Fünf Wirkfaktoren für Coaching & Training

Die wissenschaftliche Forschung hat fünf Wirkfaktoren für erfolgreiche Veränderungsprozesse herausgestellt. In Anlehnung an die Forschung nach Klaus Grawe, lernen Sie hier diese zentralen Wirkfaktoren kennen.

Fünf Wirkfaktoren Coaching und Training - Sebastian Mauritz

Therapeutische Allianz

Bindung ist nicht nur einer der wichtigsten Schutzfaktoren der Resilienz, sondern auch der Wirkfaktor von Veränderungsprozessen, der am besten untersucht ist. Es stellt sich heraus, dass die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Coachee oder Trainer*in und Trainee die zentrale Grundlage für ein erfolgreiches Lernen und erfolgreiche Veränderung ist.

„Therapeutische“ Allianz ist dabei eher sinnbildlich zu verstehen, denn nicht nur in der Psychotherapie, sondern auch im Trainings- oder Coachingskontext ist die Allianz der Beteiligten maßgeblich. Diese Allianz wird am besten gestärkt durch eine positive Bindungsqualität, die Übereinstimmung der Ziele und des Auftrags und die Transparenz und Zustimmung betreffend der Interventionen und Methoden.

Relational-motivationale Klärung

Der Kern dieses Wirkfaktors ist der Kohärenzfaktor Verstehbarkeit. Denn die Klärung dient dazu, das Kernthema des Gegenübers zu verstehen und die kognitive, somatische wie emotionale Repräsentation des Problems zu erkennen. Anhand fundierter Modelle kann die Problemstruktur erfasst werden, um passende Interventionen auszuwählen.

De Verstehbarkeit soll dabei auf beiden Seiten herrschen. Die Modelle dienen nicht nur Ihnen als Coach oder Trainer*in zu einem tieferen Verständnis, sondern auch Ihren Klient*innen und Teilnehmenden. Um diesen Wirkfaktor zu stärken, helfen zum Beispiel die Meta-Modelle der Resilienz.

Ressourcenaktivierung

Die Ressourcenaktivierung ist ein zentraler Teil des Veränderungsprozesses, dessen Ziel ein dauerhaft besserer Zugriff auf die eigenen Ressourcen ist. Die innere Haltung ist dabei, dass alle gebrauchten Ressourcen zur Zielerreichung schon vorhanden sind. Diese müssen innerhalb des Prozesses lediglich gefunden, aktiviert und letztendlich für den Veränderungsprozess und darüber hinaus nutzbar gemacht werden.

Damit die Ressourcen auch dauerhaft im Alltag integriert sind, gibt es eine Unterstützung, die sozusagen als sechster Wirkfaktor angesehen werden kann: das Üben. Kleine Aufgaben über einen längeren Zeitraum hinweg zu erfüllen, vertieft den Veränderungsprozess und die nachhaltige Ressourcenaktivierung. Im Buch „Immun gegen Probleme, Stress und Krisen“ finden Sie zum Beispiel viele, leicht umsetzbare Übungen für einen gelingenden Umgang mit Stress.

Core-Aktivierung

Damit ein Problem sich auch wirklich lösen kann, muss es beim Gegenüber aktiviert sein. Denn nur so öffnen sich die neuronalen Verknüpfungen für Veränderung, und machen die ausgewählten Interventionen wirksam.

Die Aktivierung des Kernthemas (engl. Core = Kern) kann dabei über mehrere Wege erfolgen: emotional, kognitiv oder/und somatisch. Wichtig ist dabei, dass das Problemerleben in angemessenem Rahmen aktiviert wird. Eine zu große Aktivierung führt zur Problemtrance und verhindert den Veränderungsprozess, ebenso wie eine zu geringe Aktivierung die neuronalen Bahnen nicht für die Veränderung öffnet. Achten Sie also darauf, dass die Core-Aktivierung in angemessener „Dosis“ erfolgt.

Emotionsregulation

Die Emotionsregulation ist die Königsdisziplin im Coaching und auch im Training einer der zentralen Wirkfaktoren für erfolgreiche Veränderung. Mittels angepasster Interventionen können Sie, durch die Aktivierung des Kernthemas, die dazugehörigen Emotionen und Kognitionen flexibilisieren.

Die Emotionsregulation hat demnach nicht nur die Funktion Emotionen, die Stress verursachen, herunter zu regulieren, sondern auch von der Dysfunktion in die Funktion zu holen. Emotionen werden dann zu Hütern von Bedürfnissen und zu Kraftquellen. Dies ist ein wichtiger Schritt für nachhaltige Veränderung und Selbstwirksamkeitserleben im Alltag.

Der gute Zustand als Basis

Abschließend noch ein zentraler Hinweis, der die Basis dieser fünf Wirkfaktoren bildet. Es ist der Leitspruch von Sebastian Mauritz: „Was auch immer Du tust, tue es aus einem guten Zustand heraus“. Wenn Sie als Trainer*in oder Coach in einem schlechten Zustand sind, sprich schlecht geschlafen haben, unkonzentriert sind, hungrig oder gestresst, dann wirkt sich das auf jeden einzelnen der Wirkfaktoren aus.

Nur aus einem guten Zustand heraus können Sie in Resonanz gehen und eine positive Bindungsqualität herstellen. Nur so können Sie sich auf die Problemstruktur der anderen einlassen und können die Ressourcen aktivieren. Sie lassen sich in einem guten Zustand nicht von den Emotionen des Gegenübers „anstecken“, sondern halten den sicheren Raum für die Emotionsregulation. All dies ist möglich, wenn Sie aus einem guten Zustand heraus in den Veränderungsprozess gehen.

Letztendlich sind Sie der übergeordnete Wirkfaktor, der erfolgreiche Veränderungsarbeit ermöglicht.

 

Die Inhalte und die Grafiken sind für die eigene Resilienz und ausschließlich zur privaten Nutzung gedacht! Jede Form der Weitergabe, anderweitiger Nutzung, Nutzung im Training, in Medien o.ä. bedarf der Genehmigung von Sebastian Mauritz (Resilienz Akademie Göttingen).

 

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