlich im professionellen Kontext, in professioneller Distanz ware, aber gleichzeitig auch in eine Selbstoffenbarung reingehe.
Das ist auf jeden Fall eine krasse Metapher. Bevor du da losreitest, ich glaube, ich weiß nicht, ob ich die Geschichte schon mal erzählt habe, aber ich habe genau mit so einer Metapher, habe ich mal eine Hochzeitsrede gehalten und das ging um so, wie führt man möglichst lange eine gute Beziehung, wie wächst man miteinander und wie lebt man ein langes Leben oder ein langes glückliches Leben. Und ich hatte halt, das habe ich hier in Göttingen in der Fußgängerzone, gab es über Jahre hinweg bei so Märkten immer jemanden, der hat so ganz tolle Holzschnitzereien und hat die immer mit so Glaselementen noch versehen.
Ist das ein Rethink Your Resilience Exclusive?
Ich glaube, sie weiß es. Ich sage den Namen nicht, aber ich war auf jeden Fall auf ihrer Hochzeit. Ja, wenn sie es hört, wird sie es wissen.
Ja, ich würde ganz gespannt zu.
Ich interessiere mich für die Vielschichtigkeit deines Lebens. Gut, dass wir einen Podcast haben. Gut, dass wir auch dreistellig können mit den Folgen irgendwann.
Und ich bin total gespannt, wie es danach dann auch gelaufen ist mit den anderen Paaren. Weil Rührung bei einer Hochzeit beispielsweise zeigt ja den Menschen dann auch wirklich an, was ist wirklich wichtig im Leben? Güterin des Sinns, die Rührung und dann bin ich auch mit der richtigen Person zusammen.
Ich habe dazu meine Meinung, das bleibt jetzt aber privat. Ja, die haben sich eingerichtet, glaube ich. Und das ist auch in Ordnung. Kommen wir mal zurück zu den Reitern, die ihnen gefährlich werden könnten, weil sie niemandem etwas Böses anstellen. Aber vier apokalyptische Reiter klingt natürlich schon mal ein bisschen respekteinflößend.
Total. Und dazu muss man sagen, erstmal zu Julie und John Gottman in ihrem Love Lab, das sie gegründet haben in Washington, also im Staat Washington, Seattle. Dass sie echt gut voraussehen können, anhand bestimmter Konfliktmuster, wie lange das Paar noch zusammenbleibt.
Ja, finde ich insofern interessant, als dieses Gefühl irgendwas ist, du kannst es nicht benennen, über diese Art der Interaktionsmuster, glaube ich, einen sehr klaren Rahmen gibt. Und ich glaube auch, dass Beziehungen sich über die Zeit verändern. Nur wenn du betroffen bist, dann merkst du es ja in der Regel nicht.
Ja, super. Das ist ja auch, also da sieht man ja auch, dass in Beziehungen oder bei Konflikten auch der sogenannte Saigonik-Effekt greift. Nach Blumer Saigonik aus den 20er Jahren, dass unser Gehirn unterbrochene oder unerledigte Aufgaben deutlich besser im Gedächtnis behält als bereits abgeschlossen. Und genauso ist es bei diesen offenen Loops bei Konflikten. Deswegen viel unanstrengender für das Gehirn ist es, Dinge direkt zu klären. Und deswegen auch, deswegen finde ich deinen Tipp auch super für resiliente Beziehungen, das dann auch direkt zu klären. Und bei Störungen, die aufzugreifen, anzusprechen. Deswegen finde ich Kommunikation die wichtigste Intervention oder wertschätzende Kommunikation die wichtigste Intervention für resiliente Beziehungen. Ja, ich habe es gesagt, liebe Grüße an Stefan Leunig an der Stelle, der das Thema Kommunikation sehr viel macht und Resilienz und definitiv für Beziehungen.
Und das erinnert mich immer noch an eine Sache, die der liebe Gunter, Gunter Schmidt immer so schön sagt, von Helen Stierlin. Das Thema der bezogenen Individuation oder der individuierten Bezogenheit, die aus Nähe und Distanz, also Individuation und Bezogenheit, einen sowohl als auch macht. Und für mich ist das mal sowas, wo ich so denke, ja, ich kann mich, wenn ich durch das Verbinden der Auge sehe, ganz viel Verbindung, gleiche Grundbedürfnisse, gleiche Biologie, gleicher Kulturkreis, also ganz viel Gleichheitssehen, ganz viel, was eine Beziehung stärkt, auch Interessen und so weiter und so fort.
Und ich danke dir, Sebastian, für jede Schwingung, die wir jemals miteinander teilen durften, jede Offenheit, die du gezeigt hast und jeden Moment der Wertschätzung und der Nähe und der Wärme und allem drumherum und dazwischen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt. Ich bin sehr stolz auf uns, dass wir es immer wieder jetzt um eine Stunde herum schaffen.
Großes Dito und möge die Resilienz mit dir, mit mir und mit Ihnen da draußen sein. Alles Gute! Das war eine weitere Folge von Rethinking Resilience, deinem Podcast für Resilienz in Theorie und Praxis von und mit Sebastian Mauritz und Robin Langwara.
Alle Folgen finden Sie hier:
Titelmusik und Mischung: Lars Deutsch www.larsdeutsch.net
Design: Katharina Krekeler www.hejro.de
Ruben Langwara ist Wirtschaftspsychologe, Resilienz-Lehrtrainer & -Coach sowie Experte für Emotionen und deren Wirkung auf Gesundheit und Wohlbefinden. Er ist mit der Resilienz-Akademie Göttingen als Projektpartner für emotionale Resilienz tätig. Sein Fachbuch zu diesem Thema „Die Kraft unserer Emotionen“ erschien 2022 im Junfermann-Verlag. Er ist Mitinitiator des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).

Sebastian Mauritz, M.A. Systemische Beratung, ist einer der führenden Resilienzexperten Deutschlands. Er ist 5-facher Fachbuchautor, Keynote-Speaker, Resilienz-Lehrtrainer, Systemischer Coach, war und ist Vorstand in vielen Coach- und Trainer-Verbänden und Unternehmer. Seine Schwerpunkte liegen im Bereich individuelle Resilienz und Prosilienz®, resilienter Führung und Teamresilienz. Er ist Initiator des jährlichen Resilienz-Online-Kongresses, in dessen Rahmen er sich bereits mit über 240 weiteren Resilienzexpert:innen aus verschiedenen Disziplinen ausgetauscht hat (www.Resilienz-Kongress.de) sowie des Resilienz-Podcasts Rethinking Resilience (www.Rethinking-Resilience.com).