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    Beim Vulnerabilitäts-Stress-Modell geht es um die individuelle Veranlagung eines Menschen anfällig für psychische Krankheiten zu sein. Diese wird bestimmt durch den genetischen Code oder erlernten Umgang mit Stresssituationen.

    Was ist das Vulnerabilitäts-Stress-Modell?

    Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, oder auch Diathesis-Stress-Modell, stammt aus der klinischen Psychologie. Es gibt manche Menschen, die besser mit Stress umgehen können, sich nicht so schnell aus der Bahn werfen lassen und auch bei Stress in Kontakt mit ihren Ressourcen bleiben. Allerdings gibt es auch Menschen, die anfälliger für Stress sind und schneller in Krisen geraten. Diese Menschen sind auch mehr gefährdet an psychischen Erkrankungen zu leiden.

    Doch wie kommt es dazu? Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell ist ein Erklärungsansatz, der die genetischen Veranlagungen und die erlernten Verhaltensmuster in Beziehung setzt. Das heißt, die Menschen, die weniger gefährdet sind, haben prinzipiell auch andere Voraussetzungen gegenüber Stress.

    Jedoch sind die Menschen mit einer hohen Vulnerabilität (=Verletzlichkeit) nicht ihrem Schicksal ergeben. Denn Schutzfaktoren helfen dabei, die Vulnerabilität zu senken.

    Das Stressfass im Vulnerabilitäts-Stress-Modell

    Das Modell ist zu verstehen wie ein Fass. Wir nennen es das „Stressfass“. Denn dieses Fass zeigt an, wie viel Stress Sie aushalten können, bevor es zu psychischen Erkrankungen kommt. Das Fass ist gefüllt mit all den kleinen und großen Stressoren in Ihrem Leben, sei dies nun privat oder beruflich. Dabei ist jedes Fass individuell, da jeder Mensch unterschiedlich belastbar ist.

    Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell ist so zu verstehen, dass bei manchen Menschen der Boden des Fasses höher und bei anderen niedriger ist. Ein hoher Boden bedeutet weniger Fassungsvermögen. Damit füllt sich das Fass schneller und läuft auch eher über – das heißt eine hohe Gefährdung für psychische Krankheiten. 

    Die Wirkung von Resilienz auf das Stressfass

    Viele verschiedene Faktoren entscheiden darüber, wie viel Stress Ihr Fass aufnehmen kann, bevor es überläuft. Dazu gehört beispielsweise die Empfänglichkeit gegenüber Umweltfaktoren.

    Allerdings können Sie selbst beeinflussen, wie viel Stress Sie in Ihr Fass lassen. Das Stichwort hierbei lautet Resilienz. Diese Fähigkeit beschreibt, wie wir flexibel auf Stressoren reagieren. Das heißt, Sie lassen weniger Stress zu und können diesen gezielt herunter regulieren. Resilienz wirkt wie ein Deckel für das Stressfass.

    Resilienz wird in Bezug auf das Vulnerabilitäts-Stress-Modell insbesondere durch die Schutzfaktoren gestärkt. Dazu zählen beispielsweise ein hoher Selbstwert, soziale Unterstützung oder Selbstwirksamkeitserleben.

    Ja, Menschen haben unterschiedliche Voraussetzungen und sind unterschiedlich gefährdet für psychische Erkrankungen durch Stress. Aber jeder Mensch kann seine eigene Resilienz stärken, beispielsweise durch Resilienztraining, und somit seine eigene Vulnerabilität senken. Sie können selbst Ihr Stressfass schützen und damit auch Ihre Gesundheit.