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    Mindset als Begriff liest und hört man immer häufiger. Das richtige Mindset führe zu mehr Erfolg und einem besseren Leben. Doch worum geht es dabei genau und wie wirkt die eigene Einstellung sich auf Erfolg und auch auf Resilienz aus? In diesem Artikel erfahren Sie es!

    Was bedeutet Mindset?

    Mindset kommt aus dem Englischen und hat mehrere deutsche Übersetzungsmöglichkeiten, beispielsweise Einstellung, Lebenshaltung, Denkweise oder Weltanschauung. Im Großen und Ganzen ist es unsere innere Haltung, die unser Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst.

    Welchen Weg wollen wir beschreiten? Wollen wir wachsen oder nicht?

    Unser Mindset ist dabei nicht etwas Angeborenes, sondern wird durch die Erfahrungen, die wir in unserem Leben machen, geprägt. Damit sind die guten Erfahrungen gemeint, die uns stärken und motivieren. Aber auch die negativen, die unser Selbstwertgefühl mindern. Wir lernen unser Mindset also, und durch Erfahrungen festigt sich unsere Einstellung.

    Zum Beispiel muss ein Kind in der Schule ein Referat halten. Allerdings unterbricht und korrigiert der Lehrer permanent. Das Kind hält sich anschließend für unzureichend und vermeidet danach Referate um jeden Preis. Wenn das Kind nun sein Referat ungestört beenden kann und anschließend Feedback bekommt, kommt es nicht zu dieser negativen Erfahrung und Referate werden als weniger schlimm bewertet.

    Dieses Beispiel zeigt nicht nur, was das Mindset beeinflusst, sondern auch welchen Einfluss es auf zukünftiges Denken und Handeln hat.

    Zwei Arten des Mindsets

    Carol Dweck, eine US-Amerikanische Professorin für Psychologie und Motivationsforscherin, befasste sich in mehreren Studien damit, wie Menschen mit Herausforderungen und Niederlagen umgehen. Dabei stellte sie die Bedeutung des Mindsets heraus. Ihrer Theorie nach gibt es zwei Formen des Mindsets: Das Growth Mindset und das Fixed Mindset.

    Das Fixed Mindset

    „Fixed“ bedeutet im Deutschen soviel wie „fest“ oder „unflexibel“. Menschen mit einem Fixed Mindset sind eher der Überzeugung, Fähigkeiten beruhen auf angeborenem Talent und Begabung. Das bedeutet, bei Misserfolgen wird das vermeintliche Scheitern eher auf fehlendes Talent zurückgeführt.

    Außerdem lernen diejenigen mit einem Fixed Mindset für eine anschließende Belohnung, wie beispielsweise eine gute Note, bessere Aufstiegschancen oder Lob. Fehler werten sie dagegen persönliches Manko.

    Dieses starre Selbstbild führt dazu, dass gedanklich unflexible Menschen wenig Risiko eingehen und sich eher vor neuen Herausforderungen scheuen.

    Das Growth Mindset

    Das Growth Mindset („growth“ = „Wachstum“) kann man auch als dynamisches Wachstumsdenken beschreiben. Denn hierbei ist das Selbstbild nicht starr und festgelegt, sondern fokussiert sich auf Weiterentwicklung. Menschen mit einem Growth Mindset glauben weniger an Begabung, sondern daran, durch Wiederholung und Lernen ihre Fähigkeiten zu verbessern. Eine solche Denkweise führt dazu, dass Lernen um des Lernens Willen geschieht. Nicht das Ziel ist hierbei wichtig, sondern der Fortschritt und ein wachsendes Verständnis. Fehler sind keine Strafe oder gar die Schuld der eigenen Person, sondern werden als Chance angesehen über sich selbst hinauszuwachsen.

    Mit so einem dynamischen Denken stützen wir unseren positiven Selbstwert. Wir geben nicht uns selbst oder unserem fehlenden Talent Schuld an Fehlern. Im Gegenteil, es bietet die Möglichkeit die eigene Selbstwirksamkeit zu stärken. Wir lernen, dass wir selbst etwas erreichen können.

    Fixed Mindset vs. Growth Mindset zusammengefasst:

    Menschen mit einem Fixed Mindset:

    • Sind überzeugt, dass Erfolg von angeborenem Talent und Begabung abhängt.
    • Entwickeln sich nur in solchen Bereichen weiter, in denen sie bereits gut sind und überzeugt sind dafür ein Talent zu haben.
    • Schrecken eher vor Herausforderungen zurück.
    • Geben sich oder fehlendem Talent die Schuld an Fehlern und haben das Gefühl bei Misserfolgen versagt zu haben.

    Menschen mit einem Growth Mindset:

    • Sind überzeugt Erfolg hängt von viel Übung, Lernen und Anstrengung ab.
    • Entwickeln sich in allen Bereichen weiter, die sie interessieren. Sie glauben jedes realistische Ziel lässt sich durch Anstrengung, Willenskraft und Übung erreichen.
    • Nehmen selbstwirksam Herausforderungen an und ergreifen Chancen.
    • Denken bei Misserfolgen statt „du kannst das nicht“: „Du kannst das NOCH nicht“! Sie sehen Fehler als Möglichkeit zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

    Resilienz stärken durch ein Growth Mindset

    Growth Mindset – Wachsen

    Die Gegenüberstellung von einem Fixed Mindset gegenüber einem Growth Mindset zeigt, dass unsere Einstellung einen großen Einfluss auf unseren Umgang mit Hürden und den eigenen Erfolg hat. Die persönliche Resilienz und das Mindset sind dabei eng miteinander verbunden. Denn durch die richtige Einstellung stärken wir die Resilienz und reduzieren Stress.

    Selbstwirksamkeit als wichtige Säule der Resilienz

    Mit ihren Forschungen zur persönlichen Einstellung und Erfolg zeigte Carol Dweck auf, dass jeder Mensch über sich hinauswachsen kann. Sie untersuchte beispielsweise Leistungssportler, professionelle Musiker und Manager. Dabei stellte sie keinen Zusammenhang von Erfolg und Begabung fest, aber eindeutige Erkenntnisse über Erfolg und in Übung investierte Stunden.

    Anders ausgedrückt, die Menschen, die mehr lernten, mehr übten und mehr Ehrgeiz zeigten, erbrachten später auch bessere Leistungen. Das bedeutet zwar nicht, dass jeder Mensch die gleichen Fähigkeiten besitzt. Mit der Theorie des Growth Mindset möchte Dweck dagegen vielmehr sagen: Jeder Mensch hat das Potential seine Fähigkeiten zu verbessern.

    Zum Beispiel galten heutige erfolgreiche Leistungssportler früher als unsportlich und durchschnittlich begabte Wissenschaftler brachten bahnbrechende Erkenntnisse – Beides durch den Willen zu Lernen.

    Der wichtigste Faktor hierbei ist die Selbstwirksamkeit. Sie ist eine der sieben Säulen der Resilienz und stärkt unser mentales Immunsystem. Mit der Haltung, dass wir selbst für unseren Erfolg verantwortlich sind, begeben wir uns in eine aktive Rolle. Das heißt wir schreiben uns Erfolge selbst zu und Belohnen uns dafür.

    Dynamisches Denken im Alltag

    Resilienz ist eine Fähigkeit, die in allen Lebensbereichen nützlich ist. Denn Stress tritt sowohl am Arbeitsplatz als auch im privaten Umfeld auf. Wichtig zu erkennen ist, dass unser Mindset sich den Situationen anpasst. So kann jemand im Arbeitskontext sehr wachstumsorientiert denken, wenn es um die Beziehung zu den Kindern geht, jedoch sehr statisch bleiben.

    In manchen Situationen sehen wir die Chance aus Fehlern zu lernen. Wir sehen dann eher die Herausforderung als die Begrenzung. Und in anderen Situationen sind wir fest davon überzeugt, dass wir eine bestimmte Aufgabe niemals schaffen werden und uns überkommen Selbstzweifel. Genau wie die Resilienz, ist auch ein Growth Mindset in jedem Bereich des Alltags hilfreich. Das schöne ist, wir können lernen eine positive Haltung in allen Lebensbereichen zu bewahren und so stressfreier durchs Leben gehen.

    Wie verändere ich mein Mindset für mehr Resilienz?

    Resilienz lässt sich trainieren, ebenso wie ein Growth Mindset. Um die eigene Haltung zu verändern brauchen Sie allerdings Geduld und einen guten Umgang mit sich selbst. Denn der Weg hin zu einer starken Selbstwirksamkeit führt über einen starken Selbstwert. Das Fixed Mindset ist geprägt von Selbstzweifeln, wenn nicht sogar von Selbsthass. Wenn Sie gewohnt sind, sich selbst die Schuld zu geben, wird es Ihnen am Anfang schwerfallen, die gute alte Selbstgeißelungspeitsche liegen zu lassen, sinnbildlich gesprochen.

    Doch mit genügend Übung, Geduld und Akzeptanz gegenüber sich selbst, lernen Sie Situationen anders, nämlich besser zu erleben.

    Die Macht des „noch nicht“

    Auch wenn ich es jetzt NOCH nicht kann…lerne ich.

    Mit einem Fixed Mindset denken wir häufig „Ich kann das nicht“. Da hinzu kommt die Überzeugung, dass wir es auch nie können werden, weil uns die Begabung fehle. Doch wie Carol Dweck bewiesen hat, ist es der Wille zum Lernen, der zu Erfolg führt und nicht die Begabung.

    Ein effektiver Weg, das Fixed Mindset zu lösen und dynamisch zu denken ist daher sich selbst zu sagen: „Ich kann das NOCH nicht“. Dieses kleine Wort „noch“ wirkt wahre Wunder. Denn es bedeutet für uns, dass das Hindernis nicht unüberwindbar ist. Der Gedanke des „noch nicht“ stärkt die Selbstwirksamkeit und damit die Resilienz. Der Mensch geht eher Herausforderungen an, wenn er überzeugt ist, sie irgendwann zu meistern. Und schließlich entwickeln Sie sich nur dann weiter, wenn Sie Herausforderungen annehmen.

    Wichtig ist, dass das „noch“ keine genaue Zeitangabe ist, sondern die Überzeugung es in Zukunft zu schaffen. Vielleicht fehlen Ihnen „noch“ die Ressourcen für diese Aufgabe oder Sie haben „noch“ keine Zeit für die Umsetzung eines Herzenswunsches. Doch der Gedanke, dass das Ziel erreichbar ist, macht es auch erreichbar!

    Richtig von Vorbildern lernen

    Wir alle haben in gewisser Hinsicht Vorbilder. Es sind unsere Helden, die das erreicht haben, was wir uns nicht zutrauen oder Menschen, die wir schlichtweg bewundern. Oft schreiben wir unseren Vorbildern daher unheimliches Talent zu. Allerdings wissen Sie jetzt, dass Talent beim Erfolg keine Rolle spielt. Sehen Sie sich Ihr Vorbild noch einmal mit dem Gedanken an, was wohl zu dem Erfolg der Person geführt hat. Wie viel Übung hat diese Person und wie viele Hindernisse standen ihr wohl im Weg?

    Wenn Sie mit diesem Gedanken an Ihr Vorbild denken, werden Ihnen zwei Dinge bewusst:

    1. Die Wertschätzung für die Leistung anderer steigt. Denn Sie sehen jetzt nicht mehr den glorifizierenden Zauber der Person, sondern erkennen die harte Arbeit an.
    2. Sie erkennen Ihre eigenen Möglichkeiten besser. Denn wenn diese Person das geschafft hat, durch Lernen, Üben und Ausbauen der eigenen Fähigkeiten: Was können Sie dann erreichen, wenn sie ebenfalls trainieren und anders mit Fehlern umgehen?

    Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand!

    Carol Dweck hat uns mit ihrer Forschung ein Geschenk gemacht. Weil sie beweist, dass niemand festgelegt ist. Sie sind nicht eingeschränkt, durch Ihre Begabung, ihr Talent oder Ihre Fähigkeiten. Sie sind höchstens eingeschränkt durch Ihre Haltung.

    Jeder Mensch hat das Potential sein bestes Selbst zu sein. Jeder von uns kann durch seinen Umgang mit Fehlern und Hindernissen entscheiden, ob er vorankommen möchte oder auf der Stelle treten will. Die eigene Einstellung zu ändern erfordert viel Geduld und einen positiven, vergebenden Umgang mit sich selbst. Doch das Ergebnis ist ein stressfreieres Leben.

    Denn durch ein Growth Mindset stärken wir die Resilienz. Wir sind aktiv und selbstwirksam für unser Leben verantwortlich, reagieren gelassener auf Fehler und Begrenzungen und verfallen nicht in Selbstzweifel sobald etwas nicht klappt. Das nimmt uns Stress und sorgt gleichzeitig für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben. Nehmen Sie also mit dem richtigen Mindset Ihr Leben selbst in die Hand.